Indiana Tribüne, Volume 28, Number 208, Indianapolis, Marion County, 25 April 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 2Z April 1905
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liornan von 0 Adolf Wilbrandt ?co c)o oo?O (Formung.) 19. Kapitel. wei Tafle später stand Betty Reif m der Ebert'schen Küche am Herd, allein mir ein Küchen mädchen ging ab und zu. Es ein arauer Vormittaq. immer rvax regendrohend; einmal waren auai schoii große Tropfen gegen das Fenster gefallen, aber nur wie wenn bal schlechte Wetter anklopft und sich melden will. Betty hatte die Augen fest auf ihren Töpfen und Pfannen, als wäre sie mit der ganzen Seele dabei: sie gab aber doch den Ohren Urlaub, ließ sie durch die offene Thür nach dem Hausqang horchen. Tort ging endlich eine Zimmerthür. Eine tief? Mannessti'me, die sich von der hellen, fanften der Hausfrau beurlaubte, ließ sich kräftig hören. Es war Hugo Hoffmanns nur zu wohl bekannte Stimme. Die Thür schloß sich wieder, Niemand sprach mehr; nun schallten aber mannhafte Landmannsschritte den Gang entlcng. Er kommt wahrhaftig hierher! dachte Betty. Sie irrte auch nicht. Auf der Küchenschwelle erschien Hugos hohe, schlanke Gestalt in einem braunen Somm?rrock, den Hut in der Hand. Guten Morgen!" sagte er, mit den treuherzigen Augen etwas hinterhältig und bauernschlau ihr Gesicht durchforschend. Guten Morgen, Herr Hoffmann, " gab sie ihm ebenso treuherzig zurück. Recht lange nicht gesehn!" Ja, denken Sie mal! So geht's mit der verwünschten Zeit. Tazu diese Hilde Sommerszeit; da hat man ja oft keine Stunde übrig" Wenigstens für Bartelshagen nicht." Bettn lüftete den Teckel auf einem ihrer Töpfe; Hugo erröthete geschwind, ohne daß sie's wahrnahm. Sie mcinen, ich wak in Grebbin! Allerdings, das stimmt. Wissen Sie, edles, nur ein bischen boshaftes Fräulein Betty, ich hab' mich ja nicht hergetraut. Nein, nein, lächeln Sie nicht! Ich fürchtete mich vor Ihrem Zorn ode? Ihrer Verachtung; Sie haben mir ja beides neulich gezeigt. Und dann dacht' ich mir: ich will ihr nicht eher wieder unter die Augen treten, als bis ich ihr das bringen kann, was ich ihr versprochen hatte! Ta! Bitte, nehmen Sie!" Er zog etwas Eingewickeltes aus der Brusttasche und legte es auf ihre Hand. Was bedeutet das?" fragte Betty. Das ist die Ansichtskarte von Heiligenblut. Ich hab' sie von da kommen lassen; es hat unsinnig lange gedauert. Allerdings, das konnt' ich jetzt nicht: noch einmal hinreisen und die Karte aus Heiligenblut an Sie abschicken. Ich hab' Ihnen in Teschenberg etwas drauf geschrieben. Nur damit Sie sehen, daß ich daß ich kein schlechter Kerl bin. Was machen Sie? Sie wollen sie nickt ?" Betty sah ihn mit aufflammenden Augen an und schüttelte den Kopf. Nein. Herr Hoffmann, die will ich nicht. Entschuldigen Sie, das ist ein komischer Gedanke. Aus Heiligenblut, von Teschenberg . . . Mir ist dbser Spaß zu schlecht!" Sie riß die Ansichtskarte mitten durch, dann die Hälften noch einmal, und ließ die vier Stücke auf die Erde fallen. Fräulein Betty!" Herr Hoffmann!" Aber wie können Sie sagen: ein Spaß! Ich hab' doch an keinen Spaß gedacht Es war mir der blutigste Ernst; nein, der grimmigste; der innigste, mein' ich. Ich wollt' Ihnen zeigen, daß Und ich hatt' auf die Karte geschrieben: Wer großmüthig ist, der verzeiht!" Betty antwortete nicht; sie war blaß geworden. Gott und Herr! dachte sie. geschworen hatt' ich mir neulich, ich wollt' nie wteder etwas Gemeines den ken; und nun tbu' ich so was! Ich btn ein Scheusal, ein Unthrer, ein Vieh! .Wer großmüthig ist, der verzeiht!- Er hatt' es so gut gemeint! Sie bückte sich tief jetzt blutroth und sammelte die vier Stücke auf. Hugo kniete hurtig, um ihr zuvorzukommen; dabei stießen aber nur die Köpfe zusammen, und von der E scbütterung kam auch Betty auf die Kniee. So blieben sie einige Augenblicke, beide verdutzt, und sahen einander an. Er begann zu lachen. Das befreite sie, und sie lachte mit. Haben Sie 'ne Beule?" fragte sie. Ich nicht. Sie?" Ich auch nicht. Wär' mir aber ganz recht gescheh'n; ich hab' mich ja eben schauderhaft benommen. Tie vier Stücke will ich wieder zusammenkleben, und die Ansichtskarte dann in mein Album stecken; und sie zu meiner Beschämung recht oft angucken. Ich war eben na, ich will lieber nicht sagen, was. Ich danke Ihnen sehr!" Sie that die Stücke wieder in den Umschlag und fuhr mit dem in ihre Tasche. Dann sollten Sie mir auch eine Hand geben, zum Zeichen der Versöh nung und Verzeihung." Gern!" Sie gab sie ihm; er drückte sie. Liebes Fräulein Betty. Ich wußte ja. Sie find gut! Das sagte auch Frau Keß-
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ler neulich; wir saßen gerade alle bei Tisch, ich aß mit. O, das ist ein gutes, frisches, prächtiges Frauenzimmer! sagte sie von Ihnen. Das gefiel mir so. Ich wär' am liebsten gleich aufgestanden und hergeritten, um Ihnen das wicderzusag?n.was diese herrliche Frau über Sie gesagt hatte." Ach. da hätten Sie ja aber die Mehlspeise versäumt, und die essen Sie doch so gern!" Das thu' ich allerdings Ich wär' auch sonst gern hergeritten, um einmal wieder plattdeutsch oder messingsch mit Ihnen zu schnacken. Das steht Ihnen so gut. Die Grebbiner Damen können das nicht; ick meine Frau Minna und Fräu!cin Ninghof. Und ich hatt' doch zuweilen eine Art Heimweh danach. Die Heimathssprache soll man gelten! Und, wie gesagt, es steht Ihnen so gut.'
Betty freute stch; diesmal vergaß fte aber nicht wieder, daß sie sich gelobt hatte, zur Strafe für ihre Schlecktigkeit neulich Nachts, von nun an in der ganzen Sa V wahnsinnig edel zu sein. O ja," entgcgncte sie, die Heimathsspräche aber ich weiß doch nicht. Ich hör' die Süddeutschen so gern; zum Beispiel die Rheinländer. Zum Bespiel Fräulein Ringhof. Das ,nit' oder , Hills oder .als' ich Hab's gar o gern!" Hu,o lächelte. Wann haben Sie denn Süddeutsche sprechen hören?" .Na, also doch Fräulein Ringhof. te t überbaun )o lieb; auch zu mir. Das nehm' ich ihr sehr gut! Aber davon ganz abgesehen wie reizend steht ihr alles; besonders wenn sie lustig ist. Aber wenn sie ernst izt, auch. Ich glaub', sie paßt sehr gut für den fcrnfl des Lebens. Sehr!" Betty hielt nun doch inne. Es war ihr, als müßte sie Athem holen, als hätte sie sich aus der Kraft geredet. Na, nun bin ich doch wohl edel genug! sagte sie sich zum Trost, und schmeckte prüfend auö dem Löffel, den ihr das Küchenmädchen gereicht hatte. Tann nahm sie noch etwas Salz aus dem Faß. Hugo antwortete nicht auf ihre schöne Rede. Fräulein Betty! Wollen Sie?" fragte cr statt deyen. m.i-?" ,, . Weder einmal messingsch mit mir schnacken. Ich hab' wirklich eine Art von Sehnsucht danach. Es steht Jhnen " Das babeti Sie sckon zweimal gesagt!" fiel sie ihm geschwind in's Wort. Das thut nichts. Ich glaub , Sie machen sich überhaupt 'ne falsche Vorstellung von mir. Ach. was so 'ne rechte, eckte Plattdeutsche is " Er versuchte, wieder in die alte messingscheGcmütblichkcit zu fallen. Nein, nein, nichts da!" rief sie aber aus, ihren Kochlöffel schwenkend. Zu diesen Dummheiten lab' ich jeut keine Zeit! Ich koche. Hedwig ist iu den Garten gegangen und lommt gar nickt wieder. Frau Ebert hat ja wohl schon wieder Besuch. MacUn Sie lieber, daß Sie hinauskommen, stören Sie mich nicht!" Herr Gott ne ja!" fing er noch einmal im messingsch?n Tonfall an. Sie bedrohn mich ja mit das Instrument da, als wollten Sie mir zu Kleide gehn. Legen Sie den Löffel wech, Sie sünd ja eine ganz gefährliche Person!" Nichts da Löffel weg!" rief Betty und schwenkte ihn nun erst reckt. Marsch dalli paschol hinaus!" So beraube ich Sie gefälligst den Löffel!" rief Hugo dagegen und griff nach ihrer Waffe. Sie hielt sie aber hoch, er safzte nur tyren Ynm. fühlte die junge Kraft darin, die früh entwickelte, reizende Form. Indem die beweglichen Muskeln sich sträubten, war er um so mehr versucht, sie festzuhalten. Den Löffel!" wiederholte er lächelnd, während er doch nur den Arm begehrte. Betty stellte sich auf die Zehen und strebte den Löffel noch höher zu halten, sie konnte aber nicht. Das ist ja ein förmliches Handgemenge!" sagte jetzt eine gemüthliche Frauenstimme in der offenen Thür Frau Lotte Ebert war eingetreten, mit ihr Fräulein Cbristine. diese im Hut, einen Regenscl'irm in der Hand. Hed wig stand hinter ihnen, ihr kurzes Hälschcn neugierig reckend. Ehristinens grünliche Augcn schauten sehr verwundert, bald auf Hugo, bald auf Betty; sie hatten den ganzen Kampf gesehen. Betty ward zu ihrem Aerger roth; mit heftige? Unbefangenheit rief sie aus: Ich hab' aber doch gesiegt!" Und ich hab' Sie nur begrüßen wollen, liebes Fräulein," sagte ChrU st ine lächelnd, nachdem ihre Äugen sich beruhigt harten. Ich war bei Frau Ebert, um doch einmal guten Tag zu sagen, und möcht' noch ein paar Schritte durch den Garten gehn; dann wieder nach Grebbin. Wti Ihrem Kochlöffel unü der Schürze, wie sind ?ie reizend; ich will nun endlich auch kochen lernen. Auf Ebre! Mein Bruder hat's nur nie gewollt. Ah, da ist auch die kleine Bande' " Adolf und Eva stürmten herein, zwischen den Röcken der Damen durch. Sie sahen dann enttäuscht an Christinen hinauf. Bist Du ganz allein da?" fragte Adolf. Eva hob ihr Köpfchen noch mehr: Ohne Deinen Bruder mit dem langen Haar?" Kommt er denn gar nicht wieder?" sagte Adolf vorwurfsvoll. Er soll wieder brüllen!" Ich will auf ihm treten!" Die Damen lachten. Christine nersprach den Kleinen, der langhaarige Bruder werde gewiß einmal wiederkommen, dann ging sie in den Garten hinaus. frnao folate ihr. Es begann
wieder zu regnen, aber nur so, wie wenn Nebel triefen. Das ist kein rechtes Spaziergehwetter," sagte er, sie einholend. , die paar Tropfen thun mir nichts," antwortete sie. Ich will doch den schönen Garten 'einmal wiedersehn. Ich hab' ihn so gern. Lassen Sie nur den Schirm!" Sie duldete aber doch, daß Hugo ihn ihr aus der Hand nahm und über ihr aufspannte. So schritt er neben ihr her, den großen, breiten Hauptweg entlang, der zum Waloe führte. Es geht mir zu merkwürdig mit ihr! dachte Hugo, während er über dies und das mit ihr sprach und sie reden hörte. Sie ist ja immer lieb und gut; aber sie wird nicht wärmer für mich und eigentlich ich auch nicht für sie. Was ist denn daran schuld? Langweil' ich sie doch? Und geht sie mir doch nicht auf den ganzen Menschen? Manchmal denk' ich: der Alpinist! der junge schwarze Doktor in Heiligenblut! Er räthselte hin und her, den aufgespannten Schirm über ihrem verschlossenen Köpfchen haltend. Er dachte aber nicht, daß Fräulein Christine eben auch so ihre Gedanken hatte. Ich hab' sie sehr gern" fing sie plötzlich an. Wen?" fragte er. Das große, hübsche Fräulein in der Küche, mit dem sie um den Löffel kämpften: es sah spaßig aus. 9JHr scheint, das ist die richtige norddeutscye Landblondine, von der guten Art. Lustig und geschickt und thätig. Und dabei so angenehm anzusehen!" O ja, die ist gar nicht übel," sagte Hugo ruhig, sein Gemüth verschließend. Ich wollt' übrigens eben was anderes sagen: gestern hab' ich iu Grebbin bei Ihrem Bruder sehr schöne Photographien von Heiligenblut gesehen. Ganz große; ausgezeichnet. Ich glaub', unterwegs in München gekauft." Christine nickte. Sie gefielen ihm als Photographien so gut; da hat er sie genommen." Hm! Ja, ja. Dabei fiel mir der junge Doktor ein wie hieß er doch noch? Wolfgang Dietl; richtig. Der un auf die Berge führte. Haben Sie von dem gar nichts wieder gehört?" Christine wandte den Kopf ab. Darauf schüttele sie ihn. Nichts gehört?" Nein." Eigentlich doch ein ganz famoser Kerl! Diese Gewandtheit und diese Riesenkraft in dem kleinen Menschen. Und bei seiner Tollkühnheit diese Vorficht mit uns; die rührende Sorgfalt für die Damen; besonders für Sie. Wissen Sie das noch?" Christine sah flüchtig zu Hugo hin: Warum sollt' ich das nicht mehr wissen. O ja." Sie haben hier wohl auch zuweilen Heimweh nach dem Hochgebirg?" Sie schüttelte wieder den Kopf. Warum sollt' ich grade Heimweh haben? Ich ging' natürlich gern wieder hin, werd' auch wieder hingehn; das kann man aber doch erwarten. Einstweilen Seit wann ist denn dieses große Fräulein hier?" Fräulein Betty Reif?" Ja. Die Hübschere." Finden Sie Fräulein Hedwig nickt ebenso hübsch?" ..O nein. Das thun Sie ja auch
rncaii as faur ynen gar mcui ein!" Seit Ostern ist sie hier," erwiderte Hugo, ohne auf das andre zu antworten. Und bis Ostern bleibt sie?" Ja. Die andre auch." Ich beneide sie!" Um was?" Um ihr Kochenlernen. Ich kann noch nichts! Sie soll viel Talent haben fiir's Kochen und für's Wirthschaften überhaupt. Das sagte mir noch eben Frau Ebert, als ich bei ihr im Wohnzimmer war." O ja," sagte Hugo; ..sie wird sehr gerühmt. Auch Frau Keßler rühmte sie ja neulich. Was würd' es Ihnen übrigens nützen, wenn Sie auch bei Frau Ebert lernten; die süddeutsche Küche ist Ihnen ja doch viel lieber Wissen Sie noch, wie Sie einmal zum Doktor Wolfgang Dietl sagten: Das einfachste Alpengericht schmeckt mir besser als das feinste kulinarische Kunst stück in der Ebene? Und wie Sie dann im Feuer des Gefechts über den Tisch riefen: ich wollt', ich wär' eine gute österreichische Mehlspeisköchin, dann war' ich genug!" Nun ja, das war so im Eifer und in der Begeisterung Wie prachtvoll hat damals der kleine schwarze Doktor gelacht! Er hat überhaupt ein famoses Lachen. Es kommt so aus der Brust. Ein Mensch, bei dem wohl alles so recht aus der Brust kommt; ein Kernmensch, ohne Falsch. Wir hatten ihn alle gern!" Was will er nur immer mit diesem Doktor! dachte Christine und warf den Kops auf die Seite. Er spricht ja förmlich begeistert von ihm; so qar nicht mehr mit Eifersucht! Sie drehte sich um. dem Hause zu. Mir scheint, der Regen wird nun doch stärker." sagte sie etwas gereizt, als ärgere der Regen sie. Ich hab' zetzt genug!" Nein, liebes Fräulein, es tröpfelt nur. Mir tröpfelt's zu viel. Ich will wieder in den Wagen steigen und nach Grebbin!" Sie gingen den breiten Wea zurück; eine Weile still. Nicht weit vom Häuft kam ihnen Betty entgegen, ohne Schirm und auch ohne Hut. Ich wollt' Ihnen ooch noch aöieu sagen! rief sie Chri stinen zu: mit einer Herzlichkeit, die
der aam verstehen konnte, der idr gro ßes Gelübde gehört hatte. Darum jT. C sw v . m bin icy auf einen augenoua sortgeiauLassen Sie nur in bren ?Nwn fen zumachen; sonst wird das schöne FräuL. 1 f V ? . i ein najj. uuu rommen tote gui nacy Hau d !' v i ch werd' dock wobl." erwiderte Christine lächelnd. Sie war stehen gcblieben; der sie beschirmende Hugo auch. Nun stand auch Betty still, schaute s Naar mit linnsltiirltffi ttrnhlrnhp i Augen an und nickte recht geflissentlich. n 3 fct ! - 1 m r , . . n 1 wa yaoeu toie fragte linniune. Warum nicken Sie so?" ' Am. ich freu' mich nur aaru rm Allgemeinen!" Betty warf ihr noch eine Kußhand und lief zur Küche zurück. Das sind komische Leute hier! dachte zu Ch ristine, langsam wenergeyeno. er wirbt um mich und preist mir seinen da m ebenbuhler in. Unh ht i-fc möcht' doch wetten, sie hat Hugo Hoffmann gern; sie sieht ihn aber mit mir so unter einem Schirm, und freut sich! 20. Kapitel. ' f m dieselbe Stunde ging Frau EjJ Minna in Grebbin vor dem r. s c v . ycucuijuuü uu unu ar; häuslich, ohne Handschuhe, aber ein Muntelchen um die Schultern gelegt, gegen die Regentropfen, und einen breitrandigen Schutzhut auf dem Kopf. vbte sah den kleinen Enten und den öiüken zu. die aus ihren HolzPalästen," wie Wanda sie nannte, seitwärt vor dem Haus, in's Freie gelassen waren und sich schuldlos und ungestört auf dem grasfreien Platz tummelten. Eine Schaar erwachsener Enten schwamm auf dem Wässerchen, das bei der Brennerei aus dem See herausfloß, quer über den Hof in einer üppig begrünten Senkung lief und zwischen kleinen Häusern verschwand. Minna ergötzte sich an der Mordlust einiger winziger Entchen, die den Fliegen nachstellten, so oft sie eine an der Erde oder an der Holzwand ihres Palastes" entdeckten; gierig mit den kleinen Schnäbeln haschend watschelten sie umher. Da aber die Sonne nicht schien, waren wenige Opfer da, und von den wenigen fingen sie keins. Ihr kleinen Unthiere kr'.'gt so gutes Futter." sagte Minna laut, und geht doch noch auf die Fliegenjagd. ,Tout comme chez nousl' (Ganz wie bei uns!) Es ist eine Räuberwelt!" Endlich kam der, auf den sie wartete: Werner ritt hinten bei der Schmiede von links heran, über den Hos zum Pferdestall, stieg ab, übergab d"n wiehernden Braunen einem Jungen und wollte zu Fuß zum Hause gehn. Minnas anmuthige Gestalt trat ihm aber schon in den Weg, sie war ihm rasch entgegengegangen. Gut, daß wir uns nicht verfehlen," sagte sie nach der Begrüßung; ich wollte eben am Ufer zum jenseitigen Wald. Bor Tisch haben wir noch eine Stunde Ze't. Sind Sie vom Reiten müde, oder begleiten Sie mich?" Werner sh den grauen Himmel an. Müde bin ich nicht; aber es w'll regnen." Ach. das will es schon den ganzen Morgen. Die paar Tropfen thun mr nichts. Und Ihnen auch nicht. Also dann erwei'en Sie mir die Gnade und gehn Sie mit!" Werner lächelte; sie verließen den Hof und schlenderten zum Sce. Ich MUJ Jyncn nämlich etwas Neues erzählen' begann sie nach einigen einleitenden fragen, hre Schwester war noch nie an emem grotzen Hafen; heut Morgen haben wir den Beschluß gefaßt: morgen nach Stettin! Meine Antonie nehm' ich mit; die Arme hat jetzt die ganze Woche allein in Bartels hagen gesimvelt, weil Sie nicht wollten, daß sie hie: er mitkäme; nun muß ich sie doch einmal aufheitern, sonst verschimmelt sie. Wir bleiben über Nacht in Stettin, kommen übermorgen wieder. Lieber o Gott! lieber, schon furchtbar verfinsterter Freund, kommen ie mit?" Sie irren sich, schöne Frau," ant wortete Werner; ich bin nicht verfinstert. Aber mit Ihrer gütigen Erlaubniß " Aha! Oder auch ohne sie" Bleib' 'ch lieber hier!" Diese Antwort mußt' ich erwarten; leider. Tnn so. wie Sie sich hier im Norden entwickelt haben Aber, lieber Freund, Ihr Hierbleiben ist dock tr? (!,' dXnrf 0fr MnS.9 rtssotTt?" VH.V VlWJllV W"U;l. -2wt.!ll UU- . UUIUI , Warum nicht?" Um Minnas Augen und Lippen spielte allerlei. Es ist auffallend. Finden Sie nicht?" Warum?" fragte er jetzt. Keßler selber wünscht, daß ich noch möglichst lange hier bleibe; wir stehn urs recht gut. Ich bin eine Unterhaltung für ihn. Ich hör' auch zuweilen ein paar von feinen ?caadaeschichten an; Sie wissen, er erzählt sie nicht schlecht! Ein mal war ich sogar mit auf der Jagd; da hab ich ihn gesehn, er schießt wirk lich gut. Außerdem ein hübscher. schneidiger Kerl. Und ein guter Deutscher. Kurz, wenn er nicht Aber für ein vaar Wochen oebt'sk" (Fortsetzung folgt.) 7$ IM? seinen Gescinnack. E r : Aber, Elsa, lauter Obst hast Du auf Deinem neuen Hut?... Das ist gar nicht mein Geschmack!" S i e (spitz): Aber um Gottes willen, ich konnte doch nicht, um mich nach Deinem Geschmack zu richten eine Gans Mit Kastanien hinaufbmden!
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