Indiana Tribüne, Volume 28, Number 218, Indianapolis, Marion County, 6 May 1905 — Page 6
V Jndiana Tribüne. 6 Mai 1905
Jk .m. v C- .IfcAtL' yiiCjt?K'wr wrJ'trnsV ttIMiiKi8iLdPM MM?bi vlV - ' t
Der porzcUanyund. Erzählung von Paul Sberbardi. Er hat es doch nicht mit Willen gethan sagte Kersten zu seiner Frau. Er soll es aber überhaupt nicht anfassen, Walter. Er weiß ganz genau, was er darf und was er nicht darf. Ich habe ihm unzähligemal verboten, nichts von dem Kaminsims zu nehmen ich habe es ihm verboten, du hast es ihm verboten und im ersten Augenblick, wo er allein ist, thut er es wieter Kersten paffte mächtige Rauchwolten aus seiner Eigarre und beobachtete seine Frau, welche verschiedene Stücke Porzellan zusammenzupassen suchte. Dann blickte er auf den Kammsims, in dessen Mitte eine Lücke gähnte, an deren Stelle früher der entzückende blauweiße Hund aus chinesischem Porzellan gestanden. Ich glaube, er geht zu kitten meinte er endlich. Gekittet kann er schon werden aber es wird miserabel aussehen. Und das eine Stück ist in lauter kleine Splitter gegangen, das bekommen wir
nicht zusammen. Aber um den Hund handelt's sich auch nicht, sondern darum, daß der Junge nicht folgen kann." Sie legte die Stücke beiseite. Ist es nicht besser, du verzeihst ihm dies eine Mal noch? Er sagte doch, es thäte ihm so sehr leid." Nein, Walter, ich verzeihe ihm nicht. Es ist zu oft schon passirt, daß der Junge nicht folgt. Du verzeihst ihm immer alles und darum denkt er, er darf alles thun, was ihm verboten ist." Er hat sich so darauf gefreut, heute mit uns auszufahren, der arme, kleine Kerl," fuhr er fort. Es ist eineSchande, wo das Wetter so herrlich ist." Er mag im Garten bleiben. Nein, nein, Walter, diesmal gebe ich nicht nach. Er bleibt zu Hause. Er mag lernen. Du wolltest ihn nicht züchtigen, so muß er auf andere Wege bestraft werden." Er zog seine Uhr. Der Wagen wird in zehn Minuten hier sein. Mach dich lieber fertig, Lisbeth." Gleich, gleich. Ich bin sofort wieder da." In dem Augenblick, als der Wagen vorfuhr. erschien seine Frau wieder im Zimmer. Kersten stieg ein: ''ein. Gesicht hatte emen Ausdruck von Scham, als er auch nach dem einen Fenster zurückschaute, hinter welchem ein traurig blickendes Gesicht zu sehen war. Sie fuhren ziemlich schweigend dahin. Walter konnte an nichts anderes senken, als an das kleine, süße, traurige Gesicht hinter der Fensterscheibe und die Fahrt dünkte ihm ein gestohlenes Vergnügen. Als sie an einem besonders schönen Heckenrosenstrauch vorüberfuhren, meinte er: Wie Hansel sich freuen würde, wenn er ne von den Blumen hätte." Seine Frau sah ihn fragend an. Wir können ihm ja ein paar mitnehmen." Walter hielt, stieg aus, schnitt ein paar Zweige ab und legte das Bündel Blumen hinter sich in den Wagen. Während sie weiterfuhren, sagte Lis beth: Ich glaube gar, du hältst mich für hart. Aber ich kann es nicht ändern. Es muß Hans fühlbar gemacht werden. daß er etwas nicht thun darf, wenn es ihm verboten worden ist. Er ist alt genug, das zu verstehen." Er ist fünf Jahre," wandte ihr Mann ein. Fünf Jahre, das ist alt genug," um Gehorsam zu lernen. Wenn er es nicht lernt, dann muß er eben durch -Strafe dahin gebracht werden." Kersten murmelte etwas Unverständliches. Was sagtest du?" fragte seine Frau. Ich meine, wenn ein Kind sagt, es thue ihm leid, o müsse das genügen Nein, es genügt nicht! Es thut ihm immer leid, aber darum lernt er doch nicht gehorsam sein. Wenn er erst weiß, warum es ihm leid thut, dann will ich ihm verzeihen." Kersten wandte sich scharf nach sei ner Frau um. Du willst damit sa en " Daß ich ihm Gehorsam beibringen will '.Jawohl, Walter, das will ich. Na. meinetwegen." Wir könnten eigentlich in der Mühle drüben Kaffee trinken," meinte Lisbeth nach einer Weüe. Wie du willst." Weißt du, Walter, du brauchst uns nicht die ganze Fahrt durch deine schlechte Lau'.ie zu verderben. Ich habe keine schlechte Laune," gab er zurück. Er lenkte den Wagen in den kleinen Seitenweg, der stch zwischen hohen He cken dahinzog. Unter uralten, mächtigen Bäumen versteckt lag die Mühle. Es war ein wunderschönes, idyllisches Plätzchen. Neben dem alten, dicht mit Epheu übersponnenen Hause lag ein Garten, in welchem altmodische Blu men in reichster Fülle blühten, und auf der einen Seite befand sich em Hof, in welchem ein paar junge Schweine und eine Truthenne mit ihren Kücken umherliefen. Nach einer kleinen Weile erschien ei ne Frau in mittleren Jahren, die Kerften den os ausicywg, wo er lein Pftrd einstellte. Dann kehrte er in das kleine Zimmer zurück, da als att
und Wohnzimmer zugleich diente, denn es kamen nur sehr selten Gäste in die alte Mühle. Als er zurückkam, fand er den Kaffeetisch schon gedeckt, und gleich darauf erschien auch der duftende Trank. Nach einer Weile meinte seine Frau: Sieh mal, Walter, den chinesischen Hruid dort auf dem Brstt! Ich habe mir ihn vorhin schon genau angesehen." Sie wies auf einen roth, blau und gelb bemalten Porzellanhund, der ein geradezu fürchterlich großes Maul hatte und dessen starre Augen den B schauer herausfordernd anzublicken schienen. Na, ist das aber ein gräßliches Biest!" rief Kersten. Gräßlich, Walter? Ich finde ihn reizend. Es ist echt chinesisches Porzellan. Und davon ist sicher ein Paar vorHanden. Ick möchte wohl wissen, wo das andere Stück ist. Aber es ist entzückend, einfach entzückend! Ich möchte den Hund zu gern haben." Sie waren
beide an das Brett herangetreten und hatten den Porzellanhund näher betrachtet. Ich glaube, die Leute verkaufen ihn mir. Er ist ja übrigens schon zerbrochen und gekittet!" Sie setzten sich wieder an den Tich und tranken ihren Kaffee. Aber all die Jifwn irn-rf Oräfio fi hp n t f r i rfl P jiu u w i ivuij vi.vu Blicke auf den chinesischen Hund. Kerstsn entdeckte in den Augen seiner Frau den Ausdruck des Sammelfiebers", wie er es nannte. Zu jeder anderen Zeit würde er gutmüthig auf ihren Wunsch und ihre Gedanken eingegangen sein, heute jedoch beschäftigte er sich mit ganz etwas anderem mit seinem kleinen, süßen Jungen, der zu Hause hatte bleiben müssen, um Geborsam zu lernen. Darum ging ihm ihr Enthusiasmus über das chinesische Biest" auf die Nerven. Lisbeth sah den Hund unverwandt an, er ebenfalls aber mit Wuth und Zorn im Herzen. Er hätte dem Thier am liebsten die frechen Augen aus dem Kopf geschlagen. Walter!" flüsterte seine Frau ihm über den Tisch zu. sei lieb und kaufe ihn mir. Sprich du mit der Frau. Laß dir aber nicht merken, daß du ihn gern haben möchtest; sonst verlangen sie eine Menge Geld dafür. Ich muß das süße Ding haben. Wenn wir ihn heute nicht bekommen, gehe ich ein andermal wieder her." In diesem Augenblick trat der Wirth ein. Lisbeth warf ihrem Manne einen bezeichnenden Blick zu und trat ans Fenster, als ginge sie der ganze Han del nichts an. Sie that so gleichgutig lütt möglich, als ihr M?nn nach dem Hund fragte, ob derselbe wohl verkäuflich sei. Der Hund?" meinte der Mann. Ja, es ist ein seltenes häßliches Ding. Es war ein Paar davon da. Meine Frau bekam sie als Hochzeitsgeschenk. Die Hunde sollen über hundert Jahre alt sein. Meine Frau verkaufte den anderen vorigen Sommer an einen Radfahrer, der ganz versessen darauf war." Glauben Sie, daß sie diesen hier auch verkaufen würde?" fragte Kersten. Ich möchte ihn nämlich gern erstehen." Diesen hier? Nein, das glaube ich nicht." Wie dumm er sich anstellt," murmelte Frau Kersten und biß sich wü thend auf die Lippen. Der Mann versenkte die Hände in die Hosentaschen und sah verlegen auf seine Schuhe herab. Die Sache ist nämlich die meine Frau hängt an dem Porzellanhund ioegen wegen unserer kleinen Jrma." So?" sagte Kersten in fragendem Tone und warf einen verstohlenen Blick auf Lisbeth, die mit den Fingern auf den Fensterscheiben herumtrommelte. Also, wie gesagt," fuhr der Mann fort, meine Frau bekam die Hunde als Hochzeitsgeschenk und sie hielt immer große Stücke darauf, weil sie schon so lange in der Familie gewesen waren. Eines Tages holte unsere kleine Irma sie war damals fünf Jahre alt sich den Hund von dem Wandbrett herunter sie konnte kaum raufreichen und zerbrach ihn. Sie hatte bloß damit spielen wollen. Aber lveine Frau war ein bischen hitzig. Sie gab der Kleinen ein paar Ohrfeigen, die kleine Irma fiel mit dem Rücken acqen den Ofen und verletzte sich sich?. sehr schwer. Das war vor zwanzig Jahren. Siewäre jetzt fünfundzwanzig Jahre unsere Irma." Er hielt inne und fuhr mit der Hand über das eine Auge. Sehen Sie, Herr, und darum wird meine Frau den Hund nicht hergefcn, weil es gerade derjenige ist, mit welchem die kleine Irma spielte und weil wir unsere kleine Irma schon lange nicht mehr haben" Ein Geräusch vom Fenster her machte Kersten aufblicken. Er hatte seine Frau nicht beobachtet, so lange er mit dem Wirth gesprochen. Jetzt sah er sie scharf an und ihre Augen trafen sich. Im nächsten Moment kam sie rasch auf ihn zu, legte die Ha?,d auf seinen Arm und sagte mit leicht bebender Stimme: Walte,, wenn wir jetzt oh, Walter, ich möchte bald nach Haufe!"
SchweresEzempel. Papa, hat der Graf um mich angehalten? Liett n mich?" Gr wiä es er? noch eirvrnal nachrechnen." I
WINEorCARDtl
im Empfangszimmer?
Europäische Nachrichten. yrwUifl Fosen. Posen. Weil er für seine Compagnie zum zweitenmal den Kaiserpreis erringen wollte, hat sich der Major a. D. Zinncmann, früher Hauptmann der 11. Compagnie im Jnfanterie - Regiment No. 58 in Fraustadt, Betrug und falsche Buchführung zu schulden kommen lassen, wofür er vom Kriegsgericht der 9. Division in Glogau zu 8 Monaten Gefängniß und Ausstoßung aus dem Heere verurtheilt worden ist. Gegen dieses Urtheil hat Zinnemann Berufung eingelegt, worüber jetzt vor dem Oberkriegsgerichr verhandelt wurde. Das vorige Urtheil wurde aufgehoben und der Angeklagte zu 6 Monaten Festung verurtheilt. Bromberg. Verliehen wurden der Rothe Adlerorden 4. Klasse dem Distriktscommissär a. D. Polizeirath Heinrich Schmidt Hierselbst, bisher in Trzementowo; das Allgemeine Ehrenzeichen dem Fußgendarm Friedrich Wegner von hier, dem pensionirten Fußgendarm Hermann Schramm zu Prinzenthal, Landkreis Bromberg. K a i s e r s d o r f. Die etwa 75jährige Wittwe des Arbeiters Fiedler von hier wurde von einem Arbeiter in einem kleinen Gebüsche auf der Ccayczer Feldmark todt aufgefunden. Die alte Frau, welche von einem Besuche ihres Sohnes aus KoUin zurückgekehrt war, wurde noch in Czaycze lebend gesehen. Auf dem Heimwege muß die Frau sich jedenfalls verirrt haben und hat, als sie sich ermüdet niederließ, in der kalten Nacht denTod gefunden. K r o t o s ch i n. Auf dem Schulplatz der katholischen Vorstadtschule schaukelten auf Stämmen die in der Nähe wobnenden Kinder. Hierbei wurde der siebenjährigen Gertrud Galecki durch einen in's Rollen gerathenen Stamm die Brust eingedrückt, so daß das Kind nach wenigen Augenblicken starb. Der Vater des Mädchens ist vor einigen Jahren ertrunken. O b o r n i k. Die Frau des Amtsrichters Schmidt Hierselbst ist im Welnaflutz ertrunken. Die Frau kann nur in einem Anfall von Geistesgestörtheit den Tod gesucht haben, da nicht der geringste andere Grund vorHanden ist. Frau Schmidt war erst seit fünf Jahren verheirathet und Mutter von zwei Kindern. Pinne. Der Regierungspräsident zu Posen hat Namens des Königs den Johann Kowal'scken Eheleuten hierselbst aus Anlasi ihrer goldenen Hochzeit 30 Mark bewilligt. R o g a s e n. Dem hiesigen Fleischermeister und Schlachthausaufseher Gustav Reißner wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. W o l l st e i n. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem Abladeplatz der Baumaterialien für die Neubaubahnstrecke von hier nach Züllichau. Der Hilfsweichensteller Kulke war damit beschäftigt, die Verkuppelung zweier zusammenstoßender Wagen herzustellen. Hierbei gerieth er mit dem Kopfe zwischen die Puffer. Ter Anprall war so gewaltig, daß ivr Kopf zu einer breiten Masse geschlagen wurde und Kulke augenblicklich todt war. FroVinz Schleswig -Korstein. Schleswig. Letztens hat sich der am Polierteich Hierselbst wohnhafte Tischler Dose entleibt. Er hat sich einen Strick um den Hals gelegt und sich dann mit einem Revolver in die Schläfe geschossen. Dose, der eine Frau und drei Kinder hinterläßt, soll sehr nervös gewesen sein. Er befand sich im Genusse einer Invalidenrente. Alton a. Selbstmord verübte der in der Lagerstraße wohnende Arbeiter I Hinrichs, indem er sich in seiner Wohnung erhängte. Eme äußerst schmerzhafte, unheilbare Krankheit soll den Unglücklichen in den Tod getrieben haden.
Der Wlni of Cardul ist eine Medizin für alle Frauen. Er baut die Kräfte einer Frau auf und macht sie für all ihre Pflichten tüchtig. Wenn sie leidend ist, dann bringt er ihr beste Gesundheit. Wenn sie krank ist, dann kurirt er sie von solchen Leiden, wie unregelmäßiger Monatsfluß, nieder, drückende Schmerzen und alle weiblichen Schwächen. Sie brauchen aber nicht erft krank zu sein, um den Win of Cardul zu gebrauchen. TieseS natürliche Frauen-StärkungS-Mittel ist zu jeder Zeit zuträglich. Periodischer Gebrauch deS Wine of Cardul thut den meisten Frauen noth, welche mit Gesellschaftspflichten belastet sind, und Frauen, welche junge Kinder zu pflegen haben, und ihre Arbeit selbst verrichten rnüf sen. Sie finden, daß dieses berühmte Stärkungsmittel ein wohlthuendes Gefühl erzeugt, wenn sie matt, nervös und er schläfst sind. wollen Sie emen versuch mit Wine of Cardul machen? Alle Apotheker verkaufen V1.0-Flafchen.
Freien. Hier ereignete sich ein furchtbares Brandunglück, dem drei Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Es brannte die dem Schiffer Mohr gehörige, mit Stroh gedeckte Käthe. Die Mutter, die in einem Nebenzimmer schlief, ist augenscheinlich von dem Geprassel der Flammen erwacht, ist dann zum Bett ihrer schlasenden beiden Mädchen im Alter von 11 und 13 Jahren geeilt, dort aber, von dem Qualm betäubt, über ihre Kinder zusammengebrochen. Alle drei zusammen haben so den Tod in den Flammen gesunden. I tz e h o e. Der hiesige Zimmermeister Peter Mohr feierte in voller Rüstigkeit im Kreise seiner Fachgenossen den seltenen Tag des 50jährigen Mei-ster-Jubiläums. K a p p e l n. Ein von Schwansen zugereister Arbeiter ist hier in der Schlei ertrunken. Er scheint bei der Dunkelheit die Schleibrücke verfehlt zu haben und ist so in die Schlei gerathen. Kiel. Der Motorbootbesitzer August Stelting und der Lootse Julius Ludwig von hier wurden durch eine Explosion in dem Motorboot Thekla" schwer verbrannt. Stelting mußte sich in die Heilanstalt begeben ; Ludwig, dessen Brandwunden leichter sind, wurde in seine Wohnung gebracht. O l d e s l o e. Letztens brannte der große Kohlenschuppen des Steinkohlenhändlers H. Offen an der Hamburgerstraße nieder. Reiche Kohlenvorräthe sind verbrannt. Der Besitzer und seine. Frau waren verreist. Provinz Sachsen. Magdebura. Dem nach Magdeburg als Mitglied der Eisenbahndirektion versetzten Eisenbahndirektor Alfred Meyer in Breslau ist der Charakter als Geheimer Baurath verliehen worden. Behndorf. Auf dem hiesigen Kalischacht Burbach" verunglückte der Bergmann Wittenberg aus Walbeck. Er zog sich schwere Verletzungen am Kopf und am Rückgrat zu. Erfurt. Auf dem hiesigen Personenbahnyof wurde dem Rangirer Max Gessert aus dem nahe gelegenen Schmira von einer Rangirmaschine das linke Bein abgefahren. Ferner erlitt der Verunglückte schwere Quetschungen an der rechten Gesichtsseite. Halle. Letztens wurde vor dem Hause Schülershof 12 das vierjährige Söhnchen des Bergmanns Sydow von einem Brauereiwcigen überfahren; es war auf der Stelle todt. Klostermansfeld. Durch niedergehendes Gestein wurden bei ihrer Arbeit die Häuer Emil Kästner und Friederich Kunath und ein Schlepper von hier schwer verletzt. Merseburg. Lebensmüde war der Böttchermeister Günther, der sich kürzlich in seiner Werkstatt erhängte. Die Ursache zu diesem Schritt ist unbekannt. O s ch e r s l e b e n. Die hiesige Zuckerfabrik beging vor einiger Zeit das Jubiläum ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens. S ch a f st ä d t. Aus Verzweiflung infolge langjähriger Krankheit" erhängte sich die vierzigjährige Ehefrau des Fabrikarbeiters Schöncberg. S a l ch a u. Abermals ist die in der Nähe befindliche Mechterheimer Sägemühle durch Feuer fast vollständig zerstört worden, nachdem sie schon einmal im vergangenen Sommer total niedergebrannt war. Die Lokomobile, sämmtliche Gatter und Kreissägen, das Magazin und die gesammtenHolzvorräthe sind verbrannt. Der Gesammtschaden soll 100,000 Mark betragen. Die Entstehung des Brandes ist nicht aufgeklärt. T e n n st e d t. Der hiesige Bürgermeiste? Brandt starb plötzlich infolge eines Herzschlags. Der Verschiedene gedachte, in kurzer Zeit seine silberne Hochzeit festlich zu begehen, und hatte hierzu bereits die Vorbereitung getrosfen.
und in den
psmkndinn im Bctte. Der faskionablc Lebenswandel" und sein schädlichen Folgen. Die Mitglieder der Londoner Gesellschaft, und z.rar nicht nur die Herren, sondern auch ganz besonders die Damen, finden an den Unterhaltungen keinen Gefallen mehr, weil sie von allen diesen Festlichkeiten und dem. was zum fashionablen Lebenswandel" gehört, zu stark mitgenommen werden. Das wirkt mit den Jahren so sehr auf die Gesundheit, daß die Leute vorzeitig altern. Früher hatte man den ganzen Tag zur Verfügung, um sich auszuruhen und auf die Strapazen des Abends vorzubereiten, aber jetzt gibt es den Tag über so viel zu thun, dan man unmöglich am Abend noch frisch sein kann. Aus diesem Grunde hat man etwas ganz Neues erfunden, nämlich die Sitte, das Diner an solchen Tagen, wo man ausnahmsweise zu Hause und ohne Gäste ist im Bett einzunehmen! Wenn die Ladies heutzutage von ihren Motorfahrten oder von der Jagd oder was 5s sonst ist, nach Hause kommen, dann beginnen sie nicht mehr, wie früher, gleich damit, oie Abendtoilette für das Diner zu machen, sondern sie begehen sich, so schnell es geht, in's Bett, und dann bringt die Kammerjungfer das Essen herauf. Damit nun dieses so kurz vor dem Schlafengehen keine Verdauungsbeschwerden verursacht, besteh: es aus ganz leicht verdaulichen Speisen, gewöhnlich Fischsuppe, etwas Eeflügel und einer süßen Speise. Sobald man dieses einfache Mahl beendigt hat. nimmt man ein Buch zur Hand und schlummert dann sanft ein. um am nächsten Morgen mit neuen Kräften zu erwachen. Ursprünglich ist diese Lebensweise von Aerzten als Kur empfohlen worden, aber viele Damen fanden einen so besonderen Gefallen daran, daß sie jetzt mindestens dreimal in jeder Woche zu Bette diniren. Tcr Maigras." Das Schmücken der Ortschaften mit Maien zum Pfingstsest ist in Teutschland ein langgeübter Brauch, denn Urkunden und Annalen erwähnen seiner bereits im 14. und 15Jahrhundert als bekannte Sache. Nach den Aufzeichnungen eines alten Chronisten fand am Pfingstsonnabend der Mairitt" statt. Ein junger, vornehmer Bürgerssohn, den man zum Maigrafen" ernannt hatte, zog an der Spitze eines aus berittenen Bürgern, Dienern und der Stadt-Soldateska bestehenden Zuges hinaus in den Stadtwald. Tort hatten die Wäldler bereits ein Fuder Mai," nämlich junze Birkenstämmchen geschlagen, welche auf einen mitgeführten Wagen verladen wurden. Tie Lest durfte aber nicht schwerer sein, als dß sie vier Pferde auf einmal aus dem Walde ziehen und fahren können." Vor dem Walde wurde der Zug von einer jauchzenden Volksmenge erwartet, die ihn zur Stadt geleitete. Auf dem Marktplatz' hielt der Zug und d:r Maigraf vertheilte an die Bürger, an die Kirchen und Klöster die Birkenreifer, den Mai." der sein Eigenthum war. Er selbst wurde, mit einem a".s Birkreing geflochtenen Kranze oeschmückt, auf dem Rathhaus bewirthet. Das pfingsifröhliche Volk aber am'iNrte stch vor dem Stadtthor auf eigene Faust. Da gab es bei Trompetenklang und Paukenfchall Tanz, Becherklang und Würfellust, oder man schoß mit der Armbrust nach einem auf hölzerner Stange befestigten Papagei. Noch im 18. Jahrhundert wurde der Mairitt auf diese Weise gefeiert. Während der Monate Ottober, November und Dezember 1904 sind in den Ver. Staaten durch Eisenbahnunfälle 53 Passagiere und 189 Angestellte getödtet und 1430 Pasagiere und 1868 Angestellte verletzt worden. ottlted L eukhardt, ,Die gemüthliche Ecke.Ecke Noble undMariet Str.
Küebe.
I Mr He. New York Central L:nes. &xcxv statten Sonntag, den 7. ZNai. Cmcinnati .K1.50 Baseball : Cincinnati Pittsburgh. Spezial-Zug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens und verläßt Cincinnati um 7 Uhr Abends. Terre Haute-Sl . ) Rund-teencaftU-?5i&t& fahrt. Svecial-Hug verläßt Indianapolis um 7.30 Uhr Morgens und verläßt Terre Haute um 7 Uhr Abends. Lafayette u. Zwischenstationcu81 oder weniger die Rundfahrt. Special-Zug verläßt Indianapolis m 8 Uhr Morgens und verläßt Lafahette um 7.30 Abend. Züge ersten Ranges ! Schnelle Zeit ! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen Indianapolis und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwisbm Jndianapclis und Springsield, Illinois. Parlor Waggons an aen Tage und Schlaf maggonS an allen Nacht-Zügen . Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. lgeo, D. P. A. IAKE ERIE & WESTERN R. R. . . . . Fahrzeit der Züge. . . Sdsahrt nkunf lolebo, hicazn und Vrtchigan Errreß,.. 7.1k tl0.tt loltbo, Detroit und Chicago Lim 12.20 t S.U ichlgan Eity, Munc u.LafayetteVpl. v 7.20 flO.M töglich aufgenommen Sonntags. Die Perfect Gas Range wird zum Koftenpreife verkauft, abgeliefert und ausgestellt ohne Unkosten. Der fparsamfte Ofen für Kuns.gaS. Sprechen Sie vor und fehen Sie dieselben im Gebrauch. THE INDIANAPOLIS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. In 43 Stund wnoen Vonarrhöa nd Ausr.un aus vkn urm Organen durch Eantal-Miby au'gedobn, ohne Unbequemlichkeiten. Preis $1.00, bei allen Truggiften oder yv ane P. O. Vor 2081. New York. F e n st e r - und Spiegelscheiben werden am einfachsten und fchnellsten blank, wenn man sik nach dem Waschen und Abtrockne? nochmals mit einem Klümpchen Seidenpapier abreibt. Taffelbe hinterläßt nicht eine Spur von Fasern, wie das bei Tüchern unvermeidlich ist.
W 11 M HE M W I flii I fl M , W M BBMl
)
