Indiana Tribüne, Volume 28, Number 212, Indianapolis, Marion County, 29 April 1905 — Page 4
Jndtana Tribüne, 99 April 1905.
Zndiana Tribüne. Hnaulgegeden von der uteberg Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium Präsident. Geschäftsloeal: Ro. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE HA. fei tered at the Post Office oi Indianapolis a second dass matter. (u8 dem N. Y Jndevendent") Die Friedensbewegung Und ihre amerikanischenükrer. Von Hayne Davis. (Die große polititische Bewegung der Welt erstrebt die Errichtung Völker, rechtliches Schiedsgerichte, wodurch rechtskräftige Entscheidungen an Stelle des Krieges zwischen den Völker treten sollten. Nachdem wir unseren Lesern ein Bild der Ereigniffe in dieser Beziehung vorgeführt haben, wollen wir nun eine Würdigung des Mannes folgen lassen, welcher bei diesen Errungenschaffen die leitende Rolle gespielt hat. An dem ganzen weiten Horizont der Weltvolitik ift kein Mann zu finden, der im verflossenen Jahre mehr zur Förderung der Sache des Völkerfriedens und zur Vermeidung künftiger Kriege beigetragen hat, als Richard Bartholdt. Er hat die Haltung von Völkern beeinflußt, bestimmend auf die öffentliche Meinung eingewirkt und die Idee, deren Verwirklichung schließlich den Kriegen ein Ende machen wird, in die praktische Politik eingeführt. Anm. d. Red. d. Jndep.") An einem Abend des JahreS 1374 waren zwei junge Männer die Bewohner eines Vorderzimmers im dritten Stock eines Hauses in Noble Str. zu Philadelphia. Henry Hildebrand war vor seinem Kameraden zu Bett gegangen und war schon halb im Schlafe, als er die Worte hörte: Guck' einmal her!" ES war das letzte Fünf.Eentftück, welches Richard Bartholdt sein eigen nannte und seinem Freunde zur Befichtigung hinhielt. Dann warf er eS aus dem Fester und ging zu Bett. Gehen wir, während er schläft, zurück nach Schlei; im alten Deutschland, der kleinen Hauptstadt des dicht an Sachsen grenzenden Fürftenthum Reutz. Hier ward Richard Bartholdt als Sohn von Gotttob Bartholdt am 2. November 1855, also sechs Jahre nach der 49er Freiheitsbewegung, an der sich der Vater stark betheiligt hatte, geboren. Er erhielt die übliche deutsche Erziehung und kam, nachdem er das Gymnasium bis zur Secunda durchgemacht, nach Amerika, denn es war der Ehrgeiz fei neS Lebens, ein amerikanischer Bürger zu werden. Heute ehrt man ihn in seiner Vaterftadt alS amerikanischen Parlamentarier aber in Wirklichkeit ift er schon mehr geworden als dies. Während der Ereigniffe deS Jahres 1904 wurde er zum Präsidenten ieineS internationalen ParlamenteS gewühlt, welches auS Mit. gliedern der gesetzgebenden Körperschaf ten aller Länder zusammengesetzt ift, und hat diesen Völkerrath veranlaßt, für Einberufung eines neuen VölkercongrefseS zuZwirken, der die Schaffung eines permanenten ß Weltparlamentes zur Erhaltung des Friedens und der Gerechtigkeit in den Beziehungen der Völker in's Auge fassen soll. Er ift ein Mann rascher Entscheidung und Handlung und hat die Gabe eines klaren Blicks und überzeugender Redeweise. Er ift optimistisch, liberal und hochherzig und erhebt sich hoch über die Parteipolitik. Sein sonniges Temperament strömt nach allen Seiten Wärme aus und er ift dafür bekannt, bafe er stets bereit ift. Anderen zu helfen. Von Vertrauen in den Sieg des '.Rechten beseelt, ift er muthvoll und kann von Anderen weder geschoben noch gezogen werden, fondern er handett ftetSZfrei nach inneren Moti veu. AuS diesen Gründe?: war feine Laufbahn eine beständige Aufwärtsbewegung. Jahre lang war er der einzige republikanische Abgeordnete von Missouri. In der politischen Arena erschien er zum ersten Male im Jahre 1889, und zwar als Eongreß-Candidat, wurde aber im Parteiconvent mit zwei Stimmen geschlagen. Gleich darauf ward er in den Schulrath von St. Louis gewählt. Zwei Jahre später unterlag er abermals im Parteiconvent als Candidat für den Congreß, wurde aber sofort zum Präsidenten des Schul rathes gewühlt. Im Jahre 1892, ge nau 20 Jahre nach semer Landung in
Ver. Staaten, erschien er zum ersten Male in Washington als Congreßmitglied, und jetzt hat er soeben seinen siebenten Termin in dieser Eigenschaft angetreten, nachdem er jedesmal mit vermehrter Mehrheit wiedererwählt worden war. Letzten Herbst betrug seine Mehrheit 13,000 Stimmen, 1500 mehr als Präsident Roosevelt in demselben Distrikt erhielt, der ein zige derartige Fall im ganzen Lande. Und dennoch, während andere CongreßMitglieder um ihre Sitze kämpften, un bekümmert um das große bevorstehende Ereigniß oder deffen unbewußt, widmete Herr Bartholdt einen der beiden Monate unmittelbar vor der Wahl diesem großen Werke für die Wohlfahrt der Menschheit und trat vor seine Wählerschaft frisch nach Vollbringung deS bedeutsamsten Stückes politischer Arbeit, das je zuvor in einem Jahre von einem Manne zur Förderung des Weltfriedens gethan worden war. Zwischen dieser Errungenschaft und jener geldlosen Nacht in Philadelphia liegen 30 Jahre beständiger und erfolgreicher Kämpfe mit Hinderniffen. Dem schon Gesagten sollte hier hinzugefügt werden, daß der junge Bart holdt die Ausübung seines amerikanischen Bürgerrechts als Schriftsetzer an der Brooklyner Freien Preffe" begann, und er stieg dann von einer Staffel der Zeltungsleiter zur anderen bis hinauf zur Stellung eines ChefRedakteurs. Ein Ereigniß in dieser Laufbahn verdient kurz der Erwähnung. Im Jahre 1883 schlug die Stunde einer Verbindung deS Atlantischen mit dem Stillen Ocean durch einen Schienenweg. Die Geleise der Nord-Pacific-Bahn näherten sich einander, das eine vom Osten, das andere vom Westen. So wurde die große Willard-Expedi-tion vorbereitet um einer Anzahl hervorragender Männer Gelegenheit zu geben, den goldenen Nagel einschlagen zu sehen, der den östlichen und westlichen Landestheil miteinander verbinden sollte. Herr Ottendorfer, der Herauögeber der StaatSzeitung", hatte eine Einladung dazu erhalten, aber er schickte Herrn Barlhold an seiner Stelle. So wurde eS das Privileg dieses deutschen amerikanischen Bürgers", von den Höhen der Felsengebirge der Welt zu verkünden, daß dieser Continent von Schienenfträngen umspannt sei und die beiden Oceane mittelst Dampf verbun den worden waren. Er kam von dieser meßbaren Höhe herunter, um die Idee zu fasten, die er im Kongreß am letzten 19. Januar aussprach, indem er sagte, daß sich die Völker zu der intellektuellen Höhe des 20. Jahrhunderts erheben sollten, wo die gebieterische Forderung Gerechtigkeit und Wohlwollen der Menschen unter einander sein sollte, und eS mag ihm gelingen, die dazu erforderliche politisch Maschinerie zu Stande zu bringen. Während er auswärtiger Redakteur der Staatszeitung" war und die Ereigniffe in allen Theilen der Welt verfolgen mußte, kam ihm die Idee, daß der Völkerfriede die Grund bedingung der Wohlfahrt jeder einzelnen Nation sei. Diese Idee, unter, stützt durch seine praktische politische Erfahrung, bereitete ihn zur Führerrolle in der Friedensbewegung vor. In dem nämlichen Jahre, in welchem Herr Bartholdt in die amerikanische Politik eintrat, begann William Randal Cremer seine weltpolitische lAgitation für Schiedsgerichtsverträge. Die beiden Männer kannten sich damals noch nicht, standen aber im Dienste derselben Idee und arbeiteten mit gleicher Thatkraft, jeder in seiner Spähre. Bis zum Jahre 1889 hatten sich viele europäische Parlamentarier um Herrn Cremer geschaart und die Jnterparlamentarische Union gegründet, welche jetzt mehr als 2000 den verschiedenen Parlamenten ungehörige Mitglieder umfaßt. Während diese Organisation sich zu einer Machtstellung emporarbei tete, wurde Richard Bartholdt in der Schule der praktischen Politik darauf vorbereitet, den Oberbefehl über dieselbe zu übernehmen und durch sie den Nationen den Weg zum Frieden zu zeigen. Im Jahre 1899, als die Jnterparlamentarische Conferenz in Chriftiania stattfand, war Herr Bartholdt zugegen, da sein Abscheu vor dem Krieg in glei chem Verhältniß zu seinem wachsenden Verstand gestiegen war und weil dieses Gefühl es ihm ermöglicht hatte, in jener Union eine wirksame Waffe zur Be kriegung deö Krieges zu erkennen. ES war in demselben Jahre, daß das Haager Schiedsgericht in'S Leben gerufen wurde. Wie organifirt, war jenes Gerücht ohne Machtbefugniß,
da eS den Mächten unbenommen blieb, jeden Streit mit dem Schwert auözu fechten, wenn sie den Krieg einem Schiedsspruch den Vorzug geben wollten. Und da e. keinen gesetzgebenden Körper gab zur Schaffung des Kodex, den das Haager Tribunal anwenden sollte, so erkannte Herr Bartholdt rasch den nächsten Schritt vorwärts, nämlich die Nothwendigkeit eines WeltparlamentS an Säten des Schiedsgerichts. Da auf seine Anregung eine Weltaussiellung in St. Louis organisirt wurde, entschloß sich Herr Bartholdt, den entscheidenden weltpolitischen Zug zu thun. Er war das einzige .amerikanische Congreßmitglied, welches der Interparlamentarischen Union angehörte, in der That war diese Organisation auf dieser Seite deS Atlantischen Meeres fast unbekannt, da sie bisher alle ihre Sitzungen in Europa abgehalten hatte. Die Idee, die er im Auge hatte, stand hoch über dem Gesichtskreis des gewöhnlichen Politikers, aber er ging unverzagt nach Wien, wo die Sitzung von 1903 stattfinden sollte. Der ernte rikanische Gesandte in Wien war abwesend, sodaß Bartholdt absolut allein dastand. Die Union war eS Jahre lang gewöhnt gewesen, ihre Sitzungen in den Capitalen und ParlamentSgebäuden der verschiedenen Länder abzuhalten, und zwar stand die jeweilige Regierung stets für die Unkosten der Sitzung. Die Delegaten von Dänemark überbrachten eine amtliche Einladung und die Garantie einer Geldverwilligung. Durch Bekundung eines Muthes, der einer großen Nation würdig war, kämpfte Herr Bartholdt tapfer und erfolgreich für die Ver. Staaten als das passendste Land für die nächste Konferenz. Und nach seiner in Englisch, Französisch und Deutsch gehaltenen beredten Ansprache zogen denn auch die dänischen Delegaten ihre Einladung zurück, und Herrn Bartholdt's Einladung wurde von den anwesenden 600 europäischen Gesetzgebern einstimmig angenommen. Dieselbe Eigenschaft, die den Knaben veranlaßt hatte, sich hinzulegen und, unbekümmert um den nächsten Tag, in Frieden zu schlafen, befähigte den Mann, diese Körperschaft von Parlamentariern nach den Ver. Staaten zu bringen ohne vorerst für ihre Unter Haltung gesorgt zu haben. Nachdem er einmal die Verantwortlichkeit im Namen einer großen Sache übernommen, kam er rasch nach den Ver. Staaten zurück, erlangte vom Congreß eine Verwilligung, hinreichend für eine viel großartigere Unterhaltung der Gäste, als denselben je zuvor zu Theil gewor den war, und sammelte dann eine Gruppe von Congreßmitgliedern um sich, die für Arbitration" einzutreten und der Interparlamentarischen Union sich anzuschließen bereit waren. Diese Gruppe zühlt jetzt über 100 Mitglieder aus beiden politischen Parteien. Alles dies ging freilich nicht so glatt von Statten wie es sich lieft. ES wurden Stimmen laut gegen eine Geldverwilligung für einen so ganz neuen Zweck, aber diesen Zischeleien begegnete Bartholdt mit der muthvollen Erklürung, daß der Congreß verpflichtet sei, diese große Bewegung zu unterstützen, daß die Ver. Staaten und ihre Gesetzgeber nicht so kleinlich sein könnten, vor den Schritten zurückzuschrecken, die zur Erfüllung unserer Mission im 20. Jahrhundert gethan werden müßten. AIS dann die Vorlage, welche $50,000 für jenen Zweck auswarf, auf's Tapet kam, erhob sich nicht eine einzige Stimme dagegen. Dies vollbracht, erschien Bartholdt im Juni 1904 vor der SchiedsgerichtsKonferenz zu Lake Mohonk, N. Y. Der Präsident dieser Konferenz war der Achtb. George -Gray, ein Mitglied deö Haager Schiedsgerichts. Es waren über 300 hervorragende Männer anwesend, darunter ein Mitglied des BundeSodergerichts, eine Anzahl Juriften und Gesetzgeber von Ruf, angesehen? Gelehrte. Geschäftsleute, Erzieher und Pastoren. Herr Bartholdt war einer derer, die auf dieser Konferenz bestimmend einwirkten, denn man entschied sich ohne Widerrede für ein Weltparlament. AlS die Parlamentarier im Septemder vorigen Jahres von Europa in New Bork ankamen, wurden sie von Herrn Bartholdt empfangen und nach dem Schauplatz des großen zu verrichtenden Werkes (St. Louis und Washington) geleitet. Am Abend deS 12. September gab der Präsident der Ausstellung, Herr Francis, den Delegaten ein Bankett.
Bei der Ansprache an seine Gäste wies
er auf ihr Ziel hin die Ersetzung deS Krieges durch Richterspruch und sagte, daß. wenn nichts Anderes durch die Ausstellung erreicht worden wäre aS Beistand zu leisten in dem großen Werke im Interesse deS Weltfriedens, so wäre dieS allein eine hinreichende Entschädigung für die Kosten und Mühen der Ausstellung. Am folgenden Tage, um halb ein Uhr Mittags, wurde die nunmehr berühmte, von Herrn Bartholdt selbst verfaßte Resolution von St. Louis" in der Kongreßhalle" einstimmig angenommen von dieser Art Weltparlament, deffen Präsident er inzwischen geworden war. Indem darin die Einberufung eines Völkercongreffes gefordert wird, der über den Abschluß von umfassenden Schiedsgerichtsvertragen und die Schaffung eines dauernden Weltparlaments, in welchem jede Nation Vertretung habcn soll, schlüssig zu werden hat, ift diese Resolution eine der größten internationalen Schöpfungen aller Zeiten und wird dereinst wohl auch allgemein als solche anerkannt werden. In seiner Kongreßrede am 10. Januar 19)5 nannte sie Bartholdt die Magna Charta der Völker". War Herrn Bartholdt's Verbindung mit diesem Ereigniß nur eine nebensüchiche oder zufällige? ES giebt keinen Zufall. Die Führerschaft in einer solchen Bewegung kann nicht zufällig oder nebensächlich sein. Woher kommt es, daß Bartholdt der Erste war, der die Idee begriff und in einem nationalen gesetzgebenden Körper offen dafür eintrat, die Idee, welche dem Frieden eine dauernde Grundlage geben und die allein dies bewirken kann? Woher kam eS, daß gerade er der Verfasser der Refolution wurde, die von jener großen Körperschaft idealistischer Gesetzgeber einstimmig angenommen ward und wodurch auf praktische Weise in unsere Nationalpolitik und die WeltPolitik die Idee eingeführt wird, welche einen rechtmäßigen Völkercongreß mtt zugehöriger Gerichtsbarkeit und anderen Machtmitteln zur Erzwingung von Gerechtigkeit bei Regelung der Völkerbeziehungen zur Folge haben und so schließlich dem Krieg den Boden abgraben muß? Herr Bartholdt war willens und besaß die Fähigkeiten, gerade dafür einzutreten und den Gedan kengang der nationalen Gesetzgeber auf diese Höhe hinauszuschrauben. ES wird viel für den Frieden und gegen den Krieg gesprochen, aber eS kommt selten eine Idee zum Ausdruck, die nicht vorher schon ebenso gut oder besser vorgebracht worden wäre. Dennoch hat Herr Bartholdt NeueS zur Literatur der Friedensbewegung beigetragen, ebenso wie er sich im Handeln hervorgethan hat. In dem knappen Raum dieses Artikels kann ich nur ein Beispiel anführen. Er sagte in St. LouiS: Wir find heute hier versammelt nicht alS Leute, die uns selbst zu Gefallen ein Steckenpferd reiten, sondern als Gesetzgeber, die durch die Stimmen deö Volkes mit Autorität betraut worden find, und wenn wir auch von unseren Wählerschaften nicht ausdrücklich beauftragt worden find, dem besonde ren Zweck, der uns zusammengebracht hat, zu dienen, so wissen wir doch, daß keiner Wählerschaft irgendwo unter der Sonne ein größerer Dienst erwiesen werden kann, als derjenige, welcher in einer Verringerung der Kriegsmöglich leiten gipfeln würde. Wir haben uns verpflichtet, einen solchen Dienst zu leisten, indem wir die öffentliche Meinung beeinflussen und unsere zeitweilige Autorität in die Wagschale werfen zu Gunsten von Gesetz und Gerechtigkeit in internationalen Beziehungeu im Gegensatz zur Gemalt, zu Gunsten deS Rechts im Gegensatz zur Macht. Mit anderen Worten wünschen, nein, fordern wir, daß Völkerftreitigkeiten in derselben Weise beigelegt werden, wie Streitigkeiten zwischen Einzelnen, nämlich durch Schiedsspruch, durch die Entscheidung von Gerichten im Einklang mit anerkannten Rechtsgrundsätzen, und nicht durch das Schwert. Sind wir im Rechte? Unsere skeptischen Freunde wissen, daß wir recht haben, eine geläuterte öffentliche Meinung gibt es zu, der Sache der Menschlichkeit wird durch jede gegentheilige Ansicht Gewalt angethan. Das Ziel guter Regierung ift schließlich doch die Wohlfahrt deö Volkes, und weil wir wissen, daß der Friede das Ziel fördert, der Krieg eS aber sicher in weite Ferne rückt, das Ziel nämlich, wonach die StaatSkunft zu streben vorgiebt, das fördern die Friedensfreunde durch ihr Streben nach dauerndem
Frieden, das wesentliche und edelfteZiel wirksamer Staatskunft." Das, was Lincoln als das Ideal der Staatskunft bezeichnete, war das Streden. einen gerechten und dauernden Frieden unter uns und mit allen Bölkern zu erzielen und zu wahren." Herr Bartholdt hat im Laufe deS letzten JahreS mehr zur Erreichung dieses Zieles beigetragen, als irgend ein anderer Mann in den Ver. Staaten. nicht nur durch Beeinflussung der öffentlichen Meinung, sondern auch dadurch, daß er andere Nationen zu Schritten vorwärts auf den FriedensPfaden angespornt hat. Herr Bartholdt hat fich der Aufgabe, dieser Bewegung praktische Form zu geben, gewachsen gezeigt. Wird er nun auch im Stande sein, die Friedenstruppen zum schließlichen Siege zu führen durch thatsächliche Ausführung deS in der St. Louiser Resolution vorgeschlagenen Planes, wonach alle Völker in eine politische Körperschaft zusammengeschweißt werden sollen ? Die Zeit allein kann diese Frage beantworten.
r t Inland T ? ii 1 1 m m in iiii i in i i Merkwürdiges Leiden. In St. Joftph. Mich., starb jüngst ein junges Mädchen Diamens fß&bcl Rinnen an einem Herzleiden, das die Aerzte sehr interessirte. Das Mädchen arbeitete in einer Telephonoffice und erschrak kürzlich über einen Blitzstrahl so, daß es herzlcidend wurde. Seitdem hatte Mabel schreckliche Schmerzen gelitten, und der Pulsschlag wurde immer heftiger, bis kurz vor dem Tode 182 Schläge per Minute gezählt wurden. Ein Augenzeuge der Ermordung Lincolns, ein gewiffer Joseph F. Brown, starb dieser Tage, 85 Jahre alt, in Indianapolis, Ind. Vrown war ein vertrauter Freund des Präsidenten Lincoln und wurde von demselben zum Präsidenten des Polizeirathes von Washington ernannt. Er war im Theater anwesend, als Lincoln von dem Schauspieler Booth erschossen wurde und half, den zum Tode verwundeten Präsidenten aus dem Theater tragen. Sechsjähriger Mörder. Sein fünfjähriges Schwesterchen hat der sechs Jabre alte James Callen in Wilsondale, W. Va.. in einem Wuthanfalle getödtet. James hatte sein Schwesterchen aufgefordert, mit ihm zu spielen, und als es sich dessen weigerte, gerieth der Knabe dermaßen in Wuth, daß er eine Hutnadel seiner Mutter ergriff und die Kleine fünfmal damit stach. Das Mädchen lief schreiend aus dem Zimmer und fiel todt in die Arme der Mutter. Die Hutnadel hatte das Herz durchdrungen. Vierfacher Mörder. Eine gräßliche Blutthat verübte diese? Tage der Neger John Dow in Sulphur Rock, Ark., wohin er sich von Batesville, Ark., begeben hatte, um seine Frau aufzusuchen, die bei ihrem Vater wohnte. Da sie sich weigerte, mit ihm nach Hause zurückzukehren, ergriff er einen Revolver und erschoß sie, sowie seine Schwiegermutter und eine andere Negerin. Sein Schwiegervater ergriff eine Flinte und schoß auf Dow, verwundete ihn aber nicht tödtlich, so daß derselbe noch im Stande war, das Feuer zu erwidern und auch seinen Schwiegervater zu erschießen. Vom Millionär zum Armenhäusler. Im Alter von 70 Jahren starb dieser Taqe der einstige Millionär Edward Mitchell. der 1868 einen Eorner" in Weizen bildete und über Millionen von Dollars verfügte, im Chicagoer Armenhaus. In den letzten 30 Jahren war ihm das Glück nicht mehr hold. Er verlor immer mehr Geld und verarmte zuletzt so, daß er auf die Mildthätigkeil seiner Freunde angewiesen war. Der Gram darüber erschütterte seine GeWundheit, und schließlich mußte er Zuflucht im Armenhause suchen. Mitglieder der Handelskammer haben Geld gesammelt, um dem ehemaligem Millionär ein anständiges Begräbnin zu verschaffen. Moderner Gauner. Richter, (zum Einbrecher): Sie hatten damals bei dem Einbrüche 50.000 Mark erobert! Wieso befanden sich aber bei Ihrer Verhaftung 60,000 Mark in Ihrem Besitze?" Einbrecher: ..Weil ich mit dem Gelde ein bissel spekulirt habe!"
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