Indiana Tribüne, Volume 28, Number 211, Indianapolis, Marion County, 28 April 1905 — Page 5

Jndiana Tribune, 98. April 1903.

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AUsteger Tod. Von Karl Dusse. Allffeger Tod, du ftümvernder Gcselle, Dift doch ein jämmerlicher Wicht! Recht wie ein Kind verschüttest du die Quelle Und glaubst, sie rinn: und rieselt nicht. Wohl schwindet sie an ihrer alten Stätte, Toch in den Tiefen gräbt sie fort und schafft. Eie brauft dereinst in einem neuen Pctte Zu neuem ichr mit höh rer rast. Wer zahlt. Gevatter, dann dein Lehrgeld wieder ? Tu bist ein Pfuscher, der sich Mcifter dünst. Tu brichst die Form mit heiszer Mühe nieder Und hilfst doch nur, daß sich der Kern verjüngt. Es lohnt dein ,?andt?e?k sich gar schlecht im Grund?. 6 dir die Welt auch schon zu Füssen liegt ALcgcr Tod. du siegst in jeder Stunde Und wirt von jeder neu besiegt! Der Streikbrecher.

flovellctte von Ferdinand Freiherr v. Säcklingen. Grau in Grau lag der Himmel über der öden, kaum von einem Baum oder Strauch bedeckten Landschaft. Hier und da ragten einige unförmige, in eckigen Linien vom Firmament sich abhebende Berge empor. Wer sie von Weitem sieht, dessen Herz schlägt bei der Eintönigkeit der Landschaft höher. Berge! murmelt er, aber wenn er an ihrem Fuß angekommen ist, dann siebt er, was er vor sich hat, alte elende Schlacken, Schicht auf Schicht gehäuft, bis sie herangewachsen sind zu Bergen, den traurig gen Himmel starrenden Schlackenbergen, auf denen nichts gedeiht, nichts wächst, als am Fuh einige mattgrüne, jetzt ohne jeden Blätterschmuck starrende Akazien. Unzählige Schornsteine aber ragen zum Himmel auf. Man sollte fast meinen, daß sie diesen bleifarbenen Ton mit ihrem Qualm, den sie über die Landschaft ergießen, gebreitet haben. Heute sind auch sie still, auch sie ruhen, denn die fleißigen, schwieligen Hände, von denen sie sonst gespeist werden, ruhen auch; alles ruht, nur aus einigen wenigen steigt ein matter Qualm. Ticht neben diesen ragt ein hoher eiserner Thurm aus einem Gewirr von hohen und niedrigen Fabrikgebäuden hervor. Still und ruhig stehen die beiden großen Räder darin, straff steht auch das Förderseil. Nichts deutet an, daß hier gearbeitet werden soll, um der Erde die schwarzen Diamanten zu Entreißen. Denn nur im ständigen Kampf läßt sich dies Edelgestein seinem Schootz, mit dem es eng verwachsen ist. wie der Baum mit der Wurzel, entführen. Heule gingen nur wenige Leute über den Hof, denn nur soviel Arbeiter sind erschienen, um die nothwendigsten Verrichtungen vorzunehmen, daß die Schächte nicht versaufen und die Maschinen keinen Schaden erleiden. Draußen auf der Straße aber war es lebendig. In kleineren uvjy größeren Gruppen standen da die Leute herum. Große und kleine Gestalten iH tiefliegenden Augen, hohlwangig, mit markant hervortretenden Backenknochen. Die schwarze Wolljacke mit einfachen w?ißen Knöpfen zeigten den Bergknappen an. Die Hände in den Taschen, eine kurze Pfeife oder einen Cigarrenstummel im Munde, so standen sie da. Kein lauter Ton war zu hören, kein Toben oder Murren verrieth, was im Innern vorging, nur der unterdrückte Zorn über die schmähliche Abweisung der Großen" war auf allen Gesichtern zu lesen. Da plötzlich kam Leben in die Leute. Eine allgemeine Bewegung entstand; drüben auf der Landstraße kam ein kleiner Trupp Arbeiter näher. Streiibrecher." Die Streikbrecher!" lief es von Mund zu Mund und zornige, Wuthflammende Blicke schössen den langsam Näherkommenden entgegen. Ha, guck doch ens. wie die Sträflinge werden sie eskortirt, hinten ener mit ner Pickelhaube und vorne ener, kiek blos mal, wie se daherkommen, wie die Sünder sehen sie aus! Ihr Ihr Pfui Deibel Ihr Lumpen," schrie ein junger Kerl und spuckte vor den Füßen der Ankommenden aus. Ein Murren, ein Zischen ging durch die Menge, nur wenige drängten sich an die mit ihren Schichtbündeln Versehenen heran und gaben dem einen oder anderen einen Puff. Die meisten maßen sie nur mit verächtlichen Blicken, wallten die Hände in der Tasche und sahen zur Seite. Hast Du gesehen, auch der Jochem Dahl war dabei," sagte einer aus der Menge zu seinem Nachbar. Der andere nickte und sah starr vor sich hin. Er gab keine Antwort. Der Jochem war sein Arbeitskamerad bisher gewesen, er war der Hauer und er, Fritz Kolche. sein Lehrhauer. Sie hatten brav zusammengehalten und stets fleißig mitinander gearbeitet. Fritz hatte nur sinen kurzen Blick von dem zur Arbeit schreitenden Kameraden, dem Jochem. aufoefanaen, der ihm genug sagte. Nun?" war die Frage des ersten Sprechers. Na, was soll ich da sagen," gab jener achselzuckend zur Antwort, der arme Kerl ist schlimm dran, die Frau liegt in den Wochen und die fünf anderen Krabben können auch nicht von Luft leben."

Unrecht hast Tu ja nicht, aber hör' mal. Du bist doch sonst kein Träumer gewesen. Tu hast wohl auch nie so mitgemacht beim Streiken, ja?" Taß ich einer der ersten bin, der sein und Euer aller Recht will, wirst Tu doch aesehen und qehört haben.

aber ich glaube eben nicht, daß viel herauskommen wird." Ja. ja, Tu hast schon wleder Bangbüxen an. oder fürchtest Tu die da?" Und dabei wies er mit dem aus dem Munde genommenen Kalkstummel auf die Gensdarmen hin. Der erste Sprecher gab keine Antwort, sondern zuckte viel- oder auch ntä)tssagend die Ach seln. So standen nun die Gruppen, tbeilten sich wohl auch und besprachen die Aussichten. Vorläufig waren die Gemüther zu erregt. Man sprach nur vom Streik, von der Zukunft, ob mit dem Gelde gereicht würde, ob welches da war, das wurde wenig oder gar nicht erörtert. Es war Streik und man sah es den Leuten an, sie waren auf sich stolz und die Siegeszuversicht lag auf aller Züge. Es war schon eine geraume Zeit vcrstrichen und die Gruppen der Streikenden hatten sich entfernt. Jochem Tahl war ruhig weitergeschritten, ohne die Worte des einen Kameraden zu beachten. Er hatte lange geschwankt, ob er mitthun sollte ooer nicht. Er mußte arbeiten. Sein bisheriger Arbeitskamerad hatte recht gehabt. Bald standen die Knappen bereit, einzufahren. Jochem hatte die Grubenlampe in der Hand. Er war nur sehr leicht angezogen, denn er hatte m der fünften Sohle zu hauen und da war es gewaltig heiß. Jetzt stand er und fror. Endlich kam auch der Stei--ger und langsam begann der Korb m die Tiefe zu sinken. Jochem war es gar eigenartig um's Herz. Zum Theil war er froh, tonn seme Frau, seine liebe Kätbe hatte ihm, als er gestern von der Schicht hereinkam, zwar mit mattem, aber glückseligen Lächeln einen kräftigen Buben entgegengehalten und da stand es bei dem Manne fest, er mußte einfahren. Streiken konnte und durfte er seiner Familie halber nicht, denn darben sollten die Würmer und namentlich sie, die beste aller Frauen, um keinen Preis. Er war kein Feigling, aber wenn er nun daran dachte, daß lhn ic:ne Kameraden verachten und ihm gar hie und da einige feste Rippenstöße versetzen wollten, so hatte er gerade keine angenehmen Tage vor sich. Er dachte noch über vieles nach, als der Steiger ihn aufrief und erfuhr, daß er in dem vierten Flöz zu arbeiten habe. Endlich hielt der Korb und bald war er mit dem ibm fremden Lehrhaue? unterwegs. Alles lag noch unverändert da, wie es gestern verlassen worden war. Nach kurzer Wanderung war er an seinem Arbeitsplatze angekommen. Bald dröhnten die Wände von seinen Schlägen wieder und nur ab und zu hielt er im Hauen inne, wenn ihm bei der Arbeit und der hier unten Herrschenden Hitze der Schweiß in Strömen vom Leibe floß. Er arbeitete nur noch in einer leichten, leinenen Hose, alles andere hatte er achtlos weggeworfen. Schon zwei Wagen hatten beide gefüllt, als sie das Nahen von Pferdetritten und das Kollern von Rädern hörten. Jochem Tahl setzte sich auf einen Haufen von aus den Kohlen gelesener Steine, ihm und seinem LehrHauer lag dlutwenig daran, schlechte Arbeit zu leisten, sie legten keinen Werth darauf, daß ihnen der eine oder der andere Wagen genullt wurde. Während sie so einen Schluck Kaffee trinkend nebeneinander saßen und gegenseitig bekannt wurden, kam der Wagenzug langsam näher. Der Pferdejunge rief ihnen ein Glück auf" zu und spannte um. Lange wollte auch er sich nickt aufhalten, denn er mußte zurück in den Stall, wo die faulenzen den. dicken Gäule recht unruhig waren. Hajuho!" schrie der Junge, und der dicke schwere Grubengaul zog langsam die schwere Last von zwei Wagen davon. Die beiden Arbeiter sahen noch dem langsam am Ende des letzten Wagens angebrachten rothen Licht nach Hie und da tauchte in der Ferne dann ein weißes Grubenlicht auf, um wie ein in der Ferne schwebendes Glühwürmchen plötzlich wieder zu verschwinden. Schnell erhob sich jetzt Jochem und kräftig schlug e? mit der Spitzhacke in das schwarze Diamantengestein ein. Die Arbeit ging gut vonstatten: er befand sich inmitten eines guten Floz. Langsam drang er voran und Stunde auf Stunde verstrich. Es mochte schon Mittag sein, da tastete der Hauer mit kräftigen Schlägen gegen das Hangende. D-r Ton war aut, doch an einigen Stellen klang der Spitzhackenschlag scharf und schrill. Jochem kannte das und wuhte, daß hier ein sogenannter Sargdeckel hing. Er überlegte einen Augenblick und hieß dann den Lerhauer zurücktreten. Der Mann hatte die Weisung nicht sofort verstanden und ließ erst nach einiger Zeit die Arbeit ruhen Jochem Dahl dachte nicht daran, sei nen Platz eher zu verlassen, als bis der andere in Sicherheit war. Der Sargdeckel kvnnte ja noch Stunden da oben hängen, ebe er niederstürzte, aber er konnte auch jeden Augenblick niederkrachen, alles unter sich begrabend. Noch standen drei mit prächtigen Kob len gefüllte Wagen zur Abfahrt bereit. Sollen wir die da stehen lassen, bis der Junge mit den Pferden kommt?" fragte der Lehrhauer. Hm," machte Jochem und hob das Gruoenlicht hoch, um das funkelnde

schwarze Cdelgestein zu beleuchten, schade wär's drum, gib mal dort das Tauende her, dann mache ich es fest, und wir ziehen die Karren aus dem Gcfahrbereich heraus." Schnell ergriff Jochem das 'dargereichte Ende und sandte dann den Gehilfen fort, den Jungen mit den Pferden zu holen. Langsam verschwand das auf- und abwippende Grubenlicht des Mannes und nachdem Jochem das Tau befestigt hatte und sich aufrichtete, dachte je? an die frohen Gesichter und die glückstrahlenden Augen, die seine Kinder und seine geliebte Käthe machen würden, wenn er heimkommt. An die Belästigungen der Streikenden dachte er gar nicht. Zudem, was lag ihm daran,

ob sie ihn beschimpften? Ausschreitungen würden die Leute schon nicht begehen und Brot gaben sie ihm doch nicht genug, um mit seiner Familie att zu werden. Oder sollte er morgen dock nicht mit einfahren? Er war unschlüssig geworden, da er wollte noch weiter denken em Sausen, ein furchtbares Krachen Jochem hörte nichts mehr der Sarg deckel war für ihn em solcher im wahien Sinne des Wortes geworden. Es war nur noch kurze Zeit, die wenigen angefahrenen Bergleute mußten die Schachtgebäude bald wieder verlassen. Ebenso wie am Morgen standen Hunderte von feiernden Arbeitern in Gruppen zusammen. Man wollte die Streikbrecher erwarten und sie durch Zureden oder durch Spott von der Arbeit abwendig zu machen suchen. Da, was war das? Kiek cens, Hinnrich, dat is doch der lange Jens unne der Franzen?" ?,o och!" Wenn der kommt, dann ist was nicht richtig da drinnen." He?" fragten viele Stimmen die beiden eilig Daherschreitenden. Allgemeine Spannung lag auf allen Gesicht tern. Die Bahre," gab der Lange kurz zur Antwort. Die Bahre," ging es im Flüstertöne von Mund zu Mund, und auf den Gesichtern aller malte sich eine ängstliche Spannung ab. Sie wußten alle, was es bedeutete. Alle kannten den Ernst der Sache. War da em Kamerad für ewig stumm geworden? War er Krüppel für's Leben? Wie mit einem Zaubcrschlage waren alle Gespräche für einen Moment verstummt, der Streik fernen vergessen zu sein. Erst als die vielen Hunderte von Leuten durch die Gitter den Zechenarzt mit dem Direktor über den Platz schreiten sahen, die beide sehr ernste Gcsichter machten, da begann ein Gemurmel, ein Fragen und Austauschen von Ver mutbungen, bis die eben mit der Bahre zurückkehrenden Männer durch die scheu zurücktretenden Leute im Zechenkaufe verschwanden. Jetzt sammelten sich drinnen die eben ausgefahrenm Streikbrecher. Ein paar Gensdarmen fübricn sie hinaus. In der vordersten Reibe, dicht am Thore, stand der bisherigeKamerad und LehrHauer Jockems, der Fritz. An der Hand hatte er einen frischen, keck in die Welt auaenden -Knaben, der den Vatta" abholen wollte. Keiner der Draußenstehenden wollte einen. Streikbrecher fragen, nur die Gesichter der paar Leute betrachteten alle mit einec gewissen Spannung, denn sie hatten sich alle gemerkt, wer da heute früh eingefahren war. Bald war der Zug in der Ferne verschwunden. Fritz, der den Jungen an der Hand hielt, hatte beim Durchforschen der Gesichter das ihm bekannte von Jochem Tahl nicht gesehen und ein eigenartiges Zucken hatte den Jungen zu ihm aufiazauen lassen. Kommt Vatta bald," fragte ein wenig kleinlaut der Knabe. Da sahen die Draußenstehenden, wie eine Bahre, über die ein schwarzes Tuch gedeckt war, herausgetragen wurde. Jochem Dahl." hatte Fritz Kolche nur leie geflüstert und von Mund zu Mund ging der Name des Daliegenden. Ein Streikbrecher " riefen halb laut einige junge Burschen, aber vor der Majestät des Todes verstummte bald alles und nach und nach entblößte sich Kopf nach Kops. Langsam trug man den Todten zum Thor an der Zeche heraus. Der Kamerad Jochems, Fritz, griff fester nach der Hand des Knaben, ihm standen beim Anblick des Todten die Thränen in den Augen. Leise nur hob er das Bahrtuch. Er hatte recht, da lagen die Reste seines halbzerschmetter ten Kameraden. Der Knabe blieb stumm, er konnte so recht noch nicht alles begreifen. Nur einige Augenblicke währte die allgemeine Ruhe, da ver ständigten sich die ganz vorne stehenden Bergleute. Vier hoben die Bahre auf und trugen sie durch die in der Gasse Spalier bildenden Leute. Jochems Aroitskamerad griff fest die Hand des Knaben und schritt hin ter dem Todten daher. In endlosem Zuge stumm, still und in sich gekehrt, folgten die Hunderte von Bergleuten Ein einfacher, aber imposanter Trauerzug. Stumm standen die wenigen Schutzleute zur Seite und grüßten ebenso stumm den vorubergetragencn Tid ten. Beramannsloos." sagte leise der eine Beamte zu seinem Kollegen Äer andere nickte. Hier brauchten sie keine Ruhe zu stiften. Und für die langsam Dahinschrei tenen hieß es: -5ch hatt' einen Kameraden!"

Europäische Nachrichten.

Ircie Städte. Hamburg. Werkführer Wilken, der seit 41 Jahren in einem großen Geschäfte in der Ferdinandstrahe thätig war und sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, sprang aus unbekannten Gründen aus dem Fenster seiner im dritten Stock auf den Roboisen belegenen Wohnung auf die Straße und war sofort todt. Nachbarn wollen gesehen haben, daß er, am Fenster stehend, mit seiner Frau gerungen hat. Er soll dabei gerufen haben: Ich will als ehrlicher Mensch sterben!" Todt aufgefunden wurde der Schiffer Rittkau bei der Elhbrücke. Rittkau hat wahrscheinlich an Bord seines Fahrzeuges gehen wollen, ist dabei ausgeglitten und in's Wasser gestürzt. Die Leiche fand Aufnahme im Hafenkrankenhause. Ein Bahnwärter fand auf der Strecke der Verbindungsbahn bei der Lombardsbrücke den Leichnam eines 12jährigen Knaben. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um den Schüler Adolf Röhrs aus der Wohldorferstraße, der ein schlechtes Zeugniß erhalten und aus Furcht vor Strafe den Tod auf den Schienen gesucht hatte. Der in der Nicolaistraße 2, 3. Etage wohnende Arbeiter Wilhelm Fesse wollte, ehe er zur Arbeit qing, nach dem Wetter sehen und öffnete zu diesem Zwecke ein Fenster. Ter Mann beugte sich bei dieser Gelegenheit zu weit über, verlor das Gleichgewicht und stürzte m die Tiefe. Sein 25jähriges Amtjubiläum feierte der Kastellan bei der Baudeputation, Abtheilung für Strom- und Hafenbau. Joseph Meier. Dem Jubilar wurde durch Wasserbaudirektor Geheimen Baurath Bubendey ein Portugalöser überreicht. Bremen. Ueber den an der Wittwe Iahn begangenen Mord schwebt noch immer ein geheimnißvolles Dunkel. Der Mörder ist trotz der eifrigsten Nachforschungen noch nicht ermittelt. Die Criminalpolizei sieht sich daher veranlaßt, auf die Ergreifung des Thäters eme Belohnung von tausend Mark auszusetzen. Schweiz. Bern. Ein junger Mann, Namens Bernhouser, der Abends mit seiner Frau im Wirthshaus saß, erhob sich ruhig und ohne ein Wort zu sagen vom Ftuhle, ging hinaus auf den Abort und erschoß sich. Seine Frau ist vor Schreck wahnsinnig geworden. Buchs. Kürzlich wurde hier der Bärenwirth Veieler todt aufgefunden. Die Frau und der 21jährige Sohn des Verstorbenen befinden sich in Haft, unter der Anklage, Beieler erschlagen zu haben. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß der Tod mcht durch Unfall kingetreten sein kann, sondern daß Lerlehungen vorliegen, welche der inhaftirte Söhn dem Verstorbenen anlätzlich eines Familien streites beigebracht hat.- Frau Beieler, deren Unschuld sich herausgestellt hat, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. G a l t e r n. Ein Hundertfchweizer, vielleicht der letzte dieser im Jahre 1830 aufgelösten Leibgarde der französischen Könige, ist in der Person des Herrn Zehren hier gestorben. Die Cent Suisses" wurden von Ludwig XI. ins Leben gerufen. Die Truppe zählte, als sie 1830 aufgelöst wurde, 3?3 Mann, meist Angehörige des Cantons Freiburg. L e P o n t. Ein 14jähriges Mädchen, Louise Rochat. das sich auf den Schlittschuhen in die Schule begeben wollte, brach auf dem noch zu dünnen Eise des Jouxsees ein und ertrank. Das arme Kind konnte dem Wasser entrissen werden, doch zu spät. L u z e r n. Es brannte in Alterswil das Wohnhaus des Landwirths Schuhmacher bis auf den Grund nieder. Niederwald. Der hiesige Bürgermeister Seiler besichtigte einen im Bau befindlichen Straßenzug, wobei ihm die Arbeiter eingefrorene Dyna mitpatronen zeigten. Seiler nahm eine solche und steckte sie in die Tasche, wie das die Leute oft thun, um die Patronen aufzuthauen. Bald darauf hatte Seiler das Unglück, zu stürzen. In demselben Moment erfolgte eine furchtbare Explosion, und der arme Mann wurde förmlich in Stücke gerissen. Auch zwei Arbeiter wurden verletzt. S o l o t h u r n. Vor einiger Zeit starb hier die älteste Bewohnerin, Katharina Gsiqer. aeb. Schmidt, gebürtig von Flumenthal, heimathberechtigt auf yauenstem, bekannt unter dem Namen Raketendruckli", und in früherer Zeit viel aufgesucht von solchen, die von Neugierde über ihr zukünftiges Geschick geplagt wurden, zumal auch von so! chen, die um ihre Schätze und Liebha ber besorgt waren. Im Oktober v. I. hatte sie ihr 92. Lebensjahr zuruckge leat. Hesterreich-Wngartt. Wien. Im städtischen Versorgungshause in Lainz ist die Volkssängerin Josefine Schmer, eine geborene Schottenfelderin, im Alter von 63 Jahren plötzlich gestorben. Kürzlich waren es volle 60 Jahre, seitdem der nun im 91. Lebensjahre stehende noch aktive Leibkammerdiener des Kaisers und erzherzoglich österreichische Herold Josef Hornung in den kaiserlichen Dienst trat. Seit dem Regierungsantritt des Kaisers bekleidet derselbe die

Stelle eines Leibkammerdieners des Monarchen. In der städtischen Patronatskirche zu St. Florian im nahen Matzleinsdorf fand die goldene Hochzeitsfcier des Ehepaares Franz und Theresia Beza statt. Die greisen Leute der Mann ist 86, die Frau 72 Jahre alt beziehen eine Armenpfründe. Graz. UniversitätSprofeffor 3$t Wilhelm Gurlitt. ein hervorragender Archäologe. ist. 61 Jahre alt, gestorben. Er war ein Sohn des Malers Ludwig Gurlitt. des bekannten Jugendfreundes Hebbels. F r i e d b e r g. Kürzlich wurde hier der 8?jährige Altbürgcr Lorenz Sechter, der jüngste Bruder des im Jahre 1867 in Wien verstorbenen Hoforganisten, Tondichters und Musikgelehrten Simon Sechter. unter großer Betheiligung aller Bevölkerungskreise zu Grabe getragen. L e m be r g. Der bekannte polnifche Bildhauer Thaddaus Baroncz ist gestorben. Zu dessen besten Werken ge-

hört die Statue Kosciuszkoö, die sich auf der Hauptprornsnade in Lemberg befindet. ' M e r a n. Auf Berghof in der Gemeinde Riffian bei Meran starb der älteste Mann Tirols. Jakob Pichler, genannt der Högger Jackele, in Folge von Grippe. Er hat ein Alter von 104 Jahren und 7 Monaten erreicht. Er war geistig noch rüstig; die letzten zwei Jahre brachte er aber im Bett zu. Reichenberg. In ihrer Wohnung wurde die 30 Jahre alte Marie Divok todt aufgefunden. Die Gerichtsärzte stellten fest, daß der Tod durch Erdrosselung eingetreten war, und die obwaltenden Umstände ließen auf. einen Raubmord schließen. T e p l i tz. Dieser Tage verstarb hier der Fabrikbesitzer und Seniorchef der Firma A. & R. Mitscherlich, Herr Robert Mitscherlich, im Alter von 75 Jahren. Wies. Im hiesigen Bahnhofe wurde tat 24 Jahre alte Bahnbedienstete Johann Stradal von einer Rangicrlokomotive überfahren und sofort getödtet. Luxemburg. Luxemburg. Kürzlich trug man den städtischen Polizisten I. P. Meyer zu Grabe, der im frühen Alter von 31 Jahren den Seinen entrissen wurde. Dommeldingen. Hier wurde der neue Hochofen dem Betrieb übergeben. Als Taufpathen figurirten Herr Direktor Bian und Frau Norbert Legailais von Dommeldingen. Grevenmacher. Herr Fr. Dieudonne - Campill aus Luxemburg ist vor seiner hiesigen elterlichen Wohnung von einem Domino niedergeschlagen worden. Der Thäter ist in der Person eines Tagelöhners Steffen Niko las in Haft genommen worden. N ö r tz i n a e n. Hier schoß sich der 27jährige 5dlecht Joh. Frischknecht zwei Revolverkugeln in die Herzgegend. Der Zustand des Verwundeten ist sehr gefährlich. Mannheim. Der 54 Jahre alte ledige Installateur Karl Achilles von Groß-Döhren, wohnhaft M 2, 4. ließ sich am diesseitigen Eingang der Rheinbrücke aus noch unbekannter Ursache von einem Schnellzug überfahren, wobei ihm der Kopf vom Rumpfe ge trennt wurde. Die ersten Schiffspanzerungen. Tim Hinblick auf die lebhaften Erör tcrungen über Panzerschiffe, Panzerunaen und Kanoner. cnnnen ein französisches Blatt an einen Artikel des Journal de Savants" aus dem Jahre 1816, der von den ersten Panzerschiffen handelt, und der zeigt, welch weiten Weg die Technik von den ersten schüchternen Versuchen bis zu den heu tigen Riesenpanzern zurückgelegt hat. Es heißt da: Die jetzt in England gebauten Dampfschiffe haben verschiedene Größen. je nach dem Zweck, dem sie dienen sollen. Auf dem Clyde in Schottland gibt es Schiffe bis zu 90 englischen Fuß, deren Räder von einer Kraft bewegt werden, die diel größer als die von 30 Pferden ist! . . . Aber die Ame nkaner haben diese wunderbare Erfindung nicht nur auf Transportschiffe angewandt; sie haben daraus ein Instrument Lur Vertheidigung und eine Kriegsmaschine gemacht. Eine ihrer Fregatten tragt 32 Kanonen, ihr Deck ist bombenfest, und ihre Wände sind fünf Fuß dick, so daß das Innere vor jedem Schaden geschützt ist. Eine ande re, noch erstaunlichere Dampffregatte wurde im vorigen Jahre in New Dork vom Stapel gelassen, sie ist 300 englische Fuß lang, 200 Fuß breit und hat 13 Fuß dicke Wände aus eichenen Voh len und Korkholz; sie trägt 84 Kanonen. Um ehren Feind abzuschrecken, der trotzdem das Entern versuchen sollte, kann sie in einer Minute hundert Gallonen kochenden Wassers an den Seiten entleeren; mit Hilfe desselben Mechanismus läßt sie vor ihren Stückpforten 300 Säbel vollkommen regelmäßig sich bewegen, und viermal in der Minute schleudert sie mit unglaublicher Kraft ebenso viele spitze, lange Piken nach außen, die wieder ins Innere zurücktreten, um von neuem hervorzukommen. Welche menschliche Kraft könnte eine solche Maschine besiegen? Sie ist das Meisterwerk der Mechanik, der Gipfel der Kunst und um so bewundernswerther, als sie unüberwindlich in der Vertheidigung ist."

Ayres Bulletin Spitzen-Gardinen

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