Indiana Tribüne, Volume 28, Number 215, Indianapolis, Marion County, 3 May 1905 — Page 3

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Blutvergießen in Polen.

Große Erbitterung auf Seiten der Truppen und der Arbeiter.

surechttvcisnng französischer Blätter. Der deutsche Hochschulstreit. RöntgenKongreß in Berlin Englische Hetzereien. Botschafter McCormick beim Präsidenten oubet. Französisches Kabel zwischen Cadiz und Tanger.

Rußland. Opfer des Maitage S. W a r s ch a u, 2. Mai. Die Zahl der Opfer deS MaitagS, einschließlich von 10, die in Hospitülern starben, ist : 62. Wahrscheinlich wurden 200 Mann ! verwundet. Vor der Polizeiftation deS : in rs:n r 1 l ex iv. Isirilies lammcuen ucu Morgen zahlreiche Personen um die 30 Todten zu identifiziren, die dort liegen. Den ganzen Tag über durchzogen Patrouillen von Infanterie und Kaval. l?rie die Straßen, doch kam es zu keinen Ausschreitungen von Bedeutung. Es ist nicht zu verkennen, daß eine sieberhafte Aufregung in der Bevölkerung herrscht. Auf beiden Seiten herrscht große Erbitterung und es kann jeden Augenblick zu schweren Konflikten kommen. Die offizielle Preffe liefert über die gestrigen Vorgänge nur sehr lückenhafte Berichte und die polnischen Zeitun gen find sich äußerst zulückhaltend. Der Generalgouverneur soll durch die unerwartete Wendung der Dinge aus dem Konzept gebracht worden sein. S t. P e t e r S b u r g, 3. Mai. Der Strei? in Polen hat sich in Folge der jüngsten blutigen Ereignisse in Warschau und Lodz wieder stark ausgedehnt. Freilich sind die dortigen Arbeiter durch die langen Wirren so verarmt, daß sie einen Streik nur für kurze Zeit aushalten können. Der Hunger wird der Regierung zu Hilfe kommen. Nach offizirllen Angaben berechnet man, daß bei den Krawallen am Montag wenigstens 50 Menschen direkt getödtet wurden oder später in den Hospieälern starben. Diese Ziffer wird wahrscheinlich noch wachsen. Warschau, 3. Mai. Die Streiks hier, in Lodz und in anderen Städten Polens nehmen rasch an Ausdehnung zu. In Lodz allein find 75,000 am Streik. In Warschau durchziehen die Straßen nur ganze Sotnien von Koffacken, da kleinere Abtheilungen gefährdet find. Zu Lodz wurden nach offiziellen Berichten vier Frauen bei Krawallen ge tödtet. Manifest der Sozialiften. Warschau, 2. Mai. Daö Komite der sozial-demokratischen Partei von Polen und Lithauen hat ein Manifest erlaffen, durch welches in Hinweis auf das gestrige Blutvergießen, alle Ardeiter aufgefordert werden an Streik zu gehen. Teutschland. Scharfe Tonart. B e r l i n, 2. Mai. In ihrer Wo. chenrundschau beschäftigt fich die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" eingehend mit der Maroiko-Fraqe. Das offiziöse Blatt schlägt einen sehr scharfen Ton gegen die PariserBlätter TempS" und Matin", sowie andere französische Faktoren an. welche den Versuch machen, England'S Stellungnahme in der MarokkoFrage als gegen Deutsch land gerichtet hinzustellen. Der TempS", welcher sich seit Wochen krampfhafte Mühe giebt, die öffentliche .Meinung in Frankreich über die Ziele und Absichten Deutschlands in der marokkanischen Frage irre zu führen, wird direkt der Unwahrheit geziehen, und mit dem Matin" geht Me Nord deutsche Allgemeine" gleich schroff in'S Gericht. Der Matin" war eS, der die plump erfundene Nachricht in die Welt fetzte, Deutschland habe Schwierigkeiten wegen Marokkos nur deshalb erregt. um sich des französischen Ministers des Aeußern Delcaffe zu entledigen. Del caffe sei es gewesen, der Frankreich das Bündniß mit England und die Freund fchaft mit Italien gegeben habe. DeS halb fei er Deutschland ein Dom im Auge. Die Norddeutsche Allgemeine" wie verholt, entgegen den neuerlichen gegen theiligen Behauptungen der Pariser Blätter, daß Deutschland der Inhalt deS englisch-franzüftfchen Marokko-Ab kommen nie amtlich mitgetheilt wor den sei.

Der Charlottenburger Hochschulftreik. Berlin, 2. Mai. Der Kampf um die akademische Freiheit tobt wei ter. Jetzt befehden fich der Rektor und die Vertreter der Studentenschaft der Technischen Hochschule von Charlottenbürg gegenseitig in der Presse und werfea einander Unaufrichtigkeit und Ver trauensbruch vor. Die Beziehungen zwischen den beiden Faktoren haben fich immer unangenehmer gestaltet, seitdem Rektor und Senat in ihrer Sitzung am 14. April beschlossen haben, die Vereinigung der Studirenden der Techni schen Hochschule, den sogenannten Stu dentenausschuß aufzulösen, weil er die konfessionellen Verbindungen nicht anerkannte. Röntgen-Kongreß. Berlin, 2. Mai. Prof. Röntgen ist zu dem Kongresse nicht erschienen, der einberufen wurde, um den zehnten Jahrestag feiner Entdeckung zu feiern, obgleich er zugesagt hatte. Er theilte mit, es sei ihm unmöglich vor der großen Menge zu erscheinen. Nach Anficht ChaS. Lefter Leonard'S von Philadelphia, des Präsidenten der amerikanischen Röntgen - Gesellschaft, find die Verhandlungen deS Kongresses von hohem Werthe für die Wissenschaft, weil die Resultate der Experimente wis. senschastlicher Größen gesammelt unv für die Aerzte der ganzen Welt zugäng lich gemacht wurden.

Großbritannien. Unsinnige Hetzereien. London, 2. Mai. In ihrer Wuth über die Niederlage Frankreichs und Englands in der Marokko Affaire leistet fich die hiesige Presse wieder geradezu blödsinnige Hetzereien und versucht, Deutschland in den rusfisch-japa-nischen Krieg hineinzuziehen. In allem Anschein nach inspirirten Artikeln beHäupten mehrere der rabiatesten JingoOrgane, daß Deutschland im Begriffe stehe, seine Neutralität zu brechen und Rußland die Carolinen - Inseln als Flottenftation zu überlassen. So schreibt z. B. die Preß": In St. Peter--bürg und Berlin ist ein offenes Geheimniß, daß der Kaiser dem Zaren versprochen hat, die Ausbesserung der Flotte Roschdeftwensky'S auf den Carolinen zu gestatten, wenn es derselben nicht gelingen sollte, nach Wladiwostock durchzubrechen. Falls die Russen fich nach den Inseln wenden und dann das soeben nach denselben gelegte Kabel durchschneiden, werden Wochen vergehen, bis die Welt etwas von der NeutraltitätSverletzung erfährt. Frankreich. McCormick beim Präfi d e n t e n. Paris, 2. Mai. Präsident Lou bet empfing heute Nachmittag Botschafter McCormick und den ganzen Stab der Botschaft im Elysee-Palafte. Der Botschafte wurde nach dem Paläste von Cavallerie eSkortirt. Vor dem Paläste war eine Ehrenwache mit der RegimentSfahne und einer Musikkapelle auf gestellt. Der Botschafter übergab seine Be glaubigungSschreiben und eS erfolgten die üblichen Versicherungen der Freund schaft. König Edward. Pari', 2. Mai. König Edward verbrachte einen ruhigen Tag. Er fuhr durch die Stadt und besuchte alte Bekannte, darunter Baron de Staal, den früheren russischen Botschafter in Lon don. Er besichtigte die neu eingerichtete britische Botschaft und frühstückte mit dem Marquis de Jaucourt. Die officiellen Akte find jetzt geschlos sen und der König ist hier nur noch Privatmann. Marokko. Vertheidiger Marokko'S". Tanger, 3. Mai. Graf von Tattenbach.AShold, Haupt der deutschen Spezialgesandtschaft, reifte heute von hier nach Fez ab. Vor feiner Ab reise versammelten fich die meisten Mit glieder des diplomatischen Korps und

die Spitzen der hiesigen Behörden in der deutschen Gesandtschaft, um dem Grafen glückliche Reise zu wünschen. Vor dem GesandtschastSgebäude hatte fich eine große Menge Eingeborener versammelt, die den Spezialzesandten als Vertheider Marokko's" begrüßte. Konsolidation" frazösi scher Interessen. Tanger, 2. Mai. Die franzö' sische Kabelverbmdung zwischen Tanger und Cadiz, wie sie durch die französischspanische Convention vorgesehen war, ist vollendet. Tag Kabel gehört der französischen Regierung und bietet ein weiteres Mittel der sogenannten Konsolidation französischer Interessen in Marokko. Italien. Kaiser Wilhelm. Venedig, 2. Mai. Kaiser Wilhelm, die Kaiserin Augufta und die Prinzen Oscar und Eitelfritz kamen heute mit der Jacht Hohenzollern hier an und wurden mit Begeisterung empfangen. Japan. Langsame Subskription. Tokio, 2. Mai. Die neue An leihe von 850,000,000 ist noch nicht nicht voll gezeichnet. ES scheint, daß die Finanzier mit den Zeichnungen zurückhalten, um bessere Bedingungen herauszuschlagen.

Jacht vermißt. N e w Y o r k , 2. Mai. Die Yacht Mayflower", mit acht bis zehn Perso nen an Bord, wird vermißt. Frau E. M. Barker, die fle vor einigen Wochen kaufte, fuhr am Sonntag mit derselben von hier ab; seither hat man nichts von ihr gehört. New Bork, 2. Mai. Eine Jacht, in welcher man die vermißte Mayflower" vermuthet, wurde heute in der Sandy Hook Bai, beiMlantic Highlandö, N. Z)., segelnd gesehen. Schadenfeuer. San Francisco, 2. Mai. Die Gebäude der Arizona-LagerhauS-Gesellschaft an 6. und King-Straße find abgebrannt. Der Schadenlbeträgt $150,000. Neue Rennplätze. Houston, Tex., 2. Mai. Gouv. Lanham unterzeichnete heute die Bill, welche das Wetten an den Renntagen selbst gestattet. ES wird behauptet, unter dem neuen Gesetz wollten östliche Kapitalisten große Rennplätze zu DallaS, Houston, San Antonio und vielleicht auch zu Fort Worth anlegen. F l u t h s ch a d e n. Houston, Tex., 2. Mai. Der BrazoS überfluthet alle Niederungen südlich von Hearn bis Richmond. In Columbia steht das Waffer anderthalb Fuß hoch. Viel Farmland ist über schwemmt. Dank rechtzeitiger Benachrichtigung waren die Farmer im Stande ihr Vieh zu retten, aber der Schaden an Baumwolle und Korn geht in die Tausende von Dollars. Kollektor Smith ver haftet. St. LouiS, 2. Mai. Edward I. Smith, der Zollkollektor von San Francisco, welcher 562,000 unterschlagen haben soll, wurde auf dem hiesigen Bahnhofe verhaftet. Bankerott. Jefferson City, Mo., 2.Mai. Staatssekretär Swanger erhielt die Nachricht, daß Kasftrer E. H. Lewis von der Middleton Bank zu Waverly, Mo., verschwunden ist und in der Kasse der Bank ein Defizit von 920,000 hin terlassen hat. Die Bank ist geschlossen. Freunde der Neger. N e w p o r t , Ba., 2. Mai. Dr. John Graham Brooks von der Harvard Universität und Booker T. Washington vom Tuscogee - Institut, waren heute, am VirginiaTage, die Hauptredner bei den Feierlichkeiten des Hampton Institutes. Letzterer hielt eine große Lobrede auf den verstorbenen Gen. Fitzhugh Lee, den er als edlen Freund der Reger schilderte. Dr. John Graham Brooks pries die Bemühungen deS Hampton Institutes zur Hebung der Negerrasse. Einfuhr. N e w Y o r k, 2. Mai. Die Ein fuhr im Monat April über diesen Ha fen weift eine Zunahme um $10,000, 000 gegen den gleichen Monat deS Vor jahres auf, fie betrug $60,464,603. Besonders ist die Zunahme in der Ein fuhr von Zucker und v,n Automobile zu bemerken.

Ucuc japanische Insel. Infolge dey '.usbruchS eines unterseeischen BttisnS entstanöcn. Ueber die Entstehung einer neuen japanischen Insel durch den Ausbruch eines unterseeischen Vulkans ist jüngst eine Meldung aus Tokio bekannt geworden. Am 14. November 1904 wurden die

Einwohner der Insel Jwo in Südjavan durch unterirdisches Getöse erschreckt. Vierzehn Tage später stiegen aus der See in einer Entfernung von drei Meilen Wolken schwarzen und weißen Rauches auf. Zuerst gwubte die Vevölkeruna, eine Flotte sei in der Nähe, jedoch die Rauchwolken wurden immer starker, und schlicszlich sah es aus, als ob die See in Flammen stehe. Am o. Dezember tauchte aus den Rauchwolken eine kleine Insel auf, und Drei Zaat spater sah es aus, als ob breits drei Inseln vorhanden seien. Die Bevölkerung strömte an der Küste zuammen, um die Naturerscheinung zu beobachten. Man erkannte jetzt, daß eine vulkanische Erscheinung vorlag. Der immer noch aufsteigende Rauch zeigte verschiedene Farben, manchmal auch ein lebhaftes Noth. Am 12. Dezember sah man eine große Insel langsam aus dem Wasser emporsteigen. In ihrer Formation zeigte sie einen Hügel im Osten und eine abfallende Ebene im Westen. Am 14. hatte sie ihre Gestatt wieder verändert und glich einem langgestreckten Abhang, von dem weißer Rauch emporstieg. Ter Anblick erinnerte an feuchten Boden, dessen Naß unter der Wirkung der Sonne sich in dichten Dampf verwandelt. Am 2. Januar 1905 änderte der Abbang von der Mitte angefangen allmälig seine Gestalt und wurde im Westen höher. Dicke weiße Rauchwolken stiegen am Morgen empor, und am Nachmittag darauf wurden riesige Massen schwarzen Rauchs ausgeworfen. Unter den Einwohnern der Insel Jwo entstand eine große Beunruhigung. Sie hielten eine Versammlung ab, und zehn Mann erboten sich, hinauszufahren. Sie unternahmen die Fahrt in einem 30 Fuß langen Boot, begleitet von einem Kanoe, sorgfältig ausgerüstet für etwaige Verzögerungen durch das Wetter. Am 31. Januar ankerten sie nördlich der Küste der unbewohnten Insel SüdCVVr T. .s .-wlfJk sti - Kvitfi f. iw. i'uuuiiiiuii aurtum; iuut die Insel mit einer Aschenschicht überzogen; die Vegetation war völlig verbrannt, und die ganze Insel lag wüst. Am 1. Februar erreichte die Entdeckungsexpedition die neu entstandene Insel. Sie stellte fest, daß die Insel einen Umfang von ungefähr 2 englische Meilen hat. 525 'Fuß über das Wasser hinausragt und auf der Nordfeite einen kochenden See besitzt. Das Südufer besteht aus steilen Felsen, die mit einer dicken Ascheschicht bedeckt sind. Auf dem höchsten Punkt der Insel wurde eine Stange mit einer japanischen Flagge angebracht. Ueber die Entdeckung wurde dem Gouverneur der Insel Bonin Bericht erstattet, welcher der Insel den Namen Niishima gab. Das Fuchsprellcn. Vom Fuchsprellen, einer grausamen Art von Jagdverqnügen zu Serenissimi Zeiten, erzählt Nimrod," der Jagdmitarbeiter des Hannov. Courier." In eigens dazu angefertigten starken Netzen, mit hölzernen Knebeln als Handhaben auf zwei Seiten, wurden die zum Fuchsprellen lebendig eingefangenen Füchse, auch andere Thiere, als Hasen, Marder, Iltisse, sogar Frischlinge, so lange hoch in die Luft geschnellt, bis sie schließlich das Leben ließen. Damit dies nicht zu schnell ging, war der ganze, mit hohem Jagdtuch umfriedigte Platz mit weichem Sande befahren, damit sich die Thiere nicht zu Tode fallen, als vom Prellen krepiren," wie es in einer Anweisung zur Abhaltung solcher Fuchsprellen heißt. Daß dabei der ganze höfische Jagdprunk des Zopfalters, mit feierlichem Aufzug der gesammten Jägerei, im Angesicht der durchlauchtigen Herrschaften und zuschauenden Kavaliers und Tames" entfaltet wurde, ist selbstverständlich. Ohne die Dames und ohne Theater ging es damals bei einer Hofjagd nicht! Die Dames scheint man übrigens bei solchen Fuchsprellen nicht gerade mit GlaceHandschuhen angefaßt zu haben. Sollte die Herrschaft," s? heißt es r.ämlich in einer weiteren Anordnung, unpäßlich oder die Gemahlin in den Wochen sein, so wird das Prellen auf dem Schloßplatz vorgenommen, und die Herrschaften sehen aus ihren Gemächern zu, erlustigen sich an den Kapriolen und Lustsprüngen der Hasen und Füchse, an dem Umfallen der Kavaliere und Tames, zumalen, wenn die in heimlichen Kästen verborgenen Sauen unter sie gelassen iveroen. Haßt die Schule. In Lincoln, Nebr., machte letzthin ein 14 Jabre alter Knabe Namens Marke O'Brien einen Selbstmordversuch, um. wie er selbst erklärte, des ihm lästigen Schulbesuchs enthoben zu sein. Seine Eltern waren eigens zu dem Zweck vom Lande nach der Stadt übergesicdelt. den Kindern Gelegenheit zu geben, die Schule zu besuchen. Marles Vater sagte, sein Junge habe an Heimweh nach der Farm gelitten und sei seit Längerem niedergeschlagen gewesen. Die Stadt 'Kopenhagen, deren dänischer Name Kjöbenhavn, das ist Kaufmannshafen lautet, entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts.

Die Wüste Sahara. 2tt la:,dschastliche 5hara?ter dco Gebietet und der Skarawanrnverketzr. Ueber den landschaftlichen Charak ter der Wüste Sahara im nördlichen Afrika existiren vielfach noch irrige Vorstellungen. In der Wüste Sahara,

die fast io gron wie Europa ist, wechsein mächtige Hochgebirge mit Gipfeln bis S200 Fuß Höhe, steinige Hochebenen, sandige Düncnregionen, Becken mit lehmigen und salzigen Seen und Sümpfen mit fruchtbaren Oasengebieten ab. Im Süden von Oran entwickelt sich der Nordrand der Sahara in vielfach zerklüfteten Tafelbergen und terrassenförmig übereinander aufsteigenden Plateaus. Ein wirklicher Fluß befindet sich nur an der Nordgrenze, der Wadi Draa; alle übrigen Wasserläufe sind anfangs Gebirgsbäche, deren felsige Betten nach jedem Regen sich füllen, die aber verschwinden, sobald sie in die Sandregion eintreten. Das Wasser fließt unterirdisch weiter, so daß man fast überall in den trockenen Flußbetten in einiger Tiefe auf Wasser stößt. Wo immer in der von tropischer Hitze durchglühten Sahara Wasser den Boden tränkt, entsteht eine Oase. In den großen Oasen Nordafrikas bildet der Charakterbaum der Landschaft, die Dattelpalme, große zusammenhängende Waldungen, die ihr Entstehen jedoch der Kultur verdanken. Ebenso ist der vorhandene Ackerbau erst durch künstliche Bewässerung des Bodens möglich geworden. Natürlich hat sich von alters her der unendlich mühselige Karawanenverkehr quer durch die Sahara unter Benutzung der in der Richtung liegenden Oasen entwickelt. Sie bilden für die Karawanen unentbehrliche Ruhepunkte, wo sie Wasser aufnehmen und sich verproviantiren. Die Karawanenstraße aus Algerien nach Timbuktu im Sudan führt über die Sanddünen der Wüste nach dem Tuat und von da nach Südwesten über Mabruk an den Niger. In der Oasenlandschaft Tuat münden aber auch Karawanenstraßen aus den GrenzMärkten von Tripolis und Marokko. Diese Straßen werden beständig umschwärmt von raubgierigen und kriegslustigen Beduinenschaaren. Bei dem Begriff Straße darf man hier nicht an irgendwelche Kultureinrichtungen denken. Selbst die Spuren, welche eine Karawane im Boden zurückläßt, verweht der Wüstensand leicht, bis die nächste im Geleite der den Führerdienst verrichtenden Beduinen heranzieht. Man darf auch nicht annehmen, daß sich bereits direkt im Bereiche der Hafenstädte von Marokko, Algier, Tunis und Tripolis die Karawanen bilden, deren Bestimmung die Reise nach dem Süden oder Südwesten ist. In den Handelscentren im Süden dieser Staaten, Abuam, El Golea, fließen die Waaren aus den Häfen und aus den gewerbreichen Orten des Innern zusammen, und dort erst bilden sich die Karawanen für den Zug nach einer der alten Handelsstationen in den großen Oasen der Wüste, wo dann wiederum eine neue Vertheilung der Waaren und eine neue Ausrüstung von Karawanen beginnt, während die aus dem Norden gekommenen Kameele für die Heimkehr mit den Waaren aus dem Sudan beladen werden. Das Bild des Aufbruchs einer Wüstenkarawane nach Timbuktu, die oft mehrere tausend Lastkameele zählt, ist von malerischem Reiz: die Männer zu Fuß oder zu Kameel, die Frauen auf Rindern oder Eseln, mit allem Hausbedarf, ja selbst den leichten Matten und Stangen für die Zelte, mit Töpfen und Mörsern, Schüsseln und Trinkschalen, behängen, reihen sich in bestimmte? Ordnung zu einem großen Zug unter der Führung der Scheichs ihrer Geleitsmannschaft. Ueber Kindererziehung. Bestimmte Strafen für bestimmte Fehler aussetzen, ist bei der Kindererziehung nicht weise gedacht. Nur nach dem Grade der Moralität darf die Erziehung deren Folgen bestimmen. Die Natur der Kinder ist ja so verschieden geartet, was einer aus Schwachheit oder jugendlichem Leichtsinn begeht, thut der andere aus Faulheit oder Bosheit. Man muß die Individualität jedes einzelnen kennen, um glückliche Resultate in der Erziehung zu erreichen. Ein bestimmtes Prinzip darf man niemals walten lassen. Und dann kann man einem kräftigen gesunden Kinde weit mehr zumuthen, wie einem schwächlichen, hierauf nehme man ganz besondere Rücksicht. Auch will ein Kind anders genommen sein, wie das andere, kl einem helfen sanfte Zureden, bei dem andern böse Worte. Ein gut erzogenes Kind verlangt von Anfang an etwa vom dritten Lebensjahre ab, energisches Festhalten am einmal Gesagten und hierin liegt im Zuwiderhandeln von vorn herein der meiste Fehler in der Erziehung und der öftere Ungehorsam der Kinder. Drohungen haben nur Schaden, keinen Nutzen, denn sie werden in den meisten Fällen doch nicht ausgeführt. Ein Kind muß trotz lebhaften bescheidenen Betragens doch fügsam und liebevoll sein und das ist es meist, wenn es der vollen Liebe und Gerechtigkeit der Seinen bewußt ist und nicht nach der Schablone erzogen wird. Kiel wurde im Jahre 1469 vom König Christian I. von Dänemark an die Reichshauptstadt Lübeck verpfändet und erst 1496 wieder eingelost.

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