Indiana Tribüne, Volume 28, Number 208, Indianapolis, Marion County, 25 April 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 25. April 1903
Das Schubertlied.
Von Franz Waiden. Auf Busch und Baum schläft still dit Nacht. Im Mondstrahl bleicht die Ferne, fecficu haben ein paar Sterne Die glühen Aeuglcin aufgemacht. Icki lausche an dem Steine 2ern ubcnlieö in einem Haus : ,.Tas Meer crglänzre weit hinaus Beim letzten Ädendjcheine." Mein tbörit' Herz träumt üch zurück Nach kummervollen Jechren, Wo zweie glücklich waren. Nichts weiter kannten als ihr OUücf. Da kommen ein paar Thränen Mir in die Augen glühendheiß. Ich schleich' mich heim auf Jeden leis. Zie -eele slirbr vor Sehnen . . . Auf dem Bohttenfcst. Russische Novellette von M. von Ckenstcen. Beim Bohnenfest hat Wladimir Pedronow die schöne Nadeschda in Moskau kennen gelernt. Als der Geistreichste im ganzen Bekanntenkreise Iwan Smirnows, der mit Glanz und Pomp als erwählter Bohnenkönig die Festlichkeit inscenirt hat. ist er als Hofnarr erschienen, und Nadeschda hat die Rolle der Hofmuse übernommen. Unter Witz, scherz und Tanz haben sich ihre gleichgearteten Seelen schnell gefunden, und wie die riesige Bohne mit den Losen zur Hauslotterie und den neckischen Prophezeiungen herumgereicht wird, finden sich ihre Blicke mit freudigem Aufleuchten; als Wladimir laut die Prophezeiung der Hofmuse vorliest und dann seine eigene, bcicht die fröhliche Gesellschaft in helles Gelächter aus: das Orakel verkündete Nadeschda, daß ein Narr ihr Schicksal entscheiden würde, und dem Schriftsteller Pedronow wurde die Huld der Musen verheißen. Sie machten dem corriger la foi-tune" Zugeständnisse!" drohte lachend die Bohnenkönigin dem Ceremonienmeister; dieser aber, feine Rolle mit vielem Aplomb spielend, meinte mit einer devoten Vernetzung: Passen die beiden nicht herrlich zusammen? Und gefunden" haben sie sich ohne mein Dazuthun: es war nur Nächstenliebe, wenn ich dem Zufall ein wenig nachhalf!" Und der Vormund, der sie mit Argusaugen bewacht? Der sich sein Mündel selber sichern möchte?" Oh! pas de enrinte! Jugend und Liebe sind siegende Kräfte!" . . .Es war in der tiefen, eisigkalten Dunkelheit der Mitternachtsstunde, als Wladimir mit einem beredten Blick und festen ändedruck von Nadeschda Abschied nahm. In warme Pelze gehüllt, fuhr sie an der Seite des Vormundes von der Tschertaskaja über die hochbeschneiten Boulevards ihrer Wohnung zu; Wladimir starrte dem Schlitten mit den silbernen Glocken vom Hausportal Smirnows noch eine Weile in tiefen, sinnenden Gedanken nach, und der übermüthige Possenreiher, der den ganzen Abend mit seinen Einfällen und Witzen die Gesellschaft unterhalten hatte, machte ein so ernstes, nachdenkliches Gesicht, als ob er eine weltbewegende Idee zu entscheiden hätte. Da legte sich aus dem Hause kommend, eine Hand schwer auf seine Schulter: Hei! Heckst Du einen Roman aus? Komm', fahr' mit, Pedrowno!" Es war Wladimirs Freund Alexe! Gargonowski, der bei dem Fest als chinesischer Gesandter figurirt hatte, und der, wie Pedrowno auch, in einem billigen entlegenen Stadttheil, nahe dem Uspeniena Mogizach, dem KirchHof, wohnte. Bereitwillig folgte er der Aufforderung, und bald saßen sie, warm in ihre Pelze gewickelt, die Fellmützen tief über die Ohren gezogen, dicht beieinander, und der Kutscher hieb fest auf das krausmahnige Pferd ein, daß die Messingglöckchen am glänzenden Geschirr hell klirrten und klangen. Die schöne Nadescbda hast Du im Fluge erobert, alter Junge!" sagte Alerei und blies dicke Rauchwolken aus seiner Cigarette. Pedronow that, als hätte er die Worte des Freundes gar nicht gehört und meinte: Wie weit bist Du mit Deinem Volksbilde?" Nun, bis auf einem Hattunkentypus, zu dem ich mir erst das Modell noch suchen muß, bin ich so ziemlich fertig mit dem Entwurf. Aber um auf heute Abend zurückzukommen, Du hast wirklich Glück, Pedronow! Nadeschda ist nicht nur schön und vornehm, sondern auch unermessen reich, und den Vormund abgerechnet frei und selbst ständig." Hm!" Jetzt war es Pedronow, der mit starken, hastigen Zügen rauchte; nach einer Weile sagte er: Hattest Du nicht den Bettler von der Uspenskij - Kathedrale als MoMl?" Ja, ja! aber der war zu sehr Bettler und nicht aenugStrolch! Doch, was ich sagen wollte: man munkelt, der angejahrte Vormund trüge sich selbst mit Hoffnungen." Hell auflachend rief Pedronow: Was bedeuten einseitige Hoffnungen?" Nun, ich meinte ja nur, ... Du solltest nicht so offen Deine Bewunde-
rung zeigen! Der Alte sah Dich heute wiederholt mit wilden Blicken an und na, Du wirst es ja selber wissen, er hat eine einflußreiche Stellung und hat Freunde, die ich mir nicht als Feinde wünschen möchte!" .Du hast recht, mein Lieber, aber Dir seis vertraut: Nadajchoa in mir gut, und mein Streben gilt nur noch dem Glück, sie zu erringend Der Schlitten hielt im Mertroi Perejulok, wo Gargonowski wohnte. Fest dem Freund die Hand drückend, stieg er aus und fragte: Gehst Du vielleicht einmal mit mir auf Modellsuchc?" Gern! Hole mich nur ab; vielleicht kann ich dabei auch Studien machen!" . . . Nadeschda barg erglühend das Ge'ht in ein Bukett bunter Hyazinthen, Krokus und Veilchen und träumte, Wladimirs begleitende Bisttenkarte betrachtend, froh und selig der Zukunft entgegen. Es war acht Tage nach dem Bohnenfest, und die ganze Stadt lag im Banne der Maßlinitza (Butterwoche, ähnlich unserer Fafchingszeit). Alexei und Wladimir hatten dem Vormund, Herrn Orchenka, ihren Besuch gemacht, waren jedoch nicht angenommen worden. Wladimir ließ sich dadurch die Laune und frohe Hoffnung nicht trüben und fandte in kleinen Zwischencäumen einen huldigenden Blumengruß an die Auserwählte seines Herze:s; Nadaschda aber hatte nur einmal die duftenden Grüße erhalten; Herr Orchenka hatte seine Diener knstruirt und zweifelhafte Persönlichkeiten gedungen, die dem Verehrer seines Mündels auf Schritt und Tritt nachspürten. Eines Abends gingen Alerei und Wladimir, in alte, abgerissene Pelze gehüllt und Lammfellmützen auf dem Kopfe, dem Chitrow rinok zu. In einer dumpfen, schmutzigen Schänkstube saßen sie bei Likör und übelriechenden Cigaretten und suchten nach Modellen. Dort saßen einige verdächtige Gesellen bei Borsch, aber die widerlich duftende Kohlbrühe hatte gewiß weder Rindfleisch noch Tomaten gesehen, und die zweifelhafte Farbe rührte von rothen Rüben und reichlichen Paprikascheiben her; andre ließen sich ihre braunen Piroschki, Fleischkrapfen, schmecken, die meisten aber die zeitgemäßen Blinnis, die so beliebten Pfannkuchen, und tranken Fusel in ziemlichen Mengen dazu. Alexei hatte mit Kohle und Pinftl die Gesichter der Situation entsprechend behandelt und saß nun über ein Skizzenbuch gebeugt, um mit demStift einzelne markante Gesichter zu skizziren, als ein Mann vom Nebentisch aufstand, und dicht vor sie hintretend, nach ihren Papieren fragte, indem er sich als ein Aufsichtsorgan der Polizei legitimirte. Die beiden lachten belustigt und harmlos auf; an eine polizeiliche Controlle hatte sie nicht gedacht, aber Alexeis Pinsel hatte solche VerwU'stung in ihren Gesichtern angerichtet, daß man ihnen auf Wort" nicht glauben schenkte, und da man zwei gefährliche Einbrecher suchte, deren Signalement einigermaßen mit ihrerMaskerade stimmte, mußten sie sich wohl oder übel dazu bequemen, dem Sicherheitsorgan die Begleitung in ihre Wohnungen und eine eventuelle Haussuchung zu gestatten. Der Mertroi Perejulok lag zunächst auf dem Wege ; da Alexei außer einigen angefangenen Gemälden nichts als Wäsche und Kleider fein eigen nannte und im Schreibtisch nur Farbentuben, Pinsel und einige Liebesbriefe lagen, empfahl sich der 5Nann des Gesetzes hoflich, aber Wladimir schmeichelte sich vergeblich mit der Hoffnung, daß die ganze Geschichte nun auch für ihn erledigt sei. Der verkappte Polizist begleitete ihn ruhig bis zum vierten Stock seiner Stube beim Uspeniena Mogizach, durchwühlte seine Bücher, Briefe und Manuskripte, fand in einem abgegriffencn Notizbuch einige Notizen über die polnische Insurrektion und beistimmende Bemerkungen über die Handlungen des Warschauer Revolu-tions-Comites, nahm sie stillschweigend en sich und empfahl sich, nachdem er schmunzehnd ein Glas Rum geleert, das ihm Wladimir zur Erleichterung der Arbeit geboten hatte. Am andern Morgen wurde in dämmerndes Frühe an Wladimirs Stube gepocht und er aus dem Bette heraus verhaftet und ins Gefängniß gebracht. Ohne spezielles Verhör fand eine Verhandlung statt, und schließlich wurde er wegen politischer Umtriebe zu Zwangsarbeit und Deportation nach Sibirien verurtheilt. Seine Freunde erfuhren die Thatfache erst, als er mit einer Anzahl anderer unglücklicher Verbannter, zu Fuß und mit Ketten belastet, die Reise auf der großen sibirischen Straße vom Ural nach Jrkutsk hinter sich hatte und in den Salzbergwerken am Baikalsee als Strafgefangener lebte und litt. . . . .Wieder war das Bohnenfest herangekommen, und der Zufall führte Alexei mit Nadeschda im Hause des Militärarztes Godarski zusammen. Welche Wandlung war mit dem schönen Mädchen vorgegangen; kaum konnte Alexei sie erkennen. Bleich, abgemagert, die umrandeten Augen tief in den Höhlen, sah sie in ihrer luxuriösen Toilette wie ein Schatten aus. Ohne Hehl, mit einer fast krankhaft
fieberhaften Hast gestand sie Alexet, daß sie nur gekommen fei, in der schwachen Hoffnung, einen Freund Wladimirs zu treffen; ob er keinerlei Nachricht von ihm hätte? Das wenige, was Alexei wußte, seine Ahnungen und die Trostlosig keit der Aussichten, schilderte er ihr treu und schmerzbewegt, und mit flimmernden Augen unterbrach sie ihn: So weiß ich mehr und Schrecklicheres als Sie! Mein Vormund hatte gemerkt, daß unsere Herzen sich gefunden hatten, und ich verhehlte ihm nicht, daß ich Wladimir Predonow liebte und keines andern Mannes Weib je werden würde! Heimlich ließ er ihm nachspüren, ihn zu verderben, und nun hat er mich vor die Alternative gestellt: entweder ich werde sein Weib, und dann soll Pedronows gräßliches Los auf dem Gnadenwege in einfache Verbannung verwandelt werden oder Wladimir bleibt lebenslänglich der brutalen Gewalt seiner rohen Wächter überlassen!" Und wozu entschlossen Sie sich?" fragte Alexei düster. Gibt es da eine Wahl? Er leidet Folterqualen, soll es mir besser gehen, als ihm? Soll ich ihm nicht Rettung bringen, da es in meiner Macht steht? Ich habe Orchenka gestern mein Wort gegeben, sonst hätte er mir wohl kaum erlaubt, zu diesem Fest zu gehen!" Schweigend drückte Alexei ihr die Hand; ihm erschien ihr Gesicht noch fahler und schmerzoerzogener, als sie leise sagte: Und wenn sein Los erleichtert ist, wollen Sie nach ihm forschen, ihm Trost, Erleichterung und meine Grüße bringen? Alles, was ich an Mitteln besitze, stelle ich zu Ihrer Verfügung, aber Vorsicht ! Sie ahnen ja nicht Orchenkas Mißtrauen und seine eifersüchtige Wuth." Wer bürgt Ihnen überhaupt für feine Ehrlichkeit?" Ich werde erst dann sein Weib, wenn er mir diese Beweise bringt, daß Pedronow keinem andern Zwang mehr untersteht als der Aufsicht in der Verbannung!" Nahe Ust Kutsk, am wildzertlüfteten Oberlauf der Lena, liegen ein paar Häuschen und kleine Hütten an die Felswand angelehnt, und auf den Grasflächen nach der Poststation hin zerstreut. Einsam und düster ist die nebelverhüllte Gegend, nur die aufgehende Sonne lugt bleich zwischen zwei Bergrücken am gegenüberliegenden Flußufer ein Stündchen herein. Hinter den Hütten rauschen im Sturmwind, der sich im Felsenspalt verfängt, die dunklen Nadelwälder. Die ?selsrücken sind mit Lärchen bepflanzt, graue Eichhörnchen hasten durch das Laubholz, und Füchse bellen in kalten Nächten. Jäger durchstreifen gern die Gegend nach Hermelin und Zobelthier. An manchen Hütten hängt Fischergeräthe, denn die Lena bringt vielen und erträglichen Fang. In den Häuschen und Hütten ist's so düster und traurig wie in der Gegend ringsum. Nur Akim Simkows Hütte trägt hellen Schmuck von aufgeklebten Bildern aus Zeitschriften, und über dem Bett hängt in grellen Farben ein Christusbild. Den Schmuck besorgt ein Jäger, der bei Akim wohnt. Er sitzt an einem rohgezi.nmerten Tisch in der Fenstervertiefung; das gelbe Licht seiner kleinen Lampe streitet mit dem heraufziehenden Tag. Er ist grotz, schlank und jung; die Züge seines Gesichts sind edel, und die bleigraue Farbentönung seiner Haut, wie die tiefen Furchen, reden deutlicher von den ausgestandenen Qualen der Zwangsarbeit, als die Papierblätter, auf denen er mit hastender Hand und scheu nach außen spähendem Blick die Geschichte seines Elendes niederschreibt. Wenn Jäger oder Fischer die einsame Straße heraufkommen, oder das rollende Gestein hinter der Hütte einen nabenden Schritt andeutet, verbirgt er eilig unter einer losen Diele, die ein Fell bedeckt, die Blätter und schreibt dann an harmlosen Erzählungen, die in den Tageszeitungen in seiner Heimath über der Grenze erscheinen. Die Blätter unter den Dielen aber hofft er einmal in eine ehrliche Hand legen zu können, damit seine Brüder es erfahren, wie Sibiriens Hölle aussieht. Er löscht das Licht aus und fährt zu schreiben fort: Die Lederpeitsche mit der Vleikugel zermalmte ihm die Knochen und zerfleischte ihm den Körper; aber selbst die Wohlthat der Ohnmacht gönnten ihm die brutalen Henker nicht! Nie werde ich den Schmerzensschrei vergessen, den das Opfer ausstieß, als man mit Ammoniak die ersterbenden Kräfte weckte, und die blutenden Wunden mit salziger Lauge betäufelte! Nie werde ich den Anblick verwinden, den ein von Insekten zernagter Körper in den Gruben der Bergwerke mir bot." Schaudernd strich der Schreiber über seine Stirn und blickte durch das niedere Fenster in die Weite; jetzt sah sein scharfes Auge am Flußufer Gestalten zwischen den zerrissenen, immer rascher verziehenden Morgennebeln; hinter diesen hoben sich die düstern Felsen und Klüfte schattenhaft vom graublauen Himmel ab; die dunklen Wogen der grollenden, strudelnden Lena rauschten laut bis in das Stüb chen, aber was der einsame Mann
sah, war so seltsam, daß er alles um sich her vergaß, selbst die Vorsicht. Den Stift in Händen, weit über die engbeschriebenen Blätter vorgebeugt, starrte er hinaus, als ob Geister durch die Felsenschlucht kämen. Und je mehr die Gestalten sich näherten, desto höher richtete er sich auf; es war kein Zweifel; sie schritten Simkows Hütte zu, ein Mann und ein Weib, geführt vom Stallknecht der nahen Station. Jetzt stand er in der offenen Thür auf der niedrigen Treppe; mit einem einzigen Blick umfaßte er das Wunder der groß aufsteigenden Sonne, die die gegenüberliegenden Felsengipfel wie mit Gold umsäumte, die Lärchen und Zirbelkiefern mit ihren ersten Strahlen liebtoste und die grauen Nebelschatten zerriß. Mitten in einem vrelten Sonnenstrahl kamen die Gestalten auf ihn zu. Da gellte ein Schrei von feinen Lippen und schluchzend schlug er die Hände vor das Gesicht. Narrte ihn ein Fieber, war es ein Wahngebilde? Sie, deren Bild ihm allein die Qualen versüßt hatte, sie, von der ihm ein Brief des Freundes die heroische That gesagt und Grüße gebracht hatte, sie das Weib eines anderen Mannes, und der geliebte Freund?! Blitzartig durchzuckten ihn diese Gedanken, als sich zwei feste Arme um ihn schlössen und des Freundes Stimme rief: Wladimir, lieber, alter Junge!" weiche Hände die seinen umschlangen, und eine Stimme, die er wachend und träumend immer gehört hatte, in zitternder Bewegung hauchte: Ich bin gekommen, um bei Dir zu bleiben. Dich nie zu verlassen!" Und der große Mann weinte wie ein Kind. In der kleinen Hütte am zerklüfteten Lena-Ufer prasselte ein munteres Feuer; Nadeschda lehnte den Kopf an Wladimirs Brust und lauschte, ivas Alexei aus den Erinnerungsblättern im Tielenversteck las. Mit oerweinten Augen und blaß bis in die Lippen warf sie dann die Blätter in die prasselnde Gluth: Wozu diese Erinnerungen?" sagte sie, die bleiche Stirne des Geliebten küssend. Diese Blätter in unrechten Händen könnten Dich zur Hölle zurückführen! Laß uns fortan nur der Gegenwart, der Zukunft und unserm stillen Glücke leben!" Als der Priester den Bund Wladimir Pedronows und der Wittwe Nadeschda Orchenka eingesegnet hatte, reiste Alexei nach Moskau zurück, aber er hatte versprochen, von Zeit zu Zeit die Verbannten in Jr'utsk zu besuchen, speziell einmal zum Bohnenfest; sie wollten die Erinnerung an die Prophezeiung feiern. Die Memoiren Wladimir Pedronows bleiben aber ungeschrieben. Antworten bei einer Freiwilligen Prüfung.
Des Sängers Nachtruhe von Uhland. Das verschleierte Bild zu Jesaja. Die Braut des Messias von Goethe. Hofprediger Gerhard Hauptmann lebte zur Zeit des Großen Kurfürsten. Braunschweig liegt in Mecklenburg. Galilei hat die Drehbarkeit der Erde erfunden. Mit solchen tiefgründigen Weisheitssprüchen wurde neulich bei der Freiwilligenprüfung in einer großen preuhischen Provinzialhauptstadl die Neugier der staunenden Examinatoren befriedigt. Lieb Vaterland magst ruhig sein! Tauchende Schweine. Schweine haben im allgemeinen eine große Scheu vor Wasser. Man berichtet jedoch über tauchende Schweine, die in fast wildem Zustande auf einigen Inseln bei Florida vorkommen und sich in der Hauptsache von den Fangabfällen nähren, die die dortigen Fischer weggeworfen haben. Um zu diesem Futter zu gelangen, müssen die Schweine untertauchen, und sie gehen dazu reichlich bis 5 Fuß tief in's Wasser. Antworten ans Briefe. Pünktlichkeit im Briefschreiben ist ebenso wichtig in der Politik wie in Geschäfts- und Privatsachen," sagte ein Bekannter des verstorbenen Senators William B. Bäte von Tennessec, indem er auf dessen Beispiel hinwies und fortfuhr: Senator Bäte war berühmt für die Pünktlichkeit mit der er Briefe beantwortete, und schrieb dieser Eigenschaft einen Hauptantheil an seinen politischen Erfolgen zu. Er betrachtete es geradezu für unmoralisch für einen Mann, der im öffentlichen Leben steht, einen Brief, besonders einen Brief von seinen Parteimännern, nicht zu beantworten; er rechnete die Beantwortung unter die Pflichten, welche er seinen Leuten schuldete." Was würden Sie denken," pflegte der Senator zu sagen, falls jemand Ihnen keine Antwort gibt, wenn Sie ihn von Angesicht zu Angesicht etwas fragen? wenn er überhaupt von Jhrer Frage keine Notiz nimmt? Würden Sie das nicht als eine Beleidigung betrachten, als einen Schimpf, für den Sie Genugthuung wünschen? Ich wenigstens würde das thun und jeder Mann von Selbstachtung ebenso. Einen höflichen Brief nicht zu kernt Worten, ist genau ebenso zu verur-theilen.'
Allerlei für'ö Hau. Winke für die Fuhbekleid u n g. Wie manchen Seufzer, wie manches kernhafte Scheltwort haben zu winterlich feuchter Jahreszeit schon die naß und nicht wieder rechtzeitig trocken gewordenen Schuhe und Stiefel, die sich nur mit Mühe wieder auf die Füße ziehen lassen, ihren gepeinigten Besitzern erpreßt. Trockenes Schuhwerk ist zudem eine Hauptbedingung zur Erhaltung der Gesundheit. Völlig durchnäßte Stiefel, die nicht die Form verlieren sollen, trocknen am besten, wenn sie mit Spreu und Erbsen ausgefüllt oder auch fet mit Papier ausgestopft über Nacht in der Nähe des Ofens aufgestellt werden. Am Morgen erleichtert ein wenig Talkum, das man hineinstreut, wesentlich das Anziehen. Das Leder leidet jedoch, sobald es der Hitze des Feuers zu sehr ausgesetzt wird, es bricht und wird rissig. Dem lästigen Uebel des Knarrens der Stiefel hilft man mit Leinöl wirksam ab, das warm auf die Sohle gestrichen wird und einziehen muß. Wer es sich leisten kann", thut gut, die neu angefertigten Stiefel eine zeitlang unbenutzt stehen zu lassen, da frisch besohlte Stiefel sich schneller abnutzen. DasKüchen-undEß-Ge-schirr soll in- und auswendig möglichst glatt fein, damit jede Unreinlichtest rasch entfernt werden kann. Bei der Wahl des Materials für Kü-chen-und Eßgeschirr sollte nicht bloße Rücksicht auf den Zweck des Gegenstände, sondern auch die Erwägung maßgebend sein, ob nicht schädliche Substanzen aus ihnen in die Speisen und Getränke übergehen können. In gesundheitlicher Beziehung tadelloses Material ist Glas, Porzellan und Steingut mit entsprechender Glasur; diese Materialien geben nicht das Geringste an die Speise ab, sind wegei? ihrer Glätte leicht zu reinigen und lassen Schmutz leicht erkennen. Aufbeivahrung von Oef e n. Wenn man die Oefen im Frühjähr wegsetzt, so bestreiche man sie mit Ofenschwärze, die mit Petroleum angerührt wurde; sie werden dadurch vor Rost geschützt. Gipsfiguren zu bemalen. Bevor man auf Gips malt, ist es nothwendig, damit er nicht zu viel Farbe schluckt, die ganze Fläche oder Figur mit Japalack zu bestreichen, und zwar drei- oder viermal. Es kann dies gleich hintereinander geschehen, weil die Lösung unter den Händen trocknet und daher auch ein sofortiges Bemalen zuläßt. Schrift aus Metall. Die zu beschreibende Stelle erhält zunächst einen Ueberzug von geschmolzenem Wachs, in das die Buchstaben mit einem spitzigen Instrument eingegraben werden. Darauf bereitet man sich eine Flüssigkeit von 50 Gewichtstheilen starker Salpetersäure und 5 Theilen starker Salzsäure, die man gut durcheinander schüttelt. Mit derselben werden die in Wachs gravirten Buchstaben mittelst einer Gänsefeder gut überfahren. Man läßt dann je nach dem gewünschten Aussehen die Säure 1 10 Stunden einwirken, wäscht ab und entfernt dann das Wachs. Will man nach dem Waschen die Farben der Stoffe beleben, so thut man etwas Essig in das Spülwasser, und zwar auf einen Eimer Waffer zwei Tassen scharfen Essig. Warzenmittel. Zur Vertilgung der Warzen, Vergrößerungen einzelner Hautpapillen, giebt es zahllose Mittel: außer dem Ausschneiden und Abbinden wird das Aetzen (Beizen) derselben gewöhnlich als Radikalkur betrachtet. Man betupft wiederholt mit Höllenstein und entfernt jedesmal vorher mit einem Federmesser die schwarzen Borken, und zwar so lange, bis die Wurzel zerstört ist. Dieselbe Wirkung hat Essigsäure, welche leichter zu handhaben ist. Salmiak und starker Essig gemischt, täglich mehrmals dick auf die Warzen gebracht und eintrocknen lassen, vertreibt sie oft sehr bald. Ebenso wirkt starke Kochsalzauflöfuna. Der Umstand, daß die Warzen sehroft von selbst und plötzlich wieder verschwinden, hat manchem unschuldigen Volksmittel und lächerlicken sympathetischen Mitteln, Besprechungen u. s. w., zu Ansehen verholfen. GegenUngezieferbei Hunden ist das folgende Mittel zu empfehlen: Man gießt auf 6 Handvoll Wermuthkraut 3 Quart siedendes Wasser und läßt den Topf 8 Stunden lang zugedeckt stehen. Nach dieser Zeit werden die Thiere in dieser Abkochung gebadet, darauf mit frischem Wasser gewaschen und gekämmt. Oder man kocht 1 Unze Coloquinten (Colocynths") in 1 Pint Wasser und seiht die Abkochung durch. Zu dieser Flüssigkeit setzt man zehn Tropfen Hirschhornöl (Oil of Hartshorn") und 100 Tropfen Terpentinöl, in 1 Unze Alkoho! gelöst, und fchüttelt gut um. Mit dieser Flüssigkeit bürstet man die Thiere. Gebackene Semmelklößchen. Man schüttet einen reichlichen Teller voll geriebener Semmel ohne Rinde in eine Kasserolle, fügt 2 Unzen Butter. 5 ganze Eier und 2 Tassen Milch hinzu, rührt es mit einem holzernen Löffel auf dem Feuer wie ein
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Aug Diener,
