Indiana Tribüne, Volume 28, Number 209, Indianapolis, Marion County, 26 April 1905 — Page 5

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n i rT inniTirnri Kül Jndiana Tribüne 2. April 1905.

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Eousinchcn aus der Provinz Humoreske von Frieda Laubsch. Es war prächtiges Winterwetter! Der Schnee glitzerte und funkelte wie tausend Brillanten. Alle Dächer und Zaunpfähle waren weiß überzuckert. Aus dem Fenster eines hohen Hauses im Westen Berlins schaute ein kleines, brünettes Gesicht mit lustig blitzenden Augen, die neugierig alles Erreichbare musterten. Lucie Förster war feit zwei Tagen in der Reichshauptstadt. Nicht etwa bloß zum Vergnügen! Ach. Gott bewahre! Da sollte man im Letteverein kochen lernen und bügeln und nähen und der Himmel weiß, was noch' alles, r.nb bei Tante Marie praktische Nachhilfestunden in eben den Fächern nehmen. Ach, Tantchen hob das kleine Fräulein plötzlich an und wandte sich von ihrem Beobachtungsposten zurück in's Zimmer, ist das prächtiges Wetter heute. Weißt Du, da muß ich doch auf die Eisbahn!" Ja, Kind, wird denn das gehen so ganz allein?" Die verwittwete Frau Kanzleirath Marie Neudorf war sicher in ihrer Jugend nicht allein auf die Eisbahn gegangen, smtemalen der Schlittschuhsport damals überhaupt für Damen eine ungehörige Sache war. Aber freilich, seitdem hat sich eben viel geändert. Aber natürlich. Tantchen," belehrte sie Lucie sehr wichtig, mich wird doch keiner wegkapern!" Na, na! Wer kann's wissen?" Tante Marie drohte lächelnd mit dem Finger. Hättest Du nur an Vetter Kurt geschrieben, der hätte Dich gut begleiten können." Hm, ja!" Lucie nagte an der Unterlippe. Hätt' er freilich gekonnt, aber schließlich... Vielleicht treffe ich ihn zufällig." Ja, das heißt. Du kennst ihn kaum, und er Dich nur vom Bilde." Ja, aber bestes Tantchen, ich brauche ihn ja auch gar nicht. Ich finde mich prachtvoll zurecht, und dann steht ja auch an jeder Ecke ein Schutzmann. Dann kann ich mir auch so schön die Menschen ansehen." Na, freilich! Und die Toiletten ftudiren. Na, mach' Dich fertig, Schmeichelkatze, sonst bist Du zum Mittagessen nicht wieder hier." Lucie ließ sich das nicht zweimal sagen und stand bald in Gala vor der Tante, die sie liebevoll musterte. Hm, hübsch siehst Du schon aus, kleiner Racker! Also viel Vergnügen!" Tante Marie lehnte sich in den Stuhl zurück und drohte txrn Nichtchen, das in der Thür noch eine tiefe, gravitätische Verbeugung machte und dann über die Schulter ein paar KußHändchen warf, mit komischem Ernst, 's war doch ein liebes, frisches Ding, dem man nicht böse sein konnte. Im knappen, grünen Tuchkostüm, die kecke, kurze Jacke mit Biber verbrämt, die kleine Mütze schief auf dem Ohr, die Schlittschuhe am Arm, hm, einfach schneidig, Fräulein Lucie Förster! Sie mußte es sich wirklich selber sagen, wenn sie so an den großen Spiegelscheiben der Schaufenster vorüberstrich. Und so ganz allein hier aus dem Weg zur Eisbahn, ganz großartig kam sie sich vor. Nur ja keine Aengstlichkeit zeigen und die Provinzlerin verrathen. Wozu auch immer der ewige Vetter, mit dem sie von Kindesbeinen an zusammengethan wurde! Sie hatte ihn nur ein einziges Mal gesehen vor na, wie lange war's denn her? Vier, nein fünf Jahre. Damals war sie gerade erst eingesegnet worden. Er hatte sie auf den Bahnhof bestellt, da er eine Viertelstunde Aufenthalt hatte. Auf jedem Bahnsteig lief ein Zug ein. Naturlich wartete man auf den falschen, da er keinerlei Richtung seiner Fahrt angegeben hatte. Ein halbes Dutzend fremde Herren hatte man die Mama war natürlich mit zum Schutz des Töchterchens theils angesprochen, theils stark fixirt. Endlich im letzten Augenblick, als der Zug sich bereits in Bewegung gesetzt hatte, erschien der Vetter. Im hellchokoladefarbenen Ueberzieher, mit rother Krawatte, krebsrothem Gesicht, auf der Oberlippe ein fahlblondes, noch sehr mangelhaft entwickeltes Bärtchen, schön sah er nicht aus. Später hatte er ihr dann zum Geburtstag immer Bücher geschenkt, bis es ihm plötzlich einmal einfiel, daß sich das für einen Buchhändler nicht schickte. O, sie hatte gar keine Sehnsucht nach ihm, und überdies am Nachmittag würde sie ihn ja doch bei Vetter Adolf kennen lernen. War das ein lebhaftes Gewimmel auf der Eisbahn! Lauter schöne, schlanke Gestalten. Offiziere mit ihren Damen in langer Kette. Hier ein paar Backfischchen mit offenem Haar und fliegenden Zöpfen, hinter ihnen ein paar fchlanke Jünglinge mit Schülermützen. Dort eine hohe, biegsame Gestalt im weißen Tuchkleide mit brandrothem Haar und schwarzen Augenbrauen. Ob das echt war? Eins von beiden sicher nicht Gnädiges Fräulein gestatten, daß ich mich vorstelle?" Nun folgte ein unverständliches Murmeln, dessen schwachen Versuch, verstanden zu werden, ein flotter Schnurrbart aufhielt. Die kecke Kleine erschrak ein rnßchen. Ein fremder Herr. Schickte sich das eigentlich? Ach was. Eisbahn ist

wie Ballsaal, aber heute, Gott fei Dank, ohne Ballmutter. Was war denn auch dabei? Ein eleganter, schneidiger Mensch, fcer brillant Schlittschuh lief. Der würde ihr doch nichts thun. Und keck legte sie ihre Hand in seine dargebotene. Gnädiges Fräulein sind wohl fremd in Berlin?" leitete er die Unterhaltung ein. Ich fremd? O, iin Gegentheil!" Sah sie denn nur gar so tlemstädtisch aus? Immer recht auftrumpfen, das imponirte. Bin ja geborene Berlinerin," log sie also fest darauf los. So? Ach, Verzeihung! Ja, das hätte ich freilich auch gleich wissen sollen. Gnädiges Fräulein laufen auch so brillant Schlittschuh." Lucie lächelte geschmeichelt. Na, das könnte man doch schließlich auch anderswo gelernt haben." Nun ja, das wohl. Aber so ein gewisses je no sais quoi. . ." Ach, ich verstehe." Wie ihre Augen blitzten. Verdammt hübsche Krabbe das." dachte er. sie förmlich mit den Blicken verschlingend. Werden gnädiges Fräulein am Nachmittag auch die Eisbahn bcsuchen?" forschte er dann weiter. Nachmittag? Nein, da bin ich eingeladen, kleine Gesellschaft." ..Hm, und werden sich wahrscheinlich sehr gut amüsiren! Ich thue mir heute eigentlich selber leid. Bin nämlich zu einem Familienkaffeeklatsch

zitirt. Es soll mir da eine Cousine, so'n Gänschen aus der Provinz, prasentirt werden." Lucie horchte auf, ihre Augen wurdi größer, um die Mundwinkel zuckte es. Denken Sie sich die Situation: Ein halbes Dutzend Tanten, Onkels und dergleichen, wer weiß, was noch alles da ist, möglichst feierlich das Ganze, da geht denn die Vorstellung vor sich. Wir kennen uns nämlich noch gar nicht, trotzdem unsere beiderseitigen Mütter immer schon heimlich Pläne schmieden. Aber ganz ohne meine Betheiligung." Na, beschwören brauchen Sie's nicht." Einmal hab' ich ja das berühmte Eousinchen gesehen, so auf der Durchreise. Ein grüner Backfisch, der sich alle Augenblicke auf das ungewohnt lange Kleid trat und entschieden ein paar Arme zu viel hatte." Hm. allerdings ein reizendes Welen, Ihre Cousine! Aber verzeihen Sie, da drüben sehe ich eine bekannte Dame. Die muß ich doch begrüßen. Nur einen Augenblick." Weg war sie. Und Vetter Kurt, denn er war der unbekannte Herr, stand einigermaßen treulos verlassen da und merkte bald, daß die schöne Unbekannte nicht zurückkehrte. Verteufelt hübscher Käfer!" brummte er verdrießlich, und nicht einmal den Namen wußte er nun. Eigentlich hatte er sich wohl überhaupt recht verkehrt benommen. Statt sie auszufragen, ihr nur immerfort von seiner Cousine erzählen, zu verdreht! Aber wer konnte auch denken, daß sie ihm so plötzlich entwischen würde? Eine Berlinerin war's sicher, so raffinirt war doch keine andere. Die gute Sonntagslaune war ihm nun gründlich verdorben. Ach. und Nachmittag! Er gähnte. Vielleicht war sie auch heute auf der Eisbahn, diese Cousine. Na, er würde sie ja noch zeitig genug kennen lernen. Vorläufig beschäftigte ihn die schöne Unbekannte bedeutend mehr. Lucie stürmte nach Hause. Sie hatte sich kaum noch das Lachen verbeißen können. Das war ja Vetter Kurt ,ganz sicher! Schade, daß sie ihm nicht den chokoladenfarbenen Ueberzieher, die rothe Krawatte und das stark erbitzte Gesicht mit dem winzigen Bärtchen unter die Nase hatte reiben können, aber dann hätte er sie ja gleich erkannt; nein, der Spaß war zu drollig, der mußte weitcrgespielt werden. ie war ganz toll vo Freude und hätte am liebsten beim NachHauseweg einen Luftsprung gemacht, doch zu rechter Zeit noch fiel ihr ein. daß sich das für eine erwachsene junge Dame wirklich nicht schickte. So schmiedete sie denn ganz heimlich ihre schlauen Pläne in dem kleinen, wohlfrisirten Köpfchen. Zu Hause erzählte sie natürlich gar nichts von dem schönenAbenteuer, fondern meinte ganz unschuldig: Ach. Tantchen, hab' ich einen Löwenhungcr!" Na ja, Kind war's schön?" Ach, prachtvoll! Und schönes Metter! Aber von Vetter keine Spur. Und müde hab' ich mich gelaufen." Sie plapperte ein bißchen schnell und verlegen, es war doch recht unangenehm, gar nichts von dem erzählen zu können, was sie so vollauf beschäftigte. Weißt Du, ich werde gar nicht mit zu Adolfs kommen können," bemerkte die Tante dann nach einer Pause, in welcher Lucie wirklich dem guten Essen tapfer zugesprochen hatte. Mein Rheumatismus macht sich wieder 'mal sehr bemerkbar. Au, da sticht's schon wieder!" Nicht? Das ist aber schade!" betheuerte Lucie, für ihre Pläne paßte das freilich viel besser. Bald nach dem Essen fing sie an, sich zu putzen und Xfcf eifrig hin und her. Sieh mal, Tantchen, die Bluse steht mir doch gut?"

Ach, ziehst Du Dich denn ganz um, Kind?" Tante Marie richtete sich ein wenig .von der Chaiselongue auf. Gewiß, sehr hübsch!" sagte sie dann etwas matt. Na ja," log das Nichtchen scheinheilig, das grüne Kleid ist doch beim Lampenlicht so dunkel." Sie mußte natürlich ganz anders aussehen als am Vormittage, sonst erkannte sie der Vetter, und dann war ja die Geschichte gleich aus. Sie stand vor dem Spiegel und Yd chelte; die hellrothe Seidenbluse mit dem kleinen Ausschnitt, der weiße Fe dcrhut sieh da, ein ander Bild. Und wenn's gar nicht der Vetter war? Hm, dann war's eigentlich recht schade, denn dann wußte sie auch gar nicht einmal, wie er hieß, und er hatte ihr doch, wenn sie ganz ehrlich sein wollte, eigentlich sehr gut gefallen. Na, warten wir's ab! Adieu, Tantchen, und gute Besserung!" Adieu, Kind, amüsir' Dich gut!" Es war ein ziemlich weiter Weg bis zu Vetter Adolf's Wohnung. Man schien Lucie schon sehnlichst erwartet zu haben, und sie wurde lebhaft begrüßt. Die Cousine Lucie!" Bist Du aber groß geworden!" Und hübsch!" Und braune Auqen bat sie ja!" Und was sie lustig ist!" Aber Tante Marie hätte auch kommen können!" So schwirrte es durcheinander von all' den Tanten und Onkels und sonstigen Vorhandenen. Na. Vetter Kurt könnte auch pünktlicher sein," hieß es von allen Seiten. Endlich trat der Erwartete ein. Feierliche Vorstellung! Lucie unterdrückte nur mit Mühe das Lachen. Er kannte sie natürlich nicht. Und der Backfisch mit den langen Armen, na wart'!" Mit Elsbeth. der kleinen Hausfrau, hatte sie sich sehr schnell angefreundet. Na, wie gefällt Dir denn der Vetter Kurt?" fragte diese neugierig bei Seite. Na, 's geht." Lucie zwinkerte mit den Augen. Und zwei Tage bist Du nun schon hier?" Ja freilich! Heut' Vormittag war ich übrigens auf der Eisbahn!" fuhr sie mit etwas erhobener Stimme fort. Vetter Kurt fuhr interessirt aus seiner Ecke auf. Eisbahn? Wo denn?" Na, Rousseauinsel." So?" Er setzte sich den Klemmer auf die Nase und betrachtete sie mit

argwohnischen Blicken. Ich war nämlich auch da." Ach wie schade, daß ich Dich da nicht getroffen habe!" bedauerte Lucie. Ja, das thut mir auch leid, fchr leid soqar!" bemühte sich Vetter Kurt zu versichern. So?" Es machte ihr Spaß, ihn nachzuäffen. Na, vielleicht hattest Du andere Verpflichtungen. So 'ne Cousine aus der Provinz sieht doch immer ein bißchen kleinstädtisch aus." O bitte, gani und gar nicht. Und was die Verpflichtung anbelangt. . ." Sie wurde immer kühner. Na. wer war denn die Dame in dem grünen Kostüm mit Biberbesatz?" Er wurde etwas verlegen. Ach. Du hast mich also gesehen und erkannt? Aber wie ist denn das möglich? Ich müßte Dich doch auch erkannt haben." Sie wiegte schlau den Kopf. Warst vielleicht zu vertieft! Schien ja riesig interessant zu sein, diese Dame!" ..War sie auch!" trumpfte er nun auf. Na. wer war sie denn eiqentlick?" mischte sich Vetter Adolf ins Gespräch. Ja, Kinder, gebt doch Ruhe!" rief Vetter Kurt äraerlich, ich weiß es ja selber nicht!" Würdest du sie denn wiedererkennen?" bändelte Lucie wieder an. Aber natürlich! Auf den ersten Blick." Ist ja nicht wahr, mein Herr! Sie haben nämlich ein sehr schlechtes Gedächtniß. und die grüne Dame wird sich sehr beleidigt süblen. Seit einer halben Stunde sitzt sie Ihnen gegenüber und . . ." Lucie. du warst das?" Natürlich!" Alle lachten. Der kluge Vetter Kurt war doch 'mal gründlich reingefallen. Wer hätte das auch der kleinen Cousine aus der Provinz zugetraut? Es folgte nun eine sehr gemüthliche Sitzung bis zum späten Abend, und Vetter Kurt schien großes Gefallen an solcher f?amiliensimpelei" zu sinden. Natürlich begleitete er Cousine Lucie bis an die Hausthür, woselbst noch ein herzlich-r Abschied folgte. Ganz gegen seine sonstige Gewöhnheit suchte er auch dann sogleich seine Wohnung auf, ohne sich erst noch in einem Caf6 von den Strapazen der Langeweile, wie sie sonst diese Familiennachmittage boten, zu erholen. Ja, ja, mein Lieber, ich glaub's wirklich, du hast dich da gründlich festgeritten! In seine Cousine hätte er sich vielleicht nicht verliebt, schon aus Opposition, aber die fesche Unbekannte auf der Eisbahn ... hm, 's war famos! Na, Mutter, freu dich! Dein Kurt wird wohl ein seh? gehorsamer Sohn sein, sintemal er nämlich sehr verliebt ist in das Cousinchen aus der Provinz".

UMft Kadersack's Schreibebrief. 5. 8.

Veobrier Mister Edithor! (Ob Sie diesen hier Schrciwcbrief kriege duhn, des weiß ich nit, awwer, wenn Sie ihn nit kriege duhn, dann plies schicke Se mich gleich Wort, daß ich die Sach inwestigehtc kann. Die Sach is nämlich die. Sobald ich an den Boot komme sin un e wenig daun gesettelt war, hen ich gestart zu fchreiwe un ich hcn den Weg gesickert, daß wenn mchbie e Tschehns wär, mein Brief zu mehle, daß er dann fertig wär. Am dritte Dag von unsere Tripp, do hen mer en ganz schmale Sticmer gemiet un en Feller Hot an Bobrd gestanne, wo mit Händ und Füß Mohschens gemacht Hot, als ob mer for Hcwwen Sehks emol for ihn stappe sollte. Unser Käppten Hot denn auch gestappt un der kleine Stiemer is ganz klos herbeikomme un Hot uns ecksplehnt, was sei Bißneß wär. Er Hot gesagt, in Nuhjork an die Kohst wär e ?eeschlang genohtist morde. Die wär awwer erschsin so ebaut drei, vier Monat duh. und wann die Pehpersch jetzt die Eppierenz von die Seeschlang gemenschend hätte, dann hätt's kein Mensch geglaubt un jedes hätt gesagt, es wär e Fischstohrie. For den Riesen wär er von die große Nuhspehpersch in Nujohrk gcheiert morde, for die Seeschlang e gehörige Distenz weit fort zu jage un er deht denke, daß ff se jetzt weit genug gctschehst hätt. Mir sollte awwer kehrfull fto, bikahs die Schnehk wär grad in unsere Lein un se wär arig hungrig. 5c hätt for drei Dag kein warme Löffel mehr im Leib gehabt un wenn se so en seckendhändige Sehler schnappe tonnt, do wär das grad der Stoff for se. Das wär all. Unser Käppten Hot ihn gefrogt, ob das die nämliche Seeschlang wär, wo seit die letzte fünfzig Johr jeden Sommer komme deht. Der Feller Hot gesagt, er deht denke, es wär die nämliche. Do Hot unser Käppten gesagt, for die wär er nit efsrehd, die hätt er selbst schon dreimol doht geschösse un wann sie ihn sehe deht, dann deht se gleich ausreihc. Aennihau wäre mer arig dankbar for seine Informehschen un wann er e paar Mehlsache mit nach Nujohrk nemmc un dort mehle wollt, dann deht er seine Liebenswürdigkeit die Krön uffsetze. Schuhr Ding, Hot er gesagt un do hen ich ihn gleich mein Brief gewwe, der off Kohrs e wenig korz ausgefalle is, for was ich awwer Widder uffmache kann, wann ich in Jurrop sin. so daß Se mich also an mein Sällerie nicks zu sötte brauche.) Geöhrter Mister Edithor! Das Schiff streicht doich die Welle. Dieses schöne Lied von Schackesbier is mich eingefalle, wie mer uff unsere Stiemer dohingefahre sin. Die erschte paar Stunde is jo alles ganz schön un gut gange un es Hot geguckt wie en Pleschertripp. Wie mec awwer weiter komme sin und der Stiehmer daun zu Bißneß komme is, do war die Sach different. Die Meschiencrie Hot gestart Jwwerzeit zu schaffe un das Boot is erum geschehkt morde, als wann's noch keine zehn Pund wiege deht. Off Kohrs sin mir auch aus eine Korner in die annere geschlenkert morde. Die Jnkwell, wo in Front von mich an den Tehbel geschkruht gewese is, Hot nit erunner falle könne. Awwer die Jnk Hot doch nit gut angeschkruht wern könne, un do Hot se von ihre Freiheit auch den beste Juhs gemacht. Sie is aus die Well eraus un mir in's Gesicht getschumpt un ich hen geguckt wie en frischlackirter Nicker. Off Kohrs Hot mich daS arig mähd gemacht. Ich sin uffgesprunge, for mich zu kliene, awwer in dieselwe Minnit hen ich e Fiehling kriegt, daß ich mich reiteweg Widder Hen setze müsse. Schiewiß, wie is mich's do geworde! Mein Stommeck Hot gefühlt, als wann die Stücker von vier verbrochene Wassertomblersch un drei leere Tinkäns drin wäre, die jetzt all dorchenanner geschehkt oehte wer'n. Dann is mich ebbes nach mein Hals gestiege; es is mich grien un blau in Front von meine Auge geworde un ich hen das tschenerell Fiehling gehabt, daß ich in leß denn no teim mei bische Geist uffgewwe mißt. In die größte Verzweiflung sin ich uffgesprunge un hen en letzte Effert gemacht, autseit von das Ruhm zu komme. Wie ich autseit komme sin, do Hot das Schiff grad widder en schreckliche Tschehrk nach die annere Seit gemacht und dann dann is die Kateschtrohfe eingetrete! Kotzebue un alle Klassiker sin mich eingefalle, awwer dann hen ich leichter gefühlt. Das schreckliche Fühle war fort, awwer ich sin so wie! gewese, daß ich nit uff meine Fieß hen stehe könne. Der Stuart is komme un den hen ich gefragt, er sollt mich in's Bett lege. Sonscht nicks? Hot er gesagt, das debt auch noch fehle, daß ich bne in

vt Zkandischen in's Bett lege deht. Er Hot mich dann an en annere Platz genomme, wo ich, wie er sagt, so lang stehe odder sitze bleiwe könnt, bis ich Widder besser fühle deht. All was mit mich die Mätter war, das wär Sieückneß un das wär all. Wann ick rettig wär, dann sollt tch Widder zu ihn komme un dann deht er mich gewwe, was ich hawwe wollt. Well, k Hot so ebaut drei Stunde genomme, do is kein böser Troppe mehr in mich gewese un do sin ich zu den Stuart gange un h:n gesagt, ich hätt jetzt nur ein Wisch un das wär en diesente Schuhper Bicr. Ahlrecht, Hot er gesagt, das is was ich eckspccktet hen un do Hot er mich drei Vattele Bierche gewwe un ei tell juh, des Hot geschmeckt wie Honig. Do hen ich mich awwer emol diesend gelabt. Die schreckliche Sensehschen is, wie ich mit den Vier dorch war. noch emol komme. Ich hen awwer diesmol nit so viel drum gewwe, bikahs ich hen ctzt doch gewißt, wo's her komme deht. Well, ich hen die Nacht gcschlofe wie en Rack, un am nächste Morgen sin ich widder so munterche un so fidelche gewese, tmt e Lahrk; awwer sonnte is es doch, daß ich nicks hen esse könne. Wann ich nor gesehn hen, wie ie annere Pässenschers gesse hen, do Hot sich schon mei ganze Jnseit erum gedreht. Ich hen for den Niesen nicks zum Breckfest gesse wie e Battel Bier un das war all, was ich gebraucht hen. Jetzt denke Se emol an, wann die Selma den Tripp gemacht hätt! Es hätt doch verdollt schlecht geguckt, wann die schon zum Breckfest e Battel Bier genomme hätt. Well, ich denke in vier Dag is der Tripp iwwerstanne un dann kann ich ja for das Esse, was ich an den Stiemer gemißt hen, widder uffmache. Mit allerhand Riegards Juhrs Trulie, Meik Habersaä, Sskweier un Sckeriff von Apple 3a4 Holie Terrer Kauntie. Hebung der deutschen Wollpro duktion. Eine von den Aeltesten der KaufMannschaft in Berlin im November v. I. berufene Versammlung der Jnteressenten für deutsche Wolle aus den Kreisen von Industrie und Handel in Nord- und Mittel-Deutschland wählte damals eine aus sieben Herren bestehende Commission, der die Aufgabe ertheilt wurde, durch weitestmögliche Bekanntmachung der zur Hebung der deutschen Wollproduktion nöthigen Maßregeln sich in den Dienst von Handel, Landwirthschaft und Jndustrie zu stellen. Ein von dieser ComMission ausgearbeiteter Bericht liegt jetzt vor, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: Solange die deutsche Wolle in rückengewaschenem Zustande von der Landwirthschaft an den Markt gebracht wurde, fand sie stets zu angemessenen Preisen willige Abnehmer. Seitdem jedoch die Mehrzahl der Produzenten aus Gründen, die besonders mit den ländlichen Arbeitsverhältnissen zusammenhängen, zur Schur der Thiere im ungewaschenen Zustande übergegangen ist, hat das deutsche Produkt viel von seinem guten Ruf eingebüßt. Die erwähnte Commission wendet sich daher an sämmtliche LandWirthschaftkammern, landwirthschaftlichen Vereine und Handelskammern in Preußen, Mecklenburg und Sachsen, um durch folgende Vorschläge zur Erzielung besserer Resultate mitzuwirken: Die geschorene Wolle muß ungepackt mindestens fünf Tage in einem luftigen, trockenen Raum, die Vließe einzeln nebeneinander, lagern, um so weit auszudunsten, daß eine spätere Erwärmung in den Säcken vermieoen wird. Die Vließe müssen von Locken und Klunkern gründlich gesäubert werden. Die Locken sind ebenfalls nach fünftägiger, offener Lagerung zu sacken; die Klunkern dürfen unter keinen Umständen bei den Locken oder Vließen mitgeliefert werden, weil sie an sich fast werthlos sind, und weil sie durch ihre größere Nässe die Gefahr der Erwärmung der Wolle und der Locken erhöhen. Es empfiehlt sich, die Klunkern durch sorgfältige Wäsche in warmem Wasser zu verwerthen; sonst müßten sie im Schmutz, separat gepackt, gratis zugegeben werden. Die Wolle ist nach Viehgattungen zu versacken und zu bezeichnen. Unter allen Umständen ist Kreuzung- und Lammwolle separat zu sacken und anzugeben." Die Commission giebt schließlich der Ueberzeugung Ausdruck, daß bei gewissenhafter Durchführung dieser Vorschriften dem nationalen Produkt das verloren gegangene Ansehen wiederzugewinnen, und die deutsche Aolle begehrenswerth für bin Cimsumenten, lobnend für bcn Züchter und concurrenzsähig gegenüber dem ausländischen Produkr zu machen sei. Dieser Tage ist der lang gehegte Wunsch der texanischen Seestadt Galveston in Erfüllung gegangen, am Hafen - Eingange durch die langjährigen, mit zäher Ausdauer betriebenen Bagger-Arbeiten einen Wasserstand von dreißig Fuß zu erzielen. Diese Tiefe ist nämlich jetzt am Eingange zu dem Hafenfahrwasser an der äußeren Barre erreicht, nachdem man schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, jemals zu diesem Ergebniß zu gelangen. Es hat hierzu jahrelanger Arbeit durch ein Baggerschiff Uncle Sam's bedurft.

Ayres Bulletin

..Cm Aoftüm.... Z 829.50, war $40.00 Die Schönheit künstlerischer Einfachheit haftet diesen Coftümen ungewürdigt an. Andere bedeutend weniger elegant, aber vielleicht ebenso effektiv, wurden für einige Dollars weniger verkauft. Diese spezielle Muster sind noch hier. Schwarze Voile Seide Jackets in 23lusn Längen, Blusen-Muster, mit Zug-Gürtcl, Front mit Surplice-Sffekten, Seiden-Litzen besetzt, Kleiderrock in Fußreihe-Längen, über Seiden Fallrock, Seiden Kilt Dessin, ein Kostüm sehr gut $40 werth, jetzt.. . 829 50 Uilü&CO. I ldiana' größte Dr? Vood Handler. Die Eoth-Eommiffäre. Die County Commissäre vergaben gestern den Contract für vier kleine Brücken. Fritz & Frazier werden die BuckCreek Brücke in Center Townfhip er bauen, Preis 56206.50; JameS A. Harding erhielt den Contrakt für die Brücke über den L ick Creek für $485; die Lafayette Engineering Co. erbaut die Canal Brücke an der Central Ave. für $3474 und die American Crni ftruction Co. baut die Crooker Creet Brücke für $2645. Der Commercial Club bemüht sich, für Indianapolis die Central.Druckerei der Methodist Episcopal Kirche zu gewinnen. In der letzten Generalversammlung der Kirche wurde beschloffen, die beiden Druckereien derselben, in New Vor! und Chicago zu einem Verlagshause zu vereinigen. Man veranschlagt, daß die vereinigten Druckereim und VerlagSftellen zusammen etwa 1500 Personen Anstellung geben. -DttIn M Stare (tablirt 1853.) . . Jndiana'S grohtcr Lade. Die bcttcbteftc Koftüme für Frauen sind unfraqlich die netten Hemden-blousen-Effekte. Die Nachfrage nach solchen im ganzen Land ist riesig. Wir haben die schönste Auswahl tn der Stadt und unsere Preise sind die niedrigsten und die Qualitäten die höchsten. Seidenblousen-Kostume in einfachen oder schillernden Enekten, prächtiger Werth zu $8.50 Seidenblousen-Kostüme mit Faltenrock, schwarz oder andere Farben, ZU $10.00 Seidenblousen'Kostüme in den neuen Schattirungen und in schwarz $12.50 China Seidenblousen.Kostüme garnirt mit Seidenstickereien. In Farben in solidem Weiß oder Schwarz. zu $15.60 Zweiter Stock. PffllS M &ÖODS CO. Europäisches ?gepartenck s-- zW" Wechsel, Kreditbriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. An- und Verkauf auständi' scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. Mercliants National Bank. Mb C. MiMm, ...RechtsauwaU..

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