Indiana Tribüne, Volume 28, Number 230, Indianapolis, Marion County, 20 May 1905 — Page 7

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Krachj 6 l o in an X ü ßanns von Zobeltitz A

(Fortsetzung.) r Mit gesenktem Haupt saß sie neben ihm, die Hand am Holz der Tischplatte, als böte die ihr Halt und .Stütze. Er legte seine Rechte mit weichem, zärtlichem Druck, in dem solch eine ftumme und so eindringliche Bitte lag. auf ihren Arm: Lora ... glaubst Tu, daß ich Dich sehr lieb habe und immer nur Dein Glück will?" fragte er. Ja. Onkel bei Gott, ich' weiß es." ös kam ihr aus tiefstem Herzen, und es wurde ihr doch sehr schwer. Auch ihm mußte die Fortsetzung schwer fallen ihm, der so gern das Leben leicht nahm. Er suchte nach Worten, nach einem Anfang. Lora," sagte er endlich, ..Du hast Deine Eltern kaum gekannt, ich hab' immer versucht, sie Dir zu ersetzen, soweit das in meinen ach so schwachen Kräften stand. Und Du bist mir ein so liebes, gutes Kind gewesen. Nun mußt Du auch zetzt Vertrauen zu mir haben und mir antworten, als ob Tu vor Deinem Vater ständest ... Ist Dein Herz noch frei. 2ora?" Ihr war, als schnüre ihr eine unsichtbare Hand den Hals zu. Die alten Möbelstücke des Zimmers tanzten vor ihr. und die Lichtreflexe des Sonnenlichts auf der glänzend polirten, rothbraunen Tisckplatte stachen ihr plötzlich in die Augen, daß sie wie unter körperlichem Schmerz die Lider schloß. Sie hatte eine andre Frage erwartet. Aber was sollte sie nun sagen? Was sollte sie sagen? Denn dies war ja nur eine Einleitung Der Greis neben ihr wartete eine Weile ganz still. Tann sprach er leise und sie empfand seine zärtliche Stimme nun doch wie eine Wohlthat : Liebe Lora, ich will Dich nicht drängen. Bewahr mich Gott davor. Aber ich möchte Dir doch gern zur Klarheit verhelfen. Sieh einmal, Tu bist in vieler Beziehung anders, als andre Mädchen Deines Alters. Es mag zum Theil davon kommen, daß Tu so viel um mich alten Mann warst, manche Sorge schon früh mit mir getheilt ... sie mir redlich tragen geholfen hast. Aber in der Hauptsache ist es doch Anlage. Du bist eigentlich immer ein innerlich merkwürdig ausgeglichener Mensch gewesen, hast Dich in gewisser Beziehung ja auch selbst erzogen. Erst in letzter Zeit, so schien es mir, ist eine kleine Veränderung in Dir vorgegangen. Ich habe bemerkt, oder ich glaube bemerkt zu haben, daß Deine Ruhe nicht mehr ganz Natur ist, Deine Selbstsicherheit bisweilen erzwungen. Ist es nicht so, Lora?" Sie nickte stumm. Ich bin ein sebr alter Mann. Aber ich babe mir. denk' ich, Verständniß für die Juqend bewahrt. Zumal, das hoffe ich von Herzen, für Dich, liebe Lora. Ich bin in Sorge um Dich beute 081 ganz besonderem Anlaß. Darum munte ich Dich fraaen " Da schlug sie endlich die Augen auf, sah ik.n mit einem verzweifelten Ausdruck an und sagte weh: Ich weiß es ja nicht. Ich kann Dir nicht antworten." Mein armes Kind " Wieder saß sie stumm neben ihm und sann und sann. Wahrheit gesagt, die volle Wahrheit? O äi weis; es rncht . . . Hatte sie o:t Oder war das doch Liebe, die sie in sich fühlte? Liebe . . . Der flotte Korpsstudent tauchte wieder vor ihren Augen auf, mit dem weißen Stürmer auf dem dunklen Haar, dem grün-weißen Sachsenbande über der Brust, der lustige, tolle Willy . . . Ein Kind war sie damals gewesen, ein Baöfisch mit einem kleinen dummen Herzen voll unklarer Sehnsucht ... Das war vorüber und vergessen, ohne alle Schmerzen. Nun war er wieder in ihr Leben getreten. Er hatte sie nickit einmal erkannt bei der ersten Begegnung. Ein wenig hatte das geschmerzt. Dann . . . ja dann? Tann war die übermüthige, aufdringliche Französin der kleinen Herta einmal am Schluß der Stunde in's Schulzimme? gehuscht und hatte von dem jungen reichen Herrn geschwatzt, der der Gnädiasten" jetzt zu Füßen liege. Dummes Gewäsch und doch hatte es weh gethan. War das schon Liebe? Ein paarmal war sie in seinem Vaterhause mit ihm zusammengetroffen, sie hatten miteinander gesprochen, geplaudert. Einen ernsteren Ton schlug er nie an. Und wenn sie bisweilen gemeint hatte, daß in seinen Augen ein Aufleuchten sei . . . das war wohl Einbildung gewesen. Aber auch wenn das nicht: sie wußte ohne jede Eitelkeit, daß sie schön war und daß ihre Schönheit viel bewundert wurde. Von der Bewunderuna bis zur Liebe welch weiter Weg. Daß er mehr für sie empfinde, hatte er ihr nie gezeigt. Er lag wohl auch in festen Banden batte nickt öardi noch aestern e-

icywatzt, das Bild von Frau Baldtn stände auf seine!'! Schreibtisch Mit dieser Frau um einen Mann kämpfen ? Nie nie Oder aber: liebtest Tu ihn wirklich, dann würdest Tu kämpfen! ... Tu liebst ihn gar nicht. Es ist

nichts als ein flüchtiges Interesse. Es ist das unbewußt Fortspmnen der kleinen Jugendeselei Deiner so ganz unwerth so kindisch so thöricht Immer bist Tu sto'.z gewesen. Teine Armuth hast Tu mit Stolz getragen, und jetzt warst Du auf dem besten Wege, bai Eigenste in Tir fortzuwerfen, ohne daß es begehrt wurde Ter alie Herr fühlte wohl, wie die junge Mädchenseele neben ihm kämpfte. Seme Gedanken und Vermuthungen freilich liefen auf ganz falscher Fährte. Eugen Prall dachte er und lächelte dabei in stiller Ironie vor sich hin. Einer großen Leidenschaft hielt er seine kühle Lora überhaupt kaum für fähig. Einer auf Mitleid aufgebaten Neigung ... das war schon möglich. Aber daö ging vorüber. Nicht ohne Leid natürlich eingebildetem oder wirklichem aber ohne Narben. Derartige Wunden schließen sich ganz glatt. Man brauchte nur etwas Balsam darauf zu streichen, und an der linden Hand sollte es nicht festen. Schließlich: solche Schmerzen gehören nun einmal zum Menschenleben. Wenn dann Jahre vergangen sind, erinnert man sich ihrer mit einer leisen, heimrichen Lust, möchte sie nicht ganz auslöschen im (-7edächtnfß . . . Lora war sehr reif für ihr Alter gewiß! Aber ein junges Mädchen bleibt doch ein junges Mädchen. Und weil Lora so reif und so verständig war, hatte diese Sacke gewiß nicht allzuviel auf sich, wurde sicher leicht überwunden . . . So wunderte er sich gar nicht, als Lora plötzlich nach seiner Hand griff, sie stark drückte und impulsiv sagte: Onkel Bruno ... ich ... kann Tir antworten. Ich ... es war ein Traum, eine Phantasterei. Du kannst ruhig sein. Ich bin frei . . . aanz frei . . ." Er wunderte sich nicht. Er drückte ihre Hand wieder, meinte zwar: Lora, es drängt Dich Niemand. Laß Tir Zeit " doch er setzte hinzu: Hast Tu wirklich erkannt, daß es nur ein .jeu de coeur' war, so wirf es hinter Ticb. Lora. Nicht in dem Sinn, daß Tu's verachten sollst. Warum das? Auch Irrthümer tragen zu des Lebens Schmuck bei. Nur wissen mußt Tu. ob Tu ganz frei bist." Ganz frei!" Sie sprach es mit hellerer Stimme, gleich als ob sie ein.' Last von ihrer Seele abgewälzt habe. Tie feinen Falten auf ihrer Stirn aber sah der alte Herr nicht. Er überlegte. Alles, was er gesagt hatte, war ja nur eine Vorfrage gewelen. Sollte er weiter sprechen. Es war ein großes Mitleid in ihm: hieß das dei't lieben Kinde nicht zu viel zumuthen? Und doch: war's nicht richtiger, klüger, alles zu sagen? Gerade jetzt ... Und sie dachte wieder: könntest Tu doch fliehen, flüchten. Tenn nun nun wird er ja erst recht weiter fragen. Steh auf! Lauf hinaus, fort in's Gewühl der Menschen oder über das einsame Schneefeld. Aber was war Damit gewonnen? Ein Aufschub, eine elende Gnadenfrist Und Klarheit muß schließlich doch werden. Auch ihm schulde ich Klarheit Plötzlich faßte der Onkel wieder nach ihrem Arm und begann hastig: Li?be Lora, Du bist ein so verständiges Mädchen. Man kann wirklich mit Tir vernünftig reden. Sieh ich bin ja ein alter Bruder Leichtfuß. Aber bisweilen überkommt mich doch die Sorge. Nicht um mich. Solang ich lebe, geht's schon. Aber wenn d) einmal die Augen zuthue " Er spürte eine heftige Bewegung der Abwehr. Still, Lora! Sprich mir nicht von Deinem Beruf. Das ist im besten Falle eine Zubuße. Ich gebe Tir zu, eine höchst achtungswerthe. Ter Gedanke aber, daß Tu einmal ganz und so ein ganzes langes Leben hindurch auf dies Stundengeben angewiesen sein solltest. Lora, der Gedanke könnte mich zur Verzweiflung bringen. Bitte, laß mich ausreden. Sieh, die Frage, die ich Dir vorhin vorlegte, die wurde mir heute von andrer Seite gestellt . . . von sehr schätzcnswerther Seite." Da war es, was sie gefürchtet hatte! Vor dem sie hätt? flüchten mögen ES war unabwendbar: sie mußte Rede und Antwort stehen. Und doch hob sie die Hände und rief in ihrer Seelenangst: Onkel Bruno . . . lieber Onkel Bruno! Sprich nicht weiter! Ich flehe Dich an!" Mein Kind, ich muß weitersprechen. That' ich's jetzt nicht, dann müßte ich es morgen thun. In dieser Weise, mit einem Aufschrei, läßt sich solch eine Angelegenheit nicht erledigen. Ich sehe, Du weißt, was ich meine. Nun also: Ter Geheimrath hat mich nur gefragt, ob ich glaube, daß Tei:: Herz noch frei sei? Nicht mehr. Aber diese Frage in Verbindung mit seinem ganzen Benehmen Dir gegenüber kann nur die Einleitung zu Weiterem gewesen sein. Und weil ich's so ansehe, wollte ich Dir rechtzeitig Gelegenheit geben, Dich zu prüfen. Ich werde mich jedes, aber auch jedes Versuchs, Dich zu beeinflussen, enthalten. Du mußt nach allen Richtungen hin selbst ents Heiden. Denn Du entscheidest vUx Dein eigenes Geschick." Er schöpfte tief Athem. Das Sprechen war ihm schwer aeworden. Nu?

mit einem Seitenblick streifte er erwar

tungsvoll ihr Gesicht. Es war wie versteinert. Als ob sich der Ausdruck eines großen Schmerzes für immer in die schönen Züge geprägt hätte. Sie saß regungslos, den Kopf ein wenig zurückgelehnt, wie in tiefem Denken, die Augen zur Zimmerdecke gerichtet. Es war doch merkwürdig, wie sie's aufnahm. Er hatte durchaus nicht auf ein hastiges Zugreifen gerechnet, ebensowenig wie auf ein schnelles Ablehnen jedenfalls aber auf eine ruhige, ernste Auseinandersetzung, auf ein Abwägen nach allen Seiten hin. Es war ja freilich ein Entschluß Seine verständige Lora Und nun dieses Schmerzensantlitz. Was rang nur noch in ihr? Es war sehr still im Zimmer. Tie alte Holländerin tickte melancholisch. Ter letzte Sonnenstrahl kroch langsam von der rothbraunen Mahagoniplatte des Tisches. Mit einem Male schrie Lora auf: Nie niemals!" sprang jäh empor, schlug die Hände gegen die Schläfen. Und sie warf sich neben dem alten Manne auf den Boden, umklammerte ihn: Ich kann nicht ... nie ... niemals!" Ueber sein Greisengesicht zuckte es weh. Er begrub eine Hoffnung, und er wußte einen andern, den dies Nie" bis in's tiefste Herz treffen würde. Ld er meinte nur leise: Kind! Man sollte niemals so entschieden ,Nie nie' sagen " Dabei legte er seine Hand zärtlich auf ihren Scheitel: Lora! Laß Dir Zeit! Tenle an Tasso: ,Jn der Entfernung zeigt sich alles reiner, was in der Gegenwart uns nur verwirrt!' " 10. Kapitel. eihnachten war vorüber. Ein 9 stilles ernstes Sfceft für Lora. Ter kleine Christbäum leuchtete nur dem alten, noch immer kränkelnden Oheim und ihr. Am Spätnachmittag des Heiligen Abends wurde für sie ein großer Korb wundervoller Rosen abgegeben mit der Karte Möllcr-Sieghards. Sie war ihm dankbar, daß leine Zeile die Sendung bealeitete. kein Wunsch eines frohen Festes. So unfroh wie sie war Nicht einmal der Brief Hardis hatte sie gepackt. Warten ... warten! Ihr kalten Verstandesmenschen! Ein halbes Jahr fremd nebeneinander hergehen, sich innerlich verzehren! Ihr wißt nicht, was das heißt! Es ist ein Raub an unserm Glück. Lora, ich begreife das nicht, begreife Tich nicht. Ist das Freundschaft? Meinen Ohren habe ich nicht trauen wollen, als Papa mir sagte, daß er mit Dir berathen. Beratben mit Dir und Du konntest das über Dein Herz bringen! Aber wartet nur: auch dies halbe Jahr wird vorübergehen. Conny und mich und unsre Liebe wird es nicht ändern " Und darunter: Ich bin rasend wüthend auf Dich. Komm bald einmal pi mir. damit ich Dir Deine sdränen Augen auskratzen kann. Ich muß Dir doch auch meine Weihnachtsgeschenke zeigen " Vielleicht batte sie schlecht berathen. Vielleicht war es so: auch dies Halbjähr änderte Hardi nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, der Vater hätte rundweg Nein" gesagt. Aber das alles war ja gleichgiltig Nun hatte die Schule wieder begönnen. Es war eine leise, halb unbewußte Hoffnung in Lora gewesen, die geregelte Thätigkeit, der Zwang würden ibr den inneren Halt zurückgeben. Leben und Kraft, Frische und Freudigkeit. Auch das war ein Irrthum Lora kam, die kleine schwareMappe mit den Heften unter dem Arm, vom Institut zurück und ging über den Hof, dicht an der Hausmauer entlang, wo ein schmaler Weg in den hohen Schnee geschippt war. Sie ging wie ein müder Mensch, langsam, mit hängendem Kopf. Als sie an -dem Prall'schen Laboratorium vorüberschritt, wurde heftig ein Fenster aufgestoßen. Vom Fensterbrett stob der Schnee bis auf ihren Mantel, ein paar Flocken trafen ihre Wange, so daß sie leicht zusammenschrak und aufsah. Eugen Prall stand am Fenster, nickte ihr u und fragte: Wenn's nicht unbescheiden ist. Fräulein Lora haben Sie Ihren Siegelring am Finger?" Lora erzwäng ein kleines Lächeln. Meinen Siegelring? Gewiß. Aber was soll's damit?" Wollen Sie nicht auf einen Augenblick bei mir eintreten? Solch Labo ratorium ist ja neutrales Gebiet." Oft genug war sie früher, mit dem Onkel und allein, in der Arbeitsstubc des Gelehrten gewesen. Sie war auch jetzt zu vorurteilsfrei, um irgend ein Bedenken zu hegen. Trotzdem zögerte s. Ich möchte Ihnen gern etwas zeigen. Fräulein Lora. Es hängt mit dem Siegelring zusammen." Plötzlich nickte sie. Meinetwegen, Doktor " und ging die paar Schritte wetter zum Etngang. Der Doktor kam ihr bis zur Thür entgegen. Sie trat rasch durch den Korridor in das Laboratorium. Eigentlich war's nur die Küche der kleinen Wohnung. Aber Prall hatte sie sich geschickt für seine Zwecke eingerichtet, den Herd erweitert, längs der Fensterfront ein paar Arbeitstische aufgestellt, auf denen allerlei Apparate

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standen. Sogar eine kleine Dynamo feble in einer Ecke nicht. 'Was gibt's, Doktor?" fragte sie und legte die Mappe zwischen einige Retorten auf den nächsten Tisch, schob ihr Pelzbarett ein wenig hoch und strich mit der Rechten über ihren Scheitel. Er stand dicht vor ihr und blickte sie aufmerksam an. Sie sehen nicht gut aus, Fräulein Lora," meinte er kopfschüttelnd. Es klang ganz bekümmert. So matt . . . abgearbeitet ... ich weiß nicht . . ." Ach ich!" Sie erzwäng wieder ein müdes Lächeln. Lassen Sie mich nur aus dem Spiele!" Dabei hatte sie schon den Handschuh abgestreift und den Wappenring: Da, Doktor er steht zu Ihrer Verfügung." Er nahm den Ring und betrachtete scheinbar mit größter Aufmerksamkeit den Blutjaspis mit dem eingeschnittenen Wappen. Es war nur ein Vorwand, er kannte diese drei ineinander verschlungenen Ringe im Schilde ja längst. Aber er war ein wenig befangen. Dann wandte er sich einem großen länglichen Kasten zu, der an der Wand angebracht war. Ich möchte Ihnen etwas zeigen, Fräulein Lora. Es hat noch kein Mensch außer mir gesehen, und ich bitte auch Sie, das, was Sie sehen werden, ganz für sich zu behalten." Er schloß den Kasten auf, der vordere Deckel klappte herunter. In dem Jnnenraum, durch den ein Gasrohr geleitet war, brannten nebeneinander sechs Flammen. Tavon man konnte es selbst jetzt, im Dämmerlicht des Winternachmittags, deutlich unterscheiden leuchteten die drei rechten in strahlender Helle; ihr Glanz war so groß, daß er das Licht der drei linken fast grau erscheinen ließ. Lora war neben ihn getreten, nun doch interessirt. Hier, Fräulein Lora dies sind die Strümpfe der weltberühmten Baldin'schen Prometheusgesellschaft," erklärte er, jetzt ganz sachlich und ruhig. Dies aber sind die neuen Prall'schen Apparate. Seit zwei Jahren arbeite ich an ihnen, ja die Idee, die sich auf Zuführung von Sauerstoff in den Verbrennungsprozeß begründet, reicht noch weiter zurück, denn ich hab? schon, als . . . als ich die ersten Patente )oxtgab, die damalige Erfindung für ganz unzulänglich erklärt. Aber reif, fertig ist mein neues Licht erst im letzten Vierteljahr geworden." Er schöpfte tief Athem. Und nun achten Sie auf, Fräulein Lora: diese Strümpfe hier brennen jetzt ununterbrochen drei Wochen, Tag und Nacht. Heut, in Ihrer Gegenwart, werde ich auf die sechs Brenner neue Strümpfe aufsetzen " (er ging zum Nebentisch und tauschte, während er weiter sprach, die Apparate aus) hier wieder Prometheus hier Prall ... so! Nun schließen wir den Kasten. Sie, bitte, nehmen den Schlüssel in Verwahrung . . . und jetzt versiegeln wir, damit ich vor aller Versuchung, nachzuschauen, bewahrt bleibe, den Teckel mit Ihrem Ringe. So. Fräulein Lora . . . heut über sechs Wochen aber wollen wir Beide das Verlies wieder öffnen und uns überzeugen, ob ich mich getäuscht habe oder nicht, ob meine Apparate auch die letzte große Probe auf ihre Dauerhaftigkeit so bestehen, wie ich hoffe. Sie werden es . . . und dann . . . dann . . ." Er brach ab, mitten im letzten Satz, den er mit leidenschaftlich gesteigerten Accenten gesprochen hatte. Hastig faßte er nach der Hand des jungen Mädchens, aus der der kleine Schlüssel zur Erde klirrte. Um Himmels willen . . . hab' ich Sie erschreckt, Fräulein Lora? Bitte, setzen Sie sich doch . . . hier, ein Glas Wasser! Nehmen Sie wenigstens einen kleinen Schluck. Es ist wohl auch unvernünftig warm hier? Ich Thor!" Aber Lora hatte die Augenblicksschwäche 'ehern überwunden. Es ist nichts. Doktor. Vor allem sind Sie unschuldig. Nur einen Moment noch " Sie versuchte, recht gelassen zu sprechen, aber es gelang ihr schlecht, und sie saß dabei ganz still, mit leicht gesenktem Kopf. Er sah wohl, sie litt, und er kam sich unglaublich hilflos vor. Ten Schlüssel hatte er wieder aufgehoben und ihr auf den Schooß gelegt; nun stand er. mit dem Wasserglas in der Hand, vor ihr. Haben Sie das jetzt öfters, Fräulein Lora? Ich sah schon vorhin . . . ich sah auch schon neulich, daß Sie elend aussehen. Das sind ganz gewiß die Schulstunden ... in den schlecht ventilirten Räumen..." Nein ... nein, lieber Doktor!" Es kam so matt heraus Natürlich ... da bauen sie Prachtgebäude für alles-mögliche! Allenfalls auch 'ne Prachtfassade für ein Schulhaus. Aber an die rechte Hygiene denken sie nicht, lassen die Kinder und die Lehrer und die armen Lehrerinnen eingepfercht sitzen in überfüllten Klassen...Es ist ein Skandal! Jede alte Dorfschule ist besser ... bei der ventilirt's wenigstens durch die dünnen Wände und die schlechtschließenden Fenster! Sie armes, liebes Kind, Sie! Aber ich werde mal mit dem Onkel ein ernstes Wort sprechen . . ." (Fortsetzung folgt)

(J5.n ehrlicher Dieb. Untersuchungsrichter: Nach dem Einbruch haben Sie dann die Waaren in Ihre Wohnung geschafft?" A geklagter: Nein, erst hab' ich sie mit meinen Genossen ehrlich getheilt."

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