Indiana Tribüne, Volume 28, Number 223, Indianapolis, Marion County, 12 May 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 12. Mai 1905
7
Krnch 6 W oman X Mls,
(Fortsetzung.) f Beide H'inde d?Z jungen Mädchens fahle er: Haben wir Sie endlich einmal wieder, Fräulein Lora! Ich darf dock noch Fräulein Lora saaen, wie früher? Herzlich willkommen! Ickfreue mich, dafe die alte Freundschaft mit Aernbardine guten Bestand hat. Willkommen, lieber Graf! Sie sind gewifc auch frc5. Ihren Liebling gan, dabeim zu traben. Aber nun, Fräulein Lora, erlauben Sie " Lora machte ihre Verbeugung vor Fräulein von Schotten und küßte ihr in der dunklen Erinnerung an früheres Wohlwollen die Hand. Tann stellte der Cebeimrath die alten Hausfreunde ror, von denen keiner fehlte, und dann einen jungen Kavallerieoffizier ..Herr Oberleutnant Talester " Graf Weüried stand neben Professor Altenberg und rieb sich stillvergnügt die Hände. (5r hatte seinen Groll von vorhin schon vergessen und freute sich ganz des Eindrucks, den seine Nichte machte. Teutlich sah er, wie ihre Erscheinung frappirte. Es hätte dessen kaum bedurft, daß der Kunstgelehrte neben ihm flüsterte: Ab das ist ja eine Schönheit, lieber Graf . . . Ihr Fräulein Nichte! Eine Schönheit!" Er gab auch ganz überlegen, fast ironisch zurück: Ach ... finden Sie wirklich. Professor?" Wo bleibt eigentlich Willy?" Ter Hausherr zog die Ubr. Er liebte die Pünktlichkeit; zu Tisch zu spät erscheinen, dünkte ibm geradezu unhöflich. Und er sah auch, daß Excellenz Graban etwas ungeduldig wurde: nicht fünf Minuten, das wußte er, und der begann einen kleinen Vorirag über die Verpflegungsmaximen Friedrichs des Großen das war nicht sehr erheiternd . . . Fräulein von Schotten, ich denke, wir warten nicht länger auf meinen Sohn." Aber da ging die Thür, 'Willy erschien. Er schritt hastig auf den Vater zu: Verzeibung. Papa ich wurde im letzten Augenblick . . ." Plötzlich stutzte er, unterbrach sich. Mit einem schnellen Seitenblick hatte er sich oricntiren wollen und Lora erkannt. Immer wieder war ihm in den letzten Tagen die Erinnerung an das jungeVödcben, dem er im Baldin'schen Vorgarten begegnet, durch den Sinn geschossen. Durchaus nicht etwa wie ein großes Ereigniß. Wie eben ein junger Mann solch einer Begegnung mit einem sehr schönen, eigenartig schönen und unbekannten Mädchen gedenkt, vielleicht nicht '.uletzt. weil sie unbekannt ist. Mit dem leisen Wunsch: Cd Tu ihr wohl einmal in diesem cntl?tzlichen Häusermeer, in dieser Großstadtfluth wieder begegnen wirst'" Nun wirkte diese Begegnung hier, irrt Vaterhzuse, wo er sie am wenigstem erwartete, doch fast wie ein Wunder auf ihn. Er mußte sich gewaltsam zusammennehmen, um zu vollenden ". . . ein wichtige geschäftliche Besprechung, Papa. Sei nicht böse." Tcm itfaier war nichts entgangen. Er blinzelte ein wenig ironisch. 'Tas Geschäft geht allem vor. lieber Junge. Wir ertheilen Tir Absolution. Aber NUN will ich Tich Fräulein Lora von Kollanden vorstellen " Als der Name fiel, wußte Willy mit einem Male, wer das junge Mädchen war. Wo batte er denn nur seine Augen gehabt ? Hatte er nicht oft genug vor vier, fünf Jahren noch, oder wie lange konnte das eigentlich her sein? wie ein alter Onkel an den dicken aschblonden Zöpfen gezupft . . . Aber. Kleine, wie kann man Lora heißen; oer sich so nennen lassen.' Lora ist eigentlich ein Papagciennan.e. Eleonora ... ja, .das laß ich mir gefallen." Und geschaukelt hatte er Hardi und sie. hinten im Garten, daß die Röckchen nur so flogen. Tas ... das war Lora . . Eleonore von Kollanden die ohne Vater und Mutter aufgewachsen war, er erinnert sich, bei dem greisen Kunstgrafcn; die schon als Kind von vierzehn Jahren ganz merkwürdig über Botticelli und Luca Siznorelli gesprochen hatte, allerlei vom alten Oheim aufgeschnapptes Zeug; das war das lange, brennend hagere Vacknschlein. das ihn einmal so beschämt hatte. Tamals. als sie von der Venus von Milo gesprochen hatten und er spöttelte: Aber, kleines Fräulein, die hat doch gar keine Kleider an." Ta hatte sie ihn verwundert anczeseben, mit großen, unschuldigen Augen: Kleider? Wie sollte sie dmn? Eva im Paradies ging doch auch, wie der liebe Gott sie geschaffen hat." Tas war Lora von Kollanden Und was hatte sie in das Baldin'sche Haus gefühlt? 9Uer er batte keine Zeit, zu überlegen. Er fragte nur flüchtig: Wen führe ich. Papa ?" .Niemand, Willy! Oder mich, wenn Du willst." Tann faßte der Papa ihn am Arm: Hier. Fräulein Lora. mein Sohn... aber Sie kennen sich wohl aus der Zeit der PralineS . . . Und nun zu Tisch. Herrschaften! Graban ist schon ganz ungnädig"
Tie großen Flügelthüren öffneten
sich zum Speisezimmer, das mit seinen weißen, nur von schmalem Golddekor verzierten Wänden im ersten Augenblick fast grell wirkte. Der Hausherr wußte wohl, weshalb er sich für dies, Zimmer das elektrische Licht verbeten hatte und nur Kerzenbeleuchtung zuließ. Empire und elektrisches Licht! Ihr seid Barbaren! Könnt Ihr Euch die Kaiserin Josephine oder die schöne Recamier im elektrischen Licht denken?" Bitte, Graban . . . Fräulein von Schotten!" drängte er, schob seinen Arm in den des Grafen, und ehe Willy noch ein Wort sagen konnte, war der junge Husarenoffizier schon da und bot Fräulein von Kollanden den Arm. Willy sah sich um. Lag diesem Tischarrangement irgend eine Absicht zu Grunde? Sollte der Leutnant Hardi nicht führen, und war dem deshalb Lora zugetheilt worden? Wahrhaftiz, da ging Altenberg auf Bernhardine zu Aber dann kam er doch rechts neben dem fchönen Mädchen zu sitzen. Seine erte Uerraschung hatte er schon überwunden und fand schnell, noch ehe die Native 3 herumgereicht waren, ein Wort der Entschuldigung. Sie wandte sich lächelnd zu ihm: Aber ich bitte Sic. Herr Assessor! Drei vier Jahre hatten Sie mich nicht aesehen " Ich hätte Sie doch wiedererkennen müssen. Hätte Sie auch wiedererkannt, gnädiges Fräulein, ganz bestimmt, wenn nicht eben der Ort unsres Zusammentreffens " Es schien fast, als ob sie einer ftrage vorbeugen wollte, so schnell warf sie ein: Ich aebe der Tochter von Frau Baldin Nachhilfeunterricht." Er stutzte. Dies Mädchen . . . Nachhilfestunden! Freilich mit den Vermögensverhältnissen des Grafen sollte es schlecht bestellt sein. Es wußte eigentlich Niemand so recht, wovon der alte Herr lebte; von gelegentlichen Vermittlungen bei Bilderankäufen, hieß es . . . Etwas wie Mitleid stieg in ihm auf. Ihm erschien das Verhältniß solch einer kleinen Lebrerin wie eine Frohne, fast entwürdigend. Er wollte irgend etwas sagen, suchte aber vergebens nach einem passenden Wort. Und da hatte sich Lora schon ihrem Tischherrn zugekehrt und plauderte lebhaft mit dem. Dieser Salester . . . was der in fünf Minuten alles vorbrachte, von seiner Freude, in Berlin zu sein, von der Kriegsakademie, vom Kaiser, vom Musikreiten im Tattersall... Drüben konstatirte Habnow, die lange Nase mit dem Zeiqefinaer streichelnd. daß sein Abgott Richard Wagner Austern zu des Lebens besonderen Genüssen gerechnet bätte. und Graf Wellried erzählte die Geschichte von den beiden französischen Feinschmeckern, die sich darüber bis aufs Messer stritten, ob die Austern besser im Naturzustand oder besser gebacken wären, bis der eine vom Schlag gerührt worden sei, worauf der zweite sofort in die Kücbe lief: ..Backt sie alle alle!" Der Hausherr schlürfte schmunzelnd seinen Ebablis. Er fühlte sich immer am woylsten in Dem kleinen, ihm in langen Jahren liebzewordenen Kreise, neckte mit seinem Witz ein wenig nach rechts, ein wenig nach links und freute sich, wenn er seinen Gästen irgend eine besondere Ueberraschung bieten konnte Heute sogar zwei. Die eine das wunderschöne Kind da drüben war schon absolvirt; er nickte ihr noch einmal über den Tisch ordentlich wie dankbar zu; die zweite sparte er sich noch auf. Nur Hardi wußte von ihr. Ob die wohl das Plappermaulchen hielt? Gerade wo Alienberg sie fährte? Er sah zu ihr hinüber. Aber was war denn das? Sie saß ja ganz stumm, fast wie niedergeschlagen? Wa hatte sie nur? Brummte sie am Ende gar, daß er sie zwischen den beiden alten Tächien eingescho!.en hatte? Und was war denn das nun wieder: auch der Willy saß stumm, mit hängen der Unterlipre! Er trank dem Sobn zu: Nun, Willy ... Verdruß aehabt?" Bewahre. Papa!" Willy trank hastig ein paar Glas Sekt. Er ärgerte sich, daß er mit Lora Kollanden gar nicht recht in ein Gespräch kommen konnte. Einige Male schon hatte er einen Aniauf genommen und war doch nicht über die ersten Sätze hinausgelanzt. Es war fast, aly stunde etwas zwischen ihnen. Nun riß er fast gewaltsam die Unterhaltung an sich. Es mußte doch irgend ein Gebiet geben, auf dem lies Mädchen und er gemeinsame Jnteres sen hatten So sprach er vor ihren ersten Be gegnungen, hinten i Garten, an der Sckaukel, zwischen den Fliederbuschen Sie lachte wohl, entgcgnete freundlich, sagte aber dann, wie ablehnend: . . . Lang, lang ist s her. Freilich, ich war ja damals noch ein junger Referendar, so mit Ach und Krach durch's Eramen geschlüpft, und ein Hans in allen Gallen. Wie solch ein paar Jahre den Menschen ernster machen können!" Weil er in ihnen erst seine Lebensziele erkennt Gewiß! Sie haben viel gearbeitet und gelernt in diesen Jahren, gnadi aes Fräulein?" Lora neigte den Kopf: Gearbeitet ja! Gelernt? Ich denke, das Ler nen soll nun erst anfangen." Willy hatte stets ein Grauen vor allen gelehrten Frauen gehabt. Der
Gedanke, daß dies V'ädchen nach drei Seminarjahren noch immer nicht genug habe," noch immer mehr Weisheit" in sich aufnehmen wolle, war ihm schrecklich. Wahrhaftig, sie sah dabei gar nicht aus wie ein Blaustrumpf . . . Nur diese ernsten Augen ... Augen.
die eigentlich sogar ernst blieben, wenn die Lippen lächelten. Und dann war wieder das Mitleid da. Sie mußte wohl arbeiten, lernen. um leben zu können. Armes Mädel! Diese schlanken weißen Finger und schmutzige Schulhefte die hohe elastische Gestalt vor einer Klasse kleiner Rüpel Mit einem Male, ganz unvermittelt, fragte er impulsiv: Ehrlich, gnädiges Fräulein baben Sie mich neulich eigentlich erkannt oder nicht?" Natürlich habe ich Sie sofort erkannt, Hcrr Assessor." Tas ist doch nicht so natürlich! Doch! Ach ritte Sie: in mein Leben sind nicht so viele Gestalten getreten, daß ich sie nicht in der Erinnerung festzuhalten vermöchte." Es schmeichelte ihm ein wenig, so völlig unbefangen, so unpersönlich es gesagt war. Das wird sich nun gewiß andern. Ihr Herr Onkel hat einen sehr großen Bekanntenkreis " Aber ich habe, gottlob, sehr viel zu thun. Es ist schon ein glucklicher Zu fall, daß ich mich heute freimachen konnte. Außerdem . . ." Sie brach ab. Aber er konnte sich ergänzen: außerdem paffe ich wohl nicht überall in Onkels Bekanntenkreis. Ter 5eir Graf verkehrt auch im Baldin'Vien aufe?" Nein! Nein'" Es kam so hastig über ihre Lippen, daß es ihn erstaunte. So abwehrend, als ob schon der Gedanke sie beunruhigte. Lora schien das selbst zu empfinden. Sie setzte sofort mit betonter Gelassenheit hinzu: Ich glaube, mein Onkel kennt Herrn Baldin gar nicht. Meine . . . meine Stunden dort verdanke ich der Freundlichkeit der SchulVorsteherin, in deren Institut ich unterrichte." Und Sie, gnädiges Fräulein... wie gefällt Ihnen Frau Baldin?" Er bereute die Frage sogleich. Denn er bemerkte, wie sich ihre Augenbrauen zusammenzogen und daß die feinen Nasenflügel leise vibrirten. Es währte diesmal auch einige Sekunden, bis sie antwortete: Ich komme sehr wenig mit der Dame in Berührung." Dann wandte sie sich ziemlich kurz ab und fragte Salester, ob er zufällig den botanischen Namen der Orchidee wisse, deren seltsam geformte BIütl vor ibnen in einem schmalen Silberkelch stand. Der Husar war ganz erschrocken über diese Zumuthung: Aber, gnädigstes Fräulein! Examiniren Sie mich aus dem Rennkalender! Meinetwegen auch Trigonometrie, obwohl das eine schreckliche Sache ist. Aber Botanik! "ch kenn' eigentlich nur getrocknete Gräser, m der Vielzahl Heu genannt. Tas hat doch wenigstens noch einen kavalleristischen Werth." Es war inzwischen sehr lebendig geworden an der Tafel, wie immer, wenn diese kleinen allwöchentlichen Diners Fräulein von Schotten pflegte von JTfmnovei hirt-. tniveeL" 3it ftarirfrr VVVMilViV VltlVtt t VVW Q KA f IVUJVll sich ihrem Ende zuneigten, der HausHofmeister, wie stch der greise Krause, des Geheimraths Kammerdiener, gern tituliren ließ, den silbernen Wagen mit dem uralten weißen Port auf den Tisch setzte und die berühmte Käse schüssel mit der frisch grünenden Sellerie servirt wurde. Aber der Hausherr konnte heute seine Ungeduld nicht länger zügeln; er winkte sich Kraule heran und flüsterte ihm geheimnißvoll in's Ohr. Nein. Möller, nein!" rief Ercellenz Gralan. Tu willst sicher noch irgend eine ganz Äerstaubte heraufholen lassen! Ich vrotestire im Namen aller." Tu irrst, Kriegsgewaltiger! Aber ich bereite Euch auf eine andre Ueberraschung vor, ich habe Euch zu eirer Taufe eingeladen. Und nun " er wechselte einen 'M mit Fräulein von Schotten nun wollen wir, denk' ich, aufstehen " Zwischen dem läserklingen. dem Stuhlrückcn schwirrte etwas wie Erregun hindurch. ..Eine Taufe?" .Was hat er gesagt?" Was meint Papa, Assessoren?" Ter Kaffee wird in der Gcillerie genommen." Nicht in Papas Arbeitszimmer?" Nur ein kurzes Mahlzcitsagen in letzterem. Tann öffnete der Geheim rath selbst die Thürt. zu dem ersten der drei, nach dem Garten hinaus belegenen Galleriesäle. Rasch schritt er. den Gäen voran, durch die leiden vordersten, bis zum letzten. Hier stand Krause und regulirte noch an dem Scheinwerfer, dessen Lichtbündel voll auf die Schlußwand und auf ein großes neues Gemälde fiel. Man konnte dem Hausherrn Freude und Stolz aus dem klugen Gesicht lesen, als er, wie vorstellend, sagte: Mein neuer Rochegrosse!" Ein merkwürdiges Bild Ueber ein ungeheures Feld, in dessen Vordergrund buntes Unkraut sprießte, während sich dahinter bis in weite, weite Ferne Städte und Dörfer dehnten, sch'.rebte eine Frauengestalt dahin. Ein üppiges Weib von weichen Formen, angethan mit wallenden, schwefelgelben Schleiern, über die ein Purpurmantel gebreitet war; um den vollen Hals schlang sich in dreifachen Schnüren ein Juwelenbalsband. Edelsteine, in goldene Schwngenleiber ae-
faßt, funkelten im blauschwarzen
Haar; der Purpurmantel war wie besät mit Kleinodien, der duftige Schleier mit Gold bestickt. An den bloßen Füßen schleppte die Gestalt schwere Kctten, die lis in den Hintergrund reichten. wo sie sich in flammender Gluth verloren. Tie Hände hielt sie ausgebreitet, wie spendend aber sie waren leer, und ihnen entrollte nichts. Tas Gesicht war nicht eigentlich schön, aber dämonisch berückend. Großlinig, scharf, die Nase kräftig geformt, rothen Lippen üvpig, die Äugen sehnsüchtig, von verzebrender Gluth. Niemand sprach ein Wort. Aber sie sahen alle unverwandt auf die seltsame Frauengestalt. Also m begann der Geheimrath wieder. Also der Meister hat dem Bilde keinen Namen gegeben. Er wollte nicht. Als ich ihn fragen ließ, antwortete er mit einer Visitenkarte, auf der ei? Fragezeichen stand. Nun gut. Künstler haben eben ihre Launen. Aber Ihr sollt mir das Bild taufen Sie, Altenberg Sie, lieber Graf kurz, wir alle wollen unsre Teutekunst versuchen." Wieder schwiegen sie Möller-Sieghard wurde ein wenig nervös. Er trat an den Reflektor zurück, ließ das Licht über die Frauengestalt spielen. Nun, Altenberg! Sie sind die anerkannte Größe, der Fachmann. Also, bitte, beginnen Sie!" 5 Ter Kunstgelehrte zog ein ganz verbissenes Gesicht. Mich, alte? Freund, mich lassen Sie aus. Ich stehe diesem ganzen Unfug weltenfern. Räthsel aufzugeben, ist in meinen Augen nicht Aufgabe der Kunst. Lassen Sie mich ein einfaches Motiv sehen, lieb, herzig, wie unsre Madonna im Rosenhag: dafür bin ich der Mann. Aber diese Augenverblender, diese Pardon diese symbolistischen, allegoristischen Fatzken, die von ihren eigenen Schöpfungen nichts zu sagen wissen, als ein Fragezeichen nee, nee das ist nichts für mich! Ich werde mir drüben von Krause mit Ihrer Erlaubniß einen Kaffee geben lassen zur Nervenberuhigung!" Der Geheimrath zwang ein Lächeln auf sein Gesicht. Also Altenberg weiß nichts zu sagen. Er bekommt nachher auch nichts vom Taufwein. Nun, und Du, alter Graban?" Der General hatte sich das Glas in's rechte Auge geklemmt, was er höchst selten that und dann nur, wenn er etwas erregt war. Weißt Du. mein Bester, am liebsten schlöße ich mich Altenberg an. Du mußt's nicht übelnehmen: das Bild ist vielleicht ein Meisterwerk, aber mir ist's greulich. Eine Deutung hab' ich übrigens, sozusagen: das Weibstück ist das personifizirte Judenthum, das über die Menschheit dahinrast, Unglück bringend, mit leeren Händen, in Gold und Prunk, und das doch immer die Kette, den Fluch, hinter sich herschleifen muß." Diesmal lächelte der Hausherr wirklich überlegen: Meine liebe Excellenz, besten Tank. Aber mit Deinen kleinen antisemitischen Passtonen bist Du diesmal auf dem Holzwege." Wenn der Geheimrath lächelte, so lachte Graban. .Na. darum keine Feindschaft! Ich betrete jedenfalls b:n besseren Weg und lasse mir von Freund Krause die zu Altenbergs Kaffee gehörige B.uhigungscigarie geben. Da unser Freund Hahnow bekanntermaßen jedes Urtheil, außer über Richard Wagner, ablehnt, über den. nebenbei bemerkt, sein Urtheil kein Urtheil mehr ist, sondern t Musikmann! sondern ein Vorurtheil, muß Graf Wellried entscheiden. Glück aus!" Ueber das feine Gesicht des Greises zuckte es schon lange ungeduldig. Je!,t trat er an Möller-Sieghard heran. faßte dessen beide H'nde: Ein Wunderwerk! Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück zu d.'r Erwerbung. Seit seinem ,Stur,z von Babylon' hat Rocheqrosse nichts Aehnliches geschaffen " Und der Name, lieber Graf?" .Ter Name?" Wcllried zuckte die Achseln. Was thut ein Name? Wou muß jedes Kunstwerk einen Namen haben? Glauben Sie, daß die holde Frau vom Kapitol immer die kapitolinische Venus hieß? Ein Name ist schließlich Zufall " Gut denn, Graf. Also sagen wir: die Deutung!" Noch einmal betrachtete der Graf das Gemälde aufmerksam. Jcb brauche für meine Person auch keine Deutung. Ich sehe überhaupt nur das Kunstwerk an sich, wie's gemacht ist. Aber ich verstehe wohl, daß Sie a:ch wissen wollen, wie's aemeint ist. Ja nun das könnte da wohl eine Abundantia sein " Ter Geheimrath schüttelte leicht den Kopf. Als er sich umwandte, sah er. daß nur noch Lora von Kollanden und se'.n Sohn im Zimmer waren. Kommen Sie, Kindchen!" batte ganz gewiß dieser militärische Phili ster, der Graban. zu Hardi gesagt. Das greuliche Bild ist nichts für Sie. Manchmal verstehe ich Papas Geschmack nicht. Warum kauft er keinen Werner oder keinen Thumann oder meinetwegen einen Grützner?" Und der mnge Husar hatte es augenschnn lich für seine Pflicht gehalten, der Excellenz und Hard: zu folgen. a&i (ffortsetzung folgt.)
Warm-Wetter Gedanken für kalte Wiutertage. ES möchte vielen vielleicht unnütz er-
scheinen jetzt, nachdem kaum ein strenger Winter vorüber ift, schon wieder für das Brennmaterial des nächsten Winters Sorge zu tragen. Aber da mit geht es gerade wie die Monarchen agen, im Frieden bereite man fich für den Krieg vor." Also im Sommer bereite man stch für den Winter vor, wozu gerade jetzt die schönste Gelegenheit geboten ift. Die Indianapolis Gas Co. hat ein AblieferungS-Syftem eingerichtet und wird bis zum 1. Juni ihre Gas KokeS zu dem billigen Preise von nur 53.75 per Tonne abliefern, Den Lesern ift anzuraihen, diese Gelegenheit nicht vorüber gehen zu lassen, ohne einen Vorrath von diesem ausgezeichneten Brennmaterial zu diesem billigen Preise einzulegen. Niedriger wird der Preis nicht wer den aber sehr wahrscheinlich nach dem 1. Juni wieder höher. Also rufen Sie Telephon 82 oder sprechen Sie in der Office der Gas Compagnie, 49 Süd Pennsylvania Straße vor. Die Tonne Kokeö mit Ablieferung nur $3.75. lSrundeigenthums llebertragungen Henry U. Pease. Lot 84. McCarty'S 3. Westfeite-Addition. 37.5 bei 150 Fuß, verbessert, Südseite von MorriS. Straße, östlich von Bridge Str., $4000. Seth M. Richcreek an Mary Guffin und Andere. Theil von Lot 8, Hendrick's Subdivifion, Theil von Outlot 131, 31.3 bei 110 Fuß, verbessert, Westseite von West Str., nördlich von Merrill Str., $1000. Nettie Downey an Rosa E. Dark, Lot 31, Beck'S Subdivifion, Theil der Nord Illinois Str. Addition. 40 bei 120 Fuß, verbessert, Westseite von Kenwood Ave., nördlich von 24. Str., S2000. Susan K. Blackledge an Margaretha Mueller, Lot 16, westliche Hälfte von Talbott's Addition. 41.8 bei 150 Fuß. vacant, östliche Seite der Alabama Str.. südlich von 10. Str. 13,200.00. Elijah B. Martindale an Meivin S. Allen. Lot 13. Block 10, Lincoln Park, 40 bei 136.7 Fuß, vacant, west. liche Seite der Delaware Straße, südlich'von 24. Straße. $1,400.00. Wm. Hammer an Minnetta Wright, Lot 31, Pattison'S Univerfity Place Addition, Jrvington, 41.5 bei 205 Fuß, verbessert, Westseite der Spencer Str., südlich von Washington. $1800. Indianapolis S. und Investment Company an Clarinda $. Jeter Lots 1, 2 und 3, Holmeö'S West End Add. südliche Seite von Michigan Str., oft. lich von King Ave., $1,000. Melvina I. Johnson an Alice Coyle, LotS 326 und 327, Kühn & Johnson's 1. Weft Indianapolis Add., öft. liche Seite von McLain Str., südlich von Morris Str., $706. Derselbe an Rinehart Weber, LotS 29 und 30. AyreS' Süd Meridian Str. Add.. 66.66 bei 110, verbessert, nordwestliche Ecke der Carson und Union Str. $3.300. Furman Stout an Flora B.Root, ein Drittel Antheil, LotS 12, 13 und 14, 1. Section von Factory Park Addition, 36 bei 105 Fuß jede, vac.. Westseite von Ketcham Str., nördlich von Walnut Str., $900. Henry Greening an JaS. R. Fan fett, nördliche Hülfte von Lot 88, May'S :c. Highland Park Addition, 30 bei 181.8 Fuß, verbessert, Oftseite von Temple Ave., nördlich von Pratt Straße, $1100. JameS I. Dissette an William F. Elliott, nördlicher Theil von Lot 112, Butler'S Subdivifion, 65 bei 203.6 Fuß, verbessert, Westseite von ParkAvenue, nördlich von 12. Straße, $12.500. Louis G. Deschler an Walter S. Bs.llenger, Lot 14, Morton Place, 40 bei 16 t Fuß. vacant, westliche Seite der Delaware Str., nördlich von 20. Str. $8,100. Stephen O. Sharp an Hugh I. Drummond. Lot 5, Roseti's Sub. von AußenlotS 107 und 108. 33 bei 150 Fuß. verbessert, östliche Seite der High Str., südlich von Bicking Str. $4.000. Charles M. Croß an Oliver . Johnson, Lot 37 und südliche Hülste von Lot 83, Allen & Rool'S Nord Add., 60 bei 156 Fuß, verbessert, weft. liche Seite der Alabama Str., nördlich von 17. Str. $8,500. Raucht die Tish I Mingo.
Warum nicht $ 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 sparen beim Einkaufe Ihrer Möbel .... und .... Teppiche .... sowie .... ....Garland Oefen ... und RangesM bei WILLIG'S ...Msbcl-Handlung... 141 West Washington Straße. Aerzte. l)r. J. A. Sutcliffe, Wnnd-Arzt, Zeschlechts., Urin. un!,Äectum Rrankheiten. O ?ce : 155 OS Market Ttt. Tel. 0kk.Stdn : 9 feil 16 Udr m. ; ,b4vh, 0r. Carl Q. Winter Deutscher Nrzt. yehzndelt alle akute und chronisch Krank heiten. Seburtthülfe Spezialität. Osftce: 14 Weft Cfti Str tnd : 1011 Bonn. 4 Kftftm. bb!c ji : I. 010. so m. cuttoa. Neu 41. Wohnung: 160 JRabtlB v, Ep -erstunden : 76 brai Sonntags: k e Nachm. Wodnuna Telephon, : 11 10; Ob Die Perfeet Range wird zum Koftenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für KunftgaS. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE INDIANAPOLIS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. i "City HL" Etablirt 1863, mmmt jederzeit ngage rt entaege. Irgendwelche Orchesterusi! und irgend eine Anzahl von Muftker vtrd geliefert. Reue Ausstattung und neue Taiformen. R. . Rillet, Dir!, ö e n r Y S p r e n g p s e i l, Seschüfttsuhr, 801 Kentukdz venue. ttirtbtm , . . eu 45 Augt Diener, No. 449 Vft Washington Str. Htll Office: 3333 9t. ente se Neues Telephon 6485. Bauerlaubnißschein e W- Flickinger, Cottage, 309 Oft Min nesota Str.. I1000. - Flora oot, oui Cottageö, Ketcham Str.. nahe Calvelage, S3.000. Clyde Freeman, Cottage, Eoncord Str., nahe Calvelage Str., tz1,000. I. A. Kealing, zwei CottageS, LaSalle Str., nahe Wash. ington. 1,W0. Mr. Marlowe, Cottage, Cottage und Barth Ave?.. H1,000. W. C. Mick. Backstein Ge. schäftSgebkude, 3012 Nord ; Illinois Str., 12,000.
