Indiana Tribüne, Volume 28, Number 215, Indianapolis, Marion County, 3 May 1905 — Page 5

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Jndiana Tribüne, 3. Mai 1905

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VaS Ideal.

Von Mtiosotis Lotr. Zch werde nie verzweifeln können. Wenn um mich noch so dunkle Nacht; Tcnn hoch, hoch über allen borgen strahlt mir ein steril in Heller Pracht. Und wenn die Mensche mich aiufi kränken, Rings um mich alles Glück erlischt, Tas Höchst kann mm: mir nicht rauben, Tcn Otern. den löschen sie mir nicht. Der ftekil dem wüsten, tollen treiben Viel, viel zu noch und tnel zu fern, llrd nichts vermag den Glanz zu trüben. Tcn Glanz von meinem goldnen Stern. insere Mnsserzigeuner. Tos Leben auf den Hausbooten. (5ine bnntacmischte Gesellschaft. Schwimmende Hütten und schwimmende Pa lüfte. Gesundheit und Geschäften! -keressen. In der wärmercn Jahreszeit treten auch wieder die sogenannten Hausboote und ihre Bewohner mehr in den Vordergrund, obwohl sie in manchen legenden zu keiner Zeit verschwinden. Tie Hausboot - Menschheit gehört zu den malerischsten Erschnnungen unseres mittelweftlichcn und südlichen Volkslebens; es muffen ihrer viele Tausende sen, enn die Zahl auch schwankt, und im Winter die nördlichen Gegenden ziemlich leer von ihnen sind. Niemals haben Census- oder sonstige Beamte eine (Statistik über sie ausgestellt; aber eZ scheint, daß die Jzhl im Zuml-men ist. Vielleicht wird durch den vielfach gefühlten Wunsch, keine S!cncrn und keine Miethe zu zah!cn und sein eigener Herr" zu stin. auch wenn man es auf dem festen Lande nicht mehr kann, der Tra..g nach den .ausbooten begünstigt; vielleicht trc'gt auch die FreiluftGesundheiisbewcung dasJhrige dazu bei. Namentlich auf dem Mississippi, von St. Paul bis hinunter nach der Halbmondstadt, und auf allen großeren Nebenströmen desselben treiben sich diese Wasserigeuncr herum oder halten ihre Boote am Ufer bereit, sei es angeankert, sei eö am Land hinaufgezogen und auf Pfählen oder Stelzen ruhend eine Vorsichtsnahme gegen plötzliche Ueberfchwemmungen. Manchmal trifft man der Nachbarschaft einer einzigen größeren Stadt ein förmliches Geschwader von zwanzig oder mehr Hausbooten, manchmal besteht die Flottille nur aus einem Halbdutzend. Viel: Hausboote indeß halten keinen gesellschaftlichen Anschluß. Klaffenunterschiede giebt es auch hier die Menge. In Größe und Bauart zeigen diese Voote eine überraschende Mannigfaltigkeit. Jeder Wafscrzigeuner macht sich ein solches, mit oder ohne fremde Hilfe, ganz nach seinen Mitteln, seinen Liebhabereien und dem Material, das ihm zur Verfügung stehen mag. Manche der Boote sind kaum größer als ein gewöhnlicher Ncrchen und haben eine Ueberdachung von Segeltuch, welches über Reisen gesvannt ist uno unter welches die Bewohner schlüpfen, wie in ein Loch im Erdboden. Aber andere sind groß und comsortabel," sehen auch äußerlich anziehend aus und bieten ein Heim, welches den Neid gar manches Landbewohners erregen könnte; solche haben natürlich auch mehrere Stuben, welche gut möblirt sind. Es giebt sogar vornehme Hausboote. In der Größe stehen jene obenan, welche schwimmende Theater oder Concerthäuser bilden. Indeß ist die Zahs dieser gering, ebenso wie die Zahl der schwimmenden Gotteshäuser. Es giebt Hausboote, die, nur zum Familiengebrauch bestimmt, ihre 1500 Tollars gekostet haben. Die große Mehrheit jedoch hat weniger als 100 Dollars gekostet ja viele noch nicht dieHälfte oder ein Viertel dieser Summe. Man braucht sich darum keinen z u niedrigen Begriff von ihrer Gediegenheit zu machen. Denn es ist zu bedenken, daß ein großer Theil der erforderlichen Materialien am Fluß entlang aufgegriffen werden kann, ohne irgend welche Kosten zu verursachen; Bretter und Balken namentlich, welche fahrlässigerweife in das Wasser gekommen sind, lassen sich stets mehr oder minder reichlich erlangen, uno während das schlechtereHolz verbrannt wird, kommt das bessere für die Hausb?ote sehr ablegen. Auf die Mehrzahl dieser schwimmenden Heime paßt noch am besten der .usspvuch Shanty"Boote; sie sind meistens nur roh gezimmert, und wenn sie auch aus nicht zu verachtendem Material bestehen mögen. gehen sie nach wenigen Jahren in Stücke, da sie nicht sorgfältig genug behandelt werden. Immerhin leisten sie in diesen paar Jahren einen guten Dienst. In südlichen Flußgegenden sind viele Farbige unter den Hausbootbewohnern, zum Theil mit zahlreicher Familie. Aber man trifft auch viele Weiße, die weit, aus dem Norden oder aus dem mittleren Westen stammen und nur wegen der Gesundheit des einen oder anderen Familienmitgliedes sich dem Wasserzigeunerleben zugewendet haben, meistens für immer. Das erste Hausboot, dessen Inneres der Schreiber dieses betrat, war am Gestade zu Baton Rouge, La.-, unmittelbar abseits der Werften, angeankert und kann als gutes Durchschmttsbeispiel dienen. Sein eigentlicher Wohntheil bestand nur aus einem Zimmer, 8 bei 12 Fuß weit, mit einem Bett, einigen Regalen an den Wänden entlang, einer Nähmaschine

und noch einigem Mobili. aber ziemlich dürftigem. Hier wohnte ein Mann mit Frau und zwei Töchtern; sie hatten übrigens vor noch nicht lan aer Zeit auf einem größeren Boot gelebt, das aber unterging, nachdem der Boden ..schlecht geworden" war. wie sie sich ausdrückten. Nicht weit davon war. noch halb über Wasser, dasWrack dieses Bootes zu sehen. Der Mann erzählte, daß die Lungen seiner Frau die nördliche Luft nicht aushalten konnten; mit dem Hausboot erreichte die Familie ohne große Auslage ein gütigeres Klima und erhielt auf die Dauer ein wohlfeiles Heim. Nicht nur brauchten keine Miethen und Steuern bezahlt zu werden, sondern auch das Brennholz kostete nichts, und der Fleischbedarf wurde größtenteils durch Fische gedeckt. Was wollen Sie mehr." schloß der Mann seine Erzählung, für eine Familie, die stets in sehr bescheidenen Umständen gelebt hat?" Er und die Seinen waren offenbar ganz zufrieden, trotz des Verlustes ihres ersten Bootes, und die Gesundheit strahlte allen aus dem Gesicht. Solche Existenzen findet man noch viele unter den Hausbootlern. Das Boot mg nur wenige Jahre gut sein, aber die Bewohner bleiben mit wenigen Ausnahmen diesem Leben treu, das mit wenig Sorgen verbunden ist und l.ie andere Formen des Wasserlebens auch einen eigenen Zauber an sich hat! Wer seines Hausbootes müde geworden ist, schlägt dasselbe billig wieder los, ohne darauf zu warten, bis es zusammengebrochen ist. Für ein $100 - Boot kriegt er vielleicht noch $35, nachdem dasselbe verschiedene Jahre hindurch sein Heim gewesen ist. Ein sehr billiges und gründlich ausgenutztes Boot verkauft er vielleicht für nicht viel mehr als den Werth des Brennholzes; ja vielleicht sogar schenkt er den alten Kasten einfach weg. Und dann geht er hin und baut ein anderes Boot. Das mag sich noch manchmal wiederholen. Eine ganze Anzahl Hausbootbewohner treibt in Verbindung mit diefern Aeben auch irgend eine Art geschäftlicher Erwerbsthätigkeit, im Kleinen und mitunter sogar im Großen. Allerhand Berufsthätigkeiten sind hier vertreten. Nicht wenige der Boote haben am hinteren Theil ein Schaufelrad und werden mit Gasolinkraft getrieben, fahren daher überallhin. Diese machen oft ein ganz beträchtliches Gescbäft damit, daß sie andere Boote, Barten und Flöße schleppen und noch allerhand andere Arbeiten verrichten, zu denen sich gerade Gelegenheit bieten mag. Etliche dieser Gasolinboote sind zugleich schwimmende Sägemühlen und machen Jagd auf Treibholz. An Flußbiegungen häufen sich mitunter gewaltige Mengen Fluch - Treibholz an, und diese Boote ziehen einzelne Stämme aus der Masse, zersägen sie zu Brettern und verkaufen sie in den kleinen Flußstädten ganz vorteilhaft. Große Mengen Treibholz werden auch zu gewöhnlichem Oenholz zersägt, und manche Hausbootler sollen mit dem Verkauf desselben Verhältnißmäßig wohlhabend geworden sein und haben ihre eigenen, bescheidenen HolzHöfe an irgend einer Werft. Noch auf anderen Arten wird das, was der Fluß zutreibt, zur Quelle mehr oder minder bedeutender Einnahmen gemacht. In Vicksburg z. B. beschäftigen sich Hausbootbewchner, meistens Neger, schwunghaft damit, aufgefischte Cyprcssenstämme zu Blöcken und diese wiederum zu Schindeln zu verkleinern. Diese Schindeln werden jederzeit gern gekauft. Außer ihren Booten haben manche dieserSchindelmacher auch rohgefügte Hütlen am Strand, und in diesen arbeiten sie bei ungünstigem Wetter. Das ist eine der ältesten Industrien in Verbindung mit dem Flußverkehr. Vicksburg gehört auch zu denPlätzen, wo bei Hochwasser Hüttenboote mit Vorliebe Zuflucht suchen, und zu Zeiten ist eine große Flotte solcher hier versammelt; sobald das Wasser auf seine normale Höhe zurückgefallen ist, zerstreuen sie sich wieder. Äucb Memphis wird gern von Hausboot-Flücht-lingen aufgesucht. Aber a: manche Landratten" am Mississippi oder anderen Strömen entlang haben scho.. zu Ueberschwemmungszeiten Unterschlupf in Hausbooten gesucht, soweit diese selber sicher genug zu sein schienen. Ohne gelegentliches Unglück bei plötzlich hereinbrechender, reißender Fluch geht es freilich auch hier nicht ab. Thatsächlich haben die Hochfluth - Erfahrungen eine Anzahl Fluß - Anwohner, deren Heim zerstört wurde, bewogen, sich den Hausbooten zuzuwenden. Denken Sie sich mein Glück," sagte einer dieser, ich fand Gelegenheit, einen guten alten Bootsrümpf für $2 zu erstehen, und indem ich noch $20 daran wendete, erhielt ich das schönste schwimmende Heim! Ich würde es jetzt nicht für $100 hergeben." Die Wasserzigeuner fangen nicht blos Fische für den eigenen Verzehr, fondern verkaufen sie auch massenhaft. Ja die Fischerei liefert der größten Zahl der Hausbootler, welche überHaupt geschäftlich thätig sind, ihren Unterhalt. Sie fischen nicht blos mit Leinen, sondern auch mit Netzen verschiedener Arten. Doch klagen sie, daß dieses Geschäft nicht mehr das sei, waS es früher war, weil es weniger Fische gebe, und auch der Arm des Gesetzes

ttch oft dazwischen lege und ihnen z. B. nicht gestatte, Flügelnetze über Gewässer zu werfen, wo Fische laichen. Und blos uns chicanirt man so," sagen sie; wnrn die Farmer dasj?lbe thun, so kräht kein Hahn darnach." Bei alledem kommt es noch heute vor, daß solche Hausbootfischcr an manchem Tag ihre 25 bis 50 Dollars herausschlagen! Das sind indeß nur die besten Tage. Wäre der Fischfang das ganze Jahr hindurch gut, so ließe sich damit wohl noch Reichthum erwerben: dock von Anfanas fciili bis zum Februar ist wenig los, wirklich gut sind also nur etwa vier Monate. Dazu kommt auch noch, daß manche der erfolgreichsten Hausbootfischer ihren Verdienst größtentheils durch die Gurgel jagen, eine Schwäche so Vieler, welche in der Wasserwelt daheim sind! Andererseits findet man auch Hausbootler, welche, aus wohlsituirter Familie stammend, durch den Trunk in diese Sphäre gerathen sind. Zum großen Theil werden auch Hausirergeschäfte tn Verbindung mit diesem Leben betrieben, und zwar in allen möglichen Artikeln. Es giebt Boote, welche zu Zeiten einen Waarenvorrath im Werthe von $10,000 führen, während andere vielleicht nur für $5 Kram haben. Da und dort zeigt ein Hausboot in großen Buchstaben die Aufschrift: Medizinen zu verkaufen." Mitunter werden auch Spirituosen verkauft, und den betreffenden gesetzlichen Regulationen wird ein Schnippchen geschlagen. Doch davon hört man nur, wenn einmal das elfte Gebot unvorsichtigerweise übertreten worden ist. Auch manche Erweckungsprediger Fluß - Nevwalisten" werden sie hier genannt fahren in Hausbooten herum, halten anLandungsplätzen und zeigen gottesdienstliche Versammlungen an, die sie an Bord des Bootes abhalten. Zu dn Auserlesensten ihres Standes gehören sie indeß nicht, nach dem zu urtheilen, was man von Fluß - Anwohnern über dieselben hören kann. Aber einem großen Theil des Publikums, das zu ihnen kommt, scheinen sie Genüge zu thun. Ungefähr dasselbe kann man von den Theater- und Opern - Booten sagen, welche im Sommer die pennsyldänischen Grubenregionen und kleinere nördliche Städte besuchen, im Winter dagegen die großen Plantagen und Towns des Südens. Einige dieser Boote haben, außer ihren Wohnräumlichkeiten, für mehrere hundert Personen Sitzraum, und hübsche reservirte Sitze kosten 75 Cents bis zu ander:halb Dollars, während Plätze auf gewöhnlichen Bänken schon für einen Quarter" zu haben und unter den Umständen auch nicht schlecht sind. Hier wird gemimt, concertirt und getanzt: auch die, neuerdings bei uns so beliebt gewordenen Graphophone oder Sprcchmaschinen helfen die Besucher unterhalten, und auf solche Weise kann man u. A. selbst die berühmtesten Opern - Primadonnen wenigstens indirekt zu hören bekommen. Die glorioseste Zeit für die eigentlicken Shanty" - Boote ist der Spatsommer und Anfang Herbst. Da sind die stromabwärts treibenden Boote am zahlreichsten und treten am meisten in Gruppen auf; und man findet öfters Hüttenboote, welche nicht nur eine ganze Familie nebst dem nothdürftiz zusammengepackten Hausrath befördern, sondern auch Kühe, Schweine, Geflügel, Hunde oder Katzen. In nicht seltenen Fällen ist der Familienvater von Haus aus ein ganz guter Handwerker, den vielleicht nicht das Klima, sondern schlechte Geschäfte aus anderen Gegenden vertrieben haben, und er treibt sein altes Handwerk vom Boot aus mit mehr oder weniger Erfolg weiter; schlimmstenfalls riskirt er nicht viel dabei; aber gar manche HausbootHandwerker bringen es zu einem ganz hübschen Verdienst, wäre es auch nur mit Reparaturen. Wenn der Hausbootler einen Hafen unterwegs sieht, braucht er sich nicht gerade auf die wichtigeren LandungsPlätze zu verlassen. Es liegen den Flußufern entlang kleine Buchten genug, wo der Wasserzigeuner und die Seinen jederzeit einen behaglichen Unterschlupf finden können, wenn die Nacht Hereinbricht, oder Sturm kommt, und Niemanden im Wege sind. Hin und wieder trifft man zeitweilig auch ganze Colonicn Hüttenboote, in die Mündung eines Nebenstromes hereingebracht oder auf das Land gezogen und in ein'm Eottonwood - Walde, ziemlich gut gedeckt durch das Laubdach, auf Pfählen stehend, während unter ihnen gierig die gelbe Hochfluth wogt. Das Hausbootleben paßt bald genug Alles, was in demselben athmet, seinen besonderen Verhältnissen an, auch was die bloße körperliche Gewandtheit und Bewegungssicherheit anbelangt. Das gilt sogar von den Hausthieren. Hunde, Katzen, Hühner u. s. w., wenn sie auch einen noch so großen Theil der Zeit bei schönem Wetter am Ufer zubringen, gewöhnen sich daran, das Boot als ihr Heim zu betrachten, und kehren immer wieder von selbst nach demselben zurück, wobei sie auf dem langen Zugangsbrett so sorgsam und sicher auf und ab laufen, wie " es irgend ein vorsichtiges Menschenwesen thun könnte. Man hört sehr selten davon, daß eines dieser Hausthiere abhanden kommt. Von Hunden und Katzen würde man dies ja wohl so wie so annehmen, von an-

deren Thi?ren aber ist dies nicht so ohne Weiteres selbstverständlich, namentlich wenn sich am Lande Futter genug finden läßt. Und auf die Menschheit der Hausboote trifft diese Anpassung erst recht zu. Besonders viel hat man das an den Hüttenboot - Kindern beobachtet. Sie leben sich wunderbar schnell in die Bedürfnisse und Gefahren der Situ?tion ein, und es passirt ihnen so gut wie gar nichts. Es giebt kaum ein einziges Boot dieser Art, an welchem das Vorder- oder Hinterdeck soweit von einem solchen die Rede sein kann

irgend ein Geländer hat, und nichts wurde em fahrlässiges Kind verhindern, über Bord zu fallen oder vom Gangbrett zu stürzen, wenn eben solche Fahrlässigkeit vorkäme. Aber den Kindern, ebenso wie den Erwachsenen in dleser Sphäre ist die Vorsicht in dergleichen bald zu einem förmlichen Instinkt geworden. Natürlich passirt auch hier ab und zu einmal ein Unfall, aber g.viß nicht mehr, als wenn diese Menschenkinder auf dem Lande lebten. Eine schlimme Sache ist es, wenn ein solches Hüttenboot unterwegs von einem Flußdampfer angerannt und in den Grund gestoßen wird; doch kommt dies nur vor, wenn der Hüttenbootler des Fahrcns und Steuerns nicht genügend kundig ist, und meistens nur bei Nacht. Viele dieser Leutchen wenden auf der Fahrt weniger Vorsicht an als am Sende, hängen auch keine Lichter in der Dunkelheit aus, und dies mag der Eme oder Andere zu büßen Habens Nicht viele Hausboote finden auf solche Weise ihren Untergang; aber eineMenge verschwindet jahraus, jährein, und bei Allem, was oben betreffs der Abnutzung und Veräußerung solcherVoote gesagt wurde, bleibt es doch auch für Näherstehende einigermaßen räthselhaft, was aus allen den verschollenen geworden ist. die doch niemals über einen vcrhältnißmäßig engen Kreis des Wasscrverkehrs hinauskommen! Diesen Kutz der Stadt Turin. Durch eine merkwürdige Neuerung die aber durchaus nicht zur Nachahmung zu empfehlen ist, hat der sizilische ' Dialektschauspieler Giovanni Grasso die italienischen Theatersitten bereichert. Er spielte mit seiner Truppe im Carignano - Theater zu Turin und hielt es am letzten Abend seines Gastspiels für seine Pflicht, sich vom Publikum mit einer kleinen Rede zu verabschieden. Er begleitete seine Worte, in die er das ganze Feuer seiner sizilischeu Heimath gelegt hatte, mit einer Mimik, die ganz Theater" war. Die denkwürdige Rede aber lautete: .Turin, du strahlendes Turin, du schöne Stadt, ich danke dir Wir brachten dir den Erdgeruch unserer Heimath, die urwüchsige Kunst der Berginsel, und jetzt grüßen wir dich . . . Ich möchte die Luft sein, ich möchte die Sonne sein, um dich ganz umfassen zu können.... Heiliges Turin, ich küsse dich.... Da! Nimm...!" Bei diesen Worten drückte der Ritter Grasso einen weit hörbaren Schmatz auf die braunen Haare der Schauspielerin Aguglia, die er im Eifer der Rede umartfrt und an's Herz gedrückt hatte. Die bedeutsamenWorte des stürmischen Sizilianers und der der Stadt Turin zugedachte materialisirte" Kuß erregten lebhaften Beifall. Der Mann ohne Orden. Es war, so erzählt das B. T.", auf einer Gesellschaft bei einem berühmten Berliner Kliniker. Viel ordengeschmückte Herren ergingen sich im Salon. Darunter auch ein kleiner Maler. der trotz geringen Rufes schon mehrere Orden an der Brust trug. Besagter Künstler war plötzlich höchst erstaunt, als ihm ein nicht ordengeschmückte? Herr vorgestellt wurde. Und er fragte ihn: Sie sind wohl kein Deutscher?" Nein, mein Herr!" Was treiben Sie denn hier?" (Ueberlegend.) Na ich habe eine Anstellung." (Erstaunt.) Dauernd?" Jawohl, dauernd." Es ist doch merkn ürdig, daß Sie als Ausländer hier eine Anstellung in Berlin finden! Ist sie denn gut bezahlt?" Ich bin ganz zufrieden!" Nun. was sind Sie denn?" Ich bin Lscelles. bevollmächtigter Botschafter von Großbritannien und Irland!" Es dauerte nicht lange, und der kleine Maler war verschwunden, denn der Zwischenfall hatte schnell die Runde gemacht und lebhafte Heiterkeit wachgerufen. Galgenhumor. Strolch : Eigentlich bin ick meinem Handwerke doch treu jeblieben; früher war ick Stubenmaler, jetzt bin ich Landstreicher." Unsere D i e n st b o t e n. Fräulein (alte Jungfer) : Ihr Schatz darf nicht mehr in unser Häus, Lina. Als ich vorhin in die dunkle Küche trat, hat mich der freche Mensch gleich umarmt und geküßt. Er war naturlich in dem Glauben, daß er Sie vor sich hatte." Köchin: Na. da können sich gnädi8 es Fräulein doch nur gefreut aben, aß Sie auch mal von einem Manne geküßt sind."

Im Somaliladc. Der Mahd! Mohammed-ben-Abdul-loh hat sein Ziel erreicht. Im EinVerständniß mit England ist ihm ein beträchtliches Stück an der Ostseite des cifrZlanischen Osthorns gegen die Verpflichtung, Frieden zu halten, überantwortet worden, und zwar v.on Raö Gabbe (Gubdah) bis Ras Garad, also über 4(0 Kilometer KüstenentWickelung in der Luftlinie gemessen. Und sein Wunsch. Zugang zum Meere zu erhalten, ist auf's reichlichste erfüllt. Hauptort seines Bezirks ist das an der Küste gelegene JUig, das im vorigen Sommer die Engländer beschössen und erstürmten, dann aber ivieder aufgaben, da es sich um Halte nischen Einflußbereich handelt. In der Nähe von Jllig haben auch im November 1904 die beiden Abg?sandten ter italienischen Regierung lSylos Sersale und der Generalkonsul Pestalozza) den Mahdi getroffen und VerHandlungen mit ihm geführt, die als Grundlage des nun zu Stande gekomn:enen Vertrages dienten. Es fragt sich nur, wie weit landeinwärts sich das Hinterland des neuesten Mahdireiches ausdehnen fett. Denn von Jllig bis zur britischen Grenze beträgt die Entfernung nur etwa 150 Kilome--ter. und der Nogal, in den letzten Iahren der Licblingsausenthalt des Mah dis, fließt in seinem Mittel- und Oberlauf durch englisches Gebiet. Es ist kaum anzunehmen, daß der Mahdi sich auf den verhältnißmäßig kurzen Theil des Nogals innerhalb des italienischen Einflußbereichs beschränken wird. Daher darf man annehmen, daß England in dieser Beziehung Zugeständnisse gemacht hat. Denn England hat den hauptsächlichsten Vortheil von diesem Vertrage: Ruhe in seinem Schutzgebiet, die Möglichkeit, die indischen Infanterie - Bataillone und Kompagnien berittener Infanterie, deren Unterhalt sehr kostspielig ist. zurückzuziehen und die Stärke seiner Somalitruppen zu vermindern: endlich bin wieder gewonnene Sncherheit seiner Verbindung mit Süd-Ost-Abessinien. deren stete Bedrohung gerade die wiederholten. fruchtlosen Expeditionen mit einem aesammten Kcstenaufwande von $20.000.000 nötbia gemacht hat. Daß Italien, das durch den Vertrag die Sicherheit seiner Benadir-Kolome gewinnt, gerade ein großes Opfer brächte, kann nicht gesagt werden. 61 hat diesen Landstrich niemals in Verwaltung genommen oder auch nur zur direkten Kolonisirung bestimmt und wechselt nur den nominellen Schutzbefohlenen, ja es spart noch Gehalt für den ehemaligen Sultan der Midschurtincr, denn es ist nicht wahrscheinlich, daß auch Mohammed-ben-Abdullah ein Jahresgehalt von Italien beziehen wird. Dessen neues Gebiet umsaßt aber gerade das bisherige Land der Midschurtiner und grenzt südlich an das Sultanat Obbia. Wenn in dem Vertrage auch das Verbot des Sklaven- und Waffenhandcls ausgesprochen ist, dürfte das vor der Hand todter Buchstabe bleiben, denn irgend eine Aufsicht in dieser Beziehung ist nicht möglich, und dem Mahdi darf kaum zugetraut werden, daß er sich aus reiner Ehrlichkeit solchen, seine Bewcgungsfähigkeit h.'mmenden Beschränkungen unterwirft. Damit dürfte es auch nicht anders werden, wenn Italien einmal im Laufe der Jahre einen Residenten in das nach wie vor seiner Oberhoheit unterstellte Land setzen wollte. Als dritte Macht gegenüber dem Mahdi kommt Abessinien in Betracht. Es ist angesichts des guten Verhältniues zwischen diesem Lande einerseits und Italien wie England andererseits kein Zweifel, daß die abespnischen Interessen in dem mit dem Mahdi 'geschlossenen Vertrage gewahrt sind. Der neuernannte Kom--mandeur der russische Dritten Armee, Batjanow, ist 70 Jahre alt. S? war bis 1855 Marine-Offizier, mach'e den Krimtrieg mit, trat dann in die Landarmee über und nahm 1862 63 als Major an der Unterdrückung des polnische Aufstand.'s theil. 1870 wurde er zum Flügeladjutant ernannt, später kommandirte er das Kabardinsche Jnfanterie-Regiment, focht bei d.'r Unterwerfung Bocharas und Khiwas und erhielt das GeorgsZreuz 4. Klasse. Im Kriege 187778 avancirte er zum Generalmajor a la suite" des Kaisers. 189396 kommandirte er das 12. Armeekorps und sodann das 10. Armeekorps bis er 1903 in den Militärrath berufen wurde. Bittere Erfahrungen machen die schleswiger Arbeiter mit der von ihnen gegründeten Spar- und Darlehnskasse, e. G. m. b. H., die nach der Landpost stets von Genoisen" geleitet wurde. Die ersten beiden Kassierer betrogen rie Kasse. Neuerdings hatte der Schlosser Burckhardt die Geschäfte übernommen. Die Kasse aerieth in Schwierigkeiten, und der g:richtliche Revisor und tie Sa.ierungskommission theilten in einer Versamm lung denMitgliedern mit. daß der ne,e Kassirer Burckhardt 4000 M. unrechtmäßig für eigens Zwecke verwendet und die Entnahme durch unrichtigeBuchn. gen verschleiert habe. Burckhardt be. stritt dies; man en.hob ihn jedoch sofort seiner Stellung, nahm ihm ri' Bücher und die Kasse weg und wählte einen vierten Kassirer. Die Ge'illschalter haben durch die Betrügereien die Geschäftsantheile verloren.

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