Indiana Tribüne, Volume 28, Number 227, Indianapolis, Marion County, 17 May 1905 — Page 3
Jndianck Tribüne, 17 Mai 1905
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Sultan von
Empfängt die deutsche Sondcrgcsandtschaft mit großer Herzlichkeit.
Bicrkwürdige Ansichten eines hohen prenßischcn Offiziers. Der geplante Reciprocitatsvertrag mit den Ber. Staaten. Attentat auf den Gencralgouvcrneur von Ufa.
Deutschland. Gesandtschaft beim Sultan vonMarotko. Berlin, 16. Mai. Dem Lokal. Anzeiger" wird aus Tanger gemeldet: Während der Audienz, welche der Sultan von Marokko dem Grafen Tat. tenbach, dem Chef der deutschen Sondergesandtschaft gewährte, verlas letzte rer eine Addreffe, in welcher Kaiser Wilhelm seinen Dank aussprach für den herzlichen Empfang, der ihm zu Tanger durch Verwandte deö Sultans bereitet wurde. Der Gesandte wies auch darauf hin, daß der Besuch deS Kaisers die starke dauernde Freundschaft deS KaiserS für den Sultan beweise. Der Kaiser", sagte er, wünscht die Beziehungen zu Marokko aufrecht zu erhalten, durch feierliche Verträge garantirt sind und sie im Interesse beider Länder zu entwickeln." Der Graf überreichte sodann dem Sultan den Großkordn des Rothen Adlerordens, mit Kette und Diamanten und wünschte ihm eine lange und friedliche Regierung. Der Sultan war fichtlich erfreut und sprach in warmen Worten seinen Dank für die Gesandschaft aus, die er von Herzen in Fez willkommen heiße. Die Audienz fand in der Vorhalle deS PalafteS statt, wo der Sultan faß, umgeben von allen Würdenträgern und ausländischen Gesandten." Ein Kunstwerk Dürer'S. Heidelberg, 16. Mai. Ein lebensgroßes Brustbild Christi von Albrecht Dürer wurde in dem Hause eines Bewohners von Offenburg gefunden. Das Bild trägt das Monogram Dürer'S und die Jahreszahl 1524. Berichtigung. Berlin, 16. Mai. Das auswärtige Amt erklärt, der von Tokio derbreitete Bericht, daß deutsche Truppen Hai-Chou im südlichen Theile der Shantung-Haldinsel besetzt hätten, sei absolut unbegründet. Die deutsche Regierung halte sich in Shantung an ihren Vertrag mit China und gehe nicht weiter. Merkwürdige Leistung eines hohen Offiziers. Berlin, 16. Mai. Die hiesigen Blätter erörtern fortgesetzt ein Schrei den, welches der Generalmajor a. D. von der Lippe an den Pariser Figaro" gerichtet hat und welches den mehr als befremdenden Vorschlag enthält, daß eine mitteleuropäische Zollunion gebil' det werden und nach Vollendung dieser Union Lothringen als Morgengabe an Frankreich zurückgegeben werden möge. Natürlich ist dieser Vorschlag, deffen Ausführung mit dem Aufgeben der Errungenschaften des deutsch franzo fischen Krieges gleichbedeutend wäre, den Franzosen Waffer auf ihre Mühle und im Geist fleht der Figaro" den Tag. an welchem die Trikolore wieder auf lothringischem Boden weht, nahen. Thatsächlich scheint das genannte Blatt an die Möglichkeit, daß dieser ungeheuerliche Vorschlag zur Ausführung gelangen könnte, zu glauben. In seinen Kommentaren zu dem Schreiben des Generalmajors a. D. v. d. Lippe be zeichnet der Figaro" nämlich deffen Vorschlag als ein Anzeichen des erwachenden VerftändniffeS Deutschlands für das Unrecht, welches Frankreich seiner Zeit durch Lostrennung ElsaßLothringens zugefügt worden", und verleiht sogar der Hoffnung Ausdruck, daß auch das Elsaß in die Rückgabe einbegriffen und damit volle Restitution geleistet werde. Alle hiesigen Blätter verurtheilen einstimmig diese Expektorationen auf daS Schärfste und laffen es an direkter Verhöhnung der Albernheiten" nicht fehlen. Reciprocität S-V ertrag. Berlin, 16. Mai. Die hiesige Preffe widmet fortgesetzt ihre Aufmerk samkeit dem geplanten Handelsvertrag zwischen Deutschland und den Vereinig ten Staaten und beeilt sich zu wider holen, daß derselbe weder formell noch informell denuncirt" worden sei. leitet wird erklärt, der amerikanische Bot schafter in Wasbington, Baron Speck
Marokko
von Sternburg, habe seitens des Präsidenten Roosevelt und des Staatödepartements die Versicherung erhalten, daß die Ver. Staaten bemüht seien, einen Reciprocität Vertrag mit Deutschland in die Wege zu leiten. Diese soeben hier eingelaufene Nachricht gilt als sehr befriedigend in RegierungSkreisen. welche gerne gewillt find, den Ver. Staaten jedwedes Zugeftändniß zu machen, insofern das selbe nicht den Jntereffen Deutschlands nicht zuwiderläuft. Gleichwohl wird die deutsche Regierung einige Mobifika tionen des amerikanischen Fakturen Systems durchzusetzen trachte?:, daS den deutschen Exporteuren nicht gerade am zukömmlichften gewesen war. Sieg der Deutschen. Berlin, 16. Mai. Einen bemerkenöwerthen Sieg haben die Deutschen in der Stadt Posen errungen und durch diesen Erfolg dargethan, daß trotz der energischen großpolnischen Agitation das dortige Deutschthum sein bisheriges Terrain nicht nur zu be Häupten, sondern mit zielbewußtem Streben auch weitere Positionen zu er obern vermag. Auch beweift dieser Sieg, daß in der größten polnischen Stadt der deutschen Oftmark die Deutschen auf dem induftriellen Gebiet stetig an Bedeutung gewmnen. Bisher war das Gewerbegericht in Posen ausschließlich aus Polen zufammengesetzt und diese polnische Phalanx haben die Deutschen bei den soeben stattgehabten Wahlen gesprengt. Die Deutschen haben nicht weniger als sechs Sitze der Arbeitgeber erobert, während die Sozialiften fünf Sitze der Arbeiter gewannen. Rußland. Attentat. U f a, 16. Mai. Generalgouver neur Scholevsky wurde heute Morgen in einem öffentlichen Garten von einem Unbekannten durch Schüffe lebensge führlich verletzt. Der Attentäter entkam. Der Vize-Gouaerneur hat die Zügel der Provinzial Regierung ergriffen. DeutscheBotschafterin Verlegenheit. St. Petersburg, 16. Mai. Die russische Preffe regt sich über die Rede auf, welche Kaiser Wilhelm zu Straßburg gehalten haben soll, in wel cher der russischen Armee nicht in schmeichelhafter Weise gedacht war. Der deutsche Botschafter v. AlvenSleben hat sich beeilt, die Richtigkeit der Berichte über die Rede in Zweifel zu ziehen. Argentinien will Schiffe verkaufen. St. Petersburg, 16. Mai. Seitdem Rußland den !Ankunf der argentinifchen Kriegsschiffe nicht abgc schloffen hat, soll nunmehr ein UnterHändler zu Paris eingetroffen sein, um die Schiffe an Japan zu verkaufen. Bombenattentät. Riga, 16. Mai. Zwei Polizisten wurden heute in der Nähe des Guisenberg'Parkes von Unbekannten durch eine Bombe getödtet. Ein anderer Polizift wurde von einem der Bombenwerfer geschaffen. Menschenmasse a u S e i n a n dergetrieben. M a r s ch a u, 16. Mai. Eine An sammlung russischer und jüdischer Sozialiften wurden um Mitternacht auf der Nalewki-Straße von einer Jnfan terie - Patrouille mit Gewehrschüffm auSeinandergetrieben, da eS der Polizei nicht gelang die Leute zum Auseinandergehen zu bewegen. Flottenoperationen g eheim gehalten. St. Petersburg, 16. Mai. Ueber die Flottenoperationen in den oftastatischen Gewäffern ist selbst die Admiralitüt im Dunkeln. Admiral Rojeftvenöky hält seine Operationen strikt geheim. Die wilden Gerüchte, die von Tokio ausgehen, werden der großen Aufregung zugeschrieben, die dort die ErWartung der Seeschlacht hervorruft.
Ein weiteres Geschwader, das Rojeft vensky unterstützen soll, wird in Kürze bereit sein von Kronstadt in See zu stechen. ES soll auS 2 neuen Schlachtschiffen, 2 Kreuzern, einem Torpedokreuzer, einem Torpedoboot und verschiedenen kleineren Fahrzeugen be stehen. Japan. Holländischer Dampfer für Prise erklärt. Nagasaki, 16. Mai. Der holländische Dampfer Wilhelmina" der mit einer Ladung Cardiff-Kohle auf dem Wege nach Wladiwoftock gekapert wurde, ift von dem Prisengerichte zu Sesebo für konsiSzirt erklärt worden. Haben Beweise. Tokio, 16. Mai. AuS verschiedenen Quellen, amtlichen sowohl als privaten, hat die japanische Regierung detaillirte Bestätigung erhalten, daß Frankreich dem russischen Vice-Admiral RojeftwenSky bei seinem Aufenthalte in den indo-chinefischen Gewüffern den denkbar größten Vorschub leistete, wie sich derselbe mit den Neutralitätsbeftimmungen ganz und gar nicht in Einklang bringen läßt. Dampfer gesunken. Tokio, 16. Mai. Der Dampfer Kilo" ftieß vor Port Arthur auf eine Mine und sank. Die Bemannung wurde gerettet und nach Osaka gebracht. Grokdritannien. Junger General. London, 16. Mai. Es wird offiziell gemeldet, daß König Edward den König von Spanien zum General der britischen Armee ernannt hat. Die Seifenblase geplatzt. London, 17. Mai. Dem Daily Telegraph wird von seinem Korrespondenten zu Tsingtau gemeldet, daß die Nachricht von einer Besetzung Haichou's durch Deutsche der Begründung entbehre. Die Firma Diedrichsen & Ibsen lasse regelmäßig Dampfer von Tsingtau nach Haichou laufen und deutsche Kanonenboote hätten Sondirungen des Fahrwassers vorgenommen, da die Karten über dasselbe noch ungenau seien. Philippinen. Verminderung der Zahl der Konftabler. Manila, 16. Mai. Die Philippine - Kommission untersucht die Frage, ob es möglich ift, die Anzahl der Konftabler auf 2500 zu reduziren. Ihre Unterhaltung ift für die Finanzen des Archipels eine schwere Last.
JuliuSvonBose. s San A n t o n i o, 14. Mai. DaS gestern stattgehabte Leichenbegängniß deS im 85. Lebensjahre hier im Hause feines Sohnes verstorbenen Majors Julius von Bofe gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung. Die Alamo Militär-Kapelle spielte auf dem Wege zur Begräbnißftätte Trauermärsche und am Grabe ergreifende Chorüle, die Kameraden des Verblichenen vom Albert Sidney JohnsoN'Lager der vereinigten Conföderirten Veteranen waren vollzählig erschienen und leiteten die Begräbnißfeier. Dr. Arthur RochS nric mete dem Entschlafenen einen warm empfundenen Nachruf. Bose entstammte einem alten, in der Merseburger Gegend ansässigen Adelsgeschlechte. Der General v. Bose, der im böhmischen Kriege von 1866 eine große Rolle gespielt hat, und dann das 11. ArmeeKorvS befehligte, war sein Vetter. Julius v. Bose kam im Jahre 1845 nach TexaS und fiedelte fich im Comal County als Farmer an. Er war eine Reihe von Jahren Sheriff, dann Vermeffer von Comal County, und trat beim Ausbruche des Bürgerkrieges als Freiwilliger in die conföderirte Armee. Ueber f all in einem I u -welier-L aden. Chicago, 16. Mai. In höchst frecher Weife erlangten 4 Räuber aus dem Juwelierladen von T. D. Lande, 482 West Madison Straße, Uhren und Diamanten im Werthe von $3000. Ein Mann hielt dem Besitzer einen Revolver vor den Kopf, 2 andere brachen die Schaukästen auf und ein vierter hielt den Seiteneingang besetzt. Sie entkamen mit ihrer Beute. Ernennung eines Konf ö d e r i r t e n. W a s h i n g t o n , 16. Mai. Se kretär Taft ernannte heute Gen. Sans ford L. L omax von Virginia zum Mit glied der Parkkommission für das Schlachtfeld von GettySburg als Nachfolger d?S verstorbenen Mayor Wm. Robins, ebenfalls eines Konföderirten.
öcnfationerter funD.
Tie Entdeckung der Grabstätten van Jua und Thua in Egypten. Ein underüyrtes Grab eiche Ausbeute aus dm alten Ägypten Kostbare Muinienkasten Roman am Pkiaraonenhof-Modcrner Klcivcrkoffcr. Dem britischen Forscher Theodore M. Davis ist es zum ersten Male gehingen, in Egypten ein Grab aus der Zeit der 18. Pharaonendynastie zu sin den. das. seitdem es sich über den Be statteten geschlossen hatte, bisher nicht eröffnet worden war. also nicht, wie dies mit den meisten egyptischen Gräbern der Fall ist. seines Inhalts beraubt wurde. Das neuentdeckte Grab befindet sich im sogenannten Thale der Königsgräber zwischen den Ruhestätten der Pharaonen Ramses IV. und Ramses XII. Das erste, was nach Eröffnung der Thür zur Grabvorhalle ein vorausgeschickter Arbeiter herausbrachte, war ein mit hellen Farben bemalter Heroldstab und ein dick mit Gold belegtes Joch eines Wagen'gespannes. Davis stieg sodann selbst die Treppen in die Vorhalle hinab, kam an eine andere Treppe von 20 Stufen, die zu einer zweiten mit Steinen verschlossenen Thür führten. Die Steinfugen und ihre äußere Olerfläche waren noch immer mit jenem Mörtel von Schlamm überzogen Und trugen noch immer die Abdrücke der königlichen Siegel, mit denen die Grabkammern im alten Egypten verschlossen zu werden Pflegten. Die Grabkammer war angefüllt mit unberührter und reichster Ausbeute aus dem alten Egypten, und zwar aus einer Zeit, da das Land der Pharaonen eine Art Kalifornien der alten Welt war und Goldmengen dort vorhanden waren wie Staub. Mit Gold inkrustirte Mumienkasten, große Alabastervasen von exquisiter Form, von Farben und Vergoldungen erglänzende Sessel und Kisten, ein kompletter Wagen zu Spazierfahrten mit seinen sechsspeichigen Rädern, kurz eine Unmasse von Gegenständen wurde gefunden. An den beiden großen, schwarz- und goldbemalten Holzsarkophagen, welche die Mumienkasten enthielten, fanden sich die üblichen Inschriften über die darin bestatteten Personen. Es zeigte sich, daß man auf die Grabstätten von Aua und Thua gestoßen war, den Eltern der berühmten Königin Teie, der Gemahlin des Pharao Amon-Hotep III. (Amenophis III.), die die Mutter war des Pharao Amon-Hotep IV., des ketzerischen Königs" aus der 18. Dynastie. welche in den Jahren 1545 bis 1350 v. Chr. Geburt regierte. Diese Vermählung des Pharao Amon-Hotep III. war eine Mesalliance, denn Jua und Thua, die Eltern der Königin Teie, stammten nicht aus vornehmem egyptischen Geschlechte, ja sie waren, wie die Geschichtsforscher bisher annahmen und wie die Grabinschriften nun beweisen, aus Mesopotamien in Egypten eingewandert. Eine religiöse Umwandlung, die der Pharao Amon Hotep IV. versucht hatte, wird auf den Einfluß seiner fremden Multer zurückgeführt. Königin Teie war zeit ihres Lebens von der egyptischen Aristokratie gehaßt und sie konnte es nicht einmal durchsetzen, daß ihre Eltern Aufnahme in die abgeschlossene Kaste fanden. Sie scheint eine Art Rache ausgeübt zu haben, indem sie, wie das Grab beweist, ihren Vater Fua und ihre Mut ter Thua mit königlichen Ehren bestatten ließ. Zu den interessanten Gegenständen, welche man an's Tageslicht beförderte, gehörte, außer dem bereits erwähnten Wagen, dessen Lederzeug so frisch war, als wäre es erst gestern gemacht, auch eine Art Kleiderkoffer aus Palmenholz und Papyrus, der an die modernsten englisch-amerikanischen Muster erinnert, denn er enthält eine Art Legebrett mit einem daran befestigten, zum Einschlagen des eingepackten Kleides bestimmten Papyrusumscklag. Auf vielen Gegenständen fand man die Namen des Pharao Amon-Hotep III. Auf einem kleineren Armsessel ist daS Bild der Prinzessin Amon-Sit. das besonders interessant ist. weil sie mit einem griechischen Frettchen dargestellt ist. ein Beweis der damals zwischen Egypten und Griechenland bestandenen Beziehungen. Vielen von den Funden ist Gleiches an die Seite zu stellen, aber bisher ist noch kein so umfangreicher Fund mit einem Schlage gemacht worden, nie fanden sich die üblichen Gegenstände in so reicher Ausstattung. Verbrauchte Kohlenstifte. Eine Ausnutzung verbrauchter Kohlenstifte aus den elektrischen Bogenlampen hat der ..Metallarbeiter" in Vorschlag gebracht. Das Verfahren soll zur Verarbeitung der Stifte zu Farben. Mastix, chinesischer Tusche und noch andern Erzeugnissen dienen. Die Kohlenstifte werden in Schmelztiegeln unter Temperaturen von 2000 bis 2500 Grad gebracht und dann sofort in ein Oelbad getaucht, wo sie 12 bis 30 Stunden belassen werden. Die fv behandelten Koblen werden danach auf ein eisernes Gitterwerk gelegt und dort getrocknet. Endlich werden sie in geeigneten Mühlen zu Pulver gemahlen, und dieses Pulver verwandelt man durch Hinzufügung der nöthigen Stoffe in Farben, Mastix, chinesische Tusche u. s. w.
Armald-Ztt'lchenzettel'. Außergewöhnliche Nahrungsmittel und ihre Zubereitung. Lchlangen- un Affenbrate - Tapiersüke und NUigatorcicr - Tas Kleisch der Seekuh. ,, Spargel" aus Karnkräutern Krüchte. Salat. Der Küchenzettel des südamerikanischen Urwaldes, so schreibt der Reisende O. Sperber, ist ebenso reichhaltig wie ungewöhnlich. Während die Eingeborenen abseits vom Hauptwege meistens wenig oder gar keine Abwechslung in der Nahrung kennen, besteht diese aber zumeist auch noch obendrein au Gerichten, die nur in den allerseltensten Fällen den Beifall eines europäischen oder nordamerikanischen Magens finden dürften. In Bolivia z. B. besteht das tagtägliche Gericht aus der sogenannten Chupe," welche aus gekochten Maiskörnern und Chunies (gefrorenen Kartoffeln) besteht. Dies wunderbare Gericht ähnelt im Geschmack aufgebrühten Korken. Doch zurück zu der Urwaldsküche, in welcher ich mein Debüt mit einer circa drei Nards langen, schwarz und gelb gefleckten Wasserschlange machte, welche meine einzige Beute an einem Tage war und die ich thatsächlich nur deshalb kochte, weil mich ein wüthender Hunger plagte. Zögernb griff ich mir das schön aussehende und prachtvoll duftende Fleisch aus dem Topf und führte es langsam an den Mund. Der Geschmack war geradezu delikat. Die meisten Schlangenarten lassen sich essen und geben einen vorüalichen Braten, sowie Suppe ab. Das Fleisch der meisten Sorten gleicht im Geschmack und im Aussehen vollständig dem des Aales. Nur die Riesenschlange macht davon eine Ausnahme, indem das Fleisch dieser mehr dem eines Kaninchen ähnelt. Eine hervorragende Delikatesse ist Affenbraten. Doch gibt es auch unter diesen Vierhändern diverse Sorten, deren Fleisch als ungenießbar bezeichnet zu werden verdient. Das Fleisch des südamerikanischen Brüllaffen schmeckt geradezu scheußlich. Alle Waschbärarten hingegen liefern eine vorzügliche Mahlzeit, und der Geschmack des Fleisches dieser Spezies ähnelt außerordentlich demjenigen der Truthühner. Die Gürtelthiere geben ein ebenso delikates Mahl wie jene, nur ähnelt ihr Fleisch etwas dem Schweinefleisch. Von der großen Delikatesse, die ein Papageienbraten abgeben soll, habe ich mich nie überzeugen, sondern nur stets konstatiren können, daß das Fleisch außerordentlich zäh war. Die Flußkrebse in Südamerika, welche ich an einigen Stellen in Peru fand, schmeckten vorzüglich, ebenso verschiedene Sorten Schnecken, sowie die meisten Fische, die in großen Mengen die dortigen Ströme beleben. Auch die meisten Schildkröten schmecken ganz gut, doch mutz das Fleisch derselben sehr lange kochen, da es sonst einen unangenehmen thranigen Beigeschmack behält. Hervorragend gute Mahlzeiten liefern fast alle Reh-, Hirsch- und Schweinearten jener Gegenden, ebenso schmeckt das Faulihier recht gut. Die Füße des Tapiers geben einen ganz deliziösen Kalbsbraten" ab. Schild-kröten-. Straußen-, sowie Alligatoreier sind in jeder Form genießbar. Die Zubereitung der Nahrung ist ebenso einfach als praktisch. Am besten thut man, wenn man das Fleisch einfach an den Spieß steckt und über einem tüchtigen Kohlenfeuer braten läßt. Die Straußeneier bereitet man in der Schale zu und zwar indem man dieselbe an der einen Seite mit einer genügend großen Oeffnung versteht. Das Wild der Berge liefert weniger wohlschmeckende Mahlzeiten. Vicunna und Guanaw (Lamaarten) ähneln dem Ziegenfleisch im Geschmack, doch ist das Fleisch nicht so zart wie jenes, während die Rehe jener Regionen ebenfalls recht gut schmecken. Den eigenartigsten Braten, den ich auf meinen Reisen je zu essen bekam, war der, den eine Seekuh (Manati) geliefert hatte. Das robbenartige Thier besitzt verschiedene Fleischarten, die sowohl im Aussehen wie Geschmack zueinander in keinerlei Zusammenbange stehen. Während das Kopf fleisch dem Kalbsbraten sehr ähnelt und recht gut schmeckt, läßt sich das vom Rücken mit Schweinebraten vergleichen Das Bauchfleisch hingegen hat einen ausgesprochenen Fischgeschmack, doch derartig thranig, daß es kein Genuß ist, davon zu essen. Die jungen Stengel mancher Farnkräuter liefern einen ganz vorzüglichen Ersatz für Stangensvargel, während alle Palmenarten irnt ihrem oberen Theile des Markes einen ganz vorzüglichen Salat abgeben, welcher sogar ohne Esstg und Oel noch delikat schmeckt. Viele knollencrrtige Gewächse liefern guten Ersatz für Kartoffeln, während eine Unmasse Pflanzen sich sehr gut zur Bereitung von Spinat" eignen. Eine sehr große Rolle spielen in der Ernährungsfrage zu allen Iahreszeiten im Urwalde die autzerordentlich vielen Früchte. Ananas. Chirimoyas. Zapotes, Manojos, Bananen und Kokosnüsse. Man wird jedoch sehr wohl daran thun, nicht allzuviel Früchte zu genießen, da dieselben sehr leicht Fiebererscheinungen hervorbringen. Eine ingeniöse Erfind u n g wurde kürzlich in Gestalt eines Schlosses patentirt, dessen Schlüssel? loch sich in der Thürklinke befindet.
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