Indiana Tribüne, Volume 28, Number 233, Indianapolis, Marion County, 24 May 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 2T Mai 1905

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Krcrch

IX owan tw Hanns von Zobeltitz

(Fortsetzung.)

Das kam mir auch so vor," schob der Geheimrath trocken ein. Kann ich bei Euch einen Teller Suppe essen. Lora? Schön danke herzlich! Ich bespreche dann gleich mit Dir, weshalb ich hier bin, lieber Papa. Um sieben Uhr . . . vortrefflich. Dann hab' ich noch Zeit, mich ein wenig zu erkobern. Ich bin in eine? Tour durchgefahren und will morgen wieder zurück . . . Gute Nachricht von unsren Kleinen, Papa? Ja . . . das ist ja schön . . Willst Du nicht einsteigen, Willy?" Danke sehr. Ich habe noch in der

Korsostraße eine Kleinigkeit zu kaufen. Also auf Wiederseben um sieben Uhr. Ich küss' die Hand. Lora. Addio, Papa . . ." Sie fuhren bergab an der Villa Medici vorbei, unter den immergrünen Eichen, zur spanischen Treppe und die Via Sistina entlang. Beide schweigend. Ueber Lora war eine tiefe Traurigkeit bereingebrochen. Als ob sie ein Unglück nahen sah, das sie noch mehr erschreckte, weil es so ganz im Dunkein. Ungewissen lag. So glücklich, so frei hatte sie sich all diese Taae und Wochen gefühlt nun kam der Nückschlag Weinen hätte sie mögen. Endlich konnte sie das Scbweiaen nicht mehr ertragen, faßte nach ihres Mannes Hand und fragte leise: Warum mag Willy gekommen sein?" Auch er hatte in Gedanken versunken in seiner Ecke gesessen. Aber nun, da er den sorgenvollen, schweren Ausdruck in dem geliebten Antlitz sah, lachte er. In Geschäften, Lora, sagte er ja. Ob ihm irgend ein kleiner Flirt mit dieser . . . Dame den Entschluß zu der langen Reife erleichtert hat. weiß ich freilich nicht. Du mußt das mit den Geschäften aber nicht etwa tragisch nebinen. Heutzutage scheut ein energischer Kaufmann um irgend einer wichtigen Rücksprache willen eine Fahrt von sechsunddreißig Stunden nie. Ein Hamburger Freund von mir fuhr im vorigen Jabre nach New Fork, brauchte eine halbe Stunde zu einer geschäftlichen Erledigung und kam gerade noch zurecht an Bord des andern Tamrfers. der heimwärts fuhr. Es gibt ebcn Angelegenheiten, die sich nur mündlich erörtern lassen." Sie mochte nicht weiter fragen. Aber er selbst ergänzte nach kurzer Pause im ruhigen Plauderton: Es wird wohl mit den Baldin'schen Unternehmungen zusammenhängen. Ich zeigte Dir doch neulich den wüthenden Angriff der Frankfurter Zeitung auf die Prometheusgefellschaft ... es ist da wohl nicht alles, wie es sein sollte. Vielleicht spielt auch die neue Erfindung Deines Doktor Prall hinein, ds5 der Tu mir erzähltest." Nun fragte sie dock beklommen: Du fürchtest Verluste?" Er zuckte die Achseln. Das mag wohl sein. Aber auch das mußt Du nicht allzu tragisch nehmen, Lora. In einem Geschäft wie dem unsrigen geht es selten ganz ohne Verluste ab. Die Kunst ist nur, rechtzeitig abzubrechen, wenn Gefahr droht. Uebrigens ist Willy dls muß ich ihm zum Lobe nachsagen ein tüchtiger Geschäftsmann. Kurz: mach mir nicht ein Gesichtchen, wie der berühmte betrübte Lohgerber . . . dazu liegt kein Grund vor." Er sah sie an und lächelte und nickte ihr zu: Wir wollen uns die Sommertage hier nicht verkümmern lassen, Lora." Zu drit saßen sie dann im maurischen Speisesaal des Hotels an dem kleinen Wndtisch, von dem aus man die langge reckte Halle und die internationale Gesellschaft völlig übersehen konnte. Neben Lora lag der große Strauß schwerduftender Marschall -Nielrosen, den ihr Willy überreicht hatte. Sie konnte sich noch immer von der Herzensangst nicht freiringen, die sie seit der Begegnung oben auf dem Pincio überfallen hatte. Sie war sehr schweigsam, und dabei verwunderte sie sich, wie ruhia. ja heiter Vater und Sohn plauderten. War das Selbstbe-

herrschung oder war es Selbsttäu-

icyunF. oer sich Beide Hingaden? Auf ihr lag es wie mit Centnerlasten. Nur mit Mühe folgte sie dem lebhaften Gefpräch der Beiden, beantwortete sie

deren Fragen.

Aber allmälig begann sie doch auf-

zumerken. Eberhards Art war auch heute ganz die alte. Aus Willy sprach

em Zwang, ein nervöses Hasten. Er war anders als sonst. Gegen sie von ausgesuchter Ritterlichkeit, fast ein wenig übertrieben, fast als werbe er um ihr Wohlwollen. Dann und

wann begegnete sie einem scheuen Blick, her zu fraaen schien: Hast Du Einfluß auf Papa? Wie wirst Du ihn

nützen?"

Das peinigte und verletzte sie zu

aleicher Zeit.

Oder war sie heute nur besonders empfindlich? Warum schmerzte sie

ietzt auch Eberyards Frage: Nun

mein Junge . . . und immer noch die

alte Verehrung für Frau Baldm?"

Diese Frau! Was brauchte ihr Mann sie zu nennen vor ihren Ohren in dieser Verbindung! Es sollte ja nur ein Scherzwort sein gewiß! Aber es that ihr weh. Und doch mußte sie aufhorchen bei Willys Antwort. Er zuckte lachend die Achseln: Verehrung? Die war nie groß, Papa. Ein bissel Kourschneiderei meinetwegen. Aber auch das ist begraben. Ich sah Frau Paula heute seit Monaten zum ersten Male wieder und denn: sie macht ihrem Mann wohl schwere Stunden, soll Unsummen im Teufelsparadies aus Monte Carlo verspielt haben." War das echt war das unecht? Uebrigens. IkU Lora. da fällt mir ein: als ich vorgestern bei Baldin war, zu einer Besprechung, sah ich auch Teinen Lieblina, die Herta. Heißt der Blondkopf nicht Herta?" Wieder stieg ein wehes Empfinden in ihr auf. Und ein leiser Selbstvorwurf war dabei: in Deinem Glücksrausch hast Tu ja des armen Kindes kaum aedacht! Haftig fragte sie: Wie gebt'S 'der Kleinen?"

Er gab Auskunft. Aber ihr schien

e. wie "nand. der eigentlich nichts

wußte und bereute, sich nicht genauer

informirt zu haben. Worte nicht

mehr.

Es schnitt ihr in's Herz, wie sie fich

vergegenwärtigte: Der Vater todt; die Mutter am ..Trente et quarante"-Tisck,

n strahlender Toilette; ein Stief-

vater, der nur Sinn für das elende Geld hat. Sie war die einzige gewe-

en. die dem Kinde daZ entgegen-

brachte, wonach es sitö sehnte: ein

freundliches Herz, einen Brocken Liebe

Nun war auch sie fern. Armes

Kmd

Und da war es wieder Eberbard. der

in ihrer Seele zu lesen verstand. Ar-

mes fttab!" sagte er auch. ..Wenn wir

heimkehren, wollen wir versuchen, ihm

etwas zu sein. Und. Lora. schreib ein

mal an die Kleine. Ein gutes lieoes

Wort richtet solch armes Herzchen ot wunderbar auf."

Das Tcnert kam. Sie gingen hin-

über in den Kuvpelraum des Winter-;

gartens.

Der Gebeimrath und Lora gingen

voran. Uno Uilly, oer lynen tcugie. sagte sich inmitten all seiner sorgen-

vollen Gedanken: Sie schreitet doch

wieder wie eine Fürstin."

Tann fiel inm plctzlich ein: Hat

sie Deine Nosen eigentlich mitgenom

men r in mune iiniia: oa lagen me

gelben Blüthen ... Vielleicht war es Zufall, ein Vergessen. Nosen in Rom sind etwas so Alltägliches.

Al-er es lrankte ihn tief. ES konnte

auch eine Absicht sein. Und es erschien

ihm wie eine üble Vorbedeutung.

Da wandte sie sich Plötzlich um. Meine schönen Rosen! Willy, der-

gib "

Zum ersten Male sahen sie sich üo I

in' Gesicht.

Und, über alles andre hinweg, stieplötzlich ein großes Mitleid in ior

empor. Wo halte sie denn nur ihre Augen gebaüt? Wie elend er aussaü.

wie nervös: Wie sorgenvoll... In ihren beweglichen Zügen mockt:

sich das alles widerspiegeln. So lebe--dig, daß er dachte: Was ist ihr? Wa

bewegt sie?... Denkt sie daran, fte3 halb Tu hier bist? ... Oder ... oder ist sie nicht glücklich?" Er sprang schnell zurück, ihr d:e Rosen zu bringen, und als er sie ibr reichte, schoß ihr unwillkürlich daS Blut in's Gesicht. Warum?" fragte er sich wieder. Sie hatte in diesem Augenblick nur den einen Wunsch, ihm etwas Gute. Freundliches zu sagen. Als ob sie kl mit den Alp, der auf ihr lag, abwälzen könne. Aber sie kam über das kurze: Vielen Dank, Willy " nicht hinaus. Denn ibr Mann stand schon, mitten im Gästeschwarm. an der Thür und winkte. Eine knappe Viertelstunde noch beim Mandolinenllang im Wintergarten. Der Kaffee blieb unberührt vor Lora stehen. Tann erbob sich Eberhard: Wenn Du erlaubst, liebe Lora, machen Willn und ich jetzt das Geschäftliche ab drüben im Lesezimmer giot's gewiß ein ruhiges Plätzchen " Sie neigte stumm den Kopf. Nun war sie allein, mitten unter der bunten Gesellschaft. Ihr Mann hatte ihr noch ein paar

illustiirte Blätter hingelegt und die Berliner Rundschau," die er sich nachsenden ließ das Blatt von vor-

gestern.

Sie dachte nicht an Lesen. Nur das

eine immer wieder: Der arme Willy Der arme Willy!"

Hinter der Palmenqrupte zirpten

die Mandolinen. Dazwischen, von den

Nebentifchea rechts und link, halb

laute englische Unterhaltung, das Flirten von einigen Jünglingen im Frack mit ein paar koketten Amerikanerinnen. Tann und wann ein Rücken der tiefen Korbstühle, ein leises Klirren

vrn Tassen und Mokkalöffeln. Rau

schen von seidenen Röcken, das Flüstern

der Kellner . . .

Lora hatte sich weit zurückgelegt, die Augen halb geschlossen ... Der arme

Willv! Der arme Willy!"

Plötzlich richtete sie sich jäh auf und

griff nach der Berliner Zeitung. Sie

nß die oberen Blatter auseinander,

warf sie zu Boden ....

Nun hatte sie endlich, was sie

suchte . . .

. . . TieTeroute. die unsern Wlatt

betroffen, machte heute noch weitere, höchst unerfreuliche Fortschritte auf fast allen Gebieten. Die Nachrichten aus Südafrika, die jede Aussicht auf Frieden ausschließen, die großen Kosten der Chinaexpedition, die ungünstigen Depeschen von der New Dorker Serie, höchst flaue Meldungen vom rheinischen und oberschlesischen Eisenmarkt das alles drückte von Anfang an auf die Stimmung. Tabei schwirrten allerlei unkontrollirbare Gerüchte über eine unsrer angesehensten Hnpotbekenbanken durch den Verkehr. Und endlich und das ist das Schlimmste lagen aus der Provinz, aus den Kreisen des Publikums so viele, meist wohl unlimitirte Verkaufsordcrs vor. daß selbst unsre besten Papiere sprungweise Kurseinbußen erlitten. Unter den Jndustriewerthen herrschte zum Theil eine Verheerung, die in erschreckender Weise an die Tage des großen Krachs von 1873 erinnerte . . ." Es folgten eine Reihe von Zahlen und Daten und dann: Auch Prometheuslicht. in letzter Zeit ein Favorik unsrer Börse, fielen unaufhaltsam bis auf 200. trotzdem wiederholt von sehr potenter Seite der Kurs zu stützen versucht wurde. Das allgemeine Mißtrauen des Marktes bot der Kontemine Gelegenheit zu immer neuen Ei''griffen . . ." Auch dies Blatt raschelte zu Boden. Das also war es. Hätte sie es Nicht geahnt? Aber war das nicht schlimmer. als sie geahnt hatte?

Sie verstand so wenig von diesen Dingen. Ganz undeutlich erinnere sie sich nur. daß der alte Onkel ifcr einmal im Kurszettel eine Zahl gezeigt Katte. Prometheuslicht 506. Also mußte das Papier ja mehr als die Hälfte seines Werthes verloren haben! War das schon Pralls Rachewerk? Oder war es Leichtsinn der leitenden Männer? er wirklich nur eine Wirkung der allgemeinen Lage? Armer Willy! Armer Willy! Und dann, mit einem Schlage, überkam sie der Selbstvorwurf: Und Eberhard! Dein Mann! Denkst Tu

an den zuletzt? Wie wird er es tra-

aen? Trifft es ihn denn nicht wie

Willy! Und ihn ohne Schuld!"

Da hatten die Beiden mit ihr am

Tisch gesessen, als ob gar nichts ge-

schehen sei. Wie war das nur möglich. denkbar? Und jetzt hatten sie eine

Verbandluna, in der es vielleicht um

Sein oder Nichtsein ging. Und sie sollte hier ruhig ausharren, beim

Mandolinenklang. unter all diese'

gleichgiltigen Menschen, diesen Globe-

Hastig stand sie auf und ging auf

den Korridor hinaus. Sie wollte in's Lesezimmer, zu ihnen.

Aber als sie schon die Hand an die

Thürklinke gehoben hatte, sah sie durch die hohen Spiegelscheiben beide Herren

in anscheinend ganz gelassenem Ge

spräch sich gegenübersitzen.

Konnten zwei Männer, für die es

sich um Sein oder Nichtsein handelte, so ruhig sprechen? War das auch wie-

der nur Selbstbeherrschung oder Selbsttäuschung? Oder hai.e ihr die erregte Phantasie einen Streich gespielt? Das war am Ende alles gar nicht schlimm. Nur in ihrer Einbildung malte es sich so. Was wußte sie vom Geschäft, von Gewinn oder Verlusten, von der Kunst, jene zu erringen, diese zu vermeiden . . . vom Ausgleich der Kräfte . . . Meine kluge Lora! hatte der Onkel immer gesagt. War sie nicht soeben auf dem besten Wege gewesen, eine rechte Thorheit ?n begehen Sie blickte noch einmal, scharfer hin. Ja, Willy sah nervös aus, abge spannt. Aber war er nicht ohne Unterbrechung von Berlin nach Rom gcfahren! Und Eberhard! Vielleicht wa: das liebe kluge Gesicht ein wenig geröthet . . . aber er rauchte feine Cigarre und lauschte anscheinend in größter Gelassenheit . . . Thörin, die Tu bist! Sie hätten Dich ausaelackt!

Etwas beschämt ging sie weiter, den Flur entlang, zum Lift und fuhr auf

ihr Zimmer. Als sie das elektrische Licht auf

drehte, sah sie einige Briefe auf ihrem

Toilettentisch liegen.

Der erste von Maria Apelhode. In

der noch etwas unbeholfenen großen

Handschrift . . . vier Seiten, voll rut? render kindlicher Anhänglichkeit.

, . . und eins muß ich Dir nock, sagen, liebe gute Lora, aber ganz unter

uns muß es bleiben, und keinem Men schen darfst Du es facen. aucb Onke

Eberhard nicht Deine kleine dumme

Maria fängt ganz langsam an zu

glauben, daß ihr Hardi doch am Ende

noch gut werden kann. Gestern hat

)t mir zum ernen yjlait einen Kuß gegeben, und Heimchen hat

sie mich genannt und mir erzählt, daß

Tu mir den Namen gegeben hattest

Ein Geschenk also von Dir wieder.

Ach Tu gute Lora, wenn ich mich doch nur zu andern so aussprechen könnte wie zu Tir, auch ihnen sagen, wie

schön ich hier alles finde und wie dank

bar ich allen bin. Aber auch, und das

ist gewiß nicht gut von mir, daß ich

mich heim sehne, ich dummes Heimchen

So sehr sehne ich mich nach Lora vor allen, meiner Beschützerin, meiner guten Fee. die mir der liebe Gott geschenkt

hat ....

Ein Brief in Onkel Wellrieds mikroskopisch feiner Schrift dann.

Lora mußte die elektrische Lampe vom Nachttisch holen, um ihn entziffern zu

können.

Es ging ihm gut, wenn er auch seine Lora entbehrte. Eine kleine AbHandlung, wie sie Michel Angelos Decke in der Sistina anschauen sollte. Einen Gruß an Professor Steinmann, wenn Ihr ihn sebt, und ich bin sehr begierig auf sein Werk über die Kapelle...Vergeßt nicht, Euch die Sibyllen in Santa Maria della Pace wiederholt anzusehen, bei guter Beleuchtung . . . der alte Vaari sagt mit Recht, das sei doch das Schönste von allem, was Naffael geschaffen hat." Und dann . . . und dann ganz, wie er war. zuletzt Der Briefbogen zitterte in ihrer Hand. . . . was sind das denn für merkwürdige Gerüchte, die selbst bis in meine Klause dringen? Die große Prometheusgesellschaft foll sammt

allen Nebengrundungen wackeln oder, wie andre lagen, in allen Fugen krachen! Unsern Doktor solltest Du sehen, den Prall! Als ob er verwandelt wäre! Salester soll ja auch stark betheiligt sein und Willy Möller. Der große Schnitter Krach geht durch's Land, sagt Prall und lacht. Ein treffendes Bild das übrigens: Schnitter Krach. Man denkt an einen alten Todtentaiiz dabei, an Holbein. Hoffentl' ') macht die Geschichte Deinem guten Eberhard keine Sorgen und stört Euch nicht in Euren Kunstgenüssen, Ihr Beneidenswerthen . . ." Sie las noch, als die Thür ging. Ta sprang sie auf und auf ihren

Mann zu, nun wieder ganz von der alten Angst erfüllt, legte ihre beiden

Hände auf seine Schultern, schaute ihm

Mit feuchtem Blick in die Augen und bot: Sag mir alles, Eberhard!

Alles "

6r war nicht ganz so ruhig, wie er

vorher geschienen. Sie sah einen frem-

den Zug, ein paar Falten auf feiner

Stirn. Aber er sagte doch gelassen:

Liede Lora, sorge Dich nicht. Wir

haben schon Schlimmeres überstan-

den."

Und wieder flehte sie mit bebender

Stimme: Eberhard, verheimliche mir nichts. Laß mich doch Deine Sorgen theilen! Ich bin ja kein Kind, ich bin Deine Frau. Ich will mit Dir tragen ich bin stark Tu wirst es sehen ich weiß auch schon . . . aus der Zei-

tung vorhin . . . hier aus einem Briefe von Onkel Bruno "

Er schob seinen Arm um ihren

Nacken und küßte sie. Wie kannst Du

glauben, daß ich Dir etwas verheim-

llchen wurde, Lora! sagte er in zart-

lichem Vorwurf. Dazu kenne ich Dich

zu gut, weiß ich zu genau, was ich an

Dir habe ... die treueste Kameradin. Nur unnöthige Sorgen möchte ich Dir

ersparen. Und ich hoffe noch immer

bestimmt, es ist nicht so schlimm, wie

es erscheint. Auf Zeitungstratsch uno

auf vage Gerüchte, wie man sie wohl

dem auten Wellried zugetragen haben

mag, darf man nichts geben . . ."

Also schlimm ist es doch Tu

sagst es ja selbst! Wie wäre Willy

auch sonst gekommen!"

Willy! Ja... mm, der Sohn

komint eben zum Vater, wenn er Hilfe

braucht. Das ist der Welten Lauf.

Hilfe Rath oder That oder beides.

Komm, setz Dich! Wahrhaftig. Du

zitterst am ganzen Körper. Aber

Lora!" Du wirst ihm doch helfen, wenn Du kannst. Eberhard?" Es kam so angstvoll heraus, in flehender Bitte Soweit ich kann, gewiß. Aber zunächst muß er sich selbst helfen. Er hat die Karre verfahren, er muh sie herausziehen und sich selbst. Ganz frei von Verantwortung bin ich freilich nicht, ich hätte ihn energischer warnen sollen und aus deshalb will ich thun, was ich kann. Aber, alles hat seine Grenzen " Elternliebe nicht, Eberhard!"

Auch sie muß sich der besseren Ein-

sicht fügen. Lora."

Das Wort wurde ihm. so fest er es sprach, schwer. Sie sah es. und f?

sah noch schärfer als vorhin die Falten in seinem Gesicht und einen Schatten

unter den Auaen.

Ec schritt im Zimmer auf und ab, netzte sich an der Waschtoilette die Stirn mit Kölnischem Wasser. Bis

sie leise M: Komm zu mir, Eber hard. Sprich mit mir . . ."

Ta setzte er sich dicht neben sie. nahm

ihre Hand in die seine: Schlimm ge

nug ist's ja. auch nach Willys Darstellung. Wie weit die Ursachen, in der allgemeinen Konjunktur liegen, ob ein

Verschulden Valdins vorliegt, kann ich

nicht übersehen. Aber die Hauptiacde

steht doch fest. Willy hat sich trotz mei-

r.er ausdrücklichen Warnung über unsre Kräfte engagirt. Nun damit Du siehst, daß ich vollstes Vertrauen

in Tich habe, Lora: als ich vom Ge schart zurücktrat, zoa ick zwei Millio

nen heraus, um sie in sicheren Objekten anzulegen. Die eine davon gehört

Hardi sie ist in meinen Augen un antastbar. Nach meinen Abmachun

gen mit Willy konnte ich in diesem Jahr eine dritte Million zurückziehen

uno habe das vor acht Wochen ge than " Sie wollte aufspringen. Eber hard!" rief sie vorwurfsvoll. Aber er drückte sie sanft zurück

Gottlob, daß ich es that, Lora! Ich bin um viele Jahre älter als Tu

alauoit Du. ick batte eine rühme Mi

nute, wenn ich nicht Deine Zukunft über jede Eventualität hinaus sicher

gestellt wüßte!" (Fortsetzung folgt.)

Gisenbaim Fayrplan.

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