Indiana Tribüne, Volume 28, Number 223, Indianapolis, Marion County, 12 May 1905 — Page 5
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deren Böller ift abgefallen, aber die Frucht ift geblieben. Der Deutsche allein ift befähigt, erklärt er unS, diese Blüthe für die Menschheit aufzube. wahren, vermöge der eigenartigen Sprache, die ihm verliehen ift. Sie ift ein Abbild seines Innern, und dient ihm als Mittel künftiger geistiger Weltherrschaft." An Vielseitigkeit und Kraft wird die deutsche Sprache von keiner anderen der Welt erreicht, und vermöge ihrer Universalität ift sie im Stande, zugleich das Griechische und daS Moderne, das Reale und das Ideelle angemessen aus-zudrücken.-Wenn doch nur Jene, meine Freunde, die so leicht die geistigen Güter vergeffen. die dem deutschen Volke eigen, diese Worte Schiller's beherzigen würden, so stände das Deutschthum Amerikas bald auf einer anderen Stufe. Weiter strömen Schiller'S Worte mit Macht. Was ift das Ziel dieser Herrschaft des deutschen Geistes? Nicht dem Buten ift eS erreichbar; denn in in seiner Handelspolitik ist er in Materialist muS versunken, und der Witz des Iranken hat nichts gemein mit dem Schönen.
dem Jdealschönen. Denn Krieg führt! der WiK ewig mit dem Schönen, den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben"." Und wahrhaft droh.md klingen seine Worte an der nächsten Stelle: Darum treffe ewige Schmach den deutschen Sohn, der sklavisch Franzofen und Engländern nachahmt, wührend ihm selbst ein höheres Ziel beftimmt ift " Schließt diese Worte ein in euer Herz meine Freunde als Wahrspruch eines der edelsten der deutschen Na tion. der heute vor hundert Jahren seine Augen geschloffen, der im Ringen nach dem Ewigen. Göttlichen, Wahren, Edlen, ein frühes Opfer wurde für Wiffenschaft und Kunst , und den Goethe bei der Todesnachricht den Herr lichen Nachruf widmete: Er wendete die Blüthe höchsten Etre benS, Das Leben selbst, an dieses Bild des Lebens." Wir aber meine Freunde wollen heute unseren treudeutschen Eidschwur erneuern, festzuhalten an den deutschen Idealen, und dem köstlichen Erbe, das die Mutter uns mit auf den Weg ge geben, und das wir in dankbarer Anerkennung dem Lande unserer Wahl zu Füßen legen. Wir dürfen stolz sein zu wiffen. daß Jener, deffen Andenken heute die ganze gebildete Welt feiert, ein Sohn ift der deutschen Erde, und wir wollen zum Schluß einstimmen in die herrlichen Worte von Ludwig Pfau: Wir stehen deine Erben, Getrennt doch ungebeugt; ?as Volk kann nicht verderben, Tas solche Manner zeugt! ' Nicht minder beifällig aufgenommen wurde die nachstehend verzeichnete Anspräche Die Schwaben" von Gottlieb Leukhardt. Werthe Anwesende '. Ein schwäbischer Dichter sagt in seinem ersten Vers in der Döfftnger Schlacht : Ihr. Ihr dort außen in der Welt Die Nasen eingespannt, Gar manchen Mann, gar manchen Held Im Frieden gut und stark im Feld Gebar das Schwabenland. Und dieser Dichter, der diese Worte spricht, war selbst einer jener Männer, die gut waren im Frieden. Er ift der jenige, welcher die ganze civilifirte Welt begeistert hat mit seinen Werken und deffen 100 jährige Gedächtnißfeier wir heute begehen, er ift unser Landsmann, Württemberg'S größter Sohn, Friedrich v. Schiller. Inmitten einer an Getreide, Obft und Wein reichen Gegend, unweit der Stelle, wo der vielbesungene Neckar die Murr aufnimmt, in dem Städtchen Marbach, das schon zur Römerzeit als römische Festung bekannt war und heute eine OberamtSftadt des NeckarkreiseS ift; dort, wo gerade vor 500 Jahren zwischen rheinischen Fürsten und 17 schwäbischen Städten der Mar bacher Bund zustande kam, wurde vor nunmehr 146 Jahren Schwabenland'S beftgeliedter und bedeutendster Sohn Friedrich v. Schiller geboren. Sein Vater, ein Sohn des damali gen Schultheißen und Bäckers von Bit tenfeld. ftand zur Zeit des freudigen FamilienereigniffeS als Leutnant im UebungSlager bei Kannstadt und die Mutter befand sich im Hause ihres VaterS. des biederen LöwenwirthS von Marbach. Wie die Familienbande des Dichter eng mit dem Schwabenlande verbunden
find, so wurde auch in intellektueller Hinficht der Keim in dem jungen Knaden in dem Lande gelegt, dem er entstammte und das außer Schiller noch GeifteSheroen wie Uhland, Wieland, JuftinuS Kerner und andere her vorbrachte und für welches wir hierzu lande die alte Treue bewahren und das landSmannschaftllche Zusammengehörigkeitsgefühl pflegen, besonders in den-
jenigen Vereinigungen, in deren Namen ich die Ehre habe, heute Abend einige Worte an Sie zu richten. Wenn wir Schwaden uns auch wohl bewußt find, daß wir uns an dem Um Sande, daß dieser edle Dichterfürst auf schwäbischer Scholle geboren wurde, nicht das geringste Verdienst zuschreiben können und wenn wir auch wiffen, daß ein schwäbischer Herzog den Freiheitsideen und Schönheitsidealen Schiller'S Feffeln anlegen wollte und dadurch Schiller von seiner Heimath vertrieben wurde, so dürfen wir doch auch nicht vergessen, daß ein Prophet sehr selten in seinem Vaterlande zu seinen Lebzeiten geehrt wurde, und für die Sün den eines überspannten Regenten nicht das ganze Volk verantwortlich gehalten werden kann. Das Schwadenvolk hat stets treu zu seinem Schiller gehalten und gerade in den Ver. Staaten war es immer und ift eS auch heute noch eine der hervorrazendften Aufgaben der Schwabenvereine das Andenken an Württemderg'S größten Sohn zu ehren und ihm den Tribut treuer Anhänglichkeit zu zollen. Und dieses glauben wir auch bei diefer Gedächtnißfeier im Kreise begeisterter Bewunderer Schiller's, durch unsere Mitwirkung bewiesen zu haben, und dafür, daß Sie die Mit Wirkung der beiden, zu diesem Zwecke vereintenSchwabenvereine durch freundlicheS Entgegenkommen lohnten, sagen wir Ihnen unsern herzlichen Dank. Möge diese gewaltige Kundgebung ihre beabsichtigte Wirkung nicht ver fehlen und auch in dieser großen Republik all die Anerkennung finden, was unser unsterblicher Schiller in geistiger sowohl als auch sittlicher Hinficht geschaffen und gewirkt hat. Nachdem der Indianapolis Liederkränz wiederum mit einem Vortreff lichen Volksliede aufgewartet, hielt Herr Wm. Rieß über die Schillerfeier eine tief durchdachte, markige Ansprache, die durch öfteren Beifall unterbrochen wurde und zum Schluß mit immer und immer wieder erneuertem Applaus bedacht wurde. Nach stehend eine wortgetreue Wiedergabe derselben. Wir find nicht hier versammelt um trauernd eines Verstorbenen zu ge denken. Der welchen wir feiern lebt, wirkt und begeistert, er ift unsterblich. Wohl modern feine Gebeine in der Fürftengrust, wohl liegt da? beinerne Schatzkäftlein, der Schädel des Dich ters. getrennt von den anderen Ge deinen im Postamente der Dannecker Büste, unser Schiller aber lebt. DaS Lied welches seine Glocke summt und singt, schallt heute mächtiger durch die Welt denn je, die Lehren, die Liebe zum Schönen die er säete, tragen von Jahr zu Jahr köstlichere Früchte, man gedenkt seiner begeistert, denn er lebt und fährt fort zu wirken. Der Deutsche feiert ihn nicht allein. Die Schwingen seines Geistes ließen sich nicht in LandeSqrenzen bannen. Ueberall. wo Menschenbruft dem Schönen und Großen zugänglich ift, gedenkt mau seiner bei finnigen Festen. In den Ver. Staaten, unserem neuen Vaterlande, flechtet man dem deutschen Dichter Ruhmcskränze. wie fie noch Niemandem geweiht worden waren. Der Name Schiller ist in aller Munde von überall berichten Preß-Depeschen über Schillerfeiern. Die glühende Freiheitsliebe des Dichter, sein Haß gegen Tyrannei wurde besonders fiüh in diesem Lande der Freiheit erkannt und gewürdigt. Die Zeit wird auch kommen, in welchem der Schiller'sche Gedanke den Amerikaner von der Tyrannei, des PuritanerthumS befreit, und er mit in den Schlußchor einftim men wird. Freude sprudelt in Pokalen, In der Traube goldenem Blut Trinken Sanftmuth Kannibalen, Die Verzweiflung Heldenmuth." Wir feiern den Mann, der den Muth der Ueberzeugung hatte, den hessischen Landesherrn, der seine Unterthanen an die Engländer zum Kampfe gegen die freiheitdürftenden Kolonisten verkaufte, so wuchtig in Kabale und Liebe" zu geißeln. Und wie herrlich müssen die Worte au Schiller' Huldigung der Künste":
Schnell knüpfen fich der Liebe zarte
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Bande, Wo man beglückt, ift man im Vater lande" uns Deutsch Amerikanern erklin gen. Sie sprechen dem Fremd ling volle HeimathSberechtigung im Lande seiner Wahl zu, wenn er seine Pflicht demselben gegenüber erfüllt und beglückend in dem selbftgewühlten Kreise Wirkt. Wir feiern den Dichter, der deutschen Idealen bei unseren amerikanischen Landsleuten würdige Anerkennung durch den Hauch seines Geistes verschasfen wird. Wir feiern den Mann, der, selbst in drückenden Verhältniffen lebend und körperlich leidend, fingen konnte: Seid umschlungen, Millionen, Diesen Kuß der ganzen Welt." Dem Deutsch-Amerikanerthum aber hat er eine Mahnung zugerufen : Dort in der fremden Welt stehst Du allein." Ein schwankend Rohr, daS jeder Sturm zerknickt." Sie ist gehört worden diese Mah" nung, denn verschmolzen im deutsch amerikanischen National-Verband steht der Deutsche nicht mehr allein in sei nem Kampfe gegen NativiSmuS und eine starke deutsche Preffe vertritt wuchtig die breiten Lebensanschauungen und idealistischen Lehrm deS unfterblichen Schiller, weil fie bestimmt find das Land zu beglücken welchem wir nun Treue und Anhänglichkeit gelobt haben. Zum Schluß erwähnte Redner der Schiller'schen Gesänge über die Olympischen Spiele und forderte die Anwesenden auf, einen Salamander aus den Erfolg deS bevorstehenden Turnfestes zu reiben. Der Salamander stieg mit Wucht. Die Deklamation von Herrn Robert Zehlicke Der Taucher" wurde prächtig gegeben. Nachdem der Mufikverein ein Schwabenlied vorgetragen und sich zu einer Zugabe hatte verstehen müffen, folgte Herr Adolph Falbisaner mit seiner von poetischem Geiste gctragen n Ansprache Schill:r als Freiheit? sünger". Daß der Redner mit derselben, die wir nachstehend im Wortlaut folgen laffen. alle Zuhörer mit sich fortriß und das Beifallklatschen kein Ende neh men wollte, wird jeder, nachdem er die Rede gelesen, verstehen können. In dem Lande der Freien, der Zu fluchtöftütte der Geknechteten und Unzerdrückten, hat die heutige Gedächtniß feier eine ganz besondere Berechtigung, denn in Friedrich Schiller ehren wir den feurigen Sänger der sittlichen und rechtlichen Freiheit, den großen Apostel eines freien Menschenthums, der dem drängenden Sehnen nach Freiheit überwältigenden Ausdruck verlieh und die hehre Sache echter Menschlichkeit und stolzer Lebensfreiheit anbahnte und fürderte. Für Diejenigen, die in GeorgeWashington, den Vater dieser glorreichen Republik ehren, welche von Anbeginn ihrer politischen Entwickelung die ver edelnde Erhebung und Befreiung der Maffen als Losungswort wählten; für Diejenigen, die in Thomas Paine, dem Verfaffer der Menschenrechte," den sähigen Exponenten der rein demokrati schen Republik und unerschrockenen Befürworter der LoSreißung von England achten, ift es sicherlich mehr als ein blo fes Zusammentreffen oberflächlicher Umstände, wenn durch dasselbe Dekret, durch welches die beiden wackeren Kämpfer auS dem amerikanischen Freiheitkriege zu Bürgern der franz. Republik erhoben wurden, auch Friedrich Schiller das französische Bürgerrecht erlangte, und zwar mit der Begründung, weil Schiller zu den Männern zählt, welche durch ihre Schriften und ihren Muth der Sache der Freiheit gedient und die Befreiung der Völker vorbereitet haben. Und dieses von den edelsten Männern der französischen Revolution erlassene Dekret spncht sicherlich mehr für die Bedeutung unseres großen deutschen Dichters, als das durch Kaiser Franz II. gnädigst verliehene AdelSdiplom. Wie erwiesen es ist, daß Schiller, so lange die Bewegung nicht in eine Schreckensherrschaft ausartete, mit den Führern der französischen Revolution begeistert sympatifirte, ebenso steht eö fest, daß dieser wahre Volksmann und Kosmopolit in den von ihm redigirten Nachrichten zum Nutzen und Vergnü gen" die Sache des nach Unabhängig keit ringenden amerikanischen Volkes warm befürwortete. Hierin erkennen wird deutlich, wie eng fich das Schiller sche Ideal des freien Menschenthums mit den besten Tendenzen und den ur
sprünglichften Grundsätzen deS ameri
kanischen Volkslebens berührt. Redner wies nach, wie Schiller schon in früher Jugend den Haß gegen Vergewaltigung und Unterdrückung einge sogen und schon als Knabe nicht begrei fen konnte, daß es dem Herzog Karl er laubt sein konnte, ein ganzes Regiment schwäbischer Soldaten an die Holländer zu verschachern. Durch Die Räuber", FieSco", Don Carlos" und ..Wilhelm Tell' zeigte Redner, wie fich überall in Schiller's Dramen Symptome der freiheitlichen Gesinnung deS Dichters vorfinden und Schiller den Standpunkt einnahm: ..Wer uns Gewalt anthut, macht uns nichts Geringeres als die Menschheit streitig; wer fie feiger Weise erleidet, wirft seine Menschheit weg." Wohl predigt Schiller Tyranncnhaß und Empörung, nie spricht er aber dem rohen Materialismus daS Wort; er will die menschliche Gesellschaft frei durch Vernunft, stark durch Gesetze" sehen. Wo rohe Kräfte feindlich sich entzwöien, Und blinde Wuth die KriegeSflamme schürt: Wo fich im Kampfe tobender Parteien Die Stimme der Gerechtigkeit verliert; Wo alle Laster schamlos sich befreien, Wo freche Willkür an das Heil'ge rührt, Den Anker löst, an dem die Staaten hängen: Da ist kein Stoff zu freudigen Gesängen. Doch wenn ein Volk, daS fromm die Heerde weidet, Sich selbst genug, nicht fremden Guts begehrt, Den Zwang abwirft, den es unwürdig leidet, Doch selbst im Zorn die Menschlichkeit noch ehrt, Im Glücke selbst inl Siege sich bescheidet: Das ist unsterblich und des Liedes wert)." ....In religiöser Hinncht huldigte Schiller der panthaftischen, hochpoetischen Weltanschauung, welche eine außer Gott exiftirende Welt oder eine außer der Welt exiftirende Gottheit verneint. Seine Verherrlichung der mit den Naturerscheinungen eng verwachsenen grie chischen Götterlehre ift daher leicht er klürlich: Schöne Welt, wo bist Du? Kehre wieder Holdes Blüthenalter der Natur! Ach, nur in dem Feenland der Lieder, Lebt noch Deine fabelhafte Spur. Ausgestorben trauert das Gefilde, Keine Gottheit zeigt sich mnnem Blick, Ach, von jenem lebenwarmen Bilde Blieb der Schatten nur zurück. Alle jene Blüthen sind gefallen Bon des Nordens schauerlichem Wehn; Einen zu bereichern unter allen, Mutzte diese Göttermelt vergeh' Am bezeichnendsten jedoch für Schiller's religiösen Freigeist ift dieses kurze, doch vielsagende Bekenntniß : Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, Die du mir nennst. Und warum keine? Aus Religion." Andere mögen kühnere GeifteSflllge auf radikalere Gebiete unternommen haben, aber nirgends wurde der FreiheitSberiff prächtiger idealisict und daher die freiheitliche Bewegung auf religiösem und politischem Gebiete in höherem Grade gefördert, alS durch die geistigen Schöpfungen deS populärsten deutschen Klassikers. Wo eS sich um die DafeinSbedingungen eines Volkes handelt, wo um Freiheit und Wahrheit wird gerungen, können wir getrost aus den wunderbaren GeifteSquellen dieser genialen Persönlichkeit schöpfen. Noch find auch hier nicht alle Men schen glücklich, noch ift die Maffe des Volkes vom Wahne noch nicht völlig frei; die Aufgabe der wahren politischen und socialen Bestimmung des Mannes ift auch hier noch nicht gelöst. Und gerade in unseren Tagen und hierzulande, loo in den leitenden poli tischen Parteien Korruption und Unverschämtheit daS Scepter führen, in nahe zu allen Verwaltungskreisen Bestechlichlichkeit herrscht und zuweilen Gefahr droht, daß die Grundpfeiler dieses reindemokratischen FreiheitsftaateS durch imperialistische Machinationen gestürzt werden; wo in dem Taumel der Ueberschätzung der eigenen Kraft und Bestimmung die männermordenden Sä bel rasseln und die SelbftbeftimmungSrechte fremder Völkerschaften nicht mehr geachtet werden, ift eS eine hei lige Pflicht, darauf zu sehen, daß dem Volke die FreiheitS und Schönheitsideale nicht verloren gehen. Möge in solch' ernsten Zeiten der Geist Schil ler'S uns vorschweben und uns zu gemeinsamem Handeln anspornen, damit Wahrheit ftege, Gerechtigkeit herrsche und auch den ferneften Geschlechtern die Sonne der Freiheit leuchte! Das Orchester ließ dann seine Weis en folgen, worauf der letzte Redner deS Abends, Herr Karl Gutzwiller, mit semer beifällig aufgenommenen An-
spräche Die Schweißer" die Redner
liste erschövfte. Mit einem fröhlichen Bortrage deS Orchesters kam das offizielle Programm zum Abschlüsse, und nun folgte die unoffizielle Nachfeier, welche fich noch ziemlich in die Länge zog. Während der Nachfeier traf eine Kabeldepesche im Deutschen Hause ein, dahin lautend, daß unser Mitbürger Herr John Bertermann, der fich z. Z. in Deutschland aufhält, im Namen des Staats ' Verbandes deutscher Vereine einen Lorbeerkranz auf daS Grab Schillers in Weimac niedergelegt hat. Der Ranch - Jnspectar a der Arbeit. Einer weiteren Anzahl Uebertretern der Rauchordinanz wurden gestern vom Rauchinspektor Nachricht gesandt, daß innerhalb vorgeschriebener Zeitgrenze Maßregeln ergriffen werden müffen, um einem weiteren Verstoß gegen die Rauch - Ordinanz vorzubeugen. Benachrichtigt wurden: Hoosier Preserding Company, 317 West Pearl Str.; Big Four Heating Plant, South Delaware Str.; Eldridge Lumber Company, 312 South New Jersey Str.; Central Chair Co., 218 South Missouri Str.; Indianapoliö Excelfioc Machine Co.. 720 West Market Str.; Hitz Baking Co., 118 South Alabama Str.; Sinker Davis Sompany, 230 South Miffouri Str.; Kahn Tailorinz Co., Market und Alabama Str. Kleine Stadtnachrichte. DieTemplerRitter schloffen gestern ihre Sitzung mit der Wahl ih' rer Beamten. Groß-Warden Joseph G. Jbach. Hammond. Da innerhalb deS letzten Jahres drei Commandeure starben, wurden alle gesellschaftlichen Veranstaltungen und Festlichkeiten vom Programm fortgelassen. Der vom Recorder Prather vorgelegte Bericht zeigt, daß der Zuwachs an Mitgliederzahl alle früheren Jahrgänge übertrifft. A n w a l t W. W. L o w r y, 40 West Drive, Woodruff Place, wurde durch die Großgeschworenen unter Anklage gestellt, Cigaretten geraucht, und in seinem Besitze gehabt zu haben. Zwei Mitglieder der Jury und Deputy'Ankläger Groninger sahen Lowry, der während der Sitzung der Großgeschworenen mit einer Cigarette it.. Munde den Corridor deS Court'Hanseij entlang gegangen sein soll. Lowry stellte Bürgschaft. Nachlaßgericht. Im Nachlaßgericht wurde daS Teftament deS verstorbenen Jchn Scheier zur Bestätigung eingereicht und die Wittwe Marie E. H. Scheier unter $2500 Bürgschaft zur Nachlaßverwal. terin ernannt. Reicher Kindersegen. Vor acht Monaten beschenkte die 17 Jahre alte Gattin eines Handwerkers Namens Uriah Bailey in Laurel. Del., ihren Mann mit Zwillingen. Jüngst wurde der Doktor abermals zu der Frau gerufen und setzte ihren Gatten mit der Erklärung in Erstaunen: Hier sind drei weitere Baileys." Spezialisten erklärten, daß dies etwas noch nie Dagewesenes sei. Die Frau ist schmächtig und wiegt nicht über 115 Pfund, und der Vater sieht wie ein Knabe aus, ist bartlos und kleiner als ein Mann von mittlerer Größe. Die Frau war ein Jahr vor der Geburt der Zwillinge bereits ebenfalls von Zwillingen entbunden worden, so daß sie im Verlaufe von drei Jahren sieben Kinder gebar. Nachkommen Schillers. Bei dem großen Interesse, welches allenthalben in der deutschen Bevölkerung dieses Landes die Gedächtnißfeier Friedrich Schillers erweckte, dürfte es angezeigt sein, darauf aufmerksam zu machen, daß zwei Frauen, Nachkommen der Blutsverwandten von Char lotte v. Lengefeld, der Gattin Schillers, im Staate Kentucky wohnen. Es sind dies zwei Schwestern, Frau Heir:rich Schlueter in Newport und Frau Louise Thornton in Crescent Springs. Deren Urgroßvater, Joseph v. Lengefeld, war ein Geschwisterkind der Guttin des unsterblichen Dichters. Des Richters Freund. Eine ergreifende Szene spielte sich jüngst im Gerichte in Lorain, O.. ab. Vor den Schranken stand ein gewisser E. F. Kaneen, der sich als Angestellter einer dortigen Bank schwerer Veruntreuungen schuldig machte und zu sieben Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde. Der Richter war im hohen Grade ergriffen, als er das Urtheil abgab. Er erklärte, daß während seiner ganzen Amtszeit ihm keine so schwere Aufgabe gestellt wurde, denn Kaneen sei einer seiner ältesten und intimsten Freunde gewesen.
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2 wasch. Blusen " &1.96 Eine Bluse von Jndia Linnen mit gesticktem Joch und Spihen-Einsah und Kragen, anstatt $2 25 $1.98 Eine Bluse von 3ndia Linnen in Joch Effekten aus kleinen Faltenreihen geformt, beide Falten Fronte und Spitzen-Einsah, ebenso jl,98 mmm. Zndiana'i größte Dry Sood HSntttr. Aus dcn Gerichten. Supcriorgericht. Vor Richter LeatherS wurden der schieden? Zahlungsklagen gegen den farbigen Hausbesitzer Howard verhan delt, die sich ungewöhnlich in die Länge zogen und durch die Haarspalterei der gegnerischen Advokaten ben Unwillen des Richters erregten, der beide Par teien mehrfach ermähnte, sich mehr an die Sache zu halten. Unser Mitbürger John Agnew, der seit 1882 im Dollarlande ift, und daö sog. erste Papier seit 1887 in Händen hat, setzte sich heute in den Besitz des eigentlichen Bürgerpapieres, da er, wie er dem Nichter LeathrrS erklärte, einen Besuch in seiner Heimath Irland zu machen beabsichtigt und sicherheitshalber einen Paß mitzunehmen wünscht, damit John Buö ihm keine Unannehm lichkeiten bereiten kann. Vor Richter John L. McMafter wurde gestern die Klage Oliver Kider gegen die Hamburg.Bremen Fire Ins. Co. verhandelt. Da ein Uebereinkommen erzielt wurde, nach welchem die Beklagten dem Klüger H2000. und die Kosten zahlen, wurde der Fall abgewiesen und die Jury entlassen. Kreisgericht. I. I. Parvett wurde gestern im KreiSgericht zur Zahlung von $70 und den Kosten verurtheilt, in der gegen ihn von BmoS B. Keeport eingereichten Klage für unbezahlte Rechnung. In der von Lueille Moore gegen ihren Gatten EliaS Moore eingereichten Scheidungklage entschied der Richter zu Gunsten deS Beklagten, indem er die Klage abwies und die Klägerin zur Tragung der Kosten verurtheilte. Aöla Sheen erhielt in ihrer Klage gegen die Indianapolis Traction und Terminal Co. $162.50 zugesprochen. Klägerin war am 11. Febr. 1905 mit einem Wagen der Northweftern Ave. Linie bi nach 27. und Annetta Str. gesahrcn; als sie dort ausfteigen wollte und sich vom Innern deS Wagens nach der Plattform begabt fuhr die Car plötzlich weiter und die Klägerin fiel, da die Plattform mit Eis bedeckt war, hin und brach fich den Knöchel. Sie konnte infolgedessen 12 Wochen lang ihrem Berufe nicht nachgehen, mußte ärztliche Hülfe in An spruch nehmen und hatte viele Schmerzen auszuhalten. Sie verlangte dafür $500 Schadenersatz, doch entschied das Gericht wie oben gesagt. New Torfe Store (StaUtet 1863.) Jma's richtn ade RegenschirmVerkauf Glauben Sie nicht, daß ein extra Regenschirm manchmal sehr gelegen kommt? Man kann nie sagen wann ti regnet. Frauen Englisch Gloria Regenschirme mit starkem Gestell und hübschen Griffen, 98c Werthe zu . . . 69c Frauen Union Taffeta Regenschirme sowie einige farbige mit hübsche Naturholzgriffen, $2.00 Qualität $1.29 Männer Regenschirme, 88 Zoll, Seide Serge und Union Taffeta, extra gut Gestell, Buxholz und Weichselgriffe, einfach oder mit Silber befchlagen, $2X0 Regenschirm ... $149 Rechts am Eingang. mg DBT GflODS 00.
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