Indiana Tribüne, Volume 28, Number 217, Indianapolis, Marion County, 5 May 1905 — Page 5
Jndiana Tribüne, 5. Mai 1903.
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Paul Schulze Humorecke von Eugen Jsolani. Wir, meine Frau und ich, kamen kurz vor Tisch von einem Spaziergange heim; da übergab uns unsere ten der Natur eben "nicht sonderlich mit Gaben des Geistes ausgestattete Hedroig kochen thut sie freilich ausgezeichnet eine Besuchskarte, auf der zu lesen war: Paul Schulze, nichts mehr und nichts weniger, PaulSchulze mit einem einfachen 5". Wer ist das?" Wer kann das sein?" fragte meine Frau mich?" Hat der Herr etwas gesagt, eine Bestellung hinterlassen, was er wolle oder sonst etwas?" fragten wir dann gleichzeitig unsere Hedwig, aber sie wußte nur ein Nein" zu entgegnen. Na, wie sah er denn aus? War er gut gekleidet? Hat er denn gar kein Wort gesprochen? So reden Sie doch, Hedwig! Seien Sie doch nicht Lumm!" So drangen wir in die ausgeze-ich-net kochende Maid. Aber ein Diplo mat hätte nicht verschwiegener sein können einem unbequemen Interviewer gegenüber. Wir erfuhren weiter nichts, als daß in unserer Abwesenheit ein männliches Individuum da gewesen war, dem Hedwig sofort beim Oeffnen der Thüre zugerufen hatte: Die Herrschaft ist nicht zu Hause!" worauf das Individuum aus feiner Tasche eine Karte genommen hatte, die ich nun in der Hand hielt und auf welcher zu lesen war: Paul Schulze. Weißt Du," meinte meine Frau, das ist gewiß der Herr, den wir neulich beim Bankdirektor Ullrich kennen lernten, der mir so liebenswürdig den Hof machte. Du erinnerst Dich hoch, Du sagtest ihm dann auf meine Veranlassung, daß wir unl freuen würden, ihn einmal bei uns zu sehen!" Na, ich denke aber, der hieß doch anders; hieß der nicht Rändler oder Bollemann, oder so ähnlich?" Ja, ich weiß nicht genau, wie er hieß. Er wurde mir mit verschiedenen anderen Gästen zugleich vorgestellt. Ich glaubte, er hieße Rändler, und Du meintest, er hieße Bollemann! Möglich auch, daß wir Beide den Namen falsch verstanden haben und daß er Paul Schulze heißt. Wir können ja 'mal anfragen bei Ullrichs, ob ihr Freund Schulze heißt und wo er wohnt. Denn wir müssen ihn doch nun einladen, da er Besuch gemacht hat." Ich stelle mich also an's Telephon, lasse mich mit Bankdirektor Ullrich verbinden und erfahre von diesem, daß allerdings zu seinem Freundeskreis ein Herr Schulze gehöre. Freilich wußte er mir im Augenblick nicht anzugeben, ob sein Schulze Paul heiße. Er glaubte, er heißeRichard, und seine Gattin meinte, er heiße Emil, beide wußten aber bestimmt, daß er in der Katharinenstraße wohne; nir könnten, so rieth uns der Direktor, im Adreßbuch nachsehen. Also, Hedwig, laufen Sie mal schnell herum zum Cigarrenfritze, ich lasse ihn bitten, er möchte mir das Adreßbuch leihen!" rief ich in die Küche, worauf meine Frau ärgerlich erwiderte, jetzt könne Hedwig nicht abkommen, sie müsse erst zu Mittag kochen. Ja, denkst Du denn," ich war beinahe empört ich könnte einen Bissen Essen herunterkriegen, bevor ich wüßte, wer Paul Schulze ist?" Na, dann wirst Du eben nickt essen!" rief meine manchmal entschiedene Gattin aus. Jetz geht Hedwig nicht." Das war nun der Beginn eines Wortgefechts, in welchem wir Eheleute uns alle unsere unschönen Eigenschaften vorwarfen. Meine Frau behauptete von mir, ich sei neugierig wie ein altes Weib, weil ich nicht bis nachTisch warten könne, um zu erfahren, wer Paul Schulze sei. Ich warf meiner Frau Bequemlichkeit und Herzlosigkeit vor, weil sie nicht die paar Minuten Hedwig am Heerde vertreten wolle. Dann nannte mich meine liebe Gattin einen gefühllosen Selbstling, der sie zu feiner Magd erniedrigen" wolle, und ich bezeichnete sie als die anspruchsvollste Frau der Welt, die ihrem sich in harter Arbeit abrackernden" Manne nicht einmal einen kleinen Dienst durch's Mädchen erweisen lassen wolle. Nachdem wir uns so eine ganze Weile lang unsere Untugenden in übertriebenster Beleuchtung vorgeworfen hatten, war meine Frau so mürbe, daß sie endlich in die Küch lief und, um mir meinen Willen angedeihen zu lassen dac Mädchen nach dem Adreßbuch schickte. ünf Minuten später erschien dann meme Frau mit unverhohlener Schadenfreude, um mir zu berichten, der Cigarrenhändker habe sagen lassen, er verleihe das Adreßbuch außer dem taus nicht. Wenn er das einmal in usnahmefällen thue, so geschehe es nur bei seinen dauernden Kunden. Zu denen gehörte ich nun freilich nicht, ich konnte mich an die Cigarrensorten meines Nachbarn nicht gewbhnen und rauchie nur davon, wenn ich in Verlegenheit war. Nun aber mußte ich w den sauren Apfel beißen und schickte unsere Hedwig noch einmal hinunter nach einer Kiste Cigarren und dem Adreßbuck. Wenn der Paul Schulze der von Ullrichs ist, so dachte ich bei mir, kriegt er die schlechten Ci aarren voraesedt!
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Endlich hatte ich dcmn das hetßde geyrte Namensverzeichniß der Stadt in Händen. Meine Frau vergaß schnell alles Leid, das ich ihr in der letzten halben Stunde zugefügt und guckte mit in das Buch, wo ich schnell die lange Reihe der Schulze ohne t" aufaescklaaen batte. Zunächst stellten wir gemeinsam fest, daß in der Katharinenstraße, wo der Schulze vom Bankdirektor Ullrichs wohnen sollte, sechs verschiedene Einwohner dieses Namens angeführt waren, von denen aber nur einer Paul hieß, und der war Schornsteinfegermeiste?. Wir waren beide derselben Meinung, daß das unser Herr Schulze mit der Besuchskarte nicht fein könne. Wir fahndeten also weiter. Halt!" rief ich plötzlich, Paul Schulze, Verlagsbuchhandlung, Wörtherstraße 97! Daß mir das auch nicht gleich eingefallen ist; ich habe ihm vor ein paar Jahren einmal ein Werk angeboten. Jetzt kommt der Mann zu mir, und ich Pechvogel bin nicht zu Hause, und unsere von der Natur mit Geistesgaben so gering ausgestattete Hedwig läßt diesen Glückbringer, der mir das Geld sozusagen in's Haus hereintragen will, wieder gehen! Es ist zum Verzweifeln! Ich setze mich gleich in eine Droschke und fahre zu ihm hin!" Na, aber Manne," wendete meine Frau ein, sieh' Dir doch nur erst die anderen Schulze an!" Da giebt's gar nichts weiter anzusehen! Hier, Paul Schulze, Tafeldecker, das kann doch unserer nicht sein!" Aber hier: Paul Schulze, Agent, und hier: Paul Schulze, Kaufmann, und da und da und da, lauter Paul Schulze, zwölf im Ganzen. Es mutz doch nicht gerade der VerlagsbuchHändler sein!" Ja, es muß gerade der fein!" brauste ich auf. Ist es denn gar so unnatürlich, wenn ein Verleger zu Deinem Mann in's Haus kommt, um mit ihm ein großes Verlagsunternehmen zu besprechen. Es kann doch nur ein Paul Schulze gewesen sein, den ich kenne und der mich kennt, sonst giebt er doch nicht mir nichts, drr n'chts. seine Karte ab. Ich habe nicht eher Ruhe, bis ich den Verlagsbuchhändler Paul Schulze in der Wörtherstraße gesprochen habe!" Na, erst wirst Tu doch gefälligst Mittag machen?" Nein, liebes Kind, erst werde ich nach der Wörtherstraße fahren. Leider hat der Mann keinen Telephonschluß; ich muß also persönlich sofort hin. Morgen früh kann er sich längst anders besonnen haben und mit anderen Unternehmungen beschäftigt sein!" Na, was oll denn aber aus dem ganzen schönen Mittagessen werden?! Nein, es ist toirtlick mit Dir nicht mehr zum Auskommen!" Liebes Kind, ich will Dir mal was sagen!" erwiderte ich beleidigt. Anstalt zu wehklagen und mir Vorwürfe zu machen, solltest Du mir lieder dankbar dafür fein, daß ich keine Mühe scheue, wenn mich die Pflicht der Arbeit und mein Geschäft ruft. Beklage Dich lieber bei Dir selbst, daß Tu immer Dienstboten einstellst, die so ganz besonders dumm sind, daß sie einen Verleger, der zu einem Schriftsteller in's Haus gelaufen kommt, lebend wieder weggehen lassen. Die Thüren hätte sie zuschließen müssen, wenn er gutwillig nicht bleiben wollte. Dann brauchte ich ihm jetzt nicht nachzulaufen!" Ich sprang auf und zog den Ueberzieher an. Ich warte nicht mit dem Mittagessen auf Dich!" rief mir meine Frau erzürnt nach, während ich die Treppen hinunterstürzte. Ich warf mich in eine Droschke und fuhr nach der Wörtherstraße zum Verlagsbuchhändler Schulze. Den traf ich leider nicht zu Hause. Von seinem Gehilfen erfuhr ich, daß er nur Morgens bis zehn Uhr zu sprechen sei. Ob er mir heute einenBesuch gemacht habe, wußte der Gehilfe nicht. So mußte ich denn unverrichteter Sache wieder nach Hause fahren, wo meine Frau selbstverständlich noch mit dem schönen Essen", das nun ganz verprietzelt" sei, auf mich wartete und nicht wenig schadenfroh zu sein schien über die Erfolglosigkeit meiner Bemühungen. Stumm nahmen wir das Essen ein, nicht ohne daß wir, als wir uns kaum niedergesetzt hatten, durch Klingeln an der Wohnungsthür gestört wurden. Der Cigarrenhändler von nebenan, dem ich in meiner Eile und Aufregung noch nicht das Adreßbuch zugeschickt hatte, ließ fagtn, daß dasselbe in den Preis für die Cigarren nicht eingerechnet fei; wenn ich es behalten wolle, müßte ich ihm das Geld dafür schicken!" Mit einer nicht sehr liebevollen Erwiderung und einem innerlichen Gelübde, bei dem Manne keine Cigarren mehr zu kaufen, gab ich das Buch seinem Boten. . . . Daß ich den ganzen Nachmittag über keine Ruhe zu? Arbeit fand, brauche ich nicht erst zu sagen. Ich sann darüber nach, ob ich, nicht doch noch Abends den Verlagsbuchhändlet in feiner Privatwohnung aufsuchen könne, kam aber davon wieder ab, denn ich dachte mir, der Mann dürfe nicht merken, wie ich mich um die Verbindung mit ihm reiße. So verging mir der Tag, als wäre
es der längste Tag des Jahres. AuS meiner Jugendzeit kann ich mich erinnern, daß der Tag vor Weihnachten immer eine so qualvolle Länge hatte, das war aber gar nichts gegen diesen Tag der Paul Schulze - Erwartung, an dem ich nicht einmal fähig war, die Zeitung mit Aufmerksamkeit zu lesen. Endlich, da ich nichts thun konnte, ging ich schlafen. Das heißt, ich legte mich in's Bett; schlafen konnte ich nicht. Ich wälzte mich wachend auf meinem Lager und ärgerte mich über meine Frau, deren ruhige Athemzüge bewiesen, daß sie ganz und gar nicht aufgeregt war und im süßesten Ä")lummer ruhen konnte. Ich ärgerte mich auch über meine Hedwig und den Paul Schulze und über die ganze Welt. Und da während ich schlaflos über die tausenderlei Dinge nachdachte, kam mir eine, nein die Erleuchtung. Mit dem Rufe: Dieser verwünschte Kerl!" war ich aus dem Bett gesprungen, hatte Licht gemacht und war, um mich zu vergewissern, in mein Arbeitszimmer geeilt, wie ich ging und stand. Nach wenigen Minuten kehrte ich in's Schlafzimmer zurück. Aber, Männe, was stellst Du nur an!" rief meine Frau, die sich eben besorgt erhoben hatte und dabei war, sich anzukleiden. Was ich anstelle? Ich werde den Kerl verklagen!" Wen denn?" Na, den Versicherungs - Agenten Paul Schulze, den ich zu mir bestellt hatte wegen Erhöhung meiner FeuerVersicherungspolice!" Und mit dem Gedanken, wie ich mich an diesem Unglücksmenschen für die mir verursachte Unruhe rächen könne, legte ich mich nieder und schlief gleich ein. Meine Kleinen. Von Emil Romanus. Es ist doch ein eigenthümliches Gefühl, vor einer Klasse Neueingeschulter zu stehen. Hundert klare, unschuldige Kinderaugen sind auf dich gerichtet, und du liest, du fühlst ihr Verlangen: Zeige uns die Welt, denn du, du, der Lehrer, bist nun unser Führer! Und die vielen kleinen Herzen hörst du pochen, und du fühlst, wie es dir in die Seele dringt, fühlst die ganze heilige Aufgabe' des Lehrer- und Erzieherberufs. Freilich die materielle Wirklichkeit steht auch hier, wie so oft im Leben, neben dem idealen Fühlen. 70 Kinder, mit ihrer natürlichen Beweglichkeit, ihrer Zerstreutheit, ihren vielen kleinen Unarten stets in der vorgeschrieben? Ordnung festzuhalten, ihren Geist zu concentriren und sie zum Vorwärtsstreben anzuhalten wahrlich es ist eine Aufgabe, deren Lösung schwer ist. So große Schwierigkeiten aber auch der Unterricht bei den Kleinen" hat, so viele Freude gewährt es andererseits. Ja, es giebt Lehrer, die gar keine andere Klasse haben wollen als die Aufnahmeklasse". Sie haben sich so an die Kleinen gewöhnt, daß sie gar nicht mehr los kommen können von dem bestrickenden Zauber, welcher von den Abc - Schüfen ausgeht. Ihre offene Hingabe, ihre Anhänglichkeit, ihre Dankbarkeit das sind die Juwelen, welche dem Lehrer der Kleinen zutheil werden und die ihm den schwe ren Unterricht in der Abc-Klasse so interessant machen. Die letzte Mutter hat soeben die Thür hinter sich zugemacht; ihrem Otto" rinnen langsam zwei große Thränen die schmalen, blassen Mangen hinunter. Jetzt ist die Reihe an mich gekommen. Jetzt tritt der Lehrer in feine Rechte. Zunächst heißt es, sich das Vertrauen oer kleinen Rekruten zu erwerben. Hat man dies, dann ist schon viel gewonnen. Eigentlich alles. Vertrauen und Liebe der Kleinen zum Lehrer ist das Fundament für den Unterricht in der letzten" Klasse. Ich sehe mir meine Klasse" an. Sie umfaßt 70 Knaben! Eine statte liche Zahl, wenn man bedenkt, daß der Erfolg des Unterrichts von der individuellen Behandlung der Schüler wesentlich abhängig ist. 70 Kinder ihrer Eigenart entsprechend behandeln es gehört viel, viel Idealismus zu diesem Beginnen. Mit gefalteten Händen sitzen die meisten da. Correkt, beinahe beängstigend correkt. Aber Mutter" hat es ihnen ja auf's strengste zur Pflicht gemacht, so zu sitzen; denn sonst haut bet Lehrer"! Starr sind die Augen auf den Herrn Lehrer" gerichtet, den Allgewaltigen. Aber es sind auch einige Knaben darunter, welche fchon eine liberalere Auffassung von den Pflichten eines Schuljungen haben. Ihre natürliche Beweglichkeit macht auch vor dem Lehrer nicht Halt. Es sind die Naiven, die noch nicht Vorkultivirten. Da ist sogar einer, der sich gar nicht genirt, vor den Augen des Lehrers seinen Nebenmann zu knuffen, obwohl ihm dieser auch nicht die geringste Veranlassung zu dieser gymnastischen Uebung gegeben hat. Ein anderer Bengel" steckt dem hinter ihm Sitzenden die Zunge heraus, wohl in der Meinung, vom Lehrer nicht gesehen zu werden. Ein hübscher Junge, schlank, mit großen, glänzenden Augen, sehr adrett gekleidet, hebt den Finger. Nun, mein Sohn, waö willst Du?" Herr Lehrer, kann ich immer aufpassen?" .Aha! Ein Aristokrat, ein ange-
hender Herrscher. Ich hole mir den Knaben vor. Alles ist Leben an ihm. Er kommt mir vor wie ein feuriges Füllen. Wie heißt Du denn?" Viktor Berger!" Viktor! Ei, ei! Ein schöner Name!" Jche kann auch malen!" sagt er stolz. Soll ich mal?" Ich gebe ihm ein Stück Kreide, und er malt zu meinem Staunen und dem der Kinder, mit einer fabelhaften Schnelligkeit wahrhaft künstlerisch ausgeführte Sachen. Zunächst ein Automobil. Natürlich! Der Zug der Zeit. Dann einen Omnibus, dann eine Elektrische. O Zeitalter des Verkehrs! Woher kannst Du denn das?" Dasse lernt mir mein Papa, der is Maler!" Also einen kleinen Künstler habe ich da gleich entdeckt, einen Raffael. So nenne ich den kleinen Viktor von jetzt ab scherzweise. Seine Malereien haben sofort Leben in die Klasse gebracht. Die Mittheilungslust erwacht. Das will ich gerade. Der Bann ist gebrochen. Herr Lehra, iche habe ooch eene Lakkemative, die macht immer sch, sch sch!" Jetzt habe ich gleich ein Thema. Spielsachen. Der Inbegriff der bisHermen kleinen Welt des Kindes. Ich gehe auf dieses Gebiet näher ein. Bald klingelt es. Wie sie horchen! Die berühmte Klingel! Sie wird ihnen noch oftmals in die Ohren klingen. Denn die Schulzeit dauert lange. Wir machen die erste Pause". Zum ersten Male wird das Frühstück hervorgeholt. Aus der neuen Stullenbüchse". Wir gehen auf den Hof, wo ich die kleinen Studenten ganz nach ihremGefallen umhertummeln lasse. Als wir wieder oben sind, frage ich sie, wie es ihnen denn in der Schule gefalle. Fein, scheen!" bekomme ich zur Antwort. Na, nl ihr so artig seid, will ich Euch auch ein schönes Bild zeigen!" Aah!! Möpschen und Spitzchen auf dem Bilde. Das ist was für die Kinder. Thiere lieben sie alle. Ich erzähle ihnen nun eine hübsche Geschichte von den beiden Hunden, und andächtig hängt die Schaar an meinen Worten. Das ist ja ganz wie zu Hause, wo Großmutter ihn' so schöne Geschichten erzählt. Aber noch viel schöner; denn solche feinen Bilder hat Großmutter eben nicht aufzuweisen. Auf diese Weise suche ich mir das Interesse, das Vertrauen meiner Neuen" zu erwerben. Allmählich, ganz allmählich führe ich sie ein in die Disziplin und in den Zwang des Unterrichtsbetriebes. Der Uebergang aus der Traumwelt der ersten Kindheit in die ernste Wirklichkeit des Schullebens mit seinen Pflichten und Sorgen darf nicht kraß und unvermittelt vor sich gehen. Deswegen sind die ersten Schulwochen auch noch nicht eigentliche Unterrichtswochen, und ich schreibe in mein Pensumbuch: Einführung in die Schulordnung." Als die kleinen Wcisheitsjünger nach Beendigung des erstenSchultages draußen zum ersten Male antreten, um nach Hause zu gehen, strecken sich mir kleine Hände entgegen. Adieu, Herr Lehrer! ' Na, hat's Euch gefallen?" Ja, ja!" schallt es mir aus ehrlicher Ueberzeugung entgegen. Und erfreut über diese Antwort, sehe ich ihnen nach, bis auch der letzte meinen Blicken entschwunden ist. Ich habe das hoffnungsfrohe Gefühl, das Herz der Kleinen gewonnen zu haben, und das giebt mir Muth und Kraft zu der schweren Arbeit, die meiner harrt. . Merkwürdiger Orden.
Einen merkwürdigen Orden stiftete im Jahre 1690 Herzog Friedrich WilHelm der Erste vcn Sachsen-Weimar. Es war ein Orden gegen das Flu chen. Die Einleitungsrede zu den Statuten schilderte die Verderblichkeit des Mißbrauchs geheiligter Namen und forderte zum Beitritt in die neue Brüderschaft auf, um die Moralität und Gottesfurcht zu erhöhen. Jedes Mitglied erhielt ein Denkzeichen, das er, an eir.em Bande befestigt, am Halse tragen mußte. Wer dabei betroffen wurde, daß er es nicht trug, zahlte eine Strafe von zwei Thalern, wovon die Hälfte der Armenbüchse verfiel, während die andere Hälfte derjenige erhielt, der das Ordenszeichen bei seinem Collegen vermißt hatte und denselben zur Anzeige brachte. Das Fluchen selbst war bei Weitem billiger. Wer sich zu einem Fluche hinreißen ließ, bezahlte für die Armenbüchse sechs Groschen. Die Originalakten zu dieser merkwürdigen Stiftung hat der sächsische Historiker W. E. Tentzel, der ein Zeitgenosse des herzoglichen Stifters war, in seinen Monatlichen Unterredungen" vom Jahre 1697 abgedruckt. Auch ein Verzeichniß der Du densmitglieder fügte er bei. Werthvoll. Womit kann ich Ihnen dienen, Herr Nachbar? Ich mutz Ihnen mittheilen, daß Ihr Hund gestern dreimal nach meiner Schwieaermutter schnappte." O wrh, da verlangen Sie wahrscheinlich Schadenersah oder sowas von mit?" Keine Spur den Hund will ich Ihnen ab-kaufen.
Allerlei für'S Hans.
Brennen der Füße. Das Brennen der Füße kann beseitigt werden durch kalte Waschungen der Fußsohlen, die mehrere Wochen hindurch Morgens und Abends vorgenommen werden. Nebenbei empfiehlt sich das Einreiben mit trockener Seife auf der Innenseite der Strümpfe. Reinigungsmittel für F i l z h ü t e. Um die durch das Tragen im Winter unansehnlich und fleckig gewordenen Filzhüte, seien es helle oder dunkle, steife oder weiche, Herren- oder Damenhüte, wieder sauder und frisch zu machen, ist folgendes Mittel zu empfehlen. Man bereite sich eine Mischung von zehn Theilen Amonia, drei Theilen Kochsalz und zehn Theilen Alkohol, schüttele die Flüssigkeit so lange tüchtig durch, bis das Salz vollkommen gelöst und das Fleckwasser ganz klar ist. Man befeuchte damit ein sauberes Wollläppchen und entferne vorerst durch fünftes Reiben sämmtliche Flecke. Dann erst tauche man eine natürlich tadellos saubere Hutbürste in die Flüssigkeit und überbürste den ganzen Hut kräftig gegen und nach dem Strich, den Rändern des Hutes besondere Sorgfalt schenkend. Dann biege man ihn in die ursprüngliche Form zurück und lege ihn, ist er flach, auf ein weißes Tuch zum Trocknen, hat er jedoch gewölbte Krempe und spitzen Kopf, so muß man ihn auf einen umgestülpten Topf, der ungefähr die Form des Hutkopfes hat, setzen oder mit dem Kopf nach unten aufhängen, wobei man aber die Vor-der-und Rückseite der Krempe recht gleichmäßig befestigen muh. Am besten ist es, man näht nach Art der Gummibänder an Kinderhüten ein Band an die rechte und linke innere Kopfseite und hängt ihn so, mit dem Kopf nach unten, schwebend auf. Diese Art des Trocknens eignet sich besonders für weiche Filzhüte mit eingedrücktem Kopfe. Nach dem Trocknen werden die Hüte mit weicher Bürste immer nach dem Strich glänzend gebürstet; sie erscheinen danach wie neu und haben neue Festigkeit erhalten. Hohlwerden saurerGurken zu verhüten. Saure Gurken werden zuweilen innen hohl. Um dies zu verhüten, steche man beim Einlegen in eine jede mehrere Mal mit einer reinen Stopfnadel. Schottische und rothgefärbte Sachen zu waschen. Man wäscht dieselben, ohne der Farbe zu schaden, in Kartoffelwasser. Rohe geschälte Kartoffeln reibt man und thut sie in kaltes Wasser, gießt diese Masse durch ein Tuch und drückt sie gut aus. Man wäscht nun die zu reinigenden Sachen, ohne das Wasser zu erwärmen und ohne Zusatz von Seife, spült sie in öfter gewechseltem, frischem Wasser und hängt sie zum Trocknen auf. Kleiderstoffe etc. plätte man in halbgetrocknetem Zustande. Brüche aus Seidenband zu entfernen. Man befeuchtet das Seidenband auf der Kehrseite mit einer Lösung von Zuckerwasser, legt alsdann ein dünnes Tuch (Leinwand) darüber und plättet das Band mit einem ziemlich heißen Eisen. Reinigung vergoldeter Möbel. Scharfe Mittel würden leicht das Vergoldete auflösen, deshalb begnügt man sich damit, einen Pinsel in Weinessig zu tauchen und hiermit die Gegenstände auszupinseln. Nachdem dies geschehen, läßt man die Sachen etc. eine halbe Stunde liegen, daß der Essig überall in Krümmungen und Vertiefungen den Schmutz auflösen kann, und spült sie hiernach mit Regenwasser aus. Das Abtrocknen mit Tüchern würde das Gold abreiben, es unterbleibt deshalb besser; die Gegenstände trocknen von selbst. Falls das einmalige Auspinseln nicht genügend geholfen hat, so kann man dasselbe gleichnoch einmal wiederholen. T r o ck e n e W ä s ch e. Alle weißwollenen Kleidungsstücke wie Shawls, Tücher, Kindermützen, auch weiße Pelzwaaren können sehr gut trocken gereinigt werden. Man thut ein Quart Weizenmehl in eine große reine Schüssel, nimmt dann ein Stück zur Zeit vor und reibt das Mehl tüchtig hinein, besonders in jede schmutzige Stelle, bis alles ganz rein ist. Sobald das Mehl grau und schmutzig erscheint, muß es durch reines ersetzt werden. Wenn die Sachen rein sind, werden sie draußen in derLuft tüchtig ausgeschüttelt, bis alles Mehl ausgestäubt ist. Die wollenen Sachen werden auf diese Weise nicht nur sehr schön rein, sondern man hat auch keinen Verdruß durch Einlaufen der Wolle oder filzig werden der Stoffe, was alles beim Waschen nur schwer zu vermeiden ist. Fast stets sind weißwollene Gegenstände nach der Wäsche hart und unansehnlich, während bei der trockenen Reinigung die Shawls, Tücher und Mützen ihr weiches flockiges Aussehen behalten, und weiße Pelzwaaren wie neu erscheinen. Blusen v o n P o n g e e se i d e kann man in warmem Seifenwasser waschen, darf dieselben aber nach dem Spülen in klarem Wasser nicht ausringen oder ausdrücken, man hängt sie vielmehr aus dem Wasser auf die Leine und läßt sie völlig trocken werden. Ohne sie einzusprengen werden die Blusen mit einem mäßig heißen Eisen gebügelt. Würde man Blusen von diesem Stoff ausringen oder einsprengen, fo würden dieselben nach dem Bügeln ganz mit Streifen oder Flecken bedeckt sein.
Ayres Bulletin
Batistes zu 9c. Dieses ist die corded Sorte und daö Assortiment umschließt beide, die mit weißem und schattirtem Grund, in verschiedencn prächtigen BIumen-Desfins. Waaren die stets 15c die Jard werth sind, diese spezielle Partie zu Sc MIM C0. Jndtana's größte Dr? oob Händler. w Oefterreich'Ungarn. Panik i m Theater ver hütet. Wien, 4. Mai. Als gestern Abend während einer Vorstellung dee Zauberflöte" im Burgtheater Funken von den elektrischen Beleuchtungödrühten sprühten, erscholl der Ruf Feuer". Die Sänger bemühten sich vergeblich, das Publikum zu beruhigen. Darauf setzte sich Operndirektor Mahler an das Piano und bearbeitete eö nach Kräften. ES trat Ruhe ein und die Vorstellung wurde vor halbgefülltem Hause beendet. ES waren viele Ausländer, dar unter auch Amerikaner, im Theater anwesend. Mannlicher-Gewehr Wien, 4. Mai. ES wird gemel. det, daß die LandeS'Vertheidigungs Kommission einstimmig das neue Modell des Mannlicher - Gewehrs mit Steyr'schen Patronen angenommen hat. UM South Bend, 4. Mai. Die Eigenthümer der Bixler Eancer Eradi cator Co. sind unter der Anklage des Betruges verhaftet warben, da behaup tet wird, daß die angeblichen Kuren Schwindel sind. -DerNew M Store (ttotfirt 1863.) . . .Jndiana'S größter Lade. . . $5.00 Knaben -Anzöge Jetzt kaufen Sie Ihrem Knaben einen neuen Anzug. Wir geben Ihnen die Ausmahl von unseren sämmtlichen $5.00 FrühlingS-Anzüaen zu 93 98 ; ein- und zweireihige Muster Norfolk und russische Blusen und Matrosen Blusen Anztige, für Alter von 2 bis 16 Jahren, wirkliche $5.00 Werthe, Samstag $3.08 Lange Hosen Anzüge in allen Größen von ltf bis 20 Jahren $17 00 und $18 Anzüge ar. . $12.49 $11.50 bis $14 Anzüge für. . $9.98 Zweiter Stock. PCTTIS M &OODS CO. Europäisches ?1epuriemet -wi'rf',Wsw-www- NN"S"f Wechsel. Crcditbriese. Postanweisungen. auf alle Städte Europas. Kchiffsscheine von und nach Europa. An- und Verkauf auslkndi schen Geldes.
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