Indiana Tribüne, Volume 28, Number 210, Indianapolis, Marion County, 27 April 1905 — Page 4

Jndtana Tribüne. 97 April 1905.

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Jndiana Tribüne. HnaukgtAcdrn von der utebrg Gs. Indianapolis, Ind. Harrtz C. Thnvium Präsident. eschaftslocal: 5to. 31 Süd Delaware Straße. TELBPHONE 69. f.rtered at the Post Office oi Indianapolis as second dass matter.

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Krievliches Vordringen. Es find jetzt zwanzig Jahre seit der Theilung Afrikas unter die europäischen Großmächte verfloffen, und Rückblicke auf die Leistungen jeder einzelnen von ihnen haben eine Berechtigung. Stanley verwies zur Zeit der Berliner Kongokonferenz schon auf die Nothwendigkeit. den Erdtheil durch Eisenbahnen zu erschließen, und hat im Laufe der Jahre recht behalten. Die gründlichste Verkehr-politik hat bisher der Kongostaat betrieben; unablässig sucht er sein Netz von Schiffahrtsstraßen nebst Zufuhrbahnen, von Telegraphen und Straßen, zu erweitern. Eine große Erpedition von Staats wegen und mit Vertretern der Finanz und der Induftrie wird demnächst ausreisen, um auf einer Rufe von mindestens ändert halb Jahren die Berkehrsfragen zusammenhängend zu prüfenn. Das Beispiel verdient Nachahmung bei den anderen Kolonialmächten, von denen zur Zeit Frankreich am rührigsten vorgeht, nachdem es in den letzten Jahren für Deutschland und England auch bei der militärischen Arbeit der Hecht im Karpfenteich Weft-Sudan gewesen ist. Am langsamsten ist Teutschland vorgegangen, dank der Unkundigkeit seiner Reichsboten, von denen noch keiner den Fuß auf deutschen Kolonialboden gesetzt hat, wogegen die franzöfische Kammer jetzt in der Lage ist, sich alljährlich über das Kolonial-Budget von dem einen oder dem anderen Mitgliede berichten zu lasten, das die Kolonien aus eigenea Anschauung kennt. Jetzt allerdingö hat auch das Deutsche Reich fich auf einige Bahnbauten eingelaffen und nach den anderen afrikanischen Kolonien soll demnächst auch Kamerun an die Reihe kommen. Wie die ErschließungSfragen in anderen Ländern aufgefaßt werden, geht aus einem Aufsatze hervor, den A. Johnfton kürzlich im Journal of the African Society" veröffentlicht hat. Das Jahr 1904 wird in der afrikanischen Geschichte", schreibt er, Hauptsächlich durch drei Dinge bemerken? werth sein: den Abschluß des englischfranzösischen Abkommens, die weite Ausbreitung der Bewegung für den Baumwollenbau und den bedeutenden Zustrom von europäischen Ansiedlern in tropische Gegenden, die erst kürzlich für die Möglichkeit der Kolonistrung durch Weiße in Betracht gekommen find. Im Zusammenhang mit dem ersten dieser Ereignisse, und zwar mit besonderem Bezug aus Marokko, wurde der wohlklingende Satz von dem friedlichen Bordringen" volkSthümlich. ES giebt jedoch noch einen anderen, in Afrika bewährten Wahlspruch, der fich der Beachtung Derer aufdrängt, die die verhängnißvollen Bestrebungen ver meiden wolleu, mit denen die Anfänge der europäischen Colonifirung im dunk ten Erdtheil verknüpft find, und der lautet: Umsonst ist nichts, und für fünfzig Pfennig bekommt man nur Schund. Die Ereigniffe des abgelaufenen Jahres haben die Thatsache in den Vordergrund gerückt, daß die Ko ften für die friedliche und nutzbringende Entwicklung Afrika'S in erster Linie dem Eisenbahnbau gelten müßten. Ob daS Ziel nun friedliches Vorrücken oder die ihm voranzusetzende militärische Unternehmung ist, Förderung deS Han delS oder Einheit der Verwaltung, die Eisenbahnen und schiftbaren Wasser firaßen find nothwendiger als je in dem gegenwärtigen kritischen Stadium dee Entwicklung Afrika'S. Diejenigen Mächte, die am meisten Geld für nutz bringende Anlagen ausgegeben haben, beginnen schon die Früchte ihrer Aus saat zu ernten. Der systematische Bahnbau in Algerien und besten südwestlichen Grenzlän dern ist der Grundstein und die Haupt stütze für Frankreich'S Ansprüche in Marocco. Eine in ähnlicher Richtung weise verfolgte Politik wird Frankreich die Vorherrschaft in Afrika sichern. Auf der Oftseite deS ContinentS führt eine solche Politik zur Befestigung der britischen Herrschaft, wobei nur eine kleine Lücke in der Verbindung vom Eap nach Eairo bleibt; sie hat anderer

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Diese beiden Personen stehen im Mittelpunkt des Interesses welches die wirren in der Eqnitable kife Assurance Co. hervorgerufen haben.

seitS die gesunden Hochlande für die Beftedelung Mittelafrika's durch Europüer geöffnet." Dieser letztere Hinweis kommt auch für unS zur rechten Zeit, da die Reichsregierung gleichlaufend mit der britischen. der hauptsächlich Uganda vorschwebt, die Besiedlung der Hochländer von Deutsch-Ostafrika langsam vorbe reitet. Der Verfasser geht dann zur Kritik gegenüber England und Deutschland wegen ihrer Pfennigfuchserpolitik im Somalilande und Deutsch-Südwest-afrika, die durch jüngere Nebenbuhler, wie das französische Somaliland und Britisch-Oftafrika einerseits und Rhodefia andererseits überholt worden find. Es berührt beinahe wehmüthig." fährt Herr Johnfton fort, wenn man bedenkt, daß eine rechtzeitige Ausgabe von 800.000 Pfund Sterling dem britischen Somalilande eine Eisenbahn von der Küste nach Harrar, eine Verdindung on der größten strategischen und geschäftlichen Wichtigkeit verschafft hätte, wodurch von vornherein 2 Mill. Pfund gespart worden wären, dadurch, daß der widerspenstige Mullah wirksam beruhigt worden wäre. Ferner wäre dadurch den britischen Somalihäfen ein guter Theil des abessinischen Han delS zugewandt worden, der nunmehr zum Vortheil des glücklichen NebenbuhlerS Dschibuti abgelenkt worden ist. Dieselbe Politik der Sparsamkeit und Verschleppung im Eisenbahnbau hat ganz ähnliche Ergebnisse in SüdweftAfrika gehabt, wo die Deutschen in ihrer militärischen Operation buch den Man gel eines schnellen und wirksamen Transportwesens schwer gehemmt wur den, wie eS für die Erhaltung einer starken mobilen Truppe im Herzen eines feindlichen Landes unentbehrlich ist, in einem Lande, dem fast alles fehlt, was eine europäifPe Armee erfordert, das jedoch, wenn einmal unter worfen, wohl gedeihen kann. Im vergangenen Jahre hat Deutschland 5 Million Pfd. St. für diesen lästigen kleinen Krieg" ausgegeben, und eö wird wohl noch zweimal soviel auszugeben haben, bevor der Krieg zu Ende ist. Hätte man vor einigen Jahren einen Theil dieser Summe für die von den Sachverständigen der Colonie vorgeschlagenen strategischen Eisenbahnen ausgegeben, so wäre der Aufstand wahrscheinlich im Keime erstickt worden. Der friedliche Einfluß der Eisenbah. nen macht fich in dreifacher Weise gel tend. Einmal werden entlegene Gegenden in denBereich der gesunden Oeffentlichkeit gebracht, die allein Strafen und ungerechten oder grausamen Handlungen von Weißen vorbeugen kann, die geeignet find, wilde Vergeltung der Eingeborenen hervorzurufen; fodann wird eine Nachfrage für einheimische Arbeit gegeben und lohnende Beschäf tigung eröffnet für junge Leute, deren überflüssiger Thatendrang von den Kriegs und Raubzügen auf nützliche Unternehmungen abgelenkt wird; endlich wird den unwissenden und fanati schen Stämmen besser als durch alle anderen Mittel die wirkliche Macht des weißm Mannes zur Anschauung ge bracht. Einen auffälligen Beleg für

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diese Art des friedlichen Vordringens gibt der neue Bahnbau durch den Süden der OrazerL andschaft im algerischen Hinterlands. Im vergangenen Jahre fiud die wilden Tuaregnomaden in die ser Gegend in friedliche Händler und Bauern verwandelt worden, nachdem fie am eigenen Leibe erkannt hatten, daß das Kriegslebe.l sich nicht mehr lohnt. Nunmehr werden Kolonien von Iranzosen, Spaniern, Juden und levantiNischen Griechen gebildet, die fich in dieser einst verödeten Gegend als Händler, Handwerker und Bauern niederlassen. Die internationale Bewegung für den Baumwollbau in Afrika, dessen praktische Anfäng mit dem Jahre 1904 einsetzen" hier sei eingeschaltet, daß fie in Tongo auf 1901 zurückreichen wird die Ausdehnung des Eisenbahnnetzeö besser als alles andere rechtfertigen und so daS Werk der friedlichen Entwicklnng vollenden, indem in Ge genden, wo die Slavcrei noch fortglimmt, eine Nachfrage nach lohnender Arbeit entsteht. DieS trifft insbesondere für den Sudan zu, dieses prächtige Baumwollfeld der Zukunft, das fich mit Unterbrechungen vom senegalischen Binnenland über daS obere und mitt lere Gebiet deS Nigers erstreckt und die äußersten Grenzen des ägyptischen Eisennetzes erreicht, das gegenwärtig nach Osten gegen Suakin am Rothen Meer ausgedehnt wird. Von diesen künftigen Baumwollländern müssen manche so lange brach liegen, bis fie durch die Eisenbahn mit der See verbunden find. Anderwärts haben die Eingeborenen schon viel gethan, trotz allen TransPortschwierigkeiten, und wenn diese ein mal überwunden find, wird fich eine ftaunenöwerthe Thätigkeit entwickeln. Ich brauche nur auf die einsame Stadt Kano in Nordnigerien hinzuweisen. Diese alte, von Maueru umgebene Stadt ist der geschäftliche Mittelpunkt eines fruchtbaren Landstrichs von mehreren Hunderttaufen Quadratkilome kern, in welchem große Mengen Vorzug licher Baumwolle angebaut werden können. Diese Behauptung bedarf keines Be weises, da die betriebsame Bevölkerung dieser Gegend von jeher genug Baum wolle erzeugt hat, um ihren eigenen Bedarf zu decken und jährlich eine gewisse Menge davon über den altm Karawanenweg durch die Sahara nach Tripolis versandt hat. ES liegt jedoch auf der Hand, daß diese urwüchsigen Transportmittel einer Ausdehnung des Baumwollbaues hinderlich find. ES bedarf indes, um dieses reiche Baum wollland mit Lancanshire in unmittelbaren Dampfverkehr zu bringen, nur einer Schmalspurbahn von etwa 300 Kilometer von Kano nach Sungeru und den schiffbaren Theit des Kadu nag, eines Nebenflusses des Nigers, der dann zur See führt." Was der Verfasser von den BaumWollgelegenheiten im nigerischen Hinterlande aufführt, gilt auch für weite Strecken des sudanischen Hinterlandes Kameruns. Die zu diesen Landschaf, ten führende Eisenbahn wird außerdem da fruchtbare, dichte Urwaldgebiet er schließen, daS das Vordringen nach

Henrh C. Frick.

dem Hinterlrnde verhindert, bedeutendere Mengen Palmöl, Palmkerne, Kautschuk und anderer natürlicher Er. Zeugnisse deS Urwaldes an die Küste schaffen, als gegenwärtig möglich ist, und Tausende von Eingeborenen von dem schweren Trägerdienft frei und für die land und forftwirthschaftliche Thätigkeit verfügbar machen. (Köln. Ztg.) Tcr Sottcntektcn-eldzns in Tcu:sch-üdwcst.fr:5a scheint jetzt in ein ähnliches Stadium gelangt zu sein wie der Hcrero-Feldzug nach dem Kampf am Waterberg: Der Guerillakrieg und damit der schwerste Theil der riegarbeit gegen die Hörtentotten beginnt. Wie lange dieser Kleinkrieg sich hinziehen wird, hängt davon ab, ob es den Majors Meister und v. Estorff gelingt, in steter Füh!ung miteinander im Süden der Kolonie zu operiren. Einstweilen ist das noch unwahrscheinlich: Meister hat wcgen Geländeschwierigkeiten und unerträglicher Wasscrnoth nach seinen schönen Erfolgen am großen Auob auf Stamprietfontein sich rückwärts konzentriren müssen, und für die Bescitigung dieser Schwierigkeiten besteht noch nicht die mindeste Aussicht. Estorff, der jetzt von Gobabisaus nach Süden marschirt, um sich mit Meister zu vereinigen, wird voraussichtlich ebenso wenig wie Meister weiter nach Süden vorstoßen oder sich dauernd dort halten kennen. Gelänge es beiden, nach Süden vorzurücken, so würden sie die Hottentotten in den Südostzipfe! der Kolonie drängen können; Witboi und seine Verbündeten wären damit ihres wichtigsten taktischen Hilfsmittels, des Bandenkampfes, beraubt und müßten sich wohl oder übel zum Entscheidungskampfe stellen. Dessen Ausgang aber wäre nicht zweifelhaft. Einstweilen ist freilich, wie schon erwäbnt, wenig Aussicht vorhanden, daß Meister und Estorff in die Lage kommen, die Schwierigkeiten des weiteren planmäßigen Vordringens nach Süden zu bewältigen, und so wird denn wohl in den nächsten Wochen und Monaten ein beschwerlicher und blutiger Guerillakrieg sich entwickeln. Einen Vorgeschmack davon geben die jüngsten Kämpfe im Süden der Kolonie. Die Kämpfe bei Nurudas, dem inmitten der Großen Karasberge belegenen Kriegslager zeigen, wie blutig derartige Einzelgefechte in jenem wildzerklüfteten Berglande verlaufen. Der Feind hat, nach der Meldung Trothas. eine Menge Vieh verloren' nichtsdestoweniger scheint seine von der natürlichen Lage des KampfschauPlatzes begünstigte Widerstandskraft keineswegs gebrochen. Je mehr Opfer aber die Kämpfe in denKarasbergen kosten, um so mehr werden die Hottentotten in ihrei Kamvfeseifer bestärkt werden, um so langer wird der Feldzug sich hinziehen. In Lüttich wird anläßlich der Ausstellung vom 8. bis 12. August der 4. internationale Kongreß zus Schutze verwahrloster Kinder und entlassener Gefangener tagen. Der Kommerzienrath Berolzheimer in Nürnberg und ferne in Amerika lebenden Söhne stifteten 300.000 Mark für ein in Nürnberg zu erbauendes Volksbildungsheim. Selbstvewnjzt. Leutnant: Ich bitte um die Hand Ihrer Tochter sie kann ohne mich nicht leben!"

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