Indiana Tribüne, Volume 28, Number 231, Indianapolis, Marion County, 22 May 1905 — Page 3
Jndianck Tribüne, 22. Mai 1905
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Die Kaiserrcden, Welche 5apan und Rußland in Harnisch brachten, modifizirt.
Deutsche Bergarbeiter werden mißtrauisch. Ter Zwischeusall zu Haichou. Russische Offenfiv-Bewegungen in der Mandschurei.
Deutschland. DieStraßburgerKaiser rede. Berlin, 26. Mai. Zum großen Leidwesen der Scharfmacher und Skandlträger muß konftatirt werden, daß im Laufe einiger Tage das WeltPublikum mit semer unverkürzten Abschrift des Stenogramms der Straßburger Kaiserrede bekannt gemacht wer den wird und daß dieselbe den bisherigen ungefähr so ähnlich sieht wie ein Hühnerei einem Straußenei. Sie weicht sogar von den sogenanneen offiziellen" Auszügen ab, welche vor einigen Tagen von Berlin aus rund um den Globus telegraphirt wurden nachdem der erste unrichtige Bericht zu Land und z Waffer Staub und Wellen aufgewirbelt hatte. Und eS mag gleich hier erwähnt werden, daß diese offiziellen" Textexperten vom Hofe nicht autoristrt waren, sondem nur der ängstlichen Einbildungskraft regierungsfreundlicher Depeschenagenzuren entsprangen. Auch wird man sich erinnern, daß die wirklich offizielle Depesche an den Czaren kinen Theil des Wortlauts enthielt. Die Rede war, wie von gut unterrichteter Seite mitgetheilt wird, lang genug, um eine ziemlich eng gedruckte Buchseite zu füllen. ES mag nicht allgemein bekannt sein, aber That fache ist'S doch, daß des Kaisers Reden, fei sein Publikum noch so klein, ohne Ausnahme flenographirt werden. Hingegen ist'S unrichtig, daß Se. Majestät sie erst konzipirt und dann auswendig lernt und ebenso unwahr ist es, daß er sich jedesmal mit Graf Bülow beräth, ehe er die Lippen öffnet. Hier schüttelt man lächelnd die Köpfe über den Unsinn, der von Korrespondenten fremden Ländern über deS Kaisers Gewohnheiten aufgetischt wird. Um also auf die Rede zurückzukommen: der Kaiser hob hervor, daß das Heer dem civiler. Theil deS Volkes mit gutem Beispiel vorangehen muß. denn bricht einmal ein Krieg aus und wird die heimische Armee besiegt, dann Wird'S immer LäfterMäuler geben, die alte Skandalgeschichten mit dem neuen Unglück in Verbindung bringen möchten. DieS sei der Fall in Rußland. Zwar könnte man nicht ableugnen, daß gar manches in der russischen Heeresverwaltung gerügt zu werden verdiene, aber spätere Jahre werden sicherlich erweisen, daß die Japaner durch Umstände begünstigt wurden, über welche die Russen keine Kontrolle hatten. So viel wisse man aber jetzt schon: die Art und Weise, in der Rußland'S innere Feinde seine hohen Offiziere angreifen, ist auf die Soldaten nicht ohne Einfluß geblieben und gar mancher tapfere Mann wurde unmuthig gemacht durch ein Vorurtheil, für das die Wühler, nicht aber die Thatsachen, verantwortlich waren. Nun kam der Kaiser, wie ein Ge währSmann behauptet, auf einige nicht in Abrede zu stellende Uebelftände in der Armee zu fprechen. Er soll das Wort Verweichlichung" ausgesprochen haben, von versoffen" war aber, trotz der Straßburger Korrespondenz, nicht die Rede. Der Gewährsmann stellt kein Wort von des Kaisers Hinweis auf die gelbe Gefahr in Abrede. Dies zu thun, wäre auch müßig, denn keiner von Europa's Herrschern ist so erfüllt von der Idee, daß diese Gefahr besteht, als gerade der deutsche Kaiser. Im Auswärtigen Amt spricht man offen davon, daß er in dieser Beziehung hätte mehr Vorficht walten lassen sollen, aber man fügt hinzu, daß der Monarch immer von der Leber spricht, und weder die Abficht noch Grund hat, seine Ueberzeugung zu verbergen, daß ein russischer Sieg dem europäischen Gleichgewicht sehr nöthig ist und daß Japan'S Triumph in spüteren Jahren noch manchem Land, das heute Rußland verflucht, eine harte Nuß zu knacken geben wird. Darüber macht auch das deutsche Volk sich keine Illusionen. Als Gefühlssache sympa. histrt man mit den Japanern und wünscht den Russen alles Böse. Wo aber kluge Neberlegung vorwaltet, auf der Börse, in den Clubs, in diploma
tischen Kreisen, unter den Groß-Jndu-ftriellen, da heißt' allgemein, daß um den lieben europäischen Frieden willen die Vorsehung gut daran thäte, den russischen Waffen zu Hilfe zu kommen. Verstümmelung deSBerg-arbeiter-GefetzeS. Berlin, 21. Mai. Die Berggesetz.Novelle wird vom preußischen Adgeordnetenhause in zweiter Lesung sehr verstümmelt, und heute kann Niemand sagen, welcher Wechselbalg schließlich zu Stande kommen wird. Die Lage wird überhaupt erst geklärt werden, nachdem Reichskanzler Graf v. Bülow aus Wiesbaden zurückgekehrt sein wird, wo er mit dem Kaiserpaar ven Fest spielen im Hoftheater beiwohnt. In zwischen ist die Erregung unter den Arbeitern im Ruhrgebiet im Wachsen
begriffen, da sie fürchten, daß die Unternehmer heimlich den Beschluß gefaßt haben, eine Sperre von Ende Mai bis zum Oktober zu verhängen. Zweifellos ist das, was der preußische Landtag den Bergarbeitern bieten will, grundverschieden vo dem, waS sie nach den verheißenden Worten der Regie rung und nach den Reden der Parteiführer im Reichstage und Landtage während deS StrikeS erwarten mußten. Die Politik, die jetzt im Landtage getrieben wird, wird von allen Unbefangenen nicht nur als kurzsichtig, sondern als geradezu verhüngnißvoll bezeichnet. Man zerstöre Werthe, die man nicht wieder ausbauen könne, und man bereite neue Ausstände vor, statt gesicherte soziale Verhältuisse anzubahnen oder wenigstens sich für alle kommenden Möglichkeiten ein gutes soziales Gewissen zu salviren. In diesen Kreisen glaubt man nicht, daß die Regierung sich mit der systematischen Verschlechterung ihres Berg arbeitergesetzes zufrieden geben wird, und daß Graf Bülow darüber keinen Zweifel bestehen läßt, sobald er im Ab geordnetenhause zur Sache das Wort ergreift. DerZwischenfallzu Haichou. Berlin, 21. Mai. Angesichts der fortgesetzten Verdächtigungen von britischer und japanischer Seite konfta tirt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" amtlich, daß die Nachricht vom Hissen der deutschen Flagge zu Haichou, im südlichen Theile der Halbinsel Schantung absolut unwahr sei. DaS Blatt fügt hinzu, der deutsche Konsul in Chefoo, Dr. Lenz, habe in Beantwortung einer Kabel Anfrage um gehend erklärt, er habe sich Niemandem gegenüber dahin geäußert, daß eS sich um Errichtung einer Militärftation in Haichou handle. Die ihm von einem britischen Korrespondenten in den Mund gelegten gegentheiligen Worte find demnach einfach aus der Luft gegriffen. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" versichert, gestützt auf offizielle Autorität, nachdrücklich, allen Gerüchten läge weiter nichts zu Grunde, als daß das deutsche Kanonenboot Tiger" neuerdings Lothungen vorgenommen habe, um die Tiefen in den dortigen sehr schwierigen Gewäffern festzustellen. Mutter tödtet im Wahnsinn ihre Kinder. München, 21. Mai. Hier hat die Frau deS Stationsgehilfen MilS im religiösen Wahnsinn ihren drei Kindern den HalS durchschnitten. Die Wahnsinnige gab an, sie habe ihre Kin der umgebracht, um sie vor Sünde zu bewahren. Japan. Russische Offensiv - Be. w e g u n g e n. Tokio, 21. Mai. Folgende öffentliche Ankündigung ist erfolgt: In der Richtung von Wei Guan Paomen machte der Feind am Morgen des 19. Mai mit 2 Kompagnien und 2 Schwadronen einen Angriff auf Chengtzu wurde aber zurückgeschlagen. Auch ein Angriff auf Ching Bang Pao wurde abgeschlagen. Am 18. Mai wurden feindliche Angriffe bei Changtee abgeschlagen.
Am 19. Mai versuchten um Mittag
russische Abtheilungen eine Umgehung bei Kungchuliang. Sie probirten in unseren Rücken zu gelangen, aber auch dieses mißglückte. Abenteuerliches Gerücht d e m e n t i r t. Tokio, 21. Mai. Es wird offiziell angekündigt, daß die Nachricht von der Abficht Japans, den Kaiser von Korea zu entführen, durchaus unbegründet fei. Cbina. Scharmützel am Jalu. Harbin, 21. Mai. Ein Offizier, welcher vom äußersten linken Flügel der russischen Armee zurückgekehrt ist, meldet, daß das Jalu-Detachement fortwährend Scharmützel hat. Ein heftiger Wind macht die Straßen trocken und erleichtert damit die militärischen Operationen. Rußland. Zollverhältniß z u den V e r. Staaten. S t. Pete r Sb ur g , 21. Mai. Der hiesige amerikanische Botschafter beginnt sich lebhaft für Handels- und Zollverhültniffe zu intereffiren. Durch eingehende Untersuchungen ist eS ge lungen, festzustellen, daß nach den neuesten Verträgen Deutschland einen Vortheil haben wird, daß eS aber sehr zweifelhaft ist, ob die Ver. Staaten im Handel mit landwirtschaftlichen Maschinen usw. konkurriren können, wenn sie nicht gewisse Zugeständnisse machen. Die russische Regierung scheint zwar bestrebt zu sein, die Ver. Staaten auf die Lifte der meistbegünstigten Nationen zu setzen, hat jedoch schweres Bedenken in Anbetracht der schroffen Haltung, welche die Ver. Staaten zum Beispiel bezüglich Zuckers angenommen haben. UkaS. St. Petersburg, 21. Mai. Ein UkaS deS Zaren ernennt eine Spezial Kommission, welche das Zusammenwirken von Landheer und Flotte regeln soll. Der Befehl ist für innere Verwaltungskreise von Interesse, am Laufe der Ereignisse kann er kaum etwas ändern. Truppensendungen. St. Petersburg, 21. Mai. Es ist zu beobachten, daß starke TrupPensendungen aus Polen nach dem Osten gehen. Die letzten Transporte kamen von Warschau, Lodz und anderen Plätzen. Admiral Birileff. St. Petersburg, 21. Mai. Vize-Admiral Birileff, der da Commando über alle Streitkräfte zu Wasser nud zu Land bei Wladiwoftock führen soll, wird am 25. Mai dorthin ab. reisen. Die Sache wird brenzlich. St. Petersburg, 21. Mai. Der hiesige französische Botschafter ist plötzlich und in größter Eile nach Pariö abgereift. Frankreich. Russische Kohlenschiffe. Paris, 22. Mai. Nachrichten von Hongkong besagen, daß eine große Flotte von Kohlenschiffen deS russischen PacificgeschwaderS bei Mekog Delta liegt. Von den Schiffen sollen 40 die deutsche Flagge führen, andere die russische, französische, englische und norwegische Flagge. Oesterreich-Ungarn. Geringe Hoffnung auf Lösung der ungarischen Krise. Wien, 21. Mai. Aus Budapest r?ird heute gemeldet, daß die Grundläge der Verhandlungen des öfterreichischen FinanzminifterS BaronS Burian mit den ungarischen KoalitionS-Par-teien die folgende ist: Die linke bildet ein neues Kabinet und führt die Punkte der Adreffe aus, welche vom. Neuner Komite aufgestellt. Die Dienftfprache und Kommandosprache in der ungarischen Armee bleibt unverändert. Ferner umfaßt daß Programm: Einmalige Erneuerung des Ausgleichs Ungarns mit Oesterreich, Bewilligung erhöhter Heereskredite und ungarische Fahnen für die ungarischen Regimenter. LetztereS soll aber aus freiem Entschluß der Krone geschehen und nicht etwa als Folge eines Parlamentsbeschlusses aufzufassen fein. Zum Besten derKinder. Wien. 21. Mai. Heute fand hier auf der Ringstraße ein Jahr, markt statt, der von Damen der besten Gesellschaft arrangirt war und einen großen finanziellen Erfolg zum Besten armer kranker Kinder hatte.
Die Standard Oil Co.
Lüht sich nicht abschrecken. K a n s a S C i t y , 21. Mai. W. F. Gates von Jndependence, KanS., der Superintendent aller Röhrenleitungen in KansaS, welche die Standard Oil Co. dort befltzt, sagte heute: Wir find im Begriffe die gesummte Oelproduktion in den Oelgebieten von KansaS zu übernehmen. Die Linie von Whiting, Ind., wird in einigen Tagen vollendet sein, und dann können wir alles Oel, das westlich vom Mississippi produzirt wird, verschicken. Die Röhrenleitung der Standard Oil Co. von ihrer Raffinerie am Su gar Creek wird nächsten Freitag vollendet sein. Schweiz. Prof. Beer überlieferte sich der Polizei. Genf, 21. Mai. Profeffor Beer von Wien, der wegen SittlichkeitSverbrechen fteckbrnflich verfolgt war, hat sich hier der Polizei überliefert. Schweres Unwetter in der mittleren Schw eiz. Zürich, 21. Mai. Die mittlere Schweiz ist von dem schwersten Unwetter seit zwanzig Jahren heimgesucht worden. Besonders schwer betroffen wurde das Dorf Ebikon imZKanton Luzern. Türkei. Neuester Krawall in Ma c e d o n i e n. Athen, 21. Mai. Ein Zusammenftoß zwischen griechischen und mace donischen Freischärlern soll bei Sangandina in Macedonien stattgefunden haben. ES sollen dabei 11 Jnsurgenten und 50 Mann der türkischen Truppen gefallen sein. Argentinien. Arbeiterkrawall. BuenoSAyreS, 22. Mai. Eine Arbeiterparade gerieth mit Truppen in Konflikt. Zwei Personen wurden getödtet, 40 verwundet. Spanien. Arbeiterkrawalle. Madrid, 21. Mai. Zu Alcazar in der Provinz Cuidad Real kam es heute zu einem Krawalle. Arbeiter versuchten einige Mühlen zu zerstören. Euba. Parteikämpfe. H a v a n a, 21. Mai. Die Nationalkonvention der liberalen Partei nahm einige Amendementö zur Plat form an, durch welche eine Nationalmiliz geschaffen und die Gerechtsame der Minister näher bestimmt werden sollen. Man erwartet, daß morgen Abend ein Kandidat für das Amt des Präfidenten bestimmt werden soll. Gen. MaSco hat den Delegaten aus dem östlichen Theile der Insel gerathen, nicht ihn, sondern Miquel Gomez als Kandidaten aufzustellen. Großbritannien. Taubenschießen. London, 21. Mai. Die Oppofttion gegen daS Taubenschießen ist so groß geworden, daß dieser Sport nicht mehr als voll" gilt. Im Burlingham Club, einem der vornehmsten Vereine, finden heftige Debatten zwischen Freunden und Feinden deS Taubenschießen statt. G r o ß f e u e r. W i lk eöb arre, Pa., 21. Mai. Eines der größten Schadenfeuer der letzten Jahre brach heute Morgen aus. Seinen Anfang nahm es in der Putz-waaren-Abtheilung von Jsaac Long'S Departement. Geschäft. DaS Gebäude war eines der schönsten in der Stc.dt, auf der Wegseite des Marktplatzes gelegen. Nach einer Stunde schien das Feuer unterdrückt, als die Flammen aufs Neue aus dem Erdgeschoß emporschlugen. Das Jsaac Long-Gedäude, das auch zu den sogenannten feuerfesten" gehörte, wurde vollständig zerstört. Die Verluste find wie folgt: Edward NelleS, ein Gebäude, $77-, 000; Das Jfaac Long Geschäftshaus, $165,000 ; Christian Walter'S Schuh-Gefchäft, 120,000 ; Herman Engel, Juwelier, 115,000; Prudential Life Insurance Company, $5,000. Der Gesammtschaden beträgt etwa $300,000 und ist durch Versicherung vollständig gedeckt.
Drei Leichen im .offer. Vor mehreren Wochen kam in Lon Don zu tern Inhaber eines Lagerraumes für Möbel ein junger Mann, der sich als Chemiker Devereux vorstellte. Er erklärte, daß er einen grohen Zinlkoffer in dem Waarenhause unterste!len wolle, der wichtige Zeugnisse und werthvolle Chemikalien enthalte. Von da an lntz Devereux nichts mehr von sich hören. Statt seiner kam eine Frau Gregory und erkundigte sich nach dem Aufenthaltsort des Devereux. der ihr Schwiegersohn wäre. Der Besitzer des Lagerhauses theilte ihr mit, dah er nichts über Devereux wisse, aber einen grohen Zinkkoffer in Verwahrung habe. Mrs. Gregory brach, als sie den Koffer sah, in hysterisches Weinen aus und erklärte, sie befürchte, dasz ihre Tochter in dem Koffer sei. Das Schlüsselloch des Koffers war mit schwarzem Siegellack versiegelt. Ter Deckel konnte erst nach großen Anstren. gunge beseitigt werden. Unter dem Teckel stieß man zunächst auf eine Leimschicht. Diese wurde durchbrochen, und man fand ein sorgfaltig zusammengefaltetes Tischtuch. Unter diesem war wieder eine Leimschicht, nach deren Beseitigung man die drei Leichen der Frau Devereux und ihrer htx--den kleinen Kinder fand. Die Leiche der Frau Devereux war zusammengeklappt, und an den beiden schmalen Enden des Koffers lagen die Leichen der Kleinen. Aeußere Spuren von Gewaltthättgkeit waren an den Leichen nicht zu entdecken, 5cch nimmt man an, dah Vergiftung vorliegt. Dafnvi kein Verwesungsgeruch entstehen konnte, hatte der Mörder seine Opfer vollständig in Leim eingebettet und so einen absolut luftdichten Abschluh geschaffen. Devereux wurde in Coventry in der Apotheke verhaftet. Die beiden ermordeten Kinder waren Zwillinge im Alter von 1 Jahr und 5 Monaten. Ein drittes Kind, ein Knabe von 4 Jahren, wird noch vermißt. Die Mutter der Frau Devereux hofft, dah dieses Kind noch am Leben ist, da Devereux davon gesprochen habe, den Knaben einer anderen Familie zur Erziehung zu übergeben. Devereux stammt aus guter Familie. Er hat die besten Examina bemacht und machte sich überall beliebt. Die Verschwendungssucht führte ihn wahrscheinlich schließlich zu dem furchtbaren Verbrechen. Das Familienleben der Devereux wird als ein äußerst glückliches geschildert bis zu dern Augenblick, wo sich Zwillinge einstellten. Devereux soll seit dieser Zeit darüber gegrollt haben, dah er nun drei Kinder zu ernähren habe. In dem Garten des von Devereux in Lonvon zuletzt bewohnten Hauses, in dem sich der Mord ereignete, fand die Polizei kleine Paketchen mit Pulvern vergraben. Man glaubt, dah diese Pulver Arsenik sind. Die Leichenschau der beiden Kinder fand bereits statt. Aeuherliche Verletzungen waren nicht festzustellen, und selbst Ke genaueste Untersuchung vermochte keine Spur von Vergiftung zu zeigen. Eine noch malige Untersuchung soll zugleich mit der Untersuchung der Leiche der Mutter erfolgen. Devereux zeigte sich bei seiner Verhaftung durchaus gefaßt. Ich behalte mir meine Aussage vor, waren die einzelnen Worte, die er er wjderte. Devereux stammt trotz seines französisch klingenden Namens auö einer alten englischen Familie. Derartige französische Namen weisen wahrscheinlich auf normannische Abstammung hin und sind in England keineswegs selten. Ein englisches Abendblatt, das sich nicht gerade durch Deutschfreundlichkeit auszeichnet, theilte feinen Lesern mit, Devereux sei deutscher Herkunft. Für diese Behauptung fehlen alle Beweise.
Erbprinz und Juwelier. Der Erbprinz Danilo von Montenegro wird sich demnächst im Lande seines Schwagers, des Königs von Italien, wegen Schulden, die unter eigenartigen Umständen kontrahirt wurden, vor Gericht zu verantworten haben. Im Jahre 1897 bestellte der Erbprinz von Florenz aus bei dem Mailänder Juwelier Jntroini Juwelen im Werthe von 30,000 Lire, um sie an verschiedenen europäischen Höfen als Geschenke zu vertheilen. Einige Monate später erhielt der Juwelier die Juwelen zurück; der Erbprinz behauptete. dah er sie nur zur Ansicht" habe kommen lassen. Die Juwelen befanden sich aber in einem so schlechten Zustande, daß sie gründlich gesäubert und neu gefaßt werden muhten, und Alles schien darauf hinzuweisen, dah sie bereits längere Zeit benutzt worden waren. Statt der Juwelen ließ sich der Erbprinz von dem Juwelier jetzt einen kostbaren Ring und drei Perlen geben und versprach dem Manne dafür den montenegrischen Hoflieferantentitel. Der Titel blieb aber aus. und den Ring hat der Juwelier auch nicht wiedergesehen. Die Sache schleppte sich jahrelang hin, da der Erbprinz nicht so leicht zu fassen" war wie die verdorbenen Juwelen. Dieser Tage erst, als er wieder in Mailand weilte, konnte ihm durch einen Gerichtsvollzieher eine gerichtliche Vorladung zugestellt werden. Der Juwelier verlangt eine Entschädigung von 3750 Lire. Der kürzlich in Straß bürg verstorbene Loderfabrikant Oppenheimer vermachte der Stadt 100, 000 Mark zu wohlthätigen Zwecken,
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