Indiana Tribüne, Volume 28, Number 203, Indianapolis, Marion County, 19 April 1905 — Page 6
Jndiana Tribüne, 19. April 1905
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UuMsche VolKstypcn. Ii verarmten uschikS und das Arbeiter, und Gcistcsproletariat. Die 5:oße Masse des russischen Volkes besteht noch immer, wie vor JahrHunderten, aus schlichten, gläubigen Bauern. Von Zargrad," wie der alte slavische Name von Konstantinopel lautet, ist dem russischen Lande einst das Heil gekommen. Dieses Heil ward, nach bäuerlich-patriarchalischer Auffassung, vom Himmel eigens für den russischen Bauern herabgesandt, wie denn nach Ansicht des Volkes Krestjanin" (Bauer) und Christianin" (Christ) zwei durchaus synonyme Begriffe sind. Treiben auch die russischen Bauern, namentlich die wohlhabenderen, sich ihres Werthes bewußten DorfHonoratioren gelegentlich gern ihren Scherz mit dem Batjka" (Popen), so respektiren sie doch den kläglichsten Träger des Priesterkleides, sobald er ihnen in seiner kirchenamtlichen Würde gegenübertritt. In ganz besonderem Ansehen aber stehen die Bewohner der Klöster, der männlichen sowohl wie der weiblichen, und selbst der ehrenwerthe Stand der Bettler, die zu Hunderttaufenden das Land durchziehen und um Christi willen" Brot und Nachtlager erbitten, wird durch die intime Beziehung zu Kirchenthum und Christenheit gewissermaßen heilig. Aber die alte Grundlage, auf der das Gebäude des russischen Zarismus vor Zeiten errichtet ward, ist in den beiden letzten Jahrhunderten arg erschüttert worden. Die Reformen, die seit Peter dem Großen eingeführt und unter Alexander II. weiter ausgebaut wurden, hatten zunächst mehr eine auflösende als reenerirende Wirkung. Die Bauernbefreiung löste den Muschik von der Scholle los und entzog ihn der Botmäßigkeit des Gutsherrn, aber sie gab ihm neben der Freiheit f wenig materielle Garantien, daß er es vielfach vorzog, der Heimath den Rücken zu kehren und sich als Kolonist in den sibirischen Ansiedlungen ode? als Arbeiter in den neuentstandcnen Jndustrieorten und Verkehrseentren an der Wolga und am Schwarzen Meere sein Brot zu suchen. Die daheim Verbliebenen waren zwar frei," sie standen nicht unter der Vormundschaft des Gutsbesitzers, da für aber verfielen sie den AusbeutungSkünsten des Kulak," des oft aus ihrer eigenen Mitte hervorgegangenen Landwucherers, der ihnen die letzte Kuh aus dem Stalle holte. Früher, als aller Grund und Boden dem Gutsbesitzer gehörte und der Bauer nur eine im Register gezählte Seele" war, sorgte der Gutsbesitzer, der seinen Vortheil richtig erfaßte, wenigstens dafür, daß die Bauern gut gehalten wurden und nicht Hungers starben. Heute ist der russische Gutsbescher selbst ein armer Schlucker, der das verlotterte Erbgut an den Ku-
lak" verkauft und froh ist, wenn er in irgend einer Staatskanzlei oder in einem Privatkontor ein Unterkommen findet. Und die russische Intelligenz": sie hat sich seit der Reformära Alexanders II., die den Angehörigen aller Stände den Zugang zur höheren Bildung eröffnete, gewaltig vermehrt, aber diese Intelligenz bildet nun vielfach ein von radikalen Ideen erfülltes Geistesproletariat, das den russischen Machthabern arg zu denken gibt. Und hierzu tritt das Proletariat der Industrie. das in den letzten Jahrzehnten so mächtig angeschwollen ist, daß es bereits einen nicht zu unterschätzenden Faktor im gesellschaftlichen Leben bil det. Eine soziale Fürsorge ist in Ruß land so gut wie unbekannt; wird der Arbeiter unfähig, weiter zu scharwerken. oder verliert er sonst irgendwie sein Brot, so liegt er einfach auf der Straße. Nach Millionen zählt in Rußland die Reservearmee" der In dustrie. nach Hunderttausenden das Heer derjenigen, die sich jeder regel mäßigen Beschäftigung entwöhnt ha ben und von der Hand in den Mund leben. Zur Geschichte des Erdöls. Das Erdöl oder Petroleum ist nach weislich bereits den Alten bekannt geWesen. Bereits im 9. Jahrhundert v Chr. wurden die heiligen Feuer" auf der Halbinsel Apscheron im heutigen russisch - kaukasischen Gouvernement Baku von den Parsen verehrt. An un zähigen Stellen quoll dort auch das Petroleum aus dem Boden hervor ebenso auf der Halbinsel Taman aus ganz eigenartig gestalteten Kratern Im Jahre 1806 kam das Gebiet von Baku dauernd an Rußland, das nun die Erdölgebiete als Kroneigenthum und die Erdölgewinnung als StaatsMonopol erklärte. Eben deswegen kam die Produktion aber auch nur sehr langsam vorwärts, so daß sie z. B in der ganzen Zeit von 1836 bis 1860 jährlich nur etwa 3500 Tonnen betrug. Die moderne Petroleumindu ftrie datirt erst vom 27. August 1859 an welchem Tage es gelang, die erste amerikanische Oelquelle bei Titusville Pa., zu erbohren, welche das als höchs beträchtlich angesehene Quantum von 600 Quarts im Tage lieferte. In Rußland entwickelte sich jene Industrie erst zu ihrer heutigen Höhe, nachdem 1872 das Regierungsmonopol gefallen und 1877 auch die noch auf dem Petroleum lastende Abgabe beseitigt war. Linkshändig sind laut einer Statistik von den Verbrechern 14 bis 22 Prozent, von den übrigen Menschen nur 9 Prozent.
Präsident Ztcn und die Buren.
er Kölnischen Zeitung" wird aus Johannisburg geschrieben: Ein erfreuicher Vorgang m dem sonst o herzlich unerquicklichen Parteigetrieb? SüdAfrikas ist der Empfang, den alle fßnu , . . ' . , , rf Cf '' eien dem heimkehrenden sruyeren Praidenten des Oranie-fsreistaates Steijn vorbereiten. Von all den hervorragenden Erscheinungen im letzten K-riege war Steijn sicher eine der sympathischsten. An Bildung und Erziehung überraate er seine Parteigenossen um ein Bedeutendes. Er hat in Edinburgh die Rechte studirt und seine Gattin ist eine allerdings in Afrika geborene Schottin. Man konnte ihm also sicherich keine grundsätzliche Abneigung gegen England und die Engländer vorwerfen, dennoch konnte er selbst stch der Ueberzeugung nicht verschließen, daß der Krieg die südafrikanische Frage entscheiden müsse. Nur aus diesem Grunde warf er widerwillig und schweren Herzens seine Stimme in die Wagschale, als sie nach der Seite des Krieges sank. Als das Unglück gekommen war, hielt er mannhaft au ms zum Ende, verlor aber dabei Vermögen und Gesundheit und war der Gegenstand der unsinnigsten und ungerechtesten Angriffe, bloß, weil er seinePflicht gethan hatte. Nun soll er in seine Heimath zurückkehren, ein kranker, gebrochener Mann. Seine Farm, sein einziges Bcsitzthum, hat die Truppe ver wüstet. Von wem es ausgegangen ist, weiß man nicht, aber es heißt jetzt: für steijn muß gesorgt werden! So wenia günstig die allgemeinen Verhältnisse hier gerade jetzt für eine Schcnkunq liegen, scheint doch ein bedeutender Betrag beisammen zu sein und. zur Ehre der Briten sei es gesagt, auch mancher englischer Name befindet sich unter den Zeichnern. Eine politische Rolle wird Steijn jedenfalls in Südafrika nicht mehr spielen, einmal wohl aus allgemeiner Abneigung gegen die neuen Zustände und auch, weil ihm sein Gesundheitszustand eine Theilnahme am politischen Getriebe nicht mehr gestattet. Die Buren hier zu Lande haben verschiedene Versammlungen abge halten, um sich über ihre Stellungnahme gegenüber der neuen Regierungsform schlüssig zu werden, die England dem Lande zu geben gedenkt. Zur großen Ueberraschung aller Hiesigen haben dabei sowohl Führer als Folger dem seit dem Kriege gepflogenen OpPortunismus entsagt, und die nahezu einstimmig angenommene Losung ist in kurzen Worten folgende: Der Friedensvertrag von Vereenigung sagt uns Selbstregierung zu, bestimmt aber allerdings keinen Zeitpunkt dafür, wann diese Selbstregierung ihren Anfang nehmen soll: es bleibt uns folglich nichts übrig, als den Zeitpunkt geduldig abzuwarten, zu welchem England geneigt ist, uns gegenüber lein Versprechen einzulösen; einstweilen aber lehnen wir es ab, irgendwelchen Antheil an einer vorübergehenden Re gierung zu nehmen und somit eine Verantwortlichkeit für deren Maßnahmen zu tragen. Ob dieser Standpunkt aber weise und zweckmäßig ist, sann zweifelhaft erscheinen, er ist aber begreiflich, und deshalb ist die Kritik der hiesigen Presse gegen die Anmaßung der Buren" gegenstandslos. Jin übrigen brauchen die Buren sich für Selbstregierung gar nicht weiter aufzuregen, denn daß sie bald kommt, dafür sorgen ihre englischen Mitbürger. Sollte wirklich im Mutterlande die liberale Partei ans Ruder gelangen, so dürfte dieses Jahr nicht zu Ende gehen, ohne die Reform zu bringen. Jagd auf Dächern. Eine wilde Diebesjagd auf den Dächern entspann sich in der Main zerstraße zu Rixdorf. Passanten nahmen wahr, wie zwei Männer, beladen mit Packeten, in halsbrecherischer Weis? über die Dächer kletterten, und benachrichtigen, in der Annahme, daß es sich um Einbrecher handle, die PoliZ.'l Als diese erschien, erbot sich aus dem Publikum, das sich inzwischen an jener Stelle angesammelt hatte und mit In teresse beobachtete, wie die beiden Män ner auf den Dächern von einem au auf das andere stiegen, ein jüngere? Mann, die Verfolgung der Kletterer zu übernehmen, was ihm auch gestattet wurde. Der Verfolger erwies sich als ein gewandter und beherzter Kletterer Es gab eine hitzige Jggd auf den Dächern, bis die Verfolgten in einer Dachluke des Hauses Mainzerstraße 3 verschwanden. Der Verfolger schwang sich josort hinterher; es wäre ihm aber beinahe übel ergangen: denn einer der Flüchtlinge stürzte sich plötzlich mit einer schweren Eisenstange auf ihn. m.d er hätte ihn zu Boden geschlagen, wenn der Angegriffene nicht rasch ausgewichen wäre. Jetzt erschien auch die Polizei und nahm die beiden Männer fest, in deren Packeten sich eine große Anzahl aus Bodenverschlägen gestohlener Wäsche- undKleidungsstiicke befanden.. In den Ergriffenen erkannte die Polizei zwei langgesuchte Flatterfahrer", Brüder H., deren Treiben um so unerklärlicher ist. als ihre Mutter ein Haus in Rixdorf besitzt. Späte Gewöhnung. Ter 1717 verstorbene französische Maler Jouvenet erlitt im Alter von 69 Jahren eine Lähmung der rechten Hand, worauf er feine linke Hand derart übte, daß er dann noch mit dieser das Magnificat im Chöre von Notre Dame zu Paris malte.
s. c-r: tfv K Europäische Nachrichten. nfmanultv.: D a r m st a d t. Im Hause Heinrich 5teller Sohn hier feierte ein Angestellte?, Georg Tanici Müller aus Dornheim, sein 40jähriges Jubiläum. Er trat bereits im Jahre 1860 in das Hans ein. Der hier auf Urlaub befindliche Musketier Mann vom 112. Infanterieregiment zu Rastatt verletzte seine frühere Geliebte Schwarz durch drei Revolverschüsse tödtlich und erschoß sich dann selbst in der Wohnung seines Bruders. Bei dem Brande eines Gebäudes in der Bonifaziusstraße verbrannte der 8 Jahre alte August Eschenfelder. Der Stiefsohn der Besitzerin und ein von ihr entlassener Dienstknecht wurden unter dem Verdachte der Brandstiftung verhaftet. Groß - Gerau. Wegen Verdachts der Brandstiftung wurde ein gewisser Schneiker von Dornheim verhaftet und in Untersuchungshaft nach Darmstadt abgeführt. H e ch t h e i m. Der wegen Sittlichkeitsvergehen verhaftete Privatmann Lindroth aus Hechtheim hat sich im Untersuchungsgefängniß erhängt. Ober-Ramstadt. Hier verschied im 30. Lebensjahre der Direktor der Odenwälder Hartstein - Industrie A.-G. Herr Louis Breitwieser. Pfung stadt. Zum Postmeister des hiesigen Postamts, das zu eincm solchen zweiter Klasse erhoben wird, ist Herr Oberpostsekretär Kissebert aus Homburg v. d. Höhe ernannt worden. Wavern. München. Herzog Karl Theodor in Bayern beging sein fünfundzwanziajähriges Arztjubiläum. In den siebziger Jahren studirte er Naturwissenschaft und Augenheilkunde, die viel in Anspruch genommen wird. Eine andere Anstalt hat er in Tegernsee begründet. Augsburg. Der Schneider Andreas Schwenk von Kleinkuchen, Glückstraße 12 hier wohnhaft, feuerte auf seine im gleichen Hause wohnende frühere Geliebte, die Sängerin Maria Lutz, aus Eifersucht zwei Revolverschüsse ab, von denen einer die Lutz am Hinterkopfe zwar traf, aber nur leicht verletzte, weil die Kraft der Kugel durch das Haargeflecht der Lutz abgeschwächt wurde, Schwenk wurde festgenommen. B i s ch o f s g r ü n. Adjunkt Fischer wurde während des Aufenthaltes eines Zuges in der hiesigen Station von einem durch den herrschenden Sturm abgebrochenen Fahnenmast auf den Rücken getroffen und innerlich verletzt. Ergersheim. Letztens erhängte sich der Bauer Scheller aus Aerger darüber, daß er einen Prozeh verloren hatte. Hof. Der seit längerer Zeit abgängige Gäitner Heinrich Kreul von hier wurde als Leiche aus der Saale gezogen. Nach vorgefundenen Briefen ist ersichtlich, daß Selbstmord vorliegt. K ! r ch e n l a m i tz. Bei Einfahrt eines Zuges in's vierte Geleife der hiesigen Station wurde der Streckenarbeiter Michael Bausch, auf einem Dienstgang befindlich, von der Maschine erfaßt und am Kopfe schwer verletzt. R e i s a ch. Bei einem Brande in dem der Oekonomens - Wittwe Neuner gehörigen Pfründehaus ist der geistesschwache Schreinerssohn Benedikt Trunzer in den Flammen umgekommen. Tauschendorf. Hier tödtete nach kurzem Wortwechsel der Gütler Haberl seine 28jährige Ehefrau durch einen Stich in die Brust. Die Frau befand sich in gesegneten Umständen. W u n s i e d e l. Bor einiger Zeit ist auf der Ueberfahrt zwischen Holenbrunn und hier der Waldaufseher Christof Sommerer von Braunersgrün bei Thiersheim überfahren und tödtlich verletzt worden. Wü?7ttem0erg. Stuttgart. Dieser Tage ist hier öofdomänenratb a. D. Adolf v.
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lkräfte dieser KriZZ Z?t l' merzen uno Grauens chwacye 3" Undcrn. Die wunderbaren rnc Leidenden in Erstaunen gesetzt, indem sie BÄtny b ?ahCUi N überflüssig zu sagen, daß Wine ot Cardui' Tausende von hSiAJt Ö? unheilbar aufgegeben worden waren. SerWine ot Cardui ist ein mildcs Tome, vm zede rau gebrauchen sollte. Jeder Apotheker verkauft $1.00 - Flaschen. evn i
Boert im Alter von 80 Jahren gestorben. Ein hier geborener Großkaufmann Otto Staib, der sich in Südafrika großen Reichthum erwarb und als Sonderling galt, vermachte der hiesigen evangelischen Diakonissenanstatt eine Viertel Million Mark. Dieses Vermächtniß kam um so überraschender, als der Erblasser wegen Erhebung der Kirchensteuer aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten war. Baiersbronn. Der 80 Jahre alte Zimmermeister Joh. Fahrner stürzte eine Treppe seiner Wohnung herab und verletzte sich so schwer, daß er nach kurzer Zeit starb. C a n n st a t t. Stadtbaumeister Weber, der seit 35 Jahren in städtischen Diensten steht, hat um feine Pensionirung nachgesucht. E h n i n g e n. Hier wurde der 33 Jahre alte, verheirathete frühere Löwenwirth Theodor Bauer, als er unter einem Stamm, der eben von einem Wagen abgeladen wurde, hindurchgehen wollte, von dem abstürzenden Stamm erschlagen. Gailenkirchen. Beim Holzabführen aus dem Walde verunglückten der 28jährige Karl Hofmann und der 14jährige Friedrich Kupfer dadurch, daß der Wagen umfiel und beide todtdrückte. M i t t e l st a d t. Bei der Arbeit im hiesigen Steinbruch ist der Taglöhner Reichert von einer einstürzenden Wand erdrückt und begraben worden. Er konnte von seinen Kameraden nicht mehr gerettet werden. Obertürkheim. Aus Anlaß des Rücktritts des Commandanten der freiwilligen Feuerwehr, Kaufmann Karl Leinß, nach 30jähriger Thätigkeit wurde ihm von der biesiaen Gemetnve in Vnnkennung seiner ersprießlichen Dienste als Feuerwehrmann eine prächtige Standuhr überreicht. R e u t l i n g e n. Im engsten Familienkreise begingen die Weingärtnerseheleute Bernhard Haußmann und Frau das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Neben anderen Ehrengaben wurde das Jubelpaar auch durch ein Geldgeschenk des Königs erfreut. W e l z h e i m. Durch Feuer zerstört wurde das zweistöckige Wohnhaus des G. Hinderer und K. Pfitzenmaier im Schillinghof. Die Entstehurgsursache des Brandes ist unbekannt. Wcrden. Karlsruhe. Dieser Tage feierte Postsekretär Bachmann, Borsteher der Zeitungsstelle beim Postamt, fein 40jähriges Dienstjubiläum. Seit 35 Jahren ist er hier ansässig. Aach. Der von hier verschwundene Mathias Stärk wurde in der Nähe des Waldes bei Böhringen halb erfroren aufgefunden. Er war nur mit Hose und Weste bekleidet. Nachdem er sich gestärkt, wurde er in seine' Heimath verbracht. Der Mann scheint geistesgestört zu sein. B r u ch s a l. Kürzlich fiel das 1 Jahre alte Söhnchen des Sägers Reimling vom Vorplatz des 4. Stockes durch das Geländer in den 3. Stock hinab. Es erlitt einen Schadelbruch und starb näch kurzer Zeit. Heidelberg. Dieser Tage starb hier nach kurzem Krankenlager der Senior., unserer Universität, außerordentlicher Professor Dr. August Bornträger. Am '6. Januar war es ihm noch vergönnt gewesen, seinen 85. Geburtstag zu feiern. I l v e s h e i m. Ertrunken ist der Schiffmann Jakob Müller infolge Sinkens eines mit Kies beladenen Nachens. Leaelshurst. Letztens wurde der 60jährige Weber G. Dutel beim Holzfällen im Walde von einem umstürzenden Baume getroffen und ihm die Hirnschale eingeschlagen, so daß der Tod einirat. Dieser Tage ist der frühere Schreinermeister Daniel Bürkel von hier, der infolge eines Herzschlages, von dem er auf einem Spaziergange betroffen wurde, plötzlich aus dem Leben geschieden ist, in aller Stille zu Grabe aetraaen worden.
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Osterburken. Als auf dem Bahnhöfe ein Extragüterzug zusammengeftellt wurde, gerieth der Bremser Uehlein unter die Räder und wurde getödtet. Uehlein hinterläßt eine Wittwe und 4 Kinder. Er war in Gerlachsheim wohnhaft. Singen. In der hiesigen Enzenberg - Kunstmühle gerieth der 20jährige Müller Brombach aus dem Meßkircher Amt in's Wasserrad und verunglückte schwer. Er erlitt u. a. einen Arm- und einen Beinbruch. W e r t h h e i m. Kürzlich wurde während einer Sitzung des Gemeinderaths Bürgermeister Müller vom Schlage getroffen, an dessen Folgen er bald starb. Der Verstorbene hat sich um die Stadt sehr verdient gemacht. Ziegelhausen. Letztens haben sich hier der 21jährige Kaufmann Tillmann und die 20jährige Näherin Bieder infolge eines unglücklichen LiebesVerhältnisses gemeinsam erschossen. Srsaß-Lot Dringen. S t r a tz b u r g. Das Schwurgericht verhandelte gegen den GeflüIHändler Trudersheim aus Hagenau wegen Todtschlags, begangen an feinem eigenen Sohn. Der Angeklagte wurde, da die Geschworenen auf Grund ärztlicher Gutachten seine Unzurechnungsfähigkeit annahmen, freigesprochen. Hagenau. Ein schwerer Unfall hat sich beim Holzfällen im Hagenauer Forst zugetragen. Die Arbeiter hatten sich zum Mittagessen in unmittelbarer Nähe eines angerodeten Baumes niedergelassen, als ein Windstoß den Baum unversehens zum Sturz brachte. Er fiel unglücklicherweise mitten in die beim Essen sitzende HolzhauerSchaar. Der Holzhauer Kindmann, 16 Jahre alt, blieb todt auf der Stelle; zwei weitere trugen bedeutende Verletzungen davon, indeß die übrigen größtentheils mit dem Schrecken davonkamen. H a y i n g e n. Beim Verlassen einer Hochzeitsgesellschaft wurde ein junger Mann Namens Müller von feinem Kameraden Lauer in die Brust gestochen. Da die Schlagader getroffen war, verstarb der erst 22 Jahre alte Mensch etwa 10 Minuten nach der gräßlichen That. M ü h l h a u s e n. Ein Brandstifter hatte sich vor dem Schwurgericht hier zu verantworten. Der Tagner Montavon. 22 ?lahre alt. aus Welschensteinbach. hatte am 4. Mai 1904 das Haus des Ackerers Cousy und am 19. Juni das des Ackerers Girardey in Welschensteinbach vorsätzlich in Brand gesteckt. Er wurde zu 2 Iahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre verurtheilt. Mecklenburg. Schwerin. Gastwirth Norrmann verkaufte sein in der Wismarschenstraße belegenes Restaurant an den Restaurateur Grand, .annenhof". Die Restauration in Ostorf ging durch Kauf an Norrmann über. Godebusch. Mehrere ehemalige Krieger und Soldaten gründeten einen Kriegerverein für Krembz und Umgegend, der seinen Sitz im benachbarten Krembz hat. Dem jungen Verem gehören bereits 60 Mitglieder an. N e u b u k o w. Das Fest der goldenen Hochzeit beging das Schmiedemeister Auersche Ehepaar Hierselbst. Der Großherzog sandte dem Jubelpaar neben einem huldvollen Glückwunschschreiben sein Bildniß im Rahmen. Peen Häuser. In dem WohnHause des Büdeners Ziesemer entstand Feuer, und das Gebäude brannte nieder. In diesem Hause wohnten noch zwei andere Familien, die größtentheils ihr Hab und Gut verloren haben. Ratzenburg. Im Alter von 88 Jahren verstarb hier der SeminarOberlehrer a. D. Mirrow, der frühere Leiter der hiesigen Präparanden-An-alt. Er bekleidete an dieser seit 1873 bis zur Verstaatlichung die Stelle eines Direktors. Waren. Auf dem hiesigen Bahn
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