Indiana Tribüne, Volume 28, Number 229, Indianapolis, Marion County, 19 May 1905 — Page 3
MBOaMHHVJiVJ MMMflHBUMIHHlBllMa&flM
Jndianck Tribüne, 19. Mai 1905
3
Russische Schiffe Werden m Gewässern Jndochina's von japanischen Spähern verfolgt.
Die Japaner erwarten jeden Augenblick einen Angriff der russischen Flotte. General v. d. ippe soll Rede stehen. Tchnciderftreik in kitlcl-Teutschland.
Indien. Russische Schiffe gesichtet. S inga Pore, 18. Mai. Am Morgen des 16. Mai befand sich das rusfischeGeschwader in 13.30Grad nörd. licher Breite und 111.30 östlicher Länge (etwa 120 Meilen nordöstlich von Kap Varella, Küste von Annam.) So be richtet der britische Dampfer Hongman I." Der deutsche Dampfer Segovia" sichtete am 15. Mai 42 russische Schiffe. 40 Meilen von Kap Varella. wie sie langsam in nördlicher Richtung fuhren. AuS der Stellung des russischen Geschwaders, wie sie der englische Dampfer berichtet, schließt man, daß eine allste meine Seeschlacht nicht direkt bevorsteht. ! Zndochina. Vereinigung des russischen Geschwaders." Saig on, 18. Mai. Die Verein!, gung der Geschwader Rojeftvenky's und Nebogatoff's wurde am 8. Mai vollzo gen. Sie fand außerhalb der Küsten gewüffer statt. Die vereinigten Geschwader fuhren am 14. Mai in öftlicher Richtung ab. Japan. Offensive der Russen er wartet. Tokio, 18. Mai. Die Nachricht von der Abfahrt Admiral RojeftvenS ky's aus der Hon-KoheBay nach Norden bestärkt die allgemeine'Ännahme, daß eine Seeschlacht in nächsten Tagen stattfinden muß. Man nimmt an, daß Admiral Rojeftvensky seine Kohlenbunker gefüllt und alles Andere für eine Seeschlacht vorbereitet hat. Man weiß, daß der russische Admiral in der Lage ist, die Offensive zu ergreifen. China. Lage in der Mandschurei. Gu.shu.Paß, 18. Mai. Nachdem schon verschiedene Tage Regenschauer gefallen, traten heute so starke Niederschlüge ein, daß die militärischen Operationen vollständig zum Stillstände gebracht wurden. Vielleicht wird das warme feuchte Wetter manche Krankheiten hervorrufen, aber andererfeits liefert die rasch aufjprießende Vegetation der Cavallerie reichliches Mutter. Die Japaner verstärken ihren linken Flügel und schicken Verstärkungen nach Korea. Rußland. AuS Gründen derStaat. r a i s o n. St. Petersburg, 18. Mai. Eine positive Nachricht aus Hofkreisen besagt, daß Großfürst Paul, der wegen leiner nlcymanoesaemaLen velratv m Ungnade fiel, nun ein größeres Kom mando in der Mandschurei erhalten soll. Die Vermuthungen über diesen Schritt find verschieden. EineStheils wird behauptet, der Versuch bezwecke, die russische Armee mit einem Mitglied br kaiserlichen Familie zn begeistern, das freilich von dieser als billigstes" betrachtet wird, auf anderer Art aber nicht schmeichelhafter, wird die Sache dahin erklärt, man wolle dem kleinen Großfürsten Gelegenheit geben, seine Kühnheit dem weiblichen Geschlechte gegenüber auch auf anderem Gebiete zu beweisen und sich zu rehadilitiren. Italien. Turin, 13. Mai. Der Herzog der Abruzzen, welcher mit den Vorbe reitungen für eine große Forschung reise nach dem Innern Afrika'S deschäf tigt ist, wird dieselbe im Herbste an treten. Deutschland. eneraimazor a. von der Lippe muß Rede stehen. Berlin. 13. Mai. General major a. D. von der Lippe ist von zu. ständiger dienstlicher Stelle aufgefordert worden, wegen seines im Pariser Figaro" erschienenen Artikels, eine Erklärung abzugeben. Jener Artikel
enthält bekanntlich den mehr als befremdenden Vorschlag, daß eine Mitteleuropäische Zollunion gebildet werden und nach Vollendung dieser Union Lotbringen als Morgengabe an Frank reich zurückgegeben werden möge. Natürlich war dieser Vorschlag, dessen Ausführung mit dem Aufgeben der
Errungenschaften des deutsch - franzöfischen Krieges gleichbedeutend wäre, den Franzosen Wasser auf ihre Mühle, wahrend die hiesigen Blätter die Erpektoiationen einstimmig auf das Schärfste verurtheilten. azneioernreii uno Aus JC . ! k. . . 1 . . ! I .. V M a sperrung. Frankfurt a. M., 13. Mai. Die Schneider-Streikdewegung hat sich von Leipzig und Gießen nun auch nach Hamburg verbreitet. Dort sind die Schneider an den Streik gegangen. weil Aufträge von Leipzig ausgeführt wurden. Die Arbeitgeber haben darauf mit der Ausschließung sämmtlicher Leute geantwortet. Ein Gleiches mird von den EngroS - Schnelderprmen m ganz Veunqlano erwärm, wenn ote Leute aus dem nämlichen Grunde einen Ausstand beginnen. Die Zentrale der Arbeitgeber in München plant, wie telegraphisch gemeldet wird, eine MassenauSsperrung. Irrsinnige Mutter vergiftet drei Kinder und sich selbst. Potsdam, 13. Mai. In dem Dorfe Adlershof, Kreis Teltow. hat die Frau deS Fabrikbesitzers Hölzel in einem Anfall von Trübsinn eine entsetz liche That vollbracht. Die Wahnsinnige zog ihren drei jüngsten Kindern und sich den Sonntagsstaat an und gab ihnen dann Wein, gemischt mit Arsenik; auch sie nahm von dem Todestrank. Mutter und Kinder starben an der Wirkung des Giftes. Münchener Allgemeine Z e i t u n g" g e h t n i ch t e i n. München, 18. Mai- Die Mün. chener ..Allgemeine Zeitung" konfta tirt, daß die Nachricht, sie werde zu Anfang Juli eingehen, eine unwahre, tendenziöse Aeußerung der sozialifti schen und klerikalen Preßkoterie in Bayern sei, welcher das Blatt mit seiner unabhüngig-liberalen Richtung stets ein Dorn im Auge gewesen. Die Sache wird jedenfalls noch ein gerichtliches Nachspiel finden. (Die Allgemeine Zeitung" wurde im Jahre 1793 von I. F. Cotta gegründet. Nachdem die von ihm seit Beginn jenes Jahres in Tübingen mit Ernst Ludw. Posselt herausgegebene Neueste Weltkunde" auf Befehl des Wiener ReichShofrathS unterdrückt
'::0l'' i rVä-Midtm '-m)f$i-yj "' . , '-'''Ws'jfiyffi--. W-M x wSSf K ' 5 .-MikM wB&mMki. . -W? tJK&Br ' tfti1 j
Großfürst Paul.
worden war, erschien an deren Stelle seit dem 9. September 1793 in Stutt gart die Allgemeine Zeitung", redigirt von Ludw. Ferd. Huber. Als diese 1303 vom Herzog von Württemberg verboten wurde, fiedelte die Zeitung nach Ulm, und als Ulm 1810 württembergisch wurde, nach Augsbürg über, wo sie ihren Weltruf er langte. 1332 wurde sie nach Münch?n verlegt und 1889 ging sie mit dem Cotta'schen Verlag in den Besitz der Gebrüder Körner in Stuttgart über). Geld- Contra TalmiPatriotismus. Berlin, 18. Mai. Große Entrüftung erregt in allen ationalgesinnten Kreisen das Verhalten deS Oberstleutenants von KeSzycki, Kommandeurs deS Husaren - Regiments vrn Zieten (BrandendurgischeS) No. 3 in Rathenow, welches in diesen Tagen unter glänzenden Feierlichkeiten daS 175jährige Jubiläum seines Bestehens beging. Bei dem Jubelfeste wurden vom Kommandeur verschiedene schöne Reden gehalten, zu denen die Treue zu Kaiser und Reich den Grundton lieferte. Aber nun wird bekannt, daß der Biedermann gleichzeitig sein Rittergut Groß-Lessen im Kreise Fraustadt, Posen, an Polen verkauft hat, die ihm einen verlockenden Preis boten. Zwar
hatte er sein Besitzthum der deutschen Landbank offerirt, aber gar keine Zeit zur Besichtigung übrig gelassen. Die Polen bekamen Wind von der Sache, und Oberstleutnant v. KeSzycki wurde mit ihnen ohne Weiteres handelseinig. Das ist nun schon die dritte derartige Verschacherung deutscher Rittergüter in Posen an Polen innerhalb weniger Wochen. Goldenes Dirigentenj u b i l ä u m. Köln, 18. Mai. Wilhelm Karl Mühldörfer, Kapellmeister am hiesigen Stadtheater, beging heute die Feier feineS goldenen Jubiläums. Dem verdienten Musiker wurden anläßlich deS Tages von verschiedenen Seiten große Ehrungen zu Theil. (Der Jubilar wurde am 6. März 1837 geboren, war bis Mitte 1831 Kapellmeister am Leipziger Stadttheater und seitdem Kapellmeiste: am Stadttheater in Köln. Er komponirte mehrere Opern (Kyffhäuser", Prinzessin Rebenblüthe") ferner zahlreiche Ouvertüren. Ballette, Lieder, Ehorlieder etc.) Euba. Gen. G o m e z. Santiago, 18. Mai. Gen. Moximo Gomez, der sich vor einigen Tagen einer schwierigen Operation unterzog, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Philippinen. Zur Strecke gebracht. Manila. 18. Mai. ES ist die Nachricht eingetroffen, daß der Moro Häuptling Pala, der auf der Insel Jolo von Truppen unter dem direkten Kommando Generalgouverneurs Leonard Wood verfolgt wurde, seinen Tod gefunden hat. Seine wenigen über, lebenden Anhänger werden von den Truppen weiter verfolgt.
Schiller und die Nekrutm. rftaunliche Nnsenntnih deutscher Soldaten über den grofzcn Tichter. Ein Dr. Rudenwaldt legte 174 Rekruten. unter denen 134 Deutscle, 39 Polen. 1 Tscheche waren, eine Anzahl von leichten Fragen vor, darunter auch etliche, die Schiller betrafen. Für die Popularität des großen Nationaldichters sprach eineAntwort auf die Frage, was ein Dichter sei: Ein Dichter ist ein Schiller." Fünfmal wurde Schill statt Schiller gesagt. Goethes Namen hatten 25 Prozent nie gehört, Schillers Namen dagegen kannten 154 von den 174 ReZruten. Auf die Frage Wann lebte Schiller?" nannten 13 Rekruten ein Jahr, das in Schillers Lebenszeit fällt. 54 gaben eine falsche Antwort, und 97 blieben innerhalb zweier Minuten jede Antwort schuldig; 22 Rekruten setzten ihn in's 16. Jahrhundert, 9 in die Befreiungskriege. 2 in's Jahr 1500, 2 in die Zeit des grohen Kurfürsten, 2 in den 30jährigen Krieg, 4 um 1700. 2 zur Zeit Luthers. Andere Antworten lauteten: Vor 200 Jahren." vor 500 Jahren," im 14. Jahrhundert." im 17. Jahrhundert," 187071," gestorben 1888." vor mehrern Iahren." 1850." ..1640," 1650." 1740," 1762." 1753," 1812." 1840;" ..im Mittelalter;" der hat auch beim Militär gedient;" Schiller war ein Offizier," war ein Buchdrucker." Die Frage: Nennen Sie mir Werke von Schiller!" führte zu 21 richtigen, 30 falschen Antworten, während 123 Rekruten nichts zu sagen wußten. Richtig genannt wurden unter anderen Die Glocke" (20), Braut von Messina." Bürgschaft." Kampf mit dem Drachen," fälschlich: kirchliche Lieder (5), Lesebücher (5), Es braust ein Ruf." Tannhäuser." Fabeln. Heiß war der Tag," Dort unten in d?r Mühle," Heil Dir im Siegerkranz," patriotische Lieder, Der Glockenguß zu Breslau." ..Ein' feste Burg ist unser Gott." Volkslieder. Lesestücke, Ich hab' mich ergeben," Ueber allen Wipfeln ist Ruh'," Freiheit, die ich meine." Schwäbische Kunde." Jesus meine Zuversicht," Großer Gott, wir loben Dich," Gebet während der Schlacht," Geh aus mein Herz und suche Freud." DaS Spielzeug der Kinder. Einer der am häufigste vorkommenden Fehler bei der Kindererziehung besteht darin, daß das Kind mit Spielfachen geradezu überhäuft wird. Viele schlechte Eigenschaften werden hierdurch angeregt, insbesondere Eitelkeit und Habsucht, die Gier nach steter Abwechslung und das Verlangen nach Ueberfluß, am häufigsten Neigung zur Verschwendung. Damit soll durchaus dicht gesagt sein. daß das Kind sich stets mit einem und demselben Spielzeuge sollte begnügen müssen; es ist sogar richtig, ihm Spielsachen verschiedenster Art zu bieten. Aber diese sollen stets in Verwahrung der Erzieher sein, nur eines auf einmal soll dem Kinde zum Spiele überlassen werden, erst wenn es dieses zurückgibt, soll es ein anderes bekommen. Am meisten wird sich das Kind mit einem Spielzeug freuen, das es selbst angefertigt hat. und am beliebtesten wird man sich bei ihm machen, wenn man ihm dabei hilft und Rihschläge gibt. Hierdurch wird das Kind gleichzeitig zur Mäßigung in seinen Begierden, zur Arbeitsamkeit, zum Fleiß, zum Nachdenken, zur Gewandtheit und körperlichen Geschicklichkeit geführt. Von Spielsachen, die das Kind nicht selbst oder mit Beihilfe anfertigen kann, sollten nur jene gekauft werden, deren Benützung ihre Selbstthätigkeit fördert, denn alles Spiel soll auf nützliche Gewohnheiten hinführen. Bis dahin, wo sich die siinder das Spielzeug selbst machen können, nehmen ).t ohnedies vorlieb mit Kleinigkeiten, die sich in jeder Wirthschaft finden: ein Stü'en buntes Papier, ein Änaue! Bindfaden oder sonst ein Gegenstand, der ihnen keinen Schaden thun kann, belustigt sie oft weit mehr, als die kostspieligsten Dinge, deren Bedeutung sie noch gar nicht verstehen. Fürsorge für Ex-5träffinge. Der Verein zur Obsorge für entlassene Strafgefangene in München, dessen Bestrebungen darauf gerichtet sind, würdigen oder wenigstens besserungsfähigen Menschen zur Wiedererlangung einer Existenz zu verhelfen, die unschuldigen Angehörigen von Gesängenen zu unterstützen und den Rückfall der Entlassenen zu verhüten, hat im Jahre 1904 237 entlassene Strafgefangene in Obsorge genommen. jjn überseeische Länder wurden im Jahre 1904 10 Personen (7 Männer und 3 Frauen), und zwar 5 Münchener, 3 nicht in München beheimatbete Oberbayern und 2 Schwaben befördert, wofür 4139 Mark Kosten erwachsen sind. Die gesammte Mitgliederschaft de-ö Vereins betrug am Schlüsse des Vorjahres 2051; sie ist in den letzten Iahren um 381 gestiegen. Des Kaisers Ehauff e u r e. Kaiser Wilhelm, der wäbrend der letzten Jahre wiederholt Gelegenheit genommen hat. vor dem un mäßigen Trinken zu warnen, hat mebrere Chauffeurs angestellt unter der Bedingung, daß sie sowohl in wie außer Dienst sich des Genusses geistiger Getränke vollständig enthalten. Zum Lohne für dies Opfer der Enthaltsamkeit erhalten sie beträchtlich höhere Löhne als sonst üblich.
Dcr DAmpscrbrliAnd drr Welt.
gaftl und ehalt d,r Schiffe und der theil der verschiedenen Lander. ' Der deutschen Handelsflagge ist es in den letzten Jahren gelungen, die ausländische Konkurrenz in heimischen Häfen immer mehr zu verdrängen. So überwiegt jetzt im Verkehr des Hamburger Hafens der Antheil der deutschen Flotte den der britischen. Doch auch in den ausländischen Häfen erscheint die deutsche Flagge im erhöhten Maße; ihr Antheil an der Ausfuhr der in Frage kommenden Länder ist in stetem Wachsen. Nach Lloyds Register vom Geschäftsjahre 1903 auf 1904 beträgt b:r gesammte Dampferbestand der Welt 17,561 Schiffe. Davon kommen auf England 8553 gleich 48 Prozent, auf Deutschland 1425 gleich 8 Prozent, auf die Ver. Staaten 1211 gleich 6.9 Prozent, dann folgen Norwegen, Schweden, Frankreich, Rußland, Japan. Holland und andere Staaten. Untersucht man diese Dampfer nach ihrem Tonnengehalt, dcr 27,183.365 Vrutto-Registertonnen beträgt, so kommen 14.103.582 gleich 52 Prozent auf England, 2,794.311 gleich 10 Prozent auf Teutschland, 2.222,067 gleich 8 Prozent auf die Ver. Staaten. Nun spielen aber im Wettbewerb auf dem Weltmeer große Dampfer die Hauptrolle. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet gewinnt Deutschlands Antheil am Welthandel ein ganz anderes Bild, denn es gibt nur 84 Dampfer von über 10,000 Brutto-Register-tonnen, die eine Gesammt-Tonnage von 1,053,811 Registertonnen ausweisen. Von diesen Dampfern kommen 30 (gleich 46 Prozent der Registertonnen auf England, 25 (gleich 30 Prozent) auf Deutschland. 11 (gleich 13 Prozent) auf die Ver. Staaten, wahrend auf die übrigen Staaten nur 18 Stück (gleich 11 Prozent) entfallen. Die deutschen Schifffahrtsgefellschaften besitzen überhaupt die schnellsten Dampfer der Welt. In erster Linie haben sie die Dampfer, welche 20 Knoten laufen; davon entfallen 4 auf den Norddeutschen Lloyd (Kaiser WilHelm II.." Kronprinz Wilhelm." ..Kaiser Wilhelm der Große" und Kaiserin Maria Theresia") und einer auf die Hamburg - Amerika - Linie Deutschland"). Zur letztern Gesellschaft werden sich bald noch 2 Dampfer gesellen, nämlich die Kaiserin Auguste Viktoria" mit 25.000 und Amerika" mit 22.500 Brutto-Registerton-nen, die im August 1905 und im Frühjähr 1906 zwischen Hamburg. England. Frankreich und New Jork verkehren sollen. Zur Kennzeichnung der Größe und Tragfähigkeit solcher Dampfer diene folgendes Beispiel: Ein Güterzug muß neben Lokomotive und Tender 26 Wagen enthalten, um vom Heck bis zum Bug der Amerika" zu reichen. Das vollbesetzte Schiff wird rund 4000 Personen, also die Einwohnerzahl eines kleinen Städtchens, an Bord haben. Alte Leute in Deutschland. Die Meinung, daß die Menschen früher älter geworden seien als gegenwärtig, ist weit verbreitet, aber einer ziffernmäßigen Nachprüfung hält sie nicht Stand. Daß es z. B. noch eine große Zahl alter Leute im Deutschen Reich gibt, beweisen die jüngst veröfsentlichten Altersnachweise der 1903 aestorbenen Personen. Danach schieden im genannten Jahre aus dem Leben 36.060 Personen, die im Alter vom vollendeten 81. bis zum vollendeten 85. Lebensjahre standen, ihnen reihten sich 12.606 Fünfundachtzig- bis Neunzigjährige an. denen 298 Leute von 96 bis 100 Jahren und 28 Personen im Alter von mehr als 101 Jahren folgten. Die Ueberlegenheit des weiblichen Gefchlechtes jeißt sich auch hier wieder. Wenn man nur die Hundertjährigen in Äetracht zieht so ergibt sich daß im Alter von 100 Jahren 16 Frauen und 9 Männer starben. Im Alter vonlOl Jähren wurden 6 Frauen und ? Manner, mit"i02 Jahren 6 Frauen und 1 Mann, mit 103 Zähren 4 Frauen und 1 Mann zur letzten Ruhe gebettet. Außerdem starben noch eine Frau mit 104 Jahren und fünf Frauen im Alter von 105 oder mehr Jahren. Seit 1880 werden im Deutschen Reiche amtliche Verzeichnisse über alle Neunzig- und Mehrjährigen geführt. Eine vogelfrefsende Spinne. Der Londoner Zoologische Garten besitzt seit Kurzem eine vogelfressende Spnme. Sie darf weder mit der berühmten Tarantel noch mit der gewöhnlichen Vogelspinne verwechselt werden, die auch kleine Vögel zu erwürgen und aufzufressen vermag. Jene Art fängt die Vögel in einem Netz, gerade wie gewöhnliche Spinnen ihre Fliegen. Dazu ist es natürlich nothwendig, daß das Gewebe, in dem sich die Kolibris und kleinere Finken verstricken sollen, von ungewöhnlicher Stärke ist. In der That sind die Netze so dick, daß die Reisenden in den südamerikanischen Wäldern oft große Unannehmlichkeiten mit ihnen haben, wenn sie quer über die weniger benutzten Wege gesponnen sind und das Geficht des unvorsichtigen Reiters oder Fußgängers mit ziemlicher Gewalt treffen. Die Vogelspinnen selbst sind Thiere von geradezu abstoßendem Aussehen. Ihr Körper ist oft drei Zoll lang und von der Größe eines Hühnereies, während die langen, mit Haaren besetzten Beine wesentlich dazu beitragen, die Erscheinung noch scheuß licher zu machen.
H Foir Honte. New York Central Lines. Gzecnrstonen Sonntag, den 21. Mai. Cmcinnati. S1.50 Spezial-Zug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens und verläßt Cincinnati um 7 Uhr Abends. tttt Haute 81.00 RundGreencaftle 75tS fahrt. Svecial-Zug verläßt Indianapolis um 7.30 Uhr Morgens und verläßt Terre Haute um 7 Uhr Äbends. Danville, Jll.. n. Zwischeufta-rionen-$l oder weniger die Rundfahrt. Eröffnung des neuen Park. Special-Zug verläßt Indianapolis um 7.25 Uhr Morgens und verläßt Danville um 7.00 Abends.
Pennsylvania Linien. $1.50 8Ä? $1.50 Sonntag, 28. Mai. Der Spezialzug verläßt Indianapolis um 7.15 Uhr Morgens. Retourfahrt des Spezialzuges von der Main Straße Station um 7 Uhr Abends. W. W. Richardson, A. G. P. . $1.40 Rundfahrt Sonntag, 2. Mai. Abfahrt be Spez'alzuge um 7 Uhr Senn. Retourfahrt von Decatur .30 Uhr Abend Züge ersten Ranges ! Schnelle Zeit ! Zu bequemen Stunden ! A Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. 10 Züge zwischen Indianapolis und XL Dayton. 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springfleld, Illinois. Parlor WagaonS an allen Tages und Schlaf maggonl an allen Nacht Zügen. Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. lgeo, D. P. A. f M I Aus wähl von Milmi. I Km No. 449 Gft Washington Str. TrBmn Hill Office: 3333 nre In. Neues Telephon 6485. Die 1 Es Gtablirt 1863, nimmt jederzeit Engagi, entS entgegen. Irgendwelche Orchester. Mufti und irgend eine Anzahl von Ruftker Wird geliefert. Reue uSftattung und neue Uniformen. R. . Miller. Director. Henry Sprengpfeil, SeschSftSftchra, 801 Xentuekq venue. Telephon ..... Neu 4598. CENTRAL COLLEGE OF MUSIC, 550 Nord Meridian Str. Schule jetzt eröffnet. . ag-Schüler sowie auswärtige Schüler, Welche hier im Kollege völlige ufnahn Mchen, können zu jeder Zeit eintreten. Gi oderneT gut ausgerüstete Institut, Vollständig in allen Abtheilungen de Lernen d unst d Mustk und den verwandter Rtnrften. Katalog frei. Bdwar1 Taylor, Direktor.
Sj (5c)
lMÄ J Große
Aax&. Diener,
