Indiana Tribüne, Volume 28, Number 209, Indianapolis, Marion County, 26 April 1905 — Page 3

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Mg SSI Jndian Tribüne. 36. April, S. 3

Admiral Togo Mit der Mehrzahl feiner Kriegsschiffe angeblich an der Küste Korea's. Zwanzig japanische Kriegsschiffe an der äüftc .5ochinchma's. Tic Ministcrzusammenwnft in Venedig. König Edward in Paris erwartet. -Neue russische Anleihe in Deutschland. Fürst von Hohcnzollcrn in Japan. Ungarische Zollpolitik.

China. T o g o's Geschwader. T s ch i f u , 25. April. ES wird wird von Korea berichtet, daß Admiral Togo mit dem größeren Theil seines Geschwader? am 21. April in der Me-sampo-Bai, nahe Fusan, Korea, war. ! Ort y n n i T rh o O r i A ist t f ( l ' j u f u u wy ov mj) v u( i vi Saigon, 25. April. Berichte aus der Kamaran-Bai sagen, daß am 23. April Abends zwischen 8 und 9 Uhr 20 japanische Kriegsschiffe an der Vai vorüberfuhren. Zwei mit Reis beladene Schiffe, die nach Japan bestimmt waren, find von den russischen Kriegsschiffen weggenommen worden. Vierrussische Kreuzer. Saigon, 25. April. Es wird berichtet, daß 4 russische Kreuzer an der Küfte liegen. Die Behauptung, daß die Bemannung deö russischen Kreuzers Diana mit RojeftvenSky's Geschwader abgefahren sei, wird für unbegründet erklärt. Die französischen Behörden haben alle möglichen Maßregeln getroffen um einen Bruch der Neutralität zu verhindern. Alle wesentlichen Theile der Maschinerie der Diana" find an Bord des französischen Schlachtschiffes Redoutable. Vorläufig keine Schlacht erwartet. St. Peter5burg,25. April. In Marinekrcisen ift man zu der Anficht gelangt, daß es vorerst zu keiner großen Schlacht zwischen der russischen und der japanischen Flotte kommen wird. Es werden strategische und taktische Gründe dafür angeführt, daß Admiral Togo eine Entscheidung schlacht vermeiden wird, bevor er versucht hat, durch Torpedobootangriffe und Bedrohung der Transportschiffe die ruffische Flotte in Verwirrung zu bringen. Den Berichte von Kämpfen, die bereits stattgefunden haben sollen, schenkt man keinen Glauben. Russische Verluste. Gunshu.Patz, 25. April. Nach den Ziffern welche der Generalftab zusammengestellt hat, waren die Ver lüfte der Ruffen bei Mulden in den Kämpfen vom 19. Februar bis 14. März größer als die ursprünglichen Berichte angeben. Die Russen verloren 2 Generäle (gefangen), 1985 Stabs- und andere Offiziere und 87.677 Mann von denen die Majorität verwundet war. Kreuzer Sperber". T s i n g t a n , 25. April. Der deutsche Kreuzer Sperber" berichtet, daß er am 22. in der Straße von Formosa ein japanisches Kriegsschiff sah, das ein anderes schwer beschädigtes Schiff im Schlepptau hatte. B e r t i n, 25. April. Der Kreusei Sperber" war am 22. nicht in der Nähe der Straße von Formosa. Er kam zu Tfingtan am 21. April von Chanhaikwa an und ging am 24. noch Honzkong weiter. Italien. Kreta-Konferenz. Rom, 25. April. Barrere, Eger. ton und Murawiew, die französischen, britischen und russischen Botschafter, hatten mit dem Minister des Aeußeren Tittoni eine Konferenz über die Lage auf Kreta und die von den 4 Schutz mächten zu befolgende Politik. Enttäuschung für Kreta. Rom, 25. April. In Uebereinftimmung mit dem Beschlusse einer Konferenz, welche der russische, britische und französische Botschafter unter Bor fitz deö Ministers Tilloni hielten, hat das hiesige auswärtige Amt dem Prinzen Gesrg mitgetheilt, daß die Schutzmächte eine Angliederung Kreta'S an Griechenland für unmöglich hielten. Die Note fügt hinzu, daß die Mächte bereit find energisch für Pacificirung Kreta'S einzutreten. Giolitti hergestellt. Turin. 25. April. Der frühere Premierminister Giolit.'i hat feine Ge sundheit vaüftündig wiedererlangt und wird bald im Stande sein nach Rom

zurückzukehren. Er hat einen offenen Brief äber die politische Lage angekündigt. Frankreich. König Edward erwartet. Pari, 25. April. König Edward wird am 29. April hier ankammen und am Sonntag oder Montag eine Konferenz mit dem Präsidenten Loubet haben. Tentschland. Geld für Rußland. Frankfurt a. M., 25. April. Die Frankfurter Zeitung" sagt, das Berliner Bankhaus Mendelsohn & Co. habe sich erboten, Rußland auf fünfprocentige Schatzamtsnoten für neun Monate $50,000,000 vorzustrecken. Das Geld wird von den Banken aufgebracht werden, welche die russische Anleihe im Januar übernahmen. Die Entscheidunng im Osten. Berlin, 25. April. Die Blütter kommentiren in ihren Ofterbetrachtungen vornehmlich den Krieg im fer nen Osten und innere Zustände. Der nahenden Entscheidung in den oftzsiatifchen Gewäffern wird mit fieber hafter Spannung entgegengesehen. An Prophezeiungen bezüglich des AuSgangS wagen sich indeß nur sehr wenige heran. DieZusammenkunft Goluchowsky'S und Titt o n i'S. Berlin, 25. April. Die Ankündigung, daß der öfterreichiich-unga-rische Minister des Aeußern, Graf GoluchowSki, und der italienische Minister des Aeußern, Signor Titton:, am 29. April in Venedig zusammentreffen werden, wir in der hiesigen Presse durchweg günstig besprochen. Man erblickt darin ein neues Zeichen für die Befestigung des Dreibundes. Wenn die Klarheit des DreibundVer-

hältniffeS durch irgend etwas, wenn nicht gefährdet, so doch verdunkelt war, so war dies durch die zwischen Oefterreich und Italien entstandenen Verstimmungen der Fall. Die Be Ziehungen zwischen den beiderseitigen verantwortlichen Leitern der auöwärtigen Politik find zwar seit der vorjäh rigen Begegnung in Abbazia immer gleich freundlich und korrekt geblieben, aber zwischen den Ueberzeugungen 'und Bestrebungen der Regierungen und den in der öffentlichen Meinung der beiden Länder verbreiteten Anschauungen besteht trotzdem eine Disharmonie, die in jüngster Zeit anläßlich deS JnnSbrucker Zwischenfalls, der TruppendiSlokationen und anderer Begebenheiten offen zu Tage getreten ift. Kühle Aufnahme der Delcaffe-Epifode. Berlin, 25. April. Das Verbleiben des französischen Ministers des Aeußeren. Delcaffe, auf seinem Posten wird hier kühl aufgenommen. Vorwiegend ift man der Anficht, daß von London aus ein gewaltiger Druck auf die Pariser Machthaber ausgeübt worden ift, weil Dclcaffe's Rücktritt als ein Erfolg der deutschen Politik anläßlich der Marokko-Affaire ausgelegt worden wäre. Ungarns Anftoß zur Action gegen Amerika. Berlin, 25. April. Einiges Aussehen erregen die von Budapest hierher gesandten Resolutionen des ungarischen LandeS-Agrikulturvereins, welche sich auf die Neuregelung deS Handelspolitischen Verhältnisses Oefterreich-Un-garnS und Deutschlands zu den Vereinigten Staaten beziehen. Nach den Wünschen der ungarischen Interessenten soll in Berlin dahin gewirkt werden, daß die agrarischen Zollbegünstigungen, welche die gemeinsame Monarchie nur mit schweren Kämpfen errungen, den Vereinigten Staaten und Argentinien nicht gewährt werden, da sonst die Vortheile für Oefterreich-Ungam werthlo würden. An die deutsche Regierung ergeht das Ersuchen, mit Amerika ebenfalls nur auf Reciprocität abzuschließen.

Die hiesigen agrarischen Blätter erblicken in diesem Vorgehen den ersten Anftoß für die Einleitung einer Wirthschaftlichen Aktion Europas gegen Amerika. Prinzessin zu Gefängniß v e r u r t h e i l t. B e r l i n, 25. April. Die Prinzessin Alexandra von Jsenburg-Büdingen-Wächtersbach, die mehrfach wegen zweifelhafter Finanzoperationen vor deut schen Gerichten erscheinen mußte, ift zu Arbon, Schweiz, zu 3 Wochen Gesangniß verurtheilt worden, weil fie zu ei nem Bankerottverfahren vor Gericht nicht erschien. Japan. Fürst v, Hohenzollern. Tokio, 25. April. Fürst Karl Anton von Hohenzollern, Vertreter deS deutschen Kaisers bei der japanischen Armee, ift in Begleitung deS Prinzen Ketchite von der Mandschurei zu Kania angekommen und wird nach Deutschland Weiterreisen. Er wurde am BahnHofe von Vertretern des Mikado's und des Adels empfangen und nach dem Shiba-Palafte geleitet, wo er während seines hiesigen Aufenthaltes wohnen wird. Eine Anzahl Festlichkeiten sind ihm zu Ehren geplant.

Schweden und Norwegen. Zwisi geht weiter. Stockholm, 25. April. Die norwegische Regierung hat eS abgelehnt sich auf das Ersuchen des Krön-prinz-Regenten einzulassen, welches eine Erneuerung der Verhandlungen zur Beilegung der Differenzen zwischen Schweden und Norwegen vorschlug. Sie verlangt, ehe fie sich auf solche Verhandlungen einläßt, die Einführung getrennten Konsulardienftes. Der Regent hat daraufhin folgende Erklärung erlassen : ..Die norwegische Regierung hat eö unglücklicher Weife abgelehnt, sich meinem Vorschlage für neue VerHand lurgen bezüglich der Union anzu schließen. Mit Bedauern muß ich dieselben dem Staatsrathe überlassen." C h r i ft i a n i a , 25. April. Die Regierung hat eine Erklärung erlassen, warum fie dem Vorschlage deS PrinzRegenten für neue Verhandlungen nicht zustimme. Sie sagt, das Volk verlange einstimmig getrennten Consulardienst. Diesen Punkt während der Verhandlungen aufgeben, bedeute die Aufgabe eines Grundrechtes. Bis jetzt feien Verhandlungen fruchtlos gewesen, und eS sei kein Grund zur Annahme vorhanden, daß ein neuer Versuch anders ausfallen werde. Spanien. Automobilunfall. Madrid, 25. April. Ein Auto mobil, in dem der König, die Königin Mutter Christine und Jnfantin Theresa saßen, wurde unkontrollirbar, doch wurde von den Insassen Niemand verletzt. Nukland. Der Schnapsteufel. Bo r is o v , 25. April. Zweitausend Soldaten, die hier einexerzirt werden, plünderten die Schnapsläden, dann zertrümmerten fie die Thüren von Wagen des Rothen Kreuzes und begingen andere Gewaltthaten. Türkei. Sultan'S Bruder gesterben. K o n ft a n t i n o p e l, 25. April. Der dritte Bruder des SultanS Ahmed Kemal ift gestorben. fj Für gute Stadtverwal t u n g. N e w Y o r k , 25. April. Heute begann hier die 11. Jahresverfamm' lung der National Municipal League" und die 12. National-Konferenz für gute Stadtverwaltung. Die Sitzungen werden bis znm Freitag dauern. Schiffsnalhrichten. New York: Kronprinz Wilhelm" von Bremen; Chriftiania" nach Hamburg. Neapel: Prinz Adalbert" von New York; Sardinia" von NewVork. Liverpool: Bavarian" von Halifax; Laurentian" von Philadelphia. Glasgow : Pomeranian" von New York; Aftoria" von New York. London : MinneapoliS" von New York. Antwerpen: Finland" von New York. Aremem: Kaiser Wilhelm II. von New York. Gibraltar: Weimar" nach New York. Boulogne: Pretoria" nach New Jork. Livorno: Jtalia" von New York. Gmua: .Eitt Di Reggio" von New York.

Zugsentgleisung Acht Personen verletzt.

Hin ton, W. Va., 25. April. Bei Caß rannte Personenzug No. 143 gegen einen Baumstamm und stürzte 30 Fuß tief in den Fluß. Die Lokomotive mit 2 Wagen wurde zerstört. Lokomotivführer C. H. Dean, Heizer A. Culp und 6 Passagiere wurden verletzt. Alle wurden nach Caß in's Hospital gebracht. Komponist Joseph Lohm a n n. j C i n c i n n a t i, O. 25. April. Jos. Lohmann, in Sängerkreifen wohl bekannt, ift nach längerem Siechthum einem Magenleiden erlegen, nachdem eine kürzlich an ihm vorgenommene Operation nur temporäre Linderung verschafft hatte. Er war aus Damme in Oldenburg gebürtig u. kam nrch Absolvirung eines Lehrer seminars nach Cincinnati, wo er fich nach mehrjähriger Thätigkeit als Lehrer ganz der Musik widmete. Er war bis an sein Lebensende Organist der St. Ludwig's Kirche, sowie Dirigent der Sängerrunde, die er nach manchem Sängerfest geführt. Auch als Komponist von kirchlicher und weltlicher Musik hat Lohmann hübsche Erfolge erzielt. Er erreichte ein Alter von 60 Jahren. Falschmünzer verurtheilt. C l e V e l a n d , O., 25. April. Frank Pils, das Haupt einer Falschmünzerbande, deren Spezialität es war, ungarische 20-Kronen-Noten nach znahmen, wurde von Richter Taylor zu zwei Jahren Gefängniß und $500 Geldstrafe verurtheilt. Verschiedene Genossen Pilk'S wurden bereits, wie gemeldet, vor zwei Monaten verurtheilt. Auch in Oesterreich, wohin die Falsisikate verschickt wurden, find verschiedene Agenten zu schweren Strafen oerurtheilt worden. Die hiesigen Verhaftungen erfolgten auf Betreiben der ungarischen Regierung. Mc-Kinley Memorial Hall. C o l u m b u S . O., 25. April. Den County'Kommissären wurde heute mitgetheilt, daß die Bewilligung von $250,000 für die McKinley Memorial Hall aufgebraucht fei und daß weitere 320,000 für die Ausstattung der Halle nothwendig feien. Die Kommissäre erklärten, daß fie nicht die Machtbefugniß hätten, die Verwilligung zu machen. Man wird fich an die nächste Legislatur wenden. Impfzwang. Council Bluffs, Ja., 25. April. Auf eine Impf - Verordnung der GesundheitS - Behörde hin wurden aus den hiesigen Schulen 19 Lehrer, 300 Kinder und 2 Hausverwalter ausgewiesen. i i L o p e l, 25. April. Jda NeighborS, 6 Jahre alt, wurde gestern schrecklich verbrannt; fie starb unter unsäglichen Schmerzen 16 Stunden später. Das Kind war mit seinen Kleidern einem brennenden Abfallhaufen zu nahe gekommen. ase-Ball. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: AmericaN'Association. Indianapolis, 25. Apriz. Indianapolis St. Paul 1 Cöen' ColumbuS, 25. April. ColumbuS ....0 0000020 2 KanfaS City. .0000000000 Batterien Dorner und Brown; Morgan und Stoner. Toledo, 25. April. Toledo.'. 0 000 1 00 1 0 2 MinneapoliS ..10000003 04 Batterien Camnitz und Clark; Villaman und Marshall. National-Liga. Brooklyn, 25. April. Brooklyn 1 0100100 3 Boston 000 0000 1 0 1 Batterien JoneS und Bergen; Willis und Needham. Cincinnati, 25. April. Cincinnati ....20431011 12 Et. LouiS 2 00 0 0 000 0 2 Batterien Harper und Schlei; Campbell und Warner. Philadelphia, 25. April. Philadelphia .00000001 0- 1 New York 12 0 0 1 2 01 1 8 Batterien Washer, Pittinger und Kahoe; Niltse, Taylor und Bresnahan.

-Der berühmke Thür? Galileis auf dem Hügel von Arcetri oberhalb Florenz ist jetzt in seinen wesentlichen Theilen der Zerstörung anheimgefallen. Dieser aus dem 13 Jahrhundert stammende Bau, der an Ort und Stelle als Torre del Gallo bekannt ist, wurde vor einigen Monaten mit einem Gerüst umgeben. Nachdem dies nunmehr gefallen ist. stellt sich heraus, daß das ehrwürdige Bauwerk um ein Drittel erhöht ist, daß in seine Wände neue Fenster eingebrochen find und daß der weltberühmte Siernthurm" überhaupt in ein ganz zeitgemäßes Gebäude verwandelt worden ist. Ter Thurm war übrigens Zeuge der klassischen Begegnung zwischen Galilei und Milton. Aus eigenartigen U r -s a ch e n ist der in der Friedrichstadt von Dresden wohnende Restaurateur Grnnewalt auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Haft genommen worden. Der genannte Restaurateur hegte den Plan, auf irgend eine Weise seine Ehefrau, mit der er in Unfrieden lebte, los zu werden. Zu dem Zwecke soll der vortreffliche Ehemann einen ihm bekannten, in einem anderen Restaurant bediensteten Bierausgeber, Namens Stölzel dazu geWonnen haben, feine Ehefrau durch starke, alkoholische Getränke in einen willllosen Zustand zu versetzen und dann mit ihr Ehebruch zu begehen. In der That soll der teuflische P?aff gelungen sein. Die Ehefrau kann sich indessen auf die mit ihr vorgenommenen Vorgänge infolge Betrunkenheit nicht besinnen. Der Ehemann hatte nun die Absicht, gegen seine treulose" Gattin Ehescheidung zu beantragen. Die Staatsanwaltschaft aber durchschaute den ruchlosen Plan und verhaftete den Restaurateur und den Bierausgeber. Gegenden jugendliche Raubmörder Hejny, der kürzlich in Gumpendorf, einer Vorstadt vonWien, seine Meistersfrau getödtet und beraubt hat, ist jetzt das Voruntersuchungsverfahren eingeleitet worden. Das Höchstmaß der Strafe, zu der Hejy verurtheilt werden kann, ist 20 Jahre schweren Kerkers, ba die Todesstrafe auf ihn wegen seiner Jugendlichkeit keine Anwendung findet. Ein eigenartiger Verbrechertypus ist dieser 17jährige Mörder, wie aus den bisher von der Strafbehörde geleiteten Ermittelungen hervorgeht. Der junge Mann bethätigte einen gewissen Bildungstrieb, las viele Bücher und interessirte sich hauptsächlich für botanische Werke. In einer Tischlave fand der Untersuchungsrichter bei einer Hausinspektion ein Verzeichniß der Bücher, die sich Hejny mit dem nach dem Mord erbeuteten Geld anzuschaffen beabsichtigte, darunter z. B. ein chemisch-technisches Handbuch, Werke über die Metalle und deren Gewinnung, Behandlung der Elektromotoren und Akkumulatoren, Bücher über die Kaninchenzucht, Ausnützung des Obstes, das Düngen der Obstbäume u. a. Für den Rest des Geldes wollte er sicb eine einfache Ausstattung kaufen; ein zweiter Zettel gab darüber Aufschluß, welche einzelnen Gegenstände, meist sehr bescheidener Natur, er für seinen Bedarf kaufen wollte. Sein sanftmüthiges. stilles Wesen und jener jähe, blutige Entschluß, der dann mit unbegreiflicher Tollkühnheit zur Ausführung gebracht wurde, bilden so krasse Gegensätze, daß die Behörde der Ansicht ist, die Seele dieses Siebzehnjährigen müsse einen schweren Defekt aufweisen. Der Selbstmord eines Eisenbahnbeamten in Bourg-la-Reine dürfte den Abschluß einer langen Reihe von Verbrechen bedeuten, zugleich aber auch sür immer über das Geheimniß dieses Menschen den Schleier senken. Der Schienenleger Ambroise Provost lebte in dem kleinen Ort friedlich mit seiner Frau und seinen drei kleinen Töchtern. Beide waren fleißig und sparsam und erfreuten sich an ihrem Ort einer allgemeinen Beliebtheit. Nun sind in den letzten Jahren in Bourg-la-Reine und Umgebung etwa dreißig unsittliche Attentate verübt worden, die scheinbar alle von derselben Persönlichkeit begangen waren. Einige Frauen waren ermordet, andere Verbrechen waren im Vergleich gescheitert. Schon einmal war der Schatten eines Verdachtes auf Provost gefallen. Einige der Attentate fanden im Eisenbahnwagen unter Umständen statt, die auf das Verbrechen eines Beamten schließen ließen. Vor einigen Tagen wurde wieder eineFrau in der Umgebung von Bourg überfallen, sie setzte sich zur Wehr und schrie um Hilfe. Der Angreifer entfloh, lief aber gerade zwei Gendarmen in die Hände, die ihn verhafteten. Es war Provost. Vor dem Untersuchungsrichter gestand er einige der ihm zur Last gelegten Strafthaten ein. Da man ihn aber mit dem Morde noch nicht in Verbindung brachte, gab man ihm vorläufig die Freiheit wieder. Er bekündete eine tiefe Reue und eine so zärtliche Liebe zu Frau und Kindern, daß er mit seiner Behauptung, unter dem Zwange einer seelischen Krankheit die Attentate verübt zu haben, Glauben fand. Nun hat er sich das Leben genommen und in einem erschütternden Brief an seine' Gattin seine Unschuld betheuert. In der That scheint es ziemlich sicher zu fein, daß Provost der Urheber aller dieser Verbrechen ist. Die Wahrheit wird aber wohl mit Provost begraben werden.

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