Indiana Tribüne, Volume 28, Number 203, Indianapolis, Marion County, 19 April 1905 — Page 4
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Indiana Tribüne. HerauigtAeden von der Vutebrg TB. Indianapolis, Ind.
Arrtz O. Thndinm Präsident, eschiiftslocal: Ro, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE . Entered at the Post Office oi Indianapolis as sccond class matter. Heuchelei. Im Angesicht des Tode sollte man nicht lügen oder heucheln, das traurige Begebniß in der Masonic Halle ift wahrlich ernft genug, um hochtönenden Phrasen und Sentimentalitäten die Spitze abzubrechen. Daß ein solcher Unfall pasfiren konnte, ift ja an sich entsetzlich genug, daß man denjenigen zu finden bestrebt ift, der für das Unheil verantwortlich zu halten ift und zur Bestrafung zu ziehen sucht, ift löblich, daß aber ein Theil der englischen Lokal-Preffe sich in Gant" ergeht, durch welchen sie die Zeitungsjungen zu Helden und Märtyrer zu stempeln versucht, ift verächtlich. Die Katastrophe im Freimaurer Tempel ift bedauerlich, doch so ift schließlich jeder Unfall, dem Menschen leben zum Opfer fallen, aber geradezu empörend war'daS Bild der Gefühllofigkeit und sittlichen Verderbtheit, die sich als Begleiterscheinung geltend machte. Und gerade !die Zeitungen, die gegen alle ethischen Regeln des Journalismus fehlten, woiimmer eS sich um klingende Münze handelt, kommen nun mit Cant-, in'demlfie die Zeitungsjungen in Versen als Helden und Märtyrer fast feiern. Man bedenke: 600 Zeitungsjungen waren in 'dem Freimaurer-Gedäude anwesend und Zeugen der entsetzlichen Katastrophe, bei welcher ihre Kameraden getödtet und verkrüppelt wurden, und kaumZ20 Minuten später befanden sich 400 derselben im Theater und ergötzten sich bei johlendem Applaus an der Vorstellung, völlig gleichgültig gegen den Jammer, dessen Mitdetheiligte sie eben gewesen,1'nur darauf bedacht, sich die Chance, kostenlos ein paar Stunden sich amüfiren zu können, nicht entgehen zu lassen. Erst al5 der Andrang von besorgten Eltern, welcheivom Dispensarium nach dem Theater eiltm, um dort über das Schicksal jihrer KinderiGewißheit zu erlangen, die Vorstellung fortwährend störten, und Poliziften'die Namen von gesuchten Kindern (ausriefen, wurde, nein mußte, KieZVorftellung geschloffen werden. Welche unglaubliche Heuchelei, welche bittere Ironie spricht daher aus diesen Zeilen! Their little playmates wounded, dead Those little ones Still heardjthe call of duty, and did meet Disaster, cholcing back their teats. Poor "newsies"; The noble little heroes of the street. They cried the "extras" but they spared a thought For childish comrades who had lest the beat, Tender of soul, yet brave to'do their work; These noble little heroes of the street. Von 600 Knaben, von denen 4 todt im Leichenhalle fund 29 mehr oder weniger schwer verwundet waren, besuchten 400 dennoch die Theater-Vorftel-lung, wie mußZdaSi sittliche Moment in der Erziehung'dieser Knaben, denen man vorlügm will, daß sie Helden find, vernachlässigt worden sein. Anstatt nach Hause zu eilen und ihre Angehörigen 'von! ihrem Wohlbefinden zu benachrichtigen ließen fie sich trotz Tod und Verletzung ihrer Kameraden nicht abhalten ihrem Vergnügen nachzugehen. Wir waren? Zeuge davon, als im StationShause vor , Angst hysterische Mütter und Väter, nach ihren Km der ausschauten und sich in ihrer Besorgniß an dort befindliche Jungen mit der Frage wandten, ob fie nicht ihren Jungm gesehen?', hätten, die trockme Antwort erhielten, der ift im Theater." Die GesühlSrohheit dieser Helden" zeigte sich am Montag Abend im grellsten Licht, aber auch die Gedankenlosigkeit von Eltern, die ihren im zartesten Alter stehenden Kindern! gestatten konnten, ohne ihren Schutz sich in Gefahr zu begeben, muß verdammt werden. Wohl klagen wir um die Todten, aber noch bekagenöwerther erscheint uns das Bild sittlicher Verwahrlosung, welcheS sich so abstoßend entrollte. Weder eine Gedüchtnißfeier in Tomlinson Halle, die eine blöde Farce sein würde, noch hochtönende Worte, können daS Ereigniß beschönigen.
Aus St. Louis kommt folgender Bericht über den trockenen Sonntag : Ueber 20,000 St. Louiser wurden gestern vom Durft über die EadsBrücke und die Fährboote nach Oft St. LouiS getrieben und ließen, niedrig geschätzt, $30,000 in den Händen der dortigen Gaft- und SpeiseWirthe. Die Straßenbahn, welche über die Brücke führt, vermochte die Menschenmenge nicht zu fördern. Dem Ausweis der Brückengesellschaft gemäß beförderte die Straßendahn über 15,000 Passagiere nach Osten und mindestens 6000 Leute trugen ihren Durft zu Fuß hinüber. Dabei war das Wetter so rauh und unfreundlich wie nur selten um diese Jahreszeit, und man kann fich denken, welchen Umfang die Völker Wanderung erst angenommen haben würde, wenn eS ein schöner, warmer Tag gewesen wäre. Bemerkenswerth ift eS, daß alle diese Tausende bierdurftiger Seelen den besten Humor mitbrachten und daß der Tag so ruhig und ordentlich verlief wie nur je zuvor. Von Polizeichef Purdy und seinen Leuten wurden während des TageS im Ganzen 15 Verhaftungen vorgenommen, davon aber nur eine wegen Trunkenheit. Auch dieser Eine kann mildernde Umstünde geltend machen, denn er hatte nur ein Bein und vermuthlich fiel eS ihm schwer, seine in Oft St. LoulS gemachten flüssigen Einkäufe auf diesem zu balanciren. Die Oft St. L ouiser Wirthe waren auf den Besuch vorbereitet und in manchen der größeren Lokale im unteren Stadttheile hatte ein halbes Dutzend Schani kellner alle Hände voll zu thun, um die Erfrischungsbedürftigen zu bedienen. Gegen 10 Uhr Morgens fing der Anmarsch der St. Louiser auf Illinois an, und obwohl vier ExtrawaggonS auf der Brücke in Dienst gestellt worden waren, stellte eS fich bald als unmöglich heraus, alle die Bierreisenden zu befördern. Diese ließen sich aber dadurch nicht abschrecken, sondern bezahlten wohlgemuth ihren Nickel für daS Privileginm, zu Fuß über die Brücke marfchiren zu dürfen. Aber nicht nur Oft St. Louis profitirte von Folk'S Marotte, sondern auch dle anderen Städtchen an den Linien der Eaft St. LouiS & Suburban-Bahn. wie Belleville, Edwardsville, CollinSville, Alton, Lebanon und O'Fallon hatten einen Fremdenverkehr aufzuweisen, wie fie ihn seit langer Zeit nicht gesehen. Polizeichef Purdy hatte, um auf alle Eventualitäten gefaßt zu sein, eine Anzahl Exirapoliziftcn in Dienst gestellt, welche am Broadway poftirt waren, um bei etwaigen Ruhestörungen sofort zur Hand zu sein. Aber die St. Loniser benahmen fich so ruhig und ordentlich, daß die Obrigkeit so gut wie gar keine Gelegenheit zum Eingreifen fand. Mayor SilaS Cook war von dieser Thatsache angenehm überrascht. Er hatte befürchtet, daß eine solche EinWanderung von Durstigen unliebsame Ausschreitungen im Gefolge haben werde, wodurch auch er, so unlieb ihm daS auch gewesen sein würde, gezwun gen worden wäre, auch in Oft St. LouiS das schlummernde Sonntagsgesetz in Kraft zu setzen. Er fügte dem noch hinzu, daß sobald derartige Umstände eintreten sollten, er keinen Tag zaudern werde, auch die Oft St. Louiser Wirthschaften zu schließen, doch hoffe er, daß es nicht dazu kommen werde. Durstige St. Louiser im C o u n t y. Die Wirthe im County sahen gestern mit spöttischem Mitleid auf ihre St. Louiser Kollegen herab, denn während diese in ihren Wohnungen Trübsal blasen mußten, waren die Mirthschaften jenseits der Stadtgrenze den ganzen Tag hindurch von Menschenmengen belagert, die der plötzlich puritanisch gewordenen Stadt den Rücken gekehrt hatten, um procul negotiis" ihren Durft zu löschen. In manchen Lokalen, ZbesonderS in den von früher bekannten und beliebken Ausflugsorten, wurde eine goldene Ernte eingeheimst, und eS bedürfte schon kräftiger Ellenbogen, um fich bis zum Schanktisch Bahn zu brechen. Der geftrigeKontraft zwischen Stadt" und Land" wurde am drastischsten in dem als Weftend HeightS" bekannten Vergnügung - Etabliffement, welches zu der einen Hälfte zu St. Louis und zur anderen kzum County gehört, illuftrirt. Die Wirthschaft auf St. Louiser Grund und Boden lag öde und verlas sen da, während auf die Bar" im County der Ansturm ein großer war, sodaß die Dürftigen, wie vor einer SamftagS-Matintt, in langen Reihen
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Joseph der bekannte Schauspieler, der nun in dastanden und warteten, bis ihre Vordermünner ihren Durft gestillt hatten. Auch die Wellstoner Wirthe machten brillante Geschäfte, dagegen wurden die biederen Wirthe in Creve Coeur etwas enttäuscht, noch mehr aber gewisse Bauernsänger, die im Andanken an die schönen Tage der Weltausstellung fich eingefunden hatten, um mal zur Abwechslung die St. Louiser zu rupfen, die indeffen nicht recht kommen wollten. M i ch i g a n City, 13. April. Der Drygoods-Laden von Salverson & Bauer wurde von Einbrechern besucht, die $500 und mehrere Stücke Seide erbeuteten. EinekleineBerletzungmtt einer Sicherheitsnadel hat einer Frau Kate Marshall in Jrvington, bei Newark, N. I., den Tod gebracht. Am 20. Februar hatte sich Frau Marshall beim Waschen mit einer Sicherheitönadel, die in einem Wäschestück steckte und geöffnet war, in den Zeigefinger der rechten Hand gestochen. Die Wunde blutete nur unbedeutend und Frau Marshall setzte, nachdem die Blutung gestillt war, das Waschen fort. In den nächsten Tagen schwoll der Finger an und die Anschwellung begann sich auf den Arm zu erstrecken. Nun eilte Frau Marshall zu einem Arzt, der sofort erkannte, daß BlutVergiftung eingesetzt hatte. Aber alle angewandten Mittel hatten keinen Erfolg. Alsbald verfiel Frau Marshall in Delirium und acht Tage später derschied fie nach schwerem Todeskampfe. Auf dem Dampfer Zeeland" traf in der 2. Kajüte eine kleine Reisende ein, welche den weiten Wea von Süd-Tirol bis New York allein zurückgelegt hat. Die Kleine war Frieda Erhard, 3 Jahre alt, und auf dem Weg zu ihren Eltern, Herrn und Fran Joseph Erhard, in Louisville, Ky. Die Kleine war bei den Großeltern zurückgeblieben, als Vater und Muttsr den Wanderstab nach dem fernen Lande ergriffen. Da die Eltern in kurzer Zeit hier festen Fuß gesaßt hatten, so ersuchten sie Rev. Nageleisen vom Leo Haus Mittel und Wege zu finden, um die Kleine nachkommen zu lassen. Die Sache wurde arrangirt und die Kleine traf wohlbehalten in New Nork ein. Mit einem Zettel auf dem Kleidchen, auf welchem die Worte stehen: An alle Condukteure: Dieses Kind ist Frieda Erhard und reist zu ihrem Vater nach Louisbitte, Ky., wo es an der Bahn abgeholt werden wird," reiste sie zu ihren Eltern weiter. utn verhängnitzvoller Scherz" wurde kürzlich in Paris ausgeführt. Edmond Letouse wollte sich den Spaß machen, seine Frau einmal tüchtig zu erschrecken, und legte zu diesem Zweck eine angezogene Wachsfigur in's Bett, an der er Kopf und Hand mit Hilfe von Gummi leicht an den Rumpf befestigt hatte. Dann versteckte er sich hinter einer Draperie, um zu beobachten, welche Wirkung der Scherz haben würde. Als die Frau in'S Schlafzimmer kam, wollte sie imHalbdunkel nach der Hand ihres Mannes greifen; aber die kalte, feuchte Hand der Wachsfigur löste sich vom Arm und blieb in ihrer Hand. Mit einem Schreckensruf ließ die entsetzte Frau die Hand auf den Boden fallen und umschlang nun mit beiden Armen den Hals der Figur. Als sich jetzt aber auch derKopf vom Rumpf trennte und auf den Fußboden rollte, stieß dieFrau durchdringendeSchreie aus und rannte wahnsinnig die Treppen hinunter, wo einige Nachbarn sie aufhielten. Es stellte sich bald heraus, daß die Frau tobsüchtig geworden war, und man brachte fie in'ö Irrenhaus. Als der Gatte von der Hoffnungslosigkeit des Zustandes seiner Frau benachrichtigt wurde, machte er seinem Leben durch Gift ein Ende.
Zefferson, Florida sein letztes Stündlein erwartet.
C n-:uc räNDent deS ruffifa;iti A)iittijtcrstom:tes, Wirklich Geheimer Rath Graf Dmitrij Mrltinowitsch Solskij ist im Jahre 1833 geboren. Nach Absolviruna des A!erander-l),i:ms wurde Solskij im Jahre 1852 in der 1. Abtheilung der Kanzlei dcs Zaren beschäftigt. Vom Jare 1854 ab war er bei verschiedenen cm issionsaröeiten im Finanzminifterium thätig, und leistete besonders bei der Ausbreitung der Steuergesetzgebung hervorragende Dienste. Er wurde 1864 zum S,taatssekretär ernannt und ihm in der kaiserlichen Kanzlei ein Posten übertragen, der dem eines Ministerehülfen gleichwcrthig ist. In dieser Stellung nahm Lolskij besonders regen Antheil an der Ausarbeitung der Gesetzgebung ürer die allgemeine Wehrpflicht. Jm Jahrc 1873 erfol-,te seine Ernennung zum ,il2-..l ff . ! c:;iuiis?iunuimear. in roncncr öeuunn er etwa 11 Jahre verblieb und mannigfache Verbesserungen auf diesem Gebiete einführte: so wurden die CentralVerwaltungen der Kontrollanstal en reformirt; statt der früheren Ministerialabtheilungen wurden selbstständige Departements für Civil-. Kriegs-. Marine- i'nb Eisenbahnwesen einerichtet, wobei letzteres infolge der großen Ausdehnung des russischen Eisenbehnnetzes eive besonders wichtiae Institution geworden ist. Die für des Publikum alljährlich veröffenl'ch'e.i Berichte der russischen Reichskontrolle gaben ein immer klareres und deutlicheres Bild von der Finanzlage Rulands. 1889 wurde Solskij in den Reichsrath berufen und 1893 zum Präsidenten des Departements der Staatsökonomie gewählt. Während feiner bisherigen Thätigkeit in dieser Stellung ist eine ganze Reihe wichtiger ökonomischer und finanzieller Fragen in einer für Rußland bedeutsamen Weife gelöst worden, unter Anderem die der Goldwährung, Einführung des Wein-Monopols, Umgestaltung der Gewerbesteuer u. f. w. Für seine hervorragenden Leistungen wurde Solskij am 1. Januar 1902 in den Grafenstand erhoben. Das Kasseler Amtsge, richt hat in dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmannes Adolf Schmidt, des früheren Direktors der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung in Keffel, die Gebühr des Konkursverwalters auf 35,000 Mark festgesetzt. Die Mitglieder des Gläu-biger-Ausschusses erhalten an Gebühren zusammen 11.800 Mark. Blinder als DiebsHelfer. In Oporto. Portugal, wurde der Artillerieoffizier Azeredo unter der Beschuldigung festgenommen, portugiesische Schuldverschreibungen zum Betrage von 80,000 Milreis ($86.400) gefälscht zu haben. Als Mitschuldige wurden ein Blinder Namens Caldeira, der die gefälschten Paziere in verschiedenen Bankhäusern verpfändete, sowie der Besitzer einer Wirthschaft verhaftet. Seltsamer Berathung sg e g e n st a n d. Die Stadtverordneten in Boppard, Rheinprovinz, hatten sich kürzlich in einer Sitzung mit einem Gesuche der dortigen Gymnasialabiturienten um Bewilligung eines Zuschusses zu den Kosten des Abiturientenkommerses zu befassen. Die jungen Leutchen fanden jedoch wenig Gegenliebe bei den Stadträthen, denn diese lehnten die Eingabe nach kurzer Berathung einstimmig ab! Selbstentleibung aus Neue. In einer Biskuitfäbrik zu Antwerpen, Belgien, hatten drei Angestellte während eines Zeitraumes von nahezu fünf Jahren den Arbeitern geringere als die verbuchten Löhne ausbezahlt. Die unterschlagene Summe betrug $96,500. Einer der Defraudanten beging aus Reue Selbstmord und enthüllte in einem nachgelassenen Schreiben den Betrug. Hierauf erschoß sich auch ein zweiter der Defrau-danten.
Prozeß um eine A u st e r nperle. Das Hanseatische OberLandesgericht gab neulich seine Entfcheidung ab in dem Streitfall um den Besitz einer auf über $750 bewerteten Perle, die eine Dame, welche in Begleitung eines Herrn in einem Hamburger Restaurant Austern aß, in ihrem Mund gefunden hatte. Die Dame beanspruchte die Perle als ihr Eigenthum, aber der Eigenthümer des Restaurants erhob ebenfalls Eigenthumsansprüche an die Perle und strengte eine Klage an, da Austernschalen wie Hühnerknochen, dem Herkommen gemäß, von den Gästen zurückgelassen würden und für den Restaurateur eine Einnahmequelle bildeten. Das Gericht entschied, daß die Perle weder der Dame, die sie gefunden hatte, noch dem Eigenthümer des Restaurants gehöre, sondern dem Begleiter der Dame, der für die Austern bezahlt hatte. In seiner Urtheilsbegründung führte der Gerichtshof aus, daß, wenn das Eigenthumsrecht an der Perle dem Restaurateur und nicht demjenigen, der für die Austern bezahlt hatte, zustünde, dieses Recht auf den Austernhändler, der dem Restaurateur Austern lieferte, und von jenem auf den Fifcher, der die Perlenauster ihrem Bette entnahm, zurückgeführt werden könne. Offizierals Plünder e r. Bei Gerichtsverhandlungen, die in Perugia, Italien, wegen eines Mordes geführt wurden, kamen merkwürdige Thaten des Haupthelden des Prozesses, des Leutnants Modugno, zur Kenntniß. Modugno nahm im Jahre 1900 an der China-Erpedition theil und bedeckte sich bei dieser Gelegenheit derart mit Beute, daß er, früher ein blutarmer Teufel, nach seiner Rückkehr etwa 250,000 Lire ($48,250) sein eigen nannte. Er plünderte und folterte überall und zwang seine Soldaten durch Prügel, ihm plündern und foltern zu helfen. In Peking hatte Modugno zwei Magazine eingerichtet, wo er seine Beute an Kostbarkeiten, chinesische Vasen und anderen Gegenständen aufstapelte, um sie dann nach Italien zu verladen. Leichter Gemsefan a. Der Lehrer Saltuari in St. Lambrecht, Tirol, ging zu einem Eisschießen nach Karchan und traf unterwegs einen Gemsbock, der im tiefen Schnee nicht weiter konnte. Saltuari verfolgte die Gemse, holte sie in kurzer Zeit ein und trug sie, wie man Kinder zu tragen pflegt, auf den Armen lebend nach Karchan, wo sie durch einen Eisschützen abgefangen wurde. Bei der Untersuchung wurde gefunden, daß man es mit einem dreijährigen abgemagerten Bock von 28 Pfund Schwere zu thun hatte. Der Fang war umso auffallender, als in der dortigen Gegend überHaupt keine Gemsen vorkommen und der Bock von einein entfernten Gebiete eingewechselt sein mußte. Schweres Schiffsunglück. Der japanische Küstendampfer Natorigawa Marn" wollte bei Nebel in den Hafen von Osaka einlaufen. Er gerieth hierbei auf eine Klippe und sank. Von 107 Passagieren wurden nur 10 und von der Mannschaft von 23 Mann nur 6 gerettet. Ein Sergeant der Osaka-Garnison erwartete mit dem Dainpfer feine Familie, die ihm vor seiner Abreise nach dem Kriegsschauplatze Lebewohl sagen wollte. Sämmtliche Familienmitglieder, bestehend aus Mutter, Bruder, Schwester und dem 11jährigen Kinde des Sergeanten, ertranken. Giftige Bohnen. Der Bootarbeite? Baris in Rotterdam, Holland, brachte aus einem Schiff, das er umladen half, ein Säckchen verlorener Bohnen mit nach Haus und lud seine Nachbarn zi: dem leckeren Mahl, das aus den Bohnen bergestellt wurde. Unglücklicherweise waren es aus Indien stammende giftige Kratakbohnen. Baris. sowie drei Kinder starben unter entsetzlichen Schmerzen. Es wurden sofort polizeiliche Warnungen erlassen, da auch noch andere Arbeiter derartige Bohnen mit nach Hause genommen hatten. Verbranntes historif ch e s Schloß. Das Schloß von Vertholey, eines der ältesten Schlösser von Wales. England, ist durch einen Brand völlig zerstört worden. Das 1616 erbaute Schloß lag 400 Fuß hoch über dem Meere; es sah wie eine Festung aus und bot einen prächtigen Anblick. Das quadratische, vierstöckige Gebäude hatte eine schöne Säulenhalle und war über und über mit Epheu bedeckt. Mit dem Gebäude sind Gemälde, sehr viele kostbare Raritäten und feltene Eichenmövel verbrannt.
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