Indiana Tribüne, Volume 28, Number 231, Indianapolis, Marion County, 22 May 1905 — Page 4
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Zndiana Tribüne. HerauZgegrbtn von der utrobctfl Indianapolis, Ind.
Hrtz O. Iqnöiura - Präsident. Geschaftslocal: o, 31 Süd Delaware Straße. TELBPH0NE 269 brtered at the Pott Office ol Indianapolii at tecond rlais matter. Unser Handel mit Teutsch land. Das ftatiftifche Bureau des HandelsDepartements in Washington hat eine sehr nützliche und interessante Zusammenftellung ausgearbeitet, die zumal zu gegenwärtiger Zeit von bedeutend erhöhtem Jnterege ist: eine ausführliche Lifte über unsere Ausfuhr nach Deutschland und über die Einfuhr von dort. Zur Zeit, da unsere StandpatterS im Bundessenat und ein Theil der gelben Presse in unverständigster Weise von einem Zollkrieg mit dem befreundeten Deutschland faseln, weil dieses seinen Tarif regulirt und mit unS einen neuen Handelsvertrag abschließen möchte, gibt diesd Lifte einen interessanten Einblick, waS ein solcher Zollkrieg auch für unS bedeuten und was dabei auf dem Spiel stehen würde. Sowohl Einfuhr wie Ausfuhr weisen seit 40 Jahren eine von einigen abnormalen Jahren abgesehen stetige Zunahme auf. Unsere Ausfuhr nach Deutschland hat sich seit 40 Iahren mehr als verzehnfacht, feit 1894 mehr als verdoppelt. Die Einfuhr aus Deutschland war 1904 zwölfmal so groß als im Jahre 1865 und ift seit 1894 etwa um 60 Prozent gestiegen. Wir verkauften an Deutschland 1865 für 520,000,000 Waaren, 1894 für $92,000,000 und voriges Jahr für beinahe $215,000,. 000. Andererseits bezahlten wir Deutschland für die Waaren, die eö unS lieferte, 1865 9z Millionen, 1894 mehr als 69 Millionen und 1904 109 Millionen Dollars. Deutschland verkauft unS 'fast ausschließlich Erzeugnisse der Industrie, wir ihm fast nur Rohprodukte. Unsere Baumwolle allein bezahlte im letzten Jahre fast den ganzen deutschen ImPort hierher. Denn wir lieferten Deutschland von diesem wichtigsten im serer Erzeugnisse für 8109,123.658, d. h. nur 864.896 weniger als der Werth der gefammten deutschen Ausfuhr hierher war. Unsere ganze übrige Ausfuhr nach Deutschland erreicht nur wenig über 105 Millionen. Vor zehn Jahren noch betrug unsere Baumwoll-Lieferung an Deutschland nur 34 Millionen Dollars. Die wichtigsten der anderen Ausfuhrartikel find: Schweineschmalz, fast 15 Millionen Doll. ; Kupfer, über 11 Mill. Dollars; Mineralische Oele, 9 Mill.; Eisen und Stahl, 5i; Holz, verarbeitet und unverarbeitet , 4; Oelkuchen und Oelmehl, 4 Mill.: Obst und Nüsse, $3,600,000; Schiffsmaterialien, 53,. 300,000; Düngemittel, 52,558.000; Oleomargarine, 52,287,000; Weizenmisst, 52,182.000. Bon den übrigen Artikeln oder Artikelgruppen erreichten keine den Betrag von 2 Mill. Abgenommen hat die Ausfuhr von deftillirtem Spiritus, die 1894 noch 54,. 119,733, voriges Jahr aber nur 5321. 957 betrug. Sämereien verkauften wir letztes Jahr nur für etwa eine halbe Million an Deutschland, wahrend eö vor 10 Jahren dreimal so viel waren, s Die wichtigsten Artikel, die wir von Deutschland beziehen, find Chemikalien, Droguen und Farben, 516.237.443; Baumwollwaaren. 514,156,596; Ei sen. und Stahlfabrikate, 56,430.812; Seidenwaaren. 56,036,476; Pelzwaa. ren, 55,150.683; Thon-, Stein, und Porzellanwaareu, 54,815,848; SpielWaaren, 54.542,938; Lederwaaren. 14,148,846; Wollwaaren, 53,396.692; Papier u. Papierwaaren, 53,191,090; Fabrikate aus Pflanzenfasern, 52,914,. 677; Häute, abgesehen von Pelzen, 52,642,329; Düngemittel, 52,455,975; Metallwaaren, 52,433,243; Al. koholische Getrünke, 51.934,521 ;GlaSWaaren, 51,556,663; ferner Gummi, Cement, Hopfen, pflanzliche Oele, Sä. mereien in Betrügen von je 1 bis H Millionen, und Kaffee, Rübenzucker u. s. w. in noch geringeren Betrügen. An Rübenzucker bezogen wir 1894 noch für 511,063,898 von Deutschland, voriges Jahr aber nur für 550,609. Dieser Artikel war vor 10 Jahren hier fteuerfrei, wahrend er jetzt verzollt wird. Auch die Kaffee-Einfuhr ift seit 10 Jahren auf ein Viertel zurückgegangen; von 51,521,261 auf 5366,214.
Dah Togo sich so ruhig verhält ift wohl der beste Beweis dafür, daß er sich stärkt fühlt.
In Philadelphia gebrauchen die Bürger Stricke und Revolver als Argumente den Stadtrüthen gegenüber, und blieben dieselben nutzlos. In 30 Tagen ift das Turnfeft da. Zum glänzenden Erfolge ift das einmüthige Zusammenstehen der Deutschen nöthig. Kein Bürger sollte eS versäumen, sich so bald als möglich in den Besitz einer Dauerkarte, die für nur einen Dollar Zutritt zu den Festlich, ketten giebt, zu setzen. Die Karten ge. währen den Kindern der Inhaber freien Einlaß. So lange die Gewerkschaften von dem Unverstände solcher Männer wie Shea und Genossen abhängig find, werden sie stets so demüthigende Ersahrungen durchzumachen haben, wie die Fuhrleute.Gewerkschaft in Chicago. Shea hat wohl kaum irgend welche Entbehrungen zu erleiden gehabt, mührend die Arbeiter aus ruhigen Verhültniffen in Schulden hinein und aus ihren sicheren Stellungen herausgetrie. den wurden. Wann wird die Binde vor ihren Augen endlich fallen. Das Bundes'Turnfeft steht vor der Thür und bald wird die Turnerschaft der Welt die Vorgänge in JndianapoliS, der Feftftadt, mit gespannter Auf. merksamkeit verfolgen. Da gilt eS denn für unser Deutschlhum alle Kräfte anzuspannen, um zu einem großartigen Erfolge beizutragen. Wohl liegt die eigentliche Feftleitung in den Händen wackerer und opferfreudiger Bürger und die von denselben getroffenen Veranstaltungen sind großartig und genial geplant, aber trotzdem ift die Mithilfe jedes Deutschen in IndianapoliS nicht nur erwünscht, sondern zu einem überwältigenden Erfolg auch nothwendig. Ein ungewöhnlich consuser Kops scheint auch der Gouverneur von Ne braSka zu fein. Er treibt so schwachvollen Mißbrauch mit der Begnadigung schwerer Verbrecher, daß man im Staate jetzt bitter bereut, einen solchen Menschen erwählt zu haben. In den letzten Tagen hat er einen Zuchthausftrüfling begnadigt, der die schlimmste bisher im Staate Nebraska vorgekommene Eisenbahnkataftrophe verursacht hatte. Man schreibt von dort: Gouverneur Mickey hat den Farbigen George Washington DaviS, welcher vor fast elf Jahren einen Zug der Rock Island Bahn zum Entgleisen brachte, wobei elf Personen getödtet wurden, von denen mehrere langsam verbrannten, be gnadigt. DaviS hatte damals die Schienen aufgerissen und wollte den kommenden Pafsagierzug anhalten, um von der Bahn dann eine gute Belohnung zu erhalten, doch gelang eS ihm nicht. ES war das schlimmste Eisenbahnunglück, daS sich je in Nebraska ereignete, und Mickey legt keine deson dere Ehre damit ein, wenn er ein Subjekt, das solch' schreckliches Unglück verursachte, begnadigt. Er scheint es aber darauf abgesehen zu haben, schwere Verbrecher auf freien Fuß zu setzen." (Weftl. Post.) ase-Ball. American-Association. St. Paul, 21. Mai. St. Paul 01021001 5 Indianapolis. .0 0000000 0 0 Batterien SesftinS und ZaluSky; Goodwin und Duff. KansaS City. 21. Mai. KansaS City. .0 10003100 05 Toledo 1 10200010 16 Batterien Durham und Butler; Minnehan, O'Brien und Elark. MinneapoliS, 21. Mai. MinneapoliS ...0 0000020 1 3 LouiSville 0 0 20 000 002 Batterien SeverS und Schmidt; Wright und Woodruff. Milwaukee, 21. Mai. Milwaukee . . . . 1 0 0 0 0 2 0 1 0 4 ColumbuS 0 0000400 59 Batterien CurtiS und Beville; Dorner und Ryan. National. Liga. Brooklyn, 21. Mai. Brooklyn 00000 0002 2 Chicago 6 1000040 011 Batterien Doescher, McJntyre. JoneS und Bergen; Lundgren und Kling.
Grundeigenthums Uebertragungen.
Elmer I. Binford an Indianapolis Realty Company, Theile der LotS 6 und 7, Davidson'S Add., 138.20 bei 339 Fuß, Verb., Nordweftecke Oriental und Oft Washington Str. 520,700. Edgar O. Hunter an dieselbe, Lot 1, Bruce's Subd., Theil von Bruce's Add., 40 bei 182 Fuß, vacant, Ofts. der Central Ave., nördl. von 23. Str. 51650. Michael H. SpadeS an dieselbe, Lots 1 bis 7, Ridenour'S Subd., Theil von Springdale Add., 243.10 bei 153 Fuß. verbessert, Südoftecke Oriental und Market Str. 520,000. Edwin P. Erwin an denselben, LotS 5 diS 9 Bruce'S Sub., Theil Bruce's Add., östliche Seite von Central Ave., südlich von 24. Str., 58,250. Mazie Waters an denselben, Theil LotS 32 und 33, ButlerS Sub., Outlot 180 und Theil Lot 98, Outlot 181, westliche Seite von Park Avenue, süd. lich von 10. Str., 517.500. William Ward an Lillian F. Thieme, Theil Lot 5, Sq. 28, Drake'S Add., westliche Seite Capital Avenue. nördlich von 15. Str., 59,000. Lorinda I. Moore an C. W. Moore, Theil von Lot 34, Stumph's Subdivifion, Theil von Außenlot 44, 38.6 bei 110.9 Fuß, verbessert, nördliche Seite der Pratt St., östliche Seite von Davidson Str., 5600. Mazie WaterS an Indianapolis Realty Companp, Außenlot 69, 20S.M bei 354.8 Fuß. vacant, von Washington zu Market Str., westlich von Pine Str., und LotS 16, 17 und 13, Porter's Subdiviflon, Lot 32, Philipp'S Springdale Addition, 124.2 bei 102.6 Fuß, verbessert, nördliche Seite der Market Str., östlich von Oriental Str., 546,000. Charles E. Meyer an Philip Kiley, Lot 1, CooperS Prospect Str. Add., südöstliche Ecke von Keyftone Ave. und Prospect Str. 56600. Joseph Busch an Susan R. Pierce, Theil von Lot 25, Beckers W. Washington Str. Add., westliche Seite von Becker Str., südlich von Washington Str. 5500. Thom. Mason an Aaron A. Wright, Theil vom südwestlichen Viertel, Sect. 8, Township 16, Range 3, 6 Acker, Wayne Township. 5590. Edward I. Sullivan an Frank C. L. Doyle, Theil von Lot 3, Biddle'S Subdivifion, Theil von Out. lot 45, 27.6 bei 150 Fuß, verbessert, Oftseite von Pine Str., südlich von Biddle Str., 51425. Andrew I. Rider an Joab H. Woodruff, Lot 6, Wright'S Park Ave.. Addition, 50 bei 182 Fuß, vav., Ost. feite von Park Ave., südlich von Southerland Ave., 51400. George A. Dyke an Joseph M. Hörton ::., Theil deS südwestlichen Viertels von Section 14, Township 14,.Range2, f Acre, Decatur Township, 5500. Patrick I. Sullivan an Johu Monaghan, Hülste der Interessen von Lot 9, Block 36, Rorth Indianapolis, Westfeite der Northwestern Ave., südlich von Udell Str. 5500. Mellville B. Svrface an Anna C. Surface, Lot 49, Meyers Add., Südfeite von Schiller Str., östlich von Meridian. 51200. Anna C. Surface an Mellville R. Surface, dieselbe. 51200. Joseph H. Pattison an William W. Webb, LoeS l2 und 13 in Fairview Place Subd., 50 bei 122 Fuß, vacant, Westseite von Haughey Ave., nördlich von Sorrento Ave. und Lot 170 in Jackson Park, 40 bei 121 Fuff, vacant, Oftseide der Arsenal Ave., südlich von 25. Str. 5500. Lemuel A. Steffey an Nellie Berry, Theil vom nordöstlichen Viertel von See. 31, Township 15, Range 4, 7 Acre? in Perry Township. $1,500. Wilkinson M. Hagg an William H. Orr, Lot 6 in Lee'S Subd. von Henderson'S Add., 40 bei 176 Fuß, veröeffert, Oftscite der Capital Ave., nördlich von 18. Str. 55.000. Eva Craig an Sophia Graffow, Lot 75 in Ruddell'S Glenwood Add., 40 bei 131.2 Fuß, verbeffertZ Oftseite der Jefferson Ave., nördlich von Michi gan Str. 5600. Calvin K. Ewing an Frank D. Stalnaker, Lot 125 und Theil von Lot 124 in Morrison'S 3. Add.. 55 bei 201.9, verbeffert, Oftseite der JUinoiS südlich der 21. Str. 55,000. . Unterricht in Deutsch (Grammatik und Konversation) und Stenogra phie ertheilt nach bewährter Methode. Sprechstunde: 12 Rachmittags und 78 Abends. 420 Nord Noble Str.
Bom Auslande.
Die alte st e Frau in Europa ist. wie jeZt aus Waldmünchen im bayerischen Wald gemeldet wird, nicht, wie jüngst durch hk Blätter ging, die 115jährige Frau Magelhaens in Oporto, sondern die im Jahre 1787 geborene Josefa Eder, die in Spitzendorf bei Fürsteneck, also fr Nieder Bayern, lebt. Von ihrem trefflichen Befinden zeugt u. A., daß sie auch im letzten Winter an manchen Tagen barfuß ging. Auf Veranlassung des Prinz - Regenten ist diese in Wirklichkeit älteste Frau Europas vor kurzer Zeit in Dittling phoiographirt worden. Der bei dem Fuhrherrn Wagner in Pankow bei Berlin beschäftigte Arbeiter Krause hat einen zwölfjährigen Sohn Wilhelm, der die erste Klasse der dortigen Gemeindeschule besucht. Da der aufgeweckte Knabe gern eine höhere Schulbildung genießen möchte, faßte er den Muth, an den Kaiser folgendes Schreiben zu richten: Lieber Herr Kaiser! Ich sitze hier in Pankow dank der Bemühungen meiner Herren Lehrer als zwölfjähriger Schüler in der ersten Klasse der Gemeindeschule. Ich möchte so sehr gerne weiterkommen, aber Mutter und Vater können es nicht schaffen. Da ich nun wie Du, lieber Kaiser, auch Wilhelm heiße und auch am 27. Januar geboren bin, habe ich die große Bitte, helfe mir." Die Bitte aus Knabenmund ist nicht ungehört verhallt. Der Kaiser ließ Erkundigungen einziehen, und als die Angaben sich bewahrheiteten, erhielten die Eltern die Nachricht, daß ihr Sohn auf Kosten der kaiserlichen Schatulle seine Weiterausbildung in der Pankower Realschule erhalten soll. Dieser T a g e i st i n London ein ausführlicher Katalog der Tapling - Sammlung von Marken und anderen Postwerthzeichen erschienen, die sich im Britischen Museum befinden. Diese Sammlung enthält über 100,000 Marken, die gegenwärtig einen Werth von etwa $500,000 haben, und gilt als die dem Werthe nach drittgrößte Sammlung der Welt. Die Sammlung wurde von Herrn Thomas Tapling, seinerzeit ein Mitglied des Unterhauses, angelegt, der als zehnjähriger Knabe Marken zu sammeln begonnen hatte. Zu den wsrthvollsten Stücken der Sammlung gehören zwei Mauritius - Marken. Die eine ist die rothe Ein - Penny - Marke von 1847 mit den Worten Post Office auf der linken Seite. Dieses Stück, das tadellos erhalten ist, ist heute zwischen $400 und $5000 werth. Ein Gegenstück dazu wurde vor einiger Zeit vom Prinzen von Wales für $4500 gekauft. Das zweite Stück ist eine ZweiPenny blaue Mauritius, deren Gegenstück vom Prinzen von Wales für $7500 erworben wurde. Ein Andenken an John Brinckmarm, den bekannten plattdeutschen Dichl'er, hat sein ältester Lohn, der dänische Consul Max Brinckmann, seiner Vaterstadt Güstrow i. M. überreicht. Zur bleibenden Erinnerung an die Wirksamkeit seines Vaters an der früheren Realschule zu Güstrow hat er der Stadt einen Tafelaufsatz gestiftet, der aus getriebenem Silber ausgeführt ist und aus einer silbernen Platte, einer silbernen Kanne und 12 silbernen Bechern besteht. Jedes einzelne Stück trägt die Widmung: Seiner lieben Vaterstadt Güstrow zum Andenken an John Brinckmann, gewidmet von dessen Sohn Max Brinckmann." Außerdem zieren die Kanne Ansichten der alten Vorstadt Güstrow, während die Becher die Bildnijje des Großherzogs Friedrich Franz 1L, des Herzogs Ulrich, des Herzogs Friedrich Franz I., des Fürsten Blücher, Grafen Moltke, der Bürgermeister Tornow, Sibeth und Tschielpe, desHerrn von ThümenTellow, des Medizinalrathes Dr. Vogel und von Fritz Reuter und John Brinckmann tragen, alles Männer, die sich um Mecklenburg und um Güstrow verdient gemacht haben. Wegen Freiheitsberaubung hatte sich der Schultheiß Wunsch in Laichingen vor der Strafkammer in Ulm zu verantworten. Der Angeklagte befand sich an einem Dezember - Abend v. I. im Gasthause des Ortes, wo sich auch der Schmied Bauer aufhielt, der etwas angetrunken war. In seiner feucht-fröhlichen Stimmung erhob sich Bauer bei einem frischen Glase Vier und trank dem Schultheiß Mit den Worten: Prosit, Herr Schultheiß!" zu. Diefer nahm den Spaß sehr Übel auf, verließ so4ori das Lokal, ließ Bauer durch den Amtsdlener nach dem Rathhauje sistlren und dem Polizeigewahrsam zuführen. Nach einer Jnternirung von etwa 15 Minuten wurde Bauer auf Intervention seiner Frau wieder freigelassen. Er erstattete Anzeige und der Schultheiß wurde jetzt wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt bezw. Frei-heitsberaubu-ng zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. In der Urtheilsbegründung wurde die völlige Grundlosigkeit eines solchen willkürlichen und brutalen Vorgehens seitens des Schultheißen hervorgehoben und dabei betont, daß dieser sich nicht in amtlicher Eigenschaft im Gasthause befunden habe. Als strafverschärfend kam in Betracht, daß der Allgewaltige sich schon wiederholt Uebergriffe erlaubt habe. .
E n Chinese, so schreibt man aus Schanghai, hatte eine Frau, vor der er in beständiger Angst lebte, weil sie die unangenehme Gewohnheit besaß, jedesmal, wenn ihr Unwille erregt worden war, eint Selbstmordversuch zu machen. Nun wird manch ein gemüthsroher abend ländischer Leser denken: Ja, weshalb iäfti er sie denn nicht gewähren, damit er sie los wird? Da kommen jedoch Die eigenartigen, über den Selbstmord im Reiche der Mitte herrschenden Ansicht ten ins Spiel: hierzulande kann einer deswegen in die langwierigsten Prozesse verwickelt werden und darüber schließlich sein ganzes Vermögen verlieren. So sehr also der betreffende Mann auch heimlich wünschen mochte, seine Ehehälfte möge einmal mit ihren Versuchen Erfolg haben, so wagte er diesen Gedanken doch gar nicht auszudenken, weil er fürchten mußte, die Verwandten der Frau würden ihn bei den Mandarinen sofort anklagen, daß er sie durch fortdauernd schlechte BeHandlung in den Tod getrieben habe. Er beeilte sich also jedesmal, seine Frau wieder aus dem Wasser herauszuholen. Da kam ihm nun eines Tages ein jüngerer Bruder, der einen anschlägigen Kopf hatte, zur Hülfe. Als seine Schwägerin es sich wieder einmal beikommen ließ, in den Dorfbrunnen zu springen, in der Hoffnung, sofort wieder emporgezogen zu werden, warf er ihr zwar ein Tau hinunter, aber als er sie dann beinahe bis an den Brunnenrand heraufgezogen hatte, ließ er sie wie aus Versehen wieder fallen, so daß ihr das Wasser über dem Kopf zusammenschlug. Dies wiederholte sich mehrmals, wobei sie eine gute Portion der keineswegs einladenden Flüssigkeit schlucken muhte, bis sie endlich aufs Trockene kommen durfte. Die Kur hat gehoben, denn seitdem hat die ftrau die Vorliebe für den Brunnen völlig verloren. Tcr Nautilus. Das letzte deutsche Kriegsschiff, das im Geburtsjahr des Reiches entstand. kommt jetzt unter den Hammer. Es ist das ehemalige Kanomnbot Nautilu-, das wenige Monate nach dem Friedensschluß in Frankfurt auf der Danziger Reichswerft ablief. Das zuletzt als Hulk verwendete Kriegsschiff hat trotz seiner bescheidenen Größe und Bcstüüung eine geschichtliche Bedeutung. Es betheiligte sich an den ersten Flo:tenkundgebunaen des neuen Reiches im Auslande. Als die Karlisten 1871 den deutschen Kriegsberichterstatter Hauptmann a. D. Schmidt als angeblichen Spion erschossen hatten, erschien der Nautilus an der Nordküste Spaniens und hatte vor Guetaria einen Zusammenstoß mit einer Karlistenabtheilung. die mit Geschützen und Gewehren das deutsche Kriegsschiff beschoß; das gutgezielte Granatfeucr des Nautilus vertrieb die Karlisten. 1885 erschien der Nautilus von Jaluit und bißte auf den Marschallinseln die deutsche Flagge. Ein halbes Menscheltalter bindurch zeigte der Nautilus d'e Flagge in fremden Gewässern, bis er als Vermessungsschiff in der Heimah Verwendung fand. Das größte Dorf P r e uens". der Berliner Vorort Lichtenberg hat durch den Avrilumzug wieder seine Einwohnerzahl erheblich vermehrt. Sie beträgt jetzt nach amtlicher Feststellung 33.006 Personen
OrtskrenntniZs. I5fe Den Ort. mein Lieber, kenne ich wie meinen Kopf, das ist ein richtiges Lausenest m Ein liebenswürdiger Sruder Nun, macht Ihre Schwester gute Fortschritte im Gesang?" O ja, sie schreit gut voran!" ,, Ihre Ansicht. Hast V scho g'hört, die reiche Bäckerskathl heirathet einen verschuldeten Grafen, der von feiner ersten Frau geschieden ist?" So? Jetzt i für meine Person mscht' keinen von Herrschaften abgelegten Mannll" L eidensgefährten. Mutter: Aber Junge, warum drückst Du denn den Stiefel so eng an Dein Herz?" Sohn (Lehrjunge): Weil wir Leidensgefährten sind." Mutter: Wieso denn?" Sohn: Nun, weil wir beide immer gewichst werden."
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ßlnropäisches Zgearteet f NWtzMMMMMMMMMBWW Wechsel. Creditbriefe. Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Kchiffsscheine von und nach Europa.
An- und Verkauf auslündi schen Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank. ...Rechtsanwalt... (Früh GtaatSanwalt.1 -32Zdia,aTrftGtbäe Tele?'hon (neu) 150. Sturm Richtet groszen Sachschaden au. Fort W o r t h, Ter., 21. Mai. Aus Südweften kam ein Sturm mit einer Geschwindigkeit von 74 Meilen die Stunde über diese Stadt. Ein Theil des Bahnhofs der Texas & Pacific Bahn wurde in Trümmern gelegt und der Stationsvorsteher John Voung wnrde auf seinem Posten gelob tet. Paffagiere aus dem Westen berichten, daß der Ort Mineral Wells theilweise fortgerissen wurde. Die Baptisten- und die Episkopal, kirche, im nördlichen Stadttheile, wurde schlimm beschädigt. Vom Grand Hotel, an East Weatherford Straße, und vom Zohnson-House, an West Bluff Straße, wurden die Dächer fortgerissen. In verschiedenen Theilen der Stadt wurden 50 Häuser mehr oder weniger schwer beschädigt. Der Sturm dehnte sich östlich bis Terrell aus, doch hatte er dort keine ver heerende Wirkung mehr. Versammlung des Schwäbische UterftutznngS-LereiS. Der Schwäbische UnterstützungS. Verein hielt gestern seine regelmäßige Versammlung ab. Ein Schreiben deö Verbands deutscher Vereine wurde ent gegengenommen. ES wurde ein Komite ernannt, aus den Herren Gottl. Leukhardt, Chris. RieS und John Em hardt bestehend, um den Vertrieb der Tickets für' das Bundesturnfest in die Hand zu nehmen. Ein DankeSschrei ben deS KomiteS der Schillerfeier wurde entgegengenommen und stattete der Vereinspräfident Herrn Leukhardt noch besonders den Dank des Vereins ab für die bei der Schiller-Nachfeie? gehaltene Rede. Von dem Württembergischen Lan deöMinifterium war ein Schreiben eingelaufen, in welchem dem Verein der Dank ausgesprochen wird für die übersandten 100 zur Unterstützung der in Binödorf Abgebrannten. In einem! von JohnlAnton unterzeichneten Schreiben des Hilfkvereins von Bin--dorf wird ebenfalls gedankt für die hilfreiche Unterstützung von den hiesigen Landsleuten. Herr Stempfle vom Schwaben-Ver-ein in Terre Haute war als Besucher anwesend. Gemüthliche Unterhaltuug i Deutsche Haufe. Die 12. Section der Damen deS Socialen Turnvereins veranstalteten geftern Nachmittag im Deutschen Hause eine gemüthliche Unterhaltung. Die Vorsitzende der Section, Frau Hadich, hatte in liebenswürdigster Weise die Arrangements übernommen und unter hielten sich die Damen beim Kaffee kränzchen ausgezeichnet. Am nächsten Sonntag, den 28. Mai, werden bfc Damen sich an der Eröffnung des TurnerparkS betheiligen. Die beste 5 Cent Ciaarre der Stadt, Vtncho'S Longfellow-.
MW Bf 0111
John C. Meistens,
