Indiana Tribüne, Volume 28, Number 213, Indianapolis, Marion County, 1 May 1905 — Page 1
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9 Vrsrtxetnt jeden Natxn,ittag. ? Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Montag, 1. Mai 1905, No. 213. g,MMIMM"gg!gM"MM"MM""M"'M"'M""M"""""'M'MMM" .
Schon vor seinem Tode als gelobtet gemeldet.
Kaum eine Woche nachdem er irrthümlich als in North Indianapolis bei dem Bahnunglücke als getödtet gemeldet wurde, ift Jeffe Duckum, ein Bremser der Big Four - Bahn, gestern Nach, mittag den Verletzungen erlegen, die er
sich dadurch zuzog, daß er, aus dem Fenster seiner Kabuse sehend, mit dem Kopse gegen einen Signalpsoften stieß. Der Verunglückte sah aus dem Fenster der Kabuse des schnell fahrenden ZugeS, um eine heil 'lausene Wogenachse zu finden, sein Kopf stieß gegen den Pfoften und besinnungslos fiel er in den Waggon zurück. Man brachte ihn so. fort nach Fowler, Ind., wo ihm ärztliche Hilfe zu Theil wurde, jedoch gab er bereits nach 20 Minuten seinen Geist auf. Die Leiche wurde nach hier zur Beerdigung gebracht.
Schnelle Arbeit der Polizei.
Im Kirhofe aufgegriffen.
Annie Williamson oder Lizzie Heaihers ,ie gab nämlich beide Namen an wurde gestern Abend wegen Trunkenheit verhaftet. Annie erzahlt,
daß sie ihren Mann gebeten habe, mit
ihr zum PasfionSspiele im Unique
Theater zu gehen, und als ihr dieses abgeschlagen wurde, beab sie sich an
eine Spree".
Spät am Abende langte dann vom
Greenlawn-Kirchhofe die Botschaft an.
daß dort eine betrunkene Frau ihr Un-
Wesen treibe, und bald darauf langte
denn auch der inzwischen abgesandte Polizeiwagen mit Annie in der Station an.
Testern Früh kurz nach 2 Uhr er. schien in der Polizeiftation ein junger Mann, der athemloS die Meldung brachte, daß in Joseph Taggart'S Bäckerei an der Nord New Jersey Straße Geldschranksprenger an der Arbeit seien. Ein General Alarm erging an die in der Station zur Ver
fügung stehende Polizeimacht; innerhalb 50 Sekunden waren bereits die Radlerpolizisten zur Stelle und vor
Ablauf von 2 Minuten waren 8 Poliziften im Ganzen angelangt, während eine Anzahl anderer sich auf dem Wege
dorthin befanden. Die Meldung erwies ich als falsch, gab aber der Poli-
lizei einmal Gelegenheit zu zeigen, waS sie wirklich zu leisten im Stande ist,
wenn rechtzeitig Mittheilung gemacht wird. Der vermeintliche Geldschrank-
sprenger legitimirte sich als der NachtWächter der Bäckerei, den die Frau eineö benachbarten Geschäftsmannes ge-
sehen hatte. Die Frau weckte ihren Gatten und dieser eilte dann zur
Station.
Weiß nicht wie er verletzt wurde. Mit einer 4 Zoll langen Wunde am Kopfe langte gestern Nachmittag I. E. Kern, ein Verkäufer von Fruchtbäumen in seinem Logirhause, 19 Nord New Jersey Str., an. Dr. Ashaner vom DiSpensarium nahm den Mann, der inzwischen dieBefinnung verloren hatte, in Behandlung.
Kern hatte allem Anschein nach ge-
trunken, war aber nicht im Stande den
Polizisten, welche die Sache untersuch-
ten, irgendwelche Aufklärung zu geben,
wie er zu seiner Verletzung kam.
Soll betrunken gewesen sein.
2au" ans dem Kriegspfade.
Glänzender Verlauf
Des 34. Stiftungsfestes des Indianapolis (iederkranz Gestern Abend in der Germania Halle.
Lebensretterin macht Selbst-
Mordversuch.
Aufschwung im Bangewerbe.
Das schöne Wetter der letzten Woche, sowie auch das Eintreffen der Früh' lingS-Sais?n, haben dem Baugewerbe einen großen Aufschwung gegeben. Die Architekten deuten die vielen Anfragen nach Entwürfen für große und kleine Gebäude dahin, daß für die nächste Zulunft ein gutes Geschüft in Aussicht sieht. Der Zuwachs im Baugewerbe ift all gemein, und viele Leute, die sich schon zwei oder drei Jahre mit Bauplänen beschäftigten, werden j$t acttu und legen ihr Geld in Neubauten und Miethshäusern an.
Gegen den Polizeisergeanten Henry
Kiefer wurde durch Superintendent
Krueger die Beschwerde erhoben, daß derselbe zur Zeit der Verhaftung von George Allen und Taylor Jackson, betrunken gewesen sei, und daß er bei der Verhandlung vor Gericht, dieselben weder zu identifizircn vermochte, noch sich entsinnen konnte, die beiden Neger verhaftet zu haben. Allen und Jackson wurden kurz nach dem kriminellen Angriff auf Frau Quackenbusch derhaftet. Wahrscheinlich kommt Kieser'S
Fall schvn am Mittwoch vor der Sicher-
heitsbeyörde zur Verhandlung.
Knabe von Strakenbahnwagen getroffen.
Beim Versuche, die Straße vor einem herankommenden Straßenbahnwagen
zu kreuzen, wurde gestern der kleine
sechSjähre Richard Gear ander 5lakenahe North-Stratze, getrffen und ver
letzt. Der Motormann bemerkte den Kleinen und versuchte sein Bestes, de.i
Waggon zum Stillstände zu bringen, verringerte wohl die Fahcgeschwindig
seit, konnte aber den Unfall nicht ver hindern. Der Knabe wurde von einem benach barten Arzte in sofortige Behandlung genommen.
leine Stadtnachrichte.
Die Süd Capitol-Avenue wurde geftern durch Dan Cormaly, der m betrunkenem Zustande nach seiner Frau suchte, in Aufregung betfegt. Er hatte die Idee, daß seine Frau dort im Hause No. 124 Süd Capitol-Aoenue auf Be such sei, und verlangte Einlaß, der ihm natürlich abgeschlagen wurde. Dan soll dann ungemüthlich geworden sein und sich gewaltsam den Eintritt zu erzwingen versucht haben. Die Polizei machte ihn unschädlich. Kürz auf lief die Meldung ein,
daß schon wieder Polizzjschutz nöthig
sei, da inzwischen Ulrey Moler, 124
Süd Capital Aoenue, dort sich auf den KriegSpfad begeben habe und mit einem Schießeisen in der Hand sich Zu-
tritt zu einer Wirthschaft zu erzwingen versuche. Die Revierpoliziften langten bald darauf an und nahmen dem Frauen zimmer das Sch'eßeißen ab. Ulrey hatte den Schankkellner Edward Moore b.sucht m) yatte dann einen auf einem Tische liegenden Revolver an sich genommen. Sie wird sich wegen TragenS verborgener Waffen zu verantWorten haben.
Wird operirt werden
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.hurfton Shuck, ein aus Elmood
nach hier gebrachter Arbeiter, dem dort in einer Preseroen-Fabrik vor etwa einem Jabre das Kreuz gebrochen wurde, wird einer Ope-ation unterzogen werden. Die unteren Gliedmaßen des Verunglückten sind fast völlig gelähmt, jedoch konnte er sich mit Hilfe von Krücken stets etwas fortbewegen. Der Fall des Mannes ift für die Aerzte im Gasgürtel ein Räthsel gewesen, da mtn bisher der Anficht war, daß ein Mensch mit gebrochenem Kreuze nicht leben könne.
China. Russen bei Hainan. T s i n g t a u , Halbinsel Shantung, 1. Mai. ES wird berichtet, daß daS russische 2. Pacificgeschwader nahe der Insel Hainan ift.
Die beste 5 Cmt Cigarre in
der Stadt, Mucho'S Longfellow".
Henry G u e t i g. 63 Jahre alt,
der frühere Besitze': des Spencer Houfe, fiel heute früh todt um. Da der Ver-
storbene schon seit länger Zeit kränklich war, nimmt man an, daß er einem
Herzschlage erlegen ift. Er wohnte bei
seiner Nichte. Frau ChaS. Fischinger, 623 Oft Market Str. V o n j e tz t ab werden die Broad
Ripple CarS alle 40 Minuten, an Sonntagen alle 20 Minuten abfahren. Die Union Traction Co. erwartet uärn lich jetzt einen gewaltigen Verkehr nich dem Broad Ripple Park, der am 21. Mai für die Saison eröffnet wird. Jeden Sonntag werden dort musikalische Konzerte veranstaltet werden. Nach zehn.wöchentlichem Krankenlager verschied in ihrer Wohnung, 110 Süd Davidson Str., Frl. Nettie Sharp, eine der best bekanntesten Damen des Oeftlichen Stadttheils. Sie erreichte nur das 21. Lebensjahr. Die Leichenfeierlichkeiten fanden heute
Nachmittag im Hause der Verstorbenen statt, ütm wo aus die feierliche Beisetzung im Crown Hill Cemetery statt findet. T. F. Grinley, der schon oft seine Mitmenschen durch seine kühnen Luftballon-Auffahrten in Erstaunen gesetzt hat, hat bei dem Verwalter des StaatSgedäudeö, O. A. Baker, ein Angebt eingereicht, die Fahnenstange anzustreichen und den Dom vergolden. Grinley behauptet, ähnliche Ar-
beiten schon sehr oft gethan zu haben
und diese Arbeit deshalb schneller denn
irgend sonst jemand ausführen zu können. Dies ift das zweite Angebot, welches Baker erhalten hat. Die Le-
gislatur hat $5000 für die Arbeit aus-gesetzt.
Um ausgelassenem Schweineschmer einen äußerst angenehmen Geruch und Geschmack zu geben, setzt man ihm einige Zwiebeln und geschälte Aepfel zu (beides mehrere Male durchschnitten), außerdem einige Pfefferkörner und etwas Nelkenpfeffer. Auf ein Pfund Schmer gehören ungefähr ein bis zwei Zwiebeln und zwei Aepfel. Tie Zwiebeln werden erst hinzugethan, wenn das Fett beinahe fertig ausgebraten ist, die Aepfel etwas früher. Bei Gänsefett mit Schweinefett gemischt ist genau dasselbe Versahren zu beobachten.
Verlangen Lohnerhöhung.
Die Union Elektriker, deren Jahresvertrag m?t den Arbeitgebern heute abläuft, haben beschlossen, eine Gehaltserhöhung von 5c pro Stunde zu ver langen. Die ablaufende Lohnskala beträgt 35c pro Stunde.
Die Elektriker find der Anficht, daß der verlangte Lohnaufschlag ein billiges Verlangen ift und sie find entschlossen
auf ihrer Forderung zu beharren.
Die hiesige Union zählt etwa 225 Mitglieder und da eine große Anzahl im Bau begriffener Gebäude durch ei nen Ausstand der Eliktrikter an ihrer
Vollendung behindert werden würden.
erhofft man eine friedliche Begleichung
der Differenzen.
Etwa 100 Electuker jedoch waren heute nicht zur Arbei erschienen, nach-
dem die Arbeitgeber sich weigerten auf eine Lohnerhöhung einzugehen. Die
Vereinigung der Arbeitgeber wird ver suchen durch ihre Stellenvermittlung'
agentur Electriker aus anderen Stüdten nach hier zu bringen, um demStreik
entgegen zu arbeiten.
Ei Millionenkanf abgeschlossen. AuS Terre Haute wird unter dem Datum des 30. April gemeldet: John S. BayS, als Vertreter eines
New Yorker Syndikats hat 7 der be-
ftcn Kohlenbergwerke in Sullivan County angekuaft. Die Kaufsumme beläuft sich auf annähernd 2, 500,000. DaS Syndikat wird am 1. Juni das Eigenthum in Besitz nehmen. Die ankauften Bergwerke find: Die Hymcre Mine, Nortb Jackson Hill, Sullivan County Coal Company, Union Coal Coal Company und Kellar Coal Co. Minen, Eigenthum von Herder & Haefe
in Chicago und die Glendora Mine, Eigenthum der W. S. Begh Coal Co. aus Chicago. In den Kauf find 10,000 Acker Sullivan Kohlenländereien mit einbegriffen. Die Namen der in dem Syndicate intereffirten Männer wurden nicht gegeben. Jndiana Interessenten sagen, daß die Vanderbilt Interessen in dem Unternehmen vertreten find.
Der Indianapolis Liederkranz hielt gestern Abend in der festlich gefchmückten Germania Halle sein 34jährigeS Stiftungsfest ab. Der Besuch war ein
sehr guter. Der Liederkranz hat sich in den langen Jahren seines Bestehens zu einem der bedeutendsten Vereine der Stadt empor geschwungen und ift stets Schirm und Hort des Deutschthums gewesen. Deutsche Sitten und Gebräuche sind dem Verein während seines langen Be-
stehens heilig geblieben und jedes Mitglied hat es sich angelegen sein lassen, deutsches Wort und deutschen Sang zu hegen und zu pflegen. So konnte eö natürlich nicht fehlen, daß der Liederkränz sich die prominente Stellung un ter den Vereinen eroberte, die er jetzt einnimmt. Punkt 8 Uhr nahm das Konzert seinen Anfang, eingeleitet durch einen
Marsch von Macha und der Ouvertüre
,Berlin, wie'S weint und lacht", welche
von der City Band in bekannter Weise
flott gespielt wurden. Herr Joseph
Behringer begrüßte dann die Anwesen
den mit wenigen, aber ansprechenden
Worten, dankend sür die rege Theil
nahme, um daS 34. Stiftungsfest zu
einem ebensolchen Erfolg wie alle vorhergehenden zu machen. Die Lieder
Es blühet die Liebe" von Kremer und FrühlingSmarsch" von Wolf wurden
vom Liederkranz gut vorgetragen, aber
seine wirkliche Leistungsfähigkeit zeigte
der Liederkranz-Chor durch den Gesang
Das Schwert" von Podbertöky. Dieser Gesang stellt an den Männer-
chor bedeutende Anforderungen und
daß der Liederkranz denselben voll und ganz gewachsen war, zeigt seine Tüchtigkeit und sein unermüdlicher Fleiß, den es den Uebungen mit seinem tüchtigen Dirigenten Herrn Karl Riegner entgegenbringt. Der Chor erntete denn auch rauschenden, nicht enden wollenden Beifall und mußte sich zu einem da capo bequemen. DaS Piano-
Solo ..Volcv. caprice" von Neuland
wurde von Frl. Hilda Hallermann ent
zückend vorgetragen, so daß man einige
aerinafüaiae Abweicbunaen kaum be
' U I U w w merkte und dieselben in keiner Weise störend wirkten. Die Herren LouiS Ruth und John Hedderich machten mit ihrem CornetSolo einen Treffer und verdienten den Applaus voll und ganz. Das BaßSolo Die beiden Grenadiere" von Schumann deS Herrn Franz Schotters war nicht Übel, doch klang die Stimme etwas belegt. Mit dem frisch borgetragenen Trinklied" von Kern brachte der Liederkranz-Chor das vorzügliche Programm zu Ende. Alle hatten flch auf'S Trefflichste amüfirt und gingen
befriedigt heim, wenn fie ftch nicht noch dem Vergnügen des nachfolgenden Tanzes hingaben.
Im Morton Hotel versuchte Frau Blanche Walters fich durch Chloroform auS dem Leben zu schaffen. Dem herbeigegerufehen DiSpensariumS - Arzt. Dr. Stuckmeyer, gelang eö, die Lebensmüde zu retten. Die junge Frau soll, nach Aussagen deS Arztes, bereits früher mittels Chlo-
ral einen ähnlichen Versuch gemacht
haben, als ihr Mann fich an einem
Baseballspiele betheiligte. Daraufhin
soll dieser dann zu sefnen Eltern gereift
sein, und als die Frau jetzt hörte, daß er wieder in der Stadt weile und im
Morton-Hotel logire, begab fie fich
dorthin; der Gatte war aber bereits wieder fort.
Die Enttäuschung scheint fie zum Selbstmordversuch getrieben zu haben. Die junge Frau rettete mit eigener Lebensgefahr im verflossenen Herbst ein kleines Mädchen dadurch vom plötzlichen Tode, daß fie dasselbe vor einem heranbrausenden Zug- von den Schienen riß.
Nachrichten aus Jndiana.
Bekannter Burger gestorben.
Gestern Nachmittag kurz nach 5 Uhr ift Robert Campbell Williamson, 1616 Nord Arsenal Avenue, 68 Jahre alt, ein früherer Polizeichef unserer Stadt und ein alter Veteran deS Bürgerkrieges, einem Schlaganfalle erlegen.
Capitän Williamson wurde in Go-
shen, C, geboren; er diente während
des Bürgerkrieges im 79. FreiwilligenRegiments von Ohio und machte den berühmten Marsch Sherman's mit.
Der Verstorbene war ein Mitglied
des Stabes General Harrison's. Seine Wittwe und fünf Kinder überleben ihn.
Ein weiblicher Räuber. Beffie Burley, 391 West 12. Str.,
eine Farbige, meldet der Polizei, daß fie von einer Rassengenosfin durch einen Schlag auf deu Kopf zu Boden gefällt wurde und daß diese fie dann
um ihre 85 Cents enthaltendes Porte
mannaie beraubt.
Aus deutschen Vereine.
oroner untersucht Bahnnnsall. Die Untersuchung der Ursachen des Big Four Unfalles, bei welchem der Maschinenmeifter und der Bremser des ZugeS ums Leben kamen, wird heute von Coroner Tutewiler fortgesetzt. Fred Kirkman, der Conducteur, uno Chefter A. Delph, der Heizer des ZugeS, wurden bereits am Samftag verhört, jedoch gaben deren Aussagen keine AnHaltspunkte von irgendwelchem Belang. Der Coroner hat fich alle Zugordres
und andere Informationen besorgt, um seine Untersuchung präzise und sachlich gestalten zu können.
Raucht die Tish I Mingo.
fall. W m. Moore, 417 SuSqueHana Str., wurde gestern dadurch schmerzlich verletzt, daß an der Ecke der St. Joe und Alabama Str. ein Pferd, welche er am Zügel hatte, stürzte und auf ihn fiel. Die DispensariumS Ambulanz brachte ihn in seine Wohnung.
In der Columbia-Halle hielt gestern
der HermaN'UnterftützungS Verein eine gut besuchte Versamm
lung ab. ES wurden die vorliegenden
Vereinsgeschäfte erledigt und ein neues
Mitglied aufgenommen.
ES wurde beschlossen, fich möglichst
zahlreich an der Schiller-Feier zu bethei
ligen und nach Kräften an dem Erfolge
derselben mitzuwirken. An dem bevorstehenden BundeSturn
fest wird der Verein mit Vereinsfahne
fich betheiligen.
DerPreußen-Verein tagte gestern ebenfalls in der Columbia Halle
und beschloß gleichfalls, nach besten Kräften mitzuwirken, die Schillerfeier
zu einer möglich imposanten zu machen.
Vle V l e r v r a u e r Union er-
ledigte in ihrer gestrigen Versammlung,
die wie auch die Arbeiter Kran-
kenkass e gestern in der Columbia
Halle zusammenkamen, vorliegende Ge
schäfte. Die Arbeiter Krankenkasse nahm zwei neue Kandidaten auf und
nahm zwei Vorschläge entgegen. Als Delegat zur National-Convention wurde
I. Burkhart erwähtt.
Die Einladung des Herrn Peter
Hammerle von der Columbia Halle
am nächsten Sonntag, den 7. Mai, be
ihm an einer Frühjahrsfeier theilzu
nehmen, wurde von den verschiedenen
Vereinen und Verbindungen, die in der Columbia Halle ihre Quartiere aufge-
schlagen, angenommen und beschlossen, fich möglichst zahlreich an derselben zu betheiligen.
Hartford, 30. April. Durch einen eigenthümlichen Unglücksfall wird Fräulein Bertha Gang wahrscheinlich die Sehkraft deS rechten AugeS verlieren. Sie war mit ihrer Mutter beim HauSreinigen beschäftigt und nahm die Gardinen herunter, als eine Nadel, mit der dieselben feftgefteckt waren, ihr in's rechte Auge fiel und fich einen hal den Zoll tief in den Augapfel bohrte, wahrscheinlich daS Augenlicht vernich tend. HillSdoro, 30. April. Der eigenartige Fall, daß eine Mutter ihr eigenes Kind zu adoptiren wünscht, kam hier in diesen Tagen vor Gericht zur Verhandlung. Minnie Smart, die in
ärmlichen Verhältnissen lebte, ließ ihr Kind von Harry Grady und seiner Frau adoptiren. Als Grady kürzlich
Selbstmord beging, hatte seine Frau
mit Nahrungssorgen zu kämpfen. Die
Smart hatte inzwischen geheirathet und
geht es ihr gut. Sie wünschte deß.
halb, ihr Kind wieder zu besitzen, was
yi auch, mit Zustimmung der Frau
Grady, vom Gerichte bewilligt wurde.
P r i n c e t o n, 30. April. Der
20-jährige Oscar Junge, ein Militär flüchtling auS Friedland, Preußen, kam
hier auf schreckliche Weise nm'S Leben.
Er war in den Southern Shops" mit
dem Drehen einer Lokomotive auf einer
Drehscheibe beschäftigt, als er eingeklemmt und zu Tode gequetscht wurde.
Er war hier nnter dem Namen Henry
Schmidt bekannt, durch einen Brief von seiner Mutter, den man an seinem
Körper fand, wurde seine Identität
festgestellt. Man wird die Leiche in
der Morgue halten, bis man von seinen
Angehörigen in Deutschland Mt.
H a r t f o r d C i t y, 30. April.
Beharrlichkeit führt zum Ziel. DieS
hat auch die Colored North American
Oil Co." bewiefin. Vor einiger Zeit
organisirte der Neger George Green
unter seinen Rassegenossen eine Tompagnie zur Ausbeutung von Oelquellen.
Der erste Versuch wurde auf der Rapp Farm in der Nähe dieser Stadt unter
nommen. Glelcy oet öen ernen Voyr
versuchen zeigte fich eine Menge Oel und man jubilirte, dann aber kam daS dicke Ende nach. Salzwaffer, anstatt Oel wurde gepumpt und schien kein Ende nehmen zu wollen. Aber die Besitzer hielten tapfer aus. Ueber einen Monat wurde Tag und Nacht gepumpt bis plötzlich fich wieder Oel zeigte und jetzt liefert die Quelle täglich 15 Faß. F r a n k f o r t , 30. April. Ein bedauerlicher Unfall ereignete fich hier gestern Abend. Frau Mollie Hawley, eine Wittwe, war im Wagen mlt ihrer 13 Jahre alten Tochter und ihrem 8 Jahre alten Sohne zur Stadt gekom men, um Einkäufe zu machen. Als fie zur Heimreise über den Marktplatz fuhren, scheute das Pferd und begann auszuschlagen. Der Knabe erhielt einen Schlag voll in's Geficht, der Unterkiefer wurde mehrere Mal gebrochen, die Zähne ausgeschlagen und das Geficht fürchterlich verletzt. Er fiel befinnungSlos vom Wagen und uach Anficht der Aerzte kann er kaum den Tag durch le den; das Mädchen erhielt gleichfalls einen Schlag in's Gesicht, fie kam mit mehreren Wunden und einer gebrochenen Nase davon; die Mutter erhielt Schläge an die Brust und an den Ar mm, auch fie wurde schmerzlich verletzt. Herbeigeeilten Männern gelang es, das Pferd zu beruhigen. F r a n k f o r t, 30. April. Nachd?m Diebe erst vor einigen Wochen den Laden von Albert C. Geufing um etwa
$500 Waaren beraubt hatten, statteten fie demselben letzte Nacht wiederum einen Besuch ab und nahmen 14 goldene Uhren, eine Anzahl Ringe und Ketten mit im Wertbe von 8300.- Der Polizei fehlt jedeSpur von den Einbrechern.
Patrick Griffin, 1437 Oft Nebraska Str., ein Kreuzungswächter an der Gürtelbahn und Süd Eaft Str., wurde durch 4 Tramps, die ihn angriffen, mittels Schlagringe und Messer schwer verleit Grifft tief um Hilfe und die Bursche entflohen.
Mehrere junge Burschen, die fich an der Kentucky Ave., in der Nähe der River Brücke mit dem altehrwür digen Würfelspiel vergnügt haben so! len, wurdm durch die Polizei verfolgt. Zwei derselben, Bert Shea und John Buntlein, wurden festgenommen.
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