Indiana Tribüne, Volume 28, Number 203, Indianapolis, Marion County, 19 April 1905 — Page 1
MM ii j JuDimw Tribune S5 I I c ge und ronntaasMatt lOo per Woche. Grsltxetn feden Marttmittag. Jahrgang 28. Jndianavolis, Ind., Mittwoch, 19 Avril 1905 No. 203.
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j'Elizabeth Goepper Mneller i Am Mittwoch früh um 5 Uhr ftarb Frau Elizabeth Goepper Mueller, die treue Lebensgefährtin unseres allgemein geachteten und beliebten ApothekerS gerd. A. Mueller in dem noch rüstigen Alter von 37 Jahren. Frau Mueller wurde im Jahre 1867 am 15. Mai hier in Indianapolis geboren, sie war die Tochter von Frau Susanna Goepper, eine der bekannteftendeutschen Pionierin in hiesiger Stadt. Frau Mueller, deren Tod in den weitesten Kreisen allgemeine Trauer hervorrief, erfreut: sich ob ihrer großen Herzensgüte allgemeiner Beliebtheit und Hoch achwng. Der Ehe mit ihrem, jetzt in tiefster Trauer darniedergebeugten Gatten entsprossen drei Kinder, Margaretha, Ferdinand und Albert Mueller. Außer diesen trauern noch die hochbetagte Mutter, sieben Geschwister und ein großer Kreis von Verwandten und Freunden um die liebe Todte. Die Beerdigung findet am Freitag Nach' mittag um 2 Uhr vom Tr.uerhause No. 321 Nord Liberty Straße aus statt. Beerdigung auf Crown Hill ist privat.
Das Paffah-Feft Wird in allen Synagogen gefeiert. Heute um 6 Uhr nimmt das jüdische Paffah Ofter-Feft seinen Anfang und dasselbe wird am Donnerstag nächster Woche, AbendS 6 Uhr enden. Die beiden ersten, sowie auch die beiden letzten Tage desselben werden durch spezielle Gottesdienste in den Synagogen gefeiert werden. Paffah, oder Pascha, d. i. schonendes Vorübergehen, heißt das Fest, welches zugleich mit dem der ungesäuerten Brite zum Andenken an die Verschonung des jüdischen Volkes bei der Plage des Würgeengels in Aegypten und an dem Auszug aus diesem Lande, im ersten Vollmonde des Frühlings gefeiert wird. Die kr sprünge deS Festes find in Dunkel ge hüllt; wahrscheinlich liegt ein altes Frühlingsfeft zu Grunde, welches )pö ter historische Beziehung auf die Errettung aus Aegypten erhielt. Seit der Zeit des ausgebildeten Tempelcultus versammelten sich die JSraeliten alljährlich zur Ofterzeit bei dem Tempel zu Jerusalem. Während der sieben Festtage durfte nur ungesäuertes Brot, Trübsalsbrot genannt, gegessen werden, weil bei dem eiligen Auszuge aus Aegypten der Teig ungesäuert hatte mitgenommen werden müssen, daher heißt das Passah auch das Fest der un gesäuerten Brote. Jeder Hausvater verzehrte mit seiner Familie . am ersten Abend ein vom Priester geschlachtetes einjähriges Lamm, das Paffah-Lamm, welches ganz ohne Zebrechung der Kno chen gebraten und vollständig verzehrt werden mußte. Die Mahlzeit wurde stehend und in Reisekleidern eingenommen; auch wurden Opfer der Erstlinge der Heerden und Früchte dargebracht. DaS Passahfeft war das größte unter den jüdischen Festen. John Woods und Georg Lamfer. beide an der Eaft und'.Downey Straße wohnhaft, gerietyen sich gegenseitig in die Haare und Lamfer erhielt mit einem Beile einen Schlag auf den Kopf, außerdem wurde er auch noch gegen den Ofen gestoßen. Detektivs Haley und Splan verhafteten Beide. Woods wurde des Mordangriffs angeklagt, während gegen La.nfer die An klage ftiS thätlichen Angriffes erhoben wurde. JosephHeibert, 2413 Ash' land Ave., wurde durch die Detektivs Manning und Simon verhaftet und die Anklage des Großdiebstahls wurde gegen ihn erhoben. Heidert ist beschul digt, eine Uhr, die er auf Abschlags zahlung kaufte, wieder verkauft zu ha ben, ehr er dieselbe völlig bezahlte. F e e r. Ein Feuer heute Nachmittag richtete im Leihftalle, 438 W. Pearl Str., Wm. Henry, Eigenthümer, betracht lichen Schaden an.
Terre Äante Brewiny Co. vom Fener heimgesucht.
Zwei Feuerwehrleute verletzt. Eine Anzahl Pferde kommen in den Flammen um. Kurz nach 7 Uhr gestern Abend brach in dem großen Stalle hinter dem eigent lichen Lager-und Offtce-Gebäude der Terre Haute Brauerei belegen, ein Feuer aus. und in unglaublich kurzer Zeit hatte sich dasselbe über das ganze aus Holz erbaute Gebäude erstreckt, dasselbe in ein riesiges Flammenmeer, welches feine Lohe himmelwärts sandte, verwandelnd. Martin Finneron, 344 W. Henry Str., sah die Flammen aus dem Dache des Stalle emporschlagen und er eilte, den Alarm abzugeben. Diesem ersten Alarm folgte innerhalb weniger Minuten ein zweiter und in kurzer Zeit waren von allen Seiten die Feuerwehrleute herbeigeeilt und eifrigst wurde das Feuer von allen Seiten bekämpft. Das leichte Holzgebäude mit seinem wie Zunder brennen den Inhalt jedoch, bot den Flammen so reichlich Nahrung, daß man kaum an die Rettung desselben hoffen durfte. die Aufmerksamkeit vielmehr den benachdarten Anlagen, hauptsächlich der alten Rolling Mill, welche übrigens Feuer gefangen hatte, zuzuwenden gezwungen war. Gleich beim AuSdruche des Feuers machte sich der Nachtaufseher des GebäudcS an die Arbeit, die in demselben untergebrachten Pferde zu retten, kaum hatte er dieselben aber bis zur Thüre geleitet, als die Thiere durch den Feuerschein störrig geworden, sofort wieder in das brennende Gebäude und zu ihrer Krippe zurückliefen. Mit Mühe und Anstrengung gelang eS Earson und den ihm zu Hilfe geeilten Männern, mehrere Pferde zu retten. die größte Anzahl derselben aber kam in den Flammen um. Auch die in dem nördlich vom bren nenden Gebäude belegenen Stalle untergebrachten Pferde wurden der Sicherheit wegen sofort in's Freie geleitet, da die Flammen aber auf ihren Heerd beschränkt wurden, brachte man dieselben später alle wieder zurück. Direct östlich von dem brennenden Gebäude befindet sich ein überdachter Anbau, unter welchem SchlauchCom pagnie 6 stand, um von hier aus ihre Wasserstrahlen unmittelbar in die prasselnde Lohe zu entsenden. Das schwere Dach, dessen Stützen längst brannten, brach plötzlich zusammen und mehrere der Feuerwehrleute wurden durch dasselbe verschüttet. Eapt Johnson wurde anscheinend nur leicht verletzt, er begab sich später nach seinem Spritzenhaufe und von dort dann nach seiner Wohnung um sich verbinden zu lassen. Wm. Grady, 620 Süd Alabama Str., gleichfalls von der Eompanie No. 6 erhielt mehrere tiefe Kopfwunden und er erlitt außerdem noch eine Verletzung des RückgradeS. Das Feuer, welches auf feinen Herd beschränkt wurde, brannte daSGebäude bis auf den Grund nieder. Der Verlust wird sich auf etwa $6000 belaufen. Ein werthvolles Gespann im Werthe von $600 und Pferde, welche auf $200 pro Stück geschätzt wurden, sowie c'ne Anzahl Brauereipferde im Werthe von $175 per Stück, im Ganzen 16 Pferde ver brannten in den Flammen. Vier Ab lieferungSwagen der Agentur wurden gleichfalls zerstört. Die Gebäude wurden um etwa $1000 geschädigt Der Schaden war nicht durch Versicherung gedeckt. Bauerlaubnißschein e. I. L. Masters, Reparaturen, 2322 Broadway, $500. Carl RamSnel, Ladenraum, Calvelage und Haugh Str.,Sl,000.-JameSGosmk, WohnhauS, Calvelage und Ketcham Str., 81. 700. Charles Smith, Wohnhaus, Capitol Ave. nahe 35. Str., 82.300. Mary Moorman, Cottage. 33. Str. nahe Clifion, $1,600. Ralph Mor. gan, Cottage, Swing nahe Brookfide Ave., $1.100. C. M. Clark. Cot. tage, Oxford Str., $1,000. Charles Nelson, Cottage. Trowbridge nahe Graydon Str., $900.
Polizeiliches.
Scanlon'S Wirthschaft, an der Laurel Str. und English Ave . wurde durch Einbrecher heimgesucht, und 3 Flaschen Whiskey wurden gestöhlen. Die Einbrecher erbrachen auch den im Hinteren Ende des Geschäftes sich befindlichen Gasmeter, und entnahmen demselben $3 in Q Wärters, die in denselben hineingesteckt waren. Martin Hertz Wirthschaft an der Morris und Dakota Straße, wurde gleichfalls heimgesucht, jedoch wurden die Banditen verscheucht, ehe es denselben gelang, Einbrüche zu machen. Die Radlerpolizifte n Hull und Shine wurden gestern nach den Fairgründen gesandt, um dort eine Bande Zigeuner, welche den Bemohnern der Umgegend viel Unannehmlichkeiten bereiteten, zu zerstreuen. Als die Radler dort anlangten, fanden sie eine mehrere hundert Personen starke Bande vor, welche erst mit gezogenem Schießeisen zum Abziehen gezwungen werden mußten. Elmer Hagan, Wächter des Charlemont Flat - Gebäude?, meldet, daß ihm aus seinem Zimmer eine Anzahl Kissen und Bettdecken gestohlen wurden. Charles B r a nn t i n'gb a m, der vor mehreren Jahren bei der hiesi gen Polk Sanitary Milk' Co. in An. ftellung stand, wurde durch Detektiv Lancafter aus ColumbuS, O., nach hier gebracht. Er ist beschuldigt, der Milch Co. $65 unterschlagen zu haben. C o r a Clark, die Insassin eines anrüchigen Hauses, No. 422 Oft CourtStraße. versuchte, sich mittels Carbolsäure aus der Welt zu schaffen. Mehrere der Weiber in dem Hause waren besoffen, eine rauchte sogar eine Cigarette. Die Polizei, welche zur Stelle gerufen wurde, nahm keine Ver Haftung vor. Wurde sterbend aufgefunden. JaS. T. ChallieS, aus Bloomington, Ind., beging gestern in seinem Zimmer, 222 Süd Illinois Str., Selbstmord durch Einnehmen eineri Dosis Laudanum. Das Fläschchen, aus welchem er dasselbe genommen, wurde dort auf dem Tische vorgefunden, und auf einem Zettel, welchen er unter die Flasche gelegt hatte, sagte er, daß 20 Tropfen deö Inhaltes feine Rheumatischen Schmerzen linderten. Dr. Mo chelle. der den Mann in Behandlung nahm fand, daß das Gift bereits zu sehr in den Blutlauf übergegangen war, ehe man ihn rief, so daß sich wenig für den Mann thun ließ. Verschiedene Briefe von seinen Verwandten und Bekannten wurden aufgefunden. Die Frau des Verstorbenen wurde sofort benachrichtigt. Vater und zwei Brüder deö Mannes wohnen in La fayette und sollen wohlhabend sein. Charles Bradshaw, ein Leichenbeftatter aus Lafayette, der sich zur 'Zeit in der Stadt befand, nahm die Leiche nach stattgehabter Leichenschau mit sich nach Lafayette. Schlechte Gesundheit wird als Ursache zur That angegeben. Ju Wagenkollifion verletzt. In einer Kollision zwischen zwei Buggies wurden gestern Nachmittag Frau Müller, 419 Nord Senate Ave., sowie auch Jos. Lauler, 418 West McCarty Str., schmerzlich verletzt. Wie verlautet, fuhr Frau Müller mit einer Bekannten, Frau P. I. McNalliS, die McCarty Str. entlang, Herr Lauler fuhr hinter denselben her. An der Maple Str. "Ecke angelangt suchte Lauler an dem langsamfahrende Ge führte vorbeizufahren, als plötzlich fein Pferd scheute, wodurch beide BuggieS kollidirten und die Insassen beider auf die Straße geschleudert wurden. Frau Mueller wurde in eine benach barte Wohnuug gebracht, und dort gepflegt, bis ihr inzwischen benachrichtigter Gatte sich ihrer annehmen konnte. Lauler's Pferd wurde eingefangen. DaS Geführt war theilweise zertrüm mert worden, er selber erlitt eine Verwundung am Ellenbogen.
Der Coroner untersucht den Nn-
fall im Masonic Temple. Coroner Tutewiler eröffnete gestern sofort die Untersuchung in dem UnglückSsallc, welcher 4 Zeitungstrügern das Leben festete und in welchem eine große Anzahl anderer mehr oder min der schwer verletzt wurden. Von den soweit noch im Hospitale sich befindenden Jungen werden Arthur Brown, Ivan Blade und Joseph Wilhelm gemeldet. Robert Campbell, der Park Theater Polizist und Walter Bowlby der Leiter deS Theaters legten vor dem Coroner ihr Zeugniß ab. Campbell hörte mehrere Schreie, zuerst im Glauben, die Jungen spielten, wollte er sich wenden, bemerkte aber dann, daß etwas nicht in Ordnung sein müsse und so lief er dann über die Straße, um nachzusehen. Er fand eine große Anzahl der Jungen auf der Trepp eingekeilt. Rufe sie zu retten wurden von vielen der Jungen auSgestoßen. Campbell versuchte einen derselben aus dem Knäuel herauszuziehen, fand dieses aber völlig unmöglich, da der Knabe zu fest eingezwängt war. Er lief dann nach oben und trug eine Anzahl der auf dem Haufen wie leblos liegenden Knaben nach oben. Er glaubt, daß beide Sturmthüren, welche im Eingang sich befinden, geöffnet waren. Bowlby's Aussagen waren ähnlich, nur blieb er unten und betheiligte sich dort an dem Rettungswerke. CyruS C. OSborn sagte aus, daß eine große Anzahl der Knaben sich oben mit Hüpfen und Springen vergnügte. AlS xx die Treppe hinunterging, bebemerkte er, daß nur eine der Thüren in dem Treppenaufgänge geöffnet war. ES entstand ein Gedränge, der Ruf ..Feuer" erschreckte die Jungen, die Thüre brach und dann stürzten die Knaben bia Treppe hinab. Alle Aussagen der bis jetzt vernommenen Zeugen scheinen hierin übereinzustimmen, daß es an dem nöthigen Polizeischutze fehlte. Der Coroner gedenkt tüglch 810 Zeugen zu vernehmen und da etwa 5060 Zeugen auf der Lifte stehen, werden mehrere Tage vergehen, ehe ein Wahrspruch erwartet werden kann. Am Samstag Nachmittag soll in der Tomlinson-Halle eine Gedenkfeier für die Verstorbenen abgehalten werden. Während der Dauer dieser Feier wird der Coroner sein Zeugenverhör aussetzen, um den Zeugen eine Gelegenheit zu geben, derselben beizuwohnen. Fast alle Zeugen stimmen dahin überein, daß keine Polizisten während desGedrünges, das der Cataftrophe voraufging, gesehen wurden. PolizeiSuperintendent Krüger über diese Angelegenheit befragt, giebt an, daß vor Wochenfrift etwa, ein Mann zu ihm in seine Office kam und mit ihm Rückspräche bezüglich der Angelegenheit nahm und daß er dem Manne sagte, er könne alle Hilfe durch die Polizei er halten, die er wünsche, sobald er derselben bedürfe. Dieser Mann habe sich nicht wieder sehen lassen. Die Polizei leistete bei dem Unfälle ausgezeichnete Dienste. Als das Unglück gemeldet wurde, befand sich Capt. Boylen im Roll Call. Sofort wurden die Patrolwagen bemannt und im Galopp zur UnglücköfteUe gesandt. Patrouillen wurden zu Fuß abgesandt, Wachen wurden beim Todtenhause und beim DiSpenwrium auSgestellt und alles wurde mit einer Umsicht sofort angeordnet, daß nicht x:xx die Todten und Verwundeten sofort bestens von den Aerzten gehandhabt werden konnten, sondern daß es auch möglich war, der nach Tausenden zählenden Menschenmenge den Zutritt zu gewähren, in der Hoffnung, so die Todten und Besinnungslosen sofort zu identistziren. Thomas Rochefort, ein früherer Polizist, der schon seit mehreren Wochen im Flowermisfion Hospital ist, ftarb heute früh an der Lungenschwind sucht. Er ist ein Bruder deS Advocaten John I. Rochefort, Rochefort war als guter Beamter bekannt. Die befte 5 Cent Cigarre in der Stavt, Mucho's Longfellow".
Aus den Gerichten.
Bundesgericht. Im Bundesgerichte wurde von Strafford Maxon, als Bevollmächtigter für die bankerotte Firma National Manufacturing Co." zu Elkhart, Klage gegen die Capital Paper Co.", eine Corporation, eingereicht. Laut Contract hatte die verkrachte Firma für die Beklagte fünf Maschinen zur Herftellung von Tüten geliefert und verlangt für dieselben noch $5000 als Restdegleichung. Im Bundesgericht wurde gestern eine Klage eingereicht von Harry S. Hicks und Mary Hick Mayer, gegen Dr. John N. Hurty, Präsident des Jndiana Central College, und andere Beamte des Collegs. Die Kläger sind bedeutende Aktieninhaber. Superiorgericht. Bor Richter McMafter kam die Klage der Star Drilling Machine Co." gegen Albert Tripp zur Verhandlung. Die Kläger führen aus, daß ihnen für Wechsel, Zinsen und Anwaltsgebähren 81914.25 zukommen; als Deckung erhielten sie eine Hypothek. Sie wünschen nun behufs Erlangung ihres Geldes, daß ein ZwangSverkauf des Grundeigenthums des Beklagten stattfinde. Der Richter behielt fich die Entscheidung vor. Grace Houser lebte nur vom 30. Januar bis 3. März 1904 mit ihrem Gatten George zusammen. Während der kurzen Zeit will sie ausgefunden haben, daß sie die Liebe ihres Gatten mit einem anderen, ihr unbekannten weiblichen Geschöpf zu theilen hatte. Als sie dem Gemahl darüber Vorfiellungen machte, verließ derselbe sie und hat seitdem nichts zu ihrem Unterhalte beigetragen. Sie ersuchte deshalb das Gerichl um Lösung der Ehefesseln und die Erlaubniß, ihren früheren Mädchennamen wieder führen zu dürfen. Richter McMafter gewährte in Gnaden das Gesuch. Dagegen wies Sr. Ehren die Schei dungsklage des Stephen Perigo, der seine Gattin beschuldigte, ihn verlassen zu haben, kurzer Hand ab. Im Nachlaßgericht wurde das Tefta ment des verstorbenen A. C. Vollrath zur Bestätigung eingereicht. Kleine Stadtnachrichte. Die bekannte Hebamme Frau Käthie Neidlinger, 526 Prospect Str., die seit 16 Jahren hier ansässig gewesen ist, wird heute die Stadt verlassen, um fich dauernd in Georgetown, Ind., wo fie fich eine Fruchtfarm gekauft hat, niederzulaffen. Frau Martha A. Morris o n, die im Hause ihrer Tochter, Frau Mary E. LucaS, 717 Lord Straße, verschieden ist, war eine der Pioniere dieses Theiles des Staates. Nach ihrer Familie wurde der jetzige Ort Morriötown, 30 Meilen östlich von hier benannt. Fünf Kinder überleben die Verstorbene, deren Beisetzung im Morristown Kirchhofe stattfinden wird. Die übereilige Proklamierung der neuen Gesetze am letzten Samstag ist mit Schuld daran, daß gestern noch kein Resultat erzielt wurde in der Wahl eines Clerks für die Staatsdruckerei - Commission. Nach dem alten Gesetz stimmten nur drei über di? Candidaten ab; durch das am letz ten Samstag in Kraft getretene Gesetz wurde eine weitere Stimme hinzugefügt. Und nun stehen sich vorläufig Gouv. Hanly und Auditor Sherrick für Clifton den Herren Self und StormS für Slough gegenüber. Heute werden weitere Versuche, eine Verftändigung zu erzielen, gemacht werden. Schiffßnachrichten. New Bork: Noordam" von Rotter. dam ; Vaderland" von Antwerpen. QueenStown : Oceanic" von New Bork. Liverpool: Sylvania" von Boston.
Nachrichten aus Jndiana. Bloomington, 13. April. Unter den Studenten und Studentinnen der Jndiana-Univerfitüt ift der Scharlach auSzebrochen; doch ift kein Fall bedenklich. Man nimmt an, daß die Betroffenen fich die Krankheit im Bahnzuge zugezogen haben, da alle von Orten kommen, wo diese Krankheit zur Zeit nicht aufgetreten ift. Peru, 18. April. Durch die von der elektrischen Zmischenbahn heraufbe schworene Konkurenz hat der Passagierverkehr der Lake Erie hier so sehr gelitten, daß die Co. die Anzahl ihrer Arbeiter hier in den ReparaturwerkP stellen um mehr denn zwei Drittel beschritten hat seit den letzten Monaten.
Es sollen hier keine Maschinen mehr neu umgebaut werden; übehaupt sollen hier nur die allernöthigften, dringenden Arbeiten in Zukunft vorgenommen werden, während alle anderen bisher hier ausgeführten Arbeiten in Zukunft in den Reparaturwerkstätten zu Lima, Ohio, gemacht werden sollen. Elkhart, 18. April. William Spaid, ein Barbier hier, wird als ein Held gefeiert, als er einem jungen Manne NamenS Hull eine gehörige Tracht Prügel verabreicht hat wegen grausamer Behandlung seines vierjährigen Sohnchens. Hull brachte seinen Sohn nach dem Barbierladen zum Haarschneiden und schlug ihn ganz unmenschlich, als er nicht still halten wollte. Als er trotz des RemonftrirenS deS Barbiers dies wiederholte, hieb derselbe auf ihn ein, bis er um Gnade bat. Sollte Hull es wagen, den Spaid verhaften zu lassen, so wird die öffrntliche Meinung für letzteren eintreten. M ich i gan City, 18. April. Am 19. Mai und am 10. Juni d. I. werden die hier inhaftirten Mörder Berkley Smith und Edward Donahue ihre Verbrechen am ' Galgen büßm. Ersterer wurde der Ermordung von Arminthea Northrop in Benton Harbor. Mich., schuldig gefunden, während letzterer seine eigene Frau in IndianapoliS ermordete. Beide Männer sollen an starker Nervosität leiden und der Gefängnißarzt hat dieselben fortwährend in Behandlung. Auch hat der Gefüngnitzaufseher Anordnungen gegeben, Selbstmordversuchen vorzubeugen. DaS Gerücht, daß Gouv. Hanly gegen die Todesstrafe eingenommen, circulirt im Gefängniß und hat ganz besonders bei Smith Hoffnungen auf Begnadigung erweckt. Hagerötown, 18. April. Ein Geist soll daS Haus welches von Ed. Larson, seiner Frau und deren Mutter bewohnt wird, unsicher machen. In dem Hause, welches im nördlichen Ende der Stadt steht, sollen in den letzten Monaten zwei alte Personen, welche dasselbe viele Jahre bewohnt haben, gestorben sein. ES wurde dann verkauft und weniger wie eine Woche von einem erst kürzlich verheiratheten Ehepaar NamenS Miller bewohnt. Dann bezog genannter Larson mit Frau und Schwiegermutter das HauS. Schritte wurden gehört, das Bett, welches die Mutter benutzte, wurde von unfichtbaren Händen bewegt, letzteres wiederholte sich, als die Tochter mit der Mutter das Bett theilte, eine Gestalt wie die eines alten ManneS wurde gesehen und die Frauen wurden zu Tode er schreckt. Larson selbst hat von allem nichts gesehen und gehört. Aber er hat sich entschlossen, daS HauS zu räumen, seiner Frau und deren Mutter zu Liebe. Base-Ball. National-Liga. Boston, 18. April. Boston 11001010 4 Brooklyn 2 000000002 Batterien Boung und Needham; McJntyre und Ritter. American Liga. Washington, 13. April. Washington. ..10000000 1 Boston 0 000000000 Batterien Wolf und Kitrerell; Winter und Farrell.
