Indiana Tribüne, Volume 28, Number 234, Indianapolis, Marion County, 25 May 1905 — Page 3
Jndianck Tribüne, S. Mai 1905
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Freundlichkeiten Fraukreich's in Deutschland gern und voll anerkannt.
Rauber Winter in Norddeutschland. Spekulationen über den Ausenthalt von Rojestvenskys Geschwader. Scharmützel in der Mandschurei. Bombenattentat zu Baku.
Teutschland. Besseres Verhältniß zu Frankreich. Berlin, 24. Mai. Von offizieller Seite wird heute hervorgehoben, daß Frankreich ganz offenbar bestrebt sei, ein beffereS Verhältniß zu Deutsch, land anzubahnen und die Mißhellig leiten der jüngsten Zeit in den Hinter gründ zu dirigiren. Neuerlichen Anlaß zur Genugthuung bietet die Ueberreichung eines kostbaren Geschenks deS Präsidenten Loubet an die Braut des Kronprinzen Wilhelm. DeS Weiteren wird aus die Ernen nung der französischen Spezial Gesandtschaft zur Hochzeit deS Kronprin zen hingewiesen, sowie auf das Diner, welches der französische Gesandte Taillaudier in Fez zu Ehren deS Spezial' Gesandten, Grafen von Tattenbach, veranstaltet hat. In alledem, so be tonen die Offiziösen, dokumentirte sich der Wunsch der franzöfischenRegierung, neue Wege der Verständigung mit Deutschland einzuschlagen, ein Verlangen, dem von hiesiger maßgebender Seite aus sicherlich nichts in den Weg gelegt werden wird. Das offenkundige Abwiegeln der Parifer Machthaber gilt hier als der bün digfte Beweis, daß die marokkanische Frage keinen Anlaß zu unangenehmen Auseinandersetzungen mehr bieten wird. Die öffentliche Meinung in Frankreich hat sich immer nachdrücklicher dahin geltend gemacht, daß der Minister des Aeußeren Delcasse sich in der Cache dergaloppirt hat und an die Verwirklichung des ursprünglichen ReformprogrammS für Marokko nicht mehr zu denken ist. Schnee im Harz. Berlin, 24. Mai. Aus dem Harz wird starker Schneefall gemeldet, der vielfach Verkehrsstockungen mit sich bringt. In manchen Gegenden des OberHarzes herrscht bittere Kälte, wie mitten im Winter, und nach den jetzigen Anzeichen zu schließen, wird man am Brocken zu Pfingsten noch Schlitten fahren können. Seit langen Jahren ist im Mai ein solch' strenges Wetter im Harz nicht zu regiftriren gewesen. Feuersbrunft. Stuttgart, 24. Mai. Das württembergische Städtchen Schwaigern wurde gestern Nacht von einer großen Feuersbrunft heimgesucht. Die Hälfte der Ortschaft wurde eingeäschert; unter den zerstörten Gebäuden befindet sich das Rothhaus. Viele Familien find obdachlos. (Schwaigern liegt im württembergifchen Neckarkreis an der Bahnlinie HeilbronnEp Pingen. Der Ort zählt ungefähr 2025 Einwohner.) Russischer Spion verhaftet. Posen, 24. Mai. Hier ist ein russischer Spion, Namens WladiSlauS PawlowSki, beim Zeichnen von Forts verhaftet worden. Zahlreiche Skizzen der Festungswerke wurden in feinem Besitze gefunden. Dekoration Unter den L i n d e n. Berlin, 24. Mai. Die von Stadtbaurath Hoffmann entworfene Ausschmückung der Straße Unter den Linden, durch welche der Festzug bei der Hochzeit deS Kronprinzen sich bewegen wird, dürfte Enbe der Woche in Angriff genommen werden. Auf Wunsch deS Kaisers sollen Guirlanden und Fahnen in möglichst reicher Fülle zur Verwendung kommen, der Charakter der Dekoration jedoch so leicht und einfach als möglich gehalten werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat bekanntlich für die Schmückung der Feftftraße und zur Deckung der anderen Kosten der Einzugsfeierlichkeiten 150,. 000 Mark bewilligt. Rußland. Wo ist RojeftwenSky ? St. Petersburg, 24. Mai. In der hiesigen Admiralität ist absolut nichts über die Bewegung der Flotte in Oftasten bekannt. Die von Hong-
kong eingelaufene Meldung, daß Rojeftwensky den Bafhee-Kanal passirt und den Stillen Ocean erreicht hat, entbehrt zwar der Bestätigung, findet aber ziemlich allgemein Glauben. Eine Seeschlacht wird in der nächsten Zeit kaum erwartet; denn es gilt nicht als wahrscheinlich, daß RojeftwenSky sich in die Nähe von Formosa wagt oder gar einen Versuch macht, die die Insel vom Festland? trennende Straße, in welcher ihn Togo vermuthlich erwartet, zu Pas siren. Seit er die Küste von Cochinchina verließ, hatte er reichlich Zeit, den Pacific zu gewinnen, und eö ist sehr wahrscheinlich, daß er unbeläftigt nach Wladiwostok gelangt. Bomben-Attentat. Baku, 24. Mai. Der Gouverneur von Baku, Fürst Nakachidza, wurde heute Nachmittag um 3 Uhr durch eine Bombe getödtet, die nach seiner Equipage geschleudert wurde. Ein Leutnant, der den Gouverneur begleitete und ein Paffant wurden ebenfalls getödtet. Der Kutscher soll tödtlich verletzt sein. St. Petersburg, 25. Mai. Obgleich keine Einzelheiten über die Ermordung des Fünften Nakochidze, deS Gouverneurs von Baku eingetroffen find, ist man hier der Ansicht, daß die Blutthat von dem armenischen Revolu-tionS-Komite angestiftet wurde, wegen der Stellung, die der Gouverneur in den Krawallen zwischen Armeniern und Tartaren im Februar einnahm. Schlacht erwartet.
St. Petersburg, 25. Mai. Nachrichten von der Front lagen erken nen, daß ein Kampf in großem Maß ftabe bevorsteht. Viele glauben, daß General Linewitsch die Offensive ergreifen will. Viele kleinere Gefechte deuten an, daß er nicht geneigt ist, eö gerade dann zum Kampfe kommen zu lasten, wenn es seinem Gegner Oyama gefallt. Beschränkungen der Pro-vinzial-Regierung. St. Petersburg, 24. Mai. Die Regierung hat formelle Schritte gethan, um die ZemftwoS, DunneS und andere Körperschaften zu verhin dern, politische Vorgänge zum Gegenstand ihrer Verhandlungen zu machen, die nicht in dieselben gehören. Dazu rechnet die Regierung speziell Aenderungen in der Regierungsform. ES können Individuen Petitionen an den Zaren richten, um Aenderungen in der Regierungsform anzustreben, aber nicht Körperschaften. S t. P e t e r S b u r g, 24. Mai. Von Harbin wird hierher gemeldet, daß die Bahn und Telegraphverbindung mit Wladiwostok funktionirt. Ziegler Expedition. Archangel, 24. Mai. ES ist die Mittheilung hierher gelangt, daß die Ziegler'sche Nardpolexpedition, die nach Spuren der Expedition des rufst schen Baron Toll suchen soll, diesen Sommer Nova Semlja anlaufen wird. Der Gouverneur der Insel ist ange wiesen worden, der Expedition jede Unterstützung zu geben. Zugeständnis an die Deutschen. St. Petersburg, 24. Mai. Um die Bewohner der Oftsee-Provinzen zu beruhigen, hat das Minifterkomite beschlossen, daß in den Mittelschulen auch Deutsch gelehrt wird. Für Aufnähme an den Universitäten sind Prüfungen im Russischen vorgeschrieben. Ernennung. St. Petersburg, 24. Mai. ES wird berichtet, daß StichinSky, der frühere Gehiife deS Ministers deS Innern v. Plehwe, Chef des Bureaus für die Bauernangelegenheiten und Ackerbau fein wird. Grokbritannien. Verbindung mit Wladiw o st o ck. London, 24. Mai. Die Great Northern Telegraph Co. hat bis jetzt noch keine Nachricht erhalten, welche den Bericht des Daily Telegraph" aus Tokio bestätigt, wonach die Japaner die Bahn nach Wladiwoftosk durchschnitten haben.
Japan. Scharmützel in der Mands ch u r e i. Tokio, 24. Mai. Eine russische Abtheilung machte einen Vorstoß gegen die Höhe von Santaokou, acht Meilen östlich von Changtu. Die Russen eröffneten ein heftiges Bombardement und später erschien eine weitere russische Batterie aus der Höhe von Chinyangpao, während gleichzeitig zwei Bataillone Infanterie die Ortschaft vom Osten her angrissen. Nach zweiftündigem heftigen Kampfe wurde der Feind jedoch mit bedeutenden Verlusten zurück getrieben. Eine andere gemischte russische Abtheilung besetzte am Samstag die Ortschaft Erhshihlipao und steckte dieselbe in Brand. Eine Kavallerie - Abtheilung des Feindes griff am Samstag Morgen Tangfhed am Liaoyang, dreizehn Meilen südwestlich von Fakumen, an. Die Russen, welche abgesessen waren, wurden nach dritihalbftündigem Kampfe umzingelt. ES gelang ihnen jedoch schließlich, durchzubrechen, und sie flohen in wilder Haft, indem sie über dreihundert Todte und Verwundete auf dem Kampfplatze ließen." China. RekognoSzirung Rennenk a m p f f ' S. Gunfhu-Paß, 24. Mai. Die Aufmerksamkeit der gegenüberstehenden Armeen ist auf's Höchste angespannt, da jeden Augenblick ein allgemeiner Angriff beginnen kann. Feldmarschall Oyama hat noch keinen entscheidenden Schritt gethan. Generalleutnant Rennenkampff nahm mit seiner Kavallerie eine kühne RekognoSzirung vor. Wahrscheinlich war eS diese Kolonne, die nach Meldungen von Tokio südlich bis Takumen vordrang. Frankreich. Louise v. Sachsen-Cburg. P a r i S, 24. Mai. Die 2 Aerzte, welche ernannt wurden um die Prinzessin Louise von Sachsen-Coburg auf ihren Geisteszustand zu untersuchen, erschienen vor Gericht. Ihre Berichte lauten günstig für die Prinzessin. Juwelendiebftahl. Pari-, 24. Mai. Diebe drangen gestern in die Gemächer deS Großfürsten Nikolaus von Rußland in einem hiesigen Hotel und stahlen Juwelen im Werthe von $2000, die dem Adjutanten Oberst Burener gehörten. Jndochina. Deutsche Mannschaft in Saft. Saigon, 24. Mal. Auf Ersuchen des hiesigen deutschen Konsuls haben die Flottenbehörden die Beman nung des deutschen Kohlendampfers an5 Menzell", der vor Nha Be vor Anker liegt, in Haft genommen und an Bord des franzöfischen Schlachtschiffes Redoubtable" gebracht. Die Bemannung meuterte und weigerte sich, die Reise fortzusetzen, da sie sich KriegSunfüllen nicht aussetzen wollte. ES sind strenge Befehle gegen Ablieferung von Kohle in sranzöftschen Gewässern erlassen worden. Oefterreich'Ungarn. Baron Burian. Wien. 24. Mai. Wie berichtet wird, ist der Finanzminifter Baron Burian von seiner Mission aus BudaPest zurückgekehrt. Er erstattete dem Kaiser-Könige Franz Joseph sofort Bericht über das Resultat der Verhandlungen, die er mit den Leitern der vereinigten Opposition gepflogen. Bekanntlich hat Graf Andrassy, als Vertreter der Opposition, die Formulirnng von Forderungen übernommen, welche als Grundlage für die Bildung eines neuen ungarischen CabinetS dienen sollen. Wieder eine Audienz. Wien, 24. Mai. Graf Julius Andrassy hatte heute eine einftündige Audienz bei Kaiser Franz Joseph, in welcher er die Bedingungen der ungarischen Opposition vorlegte, unter denen sie ein neues Ministerium unterstützen wird. Im Allgemeinen erwartet man Wenig von der Konferenz, da Nichts über ein Nachgeben in der Armeefrage von einer der beiden Seiten bekannt ist. Audienz resultatlos. Wien, 24. Mai. Man hat ersahren, daß Graf Andrassy'S Audienz beim Kaiser Franz Josef absolut ohne Ergebniß war. ES wurde Nichts erreicht, das die politische Situation in Ungarn erleichtern könnte.
Familicn-Tragödic.
5 Personen todt. SanFranciöco, 24. Mai. Wm. StephenS, der zu Roß Valley, Marni County, wohnt, trat heute Morgen aus seinem Hause und begann mit einem Revolver auf einen vorüberfahrenden Milchmann zu feuern. Der Milchmann fuhr rasch davon. StcphenS tödtete sich darauf mit zwei Schüssen. Als Nachbarn in das HauS traten, bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick dar. Die Gattin und drei Kinder waren durch Schüsse getödtet, zwei andere Kinder schwer verletzt. Die Ursache der Tragödie ist nicht bekannt; man nimmt an, daß StephenS plötzlich wahnsinnig wurde. Angeblicher Ueberfall auf eine Postkutsche. Santiago, Cal., 24. Mai. Im La Gruella Canon wurde der Postwagen angeblich von Banditen angehalten. ES scheint sich aber her auszustellen, daß ein Wächter, der der Postkutsche mitgegeben war, um $700 zu schützen, selbst den Fuhrmann hinterr! cks schoß und sich dann in die Büsche schlug. Admiral JoneS' Ueberr e st e. Washington, 24. Mai. Gouverneur Warfield von Maryland ftat tete mit ThoS. A. Whelan von Baltimore und Frank H. Platt von NewDork dem Präsidenten Roosevelt einen Besuch ab und schlug ihm vor, die Ueberreste deS Admirals Paul JoneS, die von Frankreich nach diesem Lande gebracht werden, in der Krypta der Flottenakademie von Anna poliS beizusetzen, und zwar am 19. Oktober. Der Präsident theilte den Besuchern mit, daß in der Sache noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei. Serbien. KönigPeterinNöthen. Belgrad, 24. Mai. Hier droht ein neuer KönigSmord, und eS wäre nicht zu verwundern, wenn König Peter seinen blutgetränkten Thron über Nacht im Stiche lassen und sich wieder nach der Schweiz wenden würde. Das Kabinet hat heute refignirt und die ganze Presse ist, mit Ausnahme der beiden Regierungsorgane, in'S Lager der Opposition übergegangen. Eine Zeitung giebt dem Monarchen den Rath, sich schleunigst auS dem Staube zu machen, eine andei e vergleicht ihn mit einem Landstreicher und eine dritte bezeichnet ihn als regierungsunfähigen Idioten. ES wird befürchtet, daß der auf den 11. Juni fallende Jahrestag der Ermordung des Königs Alexander und der Königin Draga eine neue Tragödie in Konak bringen wird. ase-Ball.
American-Association. KansaS City. 24. Mai. KansaS City 2 1 0 0 0 03 Indianapolis 00 1 03 0- 4 Batterien Kilroy und Butter; Reidy und Roth. St. Paul, 24. Mai. St. Paul 3 2 0 0 2 0 0 3 10 ColumbuS 2 0 1 2 0 01 3 0- 9 Batterien Session?, Single und Veager; Berger. Dorner und Ryan. Milwaukee, 24. Mai. Milwaukee ....0 0 0 1 000 1 2 LouiSville 0 0 0 0 0 0 0 0 00 Batterien Dougherty und Beville; Kenn und Schriever. MinneapoliS, 24. Mai. MinneapoliS ...0 0001020 03 Toledo 10000011 25 Batterien Jaeger und Schmidt; Camnitz und Doyle. National-Liga. Brooklyn, 24. Mai. Brooklyn 1 1 000 1 0 0 3 St. LouiS 0000000 0 1 1 Batterien Scanlon und Bergen; Egan und Warner. Boston, 24. Mai. Boston 1 00000000 1 PittSburg 1 304 03 0 00-11 Batterien Harley, Bolz und Mo ran; Leever und Peitz. Schiffsnachrichte. QueenStown: Majeftic- von New Bork. San Francisco: Mongolia" von Hong kong.
Dir größte Nrnnvahn der Welt. Züugjthin auf pv Island. R. ?)., cröff et oftenpunkt und Baute. Tie großartigste Rennbahn der Welt, Belmont Park, wurde jüngsthin unfern Long Island City auf Long Island, N. in Gegenwart von nahezu 50,000 Besuchern und mit einem glänzenden Programm seiner Bestimmung übergeben. Das beste Vollblut aus amerikanischem Gestüt stritt um den auf $15,000 festgesetzten Rennpreis. Belmont Park liegt auf dem einstigen Besttzthum der Mannice'schen Familie. Volle drei Jahre währten die Arbeiten, welche nothwendig waren, um das Landgut in die gröhte und kostspieliqste Rennbahn der Welt umzuwandeln. Rund $2,500,000 haben es sich die Besitzer, deren einer der be kannte Millionär August Belmont ist. kosten lassen, die Aecker und Obstgärten, die Waldungen und Wiesen für den Sport der Könige," wie die Rennen bezeichnet werden, herzurichten. Tie landschaftlichen Schönheiten des einstigen Herrschaftsgutes sind berschwunden. Ein flaches Landterrain, unterbrochen von Zäunen, Pfosten und Hecken, bietet sich den Blicken dar. Aber der Nahmen ist geblieben. Mächtige Ulmen und Eschen umsäumen die Bahn, und die Chausseen und Wege, welche zu den Baulichkeiten, zu der Tribüne, zum Klubhaus und zum Sattelplatz führen, sind eingehegt mit Sträuchern und Laubbäumen. Zum Klubhaus führt eine breite Straße, deren Einfahrt von vier massiven Pfeilern geschmückt wird. Die Pfeiler sind das Geschenk des Jockey-Klubs von Cbarleston, S. C., woselbst sie über ein Jahrhundert den Rennplatz geziert haben. Die Tribüne, das Klubhaus und die Stallgebäude übertreffen in Vauari und Raumverhältnissen alle anderen derartigen Baulichkeiten. Auf der Tribüne sind über 12,000 Sitze enthalten, auf dem Rasen können sich bequem an 30,000 Menschen bewegen. und im Field" ist Sitzgelegenheit für 6000 Besucher vorhanden. Die Gebäude sind aus Stein und Eisen errichtet, in hellgrüner und weißer Farbe und auch architektonisch schön. Das Areal bedeckt ungefähr 668 Acker, und die vier Bahnen sind nach amerikanischem Muster angelegt. Taubftummen-Unterricht. Jahrtausende lang hat man .für die Ausbildung der Taubstummen so gut wie nichts gethan. So haben beispielsweise die Griechen und Römer in ihren Schriften nichts hinterlassen, woraus auch nur zu vermuthen wäre, daß sie irgend welchen Versuch gemacht hatten, die Taubstummen zu brauchbaren Bürgern zu erziehen. Nur Plinius erwähnt, daß in der Zeit des Kaisers Augustus der Redner Messale einen taub Gebornen in der Malerei habe unterrichten lassen und daß der Taubstumme in dieser Kunst ganz Ausgezeichnetes geleistet habe. Dasselbe gilt von den ersten 1500 Jahren nach Christi Geburt, während welcher sich nur bei Agricola 1474 eine Spur von einem Unterrichte Taubstummer findet. Nach einer alten Chronik soll im 16. Jahrhundert in Deutschland Joachim Pascha, der Hofprediger des Kurfürsten Joachim II. von Brandenbürg, seine taubstumme Tochter mittelst Bilder unterrichtet haben. Werthvoller und sicherer sind die Nachrichten Über den Unterricht, welchen Pedro de Ponce, ein Mönch des Benediktinerklosters St. Salvador zu Sahagun im Königreiche Leon, Spanien, um das Jahr'1370 vier Taubstummen ertheilt hat, indem die gleichzeitigen Schriftsteller angeben, daß er die Taubstummen durch Schrift und Sprache so gut unterrichtet habe, daß sie gleich Hörenden ihre Gedanken auszudrücken vermochten. Hiernach dürfte Spanien als die Wiege der Taubstummenlehrkunst anzusehen sein, um so mehr, als ein gewisser Juan Pablo Vonet im Jahre 1620 in spanischer Sprache eine Schrift über den Unterricht dieser Unglücklichen erscheinen ließ, die großen Beifall fand. Zur selben Zeit befaßte sich auch Emanuel Ramirez de Carrion in Spanien mit dem Taubstummenunterricht und lehrte einigen Tauben das Sprechen. Bald darauf gerieth jedoch dieser Unterricht in Spanien in Vergessenheit, während nunmehr in Italien, England, Holland und Deutschland mit Erfolg Bildungsversuche an Taubstummen gemacht wur-den.
Eine Riesenbibel. Eine Bibel von ganz enormem Umfang ist die tibetanische Bibel. Sie besteht aus 108 Bänden, jeder von 1000 Seite-t und wieder 1083 eigene Bücher enthaltend. Jeder Band wiegt zehn Pfund. Die Bibel braucht zu ihrem Transport ein Dutzend Ochsen und die Häuser, in demn die Holzplatten aufbewahrt sind, von denen die Bibel gedruckt wird, bilden fast eine kleine Stadt. Ein mon golischer Fürst bezahlte 7000 Rinder für einen Abdruck dieser Bibel. Zum nothwendigen Verständniß dieser Bibel sind 225 Bände Kommentare nfchienen. I m Haymarlet-Theattr iri London wurde jüngst eine Neuerung eingeführt m Gestalt von Patentstühlen, welche je mit zwei Regalen versehen find, von denen etns zur Aufnähme de Cylinderhutes dient, wayrtnd daS andere für Fächer. Oper, glafer etc. bestimmt ist.
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