Indiana Tribüne, Volume 28, Number 228, Indianapolis, Marion County, 18 May 1905 — Page 6
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A der Nacht.
Von Gustav Falke. Im Wiesenmoor der Nebel steigt, Mond sein bleiches Äntlitz zeigt, Das Bäcblein rauscht wie klagend. Das Aläulcin ruft wie fragend. Und jetzt ein OUöefscin, rasch und bang! Kenn' nicht den Thurm, kenn' nicht den Klang: Ein Kircklein in der Runde Sagt an zu diesn Grunde. Was gehet in der Nacht hier vcr Und schrecket mein verwirrtes ljr? Ist wo ein schlimmes sterben? Will mir ein Freund verderbcn? Im Dunkeln geht viel fremdes um, Viel .eimlicties frag nicht darum! Schließ deine Kammcrfenstcr Und laß die Nachrgespenster. Zrechdachs. Humoreske von I. Merkl. In der Küche des Herrn Oberst von Weißbronn ging es heute hoch her. Nächstens wurde ein Wohlthätigkeitsfest abgehalten, und die Frau Oberst sowohl wie ibre Tochter Emmy hatten sich bereit erklärt, als Verkäuferinnen im Basar mit vereinten Kräften bestrebt zu sein, datz auch das allerletzte Zwanzigmarkstück, das sich in derGeldtasche eines männlichen Besuchers befand, auf eine möglichst schmerzlose, aber sichere Art in die unergründlichen Tiefen der Vereinskasse abgeliefert werde. Und da die Frau Oberst aus Erfahrung zu wissen glaubte, dah das männliche Gemüth zum größten Theile in der Nähe des Magens sitzt, hatte sie den Plan gefaßt, einige ihrer viel bewunderten Süßigkeiten in bedeutender Menge herzustellen und als Konditorin ihre Fangnetze auszuwerfen. Also wurde zum nicht geringen Verdruß des Herrn und Gebieters schon seit zwei Tagen von früh Morgens bis Abends unermüdlich gebacken. Die Frau des Hauses und ihre Tochter walteten in weißen Schürzen und Häubchen ihres Amtes, und der Bediente, das Stubenmädchen und die Köchin waren beständig unterwegs, um bald diese, bald jene Ingredienzien zu besorgen. Selbstverständlich war die Parole ausgegeben, daß alle Besuche abzuweisen seien. Da, es war gerade gegen zwölf Uhr, ereignete es sich am letzten Tage, daß die Hausglocke in einem Augenblick gezogen wurde, in dem gerade sämmtliche dienstbaren Geister ausgeflogen waren. Emmy eilte sorglos auf den Gang, öffnete die Thür und erschrak nicht wenig, als draußen in voller Gala ein Leutnant stand, der den Herrschaften seine Antrittsolstte abzustatten wünschte. Bedaure seyr, die Herrschaften sind nicht zu Hause," sagte sie, indem sie erröthend zu Boden sah, denn der hübsche Ofnzier musterte sie mit nicht gerade bescheidenen Blicken. Na," erwiderte er, das thut mir sehr leid. Aber hören Sie 'mal. schönes Kind, Sie könnten mir den Gefallen thun, diese Karte abzugeben? Was?" Sie nickte lächelnd. Es war kein Zweifel, daß er, verführt durch ihren Anzug, sie für das Dienstmädchen hielt und das amünrte sie, weil sie voraussah, welches Gesicht er wohl schneiden werde, wenn er sie in Gesellschaft treffen würde. Also, nicht wahr. . . hier die Karte, bitte." Und nun widmete er ihr wieder einen Blick, der in schöner Unbefangenheit die Gefühle zum Ausdruck brachte, die ihn über der reizenden Erscheinung dieser Perle von einer Köchin ergriffen. Großartig." murmelte er in der etwas unbegründeten Angst, mißverstanden zu werden, und dann fuhr er mit der Hand in die Hosentasche, og einen Thaler heraus und reichte ihn mit eine? 'inen und diskreten Bewegung dem Mädchen dar. ..Behalten Sie mich in gutem Andenken," sagte er. Emmy schien fast die Geistesgegenwart zu verlieren. Es war ein bißchen viel, was er ihr da vorsetzte, aber schließlich gewann nach kurzem Kamvfe doch der Uebermuth in ihr die Oberhand, und mit dem heimlichen Schwur, ihn für die Verwechselung und noch mehr für diese Blicke recht elegant hineinzulegen, nahm sie knirend das Trinkgeld an. Nur als er mit übergroßer Wärme ihr Händchen festhielt, entzog sie es ihm ziemlich ungehalten und schloß die Thür weit heftiger, als ihre Rolle es erfordert haben würde. Denselben Mittag traf Leutnant Pyrker auf dem Wege zum Kasino seinen Freund, den Oberleutnant Teppich, und bei dieser Gelegenheit erzählte er ihm von der phänomenalen Köchin des Obersten. Deppich schüttelte den Kopf. Davon wußte er nichts. Die alte Anna und das Stubenmädel konnte doch selbst ein Provinzler nicht für hübsch halten und er fragte daher, wie denn das Mädel eigentlich ausgesehen habe. Pyrker beschrieb sie ihm. Herrliche große Augen, hübschen Mund, ein reigendeS Stumpfnäschen und soviel man unter dem Deckmantel der Schürze errathen konnte, eine ungewöhnlich gut entwickelte Figur. Deppich blieb stehen, schaute seinen freund von der Seite an und flüsterte ihm in's Ohr: Theo, lcb wohl, es wär' zu schön gewesen!". . . Warum, was ist los?" fragte Pyrker, den äußerst dunkle Ahnungen zu befallen begannen. .Das war die Tochter des auf- und
zu Weißenbe - Weißenbronn uno Dir wäre besser, mein Sohn. Du säßest in Abrahams Wurstkessel, denn das ist immer noch ein Paradies gegen dieses tiefste aller Tintenfässer, in das Du gerathen bist. Du hellblauer, schwerberittener Unglücksvogel!" Mensch!" schrie Pyrker. wwrr zm mich frozzeln?" Nein," erwiderte der Freund", der als Gemüthsathlet vor Lachen kaum reden konnte, nein, nein, Ophelia, ich spiele nicht mit so heiligen Dingen... geh in ein Kloster, rath' ich Dir." Ja. aber. . . hör' doch 'mal mit dem sinnlosen Gelächter cplf. .. was thu' ich denn da?" Was weiß da unsereiner? Das Wahrscheinlichste ist, daß Du auf die erste sofort eine zweite Dummheit setztest, das ist nämlich so der Lauf der Welt!" Auch andere Kameraden wußten keinen Ausweg. Sie empfahlen ihm lediglich, sich hinter den Adjutanten zu stecken, einmal nämlich im Monat pflegte der Oberst einen guten Tag zu haben, und da sei er ziemlich gemüthlich und leicht zugänglich. Erwische man gerade diese Periode, so bestände immerhin die Hoffnung, die Sache verhältnißmäßig günstig zu regeln, sonst allerdings wäre es vielleicht gerathen, sofort um eine Versetzung nach Afrika einzugeben. Das war der Trost der Freunde", mit dem freilich nicht viel anzufangen war. . Emmy wollte eigentlich, als sie in die Küche zurückkehrte, ihrer Mutter von dem Abenteuer erzählen, das sie soeben erlebt. Sie besann sich indessen eines Besseren, denn auch ihr schwante, daß sie damit nicht viel Ehre einlegen, vielmehr eine langwierige Predigt, möglicherweise sogar einen väterlichen Vortrag ernten würde. Sie schwieg daher vorerst, was ihr um so leichter fiel, da die alte Dame im Eifer der Arbeit gar nicht fragte, wer gekommen war. Pyrker dagegen verbrachte den Abend hinter der Weinflasche, denn wo Sorgen sind, singt bekanntlich der Dichter, da ist Likör. Als er sich glücklicherweise bis in die Höhe des heulenden Elends" hinauf getrunken hatte, behauptete er, plötzlich einen brillanten Einfall zu haben, und begab sich schleunig heim. Dort schrieb er folgenden Brief: Gnädigstes Fräulein! Außerordentliche Ereignisse rechtfertigen ungewöhnliche Maßnahmen. Ich bekenne, der größte und unverschämteste Frechdachs zu sein und gestern schwer an Ew. Hochwohlgeboren gesündigt zu haben. Ich flehe knieend um Verzeihung. Wenn Sie die Gnade hätten, meine Liebesgabe" irgendeinem wohlthätigen Zweck zuzuführen, fühlte ich mich höflichst verbunden. Brächten Sie es aber über sich, meine mündlichen Entschuldigen anzuhören, so erlaube ich mir, die gehorsamste Meldung zu erstatten, daß ich jeden Mittag um ein Uhr die Eschenallee passire. Ich weiß, daß ich dieser AusZeichnung unwürdig bin, aber im Unglück greife ich nach diesem StrohHalm. Bedenken Sie gütigst die Verzweiflung Ihres eherbietigen Dieners und genehmigen Sie die Versicherung unverbrüchlicher Ergebenheit des Leutnants Theo. v. Pyrker." Dieses Schreiben steckte er noch in der selbigen Nacht in einen Briefkasten und dann schlief er unter unruhigen Träumen ein. Als des andern Morgens der Bediente die eingelaufenen Briefe der Frau Oberst vorlegte, befand sich auch einer darunter, der von einer ihr gänzlich fremden Hand an ihre Tochter gerichtet war. Von wem ist denn dieser Brief, Emmy?" fragte sie daher, als sie ihn ihr übergab. Emmy wußte es natürlich auch nicht, wußte es auch dann nicht, als sie ihn gelesen hatte, sondern steckte ihn mit einer gleichgültigen Bemerkung in die Rocktasche, ohne sich weiter darüber auszulassen. Auch die Frau Oberst hielt es für besser, direkte Nachforschungen zu unterlassen, nur merkte sie sich das Kleid,, und als Emmy es wechselte, holte sie sich dieses Schreiben, das richtig noch darin steckte, heimlicherweife heraus. Mittags beim Kaffee entspann sich zwischen den Gatten das folgende Gespräch. Wer ist denn dieser Leutnant Pyrker?" Pyrker? Ah, das ist der vom zweiten, eben erst eingerückt. Warum?" Das scheint ein ungewöhnlicher Frechling zu sein?" Der Oberst zuckte mit den Achseln. Oualifizirt ist er sehr gut." Denke Dir, der erlaubt sich. Liebesbriefe an unsere Emmy zu schreiben!" Was? Der Leutnant v. Pyrker?" Aus den Tiefen seines Kehlkopfes drang jener grollende, brummende Ton, oer wie ferner Donner die Gewitter des Herrn Obersten anzukündigen pflegte. Wie kann denn der. . . er ist ja erst ein paar Tage hier. . . ist ja nicht menschenmöglich!" Doch. Ich habe es selbst gelesen. Da ist der Brief." Der Oberst beugte sich über das unglückselige Papier. Schwer gesündigt. . . hm. . . Liebesgabe. . . Rendezvous. . . Bomben und Granaten, da soll doch gleich ein siedendes Donnerwette?. . . Wo ist Emilie?" öinen Augenblick. . . hör 'mal. Sag vorläufig nichts zu ihr. Ich habe ihr den Brief ohne ihr Wissen aus der
Jndiana Tribüne,
Tasche gezogen und das würde sie mir nie verzeihen, sieht auch nicht gut aus. Weißt Du, Emmy ist in dieser Beziehung sehr selbständig, ein modernes Mädchen." Unsinn. Soll 'mal kommen!" Sei doch nicht gleich so heftig, Rudolf. Man muß doch erst wissen, um was es sich handelt." Wie willst Du denn das anders erfahren?" grollte er. Ich an Deiner Stelle würde doch lieber ihn vornehmen. Uebrigens, paß 'mal auf, sind das die Vvrker auf Rainau? Sie sind, glaub' ich, ziemlich begütert?" Aha." sagte er. man steckt immer voll Hintergedanken." Du lieber Himmel, für den äußersten Fall. Ich meine ja nur." Na," sagte der Oberst, überschlafen wir 'mal den Ekel." Ja, ich halte das auch für gut," versicherte die Frau Oberst, in der Nacht fällt Einem so Manches ein." Als die beiden Gatten am folgenden Morgen beim Frühstück sahen, da zeigte es sich, was in dunklen Stunden sie ausgeheckt hatten. Der Oberst war fce? Ansicht, daß auf einen solchen Brief hin ihm eigentlich gar nichts übrig bleibe, als einen Mord zu begehen, eine Ansicht, die seine Frau aber sogleich als höchst lächerlich zurückwies. Sie habe, behauptete sie, eine weit feinere Lösung gefunden. Emmy war gestern bei Königshofer zu Besuch und somit habe sie unmöglich in der Eschenallee sein können. Folglich habe sie Pyrker nicht gesehen. Geschrieben habe sie auch nicht, denn dazu habe sie ihr keine Zeit gegönnt. Nun meine sie, es wäre, um sofort hinter die Wahrheit zu kommen, das zweckmäßigste, sie, die Mutter, schreibe an Pyrker ein paar Zeilen. Etwa so: Ich bin Punkt ein Uhr. . . hat er da Zeit?" Morgen? Ja." Also um ein Uhr, sagen wir wo? An einem recht einsamen Ort natürlich. . Ich verstehe. Hm... Monopteros?" Nein, das wäre ungeschickt. Ein Lokal meine ich." Na, also Rubenssaal in der Pinakothek?" Gut. Sehr gut. Dahin bestelle ich ihn, wohlgemerkt ohne Unterschrift. Er bezieht es selbstverständlich auf Emmy und kommt." Gut, was dann? Dann willst Du hingehen? Kein übler Gedanke bei Deinem Alter!" Nein, mein Lieber, Du sollst Dich anstellen." Wozu denn ich?" Nun paß 'mal auf. Er, der PyrZer, voll Vergnügen und Freude auf das Rendezvous! Plötzlich tauchst Xu auf! Sein schlechtes Gewissen wird ihm sagen, er sei verrathen und entdeckt. Es wird ihm das Herz in die Hose fallen und Du brauchst ihn gar nicht zu fragen, er wird alles von selbst beichten." Der Oberst überlegte sich die Sache. Sie schien ihm gar nicht schlecht. Aber wenn ich dabei hereinfiele." I wo denn," entgegnete die Frau Oberst, und damit war die Sache vorerst erledigt. Jener von Pyrker auf Rainau aber war, sobald er wieder vollständig von seinem Schrecken sich erholt hatte, viel schlauer als er aussah und witterte, als er den anonymen Brief erhalten, umgehendst eine Teufelei und beschloß, sich in den Hinterhalt zu legen. Als daher der Oberst um ein Uhr sich in dem Rubenssaal umschaute, war keine Spur von einem Leutnant zu entdecken In einer Ecke allerdings stand ein Diener in Uniform, der beim Anblick seines Vorgesetzten mit Blitzesschnelle die Haken zusammenschlug. Was haben Sie hier zu thun?" fuhr ihn der Oberst ärgerlich an. Entschuldigen der Herr Oberst, auf Befehl von Herrn Leutnant von Pyrker!"... Was denn?" Soll die Karte abgeben, wenn jemand nach ihm fragt." Her damit." Der Oberst öffnete und las: Vedaure lebhaft wegen massenhaft gehäufter Anträge anonyme Zuschriften nicht berücksichtigen zu können. Wollen Sie sich unter Vorlage einer Photographie und genauer Adresse gefälligst vormerken lassen!" Der Oberst hatte so ein Gefühl, als ob ihn der Schlag treffen sollte. So 'was von Unverfrorenheit war ihm noch nie vorgekommen! Er warf die Karte zu Boden und entfernte sich mit allen Anzeichen ausbrechender Tollwuth. Erst, als er sich im Freien befand, stellte sich die Ueberlegung wieder ein. Wenn er es nicht darauf ankommen lassen wollte, vom ganzen Regiment ausgelacht zu werden, mußte er, selbst auf die Gefahr hin, daran zu ersticken, gute Saiten aufziehen. Er kehrte daher um und befahl dem Vurschen, ihm augenblicklich seinen Herrn zu schicken. Der Rest war nicht Schweigen, sondern ein riesiges Familiengewitter mit Donner und Blitz. Schaden aber scheint es keinen angerichtet zu haben, denn am selben Nachmittag begleitete der von von Pyrker die Damejt zum Basar und unterhielt sich dort so auschließlich mit Fräulein Emmy, daß alle Welt hieraus die schwerwiegendsten Schlüsse zu ziehen sich skr völlig berechtigt glaubte.
IS. Mai 1903
Europäische Nachrichten. Scrchlen. Dresden. Rentier Ehreott Grüneberg, hier, beging mit semer Gattin die golvene Hochzeit. Der Prokurist Paul Zieaenhorn konnte kürzlich auf eine Löiäarige Thätigkeit bei der Liqueur - Fabrik Woldemar Schmidt, Dresden-Neustadt, zurückblicken. B o ck a u. Auf einem hiesigen Koblenschacht gerieth ver Zimmer mann Böttcher aus Niederhaßlau zwischen das Fördergestell. Dabei erlitt er so schwere Rücken- undBrustquetschun gen, daß et jiirg darauf seinen Geist aufgab. G a u s s i g. Auf dem Rittergutsteiche nahe der Kirche ist der Schulknabe Max Gundel eingebrochen und ertrunken. G e o r g s w a l d e. Der 39 Jahre alte geistesschwache Adolf Wendler von hier fiel in Königswalde in den Dorfbach und erlitt dabei solche Verletzungen, daß er ihnen erlegen ist. K l e i n l e i p i s ch. Die Wittwe Waldow wurde in ihrer Behausung vollständig entkleidet auf den Boden erhängt aufgefunden. Sämmtliche Thüren des Hauses waren rerschlosJen. Leipzig. Im Bereiche des Vayerischen Bahnhofs ließ sich der Handelsmann Bernstein von einem Rangirzuge überfahren; er war sofort todt. Dieser Tage ließ der frühere Student der Rechte Franz Rich. Oertel aus Werdau, welcher vor kurzem sein Studium ausgegeben hat, die 20jährige Wirthschafterin Elisabeth Mälzer aus Lotztsch bei Ronneburg, seine Geliebte, nach hier kommen; die beiden Leute sind seitdem verschwunden. R i t t e r s g r ü n. Der 80 Jahre alte frühere Materialwaarenhändler Rothe, der gänzlich erblindet war und viel zu leiden hatte, hat sich erhängt. Olbersdorf. Wegen eines Leidens hat sich der Rentier Smrzek aus Warnsdorf in der Nähe der Wittigschänke erhängt. P l a u e n. Der Raubmord an dein Gutsbesitzer Forner in Thohfell im Vogtland, der auf der Heimkehr von hier nach Thoßfell von Wegelagerern überfallen wurde, hat jetzt zur Verhastung der That geführt. Die Mörder sind die 47- bezw. 26jährigen Handelsleute Eduard und Hermann Neumann (Onkel und Neffe), ersterer hier, letzterer in Hartmannsgrün wohnhaft. Der Neffe hat bereits ein umfassendes Geständniß abgelegt; nach diesem ist er von seinem Onkel zu dem Verbrechen angestiftet worden. W e i ß e n b o r n. Auf der Dinterschen Dampfziegelei wurde der Arbeiter Grenzer durch hereinbrechende Lehmmassen verschüttet. Obwohl die Rettungsversuche sofort angestellt wurden, konnte der Verunglückte nur als Leiche geborgen werden. Kessen.Dcrrrnstadt. D a r m st a d t. Frau EliseSchmidt beging kürzlich ihr 40jähriges Berufsjubiläum als Hebamme. Welch großer Beliebtheit sich die Jubilarin bei den hiesigen Frauen erfreut, beweisen die 5500 Geburten, bet welchen sie während dieser Zeit zugezogen wurde. A u e r b a ch. Rentner Adolf Müller wurde in der letzten Vorstandssitzung deö VerschönerungS- und KurVereins zum ersten Vorsitzenden dieses Vereins gewählt. D i e b u r g. Der 55 at)Tt altt Maurer Antoni von hier fiel in die Pfuhlgrube seiner Behausung. Erst einige Zeit später wurde derselbe bmerkt und herausgezogen. Leider starb Antoni an den Folgen des Sturzes. EppertShausen. DaS 2 Iah-' re alte Söhnchen des hiesigen, in der Centralwerkstätte zu Darmstadt beschäftigten Arbeiters Joh. Gruber kam beim Spielen dem brennenden Ofen zu nahe und zog sich schwere Brandwunden zu. Mainz. Als Leiche gelandet wurde an der Straßenbrücke die Leiche des 20 Jahre alten Dienstmädchens Elisabeth Liedel aus Unter-Krumbach, das hier in Diensten stand und seit dem 20. Februar spurlos verschwunden war. Das Mädchen hat Selbstmord verübt. W o r m 8. Beigeordneter Binder, der die Stelle eines ehrenamtlichen Beigeordeten feit Januar 1881 versieht, wurde einstimmig wiedergewählt. l&axyevn. München. Durch Verleihung der Rettungsmedaille wurde der hiesige Magistratsosfiziant Georg Weiß ausgezeichnet. Er rettete am 24. Juli v. I. mit eigener Lebensgefahr den Frifeurgeschäftsinhaber Alfons Kruszczak von hier vom Tode des Ertrinkens aus dem Weßlinger See. Oberzahlmeister Josef Gernbaur vom 1. Feld-Ar-tillerie-Regiment erhielt anläßlich seines 50jährigen Militärdienstjubiläums daö Ehrenkreuz des Ludwigsordens. Altenheim. Die älteste Frau Bayerns, die Straßrnwärterswittwe Klara Meier, ist nach kurzem Krankenlager verstorben; die Greisin hat das stattliche Alter von 104 Jahren 2 Monaten erreicht. Bit zu ihrem Tode war sie geistig und körperlich frisch und wurde von ihrem Sohne, der hier Weichensteller ist, treulich ge-Pileat.
jp'of. Tödtlich vom Schlage gerührt wurde der 36jährige Bahnarzt der sächsischen Station dahier Dr. med. Quast. Er hatte tun zuvor eine Depesche erhalten, worin ihm der Tod seines in Leipzig wohnhasten Vaters angezeigt worden war. Dieses Telegramm in derHand haltend, wurdeDr. Quast, leblos auf dem Stuhl sitzend, KN'unden. Lindau. Infolge starken FöhnWindes, der den See wegen des niedrigen Wasserstandes in der Nähe des Ufers bis zum Grund aufwühlte, wurde die Leiche des vor längerer Zeit auf der Fahrt von hier nach Bregenz über Bord gesprungenen Baders und Friseurs Kolmar aus München in der Nähe der Stadt an daZ Ufer geschwemmt. N o i t a u. Beim Verbrennen dürren Geästes auf einem Felde in der Nähe von hier fingen die Kleider der 30 Jahre alten Gütlerstochter Graf Feuer; sie verbrannte bei lebendigem Leibe, ohne daß ihr Hilfe gebracht wer. nen konnte, unter gräßlichen Schmerzen. P a s s a u. Die 36 Jahre alte Frau des Flußbauamtsbediensteten Baumann, welche an einer durch Elektrizität betriebenen Nähmaschine in einer Kunstmüble ih dem nahe gelegenen Hals beschäftigt war, wurde durch den elektrischen Strom getödtet. Eine GerichtIcommission begab sich an Ort und Stelle. Schwaben. Auf dem hiesigen Bahnhöfe ist der Gehilfe tm Stationsdienste, Michael Besel, beim Rangiren eines Zuges durch Eindrücken deZ Brustkorbes getödtet worden. Württernkerg. Stuttgart. Dieser Tage beging die ledige Pauline Pürkle hier in voller Rüstigkeit das Fest ihres goldenen Dienstjubiläums. Der König hat dem Landgerichtsrath Freiherrn v. Wächter-Spittler das Ritterkreuz des OrdenS der Württembergischen Krone verliehen. Bönnightim. Einer unserer angesehensten und geachtetsten Mitbürger, Gemeinderath Ziegeleibesitzer K. Schmid, wurde kürzlich zu Grabe getragen. Eine rasch verlausende Lungenentzündung hatte sein arbeitsreiches Leben beendet. C r a i l s b e i m. In der Gerberei der Wittwe Leiberich verunglückte deren 31 Jahre alter Sohn. Von einer erst kürzlich angeschafften Schabemafchine wurde ihm der Kopf derart zerdrückt, daß nach kurzer Zeit der Tod eintrat. Edelfingen. Durch einen jähen Unglücksfall kam der hiesige Bürger und Gemeinderath W. Ulshöfer ums Leben. Beim Holzfahren durch scheugewordene Zugfiiere umgestoßen, kam er mit dem Kopf unter die Räder des beladenen Wagenö und war sofort eine Leiche. Gablenberg. Die Feuerwehrkeute von der Freiwilligen Feuerwehr, Akkordant Joh. Albrecht, Maschinenmeister Adolf Bofinger, Akkordant Wilh. Heppeler und Pflastermeister Hottlieb Klumpp, wurden für 25jährige Dienstzeit mit dem vom König gestifteten Ehrenzeichen bedacht. Klingenberg. Im hiesigen Bahnhof wurde der Händler und Gemeinderath Joh. Remmele, als er auf der falschen Seite aus dem Zuge aussteigen wollte, von einem Personenzuge überfahren und getödtet. LudvigSburg. Der 60jährige Bahnwärter Altvater wurde, im Begriffe, di Schranke zu schließen, von der Maschine eines von Asperg heranbrausenden Schnellzuges erfaßt und über die Schranke hinaus geschleudert. Heimkehrende Eglosheimer Mädchen vermutheten in dem seitwärts Liegenden einen Betrunkenen und gingen leider weiter, ohne Hilfe zu holen. Als man dann auf das Unglück aufmerksam wurde, hatte sich Altvater fast verblutet; er starb bald nachher. Mittelfischach. Beim Suchen von Muscheln in der Fischach ertrank dieser Tage das 4 Jahre alte Töchterchen des hiesigen Kaufmanns Köger. Mundelsheim. Letztens wurde hier die Leiche des Gefreiten Oßbürg vom 3. Bat. Jnf.-Reg. No. 121 gelandet. Oßburg war längere Zeit abkommandirt und hat Unterschlagung im Dienst begangen. Ttäabetx. A l b b r u ck. Letztens wurde der verheiratete Fuhrknecht Schäuble auö Kutterau von eine: umstürzenden Ladang Bauholz erfaßt und erdrückt. Schäuble ist Vater mehrerer noch kl'iner Kinder. F o r ch h e i m. Von einer Anzahl an der abgebrochenen Stadtmauer spielender Kinder wurde der Sohn des Glasschleifers Prell von sich loslösenden Massen so unglücklich getroffen, daß sein Kiefer zersplittert und Backen und die Augen schwer verletzt wurden. Da noch innere Verletzungen vorliegen, dürfte der Knabe kaum mehr zu retten fein. Hard. Beim Absägen eines Baumasies stürzte der 30 Jahre alte Gärtner Philipp Plessing aus beträchtlicher Höhe auf ein eisernes, mit scharfen und langen Widerhaken versehenes Parkgitter, wobei er von mehreren Spitzen durchbohrt wurde. Der Unglückliche konnte erst aus seiner Lage befreit werden, nachdem die Widerhaken der Spitzen, die in seinem Körper steckten, abgefeilt worden waren. Nach kurzer Zeit erlag Plessing feindn furchtbaren Verletzungen,
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