Indiana Tribüne, Volume 28, Number 229, Indianapolis, Marion County, 19 May 1905 — Page 5
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Nr. 533. Von H. Etephan. Ich war der B ?riebsinspetiion II. zur Ausbildung, im Lokomotivdienst überwiesen und .nachte meine erste Fahrt auf einer Schnellzuglokomotive. Ich muß offen bekennen, daß mir nicht sehr wohl zu Muthe dabei war. Bei dem ständigen Hin- und Herschwanken der Maschine, die zu meiner unangenehmen Ueberraschung durchaus nicht den ruhigen Gang hatte wie ein Personenwagen, verspürte ich mehrfach das eigenartige Gefühl, das der Seekrankheit voranzugehen pflegt, und muhte mich zusammennehmen, um meinen Obliegenheiten als Heizer gehörig nachzukommen. Der Führer stand schweigsam auf feinem Platz, jetzt schloß er den Regulator und griff nach dem Hebel der Luftdruckbremse ein scharfes Zischen, und wenige Augenblicke später flog ich, während der Zug in eine Kurve einfuhr, in die gegenüberliegende Ecke, krampfhaft nach einem Halt suchend. Der Führer drehte sich lachend nach mir um und sagte: Na, noch nicht an den Führerstand gewohnt, nicht wahr?" Dann warf er einen raschen Blick über die Schulter nach einer Signalstange, die wir eben paffirt hatten, öffnete den Regulator wieder und setzte hinzu: Aber fein ist sie herumgekommen, was? Es geht nicht mit allen so glatt, manche laufen in der flachsten Kurve schon unruhig. Ueberhaupt zwischen Maschine und Maschine ist ein Unterschied! Da gibt's welche, die verbrauchen Kohlen und Cel wie unklug, und fortwährend paffirt was mit ihnen." Na, na," erwiderte ich zweifelnd, sollte das wirklich an der Lokomotive liegen? Ich sollte meinen, da ist eine wie die andere." So, glauben Sie?" sagte der Führer mit einem eigenthümlichen Gesicktsausdruck. Ich habe da mal eine seltsame Geschichte erlebt" Eb-'n fuhren wir in den Bahnhof ein und konnten das Gespräch daher nicht fortsetzen, aber die Andeutung hatte meine Neuaierde geweckt. Nachdem wir die Lokomotive in den Schuppen aebracht batten, suchte ich meinen Mann im Führerzimmer auf, und nach einigem Bitten erzählte er mir das Folgende: Ich sagte Ihnen schon vorher, es gibt Lokomotiven, die direkt verhext zu sein scheinen. Eine der schlimmften, die ich je gekannt habe, war die Nummer 533. Schon ehe sie fertig war. richtete sie Unheil an. Beim Aufsetzen des Dampfdoms riß das Seil, an dem er hing, und der darunterstehende Mann wurde erschlagen, einem anderen wurde der Fuß zerquetscht, als man sie aus dem Montageraum schob. Bei der ersten Fahrt nach der Indienststellung liefen wieder mehrere Lager heiß, und so hatte sie von vornherein einen schlechten Ruf. Keiner von uns mochte gern etwas mit ihr zu thun haben. Nur einer, Sanders mit Namen, gewöhnlich der rothe Sanders" genannt wegen seiner Haarfarbe, die den ohnedies schon auffallend häßlichen Mann noch mehr entstellte lachte darüber. Das ist ja alles Blödsinn," sagte er, wenn die Rede darauf kam, natürlies), bei euch muß alles gleich nicht mit rechten Dingen zugehen; ich meine aber, wenn an der Lokomotive was nicht in Ordnung ist, wird wohl der Führer schuld sein und nicht die Mafchine. Wenn ich sie fahre, läuft sie tadellos!" Sanders war bei den anderen Führern nicht gerade beliebt. Im Dienst ließ er sich ja nie etwas zuschulden kommen, aber aus seinem Wesen konnte man nicht recht klug werden. Für gewöhnlich war er schweigsam und beiheiligte sich nur hie und da mit spöttischen Bemerkungen an der Unterhaltung. mitunter aber konnte er bei dem geringfügigsten Anlaß in solche Wuth gerathen, daß ihm jeder gern aus hundert Schritt aus dem Wege ging. Wir sprachen öfters darüber, daß seine junge Frau, eine hübsche, sanfte Blondine, mit dem jähzornigen Mann wohl keinen leichten Stand haben mochte. Die Maschine No. 533 wechselte häufig ihr Personal und gab stets Veranlassung zu Klagen, bis schließlich Sanders sie bekam. Er fand nichts an ihr auszusetzen, behauptete sogar um die anderen zu ärgern, glaube ich daß es die beste Lokomotive sei, die er bisher gefahren. Sein Heizer war ein gewisser Bredlow, ein bescheidener, freundlicher Mensch, den wir alle riesig gern leiden mochten. An mich ich war damals auch noch Heizer hatte er sich besonders angeschlossen und sagte mir mehr als einmal, daß Sanders' Erzählungen von dem vorzüglichen Gang seiner Lokomotive durchaus nicht ganz zutreffend feien. In seiner Gegenwart aber schwieg er dazu, so daß ich den Eindruck hatte, als wollte er jede Gelegenheit vermeiden, sich mit seinem Führer zu erzürnen. Eines Abends nun es war im November, und ein furchtbarer Sturm heulte und pfiff um alle Ecken erwarteten wir den Zug, den Sanders und Bredlow führten, aus Braunberg zurück. Er traf erst mit zehn Minuten Verspätung ein, und SanoerS befand sich nur allein auf der Maschine und in einem Zustande so großer Aufregung, daß wir uns wunderten, wie er den Zug ohne Unfall hatte in den Bahnhof bringen können, dessen Einsahn eine recht schwierige war.
vi: em paar Etuttven fpaier, nacodem er sich etwas erholt hatte, konnte er berichten, was geschehen war. Der Zug hatte anscheinend bei dem unsichtigen Wetter mit voller Geschwindigkeit das schwarze Luch" passirt, und gleich dahinter, wo die Bahn die schärfe Kurve macht Sie kennen gewiß die Stelle, die Strecke hat da noch Gefälle mußte Bredlow. ähnlich wie Sie vorhin, das Gleichgewicht verloren haben. Ehe Sanders noch recht wußte, was geschah, war er hinausgestürzt und von dem Zug auf dem andern Geleise, der dort den unsrigen kreuzt, zermalmt worden. Sanders war auf's tiefste erschüttert und einige Tage lang dienstunfähig; als er dann wiederkam, war er noch schweigsamer als früher und vermied nach Möglichkeit, mit uns zusammenzukommen. Natürlich kam nach diesem Unglücksfall die Maschine No. 533 noch mehr in Verruf, und ich war recht wenig erfreut, daß ich an Stelle des verunglücktcn Bredlow den Heizerdienst übernehmen mußte. Dazu kam noch, daß Sanders' Benehmen anfing, mir unheimlich zu werden. Er sprach nie ein Wort mit mir. das über die nothwendigsten Anweisungen hinausging, und stand fast ohne sich zu rühren an seinem Platz. Nur wenn wir an das schwarze Luch" kamen, gerieth er in eine seltsame Erregung, jagte den Zug in rasendem Tempo über die Steigung und Kurve und sah sich scheu nach allen Seiten um mit einem solchen Ausdruck von Furcht und Entsetzen in den Augen, daß es einen ordentlich grausen konnte. Endlich eines Tages ging Sanders zum Vorsteher und bat um eine andere Lokomotive. Dieser musterte ihn befremdet und fragte nach dem Grund, worauf Sanders nach einigem Zögern angab was er vorher nie wahrhaben wollte die Maschine hätte schon immer ihre Nücken gehabt, aber seitdem Bredlow abgestürzt sei, wäre sie ihm geradezu unheimlich, und er fühle, daß seine Nervosität immer mehr zunähme, je länger er sie fahre. Der Vorsteher schüttelte zwar den Kopf, willfahrte aber schließlich dem Wunsch Sanders', der ihm als tüchliger und zuverlässiger Mann bekannt war. Daß er seit längerer Zeit eine Schnapsflasche bei sich trug und dieser mehr als ihm dienlich zusprach, wußte er nicht. So bekam also No. 533 wieder einen andern Führer, einen älteren Mann, der erst vor Kurzem hierher versetzt war und von den schlimmen Eigenschaften der Lokomotive noch nichts wußte. Er sollte sie aber bald genug an sich selbst erfahren. Nachdem ungefähr eine Woche ohne besonderen Unfall verstrichen war. liefen auf einer Fahrt die Treibackslager heiß. Auf jeder Station sprangen wir hinunter, um neues Oel in die Gefäße zu füllen; auf einer der letzten bemühte sich mein Führer noch damit, als schon das Aöfahrtssignal gegeben war; er rief mir zu. langsam anzufahren, konnte aber die Hand nicht schnell genug zurückzichen, so daß die Kurbel ihm drei Finger zerquetschte. Unsere Fahrt ging glücklicherweise bald zu Ende; er war nicht im Stande, weiter Dienst zu thun. und. der Vorsteher bestimmte, daß Sanders seinen Platz für heute einnehmen sollte. Sanders wagte keine Widerrede, aber ich sah, daß er nur mühsam seinen Aerger unterdrückte. Als er die Maschine bestiegen hatte, bemerkte ich auch, daß er die bewußte Flasche aus seinem Rock zog und anscheinend bis auf den letzten Tropfen austrank. Wir fuhren los, und wabrend der ersten Zeit ging auch alles glatt, bis Wir in die Nähe des schwarzen Luchs" kamen. Da wurde Sanders wieder unruhig und ließ mich fortwährend Kohlen aufschütten, so daß wir bei ganz geöffnetem Regulator die Neigung mit geradezu rasender Schnelligkeit hinunterjagtcn. Ich machte ihn darauf aufmerksam, daß es wohl etwas zu rasch ginge; aber er fuhr mich an: Kümmern Sie sich nicht um Sachen, die Sie nichts angehen! Je schneller wir weiterkommen, desto besfer. Auflegen!" Ich bückte mich zur Feuerung hinunter, aber im selben Augenblick gab es einen furchtbaren Krach, die Maschine schien sich in die Höhe zu heben, ich wurde herausgeschleudert und rollte die Böschung hinab in den Sumpf. Als ich aus meiner halben Betäubung wieder zu mir kam, sah ich den Zug in einiger Entfernung von mir stehen. Ich versuchte, mich zu erheben, und es gelang mir auch zu meiner großem Freude; zwar war ich am ganzen Körper geschunden und zerschlagen, aber die Wucht des Sturzes war durch den weichen Boden, auf den ich fiel, erheblich gemildert worden. So tappte ich denn mühsam am Zug entlang bis ?ur Lokomotive und sah nun, was vorgefallen war. Auf der umgestürzten Maschine, deren Treibachse im Lager gebrochen war, lag der Gepäckwagen, mit dem Tender und der stark beschädigten Lokomotive einen wüstenTrümmerhaufen bildend. Man konnte es fast als ein Wunder bezeichnen, daß kein größeres Unglück entstanden war, aber abgesehen von einigen geringfügigen Verletzungen, waren alle Passagiere mit dem bloßen Schrecken davongekommen. Das einzige Opfer der Katastrophe war Sanders. Eben, als ich dazukam, hatte man ihn aus dem Gewirr
oeroogner Eizcnlyette yervorgezogen, noch lebend zwar, aber ein Arzt, der im Zuge gewesen war und sich um ihn bemühte, erklärte, daß an keine Nettung mehr für ihn zu denken wäre. Er selbst mochte woh! etwas AehnlickeZ fühlen, denn als ich mich jetzt über ihn beugte, hielt er meinen Arm fest und sagte mit heiserer Stimme: Es geht mit mir zu Ende. Und das ist gut, denn das Leben war mir doch nur eine Last, seit seit ich Bredlow heruntergestoßen habe, damals" Ich konnte das Gräklicke kaum glauben, aber eö war wirklich so! Er hatte Bredlow im Verdacht gehabt, daß er sich um seine Frau zu thun machte, und sie immer mit seiner Eisersucht aequält, so daß sie ihm schließlich drohte, sie würde sich von ihm trennen. Er glaubte nun, Bredlow hätte sie dazu aufgeredet, um nachher freies Spiel zu haben, und gerieth in grenzenlose Aufregung. Und als ihm Bredlow, einige Tage darauf, Vorwürfe machte, daß er seine Frau schlecht behandele, da war eine sinnlose Wuth über ihn gekommen, und er stieß ihn hinunter, gerade als er sich vorbeugte, um nach dem entgegenkommenden Zug zu sehen. Und gerade an derselben Stelle, an der Sanders das Verbrechen begangen, mußte ihn nun die Strafe ereilen! Seine letzten, verständlichen Worte waren noch: Die Maschine ich wußte es sie würde mir Unglück bringen" dann verschied er in meinen Armen. Dies ist die traurige Geschichte von No. 533. Die Maschine wurde nicht mehr reparirt, nur der Kessel, der wenig beschädigt war, thut jetzt als stationärer noch Dienst. Glauben Sie mir nun eher, daß auch Lokomotiven ihre besonderen Eigenheiten vielleicht sogar eine Art Seele" haben können? Das Eisenbahnbett. Humoreske von F Helmy. Nach dem ISngli' schen. Na ja," sagte ruhig ein älterer Herr (ich war es nämlich selbst), der in der Ecke des Rauchzimmers saß, als unser Amerikaner seine langeGeschichte erzählt hatte, ich gebe ja zu, daß Ihre Nation ein bedeuiendes Erfindungstalent besitzt, aber ich glaube doch, daß ich Ihnen eine Geschichte erzählen kann, die reichlich so gut ist wie die Ihrige. In einer Hinsicht übertrifft sie sogar noch diejenige, welche Sie erzählten." In welcher F fragte der Amerikaner kurz. Darin, daß sie wahr ist." Da Niemand das Schweigen unterbrach, welches diesen Worten folgte, fing ich an zu erzählen. Zuerst, meine Herren, muß ich Ihnen mittheilen, daß ich, bevor ich mich von den Geschäften zurückzog, Handlungsreisender war, und ot)ne mich zu loben, darf ich wohl hinzufügen, daß es kaum je einen fleißigeren Menschen gab, als ich es in meinem Fache war. Ich war damals im Besitze einer eisernen Gesundheit und tonnte mich unbedingt auf sie verlassen. IDa ich außerdem sehr ehrgeizig war, schonte ich mich nie und strebte unaufhörlich vorwärts. Zehn Jahre lang, meine Herren, feierte ich weder Sonnnoch Festtage und schlief nicht eine Nacht in einem Bett. Da starb plötzlicb mein Bruder, der. wie ich, Junggeselle war, und hinterließ mir ein Vermögen, welches mir gestattete, in Ruhe und Frieden als Landmann zu leben. Sie müssen nun nicht glauben,daß ich mich schnell an das ruhige Leben gewohnte. Ich fühlte im Gegentheil oft Sehnsucht nach meinem alten Reiseleben, aber ich hoffte, daß ich mit derZeit wohl darüber hinwegkommen würde. Das würde auch wahrscheinlich geschehen sein, wenn ich nur Nachtruhe gehabt hätte, aber die war es gerade, welche mir fehlte. Abend für Abend legte ich mich zu Bett, ohne Ruhe zu finden. Ein Arzt verordnete Spazierritte. Ich kaufte ein Pferd, ritt, aber es half nichts. Darauf versuchte ich, mich müde zu gehen. Ich wurde müde und steif an allen Gliedern, aber mein Schlaf war gleich kurz und meine Träume gleich lang. Ich erwachte jedesmal in Schweiß gebadet. Als noch ein Monat vergangen war, hatte ich mich selbst aufgegeben und wollte mein Testament machen. Aber plötzlich bekam ich mit dem Testament eines Anderen zu thun. Ein Freund von mir war in Schottland gestorben, wo er ein kleines Gut besessen, und hatte mich zu seinem Testamentsvollstrecker ernannt. Ich mußte also nach Schottland reisen, und aus alter Gewohnheit fuhr ich mit demNachtexpretzzuge. Ich hatte einen Schlafwagen und ging früh zur Ruhe. Meine Herren, ich kann Ihnen nicht beschreiben, welches Wohlbehagen ich empfand, als ich das Rollen und Stoßen des Zuges fühlte. Mir war zu Muthe, als wäre ick im Paradiese, und nach wenigen Minuten schlief ich fest und ruhig wie ein gesundes Kind. Als ich Glasgow erreichte, war ich frisch und munter wie in alten Zeiten. Jetzt kannte ich den Grund meiner Leiden ich konnte nur in einem rollenden Eisenbahnzuge schlafen. Ein günstiges Schicksal führte mich am nächsten Tage mit einem genialen Amerikaner zusammen. Er war geradezu ein Genie auf dem Gebiete der Erfindungen. Ich erzählte ihm mein Schicksal.
WUroen Sie 50 Pfund Sterling aureben, um Ihr Leiden loözuwerden?" sagte er. Ich würde Ihnen auf der Stelle 100 Pfund geben, wenn Sie mir helfen könnten," antwortete ich. Räch ungefähr drei Wochen kam der Ingenieur zu mir in mein Heim und brachte die verschiedenartigsten Sachen mit. Er verlangte, in mein Schlafzimmer geführt zu werden, und ließ, ohne ti'.d zu fragen, Maschinentheile und Leinwandrollcn hineintragen. Dann forderte er mich auf, ihn zu verlassen und erst wieder zu kommen, wenn er mich rufen l'eße. Nach wenigen Stunden stand ein neues Bett in meinem Schlafzimmer. Dieses," sagte mein freund, indem er mir meine n-ue Lagerstätte zeigte, ist das von mir erfundene automatisch Eisenbahnbett. Ich will es aufziehen, damit Sie es ausprobiren kön-
nen. Während er dies sagte, nahm er eine Art Schlüssel, mit welchem er das Bett ungefähr fünf Minuten lang aufzog. Als er fertig war, sagte er: So, jetzt legen Sie sich hinein und sehen Sie zu, ob meine Maschine zu Ihrer Zufriedenheit arbeitet." Ich that nach seinem Wunsche, und kaum hatte ich mich auf die Matratze geleat, so drückte er auf einen Knopf und befahl mir, die Augen zu schlie ßen. Ich thar es und glaubte mich im Nu in den Schlafwagen eines Eisenbahnzuges versetzt, der mit einer Schnelligkeit von 30 englischen Meilen in der Stunde dahinsauste. Bis jetzt sind Sie mit gewöhnlicher Schnelligkeit gefahren," sagte mein Freund, wenn Sie es wünschen, ki?nnen wir nun mal die Expreßfahrt prob.ren. Wenn ich auf den zweiten Knopf hier am Kopfende drücke, fahren Sie mit einer Geschwindigkeit von 50 englischen Meilen in der Stunde." Er drückte auf den Knopf und rief mir zu, ich sollte mich festhalten. Ich war aber zu langsam und flog aus dem Bett bis mitten in's Zimmer: ich stand wieder auf und dankte meinem Wohlthäter mit Thränen in den Augen. Dann zeigte er mir, wie das Eisenbahnbett in Bewegung gesetzt und wieder zum Stillstand aebracht wurde. Er konnte nicht länger bleiben, weil sein Ehef ihn in zwei Stunden in London erwartete. Ich ging also in mein Arbeitszimmer und schrieb ihm eine Anweisung und begleitete ihn nach dem Bahnhofe. Als der Zug sich in Bett gung jetzte, beugte er sich aus dem F,?nster und rief mir etwas zu, wovon ich weitc? nichts verstand, als die Wone: 1er dcitte Knopf " Ich ging an tiefem Abend früh ?,u &?e:t, zog die Maschine auf und saust' fort Ich war W ganze Nacht mi: dem Erpreß zug gefahren, aber gegen sloigen trieb mich dieNeugier, meine Fahrt zu beschleunigen. Die Erklärung dazu hatte mir mein Freund natürlich geben wollen, als er von dem dritten Knopf gesprochen hatte. Ich drückle darauf, das Bett sauste wie wahnsmnig umher ich möchte darauf werten, daß es mit einer Geschwindigkeit von 90 englischen Meilen in der Stunde fuhr plötzlich ertönte ein Krachen und Brechen, ein Pfeifen, Brausen und Zischen wie von einer gesprungenen Lokomotive, und dann kam ein Stotz, ein furchtbarer Stoß, der mich nach der entgegengesetzten Seite des Zimmers bis an den Waschtisch schleuderte. Als ich wieder etwas zur Besinnung kam, versuchte ich, mich aus den Trümmern herauszuarbeiten, die unter und über mir lagen. Meine Bemühungen waren aber vergebens. Das Ungeheuer stöhnte, pustete und fuhr gegen die Wand wie eine Lokomotive, die aus dem Geleise gerathen ist. Endlich kam mein Diener mit Licht herein. Das Zimmer sah entsetzlich aus. Mit der nächsten Post bekam ich einen Brief von dem Erfinder, der die Sache einigermaßen aufklärte. Er schrieb: Geehrter Freund! Ich vergaß gestern leider, Sie auf den dritten Knopf aufmerksam zu machen. Wenn ich etwas erfinde, bemühe ich mich, meinem Vorbilde so nahe wie möglich zu kommen. Der dritte Knopf muß mit großer Vorsicht gebraucht werden. Er ist dazu bestimmt, einen Zusammenstoß mit einem anderen Zuge zu veranlassen, aber dann wirkt er auch vortrefflich. Ich lege Ihnen einige Pläne zur Wiedxrberstelluna der Maschine bei für den Fall, daß Sie Lust haben sollten, dieses Experiment mit irgend Jemand zu versuchen." 7- Ein kleines Mihverst ä n d n i fc. Maler (einem Parvenü sein Bild erklärend): ...Und jetzt wollen wir das Bild von der anderen Seite betrachten." Parvenü (zu seinem Diener): Kehren Sie das Bild um!" Tann freilich. Ehemann (zu seiner Frau, die Malerin ist): Aber Amalie, die Suppe schmeckt nach gar nichts, da fehlt ja Suppengrün?" Ach ja, Männchen, ich weiß, ich hab's Suppengrün so nothwendig zu meinem Stilllebep Kraucht."
peilt Haversack's Slyrewevnes.
Ko. S9a Seöhrter Mister Edithoe! Sin Sie schin emol g:draunded, Mister Edithor? Well, ich sm un wenn Sie diesen hier Schreiwebrief kriege, dann hen ich noch nit Wein Meind uffgemacht, ob ich mit d'en Lewe odder mit ebbes annerschter davon komme. Awwer ich will Jhne emol die Stohrie verzähle. Ich hen also die Siesickneß purtigut iwwerstanne un ich hen was mer so uff deutsch sage duht in schenerrell ganz gut gefühlt. Der einzige Trubel is gewese, daß ich nicks hen esse könne. An so en Stiemer is immer so en sonniger Schmell un ecksäcktlie so duht das Esse tehste, so ebbes wie Fisch wo schon e lange Zeit zurück der Welt adje gesagt Hot. Un das is der Riesen for warum ich nicks davon getotscht hen. Ich hen awwer ebbes duhn müsse, for bei Kräfte zu bleiwe un do hen ich nicks genösse, wie Bier und häufig so große Kwantitehs, daß ich am Obend nit gewißt hen, ob's Siesickneß war, odder e gutseist Jäck, was mich getroffe Hot. An so en Obend hen ich nachdem ich e paar Stunde in den Bett gelege hen, das Bedürfniß kriegt, noch emol an die frische Lust zu gehn. Ich hen mich gedreht so weit wie's gehn duht un sin autftit mei Nuhm. Das Boot Hot Widder arig Kcschehkt un ich hen mich festhalte müsse, for daß ich nit umgefalle sin. Ich sin glicklich die Stehrwehs enuff komme,awwer wie ich an Deck wollt, do is der Neitwatschmann komme un Hot gesagt, es hätt Niemand Bißneß hier un es wär Niemand erlaubt an Deck zu gehn. Do hen ich gesagt: Mache Se mich jetzt emol kein Monkieschein; was ich for Bißneß hen, das geht Jhne gar nicks an. Ich brauche Luft un wann ich Luft brauche, dann brauch ich Luft un das is all. Berstehn Se mich? Der Feller Hot mich awwer nit verstanne un Hot gesagt, wann ich nit in leß denn no teim in meine Klapp wär, dann deht er den Käpten rufe un dann deht ich an den Mästbaum gebunne wer'n. Ei dont kehr hen ich gesagt, do krieg ich auch Luft. Well, mer hen noch fnt e Weil gefeit un dann sag: er, wann ich mich ganz still hinsetze wollt, dann könnt ich da stehn, awwer wann ich starte deht erum zu gehn, dann deht er mich große Trubel mache. Well, das hen ich ihn geprammißt un hen mich uff en Peil Rchp gehockt. Der Watschmann is weiter gange un es Hot nit lang genomme, do sin ich eingeschlofe. Ich hen gedriemt, ich deht in e Hämmack liege un deht hin un her gerackt wer'n un mit einmal wär ich aus die Hämmack eraus gefalle. Ich hen so nadierlich gedreimt, daß ich, wie ich dann ttfgeweckt sin. noch for e ganze Weil die Jmpreschen gehabt hen, ich wär'n aus die Hämmack eraus gefalle. Wie ich die Augcdeckel ufgeklappt hen, do is off Kohrs alles dunkel um mich erum gewese un ich hen auch ganz naß gefühlt. Bei Galle, hen ich gedenkt, was is mich dann do gehäppend? Ich hen mit die Hand erum gedappt, awwer iwwerall, wo ich hingegriffe hen, do is Luft gewese un das is all, was do war. Dabei hen ich gefühlt, als wann mich ebbes ganz fest an ebbes presse deht. Ich weiß nit, wie's komme is, awwer ich sin Widder eingeschlofe un sin erscht Widder wach geworde, wie's Dog war. Denke Se emol an, wo ich gelege hen! Ich hen reit an die Etsch von den Deck gelege un mein einziger Suppohrt war en Pohst von die Rehling! Do hätte Se mich awwer emol hallern höre solle. In en Minnit sin wenigstens hunnert Mensche herbei gelaufe komme, awwer wie mich der erschte Hot täckele wolle, do is das Unglück bassirt. Er Hot mich unner mein Arm zu packe kriegt un ich sin doch so schrecklich tickelisch; ich hen lache müsse un hen mich erum drehe wolle, awwer in dieselwe Minnit sin ich erunner geschlippt un bums, hen ich in den Ohschen gelege. Ich glauwe ich sin wenigstens siwwe Dausend Fietz tief in den Wasser gefloge un ich hen grad gefühlt, als wann ich den Battem von die Sie gestrocke hätt. Dann sin ich wie en Baunzingbahl widder an die Sörfehs komme un do hen ich e halwes Dutzend schmale Boots gesehn mit Männer drin wo nach mich gefischt hen. ch hen grad mein Meind uffgemacht gehabt, noch emol unner zu sinke, do Hot mich einer getäckelt. hrt mich e Rohp um mei Wehst gemacht un dann hen se mich von den Stiemer aus enuff gepullt. Do hätte Se awwer emol ebbes erlewe könne. Se hen mich obseit daun gehalte, for daß alles Wasser Widder aus mich eraus gelaufe is un Se könne mich's glauwe odder nit, das Wasser was in mich war, Hot das ganze Deck gefloddet un es Hot geguckt, als wann ich den ganze Ohschen auögeschlappert hätt. Off Kohrs iS bei den Bißneß mei ganzes Jnseid aus den Scharnier komme un ich hen
Ayres Bulletin Ein ungewöhnliches Gelder-sparungs-Ereigniß ist dieser Umzugs -verkauf Sie kaufen für weniger und es macht keinen Unterschied was Sie kaufen oder wenn Sie kaufen. Einen Beweis dafür erhalten Sie beim Einkaufen, aber recht bald.
umuL Zndiana größte Dr, Soods Händl. nit eckspecktet, daß se mich noch emol in t diesentes Schehp kriege dehte. Well, se hen alle mögliche Eckspieriments mit mich gemacht un endlich sin ich insBett gelegt worde un se hen mich en hatt Schin gewwe, das Hot mich arig gut fühle mache un ich hen dann geschlofe, als wann ich in mei ganze Lewe nit mehr ufswecke sollt. Wie ich endlich meine Konschjiusnessithee widder kriegt hen, do hen ich gesagt, for Pittiesehks gebt mich Bier, sonst ver dorscht ich. Ich hen so 101319 gefühlt wie en marionirte Häring. Awwer der Dackter Hot gesagt: Solang wie Sie an diesen hier Stiemer sm, kriege Se noch kein Droppe Bier mehr. En Mensch wo so onriesenebbel is un duht sich so voll lade, daß er in die Nacht so Bosse macht, der kann nicks mehr hier hen." Jetzt denke Se nur emol, Mister Edithor, ich sm doch so sauwer gewese wie e Behbie an feim erschte Geburtödag! Awwer jetzt is ja der Dripp iwwerstanne un ich kann for all den Demmetsch Widder uff mache. Mit allerhand RiegardS Juhrs Trulie, Meik Habersack, ESkweZe? un Scheriff von Apple Jas Holie Terrer Kauntie. E v a n S v i l l e , 19. Mai. Der Ohio-Flutz hat jetzt die Gefahrlinie Überstiegen und wird nach Angaben der Wetterbeamten noch für 24 bis 36 Stunden zu steigen fortfahren. Das Hochwasser hat bereits eine große An zahl der Farmer aus den Niederungen vertrieben. Aus VircenneS werden bezüglich des Wabash River und seiner Nebenflüsse ähnliche Zustände gemeldet. C 0 l u m b u , 19. Mai. Ein zelne der Creditoren des JoncSviller Kaufmannes A. E. Veager verausgabten mehr Geld für Briefmarken, alS sie auS der ConcurSmasse erlangten. Ganze 517.35 waren nach Begleichung der Unkosten noch übrig, und die höchste, einem Gläubiger gezahlte Summe be trug nur 11.10, während sich der Min destbetrag auf sage und schreibe ganze 7 Cent belief. DttIn M M (tablirt 1868.) .Jdiaa'S größter Lade .. (Lovzvt Coats. Wir wünschen mit mehreren unseren besten Covert Jackets aufzuräumen und markirten dieselben deshalb zu dem äußerst niedrigen Preis von nur 57-50 das Stück. Hübsche 22 Zoll lange, Rückenpassende Muster, mit oder ohne Kragen, gefüttert mit ganz Seide garan tirtem Atlas, unsere regulären 512. SO JacketS $7.50 Frauen Seiden Jackets. zu einer Eisparniß von $2.00 bis $3.50, in den neutsten Frühlings Facons, zu 510 00, $7.50 $5.00 Mädchen Frühlings Jackets für die kühlen Abende ; Auswahl in Coverts oder Ihecks, für das Alter von 6 bis 20 Jahren zu $7.50, $5.98 55, $3.98 75 Dutzend Frauen Sommer Kimonos in einfachen und fancy Mustern, $1.00 Werthe zu 50c Zweiter Stock. mns m göods es JOHN H. ANDING, Nachfolger von Edward Müller, 110 Nord Delaware Gtr. lkomlinlov Halle gegen vbkrZ Die feinsten Holländischen Häringe gesalzen, marinirt und geräuchert. :nt geräucherte Weißfische, einen geräuch:ten Stör, einen geräucherten Rhein-Lachs. Beste Georges Stockfisch und Englische Bloaders. Allerlei Fisch'Telicatcfscn in Achse reit Ablieferung Neue Tel. 987
