Indiana Tribüne, Volume 28, Number 230, Indianapolis, Marion County, 20 May 1905 — Page 3
Indio Tribüne, 90. Mai 1903
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Bombcnexplosion. Admiral Bmloff erhält den Oberbefehl über die Flotte.
Forscher ermordtt. (5ine Tccschlacht bevorstehend. Ueberschwemmungen in Italien. Französische Marokko Pläne. Zar's Geburtstag.
Ruhland. Bombe explodirt. Warschau, 19. Mai. Ein Vrdei. ter, welcher auf Miodowa Straße zwei Detektives aus dem Wege gehen wollte, strauchelte am Rinnsteine. Eine Vom' de, die er in der Rocktasche trug, explodirte im Fallen. Der Arbeiter und die beiden Detektives wurden getödtte; 9 andere Personen trugen Verletzungen davon. Man glaubt, daß die Bombe für Generalgouverneur Maximovitch bestimmt war, der, wie man vermu thete, an jener Stelle auf dem Wege nach der Kathedrale vorbeikommen sollte. Dem Generalgouverneur waren kürzlich Drohbriefe zugegangen. Die Polizei trifft umfangreiche VorsichtSmaßregeln, sobald er daS Schloß der läßt. Späteren Nachrichten zufolge find durch die Bombe 23 Personen, darunter drei Frauen, ein Student und zwei Schulknaben, verletzt worden. Der Mann, welcher die Bombe trug, ist nnn als der polnische Schuhmacher DobrowalSki identisicirt worden. Einen Revolver und ein Bündel Briefe fand man in seinen Taschen. Viele Verhaftungen folgten und überall hält die Polizei Haussuchungen ab. Gouverneur Marimowitsch hat kürz lichDrohbriefe erhalten, in welchen man ihm mittheilte, daß, weil er gestattete, daß man Männer, Frauen nd Kinder niederknallte, er mit feiner Familie dem Tode verfallen sei. Ab nach Wladiwostok. St. Petersburg, 20. Mai, 2 Uhr früh. Vice.Admiral Birileff ist zum Oberbefehlshaber der russischen Flotte im Stillen Ocean ernannt worden. Er wird am 25. d. MtS. nach Wladiwostok abdampfen, um RojeftwenNy'r Flotte bei ihrer Ankunft daselbst empfangen zu können. Rußlands Protest. St. Petersburg, 19. Mai. Der russische Gesandte in Pekin hat die chinesische Regierung benachrichtigt, daß die Japaner die Absicht Hütten, den Kaiser von Korea nach Japan zu drin gen in Verletzung deS Vertrages von Shimonosaki. welcher die UnabhängigKoreas garantirt. Gleichen Protest erließ Rußland an sämmtliche Mächte. St. Petersburg. 19. Mai. Der Geburtstag des Zaren wurde als allgemeiner Feiertag begangen. Die Häuser und die Schiffe im Hafen waren beflaggt. Läßt sich nicht einschüchtern. Et. Petersburg, 20. Mai., (2:10 früh). Capt. Clada sieht wei teren Strafen entgegen. Trotzdem ihm befohlen wurde keine weiteren Artikel zu veröffentlichen ehe er dieselben der Admiralität vorgelegt hat, fährt der Capitain ungestört fort dies zu thun. China. Togo südlich von Formosa. H o n g k o n g, 19. Mai. Um den Ruffen die Durchfahrt durch die Balin tang-Straße, nördlich von Luzon, in ter: Stillen Ocean z verwehren, soll Togo den größeren Theil seiner Flotte südlich der Insel Formosa formirt haben. Nach letzterer, die unter Kriegsrecht steht, ip Uederführung von Frauen und ....rn erfolgt, die bislang auf den PescadoreS'Jnfeln in der Straße von Formosa ansässig waren. Das russische Geschwader soll sich theils bei den Pratas.Jnseln, theils in der Shuandai-Bucht, 35 Meilen nördlich vom Kap Varella, aufhalten. Zndochina. Russische Schiffe. Saigon, 19. Mai. Bei Nha-Be liegen 43, meistens russische und deutsche Kohlenschiffe unter Bewachung des französischen Kanonenbootes Caron ade"; 20 ähnliche Schiffe werden bei Kap St. JameS von dem französischen Kreuzer d'AffaS" bewacht. DaS rus fische Handelsschiff Kiew liegt noch im hiesigen Hafen. Vorläufig werden keine Nachrichten von der russischen Flotte erwartet, eS sei denn, daß eS bei den PereadoreS Inseln zu Kämpfen kommt und daß be schädigte Schiffe hierher kämen.
Grokdritannien. Forscher ermordet. London, 19. Mai. Lefter C. Winterton aus Chicago und sein Be gleiter, der Engländer James Bowden wurden auf einer Forschungs'Expedition im Sudan nächtlicherweile in ihrer Hütte bei Wadyhalfa von Banditen überfallen. Sie setzten sich tapfer zur Wehr, wurden jedoch durch Axthiede niedergestreckt. Minterton ist seinen Wunden erlegen, während sein Freund genas. Seeschlacht jeden Augen blick erwartet. London, 19. Mai. Fachleute sind der Anficht, daß die große Seeschlacht jeden Augenblick beginnen kann, da nach zuverlässigen Berichten die ruf sischen Schiffe Kurs auf die Meerenge von Formosa genommen haben und Togo seine Schiffe zusammengezogen hat um ein Vordringen Rojeftvenöky's zu hindern. ES wird berichtet, daß Togo die Ruffen angreifen will bevor sie Vladi voftock erreichen, wo sie ihre Schiffe beffer zum Gefechte vorbereiten könnten. Der Kampf kann in der Meer enge von Formosa oder auch in der von Korea stattfinden. - Eine Coxey-Armee. L o n d o n , 19. Mai. Durch den Mißerfolg der jüngsten Gribble'schen Demonstration keineswegs entmuthigt, organifirt jetzt das sozialistische Parla mentSmitglied JameS Keir Hardie in England eine Kundgebung größeren Umfangs zu Gunsten der Unemployed Bill", welche 'auf Unterstützung bezw. Beschäftigung Arbeitsloser von Staats wegen abzielt. Aus allen größeren Städten des Landes sollen am 10. Juni viele Tausende nach London pilgern, um im Heyde-Park zu Gunsten jener Vorlage zu demonftriren. Frauen und Kinder der Pilger sollen während der Abwesenheit Letzterer an die öffentliche Wohlthätigkeit appelliren, resp, in den Schulen nach Brod schreien. Italien. Ueberschwemmungen in Italien. Rom, 18. Mai. Die meisten Flüffe im nördlichen und südlichen Italien find ausgetreten, da es die letzten sechs Tage fast fortwährend geregnet hat. Der Po hat die Stadt Moncalieri, nicht weit von Turin, überschwemmt und die Einwohner haben den unteren Theil der Stadt verlassen. Auch die Städte Alessandria, Vicenza u. Padua find überschwemmt. In der Provinz Venedig stehen Tausende von Acres unter Wasser, viele Brücken find zusammengeftürzt und eine große Menge Vieh ist ertrunken. Sen. Hy. Cabot Lodge beim König.
Rom, 19. Mai. König Victor Emanuel empfing heute in sehr freund licher Weise Senator Henry Cabot Lodge von Massachusetts in Privatau dienz und zeigte großes Interesse für amerikanische Verhältnisse. Die Unter redung, welche in englischer Sprache geführt wurde, dauerte etwa eine halbe Stunde. Frankreich. Schöne Pläne. Tanger, 19. Mai. Die franzöfischen Pläne für Marocco schließen die Etablirnng einer Bank, die Ueber nähme der Zolleinnahmen und die Fi nanz'Verwaltung gewisser Departe mentö, einschließlich der Armee, sowie die Etablirung einer Rate für mauri sches Silbergeld ein. Von Fez kommt die Behauptung, daß Graf von Tattenbach, der Abgesandte des deutschen Reiches, dem Sul tan ein Reform-Programm unterbiet ten wird. Allen marokkanischen Minister find hohe deutsche Orden verliehen worden. Spanien. Große Nothlage. M a d r i d, 19. Mai. Die Regie, rung hat einen neuen Credit von 5460,000 für die Unterstützung der durch die Dürre in der Provinz Sevilla Betroffenm bewilligt.
Deutschland. Sensationsgerüchte. Berlin, 19. Mai. Die noch Depescben auö New Dort dort verbreitete Nachricht, daß eine geheimnißvolle Persönlichkeit an Bord der Rennyacht Hamburg" niemand anders als Prinz Adalbert sei, hat hier in weiteren Kreisen Heiterkeit erregt. Vielfach bezeichnet man aber auch diese Art der Nach-richten-Fabrikation für eine große Abgeschmacktheit und für um so einfältiger, als jeder, der die laufenden Meldungen über den Aufenthalt der kaiserlichen Familie in der jüngsten Zeit auch nur einigermaßen verfolgte, die Sensa tion" als eine plumpe Erfindung erkennen mußte. Prinz Adalbert derweilte in den letzten Tagen bei der Kaiserin in Potsdam. Am Montag besuchte er die Schuch'sche KunftauSftellung in Berlin. In hiesigen amtlichen Kreisen wird der Gedanke, daß ein preußischer Prinz sich u bekannter Weise in New Jork aufhallen könne, für einfach absurd erklärt. Die französische Gesandt schaft zurKronprinzenHochzeit. Berlin, 19. Mai. Aus sonst gutunterrichteter Quelle verlautet, daß der Beschluß der französischen Regierung. eine Spezial - Gesandtschaft zur Hochzeit des Kronprinzen Wilhelm mit der Herzogin Cecilie von MecklenburgSchwerin am 6. Juni nach Berlin zu schicken, auf die ureigene Anregung des Ministers d:S Aeußern Delcaffe zurück zuführen ist. Dieser Schritt, welcher hier allgemein überrascht hat, ist somit, nach einhelliger Ansicht, als ein Zeichen der Geneigtheit der Pariser Machthaber aufzufassen, ein besseres Verftündniß anzubahnen und insonderheit den Disput über Marokko auf eine zu friedenftellende Art beizulegen. Daß gerade Delcasse, der bei seinen marokkanischen Abmachungen mit England den deutschen Nachbarn ignoriren zu können glaubte, nunmehr ein solches Entgegenkommen bekundet, wie es sich in der Entsendung der Hoch-zeitS-Abordnung dokumentirt, wird mit nicht geringer Befriedigung aufgenommen und gilt als eine Rechtfertigung deS deutschen Standpunktes. Deutschland wünscht, so wird hier nach wie vor mit Entschiedenheit betont, die Erhaltung der Integrität
Marokkos und der Souveränetät des Sultans und besteht auf Zubilligung gleicher Rechte an die Staatsangehöri gen aller Länder ohne Ausnahme, wie sie durch die Konvention von Madrid festgestellt worden sind. Zarina stiftet Unfrieden. Berlin, 19. Mai- Böses Blut zwischen den Kaiserhöfen in Berlin und St. Petersburg scheint der zur Kennte niß deS Kaisers gelangte Inhalt eines Briefes gemacht zu haben, den die Zarina aus St. Petersburg an eine ihrer Verwandten in Darmftadt richtete. In dem Schreiben wird die russische Großfürsten.Clique für alles Unheil, das über Väterchens Reich hereingebrochen, in erster Reihe verant wortlich erklärt. Außerdem enthält der Brief eine herbe Kritik der deutfchen Behörden, welche, wie es heißt, sich der Gelegenheit freuten, Rußland's Unheil und Ungemach für ihre eigenen Zwecke und Vortheile auszunützen. Selbstmord. Wiesbaden, 19. Mai. Der bekannte Chirurg und Chefarzt der Gesellschast vom Rothen Kreuz. Dr. Karl Rosen hat Selbstmord begangen. Er hatte angeblich schon früher mehrfach den Versuch g macht, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Ueber den Beweggruno der That ist in der Depesche nichts angegeben. Alex. Schwarzschild verduftet. B e r l i n, 19. Mai. Auö Frankfurt a. M. hat sich Alexander Schwarz fchild, Inhaber der Bankfirma Meier und Schwarzschild, auf und davon gemacht. Eine oberflächliche Untersuchung der Bücher hat ergeben, daß die Passiva ungefähr zwei Millionen Mark betragen. Verfehlte Spekulationen sollen den Ruin herbeigeführt haben. Friede auf der Hochschule zu Charlottenburg. Berlin, 19. Mai. Rektor und Senat der Technischen Hochschule in Charlottenburg und die dortige Stu dentschaft haben jetzt die Streitaxt begraben und in aller Form Frieden ge schloffen. Ein Anschlag am Schwarzen Brett erklärt, keine Seite habe eine Be leidigung der anderen beabsichtigt. Alle Aeußerungen, die als Beleidigung em Pfunden worden, würden zurückgenom
men. Bekanntlich hatte der Rektor, Dr. Miethe, den von ihm auf Befehl des preußischen Kultusministeriums aufgelösten studentischen Ausschuß des Wortbruchs bezichtigt und die Studen, tenfchaft war den Erklärungen des Rek torö in einer gepfefferten öffentlichen Mitttheilung entgegengetreten. Der Conflict hatte sich neuerdings immer mehr verschärft. Zuletzt drohten die Studenten mit Streik und Boykott. So hielten eS denn der Senat sammt dem Rektor an der Zeit, den Rückzug anzutreten, und ein entsprechender Be schluß wurde gefaßt, durch den die Stu qenten zufriedengestellt sind. Unter Verdacht verhaftet. Darmftadt, 19. März. Hier hat es ungeheures Aufsehen erregt, daß der bisher allgemein geachtete Professor der Bergbaukunde CheliuS in Haft genommen ist. Nach Angabe der Behör den steht er im Verdacht. SittlichkeitSverbrechen begangen zu haben. Türkei. Der Hexenkessel b'r o d e l t. S a l o n i ck i, 19. Mai. In einem Scharmützel zwischen türkischen Truppen und Griechen wurden 25 der Letzteren getödtet. Eine serbische Bande machte in einem Kampfe nahe Krushewa 17 Bulgaren nieder. Oefterreich'Ungarn. Plausible Ausrede. Wien, 19. Mai. Der Gesandte Storer hat den Fall des EinwänderungS - Kommissär Braun gegen die Authoritäten von Budapest in die Hand genommen. Die Behörden behaupten, daß Herrn Braun'S Postsachen irrthümlich geöffnet wurden und daß dicS nicht wieder vorkommen würde.
Verdientes Urtheil ffür ruchlosen Mord. S t. P a u l , Minn., 19. Mai. Die Geschworenen, welche den Fall William Williams, welcher der Ermordung der Frau F. S. Keller und ihres Sohnes John angeklagt war, zu entscheiden hatten, fanden denselben heute Abend 11:15 Uhr schuldig des Morde im ersten Grade. Richter Lewis verur theilte den Gefangenen sofort zu Tode. Gouv. Johnson wird den Tag der Hin richtung festsetzen. Williams ermordete am 10. April d. I. Frau Keller und ihren Sohn, weil dieselbe dem letzteren nicht erlaubt hatte, den Williams nach der unteren Stadt zu begleiten, da eS ihr Wunsch war, die Intimität zwischen den beiden zu brechen. Die Vertheidigung versuchte, Irrsinn bei Williams nachzuweisen. ase-Ball. American-Association. MinneapoliS, 19. Mai. MinneapoliS. . .1 0010020 4 Indianapolis. .00000010 01 Batterien Stoval und Schmidt; Reidy und Roth. Milwaukee, 19. Mai. Milwaukee....0 0 003 40 1 8 Toledo ;.00000 1 002 3 Batterien Batanan und Beville; Minnehan und Clark. St. Paul, 19. Mai. St. Paul 0 0 02 2 2 1 0 7 LouiSville 2 0 0 0 0 0 0 0 02 Batterien Slagle, Sorbett und ZaluSky; Ferguson und Schriver. KansaS City. 19. Mai. KansaS City. .000000001 01 ColumbuS. ..0 00001000 0 1 Batterien Kilroy und Butler ; Beil und Ryan. N a t i o n a l L i g a. Philadelphia, 19. Mai. Philadelphia. ..2 0030220 9 Cincinnati ....0 0030000 14 Batterien Pittinger und Dooin; Ewing und PhelpS. Brooklyn, 19. Mai. Brooklyn....0 1 000 00 0 0 0 1 Chicago 00000 0 1 00 1 2 Batterien Bason und Bergen; Brown und Kling. Boston, 19. Mai. Boston 01 00 000 02 3 St. LouiS ....00 7 00400011 Batterien Frazer und Needham; McFarland und Grady. New York, 19. Mai. New York 1 0 0 0 1 0 0 5 7 Pittöburg 000000 1 00- 1 Batterien Taylor und BreSnahan; Robertelle und Carisch.
Die gcnickflarre.
Tie Verbreitung und die Ursache der gefährlichen Krankheit. Sr.mptomc der Tcuchc-Ungünstige Lcbenö' bedingungen Ein ToppelcoccuS Todesraten uud schlimme Nachwehen bei Ge-nesenen-Vorkenrende Maßnahmen. Im Hinblick auf das starke Auftreten der Genickstarre ;n Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Amerika rn jüngster Zeit dürften die folgenden 'u5:yrungen Dr. Hubners-Frank-furt des Interesses nicht ermangeln. Im Jahre 1805 trat in Genf eine Erkrankung auf, bei der vor allem eine krampfhafte Zusammenziehung der Nacken- und Rückenmuskulatur auffiel. Dadurch erschien der Körper nach hinten gebogen, der Kranke bot das Bild der Genickstarre. Zunächst suchte man die neue Krankheit als eine besondere Form schon bekannter Jnfektionskrankheiten, des Typhus z. 23., aufzufassen, denn daß man es mit emer ansteckenden Krankheit zu thun hatte, dafür sprach die Häufigkeit und die Ausbreitung der Erkrankungen. Man erkannte bald als ihr wesentliches Moment die eitrige Entzündung der Hirnund Rückenmarkshäute. Sie befiel borwiegend das jugendliche Alter; jenseits des 50. Lebensjahres waren die Erkrankungen selten. Von Genf verbreitete sich die Seuche ans in den wärmeren Strichen der gemäßigten Zone, im zweiten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts in Südfrankreich, im fünften in Amerika. Zwischen den einzelnen Epidemieen lagen so große Pausen, daß man sie für völlig erloschen hielt. Dänemark und die skandinavische Halbinsel wurden in den 50er Jahren, Deutschland in den 60er Jahren heimgesucht. Zuerst hatten die östlichen und nördlichen Provinzen Preußens unter dieser Geißel zu leiden, dann, aber in geringem Grade, Mittel- und Süddeutschland. Dann kamen Oesterreich, die BalkanHalbinsel und Griechenland an die Reihe. Seitdem ist die Genickstarre nie mehr ganz verschwunden, vereinzelte Fälle traten bald da, bald dort auf, besonders waren es Hausepidemieen in Kafernen, auch wohl in Schulen und Pensionaten. Ueberhaupt scheint das dichte usammenwohnen der Menschen für d:e Ausbreitung dieser Seuche günstig zu wirken. In großen Zügen, wie die Cholera oder die Pest, ist die Genickstarre niemals aufgetreten, es waren stets gewisse Orte, in denen sie eine relativ geringe Anzahl von Perfönen befiel. Außer ungünstigen Le-bens-und Wohnungsbedingungen scheinen auch starke, körperliche Anstrengungen für die Erkrankung empfänglicher zu machen; wenigstens will man beim französischen Militär einen Nachlaß der Erkrankungen nach Erleichterung des Dienstes gesehen haben. Die Lieblingszeit der Epidemieen waren stets der Winter und der Frühling, also die kalte und nasse Jahreszeit. Als Krankheitserreger darf man jetzt mit Bestimmtheit einen Doppelcoccus (kugelförmige Bakterie) bezeichnen, der vorwiegend in dem Eiter der Hirnhäute und dem Nasenschleim gefunden wttd. Ueber die Art seiner Verbreitung, über die eigentliche Urfache der Hausepidemieen ist man noch nicht im Klaren; es dürfte wohl das Wahrscheinlichste sein, daß der Krankheitserreger durch die Einathmungsluft in den Körper gelangt, in dem er von der Nase nach dem Gehirn zu wandert. Der Beginn der Erkrankung ist meist ein plötzlicher; sie setzt mit einem Schüttelfrost ein, dem bald hohes Fieder und starke Schmerzen in Kopf und Rücken folgen; die Nackenstarre tritt dann meist im Laufe eines Tages ein. Die Lebensgefahr ist für den Erkrankten eine ziemlich hohe; nach den Zahlen der älteren Statistiken berechnet sie sich auf 37 Todesfälle auf 100 Erkrankte. Bei den Genesenen bleiben oft Spuren der Verwüstung im GeHirn zurück, vor allem in Form von Schädigungen des Seh- und Hörvermögens. In neuerer Zeit haben jedoch die Bestrebungen, gegen die Cholera, den Typhus, die Tuberkulose anzukämpfen, zu einer so intensiven Ausg?ftaltung aller vorkehrenden Maßnahmen und zu einer solchen technischer Schulung der staatlichen und städtifchen Behörden geführt, daß überall, wo die Genickstarre sich zeigt, auch gegen ihre Weiterverbreitung sofort ein energischer Kampf einsetzt. Carnegies netteste Schenkung. Die $10,000,000 betragende neueste Schenkung Carnegies ist die höchste Gabe, die in Amerika jemals zu Nutz und Frommen des Lehrpersonals der höheren Schulen gestiftet worden ist. Der Zinsengenuß des Kapitals ist bestimmt, alten, nicht mehr arbeitsfählgen Lehrern an Universitäten, Colleges und technischen Hochschulen in den Ver. Staaten, sowie in Kanada und Neufundland Pensionen zu gewähren und ihnen ein sorgenloses Alter zu ermöglichen. Die Pensionsvertheilung geschieht ohne Rücksicht auf Rasse. Geschlecht, Glauben oder Farbe. Die Verwaltung des Kapitals wird in die Hände von Trustees gelegt, welche auf je fünf Jahre zu erwählen sind. Sie können unter Umständen Geldmittel auö dem Fonds auch für andere Unterrichtsanstalten und deren Lehrer bewilligen, deren Hauptzweck es ist. der Volkserziehung im Allgemeinen zu dienen. ,
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3 deutsche Haushaltungen so. f oh! ! in amerikanischen tft jj Dr. August Kosnig's amöurger Krusttüee hoch geschäyt zur Heilung von Husten, Erkaltung, Aronchitis, gciscrkeit, Ifthma. j Dr echt Thee ist ebenfalls enanni atm ca Beste cll. Mittel gegen Grippe. r wärmt das Vlut. vermin, dert de et,, stärkt, stellt teder her und heilt. M & H Aerzte. Dr. J. A. Sutcüffe, Wund-Arzt, Geschlechts., Urin, nnl&ecturn Rrankkeilen. Dfffce : 155 OK Market Stt. Tel. 941 OM'.-t'Ltkde : 9 MI 16 Uhr m. ; , bis svh,. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Gehandelt alle akute und chronische Krankheiten. Seburtöhülfe Speztalität. Office: 14 e Ohio Str. 8Hwtnnbtn : oynung : l0 adn Av, 1011 onu. prechstuen : 78 toi d 4 Räch. Sonntag : 5 Nachm. Setntag : Wohnung tlehho: .10-10.10 m. t 06 ; Rtu. MM kvtzv. Ren u. Warum nicht $ 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel .... und .... Teppiche .... sotvie .... ....Garland Oefen.... und bei WILLIG'S ...Miibcl-Handlug... 141 West Washington Straße. No. 449 vft Washington Str. es H Office: UM ft tnu Mm. us Xeletzßn 6485.
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