Indiana Tribüne, Volume 28, Number 222, Indianapolis, Marion County, 11 May 1905 — Page 3

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Roosevelt

Wird in Chicago gefeiert und empfängt ein Comite der Strcilcr.

Tcr oomis-Bowcn-Isall. Sigsbee's Geschwader soll nach Frankreich geben, um Admiral Joncs' Ueberreste zu hole. Empfang im deutschen Botschasts'Gebändc. Neuer russischer Botschafter.

Roosevelt im Streike. Chicago. 10. Mai. Der heu tige Besuch des Präsidenten Roosevelt war von mehr wie gewöhnlichem Jntereffe. ES ließ sich annehmen, daß der Präsident Gelegenheit nehmen werde hier in der zweitgrößten Handelsstadt des Landes etwas über die äußere oder innere Handelspolitik der Regierung zu sagen. Dann aber steht Chicago gegenwürtig im Zeichen deS Fuhrmannes", resp, ist es durch den Streik der Fuhrleute stark in Mitleidenschaft gezogen und man wußte, daß die Streiker sich an den Präsidenten wenden und seine Vermittlung anrufen wollten. Daß von der Gegenpartei der Versuch ge macht werden würde, ans den Prüftdenten einzuwirken, ließ sich natürlich annehmen. Die Sache hatte wenigstens das Gute, daß beide Parteien versuchten. Krawalle zu verhüten. Der Verband der Arbeitgeber ließ nur die nöthigsten Fuhrwerke laufen und die Führer der streikenden Fuhrleute sollen geheime Befehle ertheilt haben, daß sie sich jeder Gewaltthat enthalten müßten. Lange vor der Ankunft des Zuges deS Präsidenten hatten sich zahlreiche Polizisten in Uniform und Zivil in und um den Bahnhof der Northwestern Bahn aufgestellt. In der Umgebung des Bahnhofes wurden keine Menschenansammlungen geduldet. Nur gegen Vorzeigen spezieller Karten war daS Betreten deS Bahnhofes gestattet nud auch gegen diese Bevorzugte waren innerhalb deS Bahnhofes mit Latten und Seilen Schranken gezogen. Einige Minuten nach Mittag traf der Zug des Präsidenten ein. Roosevelt wurde von Gouverneur Deneen, Mayor Dünne, Delegaten des JroquoiS, Hamilton und kaufmännischen Clubs degrüßt. Er fuhr direkt nach dem Audi-torium-Annex. Auf der Route waren j 450 Polizisten vertheilt und ebenso viele auf der Strecke vom Hotel nach dem Hamilton Club. Ueber 50 Geheimpoliziften folgten Equipage deS Präsidenten und beobachteten die Menschenmenge genau. Vor der Equipage ritten 50 auserlesene Polizisten unter Kommando von Capt. AdamS Barker. Von Klubs gefeiert. Der Präsident wnrde überall von der Menschenmenge mit Begeisterung begrüßt. Nachdem der Präsident im Hotel eine kurze Zeit in seinem Zimmer verweilt hatte, begab er sich in den Bankettsaal, wo ihm zu Ehren der Club der Geschäftsleute ein Gabelfrühstück gab. Der Präsident wurde von dem Präsidenten deS Clubs Wacker vorge stellt und hielt eine Ansprache, in welcher er sich über auswärtige Politik verbreitete. In seiner Ansprache an den Club der Geschäftsleute betonte der Präsident, daß eine starke Kriegsflotte zum Schutze des Handels nothwendig sei. Auch könnten wir nicht die Monroe-Doktrin und den Panama-Kanal aufgeben. Nach dem Frühstücke begab sich der Präsident in die Räumlichkeiten deS Hamilton Club'S, der ihm zu Ehren einen Empfang veranstaltete; 3500 Bürger von Chicago fanden sich zu demselben ein. Der Präsident hatte für jeden einen Händedruck und ein freundliches Wort. Auf dem Wege vom Auditorium nach dem Hamilton Club hatte sich eine gewaltige Mmfchenmasse eingefunden, da die Route schon seit einigen Tagen bekannt war. Im Hamilton Club empfing der Präsident auch die auslandischen Konsule in ihren Uniformen. Die BegrüßungSansprache hielt der Präsident deS Clubs, John A. Gauger. In seiner Erwiderung, die er auf einem Stuhle stehend machte, sagte der Präsident, er habe schon verschiedentlich vor dem Club gesprochen, bevor er so bekannt gewesen sei wie gegenwärtig. Eine Delegation deS Clubs habe ihn zuMentank Point begrüßt, als er von Santiago zurückgekehrt sei und eine andere habe ihn für das Präftdmtenamt vorgeschlagen. Sodann kam der Harvard Club von Chicago zu Worte. Namen desselben

begrüßte der Präsident Kellogg FairbankS Roosevelt. Es waren etwa 800 Graduirte der Harvard Universität erschienen. Eine glänzende Affaire war daS Banket, welches der JroquoiS Club dem Präsidenten gab. Obgleich aus politischen Gegnern bestehend, bereitete der Club dem höchsten Beamten deS Landes einen Empfang, wie er ihn kaum zuvor gefunden hat. Präsident Gunther begrüßte Roosevelt. ES sprachen sodann Toaftmeifter JameS Hamilton LewiS und I. M. Dickinson. Alle Ansprachen waren voll warmer Anerkennung für den Präsidenten. Roosevelt war von dem Empfange höchst an. genehm berührt und drückte dieS auch in seiner Erwiderung aus. Sodann sprachen noch Mayor Dünne und Gouv. Deneen. Protest der Streiker. Ein entschiedener Protest gegen die Entsendung von Bundestruppen wurde heute Nachmittag dem Präsidenten Roosevelt übermittelt. Der Protest ist

von C. P. Shea, dem Präsidenten ver internationalen Brüderschaft der Fuhrleute, ChaS. Dold, dem Präsidenten der Federation of Labor von Chicago und anderen Streikführern unterzeichnet. ES wird in demselben behauptet, daß die Arbeitgeber wiederholt den Vorschlag schiedsgerichtlicher Schlichtung des Streikes mit Verachtung zu rückgewiefen und öffentlich geprahlt haben, Bundestruppen würden die Arbeitgeber in d;m Streike unterstützen. Friede" heißt eS in dem Proteste ruht nicht auf der Miliz oder der Ar mee, sondern auf der Geduld und der Langmuth der arbeitenden Klaffen. Können ein paar Soldaten die Leute in Schrecken setzen, welche die Blüthe der amerikanischen Männerwelt bil den?" Der Appell schließt mit der Versicherung, daß die Arbeiter sich einem Schiedssprüche fügen würden, wenn er auch alle ihre Hoffnungen ver nichte und ersucht den Präsidenten, alle Thatsachen in der Streitfrage in Ermägung zu ziehen, bevor er einen Mißbrauch der Bundesgewalt durch Entsendung von Truppen gestatte. DaS Comite, welches den Protest überreichte, wurde vom Präsidenten gegen Abend im Auditorium-Annex empfangen. Die Mitglieder erklärten sich später für befriedigt von dem Empfange. Der Präsident theilte ihnen mit, daß kein Verlangen an ihn gestellt worden sei, Truppen nach Chicago zu schicken. Der Präsident erklärte, daß ihm di Einzelheiten des Streikfalles unbekannt feien. Deßhalb könne er auch nicht fagen, welche Schritte gethan werden sollten, um denselben zum Ende zu dringen. Der Präsident bedauerte, daß in dem Proteste überhaupt von Verwendung der Armee gesprochen werde, wie e geschehen sei. Er wolle aber sagen, daß Mayor Dünne in seinen Bemühungen zur Unterdrückung von Gewaltthaten seine volle Unterstützung haben werde. Auf den unglücklich adgefaßten Protest könne er nur erwidern, daß er überhaupt nicht zum Einschreiten aufgefordert worden sei, aber er rottnsche, daß d're Arbeiter seine Haltung nicht falsch verstehen möchten. Im Ganzen herrschte der Eindruck, daß der Präsident den Arbeitern nicht entgegenkommend war. Ganz ohne Krawalle ging es trotz der Bemühungen beider Parteien im Streik heute doch nicht ab. Um 11 Uhr verließ der Präsident die Banketthalle, um seine Abfahrt vorzu bereiten. Trotz des Regens hatte sich eine große Menschenmenge vor dem Hotel eingefunden, um den Präsidenten abreisen zu sehen. Der Bahnhof war von der Polizei wieder vollständig abgesperrt. Der Zug ging um 12.30 Uhr nach Washington ab. Streik'Krawalle. Mehrere Wagen von der ExpreßGesellschaft kamen an einer Menge von mehreren hundert Menschen vorbei und wurden mit Steinen beworfen. Einer der Fuhrleute zog sofort einen Revolver und feuerte 2 Schüffe in die Menge.

Ein Mann Namens Wright wurde in

den Unterleib getroffen. Nur den begleitenden Polizisten hatte der Schießbold es zu verdanken, daß er ohne schwere Mißhandlung davonkam. Einen mehr heiteren Zmischenfall bildete der Streik von 800 Kindern der städtischen HendrickS - Schule, an 43. Straße und Princeton Ave. Ein farbiger Fuhrmann hatte Kohlen an der Schule abgeladen. Vorbeitommende Unionleute veranlaßten darauf die Kinder an den Streik zu gehen. Polizisten, die anlangten, sollen von ihren KnÜppeln den Kindern gegenüber auögiebigeren Gebrauch gemacht haben, als nothwendig war. Sechs Männer griffen auf State Straße Nicht-Unionfuhrleute an. Der farbige Nicht-Unionmann Joe Stewart wurde in's Bein geschaffen und mit einem Rafirmeffer verletzt. Auch der Neger John Hethon erhielt Schnittwunden, ebenso der Weiße E. M. Hubbard. Der Neger Chas. Frazer wurde in die Hüfte geschaffen. Es waren 50 Poliizften nothwendig, um den Krawall zu unterdrücken, der eine große Men schenmaffe angelockt und den Verkehr zum Stillstand gebracht hatte. L oomiS Bowen-Fall. Washington, 10. Mai. Die Loomis-Bowen - Bombe wird erst in nächster Woche platzen. Herr Bowen ist zwar in New Jork angekommen, und Präsident Roosevelt, welcher die Kontroverse entscheiden soll, wird am Freitag hier eintreffen, aber Sekretär Taft denkt vorsorglicher Weise, daß der Präsident sich lieber erst ein paar Tage ausruhen sollte, ehe er die unangenehme Sache anfaßt. Der Gesandte Bowen telegraphirte an das Staatsdepartement, daß er bereit fei, zu irgend einer Zeit sich vorzu stellen. Sekretär Taft beantwortete diese Depesche dahin, daß Hrn. Bowen'S Anwesenheit in Washington vor nächften Montag nicht benöthigt werde. Ehe Bowen hierher kommt, werden der Präsident und Sekretär Taft Gelegenheit haben, die Angelegenheit gründlich durchzusprechen. Herr Bowen wird sich mittlerweile in Orange. N. I., aufhalten. Diese Konstellation sieht für den Gesandten Bowen nicht sehr günstig aus. Offenbar hat Sekretär Taft nicht das geringste Verlangen, Herrn Bowen zu sehen und zu sprechen, ehe der Präsident anwesend ist. Er wünscht jeden Anschein einer Begün ftigung Bowen'S zu vermeiden. ES scheint, daß Herr Bowen erwartet hat, er würde sofort zu einer Konsultation mit Sekretär Taft nach Washington berufen werden. Daß dies nicht geschehen ist, beutet darauf hin, baß Herr Bowen auf Unterstützung in offiziellen Kreisen nicht rechnen kann, wenn er seine Haltung in der LoomiSAffaire nicht vollständig zu rechtfertigen vermag. Geschwader nach Frankreich. Washington, 10. Mai. DaS Flotten-Departement hat die Absicht Contre-Adm;ral SigSbee'S Geschwader nach Frankreich zu schicken, um die Ueberrefte Admiral JoneS' abzuholen. Empfang im deutschen Bots ch a f t S h o t e l. W a s h i n g t o n, 10. Mai. Der deutsche Botschafter, Freiherr von Sternburg und Gemahlin, veranstalteten einen großen Emmpfang zu Ehren der deutschen Delegaten zum Eisenbahnkongreß, zu welchem sämmtliche Theilnehmer am Kongreß sowie die Mitglieder deS diplomatischen Korps geladen waren. Der große Saal, in welchem das Botschafterpaar die Gäste empfing, war mit weißen Blüthen und FrühjahrSgrün in geschmackvollster Weise be korirt. Freifrau von Sternburg trug ein Kostüm aus nilgrauer Seide, welcheS mit den Dekorationen Prächtig harmonirie. Im Speisezimmer wurde eine reiche Kollation servirt. Neuer russischer Botf ch a f t e r. W a s h i n g t o n. 10. Mai. Der russische Botschafter Prof. Casftni ist auf seinen Wunsch nach Madrid versetzt worden. Sein Nachfolger hier wird Baron v. Rosen, der frühere Gesandte nach Tokio, sein. Baron Rosen ist über 60 Jahre alt; er war einmal Generalkonsul in New York und auch kurze Zeit GeschäftSträger in Washington. Neuer Bundessenator. Hartford, Conn., 10. Mai. In gemeinschaftlicher Sitzung wählte die Legislatur Frank A.Brandeyn zum Bundessenator für den Rest deS TerminS des verstorbenen Senators O. H. Platt.

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i Gute Geldanlage. Im Jahre 1S77 deponirte eine Frau in einer Bank in Red Wing, Minn., $47. Bald nachher zog aber die Familie fort und die Frau vergaß das Geld, bis sie kürzlich von ihren Verwandten in Red Wing daran erinnert wurde, nach dem die Bankbeamten über ihren Aufenthalt nachgeforscht hatten. In den 28 Jahren sind aber jetzt die $47 mit Zins und Zinseszinsen auf $181.55 angewachsen, sie haben also in der Zeit $134.55 Jntereffen verdient. Verwundeter Walfisch. Ein Walfisch zeigte sich neulich im Hafen von Tacoma. Wash., der anscheinend schwer verletzt war. Seine Seite war roth gefärbt, was wahrscheinlich davon herrührte, daß er vor Kurzem das im Bau befindliche Kriegsschiff Nebraska" in Seattle anrempelte" und dabei eine böse Verletzung erlitt. Auch zeigten andere Vernarbunzen an seinem Körper, daß er in abnormalem Zustande sich befand und möglicherweise im Kampf mit einigen Seeungeheuern den Kürzeren gezogen hatte. Todtgebrüht. Ein Personenzug der Rock Jsland-Bahn entgleiste neulich, als er sich der Station Laddsville. Ja., näherte. Die Lokomotive, der Gepäck- und der Postwagen stürzten um. die Personenwagen aber blieben aufrecht. Ter Lokomotivführer wurde durch den Anprall an irgend ein Hinderniß 40 Fuß weit geschleudert, entging aber merkwürdigerweise dem Tode, nur erlitt er schwere Verletzungen. Ter Heizer hingegen fand ein schreckliches Ende. Er gerieth unter die Lokomotive und wurde von dem ausströmenden Dampfe langsam todtgebrüht. Die Passagiere entkamen unversehrt. Sonderbarer Selb stm o r d. Ein 48 Jahre alter Zuschneider. Charles Hollenbach in Johnstown, N. I., beging Selbstmord, indem er Karbolsäure trank. Er stand in einer Apotheke und unterhielt sich mit einer Anzahl Freunde über den Selbstmord einer- Frau, die sich kurz vorher dort ebenfalls mit Karbolsäure vergiftete. Während der Unterhaltung sagte Hollenbach zu dem Clerk: ..Laß mich 'mal eine Flasche von dem Stoffe sehen." Ter Clerk gab ihm die Flasche, und im selben Momente trank er den Inhalt aus. Er war innerhalb weniger Minuten todt. Man kann sich keine Ursache für die That denken. Unerwartete Erbschaft. Gänzlich unerwartet ist eine Frau Joseph Müncbhoff in Omaha, Neb., in Besitz eines ungeheuren Vermögens gelangt. Dieser Tage erhielt sie per Kabel die Nachricht aus Pretoria, daß der südafrikanische Tiamanten-König Claude Henderson Heren sie zur alleinigen Erbin seines Vermögens in Höhe von $5,000.000 gemacht hat. Vor einer Reihe von Jahren war Heren ein Bewerber um die Hand der Frau Münchhoff. welche damals Frl. Mattie Cannon hieß. Er betrieb zu jener Zeit ein kleines Sirupgeschäft und machte ihr zweimal einen Heirathsantrag. Sie schlug seine Anträge jedesmal ab und heirathete den Besitzer eines Karoussels. Tiefbekümmert verkaufte Heren sein Geschäft und begab sich nach Südafrika, wo er in wenigen Jahren ein reicher Mann wurde. Er hat sich nie verheirathet und hinterläßt keine direkten Erben. Einen unheimlichen Kunden hatte jüngst Nachts in Jersey City, N. I., ein Barbier Namens Henry Brugmann. Es war augenscheinlich ein Verrückter, der kurz vor dem Schließen der Barbierstube eintrat und den Barbier aufforderte, seine starken Augenbrauen abzurasiren. Der Mann erzählte dem etwas ängstlich gewordenen Barbier, daß eine Dame aus der besten Gesellschaft bei einem Tanzvergnügen zu ihm gesagt habe, er würde ihr besser gefallen, wenn er nicht so große Augenbrauen hätte. Da der Barbier Anstalten traf, einen Polizisten zu holen, schloß der Fremde die Thüre und verlangte, daß der Barbier sofort an die Arbeit gehe. Es blieb dem Figaro nichts anderes übrig, und als er den Job" beendet, war der Kunde so sehr zufrieden, daß er mit einer $5-Note zahlte. Der Barmtx war aber doch froh, als der Kunde die Barbierstube verließ. Ein seltsames Dokum e n t traf dieser Tage in Washington ein. Es ist eine Denkschrift der Sioux-Jndianer in Nord-Dakota und Süd-Dakota an die Bundesregierung, in welcher 3514 Sioux um Vertheilung von circa 500,000 Acker Land nachsuchen, das ihnen im Jahre 1899 garantirt, aber niemals unter sie vertheilt wurde. Die Sonderbarkeit des Dokuments besteht nun darin, daß jeder Indianer, anstatt seinen Namen zu unterzeichnen, einen Abdruck der inneren Fläche des linken Daumens auf dem Papier machte. Wenn es sich um Land- oder Geldangelegenheiten handelt, sind die Indianer die verschlagensten und schlauesten Kerle, die man in der Welt findet, weshalb die mit den Schlichen derselben vertrauten Beamten sehr vorsichtig au Werke gehen, wenn es sich um solche Dinge handelt. Deshalb mußte jeder Indianer seinen Daumen an m Papier zum Abdruck bringen, und unter den Abdruck wurde fein Name geschrieben.

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Anst d t. .. . Altes Brautpaar. In Mainz, Hessen, wurde ein 83jähriger Mann mit einer 65 Jahre alten Schönen" getraut. Der Mann ist Schleifer und arbeitet noch rüstig in der Fabrik. Außergewöhnlicher Kindersegen. In Stowe, Posen, beschenkte die Häuslersfrau Reetz ihren Mann mit Vierlingen, nachdem sie im Jahre vorher Zwillinge zur Welt gebracht hatte. Die vier Kinder, drei Mädchen und ein Knabe, befinden sich wohl. Selbstmord in der Heim a t h. Der 54jährige Schuhmachermeister Kluge aus Berlin hat sich auf der schönen Ruine des Klosters Eldena, Pommern, erschossen. Kluge stammte aus Greifswald und war erst kurz vor der That in der Heimath eingetroffen, um noch einmal das Vaterhaus zu sehen. Ter Beweggrund zur That ist unbekannt. Vom Blitz getroffen. Bei dem Dorfe Raddusch. Brandenbürg, wurden bei einem plötzlich heraufziehenden Gewitter eine Frau und deren beiden Töchter, die mit Kartoffelpflanzen beschäftigt waren und Schutz suchen wollten, vom Blitz getroffen. Eine Tochter, 14 Jahre alt, wurde getödtet, die andere am Oberkörper schwer verbrannt. Die Frau blieb unverletzt. Zersprungener Schleifst e i n. Ter 43jährige Besitzer Lebacher in Kirchheim, Oberbayern, wollte in der Schmiede sein SchneidMaschinenmesser am dortigen Schleifsteine, der mit Wasserkraft betrieben wird, schleifen. Plötzlich sprang der große Schleifstein in zwei Theile, wovon einer Lebacher etwa sieben Iards weit auf die Straße schleuderte. Der Unglückliche erlitt so gräßliche Verletzungen, daß er nach einigen Stunden verschied. Gleiche Berufe von Zwillingen. Die Zwillingsbrüder Joseph und Hugo Gunz in Augsbürg im bayerischen Regierungsbezirke Schwaben haben sämmtliche juristische Examina mitsammen absolvirt, haben im Dezember des Vorjahres gleichzeitig den Staatskonkurs mit Note 1 bestanden und promovirt. Dr. Hugo Gunz wurde hierbei Erster, Dr. Joseph Gunz Zweiter. Die Beiden sind zur Zeit bei Augsburger Rechtsanwälten thätig und werden sich auch selbst diesem Berufe zuwenden. Sie sind auch tm Aussehen einander sehr ähnlich. Die vergeßliche Gener a l s t o ch t e r. Eine russische Generalstochter vermißte in einem Schnellzuge Prag-Nürnberg ihr Handtäschchen mit 15,000 Rubel ($7725) und Schmucksachen. In der Meinung, daß ihr zwei Mitreisende das Täsch chen gestohlen hätten, fiel sie die Beiden an, packte sie an der Gurgel und geberdete sich wie wahnsinnig. Einer der Reisenden zog die Nothleine und berichtete dem Zugführer das Vorkommniß. Das Zugpersonal durchsuchte den Zug im Weiterfahren und fand das Täschchen unversehrt im Toiletteräum, wo es die Dame an den Haken gehängt und vergessen hatte. S ch e i d u n g s p r o z e h zwischen Taubstummen. Sehr amüsant gestaltete sich in Paris ein Scheidungsprozeß zwischen zwei Taubstummen, bei dem auch sammtliche Zeugen taubstumm waren. Der angeklagte Gatte, der seine Frau nach dreimonatiger Ehe verlassen hatte, machte besondere Schwierigkeiten, da er erklärte, die Vorlesung der auf seinen Fall bezüglichen Artikel des Civil--gesetzbuches nicht derstandm zu haben. Er bezichtigte seine G'.'fährtin, bei einem T '"ummenbankete mit ihrem Nachbar eine zu freie Unterhaltung geführt zu haben. Natürlich waren, in Anbetracht der Sprechunfähigkeit ihrer Klienten und der Zeugen, die Advokaten umso wortreicher und wurden durch Zeichen der Geladenen noch weiter aufgereizt. Schließlich wurde die Scheidung zu Gunsten der Frau ausgesprochen. Freigesprochener KurPfuscher. Der 23zahrige Schrerner Schwager aus Hochspeyer. RheinPfalz, fand sich berufen, Kranke zu heilen, die andere Aerzte nicht mehr kuriren konnten. So verordnete er einem Kehlkopf- und Lungenschwindsüchtigen, täglich 14 Tassen Thee zu trinken und schließlich noch ein halbes Quart Urin zu sich zu nehmen. Dieser Kranke, dem er binnen vier Wochen Heilung versprach, erlag schon nach fünf Tagen dieser Radikalkur. Eine jungen- und herzleidende Wittwe behandelte der Kurpfuscher auf dieselbe Weise; auch diese Frau war schon nach drei Tagen eine Leiche. Einem dritten Mann, der eine starke Glatze hatte, gab er Thee aus Jerusalem und eine Salbe zum Einreihen, damit er seine Haare wieder erhalte. Auch da half die Weisheit des Wunderdoktors nichts. Schwager wurde zur Anzeige gebracht, das Gericht aber kam, obwohl es die Handlungsweise des Mannes für großen Schwindel hielt, zur Ueberzeugung, daß er wirklich an die Erfolge seiner Heilkunst geglaubt und deshalb nicht bewußt rechtswidrig gehandelt habe. Er wurde kostenlos freigesprochen.

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