Indiana Tribüne, Volume 28, Number 208, Indianapolis, Marion County, 25 April 1905 — Page 5

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Jndiana Tribüne SS. April 1905. 5

Des Sängers goldene Jubelfeier. Herr und Frau CarlBarus

Empfangen (iebeszeichen von nah und fern zu ihrer goldenen Hochzeit.

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Professor Süße Klänge deutscher Lieder aus geübten Sängerkehlen begrüßten schon am Vorabende deZ goldenen HochzeitS tageS Herrn und Frau Carl BaruS. Der Männerchor und der Musikverein brachten in kurzer Aufeinanderfolge dem verehrten Paare festliche Serenaden und innige Glückwünsche dar und übersandten gestern noch als fichtbare Zeichen duftende Blumengaben. Aus dem alten Heim in Deutschland und aus allen Theilen dieses Landes trafen Glückwünsche ohne Zahl im Heime des Paares ein und erfreuten das Herz der greisen Jubilare, nicht minder wie die sichtbaren Zeichen der Liebe und Anerkennung, die ihnen gewidmet wurden. AuS Blasewitz in Deutschland langte folgender poetischer Gruß an: Zur goldenen Hochzeit. Der "türm erbrauste durch daS deutsche Land Und fegte reinigend durch enge Gassen; 3 flammte auf ein Sehnen und ein Haffen, Und ez zerritz manch' festgeknüpftes Band. Auf flog der Same guter, deutscher Art, Und wurde fortaeweht nach fernsten Orten. W? ftei're Bahn den Thaten und den j Worten, Wo s'rei'r?s Licht den freien Geistern ward. Auch du hast einst die Flügel ausgespannt Und hast den Flug gewagt zum fernen Westen. Der starken Herzen eines, und der besten. Ward aus der Fremde harten Grund gebannt. Mit fester Hand und heller Stirne hast Den fremden Boden Du und Geist bezwungen, Hast Dir ein Heim nach deutscher Art errungen Und warst gekommen nur als armer Gast. Fortzeugend fließt burch's neue Land Dein Blut, Fort zeugt Dein Geist die deutsche Kunst und Sitte; Tu trugst das Lied ihm in Palast und Hütte Und gab'ft .)m also wahrlich reiches Gut. Und wenn es Dich mit Ehr' und Lieb' umspann'. Dann hat es wohl verdienten Lnhn gegeben: Es hat sich selbst gekrönt, krönt es Dein Leben, Das ihm vom Schönen einen Strahl gewann. Doch auch die alte Heimat denket Dein Und naht sich Dir mit einem Ehrenkranze, Ju Deinem Jubeltage in gold'nem Glänze; Sie will dem Freudenfeste fern nicht fein. Sie sendet Dir in Treuen einen Gruß, Dir uud der Edlen, die des Himmels Segen Als Weib Dir zugetheilt, auf weiten Wegen, Die muthig wanderte, Dein rüst'ger Fuß. Es sei beschieden Euch, die schöne Ruh', Die Euch der Abend beut, noch lang' zu kosten; Beschiedcn Euch ein Rasten ohne Rosten, Bis Ihr, zufrieden, schließt die Augen zu ! Seinem lieben Onkel Carl Barus in Indianapolis verehrungsvoll gewidmet B l a s e w i tz , den 3. April. H. T h i e l s ch e r.

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Carl Barus. Viele der alten Schüler und Freunde de Jubilars aus Cmcinnati, JndianapoliS und anderen Orten fanden sich persönlich in dem feftgeschmückten Heime ein, um die Hände der greisen Freunde zu drücken und ihren herzlichen Glückwünschen Ausdruck zu geben. In tief empfundenen Versen, welche in kostbarem, goldenen Rahmen dem Jubelpaare auS Cincinnati überreicht wurden, feierte der alte Freund des Paares, der deutsch-amerikanische Dich ter G. A. Rattermann, die schöne Be gebenheit. Dem herrlichen Gedichte fügte der Verfasser den folgenden Epi log bei: Freunde ihr aus alten Zeiten, Euch geweiht ist dieser Sang. Zu des gold'nen Festes Feier Töne es mit Hellem Klang! Schalle fort in Wonncklängen. Wie die Zeit auch stürmisch grollt. Bis des Daseins Tage leter Scheidend in den Abgrund rollt ! Aber an dem heut'gen Tage, Der der Freude ist geweiht. Löse sich der Traumgedanke An die Flüchtigkeit der Zeit. Bei der vollen Gläser Klingen, Sei dem eben nur gedacht: fteit're Zeiten werden bringen Glück, da goldig euch umlacht! Außer Herrn Rathermann, war auch Herr F. Karrmann aus Cincinnati eingetroffen; aber noch viele auswärtige Gäste werden erwartet. Karl Barus wurde im Jahre 1823 in Schurgaft, Schlesien, geboren. Schon früh machten sich seine Begabung und Liebe zur Musik geltend; er begann seine Studien, die ihn in das Reich der Töne führen sollten, in BreSlau unter tüchtigen Meistern . Die blutigen Tage der 48er Revolution griffen auch stö rend in das Leben be3 jnngen BaruS ein und im Jahre 1849 kehrte er der alten Heimath den Rücken, reich an Idealen und der Liebe für alles Schöne. Bei Saginaw. Michigan, versuchte der junge Einwanderer seine eigene Schalle auf unwirthlichen Boden zu bauen, bald aber u?ar die Liebe zur Musik so mächtig, daß er den Ackerbau an den NagelZ hängte und nach Cincinnati reifte. Dort pflügte er, ein Pionier deutschen Sanges, den Boden für das deutsche Lied und wurde einer der Männer die dasselbe im Westen Amerikas zu Ehren brachten. In Cincinnati traf er in Sophie Möllman seineLedensgesührtin, welche nun 50 Jahre mit ihm Freud und Leid in liebender Kameradschaft trägt. Von den Kindern welche dem Paare ge boren wurden sindnoch zwei, Dr. Carl Barus jr. von der Brown Universität und Fräulein Jennie BaruS, welche mit liebender Hingebung die greisen Eltern hegt und pflegt, die Freude der Eltern. Prof. Parus hatte die seltene Auszeichnung als Feft.Dirigent bei 5 nationalen Sängerseften erwählt zu wer

den. Auch war er Dirigent bei 3 ftaatlichen Sängerseften. Er war der Schöpfer der Mai.Musikfefte. Im Jahre 1882 folgte Prof. BaruS dem ehrenden Rufe des Indianapolis MSnnerchor und übernahm das ihm angetragene Dirjgentenamt. Er legte im Jahre 1396 wegen seines hohen Alters sein Amt als Dirigent des Männerchors nieder. Unthätig aber konnte ein Mann wie BaruS nicht bleiben, so ift er denn jetzt noch Dirigent der Gesangssektion des Südseite Turnvereins, welche gestern ebenfalls den Jubilaren harmonischen Glückwunsch darbrachte, und ertheilte einigen Schülern Privatunterricht. Unter den vielen Ehrenbezeugungen, die Prof. Barus und Frau erhielten, ift nicht zu vergessen das von der City Band gestern Abend um 7 Uhr gebrachte Ständchen. Herr Barus pflegte keine Aufführungen im Männerchor ohne Orchester zu geben und da in diesen Orchestern die City Band thätig war, waren diese mit Herrn BaruS gut bekannt. Herr Sprengpfeil von der

City Band hielt eine passende Ansprache und Herr Barusdankte mit bewegten Worten. Landschmied und Orgelbauer. Aus Mecklenburg - Strelitz schreibt man: Eine kleine charakteristische E'visode aus dem Leben des Vaters des oekannten Orgelbauermeisters Sauer mag hier Platz finden. Sauer, der Vater, war seines Zeichens und Handwerks ursprünglich Schmied, und zwar Landschmied. Er betrieb sein Äandwerk zu Schönbeck, einem fürstlichen, in Mecklenburg - Strelitz eine Meile von der Stadt FriedlaNd entfernt belegenen Domanial - Dorfe, als Besitzer der Schmiede bis zu Ansang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. In dem schlichten Landschmied steckte ejwas von einem plastischen Künstler. Er verfertigte im Auftrage eines Friedländer Schlächtermeisters für das Grab dessen verstorbenen Sohnes ein Denkmal, das hierfür sprechendes Zeugniß ablegte. Zdas Mal war ein Kreuzesstamm mit Doppelarmen. An den oberen die Figur des Gekreuzigten, auf den beiden Enden der unteren je eine engelartige Figur in fliegender Gewandung, die eine einen Kelch, die andere einen Anker haltend. Die Cbristus - Figur, in deren Antlitz der Ausdruck des Schmerzens und des Leidens nicht zu verkennen war, maß Wohl ihre zwei Fuß in der Höhe, die EngelFiguren je einen halben Fuß. Das ganze Denkmal, dessen Figuren und anderweitige Verzierungen übergoldet sich darstellten, war ein Werk des einfachen Scbmiedehammers in der Hand eines Lanoschmiedes. Als das Werk fertig war, überbrachte es dessen Schöpfer dem Bestiller, dem Schlächtermeister in Friedland, und seine Aufsiellung an dem betreffenden Grabe auf dem dortigen Friedhofe sollte vor sich gehen. Besteller und Schöpfer hatten aber und das ist das kleine zeitaeschichiliche Moment" dieser kleinen Geschichte! die Privilegien der ehrsamen Zunft der Grob- und HufSchmiede inLriedland auher acht gelassen, wonach die Zunft geschmiedeten Erzeugnissen und Gegenständen aller Art den Einlaß in die Stadt zu derweigern, das Recht befaß. Von diesem Rechte machte denn auch die Zunft dem geschmiedeten Kunstwerke des Landschmiedes Sauer gegenüber &t brauch, dem hiernach zunächst nichts anderes übrig blieb, als mit seinem Kunstwerk wieder nach seinem heimischen Dorfe Schönbeck zurückzukehren. Besteller und Künstler riefen nun in der Sache die Intervention von E. E. Bürgermeister und Rath" der Stadt an, doch dieser lehnte unter Hinweis auf die Privilegien der SchmiedeZunft eine solche rundweg ab, Erfolg dagegen hatte em Jmmediatgesuch an den Landesherrn, Großherzog Georg. Dieser gab folgendes Salomonische Urtheil ab: Die Privilegien der Schmiede - Zunft zu Friedland dürfen nicht angetastet werden, wonach also auch dem Schmiedewerk des Landschmiedes Sauer zu Schönbeck der Einlaß in die Stadt Friedland zu versagen ift. Doch soll die Schmiedezunft Zu Friedland aehalten sein, dem Besteller des Grabdenkmales, Schlächtermeister Schulz zu Friedland, binnen Ablauf von drei Monaten a dato dieses ein gleiches Grabdenkmal für den gleichen Preis herzustellen, wie das der Landschmied Sauer zu Schönbeck gethan hat." Da kein Genosse der SchmiedeZunft hierzu geneigt war, wurde das Grabdenkmal eingelassen und auf dem ??riedhofe zu Friedland auf dem betreffenden Grabe aufgestellt, wo es heute noch steht. Der Landschmied Sauer zu Schönbeck verkaufte bald hiernach sein Schmiedegehöft und erwarb ein Haus in Friedland und damit das Recht, nunmehr dortselbst Bürger zu werdelf und bürgerliche Nahrung" zu treiben. Seinem Schmiedehandwerk sagte er später gänzlich Valet und legte sich auf die Ausübung einer freien Kunst" und zwar der des Baues von Kirchen-Or-geln, worin er überaus Gutes und Anerkennenswerthes leistete und worin es jetzt sein Sohn Wilhelm Sauer tut vollendeten Meisterschaft gebracht hat.

Vergißmeinnicht.

Ekizze von C. Dalichow Merseburg. Mutter. Mutter, sieh nur, wie meine Blumen jetzt anfangen zu blühen," rief der am Fenster stehende, in der liebevollen Betrachtung seiner von ihm selbst gepflegten Topfblumen dertiefte Fritz seiner Mutter zu. Die Gerufene, die sich nebenan in der Küche bei der Zubereitung des Mittagessens befand, guckte um den Thürpfosten zu ihrem blonden Liebling und sagte zärtlich, aber kurz: Ja, mein Fritzel, ich habe es schon gesehen, jetzt muß ich aber das Essen fertig machen, der Vater kann jeden Augenblick aus dem Dienst kommen." Unmittelbar darauf entstand ein Geräusch im Nebenzimmer, und durch die angelehnte Ti,ür trat ein großer, kräftiger Mann im Anfang der Vierziger mit den Worten: Er ist schon da. Was ist schon wieder mit deinen dummen Blumen los, du alberner Junge," wandte er sich fragend an seinen Blondkopf, hast doch deine Schularbeiten gemacht?" Trotzdem der 12jährige Knabe an die polternde Art seines Vaters gewohnt sein mußte, traten bei der barscheu Frage Thränen in seine Auqen, deren Farbe dieselbe seiner blühenden Veraißmeinnicht waren. D:e Mutter, die jetzt die Teller auf den Tisch trug, antwortete an Stelle des Knaben, mdem sie einen mißbilligenden Blick auf den Hausherrn warf: Aber gewiß doch, Otto, hat er seme Schularbeiten schon gemacht, du weißt ja selbst, daß das bei ihm das erste ist. Uebrigens solltest du den Jungen wegen seiner Blumen nicht schelten, er freut sich doch so darüber, wenn er sie selbst pflegen kann. Der Nachbar, der ihm vor einigen Tagen neue Absenker gab, bedauert, daß der Junge später nicht Gärtner werden soll." Auch den Schmerz noch," rief mit komischer Geparde Hadorf aus, der kann seine Wege selbst treten, dabei braucht ihm unser Junge nicht zu helfen, aber nefn euch Frauensleuten ist es der Nach, :r, der mir aus dem Jungen ein Mädchen macht. Spielen soll er, sich mit den anderen Jungen raufen, wenn er seine Schularbeiten hinter sich hat, und nicht seine dummen Blumen anschmachten wie ein verliebter Backfisch den neugebackenen Leutnant. Wenn mir die Geschichte zu viel wird, Fritz," wandte er sich an den Knaben, dann verschwinden die Blumentöpfe mal über Nacht, eine Weile sehe ich noch dem Kram zu." Frau Hadorf, die die innere Herzensgüte ihres Mannes von seinem harten Aeußern und die Liebe zu seinem Sohne trotz seiner schroffen Art besser kannte als Fritz, nahte sich eigenthümlich lächelnd, dem Ohr ihres Ehegewalligen und flüsterte ihm einige Worte zu. Dieser sah erst sie und dann den Knaben an, ainq eilig auf letzteren zu, faßte ibn mit deer Hand in's Genick und drehte ihm den Kopf widerstrebend so, daß er ihm in's Gesicht sehen mußte. Ist's wahr, Fritz, was Mutter sagt?" Was denn. Vater?" fragte der Junge ängstlich. Daß du heute zwei Bänke übersprunaen hast und Pnmus m)U Ja," antwortete Fritz kurz, noch etwas pikirt. Herzenskerl," würgte Hadorf in seinen Bart und drückte dem Jungen zwei Küsse in das Haar. Doch als wenn er sich des Zärtlichkeitsbeweises schämte, sprach er in etwas polterndem Tone: Das habe ich auch von dir erwar tet. nur nicht, daß es o schnell geht; sollst aber zu Weihnachten deinen dummen Horaz haben und kannst deine Blumen weiter behalten, vorausgesetzt, daß du dich durch diese nicht vom Lernen abhalten läßt." In fröhlicher und innerlich gehobe ner Stimmung nahm Hadorf sein Mittagessen ein, sein Schläfchen hielt er heute nicht, dazu war ihm dle Laune verdorben, wie er sich ausdrückte. Er begab sich in sein Arbeitszimmer und träumte mit offenen Augen, ungestört durch Collegen. von der Vergangenheit und Zukunft. Er war auf dem Lande aufgewach sen, als armer Leute Kind hatte er die zweistufige Dorfschule besucht und als aufgeweckter Knabe bald den Lehrgang der höheren Klasse erfaßt, während sich die Knaben der reichen Bauern plagten, die allereinfachsten Sachen in ihre Dickschädel zu bringen. Oefters hatte der Lehrer seinen Vater gefragt, ob er denn gar nichts an den Otto wenden und ihn in die Stadt und in eine bessere Schule geben wolle, der Vater mußte stets mit einem traurigen Kopfschütteln äußern, daß er zufrieden wäre, wenn es aerade fo rumginge. Nach feiner Schulzeit mußte er ertzeblich fchärfer heran, um seinen Ellern und seinen jüngeren Geschwistern eine Hufe zu sein. Da kam seme Mi tttärzeit, und die Möglichkeit, in eine lckssere Sphäre zu kommen, nützte er fauch langjährige Dienstzeit aus; aus kZlgener Kraft hatte er sich seine jetzige Stellung als Subalternbeamter er rungen, vermöge seiner Gewissenhaf tigkeit und Sauberkeit in den Arbeiten, eine Stellung, die seinen dreiköpfigen Haushalt und txnt bescheidenen An sprüche gut nährte. Besonders beliebt war er der fernen Colleqen zwar nlcht. weil ihn seine Heftigkeit öfters binrin

und fein äußerlich rauhes Wesen ihnen nicht zusagte, aber das ließ ihn kalt.

er that seine Schuldigkeit im Dienst, mochte man von ihm denken, was beliebte. Da sollte es seinem Sobne. seinem Fritz, nicht so schwer werden, dem wollte er als Vater die Wege ebnen, und auch bessere Wege, die nicht so dornenvoll sein sollten, und $u einem oeneren Ziele führten. Für das innere Wesen des Jungen konnte seine Frau sorgen, die ihn zwar als ihren Einzigsten etwas verhätschelte, aber der Junge war seinem Charakter nach überhaupt seiner guten Mutter nachgeartet, das Aeußere an Gestalt und Knochenbau hatte er vom Vater, ebenso die blauen Augen. Für das andere aoer wollte er sorgen, und wie jetzt der Junge Primus in Quarta sei, fo sollte er auch mal Erster in Prima werden. Und wenn er dann das Abiturium hinter sich hatte, dann na, dann wollte er weiter sehen, und wenn das Vermögen seiner Frau drauf ginge - er hatte ihn doch so lieb, seinen Jungen, seinen Einzigsten. Vierzehn Tage später. Hadorf kam am Abend aus dem Dienst und fragte seine Frau nach dem Gruß wie immer, wo sein Junge sei. Mit traurigem Gesicht berichtete Frau Hadorf, daß dieser sich schon zu Bett gelegt habe, er fiebere etwas, hatte Kopfschmerzen und Halsweh, sie hätte ihn mit einem warmen Umschlag um den Hals versehen. Hadorf fuhr auf: Aber Frau, wie oft soll ich dir sagen, daß du mir den Jungen nicht verweichlichst, er wird zu viel gegessen haben und morgen früh wieder auf dem Posten seift." Soll ich nicht lieber zum Arzt gehen?'' Dummes Zeug, wegen solcher Lappalie zum Arzt laufen!" Beide gingen an's Bett des 5tnaben, der bereits schlief, den Mund im Schlafe aber offen hatte, was sonst nicht seine Gewohn1)eit war. Siehst du, wie er glüht," flüsterte Frau Hadorf. Mein Gott, wenn du ihm solch' dickes Tuch um den Hals gewürgt hast, muß er doch glühen, ich mag ihn nur nicht wach machen, sonst müßte das Tuch runter." Bedrückt aßen die Eltern ihr Abendbrot, und da das muntere Geplauder des Knaben fehlte, der sonst immer die Tagesbegebenheiten aus der Schule und der Nachbarschaft berichtete und oftmals dabei in ein lustiges Lachen ausbrach, wenn er etwas DrolligDummes oder Gescheidtes seiner Altersgenossen berichtete, so nahm Hadorf seinen Hut und machte einen Spaziergang. Seine Frau hatte ihre Begleitung mit Rücksicht auf den kranken Sohn abgelehnt. Am anderen Tage klopfte es an Hadorfs Dienstzimmer heftig und nervös. Auf sein Herein-Rufen siürzie seine Frau mit verstörtem Gesicht in's Zimmer. Angstvoll fragte er: Was ist los. ist der Junge nicht in der Schule?" Nein, nein, komm schnell nach Hause, er ist sehr, sehr krank." Seiner Frau war er vorciusgeeilt. hatte sich den Knaben einen Augenblick angesehen und war dann an seiner Frau wortlos vorübergerannt zum Arzt. Mein Spaziergang in der Abenddämmerstunde führte mich oft an dem auf einer Anhöhe vor der Stadt gelegenen Friedhofe vorbei, dort begegnete ich ebenso oft dem Ehepaare Hadorf, entweder zum Kirchhofe gehend oder von ihm kommend, Frau Hadorf hatte dabei mitunter einen mit Papier umwickelten Blumentopf im Arm. Eines Abends traf ich Hadorf nur allein da draußen, er wollte grüßend an mir vorbei. Heute Abend so allein?" fragte ich ihn. Ja, meine Frau ist heute nicht aus dem Posten, und einer muß .doch beim Jungen gewesen sein. Si. müssen wissen," fuhr er fort, er muß doch seinen Gutenachtgruß haben, und so geht denn eine: von uns bestimmt, wenn wir nicht beide können." Seitwärts blickend, reichte er mir die Hand, ein forschender Blick in sein Gesicht sagte mir genug, feucht schimmerten des harten Mannes Augen. Spätherbst wars, als mich mein Weg auf den genannten Friedhof führte" nach Erledigung der mich zum FriedHofsbesuch veranlassenden Angelegenheiten durchwanderte ich planlos die Gräberreihen, hier und da eine Steininschrift lesend. Selten sah man noch Blumen auf den bewachsenen Hügeln, etwas seitwärts jedoch stand ein prächtiger Topf in voller Blüthe in der Mitte des zärtlich gepflegten Grabes, ich ging näher und las den Namen desjenigen, der dort unten fchlief. Traurig senkte ich den Kopf; hier ruhte der hoffnungsvolle Knabe, das zwölfjährige Glück und nunmehr die langjährige Trauer seiner Eltern. Unter dem blühenden Topfe lagen einige winzige vertrocknete Blüthen derselben Blumenart, auch jetzt wieder hatten sie sie ihm gebracht, seine Lieblingsblume, sein Vergißmeinnicht. Fatal. Was? Eure Hochzeit schon wieder verschoben? Ja. zum Geier, seid ihr verrückt?" Bräutigam: Ach nein, aber immer, wenn das Brautkleid fertig ift, kommt der Gerichtsvollziehn und holt's!"

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