Indiana Tribüne, Volume 28, Number 229, Indianapolis, Marion County, 19 May 1905 — Page 7

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(Fortsetzung.) rsltiabarrt hat iich ganz plötzlich zur Reise entschlossen-" Tie Französin bejahte. zog die Achseln hoch, lächelte derschwitzt. Aber mit einem etwas scheuen Blick auf Loras herbes Gesicht sagte sie nur: (53 ist Madame zu kalt hier." Hastig trat Lora in des Onkels Zimmer. Tie kleine Herta saß neben Prall auf der Truhe. Er mußte ihr irgend etwas Komisches erzählt haben, btm sie lachte üb'r das ganze bildhübsche Gesichtcben. Und der Greis lag auf seinem Sofa und blinzelte der Eintretenden listig, ein wenig ironisch zu. .Herta!" Da kam das Kind auch schon, die langen, blonden Locken schüttelnd, aus Lora zugesprungen mit ausgebreiteten Armen: schönen Gruß von Mama!" und schmiegte sich zärtlich an. Lora hatte nur den einen Gedanken: wie schaffst Tu sie möglichst schnell fort. Sag den Herren Adieu, Herta, ich zeig' Tir noch etwas hier nebenan . . Tie Kleine zog ein ganz betrübtes Gesicht. Aber artig, wie sie immer war, ginz sie sofort zu dem alten Herrn, dann zu Prall, machte ihr Knickschen, gab die Hand. Grausam sind Sie, Fräulein Lora," meinte der Toktor. Wir waren so gut im Zuze ... ich hab' Ihrer Herta eben erklärt, wie ein Küken aus dem Ei kriecht und die Frau Mutter -ackert." Sie nickte ibm freundlich zu. nahm das Kind an der Hand und führte es hinaus: als die Thür sich geschlossen, küßte sie es zärtlich, wie unter einem starken Impulse. Aber sie drängte es fast aus dem Hause. Am liebsten wäre sie nicht mehr zu dem Onkel gegangen, solange Prall bei ihm war. Sie fürchtete sich beinahe. Tann kam sie sich feig vor und trat dock wieder ein. Ter Tottor saß noch immer auf seinem alten Platz und rief ihr gleich entgegen: Was war denn das für ein allerliebstes Mariell? Solche Schülerin lape ich mir gefallen." Sie machte sich um den Greis zu thun, der sie wieder so eigen ironisch anlächelte, und sie dachte: Könntest Tu die Antwort vermeiden." Aber dann dünkte ihr auch das eine Feigheit. So trat sie auf Prall zu. legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte ernst: Brausen Sie nicht auf. lieber Doktor ich bitte Sie! Und denken Sie daran, daß ein Kind nicht schuld ist an dem Vergehen seiner Eltern. Die Kleine war . . . Herta Althoff " Nein er brauste nicht auf. Doch sie fühlte, daß es ihn wie ein elektnscher Schlag durchzuckte. Jäh richtete er erst den Kopf hoch, ließ ihn dann wieder sinken. Es kam nur wie ein leiser, gleich unterdrückter Wehlaut von seinen Lippen. Und dann, nach einer ganzen Weile: Herta ... ja .. . ich hätte es wissen sollen . . ." Noch immer lag ihre Hand auf seiner Schulter. Ein unendliches Mitleid war in ihr. Armer Freund " bat sie leise, lassen Sie es sich nicht gereuen, gut zu dem Kinde gewesen zu fein. Sie ist so liebebedürftig, die Kleine, und entbehrt der Liebe so oft. der böcbstcn der Mutterliebe. Das hält ja auch mich dort fest " Er saß ganz still. Aber plötzlich griff er nach LoraZ Hand und zog sie an seine Lippen. Tann stand er auf; gewaltsam. ruckweise reckte er seine hagere Gestalt empor, nickte dem Grafen zu. ohne ihn anzusehen, und verließ schnell das Zimmer. Armer Freund " sagte Lora noch einmal. all er hinaus war. Armer Kerl!" meinte auch der Onsei. Aber er lächelte immer noch. Schadet ihm gar nichts. Im Gegentheil ... es rüttelt ihn auf. und das ist nothwendig. Und komisch war es komisch " Lieber Onkel " W:rrm soll ich das nicht sa?en'? Ihr Jüngeren habt alle keinen Sinn mehr für das Heitere. Tu hast auch den Spruch meines alten Horaz dergessen. den ich Tir so oft vorhielt: .ffreu' dick. Hcrz. am ite; das Morgen lass? Rtth'n. Ml mit glcichgiitiqcm Lächeln rnil. dem. Wasdict, kränkt: vollkommen Bcgliicktesgibt e Nirgend ans El den. . . .' Lora . . . Tick hab' ich schon seit Wochen nickt mehr richtig lachen sehen." Lachen? Ach ich " Lora stand zu den Füßen des alten Herrn. Aber als sie bemerkte, wie er sie schärfer ansah, wandte sie jich halb ab. Wie geht's denn heut, lieber Onkel?" fragte sie dabei. Ach ich!" perorirte er. Ein alter Mummelgreis, den Tu auf dies leidvolle Lager festgeschmiedet hast. Was kommt's auf mich an. Aber nun geh und bring mir den infamen Thee, den der Tottor und Tu für mich eigens erfunden habt einfach ein menschenunwürdiges Gebräu " Am Nachmittag kam der Geheimrath, um den Kranken zu besuchen. Er brachte Maria von Apelhode mit und ließ sie bei Lora, als er zu dem Grafen bineinliini.

Lora hatte das junge Menschenkind vom ersten Augenblick an interessirt. und sie beobachtete mit sich steigernder Erwartung, wie es sich entwickelte. Aeußerlich, fand sie heute wieder, war die Umwandlung überraschend. Das Mädchen blühte auf wie ein Röslein. Maria wurde gewiß keine Schönheit. Aber nun sich die Wangen etwas zu runden begannen, gewann das Gesicht einen Zug sanfter, reizender Anmuth. Wenn sie nur nicht so unsäglich scheu gewesen wäre! So scheu, daß es ganz unmöglich erschien, einen tieferen Einblick in ihr Inneres zu gewinnen. Ihre Bewegungen, ihre Haltung waren bei Weitem nicht mehr so unqe lenk, wie einst; dazu mochte freilich die zwar einfache, aber den veränderten Verhältnissen angepaßte Kleidung beitragen. Aber sie sprach so wenic,; man mußte ihr jedes Wort fast abbetteln. Und dabei stets der ängstliche Ausdruck der braunen Augen. Lora hatte sie neben sich auf das Sofa gezogen, hielt ihre Hände, die fo wohlgepflegt sie jetzt waren immer noch eine bräunliche Färbung zeigten, freundlich umfaßt und suchte sie zum Sprechen zu bringen. Vergebens ... ein schüchternes Ja und ein Nein dabei blieb es. Und trotzdem ... es war nicht Thorheit. Denn das Ja und das Nein kam immer an richtiger Stelle und verrieth, bisweilen wenigstens, doch auch eine persönliche Ansicht. Freuen Sie sich auf Weihnachten, MariasSie schüttelte den Kopf ... Nein." Aber warum nickt, Kind? Sehen Sie . . . alle Menschen sind gut zu Ihnen " ff5 Sie haben ganz gewiß Heimweb. Nach der weiten Heide, nach dem Blick über die Scknecfläche . . ." Ja!" Und dann, nach kurzem Zögern: Nein..." Auch das verstand Lora beides, das Ja und das Nein. Und sie drückte die Hand Marias noch herzlicher. Denken Sie einmal daran. Maria: Ter Tannenbaum glänzt, es duftet im ganzen Saal nach Harz und Kerzen. Und sie singen alle .Heilige Nacht.' Sie kennen das schöne, alte Lied doch?" Maria nickte leise. ann werden Sie auck fröhlich mit den Fröhlichen sein. Ntcht immer owt traurigen Augen machen, Maria! So jung, wie Sie sind. Jetzt, wo Sie wieder ein Elternhaus haben " Es gereute Lora, kaum daß sie das letzte Wort gesprochen. Denn nun perlte es wirklich in den Rehaugen auf. Aber das mußte überwunden werden. Maria, ich habe ja auch keine Eltern, habe ein wirkliches Elternhaus nie gekannt. Wir theilen das gleiche Loos. Aber sind wir nicht glücklick' zu preisen, daß uns trotzdem so viel Liebe wurde? Tie müssen wir oc.j auch zu vergelten versuchen immer! Auch dadurch, daß wir alle, die uns Liebe erweisen, wieder lieb haben..." v m tt ' ' Wir müssen auch überwinden lernen und uns zureckt finden. Pflickterfüllung aus Dankbarkeit ist eine halbe kalte Sache " Ja . . ." Maria nickte ein paarmal schnell hintereinander, und dann sagte sie plötzlich impulsiv: Ich möchte ja alle, alle recht lieb haben . . ." Es kam so kindlich innig heraus und doch wie in dem schmerzlichen Vorbehalt . . . wenn ich es nur könnte." Lora dackte daran, mit einem wehen Gefühl, daß Bernhardine sich so gar nicht mit diesem armen Kinde zu stellen verstand das war die klaffende Lücke, die sich scheinbar nicht überbrücken ließ. Und sie legte ihren Arm um den Hals des Mädchens und küßte es: Wir wollen Tu zueinander sagen, liebe Maria ... wir beiden Waisen . . ." Ter Geheim rath war geräuschlos in's Zimmer getreten und hatte die letzten Worte gehört. Er stand still, sinnenden Auges, am Thürrahmen. Als sich die Beiden lösten Marii mit glühenden Wangen, Lora, indem sie noch einmal sanft über das Braunbaar des Mädchens strich trat er näher und sagte bewegt: Das war mir soeben eine große Freude. Fräulein Lora. Ein liebes Weihnachtsgesckenk. für das ich Ihnen herzlich danke." Und dann: Maria, ich habe mit Fräulein Lora etwas zu besprechen. Geh einma! auf ein paa- Minuten zu dem Herrn Grafen hinein." Lora erhob sich, während Maria fofort gehorchte. Er bat: Bitte, Fräulein Lora. Ick nehme mir auch einen Stuhl, wenn Sie gestatten." Aber sie blieb stehen. Es stiea plötzlich eine aroße Anasi rn lyr aus. ?cicyt zum einen Male; in den letzten Wochen, seit jenem Mittagessen am Tage von Marias Ankunft. fühlte sie nicht mehr die alte schöne Sicherheit in sich dem Geheimrath gegenüber. Es war ein vorsichtiges Abwägen jedes Wortes über sie gekommen, wenn er mit ihr sprach. Es schmerzte sie selbst, denn sie verehrte ihn so aufrichtig. Aber sie empfand es als die höhere Pflicht, ihm einen tieferen Schmerz zu ersparen. Und manchmal bat sie im Stillen: O mein Gott nicht das nicht das " Doch schon seine ersten Worte beruhigten sie. Fräulein Lora." sagte er. Ich komme als Hardis Vater zu Ihnen. Mit einer großen Bitte, die das Glück meines Kindes betrifft. Ich bedarf Ihres Rathes." Sie neigte, wie in ernster Zustimmuna. den Kovf.

Es ist gewiß eine sehr ungewöhnliehe Bitte, die ich an Sie richten möchte. Vielleicht ist's zum ersten Male, daß ein Vater mit solcher zu der Freundin seiner Tochter kommt," fuhr er fort. Aber ich weiß, daß diese Freundin ein ungewöhnliches Mädchen ist. Bitte, heben Sie nicht die Hand! Es ist so in meinen Augen! Also zunächst: Missen Sie um Hardis Liere zu Konrad Salester?" Lora hatte die Frage kommen sehen und sich auf sie gefaßt gemacht. Nun war doch ein mädchenhaftes Empfinden der Abwehr in ihr, das das Blut in die Wangen trieb. Sie mußte sich überwinden, um ruhig zu antworten: CV m u oa Ich ahnte es, und es ist mir eine Beruhigung, daß Sie darum wußten. Nun we'tec, Fräulein Lora: Halten Sie Hardi für so reif und ihre Liebe für so tief, daß ich meine Einwilligung geben darf? Ich gestehe Ihnen, daß ich .die ernstesten Bedenken habe." Diesmal kam die Blutwelle in verstärktem Maße zurück. Im ersten Augenblick wollte sie rundwez bitten: erlassen Sie mir die Antwort, für die ich wirklich nicht berufen bin." Aber sie fühlte deutlich, daß sie damit Hardi jede Hoffnung abscknitt, daß diese Antwort von dem Manne, der ihr so ernst in die Augen blickte, als Verneinung genommen werden würde. Und Nein konnte, wollte sie nicht sagen. Lügen jedoch ... das erst recht nicht. Am allerletzten ihm gegenüber, der ibr dies seltsame Vertrauen entgegenbrachte. Ich weiß. Fräulein Lora. die Antwort muß Ihnen sehr schwer fallen; weiß, wie peinlich Sie meine Frage berührt," begann er wieder. Aber Sie kennen Hardi so gut, wohl besser als ich. Tenken Sie auch daran: ich habe keine Frau, mit der ich Rückspräche nehmen könnte. Fräulein von Schotten . . . mein Gott, sie ist eine vortreffliche Tame . . . aber seit Hardi erwachsen, Wachs in den Händen meines kleinen Wildfangs. Ganz ehrlick und offen: wären Sie nicht eben Sie. Fräulein Lora, ich würde ja nicht auf den Gedanken gekommen sein. So aber, nun ich wende mich an Sie, als ob Sie die ältere, die verständigere Schirester Hardis wären " ..Ich habe Hardi sehr lieb. Wer weiß, ob ich nicht durch meine große Zuneigung . . ." Er schüttelte, sie unterbrechend, den Kopf: Tas sicher nicht. Dazu werden Sie sich der Verantwortung zu sehr bewußt sein." Lora hatte Zeit gehabt, während der Gebeimrath sprach, sich zu sammeln. Aber seine letzten Worte wurden ihr zu? Ursache neuen Ueberlegens, Prüsens. Ein paar Minuten standen sie sich schweigend gegenüber, nur durch den Tisch getrennt. Und während sie, mit gesenlten Augen, sann und sann, fühlte sie doch auch den Blick des GeHeimraths auf sich gerichtet. Immer wieder üörte sie dieses Empfinden, nur mit äußerster, fast schmerzhafter Kraftanspannung konnte sie ihre Gedanken konzentriren. Und das mußte sie, denn sie wollte gerecht abwägen. Endlich hob sie den Kopf und sprach: Sie müssen mir schon erlauben, Herr Geheimrath, rückhaltlos offen zu sein ... ich betone es. denn meine Ansickt wird wahrscheinlich von der Ihren stark abweichen. Ich habe mir soeben hardis Wesen zu zergliedern, recht scharf vor mein geistiges Auge zu fiellen versucht, und das konnte ich nur. indem ich mich frage, wie wurde sie? Sie sagten, gewiß mit Recht: Sie ist unreif für ihre Jahre. Daß dem so ist, ist mindestens zum großen Theil nicht Anlage und nicht eigene Schuld. Hardi entbehrte die führende Hand der Mutter, deren gerade sie besonders bedurft hätte; sie lebte ihr junges Leben ohne jede ernste Aufgabe, ohne ernste Arbeit über die Schuljahre hinaus; sie wurde um so mehr verzogen, von Ihnen, in Ihrer großen Güte, von aller Welt auch, wenn Sie wollen, ein wenig von mir weil sie gar so lieb und gut und hübsch war, treuherzig. offen nun ja, auch so munter und drollig. Und nun erwartet man plötzlich von ihr eine ernste Reife! Herr Gebeimrath. ich glaube, daß die ungebeur? Mehrzahl der jungen Mädchen unsrer Kreise keine größere geistige Reife bat, als sie. Wenige aber werden so viele andre gute Eigenschaften haben." Sie schwieg einen Augenblick. In einer unwillkürlichen Bewegung glitt sie mit der Hand über Stirn und Scheitel. m i5 kommt doch wohl ... bei dem Schritt, vor dem sie steht . . . nicht sc ausschließlich auf die geistige Reife an Herr Geheimrath. Tie wird wachser und sich entwickeln, wenn sie an der Seite eines tüchtigen Mannes an ernstere Lebensaufgaben herantritt, denn der Kern ist gut. Worauf es ankommt, das ist: ob ihre Liebe stark und tief genug ist. Ich hoffe es . . . ich möchte lieber sagen: ich glaube es. Aber ich weiß es so wenig, wie Sie. Wir können nicht in das kleine, unruhige Herz hineinsehen ... der Vater nicht, die Freundin nicht. Aber die Zeit wird es erkennen lehren. Darum möchte ich für Hard bitten: geben Sie ihr eine Frist vor der Entscheidung, vor der Verlobung. Eine Frist, weit gesteckt genug, daß sie sich selbst prüfen und innerlich sammeln kann, und doch auch nicht so laug, daß in ihr das Hoffen sich in Qual verwandeln müßte."

vora hatte warm und herzlich gesprochen. Nun, als sie schwieg, kam doch wieder die mädchenhafte Verlegenheit über sie: was war das doch für eine seltsame Aufgabe, zu einem Mann von Liebe sprechen zu müssen! Fast als ob man einen Theil der eigenen Seele vor ihm enthüllte So feinfühlig der Geheimrath war. für dies weibliche Empfinden hatte er kaum das rechte Verständniß. Er folgte, während sie sprach, lediglich ihren Ausführungen. Vielleicht vergaß er im Augenblick auch ganz, daß das schöne Mädchen nicht viel älter war als die eigene Tochter, so unendlich überlegen dünkte sie ihm. Es that ihm wohl, daß er mit ihr sprechen konnte, wie mit einer gescheiten Frau. Er blieb auch jetzt sachlich: Sie empfehlen mir damit eine Probezeit, sozusagen. Das ist eine Art von Kompromiß, Fräulein Lora; Kompromisse haben in meinen Augen immer etwas Bedenkliches." Gewiß. Nur setzt sich fast unser ganzes Leben, wenn man's zergliedert, aus Kompromissen zusammen. Leider vielleicht . . . aber es ist nicht anders." Man könnte ein Jahr festsetzen . . ." Nun sprach doch wieder das freundschaftliche Empfinden für Hardi in ihr und - die eigene Jugend. Ein Jahr ist lang, Herr Geheimrath. Sechs Monate " bat sie lebhaft. Er lächelte. Diesmal hatte er ihren Gedankengang richtig erfaßt. Und er griff nach ihrer Hand Ich danke Ihnen von Herzen, Fräulcin Lora. Sie sind eine kluge Rathgeberin und dabei die beste Freundin. Hardi muß Ihnen dankbar sein " und ehe sie abwehren konnte, hatten seine Lippen ihre Rechte berührt. Es war ja nicht zum ersten Male, daß er ihr die Hand küßte. Sie hatte das immer hingenommen als eine chevalereske Form, die fo ungewöhnlich sie einem jungen Mädcken gegenüber sein mochte ihm gut stand. Heute fühlte sie deutlich: es war mehr als das. Sie schrak leicht zusammen, zog die Hand schnell zurück. Tie Bewegung mochte sehr plötzlich sein, vielleicht verletzend schnell. Denn sie sah, wie sein feines Gesicht sich röthete und daß er die Lippen ein wenig zusammenpreßte. Verletzen hatte sie irrn nickt wollen, dazu war er ibr zu werth. Aber die Angst, die vorhin in ihr gewesen war, als er eintrat, glomm wieder übermächtig auf. So daß sie hastig sagte: Wir wollen Onkel nickt mehr allein lassen " Tas Kind ist ja bei ihm " Sie hörte es nicht, hastete an ihm vorbei, öffnete die Thür und athmete erst auf, als sie am Sofa des Greises stand. Ganz langsam folgte der Geheimrath. Lora hatte sich am Kopfende des Lagers aufgestellt, Maria Apelhode gegenüber, die zu Füßen des Oheims saß, auf der äußersten Kante des Sofas, wohin der alte Mann sie wob: durch sein freundliches Zureden genöthigt hatte. Als ob er sie schützen sollte, beugte sich Lora über den Kranken. Aber zugleich fiel ihr auf, wie ernst der Greis aussah, der so gern lachte. Etwas Fremdes, fast Feierliches lag auf dem vielfaltiaen Antlitz. Der Geheimrath schien plötzlich Eile zu baben. Er mahnte Maria zum Aufbruck, nahm ziemlich hastig von Graf Wellried Abschied hastig, und doch mit einer, so schien es. ganz be sonderen Herzlichkeit. Und dann wollte er sich noch einmal über Loras Hand beugen. Aber diesmal kam sie ihm zuvor und bat leise: Bitte nein!" Nun waren sie gegangen. Lora stand in ihrem Zimmer am Fenster, die Stirn gegen die kühle Scheibe gelehnt. Tas Herz war ihr schwer. Sie wußte genau, in wenigen Minuten würde der Onkel sie zu sprechen begehren. Sie wußte, was er ihr sagen würde. Und sie ängstigte sich vor dieser Aussprache. Zweien Menschen, die sie so hoch schätzte, die ihr so lieb und werth waren, solchen Schmerz bereiten müssen! Immer wieder fragte sie sich: Hast Tu irgendwie in diesem guten, in diesem vortrefflichen Mann Hoffnungen erweckt, die Tu nie anregen durftest? Was hast Tu versehen? Und wie machst Tu's wieder gut?" Es war eine folternde Pein. Hinauslaufen hätte sie mögen in den kalten Wintertaz, durch die öden Straßen, weit weg. flüchten Xann rief der Greis. Lora . . . konim doch einmal her . . . kh muß etwas mit Tir sprechen . . ." Und. als sie' mit ihren müden Schritten hinübergegangen war müde, als schleppe sie einen schweren Ballast mit sich : Nimm Tir einen Stuhl... setz Dich zu mir... hie:, bitte . . . hier . . ." Sie wagte kaum, ihn anzusehen, dies gütige Greisenantlitz, aus dem sonst immer eine sonnige Heiterkeit leuchtete, die aller Erdensorgen zu spotten schien, und das heute so ernst ausschaute, so fragend und forschend. (Fortsetzung folgt.)

gtttmrnt. Max: Warum ist .Ohrfeige' weiblich?" M oritz : Weil es d i e Ohrfeige heißt." M a x : Nein, weil sie klatscht."

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