Indiana Tribüne, Volume 28, Number 225, Indianapolis, Marion County, 15 May 1905 — Page 3
BK2
Jndianck Tribüne, 15. Mai 1905
3
Japanischer Bericht Giebt genaue Auskunft über die russischen Schisse in Kamran-Bai.
Nachtgefechte in der Mandschurei.-Ter deutsche Kaiser .schneidet" Schiller in Strahburg. Tie hessischen Jäger werden Königin Margharita ihre Aufwartung machen.
Japan. Russen in Kamran-Bai. Tokio. 14. Mai. Ueber den Aufenthalt RojeftvenSky'S in der Kamran'Bai und die Benutzung der franzöfifchen Gewüffer für russische Kriegszwecke liegen nunmehr ausführliche offizielle Nachrichten vor. Bon offizieller Seite wird erklärt : Der Generalgouverneur von Jndo china berichtete offiziell, daß die rufst fche Flotte am 22. April die flammnBai verlassen habe, sicher i? aber, daß am 23. April in der Bai noch ein Kreuzer, ein Torpedobootzerstörer und 15 Transportschiffe der russischen Flotte waren. Am 24. April kam die ge sammte russische Flotte wieder in Kam ranBai und lag dort vor Anker bis zum 26. April. Dann ftach der größere Theil des Geschwaders in See; 4 gedeckte Kreuzer und ein Torpedobootzerftörer blieben zurückwiese letzteren Schiffe nahmen Kohlen und LebensMittel an Bord. Am Abend des 26. April hielten diese Schiffe den deutschen Dampfer Loosok und den norwegischen Dampfer Providence an, die außerhalb der Bai vorbeifuhren. Am 27. April lagen über 30 russische Schiffe bei HonKohe und hielten um 5 Uhr Abends den englischen Dampfer Stettin an. Nach den letzten Telegrammen von Jndochina lagen vor Hon-Kohe am 12. Mai 7 russische Schlachtschiffe, 7 Kreu zer, 2 Torpedobootzerstörer und 4 gedeckte Kreuzer. Kriegsschiff von Stapel gelassen. Tokio, 14. Mai. Der Torpedobootzerftörer Hatsashimo wurde heute Morgen zu Yokohama glücklich von Stapel gelassen. Ebina. N a ch t g e f e ch t e. G a d g e y a n a n a, 14. Mai. Die Japaner drangen den russischen linken Flügel zurück. Die Ruffen ha den den Dungu-Paß besetzt. Seit dem 6. Mai machen die Japaner nächtliche Angriffe. Eine russische ffavallerieAbtheilung, die längs des Liao-FluffeS vorrückte, fand in der Gegend von Daliaohe und Siliaohe zahlreiche chinesische Banditen, die von japanischen Offizieren komman dirt wurden. Die Raffen mußten sich vor ihnen zurückziehen. Bei den Ban diten waren kleine japanische Kavalle rie-Adtheilungen, die Maschinengewehre mit fich führten. Während der letzten 3 Tage herrschte ein heftiger Sandsturm. Daö Wetter ist unangenehm warm. Teutschland. Kaiser in Straßburg. Berlin, 14. Mai. ES ist allge mein peinlich aufgefallen, daß Kaiser Wilhelm nicht an der seit langem vor bereiteten großartigen Schiller Feier der Straßburger Universität theilnahm, sondern um die nämliche Zeit Parade abhielt. Die Straßburger Post" und Zeitung" drücken ihr Bedauern dar über aus und hoffen, daß eine plausible Erklärung dieses sonderbaren Berhal ten ehestens von amtswegen erfolgen wird. Die Angaben widersprechen fich, ob die Einladung, der Feier beizuwoh nen, rechtzeitig durch den Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürsten Her mann zu HohenloheLangenburg, an den Kaiser ergangen ist. Manche mei nen, daß, selbst wenn die Einladung verzögert in die Hände des Kaisers ge langt sei, die Parade für einen Tag oder unbeschadet um ein paae Stunden früher oder später hätte angesetzt wer den können. ES war dieS die Parade, bei welcher der Kaiser in seiner Kritik vor den hohen Offizieren angeblich die sensationellen Worte gebrachte, eS möge nunmehr, nachdem Rußland seine Schwäche geoffenbart, Deutschland die Aufgabe zufallen, der Ausbreitung der gelben Gefahr entgegen zu treten. 3 u Ehren der Königin M a r g h e r i t a. Frankfurt a. M., 14. Mai DaS Kurhefftfche Jäger . Bataillon No. 11 in Marburg ist für die Tage
vom 17. bis zum 20. Mai nach Wiesbaden kommandirt worden, zu welcher Zeit die verwittwete Königin Margherita von Italien dort weilen wird, um auf Einladung des Kaisers den Fest spielen im Hoftheater beizuwohnen. Die Königin ist Chef des Marburger Jüger-BataiöonS.
Kronprinz Wilhelm tritt zur Cavallerie über. Berlin, 14. Mai. Kronprin Wilhelm wird nach seiner auf den 6. Juni angesetzten Vermählung mit der Herzogin Cäcilie von Mecklenburg Schwerin zum Regiment der Garde? du Corps in Potsdam übertreten, um den Dienst in der Cavallerie kennen zu ernen. Zur Zeit gehört er bekanntich dem 1. Garde-Regimente zu Fuß als Hauptmann und CompagnieChef an. 4. russisches Geschwader. Ha m b u rg, 14. Mai. Verrusstche Dampfer Gorgiftan, der hier als Reparaturschiff ausgerüstet wurde, hat Befehl erhalten, sofort nach Libau abzugehen. Man nimmt an, daß ein 4. russisches Geschwader nach Oftafien gehen soll. Gegen konfessionelleBerb i n d u n g e n. Weimar, 14. Mai. Der Stu. dentag hat Resolutionen angenommen. in welchen die Wahrung akademischer Freiheit gefordert und ferner erklärt wird, daß politische und rein religiöse Verbindungen eine Absonderung von der allgemeinen Studentenschaft und eine nationale Gefahr seien. Den Charlottenburger Studenten wurde in ihrem Kampfe um ihre akademischen Rechte die Sympathie des Weimarer Studententages ausgesprochen. Kriegsmaterial Liefe rungen f ü r Rußland. Bresla u, 14. Mai. Die Schlefischen Werke haben von der russischen Regierung bedeutende Bestellungen auf Material erhalten, daö für Ausrüstung vorhandener Kriegsschiffe und Neubl ten bestimmt ist. Die Auftrüge repräsentiren die stattliche Summe von 70 Millionen Mark. Ruf nachAnnArborab gelehnt. Berlin, 14. Mai. Wie aus Straßburg gemeldet wird, hat der Privatdozent für Pharmakologie an der dortigen Universität, E. Faust, einen Ruf an die StaatSuniversttät in Ann Arbor in Michigan abgelehnt. ,,F a l k e" nach n o r d a m e r u k a n i f ch en P a c i f i c h ä fe n. Berlin, 14. Mai. Der deutsche kleine Kreuzer Falke", der fich zur Zeit in südamerikanijchen Gewäffern auf hält, hat Befehl erhalten, die Haupt. Häfen der nordamerikanischen Pacific küfte zu besuchen. Die Fahrt wird in San Francisco enden. Frankreich. WettfahrtderAutoboote. T o u l o n, 14. Mai. Eine dienstliche Depesche vom Kreuzer Kleber" sagt, daß die Autoboote, welche die Wettfahrt von Algier nach Toulan ma chen, gegen heftigen Wellenschlag anzu kämpfen hatten. Drei der Boote gaben deu Kampf auf und wurden in'S Schlepptau genommen. Das Boot Mercedes", das vgn dem Kanonenboot Hallebardo" geschleppt wurde, sank 50 Meilen von Toulon. Die Bemannung wurde gerettet. Verunglückte Wettfahrt. Toulon, 14. Mai. Keines der 7 Auteboote, welche am Samftagmor gen die Wettfahrt nach hier antraten, ist erfolgreich gewesen. Sie ließen fich in'S Schlepptau nehmen ; 2 Boote sanken. Auch nicht ein einziges Boot hat die Fahrt erfolgreich durchgeführt. Desperado. Pari, 14. Mai. In dem Dorfe Uiftan hatte fich der frühere Wildhüter in einem Haufe verschanzt und hielt die ganze Regierungsgewalt im Schach. Er verwundete 4 GendSdarmen durch Schöffe. Schließlich sprengte da Mi. litür einen Theil deS Hauses durch Milinit. Der Belagerte suchte zu ent. fliehen, wurde aber von der Volks menge ergriffen und schwer mißhandelt.
Rukland. S e e t a k t i k. St. Petersburg, 14. Mai. Offiziell wird angekündigt, daß Rojeftwensky jetzt das Oberkommando über sämmtliche russischen Kriegsschiffe in oftasiatischen Gewäffern führt. Der militärische Schriftsteller BronSki sagt in einem Artikel der Novoje Wremja", die Ankunft deS russischen Geschwaders im chinesischen Meere habe OyamaS Vorrücken aufgehalten und die Expedition der Japaner nach der Insel Sa chalin verhindert. In RojeftwenSky's Händen", heißt eS zum Schluß, liegt jetzt das Geschick im fernen Osten. Möge Gott ihm Erfolg gewähren Was die Fahrt der Wladiwostok. Kreuzer Rofftja" und Gromoboi" an der japanischen Küfte betrifft, so glaubt man hier, daß die Schiffe auf Anordnung des Admirals durch die Tsugura ftraße in den stillen Ocean fuhren, um festzustellen, ob die Durchfahrt frei von Unterseeminen sei und von RojeftwenSky'S Geschwader benützt werden könnte ; ferner aber auch, um den japanischen Handel zu bedrohen.
Kossacken gegen Demon ft r a n t e n. St. Petersburg, 14. Mai. Eine kleine Menschenansammlung dersuchte heute an den Grübern der Ja nuar . Opfer auf dem PreobrajenskyFriedhofe eine Demonstration zu veranftalten. Koffaken trieben die De monftranten auseinander. Flucht. Moskau, 14. Mai. Viele Per. fönen, welche die Mittel haben, find in letzter Woche abgereift, da sie Revolten befürchten. Alle Züge nach der Grenze sind überfüllt. Ruhiger Sonntag. Warschau, 14. Mai. Der Sonntag verlief in Warschau und Lodz ruhig. Starke Truppenabtheilangen bewachten die jüdischen Reviere. ES verlautet, daß sozialistische Agi. tatoren ihr Möglichstes thun, um neue Streiks herbeizuführen, aber die Arbei ter sind nicht geneigt, fich auf Abenteuer einzulaffen. Friedlicher Maitag. St.PeterSburg,14.Mai. Der heutige Maitag, der nach sozialistischen Renomiftereien die russische Regierung stürzen sollte, verlief so zahm wie kaum ein Tag der letzten Monate. Berichte aus Moskau und den Landdiftrikten besagen, daß überall tiefer Friede herrschte. Noch nicht einmal der Ver such eines Krawalles wurde gemacht. Depeschen von Kazan, TiftiS, Sara tof, Kronstadt, Roftom, Kiew, Tormok melden, daß die Fabriken gefchlos sen hatten und die Ardeiter in Frieden ihren Sonntag begingen. Grokdritannien. Rüstungen. London, 14. Mai. Als ge. ftern Premierminister Balfour auf die Maßregeln zur Virtheidigung des Landes und die nothwendigen Bewilligun. gen zu sprechen kam, behauptete er, ein Einfall in Indien sei der Traum vieler militärischen Führer gewesen. Der Fortschritt Rußlands nach der afghani. schen Grenze zu und der Bau strategischer Eisenbahnen habe die Regierung gezwungen, allen Ernstes daran zu denken, was ihr großer militärischer Nachbar auszuführen im Stande fei. Kein überraschender Einfall in Indien sei möglich. Irgend ein Zusammen stoß in großem Maßstabe zwischen zwei Mächten beruhe auf der Schnelligkeit deS Eisenbahnbaues. General Lord KitchenerS Anficht gehe dahin, daß außer den gewöhnlichen Truppen acht Divistonen Infanterie und Truppen anderer Waffengattungen in verhältnißmäßiger Stärke im ersten Jahre eines Krieges zur Vertheidigung Indiens zur Verfügung stehen müßten. Wenn Großbritannien die langsame Adsordirung Afghanistans gestatte, wie dies in ähnlicher Weife mit den mittleren asiatischen Staaten geschehen sei, und wenn eö gestattet werden sollte, daß russische strategische Bahnen der Grenze näher und näher rücken, so würde Großbritannien für seine Lässig, keit schließlich mit der Nothwendigkeit einer mobilen Armee von größerem Umfang, als zu ertragen wäre, zu rechnen haben, und dann würde eS den größten militärischen Problemen sich gegenübersehen, wie sie bisher der britischen Regierung fich noch nicht aufge. drängt haben. Herr "ilfour bemerkte, daß das Vordringen Rußlands gegen die Grenze Indiens von Zeit zu Zeit große Befürchtungen hervorgerufen habe. Großbritannien habe vergebens auf diplomatischem Wege versucht, Rußlands AuSbreitm zu verhindern.
Weiße Bagavunden in Qstafrika. Der Bau der Bahn Daressalam
Mrogoro hat neben grohen Vortheilen für die Kolonisten auch beträchtliche Unannhmlickkeiten im Gefolge. So jat er vor Allem einen in DeutschOstafrika bisher fremden Menschentyp, den Tramp", aebracht, der Darzssalem aus einer deutschen Ansiedlung bereits in eine Art albanesisch-griechi-jches Grenzdorf verwandelt hat. Die ,Teutjch-Ostafrikanische Zeitung" will gegenüber diesen bassermannschen Äestalten orientalischer Herkunft, die herbeieilten, lediglich um beim Bahnbau ihr Glück, zu machen, die Nationalitätenfrage gänzlich aus dem Spiele lassen, hält sich aber für verpflichtet, im Namen aller Europäer Protest zu :rheben gegen die Art, wie jene skrupellosen Glücksritter durch ihr Auftreten und Benehmen das Prestige des Europäers bei den Eingeborenen er schuttern. Das Blatt schreibt: Man bekommt jetzt in Daressalam Bilder zu sehen, die jeder Beschreibung spotten. Oft nur mit Hemd und Hose bekleidet, barhäuptig uud barfü ßig, durchziehen weiße Menschen du Straßen der Stadt, erstehen für ein oder zwei Pesas Brodfladen und Ba nanen von den schwarzen Straßen Händlern und nehmen auf der Straße ihr Mahl ein. An den Brunnen kann man sie beobachten, wie sie sich ungeniert unter die schwarzen Wasserträger mischen und ihnen helfen, die gefüllten Wassereimer heraufzuziehen. Dehnt man seine Entdeckungsreise weiter aus, etwa bis zu den Tembohütten im Palmenwald, so kann man Tembo trinkende Weiße sehen, die, mitten im Kreise der Schwarzen sitzend, vorbeikommenden Europäern freundlich zuprosten. Jeder alte Afrikaner so sehr alt braucht er übriaens aar nicht zu sein weiß, wie unbedingt nothwendia die Erhaltuna des Ansehens des Europäers bei den Schwarzen ist, wie schwer sich jede Herabsetzung desselben bestraft. Wir brauchen den Neger. Der Handarbeiter der Tropen ist der farbige Eingeborene, nicht der Weiße, für den dauernde körperliche Arbeit im Freien ausgeschlossen ist. Warum also läßt man solche Leute in die Kolonie? Nützen können sie uns nichts, schaden sehr vieZ. Wenn heute ein deutscher Ansiedler Land kaufen will, so verlangt das Gouvernement den Nachweis eines verfügbaren Vermögens von 9000 Mark. Wenn das Gouvernement von jedem einwandernden Weißen den Nachweis des Vorhandenseins eines gewissen Baarvermögens, sagen wir 1000 Rupies. verlangen würde, so würde der Zufluß dieser Glücksritter ohne Zweifel sehr bald nachlassen. Politische Verwickelungen wird eine derartige Selöstschutzverordnung sicher nicht nach sich ziehen. Weder Griechenland noch die Türkei werden uns den Krieg erklären, wenn wir den jetzigen skandalösen Zuständen ein Ende machen. Möge das Gouvernement diesmal Entschlossenheit zeigen, es wird die gesammte Zivilbevölkerung der Kolonie hinter sich haben. Noch ist es nicht zu spät, noch ist unser Prestige dem Neger gegenüber nicht entschwunden. Aber es giebt bereits Leute, die zu verstehen anfangen, wie der Aufstand in Südwest -Afrika entstehen konnte." Semski Sodor. Auf die Frage: Was verstehen die russischen Bauern unter dem Semsii Sobor? giebt eine Unterhaltung Antwort, die ein Korrespondent der Now. Wr." im Gouvernement Tula mit einem Bauern gehabt hat. Der Gewährsmann des russischen Blattes geräth in einem Dorfe unter einen Hau fen Bauern, wobei sich nachstehender Dialog entspinnt: Also einen Semski Sobor will man in Moskau einberufen?" fragte einer von den Bauern. Ja, vielleicht findet der Sobor aber in Petersburg statt." Gott gebe, Gott gebe!" Auch Ihr Bauern sollt an dem Sobor theilnehmen, denn aus dem ganzen Reich sollen Bauern gewählt werden." Das wird aber ein gewaltiger Bau werden, die Reichs-Kathedrale!" Was, eine Kathedrale??" Nun natürlich, eine Kathedrale, eine Kirche soll gebaut werden." Es stellte sich heraus, daß die Bauein der Meinung waren, es handle sich um den Bau einer gewaltigen Kathedrale, zu dem Bauern aus ganz Rußland herangezogen werden sollen. Als der Journalist den Bauern den wahren Sachverhalt erklärte, legten sie eine grotze Enttäuschung an den Tag. Ach. wir glaubten, dah man uns Arbeit geben wird, daß wir Ziegel streichen oder Steine beHauen sollen. Wir sitzen hier ohne Arbeit und Verdienst und warten mit Ungeduld auf den Unternehmer, der uns zum Bau der Kltbedrale auffordern soll." Ein Mitglied der chinesischen Botschaft in St. Petersburg ist der glückliche Besitzer eines der ersten Exemplare der ältesten Zeitung der Welt, der offiziellen chine, ischen Zeitung Kin-Pana". d. h. Vater der Presse der Welt". D'.eses chines sche Blatt besteht 911 Jahre. Im Jahre 1361 unserer Zeitrechnung begann der Kin-Pana" wöchentlich einmal zu erscheinen. Seit 1800 kommt er täglich heraus. Gegenwärtig wird der KinPana" in drei Auflagen gedruckt. Die Morgenausgabe ist denHandelsinteressen gewidmet, die Mittaisausgabe enthält ofsizielleMittheilungen. dieAbend ausgäbe beschäftigt sich mit den allgemeinen Tagesfragen.
Die Stadt ruUich. Der Schauplatz der jüngsten internationalen Ausstellung. Künfundfieb,ig Jahre elbftftandigke. Schone der Stadt Grotzarrige Industrie -Einwohnerjahl Befeftigungen Ge bände pnd Bildnngsanftalteu. Die Stadt Lüttich, wo kürzlich zur Feier des 75. Jahrestages der Trennung Belgiens von Holland und der Selbstständigkeit des Staates eine internationale Industrie- und Kunstausstellung eröffnet ward, ist nicht nur einer der gewerbreichsten Orte des Landes, sondern die Stadt bietet dem Tie Kathedrale. Beschauer von ferne auch einen Anblick, wie ihn von gleicher Schönheit keine andere Stadt Belgiens zu gewähren vermag. An einen Berg gelehnt, der bis zur Höhe mit Häusern bedeckt ist. und überragt von der vom Fürstbischof Maximilian 1650 erbauten Zitadelle, durchströmt von der dreiten, gewundenen Maas, die hier die Ourthe aufnimmt, rings umgeben von den grünen Pflanzungen des durch seine Fruchtbarkeit berühmten Thales gewährt ste ein höchst anziehendes Bild. An die eigentliche Stadt schließt sich ein Kranz von Vorstädten, die der tzitz der bedeutendsten Fabriken und industriellen Anlagen sind. Zu den wichtigsten derselben zählen oie Glashütten von Val St. Lambert, eine der größten Glasfabriken auf dem Kontinent. Eine Anzahl vorgeschobener, sehr starker Forts, welche Lüttich in einer Entfernung von etwa fünf englischen Meilen umgeben, machen die Stadt zu einem Hauptstützpunkte der Maasbefestigung. Die Kopfzahl der Einwohner beträgt rund 164,000; die Grundlage der Gewerbthätigkeit bilden die schier unerschöpflichen Steinkohlengruben der Umgebung, welche bereits seit Jahrhunderten in Betrieb sind und von denen alte, nicht mehr befahrene Gänge sich zum Theil unter die Häusermasse der Stadt und die Maas erstrecken. Als Hauptindustrie muß die Waffenfabrikation gelten, die Weltruf besitzt. In den Werken der Cockerill-Gesellschaft verzeichnet Lüttich ein Unternehmen, das sich in seiner Art nur mit denjenigen von Krupp und von Creusot vergleichen laßt. Die Stadt Lüttich hat zwölf schöne öffentliche Plätze. Von den 21 Kirchen der Stadt ist die älteste und größte die Die Montagne de Bueren. Paulskirche, bereits 968 von Bischof Heraklius gegründet und seit 1280 im gothischen Stil erneuert. Seit 1802 ist sie bischöfliche Kathedrale. Ihren Hauptschmuck bilden außen der Chor und innen zwei Altäre aus Kupfer mit getriebenen Figuren und Emailauflagen. Lüttich besitzt eine bedeutende Universität mit einer Bibliothek von 200.000 Bänden, eine Malerakademie, eine Hochschule für Musik und ein schönes. 1808 bis 1822 erbautes Theater. Das imposanteste weltliche Gebäude ist der Justizpalast. die ehemalige Residenz der Fürstbischöfe, darin auch das Staatsarchiv und das Archäologische Museum untergebracht I md. Zur besonderen Zierde gereichen er Stadt dre prachtvollen Kars an der Maas mit ihren eleganten, modernen Häusern. Einen eigenartigen Eindruck erweckt der den Berg hinauf gebaute Stadttheil. Das merkwürdigste darin ist die Montagne de Bueren. eine Straße, die aus einer einzigen langen Treppe besteht und in 400 Stufen fast bis zur Zitadelle hinaufführt. Kanonen wurden zum ersten I Male im Jahre 1346 verwendet.
"i XÄjjP
-Ly 5 y ;
Warum nicht $ 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel . . . .und. . . . Teppiche .... sowie .... . ...Garland Oefen und RanesiM bei WILLIG'S ...Msdcl-Handlung... 141 West Washington Straße. Merzte. Dr. 3. A. Sutcliffe, Wund-Nrzt, Ltschlechts., Urin. nnvRecwm Rrankheiten. Ofttt 1 155 Oft Market Str. Tel. 941 OffiNStde : 9 b! 18 Uhr m. ; I fclft 4vtz. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. vehandett alle akute und chronisch Krank hetten. Geburtthülfe Spqiattt. Offiee: 4 Weft Qhio Str. OsKGtd: 10 11 3TO. 4 inntag : JO 10.10 m. ktztzo. Rtn tt. otznung: 1M0 abtln lot epr4tunbtn : T bnrt Sonntag : k ach. Wohnung Telephone : t. MM i . MM Die Perfeet Gas Range wird zum Zonenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für KunfigaS. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE INDIANAPOLIS 6AS C0 49 S. Pennsylvania Str. Die "Cits M Gtablirt 1863, nimmt jederzeit ngagM nt entgegen. Irgendwelche vrchefi. Ruft! und irgend eine nzahl von Ruftte wird geliefert. Neue uftttung und neue klarformen. R. . iller. Direkt. Henry prgpfeil. Geschäftsführer. 801 Kentacky venue. Telephon t $ Neu 45, Dichmann & Grabhor, ....Fabrikanten von feine.. Schau Kaften. Glas Ladentische und Cigarren -Tische 812 Oft Washington tratze. Mter Vhove laii im. CENTRAL ML LEBE OF MUSIC, 550 Nord Meridian Str. Schule jetzt eröffnet. ., Tag-Schüler sowie auswärtig Schuln, lche hier im College völlige uftuchnu Mchn, titmtP pt jeder Zeit eintreten. Et oderne gut ausgerüstetes Institut, voll ßandig w alle Abtheilungen des Hmm& dc leunst der Musik und den verwandte? keßen. Katalog frei Edward Taylor, Direet. IAKE ERIE 1k WESTERN U R. . . . Fahrzeit der Zuge. . .. ftlctlftteaf Ijfcbo, Vcao nnbtaaxrtt.t T.U tlftJi Tokd,. Detroit nd tztn M U.M f IM tchMnn tt, Wbtntk .ewMtteVvl.? TM flfcM
tU!ich f
rar
