Indiana Tribüne, Volume 28, Number 226, Indianapolis, Marion County, 16 May 1905 — Page 6

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Novelle I voll Cg v i dj il i 4j a e l -.V-w' . (Schluß.) War es da ein Wunder, daß er am andern Morgen nicht weniger schlecht gelaunt erwachte? uir Unglück war es ein Sonntag; da korbten ihn nicht einmal die gewohnten Verufsgeschäfte ablenken. Er versuchte es mit diesem und jenem, um sich zu zerstreuen, ohne daß es ihm recht gelingen wollte. Als er sich eben anschickte, zu Tisch zu gehen, wurde ihm eine Einladung zum Nachmittagskaffee zu Professor Günther, einem seiner akademischen Lehrer, überbracht. Erinnerte sich der Profeor wieder einmal seines Schülers? Mit Freudm nahm Hagen die Einladung an. Zur festgesetzten Stunde fand er sich bei Professor Günther ein. Er wurde in das Empfangszimmer geführt, wo ihn die Frau des Hauses, eine stattliche Tame von etwa dreißig Jahren, auf's Liebenswürdigste willkommen hieß. Ich habe Sie um Verzeihung zu bitten, Herr Toktor," begann sie nach den ersten einleitenden Worten. Um Verzeihung zu bitten?" Ja, wegen einer kleinen Täuschung. Die Einladung zu heute Nachmittag ist nämlich von meiner Seite erfolgt. Mein Mann weiß gar nicht, daß Sie hier sind." Haqen fubr von seinem Sitze auf. Bitte, behalten Sie Platz. Die Sache ist nicht schlimm. Mein Mann wird sich freuen, zit hier begrüßen zu können. Er würde es sicher schon gethan haben, wenn er da wäre. Er ist aber ausgegangen. Vielleicht habe ich ihn fortgeschickt." Hagen war nicht ganz wohl bei dieser Eröffnung. Er wußte nicht, was er davon halten sollte. Es war ein verführerisches Weib, das ihm da gegenübersaß. Er fühlte ihren prüfenden Blick auf sich ruhen und sah ihr Lächeln, dieses eigenthümliche Lächeln. Ich will es nur gestehen," fuhr sie nach kurzer Pause fort, ja. ich habe ihn fortgeschickt, um mit Ihnen allein zu sein." Gnäde Frau" Hagen sprang auf. ...Bitte, bebakten Sie Platz." sagte nicht ohne Svott sein Gegenüber, und hören Sie mich ruhig an. Ich habe Ihnen zu beichten und Sie um Verzeihunq zu bitten auch wegen einer anderen Täuschung." Hagen machte bei dieser Erklärung nicht gerade die geireichste Miene. Nickt wahr, der reine Rattenkönig? Geduld! Sie werden bald klar sehen. Sie waren gestern im Theater? Ai ; Grund eine) Briefes?" Der Gefragte schaute erstaunt auf. Der Brief war von mir." Von Ihnen V Ja. das heißt nur geschrieben. Aber lassen Sie sich alles der Reihe nach erzählen. Also, ich habe Ihr Heirathsgesuch gelesen, und ich muh sagen' daß es mir recht gefallen hat. Das ist gewiß, dachte ich bei mir, wieder einer von den Schüchternen Sie verzeihen die vor lauter Verlegenheit zu keiner Liebeserklärung kommen und barum lieber den verkehrtesten Weg einschlagen, um sich ta verheirathen. Dem Manne kann geholfen werden, dachte ich, und da ich schon von mancher glücklichen Ehe gehört hatte, die durch's Blatt zustande gekommen war, so beschloß ich Sie wissen ja. wir Frauen können einmal das Ehestiften nicht lassen d:m Manne eine passende Frau zu verichasfen. Ich ging meine ganze Bekanntschaft durch, und da fand ich denn, was ich suchte. Ein reizendes Mädchen, meine Freundin, noch sehr jung Sie haben sie ja kennen gelernt und wissen, ob ich zuviel sage." Hagen schüttelte leicht mit dem Kopfe. Und dazu ein Herz voller Unschuld und Zutrauen, das reine Kind noch. Ich habe ihr natürlich nichts von meiner Absicht gesagt. Hätte das nicht geheißen, ihr den Blüthenstaub der Unschuld von der Seele wischen? Und doch, ich r'.ußte etwas von ihr haben, etwas Schriftliches, aus dem Sie ihr Wesen, ihr Denken und Fühlen erkennen sollten. Ich griff zur List. Ich wußte das Gespräch auf den heiklen Gegenstand zu lenken. Ich sprach in lauter Möglichkeiten, gab dabei, als ob ich es eben selbst erfunden hätte. Ihr Heirathsgesuch zum Besten und vermochte schließlich meine kleine Unerfahrenheit dazu, im Scherz den Brief aufzusetzen, den Sie in meiner Abschnft kennen gelernt haben. Die Theaterkarte fügte ich aus eigenen Mitteln bei. Gestern Abend saßen wir. nicht weit von Jbnen. in einer Loge des ersten Ranges; ich brauche wohl nicht erst zu versichern, meine Freunbin ganz ahnungslos. Sie können sich denken, wie angenehm es mich berührte, als ich Sie erblickte." Hagen verneigte sich verbindlich gegen die Sprecherin. In einem unbewachten Augenblick schrieb ich die Karte an Sie. Ich gab vor, plötzlich eine Abhaltung bekommen zu haben und deshalb meine Freundin nicht nach Hause begleiten zu können. Ich versprach ihr. daß S!e an meine Stelle treten würden. Das Weitere wissen Sie. aber ich nicht.

Offen gestanden, Herr Doktor, können Sie sich einen besseren Erfolg Ihres Heirathsgesuchs wünschen?" Hagen hatte mit wachsender Verwunderung zugehört. Das war also die Lösung des Räthsels? Jetzt war ihm alles llar. und das Benehmen des jungen Mädchens halte nichts Sonderbares mehr fr ihn. Meines Heirathsgesuchs?" rief er. ..aber zum Kuckuck, es ist ja gar nicht

von reu. Und nun war die Reihe zu erzählen an ihm. Er berichtete, wie er die Schüler bei ihrem verbotenen Treiben erwischt hätte, und wie er. gerührt von dem Schreiben des jungen Mädchens. beschlossen hätte, ihr eine Warnung zukommen zu lassen. Zuletzt berichtete er von dem. was sich auf dem Heimweg zwischen ihm und dem Mädchen zugetragen hatte. O. hätten Sie geschwiegen," sagte Frau Günther mit leisem Vorwurf, als er zu Ende war, doch es kann nichts helfen. Das Geschehene ist nicht wieder gutzumachen." Dann aber brach ihre gute Laune durch, und schalkhaft lächelnd bemerkte sie: Eigentlich ist es schade, Herr Doktor, daß das Heirathsgesuch nicht von Ihnen ist. Sie würden einen so guten Ehemann abgeben." ' In dem Augenblick meldete das Hausmädchen Fraulein Ferber. Das ist sie," sagte Frau Günther. Elsa, Ferber. Tochter des Hofraths Ferber. Ich habe sie eine halbe Stunde später geladen, um Ihnen erst die nöthigen Erklärungen zu geben." Indem sie sich erhob, setzte sie leise seufzend hinzu: Das Erklären geht weiter. Hoffentlich macht sie es mir nicht zu schwer." Damit ging sie hinaus. Es dauerte geraume Zeit. e,e sie zurückkam. Das war ein böses Stück Arbeit." sagte sie lächelnd, in meinem Leben mische ich mich nicht wieder in Angelegenheiten, die mich nichts angehen. Aber kommen Sie. Sie dürfen Elsa schon wegen Ihres Venehmens um Entschuldigung bitten." Sie durchschritten eine Reihe von Gemächern. Tann öffnete Frau Günther die Thür zu ihrem Zimmer, einem schmalen, behaglich eingerichteten Raum, und lieh Hagen vorangehen. Kaum hatte er die Schwelle überschritten, so schloß sie die Thür hinter ihm. Er war allein mit dem jungen Mädchen. Sie stand in der Nähe des einzigen Fensters vor einem kleinen Blumentisch und zerpflückte eine Rose. Als er eintrat, hatte sie ihm halberschreckt ihr Gesicht einen Augenblick voll zugekehrt, dann aber sich schnell wieder zum Fenster gewendet. Er bemerkte, wie sich ihre Haut nach den Schläfen hin mit tiefer Rothe überzog. Er faßte sich ein Herz und trat vor. Gnädiges Fräulein, können Sie mir verzeihen?" Sie blieb stumm, nur ihre Rechte fuhr nach dem Herzen, als wollte sie da das ungestüme Pochen beschwichtigen. Mein Benehmen von gestern Abend ich habe es schon bitter bereut, um so mehr, als ich vorhin erfahren habe, wie wenig Ursache ich dazu hatte." Sie wandte sich plötzlich um. Lassen Sie es gut sein. Herr Doktor." sagte sie mit leisem, herzlichem Tone, nicht ohne Verlegenheit, wir sind Beide das Opfer von Mißverständnissen. Sie hatten wohl Grund, nicht das Beste von mir zu halten, und ich mußte schlecht von Ihnen denken. Ich weiß jetzt. Sie haben es gut mit mir gemeint. Ich danke Ihnen." Ihre Verlegenheit war ganz verschwunden, und sie hatte die letzten Worte so schlicht und natürlich hervorgebracht, daß Hagen in Versuchung gerieth, die kleine, zarte Hand, die sich ihm zur Versöhnung entgegenstreckte, mit Küssen zu bedecken. Er that sich aber Gewalt an und begnügte sich damit. sie leicht zu drücken. Und damit auch der letzte Schatten zwischen urs weiche, haben Sie hier den verhännißvollen Brief wieder." Ich danke." Wie eine Erleichterung kam es ihr von den Lippen, und schnell barg sie dfs Schreiben in der Tasche ihres Kleides. Nun, die Aussöhnung vorüber?" Die Herrin des Hauses steckte lächelnd den Kopf durch die Thür, und als sie sah. daß das große Friedenswerk gelungen war, trat sie vollends ein. Na. das ist vernünftig. Nur nichts dem anderen nachtragen. Ueberbaupt. wenn hier Jemanden eine Schuld trifft, so b-n ich es. Ich bereue es ja auch schrecklich. So. und jetzt wollen wir den Kaffee nicht noch kälter werden lassen." War das ein gemüthlicher Kaffeetisch! So gescherzt und gelacht hatte Hagen wobl sein Lebtag nicht. Später erschien noch Professor Günther. Er war die Geselligkeit selbst, und bei seinem alles belebenden Humor wich auch der letzte Rest von Zurückhaltung. Als Hagen sich schließlich empfehlen wollte, wurde er nicht fortgeiassen. Er mußte auch noch zum Abendessen bleiben, und er blieb, solange dies schicklicherweise nur möglich war. Zugleich mit ihm brach Fräulein Ferber auf. Nicht wahr, Herr Doktor," sagte Frau Günther zu Hagen beim Abschied, Sie begleiten meine Freundin nach Hause? Ich möchte meinen Mann nicht noch einmal hinausjagen." Gewiß. Aber ich weiß nicht das heißt" Ein Seitenblick auf das junge Mädchen vollendete den Satz. Nicht wahr, er darf?" fragte Frau Günther ihre junge Freundin, und als

diese verleben mit dem Kopfe nickte. fügte sie lächelnd hinzu: Er wird sich heute ganz artig benehmen." So schritten sie denn wieder zusammen durch die Nacht dahin. Die gute Stimmung des Abends beseelte sie noch immer. Um einen Gesprächsstoff brauchten sie nicht verlegen zu sein, die Worte fanden sich von selbst. Sie plauderten und scherzten miteinander wie zwei alte gute Kameraden. Kein Wunder, daß ihnen der Heimweg viel zu kurz vorkam. Schon da?" sagte Haaen mit bedauernder Stimme, als sie vor dem Hause anlangte, wo Elsa Ferber wohnte: und diese nxkte leicht mit dem Kopfe, als theilte sie sein Bedauern. Sie streckte ihm die Hand zum Abschied entgegen. Besten Tank für die Begleitung. Leben Sie wohl." Auf Wiedersehen!" Sie huschte in's Haus, das nur spärlich von einer Gasflamme erhellt war. Er blieb am Thore stehen und sah ihr nach. Eben wollte sie auf dem Treppenabsatz verschwinden. Fräulein Elsa!" Sie blieb stehen und schaute zurück. Er that einige Schritte in's Haus. Geben Sie mir den Brief wieder, zum Andenken." Sie sann einen Augenblick nach, dann sagte sie leise, aber bestimmt: Nein." Damit wäre die Sache erledigt geWesen, aber seltsam, sie blieb noch stehen, und als Hagen eine gar zu betrübte Miene machte, sagte sie schelmisch: Bei mir ist er besser aufgehoben." ,.Jch schenke Ihnen etwas anderes dafür." Etwas anderes? Das interessirte sie. Sie kam schnell die Stufen herab. Was denn?" Mein Herz und meine Hand." Es war still im Hause, ganz still. Da knisterte es leise wie von Papier. Sie legte den Brief in seine Hand. Er aber hielt die Hand fest und zog das zitternde Mädchen an sich. Elsa!" .Mein Franz!" Am anderen Morgen hatte Hagen mit den Uebelthätern der Untersekunda eine eindringliche Unterredung. Woher haben Sie nur," schloß er seine Rede. Sie, die Söhne so achtbarer Eltern, den erbärmlichen Muth genommen, Ihrem geistlosen Machwerk von Heirathsgesuch die Bemerkung Diskretion Ehrensache' beizufügen? Fühlen Sie denn gar nicht, wie gemein das ist? Gehen Sie jetzt! Ich verzichte darauf, die Sache weiter zu verfolgen. Daß Sie aber künftig derartige stilistische Uebungen unterlassen!" Mit gesenkten Häuptern gingen die Schüler hinaus. Kaum aber hatte sich die Thür hinter ihnen geschlossen, so reckte der dicke John seinen Kopf stolz in die Höhe und bemerke voll Anerkennung: Wirklich ein anständiger Kerl, der Hagen. Ich könnte mit ihm Schmollis trinken." Freilich, wenn er gewußt hätte Wenige Tage später wurde die Verlobung von Fräulein Elsa Ferber und Gymnasiallehrer Doktor Franz Hagen begannt gegeben. Eine stattliche Gesellschaft hatte sich im Hause der Brauteltern eingefunden, um das frohe Fest mitzufeiern. Als auf das Wohl des Brautpaars das erste Hoch ausgebracht wurde und die Gläser fröhlich aneinander klangen, da neigte auch Frau Professor Günther ihren Römer gegen die der jungen Leute und sagte: Ein Hoch auch dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege!" Elsa schaute voll strahlenden Glückes in die Augen ihres Bräutigams. Ja, er soll leben, dieser nicht mehr ungewohnliche Weg!" Dann aber blickte sie sinnend vor sich hin und sagte leise: War er denn wirklich so gewöhnlich?" Und die Gläser klangen aneinander. Clara Viebig's Einakter Di: Bäuerin" wurde im Lustspielhause zu Berlin mit ganz hervorragendem Erfolge zur Aufführung gebracht. In Baden haben zum ersten Mal: zwei Frauen. Fräulein Elisabeth Rocholl und Frau Gräfin Dr. War tensleben das Examen für klassisch? Philologie und Germanistik mit dem Grade des Oberlehrers bestanden. Auch in Wasbington bog m gen die Deutschen eine würdige SchtUcrfcter Frl. Anita Schade, die Gründerin des Gesellig-literarischen Vereins", sorgte für eine Vorfeier, die im Hörsaal bet (George Wasbington Universität statt fand. Das Programm war ein schönes und reickhaltiges. Die Sonntagsruhe der Dienstboten wird im Entwurf zum Zürichschen Ruhetagsgesetz in folgender Weise geregelt: Die Hausdienstboten sind von Arbeiten an öffentlichen Ruhetagen möglichst zu entlasten. Jeder zweite Sonntag Nachmittag und in der Zwischenwoche ein Werktagnach.'.ittag ist ibnen freizugeben. (v r,eift s?ij u lzelfen. Ein Herr unterhält eine Gesellschaft durch Nebelbilder, indem er zu jedem Bilde eine Erklärung gibt. Plötzlich versagt der Apparat, und die Leinwand erscheint völlig dunkel. Der Darsteller weiß sich aber zu helfen und erklärt: Kampf zwischen Negern in einem Tunnel."

Frühere Dkeanwettfahrten. Von anlerikanijchen Yachten in den Jsh,, 1, i 7 und 1887 ausgeführt. Es dürfte angesichts der Ozeanwettfahrt um den vom deutschen Kaiser gestifteten Pokal die Erinnerung an drei andere frühere Ozeanwettfahrten angebracht erscheinen. Dieselben fanden in den Jahren 1866. 1870 und 1887 statt und wurden ausschließlich von amerikanischen Segelyachten ausgeführt. Die erste Wettfahrt unternahmen die Jachten Henrietta," Fleetwing" und Vesta"; die zweite die Jachten Cambria" und Dauntleß." die dritte die Jachten Coronet" und Dauntleß." Die Geschichte dieser Wettfahrten ist interessant. An einem Abende stritten sich im Union Club" zu New Jork drei Sportsleute darum, wer die beste Jacht von ihnen besitze; sie entschlossen sich schließlich, unter einem Einsatz von je $30,000, also um einen Siegespreis von $90,000, ihre Yachten um die Wette über den Ozean fahren zu lassen, wo der Ausgangspunkt Sandy Hook, Zielpunkt The Reedles in England sein sollten. Die drei Wettenden waren James Gordon Bennett, Herausgeber des New York Herald" und Eigenthümer der Henrietta," die Gebrüder Osgood als Besitzer der Fleetwing" und Pierre Lorillard, Eigenthümer der Vesta." Die Abfahrt von Sandy Hook erfolgte am 11. Dezember 1866 Mittags 1 Uhr. und alle drei Schiffe, die sich unterwegs sehr bald aus den Augen verloren, trafen innerhalb von acht Stunden am ersten Weihnachtsfeiertage beim Ziele an. Die Fleetwing" war am 19. Dezember in einen Orkan gerathen, der es bewirkte, daß mit einem Ruck gleich sechs Mann über Bord gewaschen wurden, die denn auch hilflos ertranken. Die Henrietta" hatte bei Stürmen für mehrere Stunden alle Seael einziehen müssen. Die Vesta" war die erste, welche die Lichter von Scilly Island erblickte, und sie hätte gewonnen, wenn sie nicht einen Lootsen an Bord genommen hätte, dessen verfehlte Anordnungen sie um den Sieg brachten. So erreichte die Henrietta" zuerst das Zil. Sie hatte 3106 Meilen in 13 Tagen 21 Stunden 55 Minuten zurückgelegt. Die Fleetwing" legte 3135 Meilen zurück und brauchte dazu 14 Tage 6 Stunden 10 Minuten. Die Vesta" endlich hatte 3046 Meilen durchfahren, aber dazu 14 Tage 6 Stunden 50 Minuten gebraucht. Die zweite Wettfahrt kam zustande, indem James Asbury, der Besitzer der Cambria." Gordon Bennett als Eigenthümer der Dauntleß" dazu herausforderte, wobei ein werthvoller Pokal dem Gewinner zufallen sollte. Die Abfahrt der Boote erfolgte am 4. Juli 1870 in England von Old Kinsale Head. Am 27. Juli kam die Cambria" zuerst in Sandy Hook an. Sie hatte 2881 Meilen in 23 Tagen 5 Stunden 17 Minuten durchfahren. Die Dauntleß" benöthigte für ihren Kurs, der die mittlere Route verfolgt hatte, trotzdem er nur 2783 Meilen lang war, 1 Stunde und 43 Minuten mehr. Die Cambria" hatte einen nördlichen Kurs eingeschlagen. Die dritte Wettfahrt wurde am 12. März 1887 von der mittlerweile in den Besitz Caldwell H. Colts übergegangenen Dauntleß" und dem erst 1886 erbauten Schooner Coronet" von R. T. Busch von der New Dorker Bay nach Queenstown angetreten. Die ..Coronet" blieb bei einer Segelbahn von 2949 Meilen in 14 Tagen 23 Stunden 30 Minuten dauernder Seefahrt Sieaerin. Die Dauntleß" brauchte für 2947 Meilen nicht weniger als 16 Tage 1 Stunde 43 Minuten.

Seinrgcschickt. Frau (zum Photographen): Ich komme, um Ihnen zu sagen, daß unser amilienbild durchaus nicht zufriedentellend geworden ist. Mein Jüngster ieht wie ein Affe aus." P h o t o -g r a p h : Ja, liebe Frau, das hätten Sie bedenken sollen, ehe Sie ihn Photographiren ließen!" Sinderzreis!?eit. Schulinspektor: Mein Sohn, weißt Du, wer Hiob war?" Schüler: Ein Postmeister!" Schulinspektor: Wie kommst Du auf diesen Gedanken?" S ch ü -l e r : Gestern kam der Herr Lehrer in die Schule und sagte: .Kinder, eine Hiobspost, der Schulinspektor kommt morgen.' " Der HcUner. Hier stehen ja drei Suppen auf der Rechnung, wir hatten aber doch nur zwei?" Die dritte habe ich ja der gnädigen Frau au's Kleid geschüttet!"

Groyhrnogin.Mttwk Anaflalla. Die zukünftige Tchwiegennutter dcS deutschen Krpnprinzen Wilhelm. Die bevorstehende Vermählung des deutschen Kronprinzen mit der Herzogin Cecilie. einer Schwester des Großherzogs Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin, hat auch die Mutter der Braut, die GrohherzoginWittwe Anastasia, dem allgemeinen Interesse näher gerückt. Die 1860 geborene GroßherzoginWittwe ist die einzige Tochter des russtichen Großfürsten Michael, eines Großonkels des gegenwärtigen Zaren. Ihr Vater gilt als der reichste aller Großfürsten aus dem Hause Romanow. Sie vermählte sich 1879 mit dem Erbgroßherzoge, späteren GroßHerzoge Friedrich Franz III. von

Die Großherzogw-Wittwe Anastasia. Mecklenburg-Schwerin, der sich wegen eines schweren asthmatischen Leidens mit seiner Familie fast beständig in Cannes, Südfrankreich, aufhielt. Auch nach dem 1897 erfolgten Tode des Großherzogs nahm dessen Gemahlin keinen dauernden Aufenthalt in Mecklenburg. Die russische Großfürstin war in dem Lande der Obotriten nie heimisch geworden. Die Großherzogin-Wittwe Anastasia, eine junonische Erscheinung, galt ihrer Zeit als die schönste Fürstin Europas. janboie1 Humor. Der verstorbene berühmte Zoologe und Schriftsteller Professor Landois in Münster, Westfalen, verfügte über einen urwüchsigen Humor. Sein Arbeitszimmer im Universitätsgebäude war höchst einfach eingerichtet. Den Hauptbedarfsgegenftand des Gelehrten bildeten mehrere lange Pfeifen; in einer Ecke stand eine Schale für abgebrannte Streichhölzer, die vielleicht ein oder zwei Mal im Jar entfernt wurden. Auf einem Tische befanden sich sämmtliche Werke Landois' und darüber ein Plakat mit der Aufschrift: Literarifcher Kuhstall!" Sein Verkehr mit den Studenten, oder wie er meistens sagte, feinen Jungen," war gemüthlich einfach. Kam einer zu ihm, um den üblichen Besuch vor dem Examen zu machen, so empfing er ihn an der Thüre mit den Worten: Sie wollen wohl in's Eramen gehen? Was können Sie denn?" Auf die Antwort: Am besten das und das, Herr Professor!" bemerkte er alsdann: Nun, das ist ja gut!" Wenn aber einer in der Entwicklungsgeschichte des Menschen Bescheid wußte, war er besonders zufrieden. Kam ein Student zu spät in die Vorlesung und wurde nach altem Gebrauche von den schon versammelten gescharrt, so machte der Professor dies munter mit. An Montagen las er häufig gar nicht unter der Erklärung: Montag ist ein Bummeltag ohne Kolleg." Gelegentlich schilderte er die Schwierigkeiten, die zu Versuchen nöthigen Thiere zu bekommen. Dann fuhr er fort: Hierin hatte eö mein Bruder bei seiner Dissertation über die Mitesser' besser, er trug diese Thierchen immer in der Nase mit sich herum: ? Der Drttcrxon. Warum haben Sie enn Jht Frau zurückgelassen, als Sie damals nach Amerika auswanderten?" Damit ich kein Heimweh krieg'." Natürlich. Dame: Herr Leutnant, führen Sie ein Tagebuch?" e u t n a n t : ..Nee. werde in Taaebückern aefiibrt." Maszstav. Donnerwetter, da hab' ich einen Treiber 'naufgeschossen! Was mag das kosten?" Dem Hupfen nach ungefähr dreißig Mark!"

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