Indiana Tribüne, Volume 28, Number 232, Indianapolis, Marion County, 23 May 1905 — Page 6

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Jndiana Tribüne, 23. Wtai 1905

Der Wanderer.

Vo.i Otto Döpkemeyer. Da liegt er nun, mein Heimathsort. der traute. Wo wolkenlos mir einst der Himmel blaikte. Aus Busch und Baum die Dächer freundlich blinken Und mir WillkommenSarutz herüber winlen. i Ich steig hinab, voll Schauern, seltsamsützcn: Aus jeder Ttell' Erinnerungen sprießen. Der eignen Kindheit Spiele mich umklingen, Wie dort die Kleinen ihre Rcigen singen. Aus manchem Hause Augen freudig blicken. Und manches Haupt seh' ich vertraulich nicken. Wie ist mir jah der srohe Sinn genommen? Fast unbewußt bin ich zum Friedhof kommen. Und traurig schaut mich an ein Grabesstein. Sanft mahnend: Ach, und jevt erst denkst du mein? Orientalische Teppiche. Eine Modeplauderei von A. v. Becsudvar. Unter beji Gegenständen, die der Geschmack der Gegenwart mit Vorliebe zur Innendekoration der Wohnungen verwendet, nimmt der Teppich eine bevorzugte Stellung ein. Man ist sich heute bewußt geworden, wie unlogisch und geschmackswidrig es ist, die Zimmer mit schlechten Imitationen von Kunstfachen volizupropfen, die, wenn sie echt waren, im schreienden Gegensatz zu der Vermögenslage ihres Eigenthümers stehen würden. Mit Recht kommt deshalb wieder das Bestreben zur Geltung, unseren Wohnräumen den Charakter der stimmungsvollen Behaglichkeit zu verleihen, der dort, wo gleißender Talmiprunk herrscht, nicht aufkommen kann. Als werthvollftes Mittel zur Erreichung dieses Zweckes dient aber der formenschöne Teppich in der Gestalt, wie sie uns in idealer Vollendung von den Orientalen vorgezeichnet worden ist, denen ti der angemessene Ausdruck für ihre Neigung ?,ur ruhigen Beschaulichkeit ist. Handel und Industrie folgen auch hier wie immer den Bedürfnissen des Tages und man kann kaum eine größere Zeitung zur Hand nehmen, ohne in ihr verschiedene Angebote von echten türkischen, versischen oder indischen Teppichen, oder solchen, die nach echten Vorbildern gearbeitet wurden und zu mäßigen Preisen käuflich sind, zu lesen. Der Umstand, daß hierbei viel minderwerthige Waare angeboten und auch ge'.uft wird, rechtfertigt es vielleicht, einen Augenblick bei der Geschichte des Teppichs zu verweilen, der das Produkt einer mehrtausendjährigen Kunstpflege ist. Wie der Teppich auch heute noch nicht ausschließlich als Belag des Fußbodens, sondern auch als Wanddekoration verwendet wird, wobei er allerdings immer den Argwohn erweckt, als oo etwas Unschönes maskirt werden solle, so diente er auch im Alterthum bei den Babyloniern und Persern vielfach in der Gestalt beweglicher Wände zur Abtheilung großer Räume in kleinere und als Vorhang. Von diesen Teppichen, die auch als Ausschmückung der Lagerstatt verwendet wurden, ist nichts auf uns gekommen. ObWohl sie aus der heidnischen Zeit in die christlichen Kirchen der Mittelmeerländer übernommen wurden, wissen wir nicht einmal mit Sicherheit, ob sie durch Bemalung oder durch Stick-Ar-beit gefertigt wurden. Der Stoff, aus dem man rinen Teppich herstellt, ist eben nicht geeignet, dem Zahn der Zeit durch Jahrtausende Trotz zu bieten, und daher kommt es, daß von den sogenannten antiken" Teppichen, die zu den auserlesensten Schätzen der öffentlichen Sammlungen gehören, auch nicht einer ein höheres Alter als etwa 800 Jahre besitzt, und wenn einem Kunstfreunde heute ein Teppich aus der Zeit der Mongulsultane oder Abdas' des Großen angeboten wird, so kann er hundert gegen eins darauf wetten, bestenfalls ein Exemplar vor sich zu haben, das vor 200 Jahren, also kur vor jener Zeit entstand, als die persische Teppichfabrikation einer fast bis zur Gegenwart reichenden Verflachung anheimfiel. In den meisten Fällen wird es jedoch viel jüngeren Datums fein, weir die Ornamente, wenn sie besonders gelungen waren, von dem Kunstgewerbe mit großer Zähigkeit durch viele Jahrhunderte beibehalten wurden und keinen sicheren Rückschluß auf das Alter des Teppichs gestatten. Mit den Glanzleistungen der TepPichweberei ist das Abendland erst im Zeitalter der Kreuzzüge bekannt geworden. Die regeren Beziehungen zum Orient brachten diese Produkte des Gewerbfleißes nach den Städterepubliken Italiens, vor allem nach Venedig. In den Palazzi der Nobili bedeckten herrliche Teppiche die Diwans, die Sessel und den Erdboden. Das auserlesenste dieser Art aber konnte man an dem Tage, wo die symbolische Vermählung oes neuerwählten Dogen mit dem Meere gefeiert wur'de, in dem das Staatsoberhaupt tragenden Schiff und den begleitenden Gondeln erblicken, die auf die leuchtenden Fluthen d fl.dria hinausglitten. An diesen

Erzeugnissen einer wunderbar auSgereiften Kunst, von denen, wie schon erwähnt, eine kleine Zahl bis auf uns gekommen ist, besticht das Auge am meisten die ungeheure Sicherheit der Linienführung, die trotz dem größten Reichthum zeichnerischer Einzelheiten und der verschiedenartigsten Farvrneffekte doch niemals den Eindruck sinnverwirrender Unruhe hervorruft. Während nun ziemlich unabhängig von diesen orientalischen Vorbildern auch in den Niederlanden, besonders um Arras ln Flandern, die erste wirklich europäische Teppichindustrie aufblühte, die ihre schönsten Produkte an den französischen und burgundischen Hof sowie an den Vatikan absetzte und ihre Motive der Bibel und Heiligenlegende, nicht selten aber auch dem Volksepos und der Sage entnahm, erklomm die persische Teppichfabrikation unter dem Schutze und der Förderung der Monarchen die höchste Stufe der Vollendung. Von Jsmael ben Safi, dem Begründer der Safidendynastie, an, am meisten aber unter der Herrschaft Abbas' des Großen, war die Teppichknüpferei dasjenige Kunstgewerbe, das von oben herab mit allen Mitteln begünstigt wurde. Europäische Arbeiten haben sich die minutiöse Feinheit dieser Teppiche niemals zu eigen gemacht, was schließlich kein Wunder ist. wenn man hört, daß die Teppichknüpfer jener Zeit schon als sechsjährige Knaben ihre Ausbildung begannen und daß ein Jspahanteppich edelster Art aus dem Anfang des siebzehnten Jahrhunderts auf einem Quadratmeter Fläche 8900,000, zuweilen sogar über eine Million Knoten enthält. Die ungeheure Anstrengung der Augen bedingt es, daß ein mit solchen feinen Arbeiten beschäftigter Mann kaum viel länger als drei Stunden pro Tag thätig sein kann, und man hat ausgerechnet, daß er, wenn er allein an einem Stück beschäftigt wäre, sieben Jahre brauchen würde, um einen Quadratmeter zu vollenden. Selbstverständlich arbeiten ein halbes Dutzend oder mehr Menschen gleichzeitig an einem solchen Prachtstück, dessen Preis über den vernünftig bemessenen Gebrauchswerth um das Hundertfache hinausgeht. Die Feinheit der Kette und der Knüpffäden, die man meist nur mit einem Vergrößerungsglas erkennen kann, gestattet, den Teppich so außerordentlich kurz zu scheeren, wie es bei einem europäischen Fabrikat niemals möglich ist, ohne daß Kette und Schuß zum Vorschein kommen. Gerade dadurch aber wird der orientalische Teppich zu j-nem wunderbar zarten Gebilde, das sich als Belag des Fußbodens eigentlich nur für die Bewohner des Morgenlandes eignet, die sich beim Betreten der Wohnung des Schuhwerks zu entledigen pflegen, während er unter den Stiefelabsätzen des Europäers und unter der unverständigen Behandlung durch unsere Dienstboten meist in kurzer Zeit den besten Theil seiner Schönheit verliert. Der außerordentlichen Sionung, die er in den Behausungen des Orients erfährt, kommt außerdem noch der Umstand zugute, daß das Mobiliar dort nach unseren Begriffen fast gleich Null ist, so daß derTeppich frei in der Mitte des Zimmers liegt, an dessen Wänden sich die Diwans entlang ziehen. Im Handel werden in der Regel zwei Arten von orientalischen Teppichen unterschieden, nämlich der persische, dessen kostbarsten Exemplare aus Jspahan und Farahan kommen, und der fälschlich als türkischer Teppich bezeichnete kleinasiatische. Während der erstere auf der Breite von einem Meter mindestens 500 Flormaschen aufweist, enthält der letztere auf derselben Breite deren selten mehr als 150 bis 200. Die Festigkeit und Feinheit der Knüpfung eines Perserteppichs ist deshalb auch derjenigen eines kleinasiatischen weit überlegen. Die letzteren können auch nicht so kurz geschoren werden und sehen, wie man an jedem söge nannten Smyrnateppich beobachten kann, sehr viel dicker aus. Sie geben also auch keinen rechten Begriff davon, was menschliche Kunstfertigkeit auf diesem Gebiete vermag. Ihre weniger dichte und feine Knüpfung ist auch der Grund, weshalb die Produkte der in den letzten Jahrzehnten in Europa gegründeten Tepichknüpfschulen ihnen nur wenig nachstehen. Dem Verfall der persischen Teppichknüpferei, die mit dem Tode Abbas' des Großen beginnt, ist übrigens in der jüngsten Vergangenheit eine neue Blüthe gefolgt, die seltsamerweise nicht aus den kunstgewerblichen Bestrebungen des Orients geboren wurde, sondern auf europäischen Einfluß zurückzuführen ist. Der Inhaber einer abendländischen Firma deutschen Namens, der an Ort und Stelle die TepPichfabrikation des Orients von wissenschaftlichen Gesichtspunkten aus studirte, und auch mit Hilfe der Chemie die pflanzlichen, lichtbeständigen Färbsroffe neu entdeckte, die vor dem Auftauchen der vergänglichen Anilinfarben im Gebrauch waren, hat unter Heranziehung von Arbeitern, in denen noch etwas von der alten Kunstfertigkeit lebte, die Industrie zu neuem Leben erweckt. Welche unerhörten Preise überigens heute in der Zeit der Sammelwuth für echte antike Stücke bezahrt werden, beweist die Geschichte eines im Besitze der Baronin Adolfine Rothschild befindlichen Teppichs, den ein Antiquar von einem den Werth des Gegenstandes nicht rennenden italienischen Marchefe

Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts um daö Spottgeld von 150 Frank erhandelte. Seine jetzige Besitzerin bezahlte 30,000 Frank für den Teppich, für den neuerdings von amerikanischer Seite 250,000 Frank geboten worden sind. Wegen der theuren Herstellungskosten stehen selbstverftändlich auserlesene Exemplare neuesten Datums auch sehr hoch im Preise. Zu den kostbarsten Erzeugnissen gehören die Teppiche, die alljährlich im Auftrage deZ türkischen Sultans und seitens der ägyptischen Mekkapilger nach der heiligen Stadt der Moham medaner gebracht werden, um die Kaaba damit zu bekleiden. Die Ueberführung des letzteren Teppichs von der Fabriksstätte Saronfiche nach der Saidna - Hussein - Moschee in Kairo gestaltet sich für die islamitisech Beoölkerung der Stadt zu einem großen Feiertage. Dem europäischen Geschmack will es freilich wenig behagen, daß man dieser an sich schon überaus kostbaren Arbeit noch besonderen Werth durch Einwirken von Gold und Dekorirung mit Edelsteinen zu geben sucht. Auch indische und kaukasische Teppiche können sich neben den persischen wohl sehen lassen. Das Heimathsland der Teppichknüpferei ist aber mit großer Wahrscheinlichkeit in keinem der genannten Länder, sondern in China zu suchen, das als das Land urältester Kultur zuerst die Teppichknllpferei zur Blüthe gebracht zu haben scheint. Die häufige Wiederkehr chinesischer Motive, die drei Kugeln als Symbol des Buddhismus, der in Blitzen und Wolken schwebende heilige Schwamm, das Zeichen der Unsterblichkeit, der Kranich und das Hirschkalb als Symbole langen Lebens deuten darauf hin, daß diese und andere Ornamente nicht in eine etwa schon bestehende Teppichfabrikation Irans übernommen wurden, sondern gleich zeitig mit diesem Industriezweig zur Einführung gelangten.

Ein Gemüthsmensch. Der bekannte engische Thiermaler Landseer erhielt eine's Tages von dem Lord Wello den Auftrag, einen feiner Hunde zu malen; doch der Künstler hatte gerade so viel zu thun, daß er um einige Monate Aufschub bat. Nach längerer Zeit traf er den Lord auf der Straße und theilte ihm mit, er hätte jetzt Zeit. Ach, lieber Freund", erklärte Lord Wello, Sie kommen leider zu spät, der Hund ist mir verloren gegangen!" Man hat ihn Ihnen jedenfalls gestohlen. Wollen Sie mir gestatten, ihn zu malen, wenn ich ihn wiederfinde?" fragte Landset. Gern", versetzte der Lord. Landseer ging sofort nach Hause, ließ einen ihm bekannten Hundefänger kommen, beschrieb ihm Den Hund und ertheilte ihm den Auftrag, das Thier so schnell wie möglich ausfindig zu machen. Der Hundefänger kraute sich den Kopf und erklärte dann nach längerem Besinnen: Einen solchen Hund, wie Sie ihn beschrieben, habe ich allerdings vor eiNiger Zeit gesehen. Ich hoffe, ich kann Ihnen das Thier in vierzehn Tagen zurückbringen!" In 14 Tagen?" rief Landseer. Unsinn! In 48 Stunden muß ich den Hund haben!" Nein, Herr", entgegnete der Mann, bis dahin geht es nicht." Nun, sehen Sie zu, was sich machen läßt, und schaffen Sie ihn so schnell wie möglich herbei", erklärte Landseer schließlich. Vierzehn Tage waren verstrichen, da erschien der Hundefänger wieder, den Hund im Arm haltend. Na, da haben Sie ihn ja!" rief Landseer erfreut. Warum haben Sie ihn denn nicht früher gebracht?" Herr Landseer, Sie sind ein guter Herr", versetzte der Hundesänger, ich will Ihnen alles erzählen. Ich habe den Hund gestohlen und ihn einer alten Dame in Portland Place für eine fo hohe Summe verkauft,daß ich ihr dasVergnügen seines Besitzes doch wenigstens vierzehn Tage gönnen mußte, ehe ich ihn wieder ausführte!" mm Alljährlich zu Ostern trifft im Vatikan ein Kistchen ein, das einen seltsamen Inhalt hat: ein Osterei eigenartigen Bestandes. Die Schale des etwa 6 Zoll langen Eies besteht aus vier Stücken allerbesten Elfenbeines und ist mit blauer Seide ausgelegt. Das Eigelb wird durch ein Kästchen von reinem Golde dargestellt, das stets einen herrlichen, von Diamanten eingefaßten Rubin enthält. D Werth dieses seltsamen Ostereies wird auf 512,500 geschätzt. Der Spender diefes herrlichen Ostereies ist nicht besannt, und in jedem Jahre ist die Sendung an einem anderen Orte aufgegeben worden, im Jahre 1896 in Berlin, 1899 in Leipzig, 1901 in Düsseldorf, 1902 in Bukarest, 1903 in Wien, und im vorigen Jahre soll Mailand der Aufgabeort gewesen sein. Es wird vermuihet, daß ein regierender Fürst Absender des Eies ist, und daß es ihm seine Stellung nicht gestattet, sich öffentlich als Spender des Eies und Verehrer des Papstes zu nennen. Das Geschenk gilt dem Papste persönlich, nicht der Schatzkammer des Vatikans. Ein liebenswürdiger Schwiegersohn. Schwiegermutter: Im nächsten Jahr will ich mir ein Telephon anlegen lassen. Schwiegersohn: Ach, wie hübsch; da brauchen Sie ja auch gar nicht so oft zu uns zu kommen!

Luropäische Nachrichten.

Provinz ScHkelien. B r e s l a u. Der Commandant von Glatz, Generalmajor von Sommerfeld, ist hier an den Folgen einer Operation gestorben. V r z e z i n k a. Auf der brennenden Kohlenhalde der Neu-Przemsagrube Hierselbst wurde der Gelegenheitsarbeiter Tieschmski aus Dzietzkowitz verbrannt aufgefunden. Deutsch - Damm o. Das dreijährige Kind des Häuslers Robert Scholz von hier, welches mit anderen Kindern sich dadurch belustigte, daß es ein kleines Stööchen an die Radspeichen vorüberfahrenderHolzfuhren hielt, wurde von dem Hinterrade eines Wagens erfaßt und überfahren. Der Tod trat auf der Srelle ein. Friedersdorf. Der hiesige Hausbesitzer und Weber Wilhelm Elgner feierte mit seiner Ehefrau das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Klein-Perschnitz. Der seit dem 17. Januar vermißte Schuhmacher Ernst Klose ist auf Groß-Persch-nitzer Terrain in einem dem Gutsbesitzer Zgonine gehörigen Wäldchen als Leiche aufgefunden worden. Neben der Leiche lag ein altes doppelläufiges Gewehr. Laurahütte. Schwer verunglückt ist in Richterschacht der Füller Peter Olschiok von hier. Durch herabstürzende Kohlenmassen wurden ihm beide Beine gebrochen und die Schädeldecke eingedrückt. M a r k o w i tz. Kürzlich fand hier ein Tanzvergnügen statt, an dem sich auch die fünfzigjährige Häuslerfrau Albine Joretzki betheiligte. Während eines Tanzes, an dem sie nicht theilnahm, fiel die Frau im Saale in Ohnmacht. Sie wurde in die frische Luft gebracht, verschied aber unter den Händen der um sie beschäftigten Personen. N e i s s e. Das Jubiläum der 50jährigen Bühnenthätigkeit beging diefer Tage die Schauspielerin Frau Wilhelmine Damberger vom hiesigen Stadttheater. Siemianowitz. Schwer verunglückt ist in der Laurahütte unter den Hochöfen der Arbeiter Kroll von hier. Um seinen Dienst auszuführen, begab sich Kroll in eine acht Meter tiefe Senkgrübe und nichts ahnend, daß Kroll daselbst sich befand, schüttete ein Mitarbeite? Eisenerze in die Grube hinunter, welche Kroll derart am Kopfe trafen, daß er in bewußtlosem Zustande und mit schwer verletztem Kopfe an's Licht und hierauf in's Hüttenlazareth geschafft wurde. W o h l a u. Den Erstickungstod fand der 7 Jahre alte Sohn des Schuhmachermeisters Girock von hier dadurch, daß derselbe ein Markstück verschluckte, welches trotz sofortiger ärztlicher Hilfe nicht entfernt werden konnte. Nach kurzer Zeit starb derselbe unter unsäglichen Schmerzen. Provinz 'Aofen. Posen. Nachdem der Vater des seit dem 3. Dezember v. I. verschwundenen Justizanwärters Wilhelm Medenwald auf dessen Wiederauffindung eine Belohnung von 100 Mark zugesichert hat, ist nunmehr von dem Regierungspräsidenten hier für die Ermittelung des Medenwald, falls feinem Verschwinden ein Verbrechen zugrunde liegt, eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt worden. Bromberg. Erschossen hat sich hier der Leutnant Rath vom 14. Infanterie - Regiment. Er war der jüngste Offizier des Regiments. Gnesen. Der Bahnwärter Lieske wurde vom Expretzzug überfahren und vollständig zermalmt. I a r o t s ch i n. Der Aufseher Massek, der auf dem Heimwege von Witaschütz nach hier im Tumidajer Walde von zwei Strolchen, dem Anscheine nach russischen Deserteuren, überfallen und beraubt worden ist, ist den Verletzungen im hiesigen Krankenhause erlegen. Die Wegelagerer, welche den Aufseher zu Boden warfen, mißhandelten und ihm die Kleidertaschen durchsuchten, hatte ihm sechs tiefe, lebensgefährliche Messerstiche beigebracht. L a b i s ch i n. Verunglückt ist auf dem Holzplatze der Karlsmühle" der 12jährige Käthnersohn Oskar Neumann. Er war mit dem Abschälen der Rinde von den Kieferstämmen beschäftigt, als einige Stämme ins Rollen geriethen und dem Knaben den Brustkasten eindrückten. Nach kurzer Zeit starb der Bedauernswerthe. S a n t o m i s ch e l. Kürzlich brach in dem Roszionnyschen Hause Feuer aus und dehnte sich in kurzer Zeit auf die Czarnetzki- und Schrimmerschen Gebäude aus. Bevor es den aus den aus den Nachbarorten herbeigeeilten Spritzenmannschaften gelang, das Feuer einzudämmen, war schon alles vernichtet. W r o n k e. Eisenbahn - Weichensteller Hermann Joachim von hier erhielt die Rettungsmedaille am Bande. ZiellN. üwahreno der ei perpause setzte das 6jährige Töchterchen des Gutsbesitzers Munke in Villa Fromenta Hierselbst das Göpeliverk in Beweaunq. wurde von der Maschine erfaßt und sofort getödtet. Die hinzueiI , ! i senden Eltern tonnten nur ote eicue des Töchterchens hervorziehen. 'Arovinz Sachsen. Magdeburg. Der Verwalter der hiesigen Desinfektionsanstalt in der Marstallstraße, Karl ttleinau.

blickte auf eine 25jährige Thätigkeit im städtischen Dienst zurück. Früher in der altstädtischen Krankenanstalt thätig, verwaltet er die Desinfektionsanstatt seit ihrem Bestehen. A l s l e b e n. Letztens wurde der 9jährige Albert Kurstedt hinter dem Aaitbof um ..Kronvrinzen" von einem Ackerwagen überfahren. Die Verletzungen, die der Knabe erlitten hatte, waren so schwer, daß er nach kurzer Zeit starb. D ö l a u. Die Haushälterin Anna Gleditsch nahm, um sich zu tödten, fünf Morphiumpuloer auf einmal. Sie war alsbald todt. E i s l e b e n. Professor Vollheim, Oberlehrer am Gymnasium hier, ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Seit längerer Zeit an Influenza erkrankt, trat Lungenentzündung hinzu, der er erlüg. Hervorragend ist der Verstorbene auf turnerischem Gebiet thätig gewesen. Er war langjähriges Vorstands - Mitglied und seit mehreren Jahren Vorsitzender des hiesigen Männer Turnvereins, ferner Vorsitzender der Gau - Unfallkasse und Vorstands - Mitglied des TurnlehrerVereins der Provinz Sachsen. G e n t h i n. In der benachbarten Zabakucker Rittergutsforst wurde vor einiger Zeit der aus Brandenburg stammende verheirathete Former Ernst Schnell, der nervenleidend war, todt aufgefunden. Seit dem 18. Januar wurde er vermißt und ist längere Zeit in unserer Gegend umhergeirrt. Nach Bekundung des Kreisarztes Dr.Dippe ist Schnell eines natürlichen Todes gestorben, wahrscheinlich infolge eines unglücklichen Falles auf den Hinterköpf. Halle. Einen schweren Unfall erlitt beim Experimentiren am Schmelzofen im hiesigen Unioersitätslaboratorium der Vorsteher desselben, Professor Dr. Volhard. Er verbrannte sich kurz vor Schluß seiner Vorlesung beide Hände sehr schwer. L ö h st e n. Die diamantene Hochzeit begingen dieser Tage das Auszügler Schneider'sche Ehepaar von hier in seltener Rüstigkeit. S a l z w e d e l. Ein Radfahrer, der hier kürzlich todt aufgefunden wurde, ist der 30 Jahre alte Arbeiter August Polzin von hier. Er war auf der Fahrt nach der Ziegelei Hoyersbürg von Krämpfen befallen worden und in den Chausseegraben gestürzt. V ö l p k e. Auf der hiesigen Brikettfabrik Fürst Bismarck" gerieth der 17jährige Sohn des Betriebsaufsehers Bannach in das Walzwerk und wurde von öt Walzen bis zur Unkenntlichseit zerstückelt, so daß er sofort todt war. Provinz Kannover. Hannover. Bei der Arbeit vom Tode ereilt wurde die Wäscherin F. Wackerhagen aus der Straße Große Barlinge. Sie war im Hause Sallstraße 3 ihrem Berufe nachgegangen und im Begriffe, Kohlen aus dem Keller zu holen, als sie vom Schlage getroffen wurde. Man schaffte die Wackerhagen ins Krankenhaus, doch starb sie auf dem Wege dorthin. A tz e n h a u s e n. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit beging das Ehepaar Christian Jmcke und Frau Juliane, geb. Weitemeier Hierselbst. Beide sind unserer Gegend entsprossen und haben fast ihr ganzes Leben in heimathlichen Gebieten zugebracht. Burg. Auf dem Geleise vor dem Fenster des Gepäckabfertigungsraumes fand man die arg verstümmelte Leiche des auf der hiesigen Station beschäftigten Stationsarbeiters Reidemeier aus Ritterhude. Er war überfahren worden. Die Räder waren ihm über den Unterkörper gegangen und hatten beide Beine abgefahren. Der Unglücksfall ist um fo bedauerlicher, als Neidemeier eine Wittwe und drei Kinder hinterläßt. E b st o r f. Letztens entstand hier

Großfeuer. Das Gewese des Hufners Peters ist vom Feuer völlig zerstört worden. Groß-Lengden. Der Maurer Stemme, der von der Arbeit aus einem Steinbruch bei Bremke heimkehrte, schlug einen Richiweg durch's Holz ein, ging aber in der Dunkelheit irre und stürzte eine hohe Felswand hinunter. Bald darauf wurde die Leiche gefunden. Nach Ansicht der Aerzte ist der Tod sofort eingetreten. Ihren. Das Dienstmädchen Körte aus Flachsmeer, bedienstet bei dem hiesigen Mühlenbesitzer Schmidt, wurde von einem Mühlenflügel getroffe, als sie demMühlenknechte Kaffee bringen wollte. Die Getroffene war sofort todt. Leer. Jetzt erst ist die Leiche des Technikers Geerdes von hier aufgefunden. Genannter ward seit Anfang November v. I. vermißt, als er bei Weener die Hafenarbeiten leitete. Leerorter Fischer fanden die Leiche in der Ems treibend. Norden. Der Hilfsweichensteller Hinrichs von hier hatte in Emden das Unglück, zwischen die Pufftr zweier Eisenbahnwagen zu gerathen, fo daß er schwere Verletzungen erlitt. Er I wurde ins Krankenhaus geschafft. Steuerwald. Beim Suchen von Hühnereiern fiel die auf hiesiger Domäne bedienstete Magd Sophie Ohms durch den über dem Kuhstall belegenen Boden und direkt auf die Kuhkrippe, wodurch ihr das Rückgrat gebrochen wurde, infolge dessen der Tod eintrat. Die Knechte sollen die verschlossen gewesene Luke geöffnet haben.

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