Indiana Tribüne, Volume 28, Number 218, Indianapolis, Marion County, 6 May 1905 — Page 5
Zndiana Tribüne, . Mai 1905.
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Ttn den Tod.
Walter F:cnSd?rff. Du glaubsr. du hätlcsr mich gefangen? Ich pättc mich vor dir gcbcugl. Und wie die andern, bebend und mii Bangen, Hätt' ich vor dir mein Haupr geneigt? Tu lachst zu früh. Laß richig deine 5cnss fallen. Geb weiter, geb in'S Nachbarhaus, (ÄeK zu den AU, geh zu allen, ooj mich, mich laß aus dcincrNeihc auZ. Ich bin ncch jung, ich bab' noch Tlutfj, )Jiod) Kraft genug, midi gegen dich zu wehren, Qfl meinen Lldcrn kreist noch frisches Blut. Tas bttzchen ttaukkei kaun mich nicht bekehren. Ieb hab noch Muth. 11,'d dann das Jbel; Memft du. ich könnte von ibr lassen? 2? lockt mich mehr als deiner Todten Schädel. Ban sie mich hält tarnst du mich niemals fassen. Sta sich: Wir smd ja zwei du bist nur einer. Und vieles hab' ich noch auf dieser Welt zu thun. Qeh ruhig fort; von uns will wirklich keiner Bei deinen kalten Todten ruh'n. ir ivvllen leben, wollen noch genöeßen. Uno wink? die gfreude, winkt das Willi. Wir feh'u auf uuscr'm Weg noch viele Blumen sprießen. Einst sind sie alle welk dann kcbr zurück. Sie Sklavin. Von enr Tovote. Nanu, Lisbeth, 2ie sind wieder hier?" Sie wurde ein klein wenig roth, während sie mir das Zhsebrett hinhielt, von dem ich mir eine Tasse nahm. Ja, ich konnte es nicht aushalten ohne die gnädige Frau und ohne die Binder." Ich sah ihr mich, bis sie das Zimmer wieder verlassen hatte. Dann sah ich ebenso erstaunt die Frau es Hauses an. die gleichfalls ein wenig verlegen war und lächelte. Tann endlich fragte ich: Ja, wie ist das denn möglich. Die Lisbeth ist wieder bei Ihnen? Hat sie denn all ihr vieles Geld verloren, oder . . Nein!Aber sie hatte doch ein Vermögen gewonnen, in irgend einer Lotterie." Ja, ganze sechigtausend Mark." Und das alles hat sie durchgebracht auf ihre alten Tage?" Keineswegs." Es ist ihr abgeschwindelt?" Gott bewahre." Ja. was ist denn nur?" Lisbeth hat Ihre Sechzigtausend so sicher wie Sie JhrGeld haben, als erste Hypothek angelegt." Aber ja. wieso ist sie denn wieder bei Ihnen?" Ja. sie ist eben wiedergekommen und hat sich wieder vermiethet, ganz wie früher. Ach wo!" .Ja doch." ..Sie haben ein Mädchen, das sechzigrnusend Mark im Vermögen hat?" Ja, und alle Arbeiten macht, genau wie früher, nur noch fleißiger und sauberer, wenn das überhaupt möglich ist." . . Aber sie war doch vonJhnen weg?" Gewih, über ein Jahr." Und ist wiedergekommen, ganz von selbst wieder zu Ihnen gekommen?" Freilich." ..Das verstehe ich nicht, das müen Sie mir erklären." Ich Hab's auch nicht gleich verstanden. Als sie vor einem Jahre den Glückstreffer machte, begriff sie es zuerst gar nicht. Mein Mann hat ihr das Geld sofort angelegt, aber sie hielt den Monat noch getreulich bei uns aus. Als es ihr aufging, daß sie in jedem Monat ihre 200 Mark zu verzehren hatte, da hätten Sie die Freude fehen müssen, gelacht und geweint hat sie all die Tage. An die zwanzig Jahre war sie in Stellung gewesen, vom sechzehnten Jahre an, bald als Köchin, bald als Kinder- oder Hausmädchen, bis sie zuletzt schon seit fünf Jahren bei uns eine benere Stellung gefunden hatte, aber für zwei arbeitete. Nun brauchte sie nickt mehr zu arbeiten. Nun hatte das Gehorchen aufgehört und das Befehlen kam jetzt dran. Ausruhen konnte sie sich und die Daumen drehen und den lieben langen Tag mit Nichtsthun hinbringen, sich erholen und für sich leben, nach zwanzig Iahren langer Sklavenarbeit. Das sagte sie zwar nicht: Sklavenarbeit, aber sie dachte es gewiß, wenn sie das Wort Arbeit aussprach. Mir, den Kindern und der Köchin erzählte sie in den letzten Tagen von nichts anderem, als wie sie sich ihr Leben nun einrichten wollte. In Steglitz hatte sie Verwandte, dahin wollte sie ziehen, um sich in deren Nähe eine kleine Wohnung zu nehmen, womöglich mit einem Stücken Garten. Wir fragten, ob sie nicht daran denke zu heirathen. Nee, das fiel ihr nicht ein; vor allem nicht jetzt, wo sie das viele Geld hatte. Einmal war sie schon hineingefallen, und ein gewissenloser Kerl hatte sie um all ihr Erspartes gebracht; zum zweiten Male sollte ihr das nicht wieder passiren. Sie wollte jetzt was von ihrem Leben haben. Und so verließ sie uns bann' eines Tages. Ein herzlicher Abschied mit vielen Thränen ihrerseits und Bitten und Versprechen, sich oft bei uns sehen zu lassen.
Nach acht Tagen kam sie zum ersten Male. Ach, sie hatte so viel zu thun, hatte nahe bei ihren Verwandten zwei Zimmer und Küche gefunden, auch war kine kleine Veranda dabei, die auf ein Stück Garten führte, und nun hieß es, das alles in Stand seken. Sie hatte aus der Sparkasse geholt, was sie sur die erste Einrichtung brauchte. Es kostete zwar alles Geld und wieder Geld, aber sie tonnte sich' leisten. Eines Tages kam sie und bat. und die Kinder jubelten bei dem Gedanken, wir möchten ihr doch alle die Ehre erweisen, uns ihre Wohnung anzusehen und eine Tasse Kaffee bei ihr trinken. Tazu bedürfte es wahrlich keiner Bitten. Wir kamen dann auch hin, und so etwas Bildsauberes habe ich selten gesehen, eine so nette, kleine Behausung und Lisbeth glückstrahlend, und fein angezogen. Ansehnlich war sie immer gewesen, stets propper und nett, daß man seine Freude hatte. Sie war selig. Dann kam der Winter. Sie kam öfters in die Stadt und fah sich nach den Kindern um. Die Kinder gingen zu ihr hinaus, aber den glücklichenEindruck machte Lisbeth nicht mehr. Sie war immer freundlich und flink gewesen. hatte einem das Wort vom Munde abgelesen und führte oft schon aus, woran man im Augenblick erst gedacht hatte. Jetzt wurde sie ein bischen mürrisch und machte keinen sonderlich zufriedenen Eindruck. Eines Tages kam sie damit heraus, daß sie sich langweile. Es war ihr schrecklich einsam zu Muthe. Die Verwandten wollten nur immer was von ihr haben, so daß sie schon gar nicht mebr mit ihnen zusammenkommen mochte. Sie wußte nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollte. Anfangs hatte sie ein kleines Mädchen gehabt zur Bedienung, aber dann hatte sie es bald wieder abgeschafft. Sie machte ihr doch nichts recht, und sie mußte immer selbst binterher sein und schelten. Vor allem blieb ihr dann nichts zu thun übrig. Nun arbeitet sie wieder allein, aber sie hatte keine rechte Lust daran. Es wurde eigentlich bei ihr nie etwas reckt schmutzig, so daß es sich kaum lohnte, rein zu machen: es machte ihr keinen Spaß. Sie überlegte immer erst lange, was sie thun, und ob sie überhaupt etwas thun sollte. Essen kochen? . . . für sich so allein, das war eigentlich Unsinn. Bei ihren Verwandten und im Restaurant schmeckte es 'ihr nickt. So ließ sie es meistens ganz und begnügte sich mit Kaffee und ein paar Stullen dazu. Das war ihr Mittag. Früher batte sie um echs Uhr früh schon gewußt, was sie hiute zu thun baüe. Wenn sie jetzt um sechs aufstand, wußte sie um acht vor Langeweile nichts anderes, als die Hände in den Schooß zu legen. Sie war so gewöhnt, daß ihr gesagt wurde, was sie zu thun hatte, zwanzig Jahre lang batte sie den Willen der anderen gethan. daß sie jetzt keinen eigenen mehr hatte. Niemand war da. der sie lobte oder :adel:e. für sie selbst war ihr alles gleichgültig, sie konnte es thun oder auck lassen, bis sie es gehen ließ, und den Entschluß nicht fassen konnte, sich zu irgend einer Arbeit aufzuraffen. Sie blieb des Morgens im Bette, sah dem langen leeren Tag mit seiner Einsamkeit entgegen und graute sick. Sie hatte keine Lust aufzustehen, während sonn das Klopfen des Bäckerjungen oder Volles sie mit eimm Satz aus ihrem Mädckenbett trieb, um hastig einen Unterrock überzuwerfen und die Thür zu öffnen. Jede Minute war eingetheilt gewesen. jeder Tag brachte seine besonderen Aufgaben. Und die Kinder ließen sie gar nicht zur Ruhe kommen, daß sie manchmal nicht wußte, wo ihr der Stopf stand. Jetzt vernachlässigte sie sich, raffte sich nur auf, wenn sie wußte, daß Jemand von uns zu ihr kam, oder wenn sie sich auf den Weg zu uns machte. Bei uns in der altgewohnten Umgebung vergaß sie dann alles und fühlte sich so sicher, daß sie nie etwas sagte. Deshalb erfuhr ich auch erst spät, wie es um sie stand. Und dann war es fast zu spät. Sie war ganz krank geworden, es schmeckte ihr nicht, sie war ganz melancholisch. schlief nicht mehr und fürchtete sich in ihrer einsamen Wohnung. Sie glaubte sich von Räubern und Mördern verfolgt und war in einem solchen Zustand der Haltlosigkeit, daß sie alle Lust am Leben verloren hatte und das unglückselige Geld verwünschte, das ihr ein Zufall geschenkt hatte. Sie sehnte sich nach dem alten, gefunden Schlaf zurück, nach ihrer Arbeit. den von vorgeschriebenem Thun erfüllten Tagen, nach ihrem gesunden Appetit, den sie einst besessen, der guten Laune und vor allem dem steten Umgang und Beisammensein mit anderen Menschen. Ganz gebrochen kam sie eines Tages zu mir, im Zustande völliger Willenlosigkeit. Keinerlei bestimmte Absicht führte sie zu mir. Erst während sie mir alles erzählte, kam ihr der Gedanke, wie viel besser sie es früher doch gehabt hatte, wie sie sich zurücksehnte, daß irgendwer ihr vorschrieb, was sie thun sollte, daß sie wieder gelenkt wurde und nicht allein die schwereVerantwortung auf sich zu nehmen brauchte, was sie mit der Endlosigkeit eines jeden neuen Tages anfangen sollte. Trotz aller meiner Bedenken bat sie so lange, bis ich einwilligte, daß sie wieder zu uns kam. Zufällig ließ eö
sich einrichten, und schon nach acht Ta
gen zog sie wieder zu uns, zur Probe, nur weil ich ihr helfen wollte, sich aus ihrem Zustande völliger Trübseligkeit aufzuraffen. Nach kaum drei Tagen war sie fest entschlossen: sie ging nicht wieder zurück in ihre Rentierenherrlichkeit. Nein, das war nichts für sie. Sie wollte bleiben, wohin sie gehörte, bei uns und den Kindern, so lange wir sie nur behalten wollten. Ich hatte noch immer meine schweren Bedenken, aber sie sind bald zerstreut. Lisbeth hat ihre schöne mricylung längst verkauft, dafür schläft sie gut, hat ihren gesunden Appetit und ihre frohe Laune wieder gefunden, ist froh, daß sie auf's Neue weiß, wozu sie auf der Welt ist. Sie arbeitet wie ein Pferd und mit einer Lust, daß es eine Freude ist. Sie ist eben nicht zur Nentnerin geboren und zu alt, um noch zu lernen. Ein ganz anderer Mensch steht vor einem, die alte Lisbetb. wie wir sie alle gekannt haben. Als sei eine schreckliche Last von ihr genommen, die Verantwortung, selber etwas zu wollen, allein einen Entschluß zu fassen. Mechanifch jeden Tag arbeitet sie, was ihr befohlen wird, vor jedem Neuen stutzt sie wie früher und holt sich erst Rath. So kommt es, daß wir ein Mädchen im Dienst haben, das eine recht ansehnliche Kapitalistin ist. das im Jahre nahezu dreitausend Mark zu verzehren hat und doch froh ist. daß sie alleHausarbeiten machen kann und zu ihrer Rente sich monatlich ihre paar Mark hinzuverdienen darf, indem sie von Morgens früh bis Abends spät für uns andere sich in selbstgewählterSklaverei abrackert. Kieselsteine im Bogelmagen. Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, daß körnerfressende Vögel, insbesondere unsere Hühner, kleine Kieselsteine in reichlicher Menge neben ihrem Futter zu sich nehmen; und die Ansicht der Zoologen geht schon längst dahin, die Ausnahme der Beimischung sei nicht zufällig, sondern müsse aus den Bedürfnissen der Verdauungsthätigkeit erklärt werden. Offenbar ist es sehr fraglich, ob die Mästungstechnik aus dem Kieselzusatz einen Vortheil ziehen kann. Diese Frage ist nunmehr von A. Zaitschek in Budapest durch Fütterungsversuche an zwölf Hühnern entschieden worden. Die Thiere wurden, wie der Prometheus berichtet, so., in zwei Gruppen getheilt, daß die eine Mais- und Kieselkörner, die andere jedoch nur Mais zu fressen bekam. Das Gewicht der Kiesel betrug etwa 0.02 bis 0.24 Gramm. Nachdem der Versuch 2y2 Monate fortgesetzt war, wurden die Hühner geschlachtet und die Verdauungswege geöffnet. Der Befund war insofern höchst überraschend. als im Muskelmagen beider Gruppen Kieselkörner gefunden wurden. freilich dem Gewicht nach bei den Thieren der ersten Gruppe etwa doppelt so viel wie bei denen der zweiten. Hieraus geht hervor, daß der genannte Abschnitt des Verdauungskanals mit timx Vorrichtung versehen sein nruß, durch die eine völlige Entfernung der anscheinend zur Verkleinerung der Nahrung dienenden Kiesel verhinderte wird, und die es den Thieren gestattet, die vorgefundenen Kieselkörperchen über Monate unversehrt im Magen zurückzuhalten. Diese interessanten Versuche zeigen, daß die Züchtung mit cii??m absichtlichen Zusatz von Kiesel zum Futter keinen besonderen Vortheil bringt, da die Mästungsperiode höchstens einen Zeitraum von 15 Tagen umfaßt: und während dieser Zeit enthält der Magen stets so viel Steinchen, als zur Zerkleinerung der Nahrung erwünscht und nöthig sind. Ein Freund der Feuerbestattung. Anläßlich der in Brüssel geplanten Gründung einer Genossenschaft für Feuerbestattung erinnert der dortige Soir" an einen heitern Zwischenfall, der sich vor ungefähr 25 Jahren auf einer Wahlversammlung der Vorstadt Anderlecht zutrug. Ein Candidat hatte sich erhoben und war damit beschäftigt, dem Publikum sein höchst fortschrittliches Programm zu unterbreiten, als er mitten im Lesen aus dem Hintergrunde des Saales durch den Zuruf unterbrocken wurde: Ist der Candidat auch Anhänger der Cremation? Der Candidat hielt inne, vor Ueberraschung fiel ihm die Brille von der Nase, und da er nicht recht verstanden hatte, neigte er sich fragend zu den Herren am Vorstandstische. Vor dort wurde ihm erwidert: Man fragt Sie. ob Sie Anhänger der Cremaiion sind? Wovon? Der Cremation! Ah so, grt! Gewih, Wähler, ich bin Anhänger der Sache, die der Herr da oben genannt hat! Ein beifälliges Gemurmel ging durch den Saal, aber von Neuem erscholl aus dem Hintergrunde die Frage: Vorher oder nachher? Vorher, meine Herren, brüllte der Candidat. Die Fortschrittspartei ist die Partei des Fort, schritts. Sie verschiebt nichts auf morgen, was sie heute thun kann. Ich verpflichte mich, daß es vorher" geschchen wird. Weiter konnte er nicht kommen; ein homerisches Lachen erschüttelte den Saal, und vergeblich versuchte der Anhänger der vorvorigen Leichenverbrennung seinen Vortrag wieder aufzunehmen. Man lachte derart, daß er abtreten mußte, und trotz seiner fortschrittlichen Ansichten wurde er nicht als Candidat aufgestellt.
vom Auslande.
Eine Finanzgröße i m amerikanischen Stile, der Bauunternehmer Theodor Höch, Schöpfer des Cafs Luitpold. des Volksgartens und der gesammten Münchener Vorstadt Schwabing mit ihren Villen und Prunkhäusern, bekannt durch den riesenhaften Millionenprozeß im April 1904, der das gesammte Münchener Geschäftsleben auf Jahre hinaus scblrer erschütterte und untergraben hat. ist in München im Alter von 64 Jahren gestorben. Höch hat in seinem Leben drei schwercFinanzschläge durchgemacht, der letzte bat ihn vernichtet und auch manchen andern mitgerissen. Ein glänzendes B e i -spiel von Geistesgegenwart legten neulich die Insassen einer Sckule für taubstumme Knaben in England ab. Ein Lehrer erwachte gegen 2 Uhr Morgens und stellte fest, daß der Schulraum im Erdgeschoß in Flammen stand. Er weckte die Knaben und rief durch den Fernspr-ber nach der Feuerwehr. Einige der kleineren Jungen geriethen natürlich in Furcbt, aber es trat kein Entsetzen ein. Die Lehrer vermochten sie gut zusammenzuhalten, bis Mittel zur Rettung gegeben waren. Einer der Lehrer ließ sich zunächst durch ein Fenster an zusammengebundenen Handtüchern herab, und ein Knabe kletterte an einer Dachrinne herunter. Dann wurden Leitern gebracht, und die Knaben stiegen einer nach dem anderen herunter. In einem der Schlafzimmer befand sich eine Anzahl kleiner Burschen, die nickt anders gerettet werden konnten, als daß sie durck die Fenster und längs des Daches nach einem anderen Zimmer kletterten, von dem aus sie dann herabsteigen konnten. Es kam aber nicht ein einziger zu Schaden. Das Feuer wurde unterdrückt, aber erst, nachdem es beträchtliche Beschädigungen verursacht hatte. Die Leidensgeschichte eines 5iindes wurde von der Dortmunder Strafkammer verhandelt. Die Ehcleute Tagelöhner Ludwig E. aus Berghofen bei Horde waren angeklagt, ihren etwa zwei Jahre alten Sohn Karl fortgefetzt in einer das Leben gefährdenden Weise mißhandelt zu haben. Der kleine Karl war der Mutter ein Dorn im Auge; das Kind sollte von der Welt. Morgens in der Frühe trieb die Herzlose den Knaben in der bittersten Kälte im Hemdchen vor die Tbüre, damit er seine Nothdurft verriä,te; erst wenn die Nachbarn herbeikamen und sich des jammernden Kindes annahmen, öffnete die Rabenmutter die Thür. Die Schläge fielen bei der geringsten Veranlassung HageldickC der Körper des Kleinen spottete jeder Beschreibung. Eine Nachbarsfrgu, die sich eines Morgens in Abwesenheit der Mutter des Knaben annahm und ihn von Schmutz und Ungeziefer reinigte, stellte fest, daß in den Wunden des armen Kindes Maden und Würmer hausten. Einmal nabm das entmenschte Weib den Knaben, angeblich wegen einer Unart, tauchte ihn in einenKübel voll schmutzigen Spülwassers und warf ihn dann M den Keller, wo man das Kind zwei Stunden lang jammern hörte. Im December v. Js. erlöste der Tod das arme Kind von seinen Qualen. Die unnatürliche Mutter wurde wegen ihrer Schandthaten zu 2'- Jahren Gefängniß verurtheilt, während der Ehemann, dem nur bewiesen werden konnte, daß er seinem Sohne einmal Senf und Pfeffer eingegeben hatte, um ihn zu beruhigen", mit einer Gefängnißstrafe von 6 Monaten davonkam. Der englische Finanzfürst Frank Gardner. Mitbesitzer großer australischer Goldminen, hat kürzlich in Paris einen sensationellen Prozeß gewonnen, der von einer abenteuerlichen Dame gegen ihn mit der Begründung angestrengt war, daß sie seine legitime Frau und Ansprüche an ihn zu stellen habe. Diese Frau, eine frühere Schauspielerin, verlangte in Paris, wo Hr. Gardner zurzeit lebt, eine gerichtliche Feststellung der Thatsache. daß sie im Jahre 1886 in San Francisco rechtmäßig von ihm geheirathet worden sei; sie vermochte aber dem Gerichtshofe hierüber weder ein Dokument vorzulegen noch Zeugen beizubringen. Daß infolg' ' 'ssen das Gericht von ihrer Behauptung nicht ganz zu überzeugen sein würde, hatte sie vorher geahnt und daher für den Fall, daß eine Ehe zwischen ihr und Gardner nicht als bestehend angeschen werden sollte, zugleich die Forderung aufgestellt, daß Gardner ihr eine Entschädigung von $50,000 zu zahlen habe, dafür nämlich, daß er sie bisher in dem Glauben gelassen habe, sie sei seine Frau, indem er ihr die Führung seines Namens nicht verboten habe. Die Richter jedoch gewannen aus ihren Briefen an Gardner den Eindruck, daß sie sick keineswegs als dessen Frau ihm gegenüber gefühlt hatte, sondern es schien ihnen, daß hier einfach ein Verfuch vorlag, dem als reich bekannten Manne Geld abzutrotzen. Sie erkannten daher, daß die vermeintliche Ehe zwischen der einstigen Schauspielerin und Garner nie bestanden habe, verboten ihr, den Namen dieses Mannes in Zukunft weiter zu führen und sprachen den Angeklagten frei, indem sie ihm jedoch ein Zehntel der Kosten und die übrigen neun Zehntel der Klastetin auferlegten.
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