Indiana Tribüne, Volume 28, Number 226, Indianapolis, Marion County, 16 May 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 16. Mai 1905
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Krcrch i A l o m a n X X ßanns von Zobeltitz A
(Fortsetzung.) fta na! Uebertreib' nur nicht!" Der Vater hatte mit der Cigarrentafche zugleich einen Brief gefaßt und reichte ibn Willy. Lies doch einmal. Graf Wellried glaubt eine Entdeckung gemacht zu haben, einen Frans Hals " Ter Assessor warf einen Blick in das Schreiben und gab es dann zurück: Lieber Paa, ich bin. Du weißt es, ein Kunstbc bar . . Leider ja! Aber ist Dir nicht der Name des verstorbenen Besit?ers aufgefallen: von Apelhode auf Schloß Baumaarten?" Wahrhaftig! Wo habe ich nv meine Gedanken! Einer unsrer früheren Klienten ... wir verloren schließlies), es kann drei Jahre her sein, ein vaar tausend Mark bei der Verbindung, die D t in Teiner Großherzigkeit einfach in den Rauchfang schriebst." Lieber Junge, ich that's, weil ich den B.-.ron personlich, wenn auch nur oberflächlich, kannte und weil ich wußte, daß er nicht durch eigene Schuld in's Unglück kam, daß er wirklich ein Ovfer der allgemeinen Lage der Landwirthschaft war. Wir, die wir aus dem sonstigen Aufschwung des Wirtschaftslebens unsre Vortheile ziehen, haben mem' ich allen Vrunö, oen Agrariern gegenüber gerecht zu sein . . . und auch einmal nackisichtig. Denn das, was dem Handel und der Industrie Vortheil bringt, bringt ihnen vielfach Schaden: die Handelserlräge in ihrer heutigen Form und die Auswanderung der Landbevötterung in die Städte." Er schwieg einen Augenblick. Der arme Herr von Apelhode ist vor drei Jahren gestorben. Ich will mit WellNcd morgen hinüberfahren, mir das Bild einmal ansehen. Und nun, mein Junge, wünsch' ich Dir Glück für Deine Betheiligung bei den Baldin'schen Unternehmungen. Du. bist immer ehrgeizig gewesen. Das ist eine vortreffliche Eigenschaft. Paare dem Ehrgeiz aber auch die Besonnenheit. Und denke an mein Wort: in der Bcschränkung zeigt sich erst der Meister Ter Assessor stieg lanzsam die Treppe hinab. Allerlei Gedanken arbeiteten in ihm nach. Ter geschäftliche Weg. der vor ihm lag. wurde ihm nicht leicht, trotz des Vaters Zustimmung; denn er hatte aus dessen Worten deutlich genug herausgehört, daß diese Zustimmung nur eine bedingte war. Allerdings, man konn ' nichts andres erwarten; es war schon viel, daß er sich nicht schroffer ablehnend verhielt. Hatte sich doch ihm, Willy, felbst der erste Entschluß nur schwer aus der Seele losgerungen. Ter erste Entschluß dann freilich, als er erst tieferen Einblick in die Verhältnisse Ö;r Baldin'schen Unternehmungen gewann, als er ihren ganzen Umfang, ihre großen Aussichten erkannte, wäre er ja ein Thor gewesen, die dargebotene Gelegenheit nicht zu ergreifen! So gering das Nisiko und so gewaltig der voraussichtliche Gewinn! Tacht nur der durch die Neuemission zu erzielende. Pah! Aber die Chance, nein die Gewißheit, sich eine ausschlaggebende Stimme in der Entwicklung eines ganz neuen, im vollsten Aufblühen beariffenen Industriezweiges zu sichern, oas war das Große! Das war eine Aufgabe, daß er ein Gegengewicht bilden konnte gegen etwaige Phantasiereien dieses Herrn Baldin. Ein bedeutender Mensch ohne Zweifel! Ein Geschäftsmann von weitem Blick, von Ideen! Abc. er bedürfte eines Hemmschuhs. eines kühl überlegenden Mitarbeiters. Das hatte ja auch Salester gesagt Er stand noch immer vor der Thür seines Privatkontors. Nun klinkte er schnell auf. trat ein und an den Mitteltisch, um ein Glas Wasser zu trinken. Die Zunge klebte ihm am Gaumen. Und jetzt zu den letzten entscheidenden Abmachungen. Rasch zog er den Gehpelz über, ging durch das Hauptkontor auf die Straße. Der Schneesturm wehte ihm entgegen, aber es that ihm wohl, wie ihm die kalten Flocken in das heiße Gesicht peitschten. So wohl, daß er an dem Prachtbau der Mitteldeutschen Genossenschaftsbank vorüberschritt bis zur nächsten Straßenecke und dann erst umkehrte, um die Lungen ordentlich mit der kühlen Luft zu füllen. Zwei-, dreimal legte er die kleine Strecke zurück. Tann trat er endlich in die mächtige, säulengetragene, marmorbekleibett Hauptballe des Bankgebäudes ein. Trotz des schlechten Wetters war reges Leben in dem schönen, ernsten Raum, an der langgestreckten Schalterreihe, wo hinter den glattpolirten Mahagonischränken die Kassenbeamten und die Herren der Effektenabtheilung ihres Amtes walteten; hinter ihnen, mit weitgeöffneten schwarzen Thüren, die riesigen Geldschränke, die für die Nacht durch hydraulische Kraft in die feuerfesten. einlMchssicberen Stabil
kammern des Kellergeschosses heruntergelassen wurden. Kein lautes Wort; nur leises, rücksichtsvolles Flüstern, dann und wann das Klingen von Goldstücken, die der Kassirer aufzählte, oder ein Rauschen von Banknoten, die dessen geübte Hand wie im Fluge vor dem Kunden ausbreitete. An den zwei Querwänden schwere Eichenholzschränke mit hohen, schön geschnitzten RUcklehnen, dicht besetzt mit der Abfertigung harrenden Kassenboten, mit kleinen Leuten, die auf die Auszahlung eines Checks, auf die Auslieferung eines Papiers warteten. In der Mitte, um die prunkhafte Säulenreihe mit den vergoldeten Kapitälen, die Pule für die vornehmen Klienten; dazwischen auf schwarzpolirten Brettern die wichtigsten Kursnotizen der gestrigen Börsen: Berlin. Frankfurt a. M.. Xionoon, Pts, 2men, Amsterdam. Für den jungen Chef des großen Hauses, der die riesige Schalterhalle des Credit Lyonnais in Paris so gut kannte, wie die der Wiener Kreditanstatt, bot das alles nichts Neues; er war ja auch hier nicht zum ersten Male. Trotzdem stand er eine Minute still und umspannte mit kundigem Blick den Raum: praktisch und gefällig zugleich hatte Salester sich eingerichtet, das mußte der Neid ihm lassen. Wie eng es dagegen nebenan, bei MöllerSieghards, war! Noch von O!ims Zeiten her. sozusagen. Es half doch nichts, früher oder später wurde ein Umbau nothwendig. Und so sehr die tägliche Berührung mit jedem Geschäft auch gegen das Außergewöhnliche in ihm abstumpft als Willy n der Schalterreihe entlangschritt und im Vorübergehen die großen goldenen Aufschriften über den
Schranken las: Etgene Checks: Wechsel; Effeilen; Haupttase; Informationsbureau und die Tafeln mit dem immer wiederkehrenden Satz: Wir nehmen zur Zeit an Tägliches Geld mit zwei Prozent, Dreimonatsgeld mit zweieinhalb Prozent" als er das Ein- und Ausströmen, die ewig wechselnde Geldfluth sah und hier mit geschärftem Ohr hörte, daß ein Kreditbnef über funfzigtauseno Mark nach Spanien begehrt, dort ein Check der Petersburger Diskontobank über die fast gleiche Summe honornt wurde; wie hier ein Börsenspekulant sechzigtausend Mark abhob, dort ein altes Mütterchen sich die Einzahlung von gewiß mühsam ersparten zwanzig Mark bescheinigen ließ: da überkam doch auch ihn, der dies alles schrrn so unzählige Male gesehen, wieder ein Gefühl der Machtfülle, die der Kräftekonzen tration in diesen modernen Großbanken innemohnt. Wie sie die Kapitalien mit einem Netz von Verbindunaen. durch Filialen und Kommanditbethei ligungen an sich zu ziehen wissen, durch bequemere Formen des Geschaftsver kehrs den Sparkassen das Wasser abgraben, dun') scheinbare oder wirklick größere Sicherheit, durch kulante Be dienung, durch willige, wenn auch auf die Dauer nicht immer billige Kreditaewähruna den Privatbanhers das Klientel beschneiden Dabei: welch Bruchtheil dies hier des gewaltigen Betriebes! Nur das laufende Tagesgeschäft, nur ein Au tzenbild! Die Hauptfäden liefen ja oben in den Kontors zusammen. Von dort aus mußten die Beziehungen zu den auswärtigen Kunden gepflegt werden, dort regulirten sich die Umsätze in den eigenen und fremden Effek ten, dort da Verhältniß der Bank zur Industrie, dort die Konsortialbetheiligungen an en Neuemissionen geMerklicher Werthe, städtischer oder staatlicher Anleihen Willy hatte die Zähne nicht ohne ein Gefühl des Neides aufeinandergepreßt. Das alles, was er hier, in der Salester'schen Bank sah. bot ja die Thätigkeit des eigenen Hauses auch; aber der Maßstab war. dem Größen Verhältniß des werbenden Kapitals und der Tradition nach, den Kredit nur mäßig anzuspannen, ein ungleich kleinerer. Ein kleinerer, schien ihm in diesem Augenblick, als nöthig. Das Wort des Vaters klang ihm freilich in der Seele nach: In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister!" Ganz gut gewiß rich'ig! Und doch auch nicht mehr als ein Schlagwort von sehr dehnbarer Bedeutung. Hieß es nicht vielleicht auch hier wie auf so vielen anderen Gebieten: mitgehen mußt Du, wenn Du nicht untergehen willst! Kein Untergehen freilich im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Kein jäher Sturz, aber ein ganz langsames Gleiten. Ihm schoß eine ganze Reihe alter Klienten durch den Sinn, die MöllerSieghard & Söhne im Laufe des letzten Jahrzehnts verloren hatten; an manchen war grad nicht viel gelegen, der Verlust anderer aber war bitter empfunden worden. Und bitter emPfunden hatte man auch, daß sich die Konsortialbetheiligung bei den städtischen Anleihen, die früher eine Spezia litat der Firma gewesen war. unter dem Wettbewerb der Großbanken immer schwieriger gestaltete. Dem guten Papa verschlug das nichts; der zuckte überlegen die Achseln, lächelte und meinte: Es ist schon dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen; es kommen auch wieder für uns fettere Jahre." Mancheö glich sich ja durch die wachsende Kapitalskraft der treu gebl' 'denen alten Kundschaft aus; doch du Gesammtumsatz ging unleugbar langsam zurück. Für einen strebsamen jungen Chef, der sich nach Bethätigung, nach
Erfolgen sehnte, eine bttierl Ernennt
niß aber auch ein scharfer Sporn! An der Querwand der Halle lag hinter goldbronzirten Eisenstäben der Fahrstuhlschacht. Willy schritt hastig auf ihn zu: Erster Stock " Oben dehnte sich vor der Ltftthür ein breiter, teppichbelegter Gang quer durch den ganzen Bau. Das Pnvatkontor Salesters befand sich am westlichen Ende. So mußte der Assessor den ganzen hellerleuchteten Korridor entlang schreiten, und er las wieder. wie unten, im Vorübergehen die Aufschriften an den Zimmerthüren: Buchhalterei I; Buchhaltern II; Nostro-Abtheiln"-"rckir,: Zucker-Lombard Abtheilung; K. Leman, Direktor; Justizrath Dr. Walter, Syndikus; Konferenzzimmer der Direktion; itzungszimmer des Aufsichtsraths . . . Salester erhob sich schwerfällig von seinem Arbeitstisch, als Willy eintrat. Willkommen, Verehrter. Nun sind Sie im Reihen mit Ihren Entschlüssen? Wie steht's?" Ich übernehme erne halbe Mtllwn unter den vereinbarten Bedingungen. Und unter der Voraussetzung, daß Sie dafür Sorge tragen, daß ich in den Aufsichtsrath der Prometheusgesellschaft gewählt werde." In den Zügen des Bankdirektors zuckte keine Muskel: Gut abgemacht!" Dann glitt er ein paarmal mit den langen Fingern seiner rechten Hand durch die buschige, graue Haarmahne und fuhr fort: Es wird S'e nicht gereuen. Herr Möller-Sieghard. Mir war's, ehrlich gesagt, zuerst ga: nicht einmal recht, daß sich der Baldin so wie soll ich sagen so an Sie herawakf .Bitte .Ach. mäkeln wir nicht um Worte. Der Mann kann nun einmal nicht anders. Er muß bei all seiner außerordentlichen Thätigkeit ab und an sei ner Eitelkeit ein Kalb schlachten, und die Möglichkeit der Verbindung mit Ihnen war ihm, und wohl auch der schönen Frau Paula, zu Kopfe gestiegen. So etwas kenne ich nicht. Ich hätte das Geschäft am liebsten allein gemacht. Aber da es nun einmal .so weit gekommen ist. bester Assessor, hier meine Hand? Sie sind mir willkommen! Sie und Ihr altes solides Haus! Und nun: Glück auf zur gemeinsamen Arbeit!" 7. K a p i t e l. ur zwei Tage hatte der Geheimrath fortbleiben wollen. O' Aber seine Rückkehr verzögerte sich. Am Dienstag Nachmittag kam Lora Kollanden direkt aus ihrer Schule zu Hardi. Sie war in einiger Unruhe. Der Onke! hatte nur auf einer flüchtigen Postkarte g'schrieben, daß er voraussichtlich erst in einigen Tagen heimkehren würde, und sie wollte fragen, ob die Freundin vielleicht nähere Nachricht habe. Aber auch der Geheimrath hatte nur eine kurze Mittheilung nach Hause gelangen lassen, eine Depesche, daß er wohl sei und man sich nicht ängstigen solle. Daran dachte Hardi freilich nicht. Aber sie maulte" ein wenig mit dem fOrthit (cXe fn Snr& Vrnfs rVnr4ol yuf u. iuul wxf wwi v i ;u u i i i . , daß er an ihre kleine impulsive Attacke weitere Fragen anknüpfen würde, und war enttäuscht, daß er das, gewiß nicht ohne Absicht, unterlassen hatte. Nun kam Lora gerade recht, um ihr das bedrückte Herz auszuschütten. Sie saßen in Hardis kleinem Rokokoparadies, das Willy wenigstens behauptete es immer ganz war, wie seine Herrin selbst: zierlich, niedlich, puppenhaft: angefüllt mit hunderterlei Bric a Brac, werthvollem und werthlosem, Kinheitserinnerungen, Photographien, Handarbeiten. Jedesmal, wenn der Vater das winzige Zimmerchen betrat, schüttelte er den Kopf: Hardi, räum' doch mal mit dem alten Krempel auf; es ist ja scheußlich geschmucklos." Aber sie konnte sich von keinem der Andenken trennen, von denen jedes für sie irgend eine kleine romantische Beziehung hatte. Mit ihrem süßen Schmeichelstimmchen erzählt? sie ihr ganzes Herzensglück und Herzensleid. Wie sie sich schon in Paris für Konrad Salester zu intcresren begonnen habe; roe glücklich sie gewesen sei. daß er dann gleich nach Antritt seines Kommandos Besuch gemacht hatte; daß sie ihn mit Raffinement in die große Familientanzstunde der berühmten Frau Wolden, der Gavottemeisterin, hineinbugsirt habe. Und nun endlich, endlich! seit acht Tagen wisse sie. auch ohne Aussprache, daß er ihr gut sei nur Papa dieser grausame Papa Wie so oft in der letzten Zert sagte sich Lora: was tst sie noch für ern Kind! Fragte sich: ruht auf dem tieferem Grunde dieser scheinbar so kleinen Schwärmerei doch eine tiefere Ltebeö So gar nicht konnte sie sich mehr in bfc Seele der emsttgen Gespielin hm einversetzen. Hardi merkte es wohl und verzog schmollend den hübschen Mund: Du bist anders geworden. Loca! Du nimmst keinen Herzensantheil!" Es wurde ihr nicht leicht, zu antWorten. Lügen konnte sie nicht. Nur sagen: Wenn Ihr Euch wirklich recht von Heczen nebt, so daß es über Stunde und Tag hinweg für das Leden ausdauert, dann wird Euch Nie mand Euer Glück rauben. Am allerletzten Dein Papa. Hardi. Er ist die Güte selbst. Die Kleine kauerte sich ganz tief in
ihre Sofaecke hinein. Wie Du das sagst! ,Wenn Ihr Euch wirklich
liebt . . .' O, Lora, Lora, Du bist über all Deiner Schulweisheit ein harter Verstandesmensch geworden. Ich glaube: Tu weißt gar nicht, wie Liebe thut!" Vielleicht - hast Du recht " Es kam so zögernd, schmerzlich von den herben Lippen. Da brach in Hardi wieder das heiße Empfinden durch. Sie umschlang Lora. küßt- sie: So darfst Du nicht sprechen! Du am allerwenigsten! Auch Deine Stunde wird kommen mit all der heimlichen Seligkeit " Und sie schmiegte sich eng an sie und tuschelte ihr, mit ihrem Neben, spitzbübischen Lächeln, in's Ohr: Du bist ja auch gar nicht so! Du redest Dir das ja nur ein. O früher hast Du's ganz vergessen, wie Du für Willy . . ." Lora machte sich hastig frei: Hardi! Wir sind doch selbst für die Erinn runa an diese dummen Vackfisckacschichten zu alt!" sagte sie schroff, und dann lachte sie auf. Solche Kindereien!" Aber die Kleine meinte aus dem Lachen einen erzwungenen Ton herauszuhören. Sie sah der Freundin scharf in das Gestüt: Lora, Lora! Du bist ja roth geworden!" Wenn ihr wirklich eine flüchtige Blutwelle in die blassen Wangen gestiegen war, so ebbte sie sofort zurück. Lora hatte sich wieder völlig in der Gewalt. Du bist eine Thörin. Hardi! Man darf Dich nicht ernst nehmen!" Oho! Oho!" Nein ich nehme Dich nicht ernst. Aber das laß Dir sagen: ich liebe derartige Schere nicht. Bitte, mit ihne.l verschone mtch." Sie stand auf und trat an's Fenster, zocy oa tarn tyr auch icyon Harm nach, umfaßte sie und bat: Sei doch nicht böse " Draußen auf dem Korridor gingen Thüren. Sie überhörten es ganz. Bis dann plötzlich Fräulein von Schotten erschien, mit verlegenem Gesicht: Papa ist soeben gekommen." Ter Geheimrath stand auf dem breiten. fast saalartigen Flur, noch im Reisepelz. Links neben ihm Willy, den er unten getroffen hatte, mit einem Gesicht, dessen Ausdruck eine eigene Ähnlichkeit mit dem der alten Hausdame zeigte. An der rechten Hand aber halt der Geheimrath ein Mädchen von etwa sechzehn Jahren so sah es wenig, stens aus und er sagte, wie es einführend, vorstellend: Taö ist Maria von Apelhode, unsre neue kleme ausgcnossin." Es war ein sehr schlank aufgeschossenes. eckiges Ding. Kaum mittelgroß. Das hagere Gesicht unregelmäßig, ein Stumpfnäschen, etwas hervorstehende Backenknochen, der Mund em wentg groß. Der Anzug mehr wie einfach, von grobem blauen Stoff und ganzlich ausgewachsen. Die Hände staken in neuen Handschuhen, die der Geheimrath wohl unterwegs gekaust halte, wie den neuen Hut. Aber zwischen dem Handschuh und dem zu kurzen Aermelrand wurde ein Streifen ganz gebräunter Haut sichtbar. So stand sie da. m todtllcher Verlegenhen, ungelenk, mit niedergeschlagenen Augen. Als wage sie nicht aufzusehen. Alles tn allem machte sie den Eindruck eine Bauernmädchens. Fräulein von Schotten, seien Sie nicht böse, daß ich uns Beide nicht wenigstens telegraphisch anmeldete." erklärte der Geheimrath. Es ging aber wirklich zuletzt mit allen Entschließungen Hals über Kopf...Guten Tag, Hardi. Ah ... Fräulein Lora! Ich freue mich herzlich, Sie zu sehen . . . Ihnen hab' ich noch eine Bestellung von Ihrem Herrn Onkel auszurichten . . . daß er noch nach Hambürg gefahren ist zu Direktor Brinkmann und erst morgen heimkommt." Er sprach sehr schnell, angeregt und doch wie m einer kleinen Verlegenheit. Ja so... ein Fremdenzimmer ist ja immer bereit . . . womit ich aber beileibe nicht sagen will, daß uns Maria als Fremde erscheinen soll. Hardi... Du nimmst Dich Marias an . . . das grüne Zimmer, denk' ich ... Fräulein von Schotten, haben Sie wohl die Güte . . ." Seltsam: Hardi, die sonst so schnell auf alle neuen Eindrücke reagirte. stand noch immer regungslos. Sie starrte dies unbeholfene Wesen an fast wie einen Eindringling. Und auch Fräulein von Schotten konnte sich von ihrer Ueberraschung nicht recht erholen. Es entstand eine etwas verlegene Pause. Da klang plötzlich Loras Stimme dazwischen. Sie hatte Hardi an der Hand gefaßt und zog sie sanft zu dem jungen Mädchen: Komm ... wir bringen Maria auf ihr Zimmer." Recht so!" sagte der Geheimrath mit einem dankbaren Blick. Und nun. Maria, Glück und Segen zu Deinem Eintritt in unser aus " (Forrsetzung folgt) Münchner Gespräch. Der Privatier Huber kam Nachmittags vom Hofbräuhaus nach Hause. Etz is 's scho drei vorbei," schimpfte seine Alte, und Du kimmst erst vom Frühschoppen!" Ja woaßt, i hab 's halt etz aa eing'führt. die englische Arbeitszeit." Nacha bleibst aber Abends dahoam!" Geht net so ganz derf ma's net verläugna. sei Deutschthum!"
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