Indiana Tribüne, Volume 28, Number 215, Indianapolis, Marion County, 3 May 1905 — Page 6

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Europäische Nachrichten. Kcsscn-Dcrrmstadt. Darmfiadt. Das 25jährige Jubiläum als Lehrerin des hiesigen Frö-bel-Jnstituts des Frl. Schulz-Gora beging Frl. I. Würtenberger aus Oberramstadt. E f f o l d e r b a ch. Bahnwärter Wilhelm Bechtold von hier und Joh. Jakob von Horas wurden in den Ruhestand versetzt. Gießen. Zum Ehrenvorsitzenden tas Vereins hessischer Zahnärzte wurde der langjährige Vorsitzende des Vereins. G. W. Koch in Gießen, der Vorsitzende der Prufungscommission für Zahnärzte, ernannt. Lana-Göns. Ein ausaedekintes

Eisensteinlager wurde bei Holzheim entdeckt. Im Frühjahr soll der BergWerksbetrieb beginnen. Mainz. Der Senior der rheinhesfischen Rechtsanwälte, Dr. Grieser, konnte auf eine 5Ojährige Thätigkeit im Dienste der Justiz zurückblicken. Nieder - R a m st a d t. Der hiesige Veteran Georg Valentin, welcher den Krieg 1870 71 mitgemacht und sich das Eiserne Kreuz erworben hat, feierte mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Seligenstadt. Gelegentlich einer Maskerade entstanden zwischen dem 22jährigen Bergwerksarbeiter Eckert und dem ziemlich gleichalterigen Schreinergesellen Ritter anfänglich belanglose Neckereien, die allmählich einen ernsteren Charakter anzunehmen drohten. Als Eckert den Heimweg antrat, wurde er von Ritter verfolgt, in einem Seitengäßchen eingeholt und durch einen wuchtigen, blingslings geführtenMefferstich lebensgefährlich verletzt. Der Slich durchbohrte die rechte Kinnseite, drang durch die ganze Wange und zerschnitt mehrere Hauptädern. Alsbald bemühten sich zwei Aerzte um den Schwerverletzten, der infolge eines enormen Blutverlustes besinnungslos wurde. Er fand Aufnähme im hiesigen Kreis - Krankenhause, wo sein Zustand als nahezu hoffnungslos gilt. Der Messerheld wurde unmittelbar nach der That in Haft genommen. feinern. München. Hier verschied nach kurzer Krankheit Egon Hanfstaengl, preußischer Hofphotograph. Egon Hanfstaengl besaß früher ein bedeutendes Porträt Atelier in Berlin und leitete seit einer Reihe von Jahren das hiesige Porträt - Atelier der Hanfstaenglschen Kunstanstalt. Augsburg. Im Alter von 87 Jahren verschied hier der Senior der hi"sigen Scbulmanner, der GymnasialProfessor und Direktor a. D. des St. Anna - Collegiums, Dr. Rudolf Schreiber. Bamberg. Amtsrichter Joseph Kopp, ein Mann von 40 Jahren, der sich der allgemeinen Hochachtung zu erfreuen hatte, hat sich erhängt. Das Motiv der traurigen That war eine unheilbare Krankheit und die Furcht vor einer nothwendigen Operation. Heppberg. Hier ist daö große Anwesen des Oekonomen Kornprobst, bestehend aus Wohnhaus und Stallungen,' total niedergebrannt. Nur die Scheune konnte gerettet werden. Laufen. Der 26 Jahre alte Weißbierbrauer Andreas Armstorfer ist in die Sudpfanne gestürzt und bald darauf an den erlittenen Brandwunden gestorben. M i l t e n b e r g. Bei dem Versuche, tin Kind vom Geleise zu entfernen, wurde der Bahnwärter Burk auf der Strecke von hier nach Aschaffenburg von einem Zuge erfaßt und getödtet, während das Kind gerettet wurde. P a s i n g. Gehilfe Stocker ist beim Ausziehen von Wagen aus den Hinterstellgeleisen von einem Wagen abgestürzt und durch Ueberfahren getodtet worden. S i m b a ch. Bei Ankunft eines Personenzuges hier wurde der Cooperator Max Klinger in einem Wagen abtheil in bewußtlosem Zustande vor gefunden. Von' der Sanitätskolonne ms hlestge Krankenhaus verbracht, verschied er dort, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, vermuthlich an Herzschwäche. Der Cooverator war von Fürstenzell nach Altötting versetzt und wollte seinen neuen Posten antreten. W o l n z a ch. Im Stadel und Stalle des Bierbrauerelbesitzers Otto Liop brach ein großer Brand aus, der das umfangreiche Gebäude vollständig einäscherte. Nur mit Mühe konnten die Pferde und das brüllende Vieh geret tet werden. Württemberg. Stuttgart. Die Hofschauspielerin Fräulein Rosa Steinau beging ihr SOjähriges Künstlerjubiläum, aus welchem Anlaß ihr der König die große goldene Medaille am Bande des Friedrichsordens verlieh. Die Königin übersandte der Jubilarin ihr Bild mit der Widmung Dankbar für viele he: tere Stunden". Bach. Die Eheleute Konrad und Franziska Denkinger feierten ihre goldene Hochzeit. B e tz i n g e n. In der Schreinerei Kehrer hier verunglückte der 19jährige Schreiner Gottlob Bosch von Kirchentellinsfurt. Er wurde in die Klinik nach Tübingen verbracht, wo er nach kurzer Zeit an den erlittenen inneren Verletzungen gestorben ist.

E l t i n g e n. Vor einiger Zeit brannte das der Wittwe G. Krämer gehörige Wohnbaus sammt Scheune, in die sich fünf Besitzer theilten, vollständig nieder. Es wird Brandstiftung vermuthet. Eßlingen. Dem Oberingenieur Sein bei der hizstaen Maschinenfabrik wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Friedrichsordens verliehen. K u n z e l s a u. Kürzlich wurde die am 20. Mai 1825 in Wildenstein geborene Köchin des Privatiers Kraft hier, Wilhelmine Schenk, die ihre 65jährige Dienstzeit in ein und derselben Familie zugebracht hat, zu Grabe getragen. Die Verstorbene war für ihre langjährigen treuen Dienste mit dem goldenen und silbernen Dienstehrenzeichen ausgezeichnet worden.

Nägelshos. Hier ist der NagelShof durch Feuer zerstört worden. Schramberg. Auf der uyne seines vor einiger Zeit gekauften Hauses erhängte sich ein hiesiger verheiratheter Arbeiter, Namens Mantel. Das Motiv des Selbstmordes ist unbekannt. 11 m. Nack lanaerem beiden tarv Professor Heyberger im 64. Lebensjähr. Der Verstorbene war seit fast 40 abren bier als Bildhauer und Zeichenlehrer an der Fortbildungs- . 1 4 i W -N V schule thätig und yat aucy ermge tfacnwerke herausgegeben. Waden. F r e i b u r g. Auf dem GüterbahnHof wurde der verheirathete Hilfsbremser Vinzens Beck von hier von einer rangirenden Güterzugsabtheilung erfaßt und thm der rechte Unterschenkel in der Kniegegend gänzlich, sowie der linke Fuß nahezu abgefahren. Außerdem wurde er auch am Unterleib schwer verletzt und der Leib theilweise aufgerissen, so daß der Tod sofort eintrat. Heck li n gen. Vor eimger Zeit verunglückte beim Manövrircn eines Lokalzuges der ledige Bahnarbeiter Jörger von hier. Derselbe stürzte vom Trittbrett und gerieth unter die Räder, so daß ihm u. a. ein Arm total abgefahren wurde. Jörger wurde ins Spital nach Kenzingen verbracht. Ladenburg. Eme aus dem Neckar gezogene Leiche wurde als die der Dienstmagd Marie Spät von Lichtenthal bei Baden-Baden agnoscirt. Das Mädchen soll zeitweise geistesgestört gewesen sein. Mannheim. Gerichtsvollzieher Schneider hatte sich vor längere: Zert durch einen Sturz eine Wunde am Arme zugezogen, die er vernachlässigte. Erst in letzter Zeit nahm er den Arzt in Anspruch und dieser soll ihm sehr bedenkliche Eröffnungen über eine eintretende Blutvergiftung gemacht haben. Letztens schickte er seine Frau fort, ein Glas Wein zu holen, als sie zurückkehrte, fand sie ihn als Leiche. Mundelfingen. Kürzlich brannte hier das Gasthaus zur Krone" des Otto Heinemann ab. Das Feuer brach im Oekonomiegebäude über dem Stall aus und griff so rasch um sich, daß das ganze Anwesen in Asche gelegt wurde. Pforzheim. Im Walde, 200 Meter vom städtischen Pumpwerk im Eutinger Thal entfernt, wurde die Leiche des hiesigen kleinen Fabrikanten Wilh. Keller, welcher sich erst vor kur zer Zeit mit einem Collegen selbständig gemacht, aufgefunden. Aller Wahr scheinlichkeit nach liegt Selbstmord durch Vergiftung vor. S t o ck a ch. In feiner Zelle hat sich hier der wegen Brandstiftung inhaftir te Anton Pfandler von Zognegg erhängt. Wertherm. Im Main ertränkte sich das 20 Jahre alte Dienstmädchen Friedr. Gerlach aus Kittlingen (W temberg). Motiv der That: Unglüuche Liebe. Whetrrpfa5z. Bergzabern. Der Prinz-Re-gent hat dem Feldhüter Ferdinand Russy von hier m Rücklicht auf die ici mehr als 50 Jahren mit Treue und Eifer geleisteten Dienste die Ehrenmünze des Ludwigsordens verliehen G r e t h e n. Der Fuhrmann Jakob Dann von hier war im Walde, um Holz zu holen. Unterwegs hatte er das Unglück, von seinem Wagen zu fallen, und mußte bewußtlos vom Platze getragen werden. Er wurde per Chaise hierher in seine Wohnung gebracht, wo er nun hoffnungslos darniederliegt. Damm ist nicht verheirathet. G r ü n st a d t. Die hier wohnen de 63 Jahre alte Wittwe des Schnei ders Johannes Weiß machte ihrem Leben dadurch ein Ende, daß sie sich an der oberen Angel ihrer Zimmerthur erhängte. Kleinfischlingen. Der 34 Jahre alte verheirathete Ackerer Johannes Deller von hier wurde außer halb der Ortschaft in einem Wiesen bache todt aufgefunden. Deller, der an Epilepsie litt, fiel vermuthlich in einem Anfalle in das Wasser und er trank. Kaiserslautern. Der Holz Händler Heinrich Frank, Lieferan zahlreicher Kohlengruben für Gruben holz, der sich von hier entfernt hat, er tränkte sich in Paris in der Seine Ueber sein Vermögen wurde der Con curs verhängt. Die Polizei nahm den 65iahrigen Tagner Johann Hackenschmitt aus Sembach wegen Bettelns fest und verwahrte ihn auf dem Polizeirevier 2. Als man den Mann dem Gerichte vorführen wollte, hatte er sich erhängt.

Die Medizin, die meine Mutter gebrauchte. Der Win of Cardul hat seine Probe bestanden. Er hat die Großmütter, Mütter, Schwestern und Töchter zweier Ge?rationen kurirt. Er kurirt fünfundsiebzigjährige Frauen. Er kurirt heute noch Frauen von solchen Leiden, wie unregelmäßige Perioden, unerträgliche Schmerzen, Entzündungen der verschiedenen Theile, Nervosität und Schwächen aller Arten, besonders des weiblichen Geschlechtes. Der Wine of Cardul ebner den Pfad zur Jungfernschaft, verhütet schwere Leiden beim Eintritt in die Mutterschaft, indem er die Funktwnen etablirt, welche zur weiblichen Gesundheit nöthig sind. Als ein Mittel zur Beförderung der Menstruation dient er als Unterstützung einer Frau lebenslänglich, bereitet sie auf die Prüfungsstunde der Geburt vor, und versichert ihr eme schnelle Rückkehr ihrer Kräfte, welche zur Mutterschaft nöthig sind. Wenn der Wine of Cardul hie und da gebraucht wird, verhütet er Schwache - Anfälle, und zur Zeit des Lebcnswcchsels wird er ein gcsundcö, hohes Alter sichern.

72ß ltjv rlw Abenteuer eines Knaben. Ein Indianerhäuptling wollte der IZjährig-' Schüler Otto Schulz werden, der einer Beamtenfamilie in Görlltz, Schlesien, angehört und seiner Großmutter 800 Mark gestohlen hatte, um seiner Abenteuerluft durch eine Reise nach Amerika zu genügen. In Berlin schlenderte Jung-Otto auf den Straßen umher und gelangte m ein Kafe. wo er sich erholen wollte. Er trank etwas mehr, als er vertragen konnte, und zwei Besucherinnen des Lokals nahmen den Knaben unter ihren Schutz." Sie besuchten mit ihm allerlei Schankstätten, gewährten ihm Obdach, fuhren am nächsten Tage in einer Droschke mit ihm kreuz und quer und warfen den Jüngling schließlich aus dem Wagen, nachdem sie ihm das letzte Geld in Höhe von 500 Mark abgenommen hatten. An einem ganz unbekannten Ort fand Otto Schulz sich wieder: er war in Wilmersdorf ausgesetzt worden. Em Beamter brachte den Knaben nach Berlin, wo ihn inzwischen eingetroffene Angehörige in Empfang nahmen. Verbüngnißvoller Scherz. Ein Pariser Namens Lelouse wollte sich den Spaß machen, seine Frau einmal tüchtig zu erschrecken, und legte zu diesem Zweck m's Bett eine angezogene Wachsfigur, an der er Kopf und Hand mrt Hilfe von Gummi leicht an dem Rumpf befestigt hatte. Dann versteckte er sich hinter einer Draperie, um zu beobachten, welche Wirkung der Scherz haben würde. Als die Frau in's Schlafzimmer kam, wollte sie im Halbdunkel nach der Hand ihres Mannes greisen; aber die kalte, feuchte Hand der Wachsfigur löste sich vom Arm und blieb in ihrer Hand. Mit einem Schreckensruf ließ die entsetzte Frau die Hand fahren und auf den Boden fallen und umschlang nun mit beiden Armen den Hals der Figur. Als sich jetzt aber auch der Kopf vom Rumpf trennte und auf den Fußboden rollte, stieß die Frau durchdringende Schreie aus und rannte wahnsinnig die Treppen hinunter, wo einige Nachbarn sie aufhielten. Es stellte sich fralb heraus, daß die Frau tobsüchtig geworden war, und man brachte sie in's Irrenhaus. Als der Gatte von der Hoffnungslosigkeit des Zustandes seiner Frau benachrichtigt wurde, machte er seinem Leben durch Gift ein Ende. Ningkampf nm die Miethe. In mehreren Kantonen der Schweiz herrscht der aus mittelalterlichen Zeiten stammende Brauch, daß bei Sän-ger-, Turner- und Schützenfesten neben anderen Kunstproduktionen auch Ringkämpfe veranstaltet werden, die in der Regel eine Glanznummer des FestProgramms bilden. An diesen athletischen Uebungen betheiligen sich gewöhnlich Kämpfer, die den verschiedensten Gesellschaftsklassen angehören. So traten jüngst bei einem derartigen Feste ein reicher Hausbesitzer und sein Miether, ein Schreiner meister. in die Arena, um nach allen Regeln der Kunst zu ringen. Es sollten vier Gänge stattfinden und als Einsatz bei jedem Gange war der Miethzins für ein Quartal vereinbart. Nachdem der Tischlermeister feinen Gegner viermal nacheinander regelrecht in den Sand geworfen hatte, wurde ihm feierlich der Siegespreis zuerkannt: Er hatte sich freie Miethe für ein ganzes Jahr errungen. D i e größte Streichholzf a b r i k der Welt ist die VulkanStreichholzfabrik in Tidaholm in Schweden. &t beschäftigt über 1200 Menschen und fabrizirt täglich 900,000 Schachteln Streichhölzer. Jährlich werden 600,000 Kudikfuß Holz, 250,000 Pfund Papier und 40.000 Pfund Roggenmehl zum Kleben der Schachteln gebraucht. Die Gesammtverluste der Russen an Todten, Vermundeten und Gefangenen in der Schlacht bei Mukden werden offiziell auf 107.000 Mann gefchätzt.

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Blinder im Examen. Bei dem unlängst abgehaltenen Abiturien-ten-Examen am Leipziger König Al-bert-Gymnasium hat unter anderen auch ein Blinder die Prüfung bestanden. Die schriftlichen Arbeiten fertigte er mittelst der Schreibmaschine an. Das Ergebniß der Prüfung war ein durchaus gutes. Merkwürdige Selb stmordursache. In Trennfurt, Unterfranken, erhängte sich ein 68jähriger Mann, nachdem er 14 Tage vorher noch einmal geheirathet hatte. Seit dieser Zeit lebte er in dem Wahne, durch den Familienzuwachs (Frau und zwei Kinder) reiche sein Vermögen nicht mehr aus. Vor der That schlug er seinen Hund todt und schnitt seinen sämmtlichen Hühnern die Hälse ab. Strikende Kulis. Zweitausend, in einer Grube bei Krügersdorf im Transvaal beschäftigte Chinesen legten jüngst die Arbeit nieder; sie waren mit ihren Arbeitslöhnen unzufrieden und lehnten es ab, mehr als zwölf Zoll Gestein täglich zu bohren. Es kam zu Ruhestörungen mid zu einem Zusammenstoß mit der Polizei. Mehrere Polizeisoldaten wurden verletzt: auch viele der Kulis erlitten Verwundungen. Schließlich wurden 53 der Striker verhaftet. Hungersnoth in Andal u s i e n. In der spanischen Provinz Andalusien herrscht eine furchtbare Hungersnoth infolge Frost und Trockenheit, welche die Weinpflanzungen zerstören. Eine Schaar hungriger Bauern versuchte die Armeegetreidespeicher bei Lebrija zu erstürmen. Es gelang ihnen jedoch nicht, und sie steckten deshalb die Speicher in Brand. Die ganze 2000 Personen zählende Bevölkerung eines Dorfes bei Sevilla ist ausgezogen und bettelt auf den Landstraßen. Verfolgung eines RaubMörders. Gegen den Kellner Ramm, der bei einem Einbruch in Berim den elfjährigen Sohn des Schankwirths Grabow erstach und eine Tochter schwer verwundete, richtete sich eine Sonderbeilaqe des Deutschen Fahndungsblattes," die in 17,000 Exemplaren deutschen und ausländischen Beamten zugingen. Das Sonderblatt enthielt eine genaue Beschreibung und ein Bild des Verfolgten, und war so eingerichtet, daß es auch als Aushang auf den Aemtern verwendet werden konnte. Vom Dache geweht. Auf dem Dachstuhl eines Neubaues in Rixdorf bei Berlin war der Maurer Gerhardt mit dem Aufführen der (Äiebelwand beschäftigt. In dem Augenblick, als er sich bückte, um einen Stein aufzulegen, faßte ihn Plötzlich ein heftiger Windstoß und schleuderte ihn im großen Bogen von dem vier Stockwerke hohen Bauwerk herunter. Der Unglückliche erlitt einen doppelten Schädelbruch und mehrfache Rippenbrüche. Als ein schnell herbeigerufener Arzt erschien, war der Abgestürzte bereits verschieden. Unschuldig verurtheilt. Während der Arzt Dr. Mandelbaum in Cupia, Serbien, vor einiger Zeit in der Nacht bei einem Patienten weilte, wurde seine Frau in ihrer Wohnung ermordet. Der Diener des Arztes wurde erst der That beschuldigt, er konnte jedoch die Schuld von sich abwälzen und brachte Beweise gegen Mandelbaum vor. Der Arzt wurde zu 20 Jahren Kerker verurtheilt. Erst letzthin erfolgte bei der Wiederaufnähme des Prozesses die Freisprechung Mandelbaums. Der Mann wanderte nach Amerika aus. Die Macht des Heimw e h s. Vor dem Kriegsgerichte in Kiel wurde letzthin gegen einen 40jäbrigen Mann Namens Georgi aus grossen. Brandenburg, verhandelt, der vor 15 Jahren als Marinemaat sahnenflüchtig geworden war. Er entkam damals nach Nordamerika, durchwanderte Mittelamerika und ließ sich in Lima als Senffabrikant nieder, Spä-

ter arbeitete er in Galveston. Tex.. als felbstständiger Segelmacher. Seine materielle Lage war günstig. Die Sehnsucht nach der Heimath machte ihm das Leben in der Fremde indeß unerträglich. Anfang dieses Jahres schiffte er sich nach Deutschland ein, landete in Antwerpen, besuchte das heimathliche Krossen, die Eltern und Geschwister und stellte sich dann freiwillig in Kiel. Das Kriegsgericht ließ Milde walten und erkannte gegen den fast ergrauten Flüchtling auf die Mindeststrafe, sechs Monate Gefängniß und die übliche Ehrenstrafe. Es wurde dem Verurtheilten nahegelegt, die Gnade des Kaisers anzurufen. lnvrecyer-unnei.' )er Chicagoer Hermandad gelang es dieser Tage, die Einbrecher zu erwischen, die Wochen lang ein großes Geschäftshaus geplündert hatten. Obwohl Detektivs Tag und Nacht thätig waren, um die Schuldigen bei der That zu überraschen, blieben ihre Bemühungen erfolglos. Selbst den Angestellten des großen Handelshauses wurde die Sache ungemüthlich, weil sie sich nicht erklären konnten, wie es den Spitzbuben möglich sein konnte, ihre Beute fortzuschaffen. Das Räthsel schien unlösbar zu fein, bis Geheimpolizisten zwei verdächtige Burschen in der Nähe des Geschäftshauses verhafteten und von diesen über das Geheimniß aufgeklärt wurden. Unter dem Lagerhause der Firma hatten die Halunken einen 180 Fuß langen Gang gegraben und dann aus dem Fußboden mit großer Geschicklichkeit ein Viereck herausgesägt, das gerade groß genug ist, um hindurch zu klettern. Nach jedem Diebstahl wurde die Oeffnung wieder sorgfältig zugedeckt. Da es in jenem Theile des Speichers besonders dunkel ist, so wurde dieses Machwerk der Einbrecher nicht eher entdeckt, bis diese selbst der Polizei beichteten. Berüchtigter Bandit verhaftet. Das letzte überlebende Mitglied von Black Jack Ketchums Bahnräuberbande, E. Franks, alias Bob McManns, auf den die Behörden seit sieben Jahren gefahndet haben, ist in der Nähe von Trinidad, Col.. festgenommen worden. Der Räuber wohnte in der genannten Gegend in einer einsamen, schwer zugänglichen Felsschlucht und wurde von den Beamten, die eine große Strecke kriechend hatten zurücklegen' müssen, beim Bau einer Einfriedigung überrascht. Franks setzte ihnen keinen Widerstand entgegen, obwohl er ein Gewehr und einen Revolver zur Hand hatte. Die Bande Black Jacks hatte im Jahre 1898 nahe Folsom, N. M.. einen Zug üoerfallen und reiche Beute gemacht. Als Sheriff Ed. Farr einem Bruder des Häuptlings, Namens Sam. Ketchum, und seinem Spießgesellen McGinnis nahe Folsom auf die Spur kam, kam es zu einem Kampf, bei dem Farr er schössen und zwei seiner Leute verwundet wurden. McGinnis wurde bald

nachher abgefaßt und zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt, Black ack starb am Galaen. Auclx ein Zellen. Schlecht, schlecht sind die Zeiten! Die Cigarrenstummel wer'n all'weil' kleiner!"

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