Indiana Tribüne, Volume 28, Number 210, Indianapolis, Marion County, 27 April 1905 — Page 1

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-v Erscheint feden Nachmittag. Jahrgang 28. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 27. April 1905. No. 210.

Zur Bekämpfung der Schwindsucht Nachrichten aus Jndiana.

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Znternrba-Wagen in Kollision. Shelbyville, 27. April. Ein südlich fahrender Wagen der Indianapolis & Cincinnati Traction Linie kollidirte gestern Abend mit einem auf einem Seitengekise stehenden Arbeitswagen. Eine Anzahl Leute wurde verletzt. Beide Waggons wurden demolirt. Henry Altman, Reisender für Baker & Thornton, Indianapolis, erlitt außer schweren Skalpmunden Quetschungen an der Brust und innerliche Verletzungen; Louis Fritz, Mo torrnann, Indianapolis, erlitt Quetschungen an Brust und Beinen; William ErnSlinger, Blue Ridge, Ind., S!alpwunde und gequetschtes Bein; Joseph Henderson, Shelbyville, gequetschte Schulter und verrenkte Finger. Mehrere andere Paffagiere wurden leicht verletzt. Von 15 Frauen, die sich in dem Wagen befanden,wurde keine schwer verletzt. Alle Paffagiere wurden von ihren Sitzen geworfen. Oltman und die anderes: drei Verletzten, waren unter den Trümmern der Waggons begraben. DaS Unglück scheint dadurch herbeigeführt zu sein, daß Trivit, ein Gehülfe auf dem ArbeitSzuge, die Weiche geöffnet ließ. Polizeiliches.

Die neulich verhafteten Mitglieder des literarischen ClubS an der Jndiana Ave., wurden im Polizei gerichte mit je $10 nebft Kosten bestraft. Michael WellS, der Bankhalter, wurde mit 859 nebst Kosten bedacht. Der Richter war augenscheinlich der Ansicht, daß die Neger, Mörteltrüger, Stallknechte usw.. mehr mit dem Studium des Karten- und Würfelspieles, wie mit Shakespeare sich beschäftigt hatten. Edward Sheeran aus Bri. ftol, Conn., wurde durch den Polizisten Arndell verhaftet, weil er einem Freunde daö zur Herstellung einer Cigarette no thige Papier gab. Ein N e g e r , der sich beim Hause der Frau Geo. B.DaviS, No. 320 Nord Eaft-Straße in verdächtiger Weise zu schaffen machte, steht im Verdachte, dort einen Teppich sich angeeignet zu haben. John Mills von No. 124 Nord Arlington'Avenue wurde um mehrere neue Anzüge beftohlen. Q. E. McCall. No. 2716 Qft Washington Straße wohnhaft, meldete, daß seiner Wohnung durch Einbrecher ein Besuch abgestattet wurde. Da aber keine Werthgegenftände ver mißt werden, nimmt man an, daß die ungebetenen Gäste verscheucht wurden. I a m e S D r a k e, der vor Kurzem in Qft St. Louis verhaftet und unter Verdacht, die Poftoffice in Shoals, Ind., beraubt zu haben, gehalten wurde, ist gestern nach Indianapolis gebracht und hier dem Gefängniß über geben worden. I a S. WadSworth, ein Stra ßenbahn.Conducteur, No. 1205 Oft 10. Straße wohnhaft, und John Uhl, ein Schanttellner, von No. 46 Süd Capitol-Avenue. wurden wegen Schie ßenS innerhalb der Stadtgrenzen ver haftet. rw . . rr ... i. tt ! mJL17Lm aus die Anklage des Kleindiebftahls zu verantworten haben. Er ist beschul digt. Frau O. B. Jameson, No. 1024 Nord PennfylvaniaStraße, in deren Diensten er stand, eine Handtasche und einen Handkoffer gestohlen zu haben. Hilfe wurde abgelehnt. Sergeant Paulsell, der gestern vor Coroner Tutewiler seine Aussagen machte, sagt, daß er kurz vor 7 Uhr an der Masonic Halle vorüberging und daß er dort eine Anzahl ZeitungStrüger sah. Er fragte den die Aufsicht führenden Mann, ob er Hilfe nöthig habe und dieser lehnte dieselbe mit dem Bemerken ab, daß er genügend Leute von den Zeitungen habe. Paulsell ging dann langsam weiter östlich nach der Station. Polizist GunsoluZ machte ahnliche Aus sagen.

Ein netter Zenge. Gestand im Solde der Temprrenzler zn stehen.

Im Polizeigerichte wurde gestern Abend Ben Teal, ein Wirth, gegen den die Anklage das Nicholfon Gesetz übertreten zu haben, erhoben war. von einer Jury freigesprochen. Die Beweise er gaben, daß seinSchankkellner am Sonntage Bier, sowie auch eine Flasche Schnaps verkaufte. Der Ankläger legte cs den Geschworenen an's Herz, daß der Wirth dem Gesetze deS Staates nach für die That seines Angestellten verantwortlich sei. Eine amüsante Episode kam während der Verhandlung vor. Ter Anwalt des Wirthes brachte durch Kreuzverhör aus dem Zeugen heraus, daß er im Dienste der Temperenzler gestanden und daß er $3 pro Tag, sowie auch Bezahlung für das gekaufte Getränk erhalten. Er gestand weiter, daß er bereits verhaftet wurde und daß die Anklage auf welche die Verhaftung erfolgte, auf Führen eine's unmoralischen Hauses lautete. Als Bcweismaterial wurde auch die gekaufte Flasche Schnaps vorgeführt, aus welcher der Ankläger, sowie auch einzelne der Geschworenen zur Probe kosteten. Teal'S Anwalt machte die Geschworenen darauf aufmerksam, daß ein Spitzel ein so gemeinsr Mensch sei, daß man noch heute in den Schulen den ersten Spitzel als warnendes Beispiel hinstellt. Nach einer 10 Minuten langen Berathung wurde der Wahr. sprach abgegeben. Col. Eli Ritter der die Leute gedungen hatte, wohnte der Verhandlung bei. Wolle Freibrief ändern. Stadtraths-Comite und Bahnanwilte in Conferenz. Das StadtrathSComite für Contracte und Freibriefe trat gestern Abend mit dem Stadtanwalte und den Anwälten der Jndiana Southern Bahn und Ge schäftsleute und deren Anwälten in Berathung. Wahrscheinlich wird jdaS zwischi'. der Stadt und der Bahn getroffene Uebereinkommen der Behörde öffentlicher Arbeiten zurückgegeben werden. E. Logsdon. F. M. Dell und andere, sowie auch deren Anwalt, L. D. Hat), machten darauf aufmerksam, daß sich die Bahn verpflichtet, auf ihrer Strecke, die von Indianapolis bis Bloomfield ic pro Tonne pro Meile füe Kohlenfrachten zu berechnen, daß aber keine Stipulation in dem Ueber einkommen enthalten sei, welche die Frachten von Kohlenminen bis nach Bloomingdon feststelle, so daß eö der Bahn anheimgestellt sei, diese Raten nach Belieben zu bestimmen. Der Anwalt C. D. Hay sprach über die Klausel, welche eS der Bahn zur Pflicht macht, anderen Bahnen ihre Hochgeleise zur Verfügung zu stellen. f r l p m p . vr wuniq. olejer Berfuqung eme weitere Bestimmung angehängt zu sehen, welche seine Gesellschaft davor schützt, von anderen Bahnen durch all zugrotzen Berkeyr von lyren eigenen Geleisen verdrängt zu sehen. Da beide Tbeile eine Aendernna des Freibriefes I ' I Mm, wird ein Uebereinkommen wohl leicht zu erzielen scin. DoganSport, 27. April. Die Bewohner der Nachbarschaft deS Mount Hove FrieohofeS haben eine Unter suchung angestellt, um zu ergründen, wie weit dem Gerücht, daß um die MltternachtSftunde eine Frau in Schwarz fich nach dem Friedhofe be gebe, Glauben zu schenken sei. Die Figur geht bis zur Mitte des Kirch hofes und verschwindet im Dunkel. L a d o g a , 27. April. Der Pre diger W. T. Brooks reichte heute eine Aussage ein, in welcher er alle gegen ihn zeug:nden Nachrichten bezüglich der gemeldeten SchläMei widerlegt und dieselben als unwahr hinstellt. Er habe fich in keine Schlägerei eingelassen und Ashley d Brown'S Geschäft habe er nicht betreten, um Unannehmlichkeiten I zu machen.

Treten Aerzte

und Stadtbeamte in Berathung. Die für gestern Abend einberufene Versammlung, in welcher bezüglich der Behandlung schwindsüchtiger Patienten Beschlüsse gefaßt werden sollten, wurde unter Vorsitz von Dr. Reyer in der Office des MayorS abgehalten. Verschiedene dce anwesenden Aerzte hielten Ansprachen, welche alle darin übereinstimmten, daß unter die ärmeren Volksklaffen, denen Reinlichkeit. Licht und Luft mangeln, Schwindsucht am häufigsten auftritt und daß gerade in diesen ärmeren Familien die Anfteckungsgefahr eine größere ist. Dr. Keene, der städtische GefundheitSbeamte, zeigte die Stadtkarte des GesundbeitöamteS oor, auf welcher die verschiedenen Wohnungen, in welcher während deS ver floffenen Jahres Familien Mitglieder an der Schwindsucht starben, und er wies darauf hin, daß in den Distrikten, welche dicht bebaut und von den ärmeren Leuten bewohnt find, auch die meisten Schwindsuchtsfälle gemeldet wurden. Die große Mehrzahl der Sprecher des Abends beschränkte sich vorwiegend auf theoretische Abhandlungen, einzelne zum Ziele führende Vorschläge wurden vorgebracht. Dr. Courtney machte den Vorschlag. dem DiSpensariumSftabe einen Arzt beizufügen, der flch ausschließlich mit Schwindsuchtskranken beschäftige, ohne die Krankheit direkt zu behandeln. Die Pflicht deffelben solle hauptsächlich die sein, in Häusern, welche Schwindsüchtige beherbergen, auf Beachtung sanitärer Regeln usw. zu achten. Mayor Holtzman theilte die Kranken in zwei Klassen ein, die Heilbaren und die Unheilbaren und sprach seine Anficht dahin aus, daß keine unheilbaren Kranken in den verschiedenen Hospiülern aufgenommen werden sollten. diese seien ausschließlich zur Behandlung heilbarer Kranker bestimmt, seiner Anficht nach sollten alle unheilbaren Kranken, falls dieselben nicht im eigenen Heime behandelt werden könnten, nach dem Armenhause gesandt werden, dann könne man sich der heilbaren Schwind' süchtigen auch besser annehmen. Seiner Anficht nach solle daö County ein Inftitut für Schwindsüchtige erbauen, der Stadt fehle eS zu solchem Unternehmen an dem nöthigen Gelde. Er sprach sich auch in kurzen Worte .i über die erst kürzlich durch die Gesund. heitSbehörde gemachten Entdeckungen in den billigen Logirhäusern der Westeite aus, wo 1520 Leute in einem einzigen Zimmer Wohn- und Schlasquartiere gehabt hatten. Als bestes Mittel, in, ein Entstehen der Schwindsucht zu verhindern, betrachtet er die Reinlichkeit und diese solle mit Gewalt erzwungen werden, falls man dieselbe nicht auf andere Weise erzielen könne. Er schloß seine Rede mit den Worten: Wir wollen Reinlichkeit und ein Jeder, der fich derselben widersetzt, den sollte man zur Stadt hinausjagen." Eine zweite Versammlung, zu welcher Einladungen ausgesandt werden sollen, wird in Kürze einberufen werden. L a f a i) e t t e , 27. April. Auf die von Kaufleuten ausgegebenen War nungen hin, daß die Green Trading Stamp Co. wegen finanzieller Zwiftig leiten ihr Waarenlager nach einer an deren Stadt hin zu verlege gedenke, erschienen im Geschäfte derselben etwa hundert Männer, Frauen und Kinder, die fich die im Geschäfte ausgestellten Waaren aneigneten. Viele der Sachen wurden durch die besorgten Besitzer der Trading StampS zerbrochen und be schädigt und innerhalb einer halben Stunde war das vorher mit Waaren gefüllte Lager fast völlig leergeschleppt. P e t e r S b u r g, 26. April. John Adel, ein 15 Jahre alter Knabe aus Blackburn, einem kleinen Flecken, drei Meilen nördlich von dieser Stadt, wurde gestern, als er auf einen Zug zu springen versuchte, sofort getödtet. Der Knabe fiel zwischen die Waggons und sein Kopf wurde in fürchterlicher

j Weise zermalmt.

Genußreicher Mnsttabcnd Das Schluß-onzert des Deutschen Club und ZNusik-Vereins.

Vorzügliche Darbietungen erfreuen die Besucher. Der große Konzertsaa! döS Deutschen HauseS war gestern Abend bis zum letzten Platze gefüllt, galt eS doch, dem Schluß Konzert der Saison beizuwohnen. Ein reichhaltiges und interessante? Programm war für das Konzert ge wählt worden. Zwar konnten einige der Programmnummern nicht zum Vortrag gelangen well Frau T. C. Whallon, welche die Solopartien darin übernommen hatte, verhindert war an mefend zu fein, aber das Programm bot so viel des Schönen, daß die Lücke durchaus nicht fühlbar war, und man erfreute fich umsomehr der herrlichen Volkslieder, welche der Musik-Verein so trefflich zu Gehör brachte. Ein ganz besonderes Interesse wurde der Orchester - Nummer Ouvertüre Leonore No. 3 von Beethoven entgegen gebracht. Dieses herrliche Musikstück, welches dem Componiften so wunderbar gelungen war, wurde in überraschend vortrefflicher Weise wiedergegeben. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir bemerken, daß es die beste Leistnng deS Orchesters in der vergangensn Saison war. Der rauschende Beifall des P'blikums dankte dem Dirigenten und fei nen Mufikern für den gewährten Genuß. Eine sehr tüchtige Leistung waren Recitation und Arie aus Königin von cuuu , uun qerril suruiue uiiuiu 5rvi . sv i-: ff - ft. w und dem Orchester vorgetragen. Herr Harrold war vorzüglich bei Stimme und daö Orchester in engster Fühlung mit ihm. Der Vortrag fand so enthu fiaftischen Beifall, daß Herr Harrold nicht umhin konnte, mit einer Drein gäbe zu danken. Der Damenchor zeichnete fich durch den Vortrag Die Sylphen " von Bachmann, begleitet vom Orchester, aus und erntete reiche, wohverdienten Bei fall. Besonders genußreich aber waren die vom Männerchor vorgetragenen Lieder Nachtzauber" von Storch und Am Brünnele" von Lindlar. Nachdem das Orchester die verlocken den Weifen der Strauß 'schen An der schönen blauen Donau" gespielt hatte, fand das genußreiche Eonzert mit dem Vortrag Harrald," von Krug Wald see, in welchem Herr Nell das Tenor Solo in gefälliger Weife zur vorzüg lichen Orchestermufik fang, feinen Abschluß. Nach dem Conzert fand ein fröh licher Tanz statt. Zivildienflprnfung abgehalten. Gestern wurden die Eivildienftprü fungen der App.likanten für Stellungen im neuen BundeSgebäude abgehalten. ES hatten fich für die Stelle bei Asfi ftenz-Coftodian. welche $1200 prVJahr zahlt, 21 Bewerber gemeldet; Janitor Posten mit $800 pro Jahr wünschten 14 Avvlikanten: für daö Amt eine Asfiftenz-EngenieurS, das $1000 Iah Sgehalt dringt, meldeten fich 8 Be Werber. Für den Posten eines Chch EngenieurS, der übrigens schon besetz ist, war nur ein einziger Applikant Die E:aminationSpapiere werden nach Washington gesandt, um dort nachge sehen zu werden. Jäher Tod. Wm. H. Wilson, 825 Süd Missouri Str., 65 Jahre alt, ist gestern einem Herzschlage erlegen. Am Mittag hatte er noch recht herzhaft gegessen und er schien auch sonst bei guter Gesundheit zu sein, und keine Anzeichen eineS UnwohlseinS wurden bemerkt, bis er Abends todt umsank. Wilson ist ein alter Veteran vom 1. Jndiana VolunteerR:giment.

L o g a n S p o r t, 26. April. Frau FranciS Emma Foy, wurde vor mehre ren Tagen durch einen Schafbock ge stoßen und so schwer verletzt, daß sie mehrere Stunden besinnungslos lag und später an innerer Verblutung starb.

N a s h v i l l e , 26. April. Einem großen Schäferhunde hat Willie Rein water sein Leben zu verdanken. Mit mehreren anderen Knaben ging er zum Fischen, fiel in's Wasser und wäre sicher ertrunken, da seine Geführten schreiend heim liefen und er nicht chwimmen konnte, wenn nicht der Hund hm zu Hülfe gekommen wäre. M u n c i e , 26. April. Die Ver Handlungen gegen Frau Jennie Rood, die angeklagt ist, Mordversuche gegen hren Gatten John K. Rood, gemacht zu haben, werden am nächsten Montag beginnen. Rood, ein alter Herr, der fich vom Geschäft zurückgezogen hat, heirathete Jennie Holdermann, eine junge Frau vor ca. einem Jahre. Er behauptet, daß sie verschiedentlich gedroht habe, ihn zu vergiften und als fie :ihm eines Morgens Pfannkuchen vorsetzte, die seinen Verdacht eiregten, ließ er dieselben vom Arzt untersuchen, der Gift in denselben gefunden haben will. Berhängnikvoller AnSgang Einer tollen Buggyfahrt. Zwei Frauen, die ihre Namen als Anna Schaefer und Anna Wrenn an gaben, rasten gestern Abend in einem Buggy die Massachusetts Ave. entlang. An der Ecke der Massachusetts Ave. und Eaft Str. überfuhren die wie toll daherjagenden Frauen, Frau Lillie M. Tuttle. 403 Oft St. Clair Str., die vom Pferde umgestoßen, so unglücklich fiel, daß ihr die Rüder über Brust und Unterleib hinweggingen. Sie wurde in schwer verletztem Zustande in ihre Wohnung gebracht. Die beiden Frauen wurden von ei nem unvekannten Manne m emem Automobile verfolgt und der Polizei überliefert. Beide wanderten in's Loch. Die Anklage lautet Schnellfahren und Trunkenheit. Behörde für öffentliche Werke. Eingereichte Petitionen. Für Wasserröhren in 19. Str., von Illinois zur Meridian Str. Für Wasserröhren in South Audu bon Road, von Univerfity Avenue und Circle Park zur Oak Ave. Für Adzugskanal in Randolph und Parkview Ave., von New Bork Str., zur 1. Alley nördlich von Washington Straße. Für Cement'Seitenwege in East Michigan, nördliche Seite, von Audu bon Roav zur Graham Str. Gutgeheißene Asseßment Listen. Für Backftein-Seitenwege in High land Avenue von Michigan Straße, westlich, zur Michigan Straße, östlich. Für Cement'Seitenwege in Wood lawn Avenue, von Hosbrook Str. zur Virginia Avenue. Vergebene Contrakte. Für Cement'Seitenwege, Curb und Backftein-Rtnnfteine in Roache Avenue, von Northwestern Avenue zum Canal, an Die merican onstructton ia.o. zu 1.63 per Fuß. Für Cement Seitenwege in Rail road Str., südliche Seite von Audubon Road zur Good Str., an C. M. Croß zu 75 Cents per Fuß. Für Cement'Seitenwege in Rem brandt Str., von Jndiana Avenue zur 18. Str., an die Indianapolis Con ftruction Co. zu 59 Cents per Fuß. Für Cement'Seitenwege und KieS Pflasterung in 25. Str., von Cornell Avenue zur Martindale Avenue, an F. M. Lackey zu $1.37 per Fuß. Für Cement'Seitenwege in Jndiana Avenue, von Montcalm Str., zur Sugar Grove Ave., an Marion Cald. well zu 72 Cents per Fnß.

Deutsches Theater. Ein köstlicher Schwank gelangt morgen zur Aufführung Durch die St. Louiser Truppe.

Die liebenswürdigen Eauseure Blu menthal und Kadelburg haben, was Vorwitz und Situationskomik anbe trifft, mit dem Schwank Hans Hucke dein, der Unglücksrabe, das Menschen möglichste geleistet. Von demMgen blicke an, wo der Vorhang aufgeht bis zum letzten Abschluß kommt der Zu schauer nicht auS dem Lachen heraus. Die Titelfigur des Stückes ist Mar tin Hallerftadt, der nach einigermaßen stürmisch verlebter Jugend die Tochter des Gutsbesitzers geheirathet hat. Er hat verhaltnißmäßig weniger tolle Streiche als seine Freunde gemacht, ge hört aber zu jenen Pechvögeln, von deneu Alles zu Tage kommt und an die große Glocke gehängt wird, daher hat man ihm den Namen Hans Huckebein, der Unglücksrabe, beigelegt. Sein Pech verfolgt ihn auch in seiner ungen Ehe. Um eine Entschuldigung ür seine Ausgänge ohne Gattin zu finden, schiebt er stets einen - Freund, einen jungen Russen Boris Mencky vor, der aber in Wirklichkeit gar nicht n der Stadt ist, sondern fich in Aegyp en aufhält. Beim Aufgehen des Vorhanges war et die junge Frau auf den Gatten, der um 6 Uhr früh endlich sein Erscheinen n Strümpfen mit Schuhen in der Hand macht. Er versucht die Uhr zu rückzuftellen, wird dabei überrascht und muß, so müde er ist, erst einer gehöri gen Gardinenpredigt Stand halten. Als er endlich fich zum Ausruhen in's Schlafzimmer verfügen will, kommen die Schwiegereltern plötzlich unange. meldet zum Besuch, und er kommt um den so nöthigen Schlaf. Seiner Frau gegenüber hat er als Entschuldigung angeführt, daß fie den Freund Boris Menky weggetrunken hätten, und die Gattin ist begierig, diesen Freund mal kennen zu lernen. Zu Hallerftüdt'S Unglück ist derselbe von seiner Reise zurückgekehrt' und er scheint plötzlich auf der Bildfläche. Seine Gattin erführt dadurch, daß er geschwindelt und der Barometer zeigt Sturm. Der Schwiegervater, der selbst gern mal über die Stränge schlügt, versucht die Sache wieder in's Geleise zu bringen und veranlaßt ihn mit den Damen eine Spazierfahrt zu machen uud ihnen Berlin zu zeigen. Um ein BiSchen schlafen zu können, führt er fie in den Kinematographen, da es dort so hübsch dunkel ist und er so schön ein kleines Nickchen machen kann, dort ereilt ihn das Verhüngniß. Von einer Reife nach England zurück' kehrend, hatte er einen Abstecher nach Oftende gemacht und dort ein junges Mädchen kennen gelernt, die ihm ein Rendezvous am Seeftrande giebt. Und dieses Rendezvous sehen Frau und Schwiegermutter im Kinematographm; denn die junge Dame war eine Ange stellte der Kinematographen-Gesellschaft, die bezahlt wurde, um Material für derartige GeneeBilder zu liefern. Um das Unglück voll zu machen, hat fich jene junge Dame inzwischen mit einem Kraftmenschen, Tobias Krack, verlobt, der jenes Bild auch sieht und nun die männliche Figur deS Bilde sucht, den armen Hallerftüdt in Angst und Schrecken versetzend. Aber auch der getreue Schwiegervater gerüth in heißes Wasser, er hat fich für feine Berliner Reisen einen Geschäft. freund zugelegt, der aber gar nicht exi ftirt. Auch er wird entdeckt und muß ein eheliche Gewitter über fich ergehen lassen. Geradezu köstlich find die Scenen zwischen Boris MenSky und Martha Wendel, einer Nichte des Schwieger vater Knauer. DaS ganze Stück verfügt über einen so gesunden und frischen Humor, daß eS ficher allseitig den größten Beifall nnden w?rd. Wer ein paar Stunden herzlich lachen will, der sollte die Vorstellung morgen Abend nicht versäumen.

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