Indiana Tribüne, Volume 28, Number 233, Indianapolis, Marion County, 24 May 1905 — Page 3

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?cr Jndianck Tribüne, 2. Mai 1903.

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Völliger Bruch Im Chicagocr Streik zwischen den beiden Parteien.

Die nächst- Reise des Präsidenten Roosevelt. Tie republikanische StaatsKonvention von Ohio. Angebliches Attentat ans eine Lokomotive zu Columbus, O.

Streik. Chicago, 23. Mai. Alle Aussichten auf eine friedliche Lösung im Streik der Fuhrleute find geschwunden. Die letzte Konferenz, die eine friedliche Lösung des Konfliktes bezweckte, fand heute Abend um 6 Uhr zwischen Jo5. B. Barry, dem Geschäftsagenten der Union der Fuhrleute der ExpreßGesellschaften und den hiesigen GeschäftSführern der Expreß-Gesellschaften statt. Die Verhandlungen waren sehr kurz und bestimmt. Barry sagte, die Union verlangt, daß alle Leute wieder in ihre Stellungen eingesetzt würden, ausgenommen solche, die sich Gewaltthaten hätten zu Schulden iommen laffen. Die Leute verlangten geschlossen zurückzugehen, wenn sie überhaupt zurückgingen. Die Vertreter der Expreßgesellschaften erklärten hierauf: Uns Widerstand gegen Wiederanftellung der Leute wird in vier Jahren noch derselbe sein, wie er eS heute ist. Wir werden sie unter keinen Umständen zurücknehmen.Damit schloß die Konferenz. Nachdem die Union der Holzfuhrleute in den Streik hineingezogen ist, kann es nur kurze Zeit dauern bis auch auswärtige Union? in die Sache hin eingezogen werden. Denn sobald das vorräthige Baumaterial aufgebraucht ist, und der Versuch gemacht wird, Baumaterial mit Nichtunionleuten herherzuschaffen, werden die verschiedenen UnionS der Bauhandwerker sich weigern, dieses Maeerial zu verarbeiten. Im Distrikt der Holzhöfe hat sich der Streik rasch ausgedehnt. Manche Fuhrleute wurden entlassen, weil sie keine Ablieferungen bei geboycotteten Häusern machen wollten und andere Fuhrleute gingen darauf an den Streik. General-Adjutant Scott ist in der Stadt, und eS ist angeblich AlleS fertig um die Milizabtheilungen aufzubieten, die ihre Waffenhallen in Chicago haden. Sie werden zur Aufrechterhattung der Ordnung in den Holz-Diftrik-ten verwandt werden. Geo. Cuftor, ein Nicht-llnionfuhr-mann, erlitt durch einen Steinwurf eine lebensgefährliche Verletzung auf Milwaukee Ave. Er wurde nach dem County'Hospitale gebracht. Dei ErziehungSrath hat beschlossen, der Betheiligung von Schulkindern an Streikkrawallen energisch entgegenzutreten. Alle Schulkinder, die versuchen, andere Kinder zu veranlassen, sich an dem Boycott öffentlicher Schulen zu betheiligen, sollen verhaftet werden. Ebenso sollen alle Erwachsene, die versuchen. bei den Schulen Unruhen zu erregen, eingesteckt werden. Man erwartet, daß die Lehrer und Lehrerinnen mitwirken, um Personen zur Haft zu bringen, die bei den Schulen Unruhen hervorzurufen beabsichtigen. Chicago, 23. Mai. Sheriff Barrett kündigte heute Abend an, daß alle Verhandlungen zur Beilegung des Streikes der Fuhrleute abgebrochen feien. Ein Gesuch um Zusendung von Staats truppen fei in Händen des GouverneurS Deneen und das Gesuch werde bei dem ersten AuSbruch von Gewaltthaten zu einem dringenden gemacht werden. Sheriff Barrett sagte, er werde bis Mitternacht in seiner Office bleiben. Anklagen gegen einen Polizisten. New O r l e n 3 , 23. Mai. Die Großgeschworenen haben Anklagen gegm 2 Polizei Beamte erhoben. Sie behaupten, daß Lotterie- und andere Spiele ganz offen getrieben werden, daß ferner daS Sonntagsgesetz nicht beobachtet wird. Die Polizei laste sich bestechen und drücke diesen Uebertretungen der Gesetze gegenüber beide Augen zu. Die angeklagten Polizeibeamte find Capt. Francis Coiongue und Sergeant James Quinn. Mary A. Livermore. M e l r o s e, Mass., 23. Mai. In ihrer Wohnung hier ist die Schrift ftellerin Frau Mary A. Livermore ge

ftorben.

NächsteReisedeSPräfid e n ten. W a s h i n g t o n, 23. Mai. Die Oktoberreise deS Präsidenten Roosevelt nach dem Süden, deren Programm be reitS in allgemeinen Zügen festgestellt ist, soll dazu dienen, dem Präsidenten einen neuen ftecrnrd" zu sichern. Frühere Präsidenten haben ebenfalls lange Reisen durch die Ver. Staaten unternommen, aber keiner derselben hat während seines Amtstermins alle Staaten der Union besucht. Präsident Roosevelt hat bis jetzt allen Staaten und Territorien seinenBesuch abgestattet, mit Ausnahme von Florida, Louisiana, Alabama und ArkansaS, und die Oktoberfahrt soll ihn nun in diese vier Staaten führen, so daß Herr Roosevelt sich alsdann rühmen kann, daß bei feinen zahlreichen Reisen wenigstens kein Staat zu kurz gekommen, und die Bewohner aller Theile der Ver. Staaten das Vorrecht genoffen, den Präsidenten

in ihren speziellen Staatswesen beher bergt zu haben. DaS ist auch eine Auszeichnung. Wie die Pläue für diese Südlandfahrt jetzt liegen, wird der Präsident Washington am 1. Oktober verlassen und am 13. oder 14. des Monats zurück fein, gerade zur Zeit für den Beginn der Extrasession deS KongreffeS, welcher auf den 16. Oktober angesetzt ist. Republikanische Konvent i o n O h i o'S. ColumbuS, O., 23. Mai. Selten ift in der Geschichte Ohio's der Vorabend einer republikanischenStaatSKonvention so still gewesen, wie der heutige. Die Wiedernomination der Inhaber der fraglichen Aemter scheint gesichert, allein bezüglich des Amtes des Bice-GouverneurS bestehen Zweifel. Bis gegen Abend waren erst wenige Delegaten angekommen. Etwas Leben brachte die Ankunft Bundessenators Dick, der sofort von zahlreichen Besuchern belagert wurde. KriegSselretür Tast, der temporärer Vorsitzer werden ssll, wird erst morgen erwartet. Gouv. Herrick wird auch erst morgen erwartet. DaS Hauptereigniß deS morgigen Zage wird die Rede deS temporären BorfltzerS Taft sein. Die Konvention wird um 4 Uhr zur Ordnung gerufen werden. Explosion einer Loko motive. C o l u m b u s , O., 23. Mai. S. F. Stiffey, Superintendent der LokoMotiven der Hocking Valley Bahn ift nach einer Untersuchung zu der Ansicht gelangt, daß die Explosion einer Lokomotive bei den Schuppen in ColumbuS durch eine fremde Substanz in der Feuerung veranlaßt wurde und daß diese Substanz wahrscheinlich Nitro glycerin war. Eine Pumpe von 700 Pfd. Gewicht wurde eine viertel Meile weit geschleudert. Bankerott. G old field. Nev., 23. Mai. Die Goldfield Bank & Trust Co. hat Bankerott gemacht. Die Aktiva betragen 14,891, davon 84,800 in No ten, die Passiva 878,227. Taft nach Ohio. Washington, 23. Mai. - Sekretär Taft ift heute nach Colum buö, O., abgereift, um der republika nischen StaatSconvention von Cojo beizuwohnen. Bankbeamter verschwunden. Hot SpringS, Ark., 23. Mai. WeSley G. Parker, Teller" der ArkansaS National Bank wird seit einer Woche vermißt. Eine Untersuchung soll ein Defizit von tl0,000 er. geben haben. Zugsentgleisung. Nashville, Tenn., 23. Mai. Der nördlich gehende Schnellzug Di;ie Flyer- der Nashville, Ehattanooga und St, Louis Bahn lief 60 Meilen von hier in eine Auswaschung. ES wurde Niemand ernstlich verletzt.

Energischer Mayor

In der Stadt der Bruderliebe. Philadelphia, 23. Mai. Mayor Weaver hat den Direktor für öffentliche Arbeiten Coftello und Polizeichef Smyth aufgefordert ihre Resignation einzureichen. ES ist dies eine Einleitung zu einem Kampfe zwischen dem Mayor und den republikanischen Führern die ihn in'S Amt brachten. Philadelphia, 23. Mai. Be. der Entlassung der zwei wichtigsten Beamten hatte Mayor Weaver den Zweck, den Plan zu verhindern, nach dem die städtischen Gaswerke auf 75 Jahre an die United Gas Jmprovement Co. verpachtet werden sollen. Der Mayor hat die beiden Beamten entlassen und damit der Partei, welche ihn selbst in'S Amt bracht, einen Schlag in'S Geficht versetzt. Die Sensation ift natürlich eine riefige. Schießerei. S p r i n g f i i l d, Jll., 23. Mai. Zwischen W. W. Paul seinen Söhnen Wilford und Albert einerseits und 3 Hilssheriffs, die eine gerichtliche Zuftellung machen wollten, andererseits kam eS nahe Waverly, 20 Meilen südwestlich von hier zu einer Schießerei. W. W. Paul und Wilford Paul wurden getödtet. Hilfssheriff Breeding erhielt einen Schuß in die Schulter. Albert Paul wurde verhaftet. UnterVerdacht verhaftet. T o p e k a, Kans., 23. Mai. Zwei Landstreicher wurden von Geheimpoliften der Santa Fe Bahn unter dem Verdachte verhaftet, den Versuch gemacht zu haben, den Santa Fe Paffagierzug gestern Abend hier zum Entgleisen zu bringen. Sie sollen einen Haufen Schwelle auf daS'Geleise gelegt haben. Familienftreit in Kentucky. Mount Sterling, Ky., 23. Mai. In einem Zwiste verwundete zu HendrickS, Magoffin Co., Dora Arnett ihren Gatten Dudley Arnett tödtlich durch einen Schuß aus einem Revolver. Die Frau ift im Gefängniß. Arnett soll seine Frau geprügel haben, als der Revolver losging. Bowen-LoomiS. Washington, 23. Mai. Die Bowen-LoomiS Affaire ist in ein merkwürdiges Stadium getreten. Die regelmäßige Tages-Routine war seither: Herr Bowen bringt dem Sekretär Taft einen Bericht und dieser wird an HilfS-StaatSsekretür LoomiS zur BeaugenscheinKng verwiesen. Dann bringt Herr LoomiS eine Antwort oder Kritik. DaS giebt dann Herrn Bowen wieder eine unumgängliche Gelegenheit, weiter etwas auszugraben, und die Procednr wiederholt sich am nächsten Tage in der nämlichen Reihenfolge. Die Abreise Taft'S nach Ohio macht vorläufig dieser Routine ein Ende. Obschon nun von dem Inhalt dieser Repliken und Dupliken nichts bekannt gegeben wird, abgesehen von einigen leisen Andeutungen, die wohl hie und da von den Lippen des Sekretärs Taft fielen, scheint doch die Sache sich dahin zu entwickeln, daß Herr Bowen mit seinen Ausweisen stark in die Enge gedrängt wird. Er verlangt jetzt die Vernehmung von Zeugen, und zwar wünscht er mehrere amerikanische ZeitungS - Korrespondenten auS Caracas vorgeladen zu sehen. Rattenkönig von Proz e s s e n. Ct. Louis, 23. Mai. Die Verhandlung gegen Senator Frank H. FarriS wegen Bestechung, die heute im Kriminalgerichte beginnen sollte, wurde bis zum nächsten Gerichtstermine ver schoben, damit FarriS in dem Prozesse gegen den ehemaligen Vice-Gouverneur L zu Jefferson City wegen Meineides Zeugniß ablegen sann. Schwere Anklagen. Chicago, Jll., 23. Mai. Die Großgeschworenen erhoben heute An klagen gegen zwölf Leute in Verbin dung mit dem Tode ChaS. Carlftröm'S von der WagenmacherUnion, in Folge von Verletzungen, die ihm Streiker bei gebracht haben sollen. Brand in Neger-Univer s i t ä t. Nashville, Tenn., 23. Mai. Das 4-ftöckige Schlafgebüude der Ro ger WilliamS-Univerfität, einer Anstalt für Neger, ift abgebrannt. Der Scha den ift etwa 40,000. So viel man

weiß würd Niemand verletzt.

Eine Mutter

Ertränkt sich mit 3 Mindern. D a l l a s, Tex., 23. Mai. Von Sulphur SpringS, Tex., wird gemel det, daß Frau Tip Sanders fich in eine Bache nahe ihrem Hause mit 3 Kindern ertränkte. Das älteste Kind war ein Knabe von 6 Jahren. Die Tragödie soll das Resultat häuslicher Zmiftigkeiten gewesen sein. Als der Mann von der Arbeit nach Hause kam, fand er einen Zettel auf dem Tische mit dem Vermerke, daß er die Leichen seiner Frau und Kinder im Bache finden könne. Machen verurtheilt. Washington, 23. Mai. August W. Machen, der frühere Superintendent der Abtheilung deS PostDepartements für freie Ablieferung auf dem Lande, hat fich auf die Anklage schuldig bekannt, fich mit Geo. E. Lorenz und W. G. Crawford zum Betrüge gegen die Regierung verschworen zu haben. Er erhielt 2 Jahre ZuchthauS; 11 andere Anklagen gegen ihn wurden niedergeschlagen. Keine Sträflingsarbeit. Washington, 23. Mai. Der Präsident hat eine Ordre erlassen, durch wslche die Verwendung von Sträflingsarbeit im Regierungsdienfte verboten wird. Die Frage entstand in Verbindung mit gewissen Verbesserungen an Häfen und Flüssen in ArkansaS, bei welchen Contractorm Leute aus den Staatsgefängnissen verwenden wollten. Die Beamten deS Kriegs-Departe-mentS waren nahezu einstimmig gegen den Plan, und Judge Advocate" Davis gab feine Anficht dahin kund, daß derselbe gegen den Geist, wenn nicht gegen den Buchstaben der Arbeitergesetze der Vereinigten Staaten verstoße. Fischgeschichte. New A o r k , 23. Mai. Ein Stör, groß genug, um etwa 1000 Menschen zu sättigen, wurde gestern in der Nähe von Sandy Hook gefangen. Der glückliche Fischer war Kapitän Geo. Meyer. Als Meyer und seine Begleiter ihre Netze einholten, leistete das Riesenthier gewaltigen Widerstand. Erst nachdem eine Harpune in das Thier gejagt worden war, konnte dasselbe an Bord gezogen werden. Politik Nicaragua'S. Washington, 23. Mai. Senor Cora, der Gesandte Nicaragua'S hat das Staatsdepartement benachrichtigt, daß zwischen Nicaragua und Großbritannien 2 Verträge abgeschlossen wurden. Der erste Vertrag erkenntdie Suverenität Großbritanniens über den MoS-kito-Streifen und gewährt alsjGegenleiftung den Moskito-Jndianern wich, tige Konzessionen. Der zweite Vertrag schafft die BeNutzung des Hafens von San Juan del Norte als Freihafen ab. Explosion.' New York, 23. Mai. Ein Straßenfeger warf ein brennendes Zündholz unter das elegante Automobil Frau Howard Gould's an 33. Str. und 5. Ave. DurchzBenzin, das von der Maschine getropft war, wurde eine Explosion verursacht, die auf Blocks im Umkreise zu hören war und auch die Gäste im Waldorf-Aftoria-Hotel in Aufregung brachte. Der Schaden am Automobil betrügt 88000. Weder der Straßenfeger noch fein Besen wurden beschädigt. Schiffsnachrichten. New York: Furnessia" von GlaS gow; Kronprinz Friedrich Wil Helm" von Bremen bei Nantucket gemeldet. New York: Prinzeß Alice" nach Bremen ; Slavonia nach

Fiume; Civic" nach Liverpool. Glasgow: Astoria" von Rew York. London: MinneapoliS" von New Bork. Antwerpen: Finnland" von New York. Cherbourg: Kaiser Wilhelm- II." von New York. Neapel: Germania" nach New Yori; Prinz OSkar" von New York. Marseilles: Gallia" nach New gork. Genua: Nord Amerika" nach New York. Chriftiania: Oscar II nach New Bort. Hav: Sardinien" nach Montreal.

Vom Wandern.

Verhaltungsmaßregeln für Touristen und heilsame Wirkungen. Kleidung und Schuhwcrk Behandlung der Fühe Ernährung Wanderdauer und Tchritlregulirung Beeinfiuffung des Ct gauismuS und der Psyche. Eines der vorzüglichsten Mittel zur Begegnung btx Schädigungen, von welchen die Gesundheit besonders be! sitzender Lebensweise bedroht das Wandern. Dasselbe muß jedoch in rationeller Weise geschehen. So können z. B. ülermäßige Anstrengungen in den ersten Tagen einer Wanderung, ungeeignete Bekleidung, falsch konstruirtes Schuhzeug, vor allem aber Diätfehler in hohem Maße den Organismus schädigen und die m?t Recht erwarteten segensreichen Wirhingen des Wanderns in Frage stellen. Die Kleidung soll vor Allem recht bequem sein, damit die Glieder in der Lage sind, sich frei zu bewegen und die ihnen obliegenden Funktionen ohne nachtheilige Folgen zu erfüllen; sie soll ferner annähernd wässerdicht sein, darf aber die Ausdünstung des Körpers nicht behindern, und schließlich soll sie nicht zu schwer sein, weil dr Körper beim Wandern schon an sich überschüssige Wärme produzirt. Von großer Wichtigkeit ist ferner die Unterkleidung. Si? soll den Zweck erfüllen, den Schweiß aufzusaugen und eine vermittelnd?, schützende Luftschicht zwischen Körper und Außenkleidung einzuschalten. Von keinem Theile aber hangt das Gelingen einer Tour so sehr ab. wie von der Fußbekleidung. Als richtiger Wandersckuh gilt nur der gute Schnürschuh, dessen Material aus bestem Rindsleder oder Juchten besteht; er soll vorn eine Doppelkappe gegen Durchstoßen, breite und niedrige Absätze und Doppelsohlen besitzen, mindestens einige (Zentimeter zu lang und dabei so breit sein, daß die Zehen reichlich Spielraum haben, endlich einen guten Schluß an Ferse und Spann ausweisen. Das Handwerk?zeug" des Touristen, die Füße, müssen in tadellosem Zustand sein, wenn nicht das sogenannte Wundlaufen und schmerzhaste Blasenbildung sich einstellen sollen. Vor Antritt der Tour wird der Fuß in warmem Wasser gebadet, mit Bay-Rum oder Franzbranntwein abgerieben und mit Vaseline gründlich eingefettet. Die Zwischenräume der Zehen und sonstige Stellen werden mit Salichltattpulver bestreut, und dieser Puder wird auch in reichlicher Men 5 auf die Innenseite der Strümpfe gebracht. Bei der Ernährung des Touristen sind zwei Forderungen stets im Auge zu behalten, von denen die eine, an sich selbstverständlich, lautet, daß die Nahrung alle Bestandtheile enthalten mu, die der Körper gebraucht, um bei der gewaltig gesteigerten Muskelthätigkeit ohne Schaden arbeiten zu können; daneben soll aber auch die Nahrung leicht verdaulich sein, weil infolge der veränderten Lebensweise, der frischen Luft, des gesteigerten Stoffwechsels und der körperlichen Anstrengung oft eine Verminderung der Verdauensthätigkeit an sich eintritt. Das Hauptgetränk des Touristen soll Wasser sein. doch ist ein mäßiger Genuß alkoho"!scher Getränke, wie Weiß- oder Rothwein, nicht ausgeschlossen. Beim Wandern breche man am Morgen um fünf Uhr auf, marschire bis gegen elf Uhr und mache dann eine ausgiebige Mittagspause; in der Sonnenhitze des Mittags soll nicht gewandert werden. Nach der Pause marschirt man noch bis gegen sieben Uhr, um welche Zeit man im Quartier eintreffen sollte, und qeht gegen neun Uhr zu Bett. Während des Marsches ist der Schritt nach der Herzthätigkeit zu regeln; Herzklopfen und Athemnstb deuten unzweifelhaft auf zu schnellen Schritt hin, jedes, auch das leiseste Herzklopfen, ist eine Mahnung, langsamer zu gehen, die unbedingt befolgt werden muß. Beim Bergsteigen ist das Reden höchst überflüssig, das Rauchen aber ganz zu unterlassen, weil es Herz und Athmungsthätigkeit beeinträchtigt. Eine Rast nach je zwei Stunden ist zu empfehlen. Die intensive körperliche Anstrengung und dadurch Schulung des Körpers, die glückliche Beeinflussung des ganzen Organismus durch seine Einwirkung auf Herz, Lunge und Niere und die Beeinflussung der Psyche durch die Freude an der schönen Natur; alles das wirkt zusammen, um geradt beim Wandern jene köstliche Stimmung zu erzeugen, die jeder Wanderer kennt, und die jenen Zauber erzeuc'. der ihn immer wieder mit unwidersteylichem Reize hinauszieht in die weite

frei Natur. I a y n t zum ö r i t tT"n Male. Unweit Retreat, Wis., lebt der Farmer Henry Etzler, welcher das Alter von 107 Jahren erreicht hat und der jetzt zum dritten Male zahnt. El ist von deutscher oder holländischer Abkunft, schläft in einem Stall und sein einziges Bettzeug ist eine wollene Decke, in welcher er sich einhüllt. Er lebt von Brot, Kartoffeln und Thee und bedient sich, wenn er seine Mahlzeiten ein nimmt, weder einer Gabel noch eines Messers. Er ist seit 50 Fahren in Wisconsin als Farmer ansässig. In seinen jüngeren Jahren hat er ein abenteuerliches Leben geführt. Er war einer der Begleiter des Oberften Iremont, des Pfadfinders," auf dessen erster Expedition nach Kalifornien, die vor nahezu 60 Jahren unternommen wurde.

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