Indiana Tribüne, Volume 28, Number 229, Indianapolis, Marion County, 19 May 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 19 SEflai 1903
TT ij1 tt n n n
.t,,, -t .. n n n n n I l 11 1 VT VI Die Prophezeiung tt tt tt tt tt tt t t t V m 16. Oktober 1785 gegen 3 Uhr Nachmittags fuhr eine mit zwei feurigen Roüen bespannte, von Paris kommende Karoffe durch Versailles, fuhr über den Boulevard de la Reine und bog von dort in das Thor des königlichen Parkes ein. Ter diensthabende Schweizer präsentirte respektvoll das Gewehr, als er am Schlag des Wagens die drei goldenen Lilien erkannte. Die Karosse durchfuhr die majestätische Allee, die zum Schlosse Trianon führte und hielt vor dem reizenden Asyl, in welchem die Königin Marie Antoinette sich von dem Pomp des Hofes und der Etikette erholte. Einer der Lakaien sprang vom Bock, stürzte an den Wagenschlag und öffnete ihn und zwei elegant gekleidete junge Frauen stiegen aus. So, mein Kind, jetzt sind wir am Ziele, Sie sind doch nicht allzu müde?" fragte die ältere ihre Begleiterin, eine fehr hübsche Person von etwa zwanzig Jahren, mit kastanienbraunen Haaren und großen, dunkelblauen Augen. Nein, Madame." versetzte die Gefragte, indem sie leicht an ihrem rothen Tailleroct herunterstrich. Ihre Verwirrung war der anderen nicht entgangen. Sollten Sie etwa aufgeregt sein, meine Schöne?" fragte sie interessirt. das wäre sehr unrecht. Ich hade Ihnen doch gesagt, wie entgegentom mend und einfach Ihre Majestät ist; Sie werden ja selbst sehen." Sie ergriff sie bei der Hand und ging auf den Eingang des Palais zu sie waren gerade in der Mitte des Hofes angelangt, als ein junger Edelmann von sechzehn bis achtzehn Iahren schnell auf sie zutrat. Beim Anblick der beiden Damen blieb er stehen und verneigte sich' tief vor der älteren. Guten Tag, Herr von Tilly," sagte diese. Saqen Sie mir, schöner Page, ist die Königin in ihren Gemächern?" Ja, Frau Prinzessin, und Ihre Majestät hat sich bereits zweimal nach Ihnen erkundigt." Man hörte im ersten Stock, wie ein Fenster geöffnet wurde, an welchem eine Frauengestalt erschien, die in fröhlichem Tone rief: Drei Uhr vorbei; Sie lassen auf sich warten, Frau Oberintendantin." Die Königin." murmelte die jüngere der beiden Frauen. Eure Majestät werden entschuldigen," begann die andere. Ah. wollen Sie wohl schnell heraufkommen!" rief Marie Antoinette in lustigem Tone, dem sie vergebens eine ärgerliche Färbung zu geben versuchte. Wenn die Marschallin von Mouchy mich aus dem Fenster sprechen hörte! Bedenken Sie doch das Gesicht, das meine Frau Oberhofmeisterin machen würde." Das Fenster schloß sich unter lautem Lachen. Gehen wir hinauf!" sagte die Prinzessin von Lamballe zu ihrer Vegleiterin, die der Erscheinung noch immer mit offenem Munde nachstarrte. Sie traten in das Palais. Eine breite Steintrevve führte in den ersten Stock. Die Königin wartete an der Thür des kleinen Vorzimmers, das vor dem Schlafgemach lag. Ab, Lamballe, endlich sind Sie da' Zur Strafe hätte ich große Lust, Sie nicht zu umarmen." Fröhlich fiel sie ihr um den Hals, während Frau von Lamballe die Hand der Königin ergriff und sie küßte. Wie gütig Ihre Majestät sind!" Sie wandte sich ihrer jungen (3tfährtin um, die wahreno dieser gan5en Szene diskret zurückgetreten war. Kommen Sie näber, meine Kleine." Sie nahm sie let der Hand und führte sie zur Königin. Gestatten Eure Majestät, Ihnen die Vicomtesse Josephine de Beauharnais vorzustellen, von der ich Eurer Majestät schon so viel erzählt habe. Eure Majestät weiß, daß sie mir von meinem Sckwicze7vater, dem Herzog von Penthievre, lebhaft empfohlen worden ist, der den Marquis de BeauHarnais, den Vater des Vicomte, ganz genau kennt und schätzt." Frau von Beaul ?.rnais kann sicv keine bessere Empfehlung wünschen; die Vicomtesse ist willkommen in Trianon!" Marie Antoinette reichte der schönen, jungen Frau ihre Hand, auf die dieselbe einen innigen Kuß drückte. ..Die Prinzessin interessirt sich sehr für Sie," fubr die Königin fort. Sie hat mir gesagt. Sie wünschen eine Stellung am Hofe; wir werden uns mit Ihnen beschäftigen. Sie können schon jetzt auf meine Gnade zählen." Eure Majestät überhäufen mich mit Güte." Sie verdienen es übrigens, dasi man sich für Sie interessirt. Die Prinzessin bat mir anvertraut, daß 'der Vicomte von Beauharnais seine junge Geiab.lin nicht mit der Rücksicht behandelt, die ihr gebührt." Frau von Beauharnais senkte, ohne zu antworten, das Haupt, während die Prinzessin das Wort ergriff.
$$$$$$$$ tt $$ $ $ &rfiUtlmt0 von Georges Maurevcrt TT u ' ' tt $- -5 tt w ...- TT i Tt . . , . tt tt Herr von Beauharnais dient augenblicklich in Amerika unter den Befehlen des Marquis Bouille. Er ist ein sehr verdienstvoller, junger Offizier, der eines Tages reuevoll und vernünftig zu seiner Gattin und seinen Kindern zurückkehren wird." Frau von Lamballe wußte, daß sie mit diesen Worten in Marie Antoinertes Herzen eine stets sympathische Seite berührte, die der Mutterliebe. Es ist ja wahr, Sie haben Kinder." sagte die Königin, wenn ich nicht irre, zwei, wie ich. Sie sind wohl noch sehr jung." fuhr sie in sanftem Tone fort und blickte die junge Mutter fragend an. Tas eine ist zwei Jahre und das andere einige Monate," versetzte der Schützling der Prinzessin schüchtern. Ein Knabe und ein Mädchen, nicht wahr? wie heißen sie doch?" Eugen und Hortense, Majestät." Plötzlich wandte sich Marie Antoinette lebhaft zu einer Gruppe von Damen, die in einer Ecke des Zimmers standen. Sie bemerkte die Dame, die mit der Oberaufsicht über ihre Toilette betraut war und mit einem Hut in der Hand geduldig wartete. Sieh, sieh, die arme d'Ossum! Sie müssen mich wirklich entschuldigen." Sie nahm den Hut und ging auf einen Stehsviegel zu. Marie Antoinette trug an diesem Tage eine Frisur, die ihr entzückend stand; ihre feinen blonden Haare waren in die Mitte des Kopfes frisirt; nach hinten bildeten sie einen flachen Chignon mit zwei auf den Rücken fallenden Locken. Ter Hut war die letzte Schöpfung der Mademoiselle Bettin, der Modistin der Königin; er war aus Stroh mit gelbem Taffet garnirt; der sehr große Kopf war aus rosa Krepp mit emembrelten. hellgrünen Bande besetzt, desten Enden tief auf den Rücken fielen. Drei Straußenfedern schmückten den eleganten Hut. Mit Hilfe der Gräfin d'Ossum und der Putzmacherin probirte ihn die KLnigin auf und sagte: Wollen Sie uns auf die Promenade begleiten, Frau von Beauharnais? Wir gehen in den Park, wo gerade " Sie unterbrach sich plötzlich und rief: Lamballe. Lamballe. wissen Sie. wen uns mein Bruder Artois heule zugeführt hat? Rathen Sie, rathen Sie. Nein, nein. Sie würden nicht darauf kommen. Den großen Hexenmeister den berühmten Zauberer den Allerweltsmann " Herr von Cagliostro?" fragte die Prinzessin überrascht. Ganz recht er ist mit Monseigneur und seinen Herren im Park. Wir wollen zu ihnen gehen. Ich habe ihn eben gesehen, er ist mir vorgestellt worden. Wissen Sie. er ist ein reizender Mensch, seine Hoheit ist ganz verliebt in ihn. Beeilen wir uns gehen wir, meine Damen. Ihren Arm, Aolande!" Die Herzogin von Polignac trat vor. Auf den Arm ihrer Lieblingsdame gestützt, ging Marie Antoinette die Treppe hinunter. Im Park schlug die Gesellschaft den breiten Weg ein, der zum Pachthof führte. Die Gesellschaf! ging an dem Liebestempel" vorüber und umkreiste den See. Tort drüben b?i der Mühle tauchte eine Gruvpe von Edelleuten auf, die schneller gingen, sobald sie die Königin und ihr Gefolge bemerkten. Ah. da ist ja Monseigneur." rief Marie Antoinette. Eine arofo und schlanke Gestalt, trat der Graf von Artois. der Bruder des Königs, mit mehreren Edelleuten näher. Seine Hoheit unterhielt sich mit einem kleinen, dicken Mann, den er wohl um einen Kopf überragte. Tas war der berühmte Abenteurer, der berüchtigte Graf" Alexander von Cagliostro, der seit einiaer Zeit am Hofe und in der Stadt Furore machte. In feinem breiten und runden, olirenfa.-benen Gesicht mit der feinen gekrümmten 7?ase, miMen gr.ße, pfiffige Augen; unter seinem mit einer weißen Feder garnirten Dreispitz rereinigten sich die Zöpfe der Perrücke zu einem ungeheuren Knoten. Er trug einen violetten und grauen Frack, der ebenso wie die scharlachrothe Weste mi! den Edelsteinknöpfen reich mit Gold qallonirt war. Ein kleiner Degen hing zwischen den Schößen seines Frackes, an der rotbseiden?n Hose her unter. Seine hochzackigen Stiefel zeigten Diamantschnallen und seine mit Ringen beladenen. dicken, weißen Hände ragten aus kostbaren SpitzenManschetten hervor. Da er ein geistreicher Mann. Magier und Italiener war. so sah man ibm seine auffallende Kleidung und seinen übertriebenen Lurus nach. Seit man wußte, daß er von dem Bruder des Königs protegirt wurde, versuchten einige Herren des Hofes, seine Manieren zn kopirn, ja sie bemühten sich sogar. seinen sizilianischen Accent nachzuahmen. Madame," sagte der Graf von Artois galant zu seiner Schwägerin, .wie arme, der Sonne beraubte Vfian
tt w
zen. so sehnen wir uns nach der AnWesenheit Eurer Majestät." Ueber Marie Antoinettes Lippen huschte ein spöttisches Lächeln. Dieses 5tompliment, mein Herr Bruder, bedeutet, daß ich auf mich habe warten lassen. Ich bitte Eure Hoheit, mich zu Gunsten der Frau von Beauharnais zu entschuldigen." Damit deutete die Königin auf die Fremde, die ganz verwirrt über die Aufmerksamkeit, die man ihr entgegen brachte, sich hinter der Prinzessin von Lamballe zu verstecken suchte. Die seltsame, erotische Schönheit der jungen zZrau schien den Prinzen zu interessiren, denn er begrüßte die Vicomtesse auf die liebenswürdigste Weise von der Welt. In wenigen Worten unterrichtete die Königin, während sie ihren Spaziergang wieder aufnahm, den Grafen von Artois über die Lage der Frau von Beauharnais. Eure Majestät ist die beste aller Königinnen," sagte der Graf nack den Erklärungen Marie Antoinettes. Wenn augenblicklich im Dienste E Majestät keine Stelle frei sein sollte, so könnte ich ja meiner Frau über die Vicomtesse ein paar Worte saaen." Die Königin sah ihren Schwager ironisch lächelnd an. Ich vergaß, Monseigneur, daß Eure Hoheit für blonde Haare und blaue Augen schwärmen." Der Prinz machte eine elegante Bewegung des Protestes und murmelte lächelnd: Wie könnte ich für blaue Augen schwärmen, da doch die schönste Königin der Welt grüne Augen hat." Sehr hübsch, sehr hübsch, Monseigneur," versetzte Marie Antoinette lächelnd; doch ich kenne Sie. Doch reichen Sie mir Ihre Hand, mein Bruder, damit ich über diesen Abgründ hinwegkommen kann." Mit niedlichem Schreck deutete sie dabei auf einen Wasserlauf neben der Mühle, über den eine winzige Steinbrücke führte. Die Edelleute machten den Damen Komplimente. Herr von Cagliostro benutzte die Gelegenheit, um seinen abenteuerlichen Unsinn von seinem 1500jährigen Alter in seiner phantastischen Art zu erzählen. Er berichtete mit gleichgiltiger Miene den Damen, wie er zur Zeit
Konstantins des Großen zu Byzanz gelebt, auch sprach er über die Geheimnine des Escurial unter Philipp II. mit einer Ausführlichkeit und Genauigkeit, daß den Damen über seine verschiedenartige Existenz nicht der geringste Zweifel blieb. Frau von Lamballe beglückwünschte die Vicomtesse von Beauharnais wegen des günstigen Eindrucks, den sie auf Marie Antoinette hervorgebracht. Schwatzend, lachend und kokettirend gelangte die Gesellschaft zu dem pittoresken Gebäude, welches das Haus der Königin" hieß. Hier war Marie Antoinette zu Hause. Kleine, schneeweiße, mit Bändern geschmückte Lämmer, die in der Umgegend weideten, kamen herbeigelaufen, wenn sie mit einem leisen Zungenschnalzen rief; sie waren zahm, rieben ihre hübschen, zarten Köpfe an ihrem Kleide und bette!ten um die gewohnte Spende. Die Damen und Höflinge rissen sich um das Vergnügen, sie zu füttern und bemühten sich so. der Manier ihrer Königin zu schmeicheln. Junge Mägde, die man unter den hübschesten Mädchen der Nachbarschaft ausgesucht, schleppten einen langen Tisch aus weißem Holz herbei, um den sie Stühle und ländliche Bänke herumstellten. Sie brachten Schalen mit sahniger Milch und trugen ein reizendes Service aus S:vresporzellan mit den Initialen der Königin auf. Tann holten sie ganz warmes Weißbrot und kleine Näpfe mit duftender Butter. Marie Antoinette hatte eine kleine Schürze aus Valenciennesspitzen über ihr Kleid gebunden. Sie nahm ganz die Manieren einer bürgerlichen Haus' frau an. Von den Damen Lamballe und Polignac unterstützt, goß die Köniqin die duftende Milch in die Tassen, die die edle Gesellschaft sich ohne alle Umstände weiter reichte. Marie Antoinette war die erste, die das Beispiel der Ein fachheit gab. Als alle bedient waren, brach sie ihr goldaelbes Brot durch und tauchte es in die Tasse, und jeder beeilte sich, ihrem Beispiel zu folgen. Himmlisch. entzückend, diese Milch!" rief begeistert der Graf von Artois. indem er die Tasse wieder hinsetzte; ich bekehre mich wahrhaftig zu diesem Getränk und werde alle Tage meines Lebens davon kosten." ..Mariettc!" sagte die Königin halb ernsthaft zu einer ihrer Mägde, nehmen Sie die Bestellung seiner Hoheit entgegen." Bei dem Gedanken, die Königin von Frankreich sei Milchhändlerin geworden, brach die ganze Gesellschaft in lautes Lachen aus. Ist Eure Majestät abergläubisch?" fragte Cagliostro. Sehr wenig," versetzte die Königin, und doch hat es mir an schlechten Prophezeiungen nicht gefehlt. Das berühmte Erdbeben zu Lissabon fand am Tage meiner Geburt statt dann legte man die Katastrophe, die sich an memem Hochzeitstage ereignete, als bö fes Omen aus; aber bis jetzt haben alle diese Unkenrufe noch keine Vestäti gung gefunden." In demselben Augenblicke flog an
dem blauen Himmel eine krächzende Krähenschaar vorüber. Nun, und Sie. Madame?" erkundigte sich der Graf von Artois bei Frau von Beauharnais; glauben S'.e an Prophezeiunzen und Weissagungen?" O nein, Monseigneur." versetzte die junge Frau, namentlich seit . . ." Sie stockte plötzlich verlegen. Nun, seit?" fragte der Bruder Ludwigs XVI. weiter. Ich werde es nie wagen. Monseigneur. im Beisein Ihrer Majestät . . ." Mein liebes Kind, meine Majestät befiehlt Ihnen, fortzufahren." sagte Marie Antoinette in jener wohlwollenden Weise, die ihr alle Herzen gewann. Frau von Beauharnais zögerte noch immer, endlich entschloß sie sich. Nun, da Eure Majestät es befiehlt seit eine alte Negerin, die seit langer Zeit in meiner Familie diente, mir, kurz bevor ich Martinique verließ, prophezeite, ich würde eines Tages .mehr als Königin sein.' " Die Vicomtesse ließ diesen Worten ein fröhliches Lachen fr t, dessen kristallreine Noten das Echo lange Zeit wiederholte Die Höflinge lächelten und sahen die Königin an. Nun?" sagte die letztere und warf dem Grafen von Artois einen btdeutungsvollen Blick zu. ich sehe nicht ein. warum die Provbezeiung der alten Negerin nicht eines Tages in Erfüllung gehen follte ... die Vicomtesse ist rei-
zend genug, um despotisch über viele Herzen zu herrschen." Oh, Majestät," protestirte die junge Frau errötend. Der Graf von Eagliostro beobachtete seit einigen Augenblicken seine Nachbarin und fragte: Wäre es indiskret, zu fragen, Madame, ob Sie zur Zeit dieser Prophezeiung schon verheirathet waren?" Nein, mein Herr, die Sache spielte sich vor fünf oder sechs Jahren ab." Der Magier holte aus der Taiche seines Fracks ein winziges Schildblattschrerbzeug, nahm eine Feder, die er ihr gleichzeitig mit einem Blatt PaPier reichte, und sagte: Wollen Sie so gütig sein und auf dieses Blatt Ihren Vornamen und Ihren Mädchennamen schreiben?" Frau von Beauharnais wußte ntcht, was sie thun sollte, und sah Cagliostro erstaunt an. Ter Graf von Artois ergriff das Wort. Herr von Cagliostro will jedenfalls ein Anagramm aus Ihrem Namen machen, wie er es neulich bei dem Kardinal von Rohan that. Er hat ihm von seinem Halsband erzählt, doch unser Großalmosenier hat von der Sache nicht eine Silbe verstanden . . . Sehen wir doch einmal zu, was unser berühmter Wundermann aus Ihrem Namen herausliest." Die junge Frau schrieb mit ängstlicher Hand die Worte: Josephine Rose Tascher de la Pagerie." Cagliostro las den Namen laut vor. Sieh, sieh!" rief die Königin, Sie haben ja zwei meiner Vornamen, Jo sephine und Marie." Das ist eine große Ehre für mich," murmelte die Marquise von Beauharnais schüchtern. (Schluß folgt) Tie Cigarre im Flintenlauf. Tin Müaeln bei Leipziq nahm letzt hin der sächsische König die Parade der Schützenkompagnie ab. Plötzlich blieb er vor emem der Schützen mit der Frage stehen: Soldat gewesen?" Schütze: Nein. Majestät." Der König (auf dieWaffe des Schützen zeigend): Ah, Sie schießen noch nicht mit rauchlosem Pulver!" Allgemeines Staunen, das sich in homerisches Ge lächter auflöste, als man dem Flintenlauf des braven Mügelner Schützen blauen Cigarrenrauch entsteigen sah. Der Gemiedliche" war nämlich mit der Cigarre im Munde angetreten und hatte, als ihm beim Herannaben des Königs das Unschickliche der Situation aufging, die Cigarre, die er nicht wegwerfen wollte, aber auch nirgend anders unterzubringen wußte, in den Flintenlauf gesteckt. Verdiente Auszeichn u n g. In Syracuse, N. hat ein Deutscher Namens Martin Wambsgau, der jetzt im Alter von 65 Jahren steht und d:n Bürgerkrieg von Anfang bis zum Ende mitgemacht hat, vom Kongreß für außerordentliche Tapferkeit, die er in der Schlacht von Cedar Creek, Va., bewiesen, eine goldene Mcdaille erhalten, an Stelle einer ihm früher verliehenen Bronze-Medaille. In der Schlacht war der Fahnenträger gefallen und dieselbe schien bereits verloren, als Wambsgau die Fahne ergriff, muthig und unter heftigem Kugelregen vorwärts drang und dadurch viel zum schließlichen Siege der Bundestruppen beitrug. Tas Regiment, mit welchem Wambsgau in's Feld zog. war das 39. Freiwilligen-Regiment von New York. Es zog mit 900 Mann aus und nur 150 davon kehrter wieder zurück. Viele Vögel zeigen durch tyr Verhalten bevorstehenden Regen und Sturm fast mit Sicherheit an. Sie fliegen schnell und mest ziellos hinauf und herunter, flattern von Baum zu Baum, von einer Stelle zur anderen und stoßen gewöhnlich ein lautes und heiseres Geschrei aus.
VW A4'-AA ... W Hans, Huf und Kuld Ein Stückchen Meerrett i g w u r z e l unter die Zunge gelegt, soll heilsam wirken gegen Zungenlähmung. Salizylsäure-Klebtaf-f e t ist dem englischen Pflaster vorzuziehen. Man befeuchtet ihn mit Wasser und legt ihn auf kleine Wunden. Bei Schlaganfällen ist vor allem rasch ein Senfpflaster aufzulegen, am besten an die innere Wadenfläche, bis ein Arzt herbeigeholt ist. Mandelkleie. Ein kosmetisches Waschmittel zur Verfeinerung der Haut, welches infolge seiner Milde besonders zum Waschen des Gesichts der Seife vorzuziehen ist. Tauben in einer Sauce. Nachdem dieselben ausgenommen und dressirt sind, werden sie in Butter und ped schön gelbgebraten; dann bereitet man eine helle Einbrenne von Butter und Mehl, löscht sie mit kräftiger Bouillon und einem Glas Wein ab. thut etwas Thymian, Zwiebel und Petersilie dazu, legt dann die Tauben mit dem Speck in die Sauce, läßt sie aufkochen, schöpft das Fett von der Sauce ab und richtet sie über die Tauben an, nachdem man diese zuvor mit etwas Citronensaft abgeschmeckt hat. Aal in Petersiliens a u c e. Nachdem man den Aal geschlachtet, schneide man ihn in Stücke, reibe ihn mit Salz ab und wasche ihn. Dann stelle man Wasser mit Salz, Wurzelwerk, Lorbeerblättern, Essig und Pfefferkörnern zum Feuer. Wenn das Wasser kocht, gebe man die Aalstückchen hinein und lasse sie Stunde an der Seite des Feuers ziehen. Butter und Mehl rühre man zu gleichen Theilen zusamnien, lösche dies mit dem Aalsude, gebe gewiegte Petersilie dazu, ziehe die Sauce noch mit Eigelb ab und gebe sie über den, auf einer runden Schüssel angerichteten Aal. Den Kopf des Aales gebe man nicht mit zu Tisch. Manche K a n a r i e n w e i b -ch e n haben die Eigenart, daß ihnen ihr Nest nicht gut genug gebaut erscheint, nachdem sie bereits ein oder zwei Eier gelegt haben. Sie suchen dann weitere Nestvaustoffe und bauen das Nest weiter aus. Dabei werden die bereits gelegten Eier zugedeckt: damit sie nicht verderben, nimmt man sie mit einem kleinen Hornlöffel behutsam heraus und legt sie wieder in das Nest, wenn letzteres fertig ist. Wenn sich diese Untugend bei einzelnen Weibchen öfter zeigt, so darf man den Vogel nicht weiter zur Zucht benutzen. Es geht so manches Gelege dadurch zu Grunde, die Zeit geht nutzlos vorüber, und dabei sind Kananenweibchen ziemlich billig. Allerlei Fußleiden, die durch Druck und Reibung entstanden sind, wie Hühneraugen, Schwielen, Ballenverhärtung können durch erweichende Fußbäder, bestehend aus Kleie, Malz und Heusamen, wenn auch nicht geheilt, so doch gehoben werden. Die Haut erweicht sich allmälig, wenn man nach jedem Fußbade einen Heftpflasterstreifen aufklebt, auch kann man durch Auflegung eines Leder- oder Filzringes das Hühnerauge ggen Druck schützen. Vorzugsweise muß aber gerathen werden, bequemes Schuhzeug anzulegen, daß die Quetschung der Zehen beseitigt wird. Ballen an den Füßen können sehr schmerzhaft werden; sie entstehen durch das Tragen zu kurzer Stiefel; sie entstellen den Fuß sehr. Die Brotkrume. Wir wissen alle, daß das Brot zur Ernährung des Menschen dient und aus der sogenannten Rinde und Krume besteht. Die guten Eigenschaften der Brotkrume bestehen nun aber nicht nur darin, daß sie den Hungrigen sättigt, sondern sie ist auch noch zu manchen anderen Dingen nützlich In der Küche kann die Brotkrume eine wahre Retterin in der Noth werden; wenn es sich darum handelt, Zwiebeln zu schälen oder Meerrettig zu schneiden, so treibt Zwiebel oder Meerrettig dem Betreffenden, der damit hantirt, die Thränen in die Augen, ja es kommt sogar zu regelrechtem .Weinen." Auf die Spitze des Messers, dessen man sich bedient, ein Stückchen Brotkrume gesteckt, und der lästige Reiz auf die Thränendrüsen hört wie mit Zauberei auf, und Dutzende und aber Dutzende von Zwiebeln können abgezogen werden, ohne daß geweint" wird, denn die ganze Schärfe der Zwiebel zieht in die Brotkrume. Auch bei Tisch leistet die Brotkrume gute Dienste; hat man versehentlich zu viel scharfen Senf genommen, so genügt es. rasch an einem Stückchen Brotkrume zu riechen, so. wie man es wohl an einem Flacon Parfüm thut, denn sofort hört der Reiz in Kehle und Nase auf. Brotkrume ist auch beim Zeichnen statt des Gummis zu benutzen, um Konturen, die nicht gelungen sind, wieder zu entfernen. Auch zum Reinigen von besonders zarten Tapeten oder Plafonds ist Brotkrume mit Nutzen anzuwenden. Die Brotkrume kann auch zum Formen von allerlei plastischen Gestalten benutzt werden, wie man es wohl mit weichem Wachs thut; jedoch halte ich das Spielen mit Brot für ein Unrecht, solange es noch Menschen gibt, die nicht satt zu essen haben, und die wird es wohl leider immer geben. Altes, trockenes Brot sollte Niemand fortwerfen; wenn es zu weiter nichts zu gebrauchen ist, so gibt es noch Futter für das Federvieh.
WT
Warum nicht $ 0 0 0 0 0 v v V v w sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel .... und .... Teppiche . . . .sowie. . . . ....Garland Oefen.... und beiWILLIQ'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. Aerzte. XM Dr. J. A. Sutcliffe, Wund-Arzt, Äeschltchts., Urin. unRectum Krankheiten. C ff er ; 155 OS Market Str. Tel. J41 0ffieeStde : dt 18 Uhr m. ; l bt 4vh,. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Sehandelt alle akute und chronische Krank heiten. SeburtShülfe Spezialität Office: I4M Qhio Gtr. s sc-Stundn, : 1011 orm. I 4 chm. .tag : M0-10.M M. IiftM, Neu U. oynung: 1M0 adilon Ad, Sprechstunden : 7 KtaU Sonnlagi : k Nachm. Wohnung Telephone : tUt Mt6 i en, M Die Perfeer Range wird zum Koftenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Untoften. Der sparsamste Ofen für Kunftgaö. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE INDIANAPOLIS 6AS CO., tt S. Pennsylvania Str. IAKE ERIE & WESTERN R. R. Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt nkunf Toledo, hicago und ichigan xrreß.f 7.16 T10.S1 kvledo. Detroit und hicago Am 12.20 8.M Michigan ity. Munc u.LafahetteVpl..f 7.20 fl0.M täglich t ausgenommen Conntogl. Fünfzig Exemplare einer 300 Jahre alten Zeitung sind im Staats-Archiv zu Stettin, Psmmern. gefunden worden, welche kuriose BeSchreibungen von Pest, Schiffsunfällen etc. enthalten und Dinge, die im Januar passirten, erst im August veröffentlichen. Hohes Alter. In Cincinnali, O., schied dieser Tage eine Frau Jane Norton im Alter von 109 Jahren aus dem Leben. Frau Norton wurde im Jahre 1796 in Irland geloren, kam im Alter von 80 Jahren nach Amerika und ist seither ununterlrochen in Cincinnati ansässig gewesen. Ihr Gatte, Thomas Norton, starb bereits vor 50 Jahren und seitber hat sich Frau Norton durch ihrer Hände Arbeit ihren Lebensunterbalt verdient, bis sie schließlich um Aufnahme in die Armenanstalt nachsuchen mußte. Die Greisin erfreute sich bis vor kurze? Zeit einer ganz außergewöhnlichen körperlichen und geistigen Frische. Hochbetagter Bräutig a m. In Ocean Grove, N. I.. wuroen neulich Georg Schmidt, der im 95. Lebensjahre steht, und Frau Allen D. Schwartz, eine 57jährige Wittwe von Newark, N. I., getraut. Frau Schmidt erklärte, daß es eine reine Liebesheirath gewesen sei; sie habe Schmidt seit ihrer Jugend, als sie mit ihren Eltern in Newark wohnte, gekannt und als sie von Newark nach Ocean Grove kam, habe sie die Bewerbung des alten Herrn, den man für einen 65er halten könnte, acceptirt. Schmidt soll in seinem Leben nie krank Wesen sein, auch weder rauchen noch trinken.
