Indiana Tribüne, Volume 28, Number 219, Indianapolis, Marion County, 8 May 1905 — Page 5
Jndiana Tribune, S. Mai 1805.
Der Herr Graf. Humoreske von Reinhold Ortmann. 9iur ihrer achtzehnjährigen Nichte Lizzie zuliebe, an der sie feit zwei Iahn Mutterstelle vertrat, hatte sich das Freifräulein Ade von Gersfeld entschloffen, die Einladung einer befreundeten Familie zum gemeinsamen Besuch des Presseballes anzunehmen. Sie hatte sich's anfangs durchaus nicht vorstellen können, daß auf einer von Zeitungsleuten veranstalteten Festlichkeit auch die allerbeste Gesellschaft der Hauptstadt vertreten sein sollte, und erst als man ihr die Namen verschiedener sehr hochstehender Persönlichkeiten genannt hatte, die bestimmt auf dem Balle erscheinen würden, waren ihre Bedenken geschwunden. (5in vielleicht etwas zu stark ausgeprägtes Standesbewußtsein galt nämlich in den Augen ihrer Freunde als bie einziae Schwäche der sonst sehr verständigen und liebenswürdigen Tame, die von aller Welt geschätzt und von ihrer anmuthigen Nichte geradezu vergöttert wurde. Je weniger ihre sehr bescheidenen Vermögensverhältnisse ihr gestatteten, nach au.en hin zu repräsentiren. desto ängstlicher war das dreißigjährige Fräulein darauf bedacht, in der Wahl ihres Umganges wie in all' ihrem Thun und Lassen jenen Rücksichten Rechnung zu tragen, die ihr nach ihrer unumstößlichen Ueberzeugung durch die Abstammung von einem alten Adelsgeschlecht auferlegt wurden. Und die arme kleine Lizzie halte erst vor wenigen Tagen zu ihrem bitteren Schmerze erfahren müssen, daß die in allen anderen Dingen so liebevoll nachgiebige Tante von geradezu steinerner Ünerbittlichkeit sein konnte, wenn es galt, die Familientradition" hochzuhalten. In kindlichem Vertrauen hatte das junge Mädchen der mütterlichen Beschützerin das erste süße Geheimniß ihres Herzens gebeichtet und sie zur Mitwisserin des unschuldigen Liebesbundes gemacht, der zwischen ihr und dem Bruder einer ehemaligen Pensionsfreundin, einem Assessor, geschlossen worden war. Sie hatte kaum einen ernstlichen Widerstand befürchtet, denn der junge Mann gehörte einer wohlhabenden, geachteten Familie an, und die Tante hatte sich schon wiederholt mit warmer Anerkennung über seine schätzenswerthen persönlichen Eigenschaften ausgesprochen. Um so größer war Lizzie's Bestürzung gewesen, als Fräulein Ade mit großter Bestimmtheit erklärt hatte, daß sie einer solchen Verbindung, einer VerHindung der letzten Gersfeld mit einem Herrn, der den Namen Fritz Lehmann führte, nie und nimmer ihre ZuKimmung geben würde. Solange du unter meiner Obhut sthst, kann davon nicht die Rede sein," sagte sie. Später magst du ja thun oder lassen, was dir gefällt." Seitdem hatte es in der bescheidenen Gartenwohnung viel heimliche Thränen gegeben. Und es war Fräulein Ade manchmal recht weh um's Herz geworden, wenn sie den Ausdruck dieser Betrübniß auf Lizzie's blassem Gesicbtcben sah. Aber die Rücksicht auf ihren alten Namen ging ihr nun einmal über alles. Sie selbst hatte einst diese? Rücksicht eine Jugendneigung zum Opfer bringen müssen, und sie hatte, nachdem der erste Schmerz überwunden war, ihrem strengen Vater Dank dafür gewußt, daß er sie vor einem verhängnißvollen Bruch mit der Familientradition bewahrt hatte. Um der armen Kleinen auf andere Art ihre Liebe zu beweisen, war sie vor einem sehr tiefen Griff in ihre schmale
Kasse nicht zurückgeschreckt, damit Lizzie's Ballkleid so hübsch und vornehm als möglich ausfalle. Sie selbst hatte nur eine seit mehreren Jahren nicht mehr benutzte Seidenrobe von der geschickten Hausschneiderin ein wenig modernisiren zu lassen brauchen, um in durchaus standesgemäßer Toilette auf dem Feste zu erscheinen. Und wie sie jetzt, als der Augenblick der Abfahrt gekommen war, noch einmal ihr Ebenbild im Spiegel musterte, durste sie sich ohne alle thörichte Eitelkeit sagen, daß sie mit ihrer vollen, stattlichen Gestalt und ihrem noch jugendlich frischen Gesicht ganz und gar nicht wie eine verblühte alte Jungfer aussah. Der große Ballsaal war bereits von einer lebhaft durcheinander wogenden Menschenmenge gefüllt, als Tante und Nichte ihn in Begleitung eines befreundeten älteren Herrn betraten. Der Anblick der vielen Offiziere hatte sogleich Fräulein Ade's letzte Besorgnisse zerstreut, und als man ihr sogar ein paar leibhaftige Minister zeigen konnte, fühlte sie sich hinsichtlich der Zusammensetzung der Gesellschaft vollkommen beruhigt. Ein paar junge Offiziere, die sich den beiden Fräulein von Gersfeld durch einen gemeinsamen Bekannten hatten vorstellen lassen, wetteiferten darin, Fräulein Lizzie zum Tane aufzufordern, und die jugendliche Tante mußte sich darein finden, daß sonst so sorgfältig gehütete Küchlein zeitweilig ihrer Aufsicht entschwinden zu sehen. Ihr selbst hatte sich bisher noch niemand genähert, und sie wendete überrascht den Kopf, als sie sich eben im Begriff, Lizzie zu suchen von einer sehr höflich und verbindlich klingenden Männerstimme angeredet hörte: Ich bitte um Verzeihung, aber ha ben nicht gnädiges Fräulein diesen Fächer auf dem Stuhle dort liegen lassen?"
Es war wirklich ihr Fächer, ein lte-
bes Erinnerungsstück aus der Zeit ihrer ersten Mädchentriumphe, dessen Verlust sie gewiß mit großer Betrübniß erfüllt hätte. Sie fühlte sich dem aufmerksamen Finder zu Tank ver vflichtet. und er nahm mit ehrerbieti -1 ger Verbeugung den Ausdruck lyrer Erkenntlichkeit in Empfang. Wollen gnädiges Fräulein mir gestatten, mich vorzustellen: Arthur Graf von Rheina und Hochstctten. Mein Haus ist dem gnädigen Fräulein vielleicht nicht ganz unbekannt. Ade erinnerte sich zwar nicht, den Namen schon gehört zu haben; aber sein feudaler Klang reichte hin, sie zu überzeugen, daß sein Träger einem sehr alten und edlen Geschlecht angehören müsse. Und sie neigte darum bejahend den Kopf. Hatte doch auch schon der erste Blick sie darüber belehrt, daß sie einen Mann von Distinktion vor sich habe. Mit seiner hohen, schlanken Gestalt, seinem scharf geschnittenen, bartlosen Gesicht, seinen schmalen aristokritischen Füßen und seiner lässig vornehmen Haltung erschien ihr dieser etwa sechsunddreißigjährige Herr als der vollkommenste Typus des altadligen Cavaliers. Und es war ihr durchaus nicht unangenehm, daß er die durch seinen kleinen Ritterdienst gebotene Gelegenheit benutzte, eine Unterhaltung zu beginnen. Gnädige schienen willens, jemanden zu suchen. Aber es ist für eine Tame zu sHwer, sich einen Weg durch das Gedränge zu bahnen. Wenn ich Ihnen vielleicht meine Hilfe anbieten dürfte " 2t sind sehr freundlich, Herr Graf! Und ich nehme Ihre Gefälligkeit gern an. Hoffentlich werde ich meine Nichte bald gefunden haben!" Diese Hoffnung konnte sich allerdinas schon deshalb nicht erfüllen, weil Fräulein Lizzie gar nicht mehr im aale war, sondern am Arme eines hübschen jungen Mannes, des Herrn Assessors Fritz Lehmann, in einem der Nebenräume auf- und abspazierte. Aber die Tante empfand das Vergebliche ihres Suchens gar nicht als großes Mißgeschick, da der distinguirte Herr, der getreulich an ihrer Seite blieb, sich als ein unterhaltender Gesellfchafter erwies. Es unterlag für Ade sehr bald keinem Zweifel mehr, daß er eine sehr angesehene Stellung in der Gesellschaft einnehmen mußte; denn er schien jedermann und namentlich jede Frau zu kennen und von allen gekannt zu sein. Sobald eine besonders prächtig und geschmackvoll gekleidete Dame in ihrer Nähe auftauchte, flüsterte er dem Freifräulein diskret ihren Namen zu. Und es geschah häufig, daß seine ritterlichen Verbeugungen von den vornehmen Trägerinnen dieser kostbaren Kostüme mit schmeichelhaft vertraulicher Begrüßung erwidert wurde; keine einzige redete ihn anders an ls mit mein lieber Herr Graf". Und wenn hier und da in dem Ausruf: Ach, Sie sind auch da?" etwas wie ein leiser Klang von Erstaunen war, so sah Fräulein Ade darin nur einen weiteren Beweis für die hohe Position ihres Cavaliers, den man auf dem Ballfest der bürgerlichen Leute von der Feder nitbt zu finden erwartet hatte. Die Grüße, die er mit den Herren austauschte, waren allerdings zumeist viel steifer und förmlicher. Aber das Freifräulein kannte die Welt gut genug, um auch dafür eine Erklärung zu haben. Er ist offenbar ein verwöhnter Liebling der Frauen." dachte sie, da ist es wohl begreiflich, wenn ihre Gatten und Brüder ihn nicht eben mit den freundlichsten Augen ansehen." Und am Ende hätte sie doch kein Weib sein müssen, wenn er durch solche Erkenntniß nicht noch um ein beträchtliches in ihren Augen gewachsen wäre. Nach und nach nahm ihre Unterhaltung einen vertraulicheren Charakter an. Da Fräulein Ade einige Ermüdung spürte, hatten sie sich auf zwei etwas abseits stehende Stühle niedergelassen, und es hatte sich gleichsam ganz von selbst ergeben, daß ihr Gespräch sich vom Allgemeinen auf das Persönliche gewendet hatte. Der Name des FreifräuleinS war ihrem Cavalier kein Geheimniß mehr, und Ade hatte dagegen von ihm erfahren, daß er noch unverheirathet. aber des Junggesellenlebens herzlich überdrüssig sei. An Gelegenheit ein Weib zu nehmen, hätte mu's ja nicht gefehlt," sagte er, aber in meinen Jahren ist man nicht mehr so rasch mit seinen Entfchlüssen. Gerade weil ich auf Vermögen nicht zu sehen brauche, sühle ich mich berechtigt, etwas wählerisch zu sein. Eine ganz junge möchte ich nicht haben, weil das selten eine ruhig glückliche Ehe gibt, so wie ich sie mir wünsche. Andrerseits aber möchte ich doch auf äußere Schönheit ebensowenig verzichten als auf Herkunft aus guter Fan.ilie. Und ich habe bis heute " er legte einen ganz besonderen Nachdruck auf diese beiden Worte vergebens nach dem weiblichen Ideal gesucht, das all -meinen Anforderungen entsprochen hätte." Dem Freifräulein war es ganz eigen warm ums Herz geworden. Sie fühlte den Blick des Grafen auf sich ruhen, und sie konnte nicht verhindern, daß unter diesem Blick ein verrathensches Roth in ihren Wangen emporstieg. Es ist sehr heiß hier." sagte s be-
sangen. Und tcy mochte mich nun vocy noch einmal nach meiner Nichte umsehen." Sie lehnte es nicht ab, als der Graf ihr seinen Arm anbot, und nachdem sie zweimal vergeblich den ganzen Saal umwandelt hatten, fügte es der Zufall, daß Fräulein Ade einen Blick in jene Nebenraum warf, darin Lizzie an der Seite ihres geliebten Assessors Ball und Tanz und Tante nachgerade vollständig vergessen hatte. Betroffen blieb das Freifräulein beim Anblick des junaen Paares sieben, und eine Neauno dec- Unmuths wallte in ihrem Herzen auf. Schon aber war auch Fritz Lehan ihrer ansichtig geworden, und mit einem erstaunlich unbefangenen Lächeln trat er auf sie zu: Gehorsamster Diener, gnädiges Fräulein! Guten Abend, Herr Graf! Sie auch da? Na, natürlich! Es ist ja gewissermaßen der Schauplatz Ihrer Triumphe, über den Sie da Musterung halten." Nur die Rücknck't auf den Cavalie' an ihrer Seite hielt Fräulein Ade al mit dem dreisten Assessor und mit ih rer ungehorsanien Nichte auf dm Stelle ein sehr ernstes Wort zu reden Und sie konnte sich's umso eher au später Verspann, als eben jetzt ein net ter kleiner Leutnant auf der Bildflä che erschien und Lizzie zum Tanz holte. Sie kehrte mit dem Grafen in den Saal zurück, und nach einem kleinen Schweigen fragte sie ihn: Sie sind mit dem jungen Mann näher bekannt?" Ja, ich habe die Ehre. Seine Mutter und seine Schwester stehen zu meinem Hause seit Langem in den angenehmsten Beziehungen. Es ist ein prächtiger Herr, der Assessor un) sehr talentvoll. Er wird es sicher weit bringen." Keine andere Empfehlung würde Herrn Fritz Lehmann bei Fräulein Ade so viel genützt haben, wie dies L?arme Lob aus solchem Munde. In ihrer gegenwärtigen Stimmung fühlte sie sich ohnedies geneigt, die Herzensirrung ihrer Nichte viel milder zu beurtheilen, als es noch vor wenigen Stunden der Fall gewesen war. Und wenn der junge Mann wirklich so glänzende Aussichten hatte lieber Gott, geradezu unglücklich wollte sie ihre liebe kleine Lizzie doch auch nicht machen. Als sie eine halbe Stunde später endlich des alten Herrn wieder ansich--tig wurde, in dessen Begleitung sie auf den Ball gekommen oaren, und als sie sich darauf mit einigen herzlichen Dankesworten von ihrem treuen Cavalier verabschiedete, hatte sie ihm bereits auf feine bescheidene Bitte die Erlaubniß ertheilt, sich am nächsten Tage nach ihrem Befinden zu erkundigen, und eine Welt von sonnigen Hoffnungen lebte in ihrem Herzen. Wie kamen Sie denn zu dem Herrn?" fragte der Freund, der Fräulein Ades Standesvorurtheile feit Jahren kannte, mit einiger Verwunderung. Lassen Sie vielleicht auch bei ihm arbeiten?" Ob ich bei ihm arbeiten lasse?" gab sie zurück, um dann in ein übermüthiges Lachen auszubuchen. Gut, daß er es nicht mehr gehört hat. Für wen haben Sie ihn denn gehalten? Es war ja der Graf von Rheina und Hochsietten." Ganz recht! Herr Arthur Graf, in Firma Rheina und Hochstetten, äugenblicklich der beliebteste unter den fashionablen Damenschneidern." Fräulein Agnes wurde es für einen Moment schwarz vor den Augen. Aber sie beherrschte sich tapfer und fiel nicht in Ohnmacht. Niemand sollte errathen, in welchem Irrthum sie sich befunden und welche phantastischen Deutungen sie dem Verkehr dieses Schneiders mit seinen Kundinnen gegeben hatte. Ja, ich weiß," sagte sie leichthin. Uebrigens ein sehr unterrichteter und liebenswürdiger Herr." Gewiß, man könnte sogar beinahe sagen: ein Künstler. Und gutem Vernehmen nach schon heute ein steinreicher Mann." Fräulein Ade von Gersfeld war auf der Heimfahrt sehr schweigsam, und Lizzie wunderte sich nicht wenig, daß die Vorwürfe ausblieben. Aber ihr Erstaunen wurde zum schrankenlosen Entzücken, als ihre Tante daheim beim Gutenachtkuß sagte: Wenn du deinen bürgerlichen Assessor wirklich so lieb hast, Kind, daß du meftst, ohne ihn nicht leben zu können nun, ich werde ihm nicht geradezu die Thür weisen, wenn er kommt, um dich zu werben." Am nächsten Mittag meldete das Dienstmädchen den Besuch eines Herrn, aus dessen Visitenkarte zu lesen stand:
Arthur Graf" und nichts weiter. Ein paar Sekunden lang schien Fräulein Ade unschlüssig, ob sie sich verleugnen lassen solle; dann aber gab sie Auftrag, den Herrn einzuführen. Und es war ein sehr liebenswürdiges, verheißungsvolles Lächeln, mit dem sie ihn empfing. Prasser. Armenvorsteher (bei der Revision): Na, so sehr schlecht scheint's Ihnen noch nicht zu gehen, wenn Sie noch meinen Laubfrosch halten können. . . und gut sieht er aus! Vorsicht, Pferdeverleiher (zu seinem Faktotum): Wir müssen den Tarif ändern,. . . so kommen wir zu schlecht weg,. . . wr rechneten bisher die Zeit, wann's Pferd zurück war,. . . von nun an werden wir aber die Zeit rechnen, bis der Reiter zurück izt!
Die Platzfrage für den Palast, der den Schiedsgerichtshof im Haag dauernd aufnehmen soll, ist nach langen Verhandlungen nun endgültig gelöst. Das Gebäude wird auf dem Landgut Zorpolier, das früher dem jetzigen Grohherzog von SachsenWeimar gehörte, inmitten eines wundervollen Parkes im Herzen der Restdenz errichtet werden. E i n grauenhaftes Verbrechen wurde in Hannover in einem Hause an der Bindestraße verübt. Der Postschaffner Büter ermordete nach schwerem Sittlichteitsverbrechen das achtjährige Kind Anna Schare und zerstückelte den Leichnam in grauenerregender Weise. Die Leichentheile wurden in der Nähe der Hauptpost in einem Pappkarton aufgefunden. Der Thäter ist verhaftet und hat bereits ein Geständniß abgelegt. Unter dem Verdacht der Mitthäterscbaft wurde der Schuhmacher Paul festgenommen, der dem Büter das Mädchen zugeführt hatte. Man vermuthet, daß Büter ein gleiches Verbrechen an der seit mehr als zwei Iahren vermißten Elfe Cassel verübt hat. Dievomdeutschen Reichstag bewilligten neuen Kavallerie - Regimenter werden als Regimenter Jäger zu Pferde" formirt und behalten ihre seitherige Ausrüstung, zu der, soweit es nicht bereits der Fall ist, auch die Lanze tritt. Dies gilt indeß nur für die preußische Armee. Sachsen beabsichtigt ein Husaren - Regiment und ein Ulanen - Regiment zu errichten; Bayern stellt wahrscheinlich ein Cheveauxlegers - Regiment auf. Die neuen Regimenter werden nach den Vorschriften für die Kavallerie ausaebildet und wie diese verwendet. Die drei preußischen Jäger - Regimenter zu Pferde erhalten als Garnisonen Posen, Langensalza und Kolmar. Das Grundtuch der Uniform ist graugrün, die zweite Farbe beim 1. Regiment weiß, beim 2. Regiment ponceauroth, beim 3. Regiment citronen-gelb. D i e Gewohnheit eines Postbeamten, alle durch seine Hände gehenden Postkarten zu lesen, hat in Hütteldorf bei Wien zwei Menschen das Leben gerettet. Der Beamte, der seine überflüssige Zeit auf derartige Lektüre verwandte, las kürzlich auf einer dieser Karten, daß zwei junge Leute, die beide die Karte unterzeichnet hatten, im Begriff seien, an einer bestimmten Stelle des benachbarten Waldes Selbstmord zu begehen. Der Postbeamte meldete dies der Polizei, und diese begab sich unverzüglich an den genannten Ort. In der That fand man hier einen jungen Mann und ein Mädchen, beide in bewußtlosem Zustände, au? und einen Revolver neben ihnen, mit dem sie sich je eine Kugel in den Kopf geschossen hatten. Das Liebespaar, das freiwillig in den Tod zu gehen versucht hatte, wurde sofort ins Krankenhaus gebracht; es ist wahrscheinlich, daß beider Leben gerettet werden kann. Erstunlängstwurdedie allgemeine Aufmerksamkeit auf Perlenfunde in Austern durch den Streitfall gelenkt, ob auf die Perle, die ein Gast in einem Restaurant in einer Auster findet, er oder der Wirth das Eigenthumsrecht hat. Jetzt wird ein neuer Perlenfund aus London gemeldet: Eine Fischhändlerin in Kettering hat das seltene Glück gehabt, in einer Auster, die sie für einen Kunden Lffnete, nicht weniger als zehn Perlen zu finden. Sie bemerkte den reichen Inhalt der Auster, aX eine der Perlen herausfiel, und war klug genug, die Auster sofort beiseitezulegen und dem Kunden eine andere zu geben. Als sie die Auster genauer untersuchte, fand sie weitere neun Perlen. Sie hatte die Austern von Liverpool bezogen. Ein Juwelier erklärte, daß die Perlen, die in der Größe sehr verschieden sind, von vorzüglicher Beschaffenheit wären. Die qrößte Perle ist größer als eine dicke Erbse. -EininLondonausgege-benes Blaubuch über die Verproviantirung der britischen Armee während des Burenkrieges entrollt eine Mißwirthschaft, die das Land wahre Unsummen gekostet hat. Nicht weniger als 5,611,622 Rationen von Büchsenfleisch und Gemüse, die ca. $1,400,000 gekostet hatten, erwiesen sich als ungenießbar und mußten vernichtet werden. Die Vorräthe an Proviant, die nach Abschluß des Krieges übrig blieben (meist Conserven) wurden für 560,898 Pfund Sterling (ca. $2,500,000) an die Armee - Lieferanten zurückoerkauft und brachten kaum die Hälfte dessen ein, was sie gekostet hatten. Sehr merkwürdig ging es . auch mit dem Einkauf und Verkauf von Heu und Hafer an die Lieferanten zu. In demselben Monat verkaufte man an eine Firma in Pretoria Heu zum Preise von 10 Schillingen und Hafer zum Preise von 11 Schillingen im Gesammtbetrage von 127,044 Pfund Sterling und kaufte denselben Hafer und dasselbe Heu zum Preise von 18 Schillingen und 17 V Schillingen zurück. Aehnliches wiederholte sich auch an anderen Stellen. In dem Bericht wird auch noch weiter erwähnt, daß sich von den gelieferten Gewehrpatronen 28,000,000 als fehlerhaft und daher als unbrauchbar erwiesen hatten, die anstandlos übernommen worden waren, so daß kein Ersatz verlangt werden konnte. Dies macht der berüchtigten russischen Corruption heftige Concurrenz.
Allerlei sür's HauS.
Um Gurkensamen zu bekommen, läßt man die schönsten gleichmäßig gewachsenen Gurken an den Stöcken und nimmt sie erst dann ab, wenn sie gelb geworden sind. Man legt sie zum Nachreifen an einen trockenen, luftigen Ort, nimmt dann das Mark sammt den Kernen heraus, thut dasselbe in eine Schüssel und reinigt die Kerne nach vier bis sechs Tagen in einem Siebe. Die guten Kerne fallen im Wasser zu Boden, diese trocknet man schnell an der Sonne ab, reibt die aneinander klebenden auseinander und bewahrt sie auf. Diese Sterne sind fünf bis sechs Jahre keimfähig. Ein ausgezeichneter Lederriemenleim wird bereitet durch zwölfstündiges Quellenlassen von gleichen Theilen starken Leims und Hausenblase, Aufkochen und Verfetzen mit Tannin bis zur Sirupconsistenz. Dieser Leim wird heiß aufgestrichen, die geleimten Stellen werden stark zusammengepreßt. Einen Z i n k a n st r i ch, der weder abblättert, noch Risse bekommt, kann man folgendermaßen herstellen: In einem irdenen Topfe setzt man zu 15 Theilen roherSalzsäure unter Umrühren mit einem Holzstabe allmählich so viel Zinkoxyd zu, daß sie ein wenig ungelöst bleibt, bringt in di: noch heiße Flüssigkeit 2 Theile gepulvertes Kupfervitriol und 2 Theile Salzsäure und rührt so lange um, bis auch der Vitriol gelöst ist. Mit dieser Beize, die sehr ätzend ist, mit der man daher vorsichtig umgehen muß, reibt man die Zinkfläche mittelst Watte ab und wiederholt dies nach einem Tage. Nach dem Trocknen wird das Zink mit einem trocknen Tuche sanft abgerieben und dünn mit einer Leinölfirnißfarbe überstrichen, welche neben anderenFarbesubstanzen mindestens 20 Prozent Zinkweiß enthalten muß und mit 2 Theilen der unten erwähnten Kautschuklösung versetzt ist. Dieser Ueberzug bildet nun die Grundlage sür die anderen Anstriche von beliebiger Farbe, doch ist auch hier eine Beimischung von 2 Theilen der Kautschuklösung auf 100Theile der Firnißfarbe nöthig. Die Kautschuklösung wird bereitet, indem man in einer Flasche 2 Theile fein geschnittenes Kautschuk und 1 Theil geschabtes weißes Wachs mit 15 Theilen gutem Benzol überqießt und 10 bis 20 Tage bei Seite stellt, aber öfters kraftig schüttelt. Blondes Haar. Um blondem Haar seine ursprüngliche Farbe zu erhalten, ist es gut, dasselbe alle Woche einmal mit Weizenklee durcbukämmen. Man bepudert den Kopf damit und kämmt und bürstet dann die Kleie recht sorgfältig ab. Ferner wäscht man das Haar alle 45 Wochen einmal mit Kamillenthee und endlich schneidet man es so selten als möglich, da das nachwachsende Haar gewöhnlich immer dunkler wird. Dies sieht man auch fast immer an Kindern, deren untere Locken oft noch ganz hellgolden erscheinen, während das nachgewachsene Haar oben auf dem Köpfchen schon viel dunkler ist. L u f t d i ch t e r K i t t. Dieser Kitt wird auf folgende Weise bereitet. Man schmilzt zuerst Kautschuk (ein Zusatz von ungefähr ein Fünfzehntel Fett oder Wachs scheint, ohne zu schaden, das Schmelzen zu erleichtern) rührt es gut und steigert die Temperatur sehr vorsichtig, so daß niemals reichliche Dämpfe aufsteigen. Wenn die Masse fast völlig geschmolzen ist, setzt man gelöschten und durchgesiebtenKalk in kleinen Portionen dazu, bis der Kautschukgeruch verschwunden und statt dessen ein eigenthümlicher Geruch bemerkt wird. Wenn man den Kitt für consistent genug hält, so entfernt man ihn vom Feuer und verwendet ihn wie Glaserkitt. Rohe Kartoffelschalen, getrocknet, geben ein prächtiges Material zum Fcucranmachen. Ist das Ofenfeuer im Erlöschen, bringt man es, wenn nur noch einige Funken vorHanden sind, mit einer Handvoll getrockneter Kartoffelschalen sofort wieder in Brand. Auch reinigt das Abbrennen derselben die Oefen von Ruß. Außerdem sind rohe Kartoffelreste und Schalen, in Stückchen geschnitten, mit etwas Wasser, ein Putz- und Reinigungsmittel für gelbangesetzte Glasgegenstände. Eine durchgeschnittene Kartoffel putzt prächtig Messer. Blechund Zinngeräthe wäscht man in Wasser ab, in dem rohe Kartoffelschalen ausgelaugt wurden. Geschälte rohe Kartoffel gerieben, mit lauwarmem Wasser Übergossen, geben eine prächtige Lauge zum Waschen farbiger Wollstoffe und bunter Stickereien. Man spült diese, nachdem sie so zweimal durchgewaschen, in Wasser, dem etwas Essig zugesetzt woroen. Alte Parkettböden lassen sich ohne Abhobeln auf folgende Weise wieder erneuern. Mit einer scharfen Bürste, seinem Sand, Natronlauge und Wasser wird der Boden erst gescheuert; hierauf streicht man Chlorkalkmilch aus 1 Theil Chlorkalk und 9 Theilen Wasser aus und daraufhin wird verdünnte Salzsäure (1 Theil Salzsäure in 10 Theilen Wasser) reichlich naß ausgestrichen. Dabei sind die Fenster zu öffnen, damit man die entstehenden Chlorgase nicht einathmet. Nach Verlauf einiger Stunden wird mit Sand und Wasser gescheuert. Der Boden wird jetzt wie neu und kann nach dem Trocknen in der übli cben Weise aewickst werden.
.... Afres Bulletin ....
Kilt Kleiderröcke mit siebenzehn Gore $5 Kleiderröcke in diesem modernen Schnitt stnd die reine Verzweiflung der durchschnittliche Kleidermacherin, der Beweis eines guten Schneider. Diese spezielle Partie umschließt Shepherd Plaids, unsichtbare Checks und einfachere Dessins in Panama Zorsted und Hellem Tuch, angefertigt in Kilt Mustern, Geh-Längen und mit siebenzehn Gores zugeschnitten. Sie werden schwerlich irgendwo ähnliche Muster finden für nur annähernd solch niedrigem Preis. $5.00 U.tM Jndiana gröhte Dry Sood Händler. Schulmeher Mnhl. Am letzten Mittwoch wurde Carl W. Schulmeyer mit Frl. Holda Helene Mühl, Tochter von Herr und Frau ThuiSka L. Mühl in Rhineland, Mo., getraut. Sie kehrten am Freitag Abend von ihrer Hochzeitsreise zurück und empfangen jetzt ihre Freunde in No. 947 Nord Illinois Straße. Frau Marie Schulmeyer, die mit ihrem Sohne zur Hochzeit ging, wird sich Iftn gere Zeit in 9to. aufhalten. Hl i Karten zur Schiller-Feier. Die Karten, welche zum freien Eintritt zum FeftaktuS im Deutschen HauS berechtigen, sowie die Karten für die reservirten Sitze und die Nachfeier sollten von Allen, welche der Feier bei zuwohnen wünschen unverzüglich in der Geschäftsstelle der Gutenberg Co., 81 Süd Delamare Straße, abgeholt werden. Raucht die Tish I Mingo. DerNew M Store ftoMtri 1853.) . . .Jndiana'S größter Lade. . . Den großen Waschftoffe- Verkauf dürfen Sie nicht verpassen. Gewählte Sommer'Fabri' kate für veniger als wirklichkr Kostenpreis. :: 3c Lily Lawns. 8Zc Solone Lawns . . . 6c Colten Challis. . .. z Elluslie Batiste 10c M. D. Chambrays 15c bedruckte Voiles .. 13c mercerized gestreifte 19c Plisse Crepons , . . . .. 8e die ?)crd 4t die Yard . . 4c die Yard .6c die Yard 6c die Yard , ze die Yard Lawns 9c Yd t24e die Yard Ostzimmer. PETTIS M GQ0DS C0. m Auropäischks jkVartkmntt Wechsel, Creditbriese, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsschetne von und nach Europa. An- und Verkauf ausikndi schen Geldes. kI IM No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Ba ik. Jobs C. Meiste, ...Rechtsanwalt... (Krühtt Vtaattanwalt.1 323-325 Zdiaa Trust iiwtz Telephon (neu) 160.
