Indiana Tribüne, Volume 28, Number 217, Indianapolis, Marion County, 5 May 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne. 5. Mai 1905.
Europäische Nachrichten. Provinz Brandenburg. Berlin. Professor August Kalk, mann, der an einem Herzschlag verstorbene Lehrer der Archäologie an der hiesigen Universität, hat nur ein Alter von 52 Jahren erreicht. Am Grabe seines VaterS vergiftet hat sich der 30 Jahre alte Schneidermeister Julius Hantkel aus der Lankwitzstraße. Erst vor einem halben Jahre gründete er einen eigenen Herd und arbeitete mit seiner Frau und einem Gehilfen für txn Confektionsgeschäst. Die Arbeit stockte in der letzten Zeit, so daß Hantkel schließlich, wenn auch nur geringfügige, Schulden machen mußte. In einen Fahrstuhlschacht gestürzt ist der 36 Jahre alte Arbeiter Max Schenk aus der Füsilicrstraße 9. Er suchte auf dem Fabrikgrundstück Gchönhauser Allee 161a Arbeit und siel, mit der Oertlichkeit unbekannt, in den Schacht eines Fahrstuhls hinab. Mi) schweren Verletzungen wurde er nach dem Krankenhaus Friedrichshain gebracht, wo er starb. Der langjährige erste Vorsitzende des hiesigen Hotelbesitzer - Vereins und Vicepräsident des Internationalen Hotelbesitzer-Ver-bandes, Robert Heinrich, ist an den Folgen einer Blutvergiftung im Alter von 66 Jahren gestorben. In einem hiesigen Gasthof hat sich der 22 Jahre alte Handlungsgehilfe Otto Funk erschoyen, weil er von seiner früheren Geliebten verfolgt wurde. Im Dienst vom Herzschlage getroffen wurde der vielen hiesigen Musikern bekannte Notenwart des Hof- und Domchors, Ernst Engelmann. Ein Betriebsunfall mit tödtlichem Ausgange ereignete sich in der Maschinenfabrik der Allgemeinen Elektrizitäts - Gesellschaft in der Brunnenstrahe 107. Der 23 Jahre alte Hilfsmonteur Paul Adam aus der Gartensiraße 89 wurde von einem Krähn an die Mauer gedrückt. Ehe man ihn aus seiner Lage befreite, hatte er bereits die Besinnung verloren. Der Verunglückte wurde nach dem Lazarus - Krankenhause gebracht, starb aber schon auf dem Wege oorthin. Potsdam. Die Wittwe eines Beteranen aus den Befreiungskriegen, Frau Juliane Kranich, geb. Tschepke, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Ihr Gatte, Friedrich Kranich, hatte sowohl die Feldzüge von 1806 und 1807, wie von 1813 1815 mitgemacht. C a p u t h. Von einem gefällten Baum erschlagen wurde in der Potsdamer Forst in der Nähe vom Etablissement Templin an der Havel der 18zährige Steinsetzer Gustav Krüger, der Sohn einer Wittwe von hier. D r o s s e n. Der Oberpfarrer, Superintendent a. D. Petri, tritt zum L Juli nach 42jähriger Amtsthätigkeit in den Ruhestand. Frankfurt. Ober - Inspektor Friedrichs hier ist in gleicher Eigenschast nach Darmsta't versetzt worien. Dem Postinspektor Diedrich in Dessau ist die Verwaltung einer Stelle für Bezirks - Aufsichtsbeamte bei der hiesigen Oberpostdirektion übertragen worden. Jahnsfelde. Bei der im benachbarten OberSdorf abgehaltenen Gemeindevorsteherwayl wurde an Stelle des bisherigen Ortsvorstehers West der Fischer Bohm gewählt. P e l k w i tz. Der hiesige Bauerngutsbesitze: Schulze befand sich mit seinem Gespann auf dem Wege nach dem benachbarten Cahnsdorf. Vor den Mühlen scheuten die Pferde und gingen durch. Der neben dem Vater sitzende dreizehnjährige Sohn fatzte in oie Leine, wodurch das Gefährt in den Thausseegraben gelenkt wurde. Durch den plötzlichen Ruck wurden die Infassen aus dem Wagen geschleudert. DerSohn erlitt hierbei einen doppelten Schädelbruch. Obgleich ihm sofort im Kreiskrankenhause ärztliche Hilfe zutheil wurde, verstarb er doch nach kurzer Zeit. Der Vater wurde eine Strecke mitgeschleift und zog sich nicht unbedeutende Verletzungen zu. R i x d o r f. Von einem durchgehenden Gespann getödtet wurde hier ein Arbeiter Gustav Kretschmann in der Ringbahnstraße. Die Pferde eines Arbeitsfuhrwerkes von Richard Hoffmann, Richardstraße 111, gingen durch und stießen Kretschmann um. Die Räder gingen ihm über den Leib und er wurde so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. Reinickendorf. Der in der Residenzstraße hier wohnenden Kutscher Thunig wurde am Fuße der Treppe todt vorgefunden. Er war zweifellos die Treppe hinunter gefallen und hatte sich dabei das Genick gebrachen. S p a n d a u. Der wohl den meisten Grunewaldbesuchern bekannte Wegemeister Eduard Schemmel in Schildhorn feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. 'Krovinz Ostpreußen. Königsberg. Der hier wohlbekannte Landschaftsmaler Heinrich Kohnert ist im 47. Lebensjahre in Berlin - Wilmersdorf gestorben. Sein 50jähriges Dienstjubiläum begwg derPoftmeister Ferdinand Oester reich in Fischhausen. Am Vormittag trafen als Gratulanten zwei Räthe der Oberpostdirektion Königsberg ein und überbrachten dem Jubilar das Patent über feine Ernennung zum Rechnungs-rath.
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Professor Montgomers's Luftschiff, welches wirklich fliegt. Das von Profeffor Montgomery von der Santa Klara (Cal.) Universität erfundene Luftschiff, ist ein Luftschiff im wahren Sinne des Wortes, da eS nicht durch zur Hülfenahme künstlicher Mttel Schwebekraft erhält. Bei einem kürzlich veranstalteten Versuche wurde eS mittelst eines Ballons in die Höhe gezogen und dann losgelassen. Der Apparat war unter vollständiger Kontrolle deS Operateurs.
D a r k e h m e n. Bein Fischen in der Angerapp ertrank der Gefreite und Offizierbursche Klaus Bode von der 4.Compagnie des Infanterieregiments No. 45. Eydtkuhnen. Die öSjährige deutsche Köchin Molly Jewaschewsky ist vom Gehilfen des Kutschers, einem jungen Z)censchen von 16 Jahren Namens Tschekus, durch Artschläge auf den Kopf und in den Hals getödtet worden. Lasdehnen. Hier machte der 63jährige KriegSveteran, Seilermeister Tinney, durch Erhängen feinem Leben ein Ende. L o u i s e n t h a l. Verschüttet wurde die Friederike Rogalla von hier in einer hiesigen Sandgrube; sie mußte in das Krankenhaus eingeliefert werden. Michel-Sakuten. Das GeHöft des Wirths Martin Preiktzas Hierselbst, bestehend aus Wohnhaus, Stall,Scheune mit Keller und Wagenschauer, ist mit sämmtlichem lebenden und todten Inventar vollständig niedergebrannt. Osterode. Als der Arbeiter Friedrich Vomblatus ein mit Steinen beladenes Fuhrwerk besteigen wollte, glitt er ab und kam unter die Räder. Die Pferde zogen an und ein Rad ging dem bedauernswerthen Mann über den Kopf, so daß der Tod bald eintrat. P i l l k a l l e n. Arbeiter Ions Horn aus Gr. Augstutschen hatte sich im Kruge betrunken und schon dort Händel angefangen. Als er nach Hause kam, drang er mit offenem Messer in die Stube des Johannes Klock ein. wobei er es auf den nicht zu Hause befindlichen Klock abgesehen zu haben schien. Den vereinten Kräften der übrigenJnstleute gelang es schließlich, den Tobenden in seine eigene Stube zu brinqen. Horn soll dann jedoch wieder mit seinem Messer und erhobenem Spaten auf die übrigen Jnstleute eingedrungen sein. Nun holte der Jnstmann Johann PowilleU ein Gewehr herbei. Plötzlich krachte ein Schuß und Horn lag am Boden. Powilleit will in Nothwehr gehandelt haben. Als man Horn entkleidete, zeigte sich eine Verletzung in derBauchgegend, an der er nach kurzer Zeit verstarb. Powilleit. dem sein Dienstherr ein autes Zeugniß ausstellte, wurde in Untersuchungshaft genommen. 'Arsvinz Westpreßen. D a n z i g. Dem Polizeisekretär Otto Neuhaus Hierselbst, welcher in den Ruhestand tritt, ist der Titel Kanzleirath" verliehen worden. A l t f l i e tz. Mit seinem Revolver hat sich der Käthner Szycorra von hier durch Unvorsichtigkeit getödtet. Szycorra wollte seinen Revolver reinigen, dabei entlud sich die Waffe und der Schuß traf ihn in den Kopf. D i r s ch a u. Maler Klawun feierte sein 25jäbriges Jubiläum als Vorstandsmitglied des hiesigen Krieger - Vereins; feit 14 Jahren ist er Schatzmeister des Vereins. F ! a t o w. Der Holzschläger Kutz wurde in der der Herrschaft Sypniewo gehörigen Fpjst von einem gefällten und niederstürzenden Baumstämme getroffen und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit, ohne die Besinnung wieder erlanat zu haben, starb. G o r a t. Das Maurerpolier Weinesche Ehepaar feierte hier in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Die kirchliche Einsegnung vollzog Pfarrer Gemske zu Konojad. Marienburg. Die goldene Hochzeit beging bei voller Gesundheit und Rüstigkeit mit seiner Gattin der frühere Gutsbesitzer, jetzige Rentier Herr Reimer in Heubuden bei Marienbürg. Preußisch-Rosengart. Von einer Pappel erschlagen wurde hier der Besitzer Heinrich Fröse.
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Riesenburg. Hrer fand zrl Ehren des von hier nach Danzig versetzten Herrn Ober - Postassistenten Howe ein Abschiedscommers statt. S t a r g a r d. Em Stargarder Kind, der langjährige Botenmeister des Herrenhauses.Kanzleisekretär Karl Schumann, ist in Berlin unter großen und seltenen Ehrungen beerdigt worden. T h o r n. Bei der Ersatzwahl zur Stadtverordneten-Versammlung wurden die Herren Kaufmann Max Mallon und Fabrikbesitzer Joseph Houtermanns gewählt. Provinz sommern. Stettin. Der 81jährige frühere Schlossermeister Valentin Hauck, in Grabow, Langestraße 95, Hof, bei Kakies wohnhaft, feierte mit seiner 79 Jahre alten Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Leider sind beide leidend, der Jubelbräutigam sogar seit fünf Jahren erblindet und gelähmt. A h l b e ck. Kürzlich ertrank im Haff der Fischer Markholz von hier. B i r k h o l z. In dem hiesigen Dorfteiche, dessen Eis schon mürbe geworden war, ertranken zwei schulPflichtige Töchter des Bauerhofbesitzers Lenz; die Tochter eines anderen Bauern konnte gerettet werden. Freien wal oe. Ein Brand zerstörte hier sämmtlicheBaulichkeiten des Ackerbürger Vergin'schen Gehöfts in der Schloßstraße, sowie eine Scheune de? benachbarten Ackerbürger Eßmann'schen Gehöfts. Das Vieh konnte mit Mühe gerettet werden, aber sämmtliche Tauben sind in dem vom Feuer erfaßten Taubenschlag mitver brannt. Groß-Born. Hier hat sich der Gutsbesitzer und Amtsvorsteher Völkner erschossen. K l a d o w. Mehrere Knechte waren in der Forst mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt, wöbe: der etwa 18jährige Knecht Bär von einem niederstürzenden Aste so unglücklich getroffen wurde, daß er nach kurzer Zeit infolge der erhaltenen Verletzungen starb. P l ö w e n. Vor einiger Zeit entstand bei dem Gastwirth Hermann Schmöcker Hierselbst Feuer. Das Gebäude brannte vollständig nieder. Von dem Inhalt konnte nur weniges gerettet werden. S ch l a w e. Auf der Eisenbahn verunglülZt ist der hiesige BahnhofsWirth Sill. Während der Fahrt nach Pollnow beugte er von der Platform aus seinen Oberkörper so weit vor, daß sein Kopf gegen einen Brückenpfeiler stieß und er infolge desStoßes von der Platform in einen Wassergraben geschleudert wurde. Besinnungslos wurde er aufgehoben und nach Kl.Stoltikow befördert. T a u e n z i n. Hier war die 16jährige Bertha Milz am Schluß der Arbeit damit beschäftigt, den Tisch des Dreschkastens abzufegen. Hierbei kam sie so unglücklich zu Fall, daß sie mit der linken Hand in das Einlegeloch der Maschine hineingriff. Der Arm wurde ihr vollständig zerschmettert und fast mit der ganzen Sckulter vom Rumpfe gerissen. Kurze Zeit nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb das öedauernswerthe Mädchen. Hcsterreicö-lngarn. Wien. Unterhalb der Kaiser Josef - Brücke wurde die Leiche eines Mannes aus dem Donaukanale gezogen. Sie wurde als die des 28jährigen Hilfsarbeiters Johann Steiner, Floßgasse 3, identifizirt. Steiner war in der letzten Zeit trübsinnig. Die 76jährige Kindsfrau Thekla Unswald wurde in ihrer Wohnung.Wend gasse 5, todt im Bette aufgefunden. Bei der Obduktion der Leiche wurde konstatirt, daß der Tod thatsächlich durch Einathmen von Kohlenoxydgas eingetreten ist. Wegen schlechterefchäftsganges hat sich der 36jährige
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Kaufmann Ludwig Spandl, Hernals, Pezzlegasse 3 etablirt, in der Stadtbahnhaltestelle Alserstraße durch einen gegen den Kopf abgegebenen Revolverfchuß getödtet. Der ehemalige Reichsrathsabgeordnete Georg FreiHerr v. Beeß und Chrostin ist aus seiner Besitzung im 81. Lebensjahre gestorben. Der 41jährige Landschaftsmaler August Gerasch.Grundsteingasse 4 wohnhaft, jagte sich eine Kugel in die linke Brustseite und verletzte sich lebensgefährlich. B i a l a. Der ehemalige Reichsrathsabgeordnete Dr.Hermann Baron Czecz de Lindenwald, ist auf seiner Besitzung Kozy plötzlich gestorben. Brück. Der 34jährige Oberleutnant und Bataillonsadjutant des 7. Feldjäger - Bataillons Eugen Lutter bat sich in der Nähe der Militärschießstätte erschossen. Budapest. Hier sind der Professor der Augenheilkunde an der Universität, Doktor Wilhelm Schuld, und der Professor am ungarischen Polytechnikum, Koloman v. Esiky, gestorben. D o m b r a u. Der Landespräsident hat den hiesigen Grubenaufsehern Johann Gwuzd und Jsidor Olschar die Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste zuerkannt. E P p a n. Kürzlich hat sich der bekannte 52jährige Weinhändler Franz Mair von hier erschossen. G r a tz. Der aus Hamburg gebürtige Agent für photographische Artikel Heinrich Feddern tödtete die Frau seines Quartiergebers Josef Höfler, Johanna Höfler, durch drei Revolverschösse und jagte sich dann selbst eine Kugel in die Brust. Plänkelei. Der junge Herr: Gnädiges Fräulein nehmen doch nicht Übel, wenn ich eine Cigarre rauche? Fräulein: Nein, höchstens wenn's ?ihnen da,7.ch übel werden sollte. Gerichtsfaalhumor. Richter: Als Sie den Einbruch vollbracht hatten und die Kasse geleert, was thaten Sie dann?" Angeklagter: Wie ein Dieb bin ich davongeschl:chen!" Als vorzügliche Stoßkante für Rocksäume haben sich etwa drei Zoll breite Schrägstreifen aus Belvet erwiesen, die am unreren Rande mit einer Schnureinlage versehen und am oberen ohne Umschlag aufgekäumt werden. Solche Stoßkanten, die man fertig, auch rund gewebt, bekommt, sind sehr haltbar und leicht auszubürsten oder mit Benzin abzureiben.
In Danzig hat sich der 17jährige Obertertianer Eugen Wegner, Sohn eines dortigen KasernenWärters, durch einen Schuß in die Brust tödtlich verletzt. Er war bei der Osterversetzung in Tertia sitzen geblieben und hatte sich dies so zu Herzen genommen, daß er seinem Leben ein Ende machte. AusLondon wird über einen wilden Kampf berichtet, der an Bord des deutschen Dampfers Reidenfels" zwischen drei Leoparden und einem Elephanten stattfand. Der Elephant befand sich während der Ueberfahrt über den Indischen Ocean mit seinem Jungen im Käfig und war gerade dabei, Karotten zu fressen, als plötzlich durch irgend einen bösen Zufall die Scheidewand einbrach, die die beiden Thiere von drei Leoparden trennte. Einer der Leoparden versuchte, mit seine Tatze einige Karotten mit Beschlag zu belegen, erhielt aber von dem Elephanten einen Hieb mit dem Rüssel, so daß er mehrere Fuß weit wegflog. Sofort griffen nun die drei Leoparden den Elephanten wüthend an. Die Wärter erschienen gleich mit riesigen Eisenstangen und konnten damit auch zwei von den Leovarden in ihren Käfig zurücktreiben, der dritte wollte aber nicht loslassen und mußte todtgeschlagen werden. Der Elephant hatte aber so böse Verletzungen davongetragen, daß er wenige Tage später auch einging. Der junge Elephant kam mit dem Leben davon. Dasfurchtbare Erdbeben in Lahore machte sich, wie aus Heidelberg berichtet wird, auf der großherzgl. Landessternwrate auf d-m Königstuhl stark bemerkbar. Der Erdbebenapparat des Astrophysikalischen Instituts zeigte die ersten Bodenschwankungen gegen 32 Uhr mitteleuropäischer Zeit an. Kurz darauf kam eine Reihe heftiger Erdstöße, deren stärkster (um 2 Uhr) die 38 Centner schwere Pendelmasse nach Osten zu aus der Gleichgewichtslage herausschleuderte und gegen die Sicherung warf. Ein zweiter, etwa 5 Minuten später eintreffender, ebenfalls sehr heftiger Stoß warf die Masse fast wieder in die Ruhelage zurück. Die letzten schwachen Erderschütterungen wurden gegen y2Z Uhr aufgezeichnet. Bei der hohen Empfindlichkeit des Seismographen entsprechen den registrirten Ausschlägen Bodenschwankungen von 1 bis 2 Millimetern. Eine Pendeluhr des Instituts, die in der Richtung schwingt, aus der die Erdstöße kamen, verlor 2 Sekunden; und in derselben Nacht verlief sich das seit Wochen bei Abgrabungsarbeiten angestaute Grundwasser vollständig. Der einzige Sohn des ungarischen Ministerpräsidenten, der 18jährige Rechtshörer Graf Stephan Tisza, hatte in diesen Tagen ein Säbelduell zu bestehen, das für ihn unglücklich, wenn auch nicht gerade lebensgefährlich, verlief. Gelegentlich einer Promovirung, welche eine Ueberfüllung der Universitätsaula veranlaßte, kam es zwischen dem jungen Tisza und dem ihm persönlich unbekannten Juristen Iwan Horvato zu einem Wortwechsel, der zu einer HerauLforderung führte. Die Zeugen des Grafen Tisza waren der Ministerialsekretär Dr. Ladislaus Porteleky und der Grundbesitzer Roland Meszaros. Man vereinbarte ein Säbelduell mit Hals- und Gelenksbandagen und wählte als Ort für den Zweikampf einen Fechtsaal. Der Ministerpräsident hatte seinen Sohn vom Duell nicht zurückgehalten, wohl aber ihn begleitet; er hielt sich in der Nähe des Fechtsaales auf. Es erfolgten mehrere fcharfe Gänge zwischen den Gegnern. Im letzteren erhielt Graf Tisza einen flachen Hieb auf die Brust, worauf der Kampfleiter das Duell einstellen ließ. Nachdem man dem Verwundeten einen Verband angelegt hatte, brachte ihn der Ministerpräsident in seinem Wagen nach Hause. E i n verkommener Dichterjüngling. der daneben Schauspielercandidat, Magistratsbeamter und Heiratsschwindler war, stand in diesen Tagen vor dem Wiener Schwurgericht. Der 26jährige Albert Seitich, Sohn einer achtbaren Familie aus St. Pölten, hatte nach einer schlecht derlebten Jugend eine Stelle als Diurnist erhalten. Er lebte aber auf Cavaliersfuß und unterhielt eigenartige Beziehungen zu einer hervorragenden Wiener Schauspielerin, die durch ihre Trunksucht bekannt ist und mit Seitich sich gemeinsam mit Cognak zu berauschen pflegte. Um dieses kostspielige Leben führen zu können, versprach Seitich einer ganzen Reihe von jungen Frauen und Mädchen die Ehe und entlockte ihnen größere Geldöeträge, oft unter Anwendung brutaler Gewalt Zur Bühnenlaufbahn hatte ihn Mitterwurzer ermuntert, er hatte ihm auch gerathen, das Elternhaus zu verlassen und sich einer ändernden Schauspieler - Truppe anzuschließen. Ferdinand Bonn machte der Wiener Schauspielerin einen Engagementsantrag an das Berliner Theater und versprach, eventuell ihren Freund als Dramaturgen anzustellen. Viele bedeutende Schauspieler hatten sich von Seitich anpumpen lassen. Seine Protekiorln jedoch, die in glühenden JLu beSbriefen ihs! zu heirathen verfprochen hatte, kümmerte sich um ihn nicht mehr, seitdem er verhaftet wurde. Ssitich wurve zu 18 Monaten schtvettft Kerkers verurtheilt.
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