Indiana Tribüne, Volume 28, Number 212, Indianapolis, Marion County, 29 April 1905 — Page 1

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Tas Berditt des Coroners.

Coroner Tutewiler gab sein Verdikt in dem Masonic Hall Unglücksfalle heute ab. L. T. Cooper wird die Hauptschuld beigemeffen: sein Agent W. I. Howell und Polizei-EuperiN' tendent Krueger werden in zweiter Linie verantwortlich gehalten. Das Verdikt besagt, daß die Treppe in dem Gebäude den Vorschriften de Gesetzes entsprach und daß in dem Gesetze keine Klausel enthalten ist, welche auf die S urmthüren Bezug hat, sagt aber, daß das Unglück hätte vermieden werden können, falls der Bauinspektor die Sturmthüren vor, anstatt nach dem Unfälle hätte entfernen laffm. Brach durch die Brücke. Ein schwerer Straßen-Roller brach an der Minnesota und Shelby Straße durch die Brücke. Verletzt wurde Niemand. Gerieth nnter eine eiserne Thür. George Gimple, tut Angestellter der Indianapolis Cold Storage Co., wurde während er im Gebäude an der Pennsylvania Str. und den Union Railway Geleisen beschäftigt war, dadurch verletzt, daß er unter eine etwa 600 Pfund schwere eiserne Thür gerieth. Gimple hatte die Thür aus den Angeln gehoben und war dabei, dieselbe anzustreichen, als dieselbe umfiel. Seine Hil' ufe benachrichtigten die Mitarbeiter und er wurde aus seiner bedrängten Lage befreit. Die Ambu fall brachte ihn in seine Wohnung, Arsenal Ave. und 17. Straße. Polizeiliches. Samuel L a r d a s, 22 West McCarty Str. und Samuel Haßman au Chicago wurden beide gestern verhaftet und unter Anklage gestellt, Bummler zu sein und Cigarrettm im Besitze gehabt zu haben. C e c i l Johnson, ein 14 Jahre alter Junge, wurde gestern aufgegriffen und dem Jugendgerichte vorgeführt, damit er einige Aufklärung über sich gebe. Er gab vor, an der Le Grande Ave. zu wohnen. Als aber die Beam ten sich nach dort begaben, fanden sie, daß der Junge aus St. Louis entfloh und nach hier verschlagen wurde. Er wird hier gehalten, bis aus St. Louis Nachricht über ihn eintrifft. . Charles C a v a l t, ein Detektiv der Big 4 Bahn meldet, daß er während der Nacht zwei Manner -an-traf, die es versuchten in einen versiegelten Frachtwagen einzubrechen und die sich, als er dieselben zu behindern suchte, mit ihm in ein Revolverduell einließen. Catharine Schneider, Gat tin von Philip Schneider, 2825 West Michigan Straße ist gestern Abend im Alter von 65 Jahren gestorben. Der Gatte und drei erwachsene Kinder betrauern den Verlust. Die Verstorbene war ein Mitglied der St. Anthonius Gemeinde in Haughville. Durch ein Geräusch im Wohnzimmer wurde heute früh H. T. Choate, 1120 Central Ave. geweckt und er sah einen Einbrecher im Zimmer, der anscheinend mit der Ausräumung sich zu besassen gedachte. Aus Furcht, seine Frau zu erschrecken, verhielt sich Choate ruhig, trotz alledem aber wurde der Räuber aufmerksam und entfloh. Derselbe hatte sich bei Eintreffen der Polizei aus dem Staude gemacht. Ein Fenster unten im Hause warde geöffnet gefunden. Beute machte der Bandit keineL a f a y e t t e, 29. April. Eine große Scheune, Eigenthum von John Taylor nahe West Point, wurde durch den Blitz getroffen und eingeäschert. Drei werthvolle Pferde kamen um. Victor L awson, ein Miether, der zur Zeit in der Thüre seiner nahegelegenen Wohnung stand, wurde durch die Wucht des Schlages so hart zu Boden ge schleudert, dah er sich ein Bein brach. Der Verlust an Eigenthum wird auf $1000 geschätzt.

Mnkte zahlen trotz der Abfindung. Eine Jury in Friedensrichter Mc Pherson's Office gab zu Gunsten des unmündigen Knaben Charles Faust ein Urtheil für $100 ab. Faust klagte, daß er im November im Grand Opera House nach Schluß einer Vorstellung die Treppe hinabfiel und sich das Schlüsselbein brach. Er brachte vor, daß die Treppenftuftn abgenutzt gewe sen und daß dle Gallerie nur schwach beleuchtet war. Die Klage war gegen die Anderson Theater Compagie und Shafer Zeigler, dem Manager des Grand Opera Hauses gerichtet. Hinter dem Rücken der Rechtsanwälte, Florea und Seidenfticker, welche die Sache für den Jungen verfochten, schloffen die Verklagten mit der Mutter des Klägers einen Vergleich ab; die Anwälte aber ließen sich nicht in ihrem Vorhaben beirren und verfochten die Klage trotz der an die Mutter gezahlten Abfindungssumme und erzielten ein Urtheil zu Gunsten des Jungen. Hl sucht ihren Gatten hier zn behalte. Als John Newton. 145 Belmont Ave., gestern Abend seiner Gattin mittheilte, daß er eine Reise nach Chicago, seiner alten Heimathftadt zu unternehmen gedächte, da remonftrirte dieselbe dagegen und suchte ihn hier zu halten, soll aber nach einigem Hin- und HerReden sich in Aufregung versetzt haben, so daß sie zuletzt ihren Ehegatten einige Teller an den Kopf warf. Newton soll sie dann ergriffen und gegen die Wand gehalten haben, sie auf diese Weise unschädlich machend.

Später wurde er verhaftet und heute wird er sich vor Richter Whallon gegen die Beschuldigung der Weiberprügelei zu verantworten haben. Eine eigenthümliche Geschichte. Eine recht eigenthümliche Geschichte brachte gestern Abend ein sich William Hawthorne nennender Mann, der seinen Wohnort als 60 Carter Str., Kokomo, angab, in der Polizeiftation zu Gehör. Hawthorne ist der Organisator für eine Loge und am 11. April verließ er angeblich seine Heimath, um sich nach Huntington zu begeben, wo er eine Loge organisirte und später mit $100 von dort nach Terre Haute und von dort nach hier abreiste. Auf der Reise nach hier, behauptet Hawthorne, habe sich ein unbekannter Mann neben ihn gesetzt, habe ihn hypnotisirt und zwar derartig, daß er dem Willen des ManneS völlig unterworfen gewesen sei. Einmal sei er zu sich gekommen und er habe dann sich in einem kahlen Zimmer, in welchem nur ein Bett stand, befunden; ein anderes Mal erwachte er im Freien. Sein Geld habe er völlig verloren. Jetzt meint Howthorne fei er vom Einsiufft des mysteriösen Fremden befreit. Durch den Berichterstatter gefragt, gestand er, getrunken zu haben, verwahrt sich aber dagegen, daß er übermäßig geistigen Getränken zusprach. Seine Familie in Kokomo wird von seinem Hiersein in Kenntniß gesetzt werden. Maifeier-Konferenz. Heute, (Samstag), Abends prompt 8 Uhr, findet in der Columbia Halle die Schlußsitzung der Delegaten für die Sonntag Abend in der Südseite Turn halle stattfindende Maifeier der deutschen Gewerkschaften statt. Marion, 28. April. Wilbur Bond und Thomas Robinson, welche in der Sandgrube der Sylvester Bond Farm, östlich von hier, beschäftigt sind, grubeu das Skelett eines Mannes aus, der in eine Kiste hineingezwängt war. In der vorigen Woche wurden Werk zeuge zur Herstellung von falschen Münzen und ein Kasten mit Metall und Silber Dollars gefunden. Die Polizei ist der Anficht, daß das Skelett von einem Mitgliede einer Falschmünzerbände herrührt, die ihn tödtete, weil sie ihm nicht mehr trauten.

Kleine Stadwachrichte. M i t g l i e d e r der Staats-Kommis-

sion für Unterrichtszwecke begaben sich nach Muncie, um an dem L eichendegängniß des verstorbenen Prof. I. M. Bloß, einem Mitglieder der Kommission, teilzunehmen. F. T. H a w l e y, Großmeister und M. R. Welch, Groß-Sekretär und Schatzmeister der Weichenfteller-Union von NordAmerika halten eineKonferenz mit der hiesigen Lokal-Union ab, betreffS der jährlichen Konvention der Organisation, welche am 15. Mai im Claypool Hotel beginnt. Samuel E. Vager, Präfident der Bartender'S Union, wird sich in der nächsten Woche nach KansaS City begeben, um an der NationalConvention der Bartender theilzunehmen. Er wird sich bemüher?, die Na tional-Convention zu bewegen, ihre nächstjährige Versammlung hier in Indianapolis abzuhalten. Während sich mehrere ZeitungSträger an der Illinois und Washington Str. rangten, erhielt Ed. C. Burch, einen Stoß in den Unterleib, der ihn zu Boden streckte. Er lag etwü 20 Minuten besinnungslos auf der Straße, wurde dann aber in seine Wohnung im Windsor Block an der Nord Illinois Str. gebracht. In der Wohnung der Eltern. 1313 West Market Str., ist gestern der 2 Jahre alte Sohn Herschel des gleichfalls schwer erkrankten Arthur Stinson gestorben. In einem Zimmer liegt die kleine Leiche aufgebahrt, im andern hält sich der kranke Vater auf und im dritten Zimmer liegt die geschwächte Mutter d;S HaufeS mit dem nur wenige Tage alten Säugling der Familie. Die Mitglieder des' Literari schen Clubs der farbigen Mörtelträger, Stallknechte usw., die im Zimmer über der Wirthschaft ihres Raffengenossen Welsh von der Polizei festgenommen wurden, hatten in ihren Unglücke, doch noch Glück. AlS sie vor Richter Whallon gebracht und dort zu je 15 nebst Kosten verdonnert wurden, geschah dies zu einer Zeit, als der Richter noch nicht die neuen Gesetze alle durchftudirt hatte. Das neue Gesetz sagt bezüglich der Geldstrafe, daß derselben Gefängnißftrafe angehängt werden soll. Bauplätze für die neue Tanb-finmmen-Anftalt offerirt. Die Kommission, welche einen Bauplatz für die neue Taubftummen-Anftalt auswählen soll, hielt gestern eine Versammlung ab. Ueber 80 Angebote waren eingelaufen. Nur solche BauPlätze, die höchstens 15 Meilen vom Soldaten-Monument enfernt find, und nicht mehr denn $400 per Acker kosten, wurden in Betracht gezogen. Da indessen Marion County sich nördlich vom Monumente nur 11 Meilen und südlich gar nur 9 Meilen erstreckt, ist die Möglichkeit vorhanden, daß das Gebäude für Marion County verloren ginge. FenerS-Ehronik. Ein kleiner Stall hinter William Powers Wohnung, 1150 Har len Str., gerieth gestern in Brand. Das Feuer wurde aber sofort gelöscht. Verlust etwa $20. South B e n d, 29. April. Die Thür der Zelle, in welcher Frau Marie Hennessey und Frau S. Howard saßen, beide unter Verdacht, Ladendiebinnen zu sein verhaftet, wurde gestern offen stehend gefunden. Eine Untersuchung ist im Gange, um festzustellen, wer für die Flucht der beiden Frauen verant wortlich ist. L o g a n S p o r t, 29. April. An deutend, daß feine Braut Frl. Stell Kinneman ihm untreu geworden, versuchte Elmer MeekS gestern derselben Carbolsäure in'S Geficht zu gießen und trank dann den Rest der Flasche aus. DäS Mädchen wurde nur leicht verletzt und MeekS wurde gerettet. Das Mäd chen weigert sich gegen MeekS zu zeugen und bereut, daß sie ihm Grund ge geben, eifersüchtig zu werden.

Cm Hcitcrkcitscrfolg ohne Gleichen.

Die Aufführung von fans uckebein" durch die St, (ouifer Gäste. Einen herrlichen Abend verlebten gestern die Theaterbesucher, welche das bischen Regen nicht scheuten, um der letzten Luftspiel.Aufführung der Saison beizuwohnen. Hans Huckebein," der Unglück? rabe, dessen bodenloses Pech jeden anschmierte, der nur mit ihm in Be rührung kam, ist jedenfalls dafür ver antwortlich zu halten, daß der Regen eintrat und so viele Theaterfreunde vom Besuch der Vorstellung abhielt, die er sonst so trefflich unterhalten hätte. Als TheaterDirektor Welb nach seiner Ankunft vom Zuge stieg und prüfend zum Himmel aufsah, meinte er in sei ner köstlich trockenen Weise : Nun ja, Huckebein Wetter." Dann aber ging er sofort an'S Werk, um die Pflichten des Regisseurs zu erfüllen, wie nur Welb eS kann. ES ist sonst recht schwer in einem nur halb gefüllten HauS Stimmung im Publikum zu machen, aber das künstlerische Spiel der Schauspieler riß das Publikum bald zu förmlichen Jubelausbrüchen hin. HanS Huckedein ist keine leichte Rolle. Ein Darfteller von geringerer Fähigkeit, wie Herr Löbel, der die Rolle inne hatte, hätte sich damit begnügt, den Helden als verächtlichen Jammerlappen mit dem Ergebniß zu zeichnen, daß das Publikum des faden Kerles bald überdrüsfig geworden war. Herr Löbel wußte den Unglücksmenschen mit einigen so liebenswürdigen Zügen zu umeben, daß man ihn erst bemitleiden und danu liebgewinnen mußte. Sein entsetzliches Pech trug er mit rührender Engelsgeduld; jie Maske wßte er dem Character derart anzu pafsm, daß man gleich von Anfang an zugeben konnte, so ein Mensch muß Pech haben. Er wußte sich von jeder Couliffenreißerei fernzuhalten und obwohl die ganze Figur stark Charicatur war, wußte er sie glaubhaft zu macheu, und das ist doch das Höchste, was mau von einem Darsteller erwarten kann. Frl. von Hohenau war eine reizende junge Frau, wohl berufen einen Gatten wie Huckebein in Schach zu halten. Ihr Spiel war herzlich und in all feiner Einfachheit künstlerisch vollendet. Fräulein von Hohenau erklärte sich gestern übrigens bereit, bei der Schillerfeier am 11. Mai den Goethe'schen Epilog zu Schiller's Glocke vorzutragen. Unser alter Freund Leopold Jacobi war in der Rolle deS Schwiegervaters, der gerne noch über die Stränge schlägt, vortrefflich. Er brachte die Ueberlegenheit des älteren Ehemannes im Anlügen seiner Frau über die Unbeholfenheit des Schwiegersohnes glaubhaft zur Geltung, bis auch ihn schließlich die Nemesis, in diesem Falle der Kinematograph, ereilt. Frl. Louise Pollmann war als Martha Wendel so köstlich und frisch, daß man den Russen Boris, den übrigens Herr Christ von Stahl sehr gut im Dialekt darstellte, eS nicht verÜbeln konnte, daß er sich schlankweg in sie verliebte und seine drei Grundbedingungen zum alten Eisen warf. Frl. Pollmann nennt ein entzückendes Mienenspiel ihr eigen und eS ist kaum möglich Jemanden reizender schmollen zu sehen, wie diese Künstlerin. Herr Gustav Hartzheim machte auS demBaudeville Athleten Krack eineZebenso gelungene wie charakteristische Figur, und die kleineren Rollen, welche Anna Sander, Conftantin Ackermann und Theodore Rodau inne hatten, wurden so tüchtig gespielt, daß sie viel zum künstlerischen Erfolge de Stückes beitrugen. Nach der Vorstellung begaben sich die St. Louiser Künstler in die Arche, um dort in stattlicher Gesellschaft von Theaterliebhabern den Abschiedötrunk bis zur nächsten Saison zu nehmen.

Perk wird schuldig befunden.

Harry Park, der gestern im Criminalgerichte zum Weiterverhöre vorgeführt wurde, verhielt sich auönahmSweise ruhig und die Szenen, welche Richter Alford veranlaßten Fesseleisen herbeischaffen zu lassen, wiederholten sich nicht. Das gegen Perk aufgehäufte BeWeismaterial war ein überwältigendes, trotzdem beftritt er seine Schuld bis zum bitteren Ende. AIS Deputy-Ankläger Taylor Groninger das Wort ergriff, um den Geschworenen die Anklage vorzulegen, da setzten sich die beiden ShenffS-Wachen näher an den Gefangenen heran, um möglicher Weise einen Angriff von Seiten Parks auf den Ankläger zu verhindern. Per? behauptet, daß ihm einige der Cigarren als Sicherheit für eine Snmme von 825 Übergeben wurden, welche er an Peter Skillman. Thomas Miller und Charles Dirk ausgeliehen hatte. Er wurde durch den letzten der vom Staate vorgeführten Zeugen, einen Leihftall-Befitzer völlig widerlegt, denn dieser bezeugte, daß Perk ihm telephonisch zu zwei verschiedenen Malen Nachricht gab, den Boyö" Skillman Dirk und Miller ein Fuhrwerk zu übergeben. Die früheren Zeugen sagten auS,daß sie diesen Wagen benutzten, um ihre Beute fortzuschaffen. Perk erhielt von 114 Jahren Gefängniß. Heute Abend feiner Lunch bei Weiffenbach, 1 401 Madison Ave. Crwfordsville, 29. Apr!. Ein schweres Hagelwetter zog gestern über unsere Stadt hinweg. Der Hagel fiel für 30 Minuten und richtete großen Schaden an den Fruchtbäumen an. AuS anderen Städten der Umgegend werden gleichfalls schwere Regen-, Hagel- und Gewitter - Stürme gemeldet. Kokomo, 29. April. Das kleine 18 Monate alte Kind des hier wohn haften Owen Short, riß gestern, mäh rend die Mutter mit der Wäsche beschäftigt war, eine Dose Lauge vom Tische. Der Inhalt derselben ergoß sich über das Gesicht des Kleinen, mit dem Ergebniß, daß das eine Auge bereitS völlig zerstört wurde, während auf Rettung des anderen nur wenig Hoffnung vorhanden ist. C r a w f o r d S V i l l e, 29. April. Der Ladoge Remonftranz - Krieg er reichte gestern ein interessantes Stadium, als die Remonftranten, die bis Mitternacht Zeit hatten, eine Remonftranz gegen Robert Frazer einzureichen, sich nicht sehen ließen, so daß eS wahrscheinlich ist, daß Frazer heute die verlangte LizenS bewilligt erhält. TelePhon. Verbindung war gestern Abend durch den Sturm unterbrochen, so daß keine Einzelheiten zu erlangen waren. Fast alle Abwesenden waren in IndianapoliS um den Zirkus zu sehen und es wird gemunkelt, daß viele derselben frei gehalten wurden. Versehentlich aus dem Gefängniß entlassen wurde kürzlich in Schweidnitz in Schlesien der Arbeiter Johann Adler. Dieser war durch Erkenntniß des Königlichen Amtsgerichts Freiburg wegen Betteln und Landstreichens zu vier Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde verurtheilt worden und sollte nun eine sechsmonatige correktionelle Nachhast im Arbeitshause zu Schweidnitz abmachen. Seine Unterbringung im Arbeitshause konnte jedoch nicht erfolgen, da versehentlich die Freilassung des A. vom Klg. Amtsgericht in Schweidnitz, woselbst er die vierwöchige Haft verbüßt hatte, verfügt worden war. Dieses Veriehen" t dem Delinquenten natürlich nicht unerwünscht gekommen; denn er hat sich sofort aus dem Staube gemacht. Schlau. Herr Meier hat auf der Post für zehn Mark Zehnpfennigmarken verlangt und den Betrag in einzelnen Zehnpfennigstücken aufgezählt. So viel kleines Geld nehme ich nicht auf einmal," schnauzt ihn ver Beamte an, 'der sich offenbar die Mühe des Nachzählens ersparen wollte. Gut," sagt Herr Min ruhig, .so geben Sie mir jede Marke einzeln, ich habe sehr viel Zeit.-

Nachrichten aus Jndiana.

New A l b a n y. 23. April. Paftor John B. Kelly, Rector der Holy Trinity Church", einer der bekanntesten Geistlichen in der Indianapolis Diöcese, starb heute in LouiSville, Ky., nach mehrwöchentlichem Unwohlsein. Anderson, 28. April. Der 60-jährige William Judd, ein Wegaufseher von Stoney Creek Township, wurde von einer Jnterurban Car überfahren und auf der Stelle getödtet, als er von einer CircuS-Vor-stellung heimkam. C o l u m b u S, 28. April. Die Postofsice in Waymensville, sowie auch daS Geschäft von LouiS Von Stroch & Co., in deren Laden sich die Postofsice befand, wurden heute früh um etwa $250-300 in Baar und $800 in Wechseln beraubt. Der Geldschrank war mittelst Dynamit gesprengt. Von der gestohlenen Summe gehörten der Postofsice $112, das übrige Geld war Eigenthum des Geschäftes. South B e n d, 27. April. Die Folge eines leichtfertigen Scherzes ist, daß Frl. Cora Cafe von hier in bedenklichem Zustande daheim darniederliegt und an ihrem Aufkommenggezweifelt wird. Eine Mitarbeiterin erschreckte ste, indem fte durch Pressen eines (Sternmiballes eine künstliche MauS zum Vorschein brachte. Frl. Case, die an Nervöfität litt, siel in Ohnmacht und bekam später Krämpfe. Nashville, 23. April. Robert CumminS, ein Zimmermann von Belmont, 8 Meilen südlich von hier, machte gestern eine Wettfahrt auf Leben und Tod. Cummins arbeitete an einem Gebäude der Floyd Farm und schlug sich bei der Arbeit fast die linke Hand ab. Eine Ader wurde verletzt und drohte ihm den Tod durch Verblutung. Man forderte Dr. Genolin von hier per Telephon auf, zu kommen und man würde ihm entgegenfahren. Unterwegs trafen sich die beiden Wagen, der Arzt verband die Wunde und CumminS wurde heim gefahren, doch ist er infolge deS Blutverlustes noch nicht außer Gefahr. Fort W a y n e, 28. April. Frl. Minnie Melching, die von ihrem Geliebten John M. Welker geschossen wurde, hat etwas mehr Hoffnung auf Genesung. Sie ist zeitweilig bei Besinnung und ist ruhiger geworden. Welker liegt unter polizeilicher Be wachung im Hospital. Mau glaubt, daß er sich verstellt betreffS seines Zustandes und sehr wohl im Stande wäre, durch Zeichen oder Schreiben sich mit seiner Umgebung zu verständigen. Er steht unter 'Anklage des Angriffs, mit der Abficht zu tödten. LoganSport, 26. April. Nachdem er 9 Monate mit gebrochenem Genick gelebt hatte, starb der 61jähr. Farmer Bruce Carney von Washington Township plötzlich am Herzschlag. Im August v. I. wurde er auS seinem Wagen geschleudert und schlug mit dem Kopfe auf den Grund. Er brach daS Genick, ließ aber nie eme Operation vornehmen, trotzdem die Aerzte ihn auf die Gefahr aufmerksam machten. Während er mit dem Anspannen seiner Pferde beschäftigt war, siel er, plötzlich vom Herzschlage getroffen, todt zu Bc den. F r a n k f o r t, 27. April. Elfie Hall, die kaum zweijährige Tochter der Frau Hall zu Warren, Ohio, entging auf'wunderbare Weise gestern arische! nend einem sicheren Tode. Der Lokomotivführer L. E. Ackerly hier fuhr einen Frachtzug der Clover Leaf Bahn, als dieselbe sich Warrerr, O., näherte, sah er daS Kind in einer Entfernung von 200 Fuß auf den Geleisen fitzen. Er konnte den 30 Meilen in der Stunde dahinbrausenden Zug nicht mehr zum Stillstand bringen und glaubte das Kind sicher getödtet zu finden, aber etwa Unerwartetes hatte sich ereignet. Das Kind war zur Seite gerollt worden und nur leicht beschädigt. Die Mutter de Kindes, welche Augenzeuge de Vorfalle war. war durch den Anblick mehr todt wie lebendig.