Indiana Tribüne, Volume 28, Number 202, Indianapolis, Marion County, 18 April 1905 — Page 3
ms&& lh i IW ift i i1 III II f IM II II Pf n Wi III ä: Cluh SIRkKN Mi Jndian Tribüne, 1. April 1905 3
rswjuiytfwgLiW,ujiMfiM M
z
Russisches Geschlmdcr Nimmt in der Kamran-Bai, Kochinchina, Proviant ein.
Russischer Admiral über Rojestvenky's Aussichten. Amerikanische Kriegsschiffe bei Borneo. Die deutsche Presse jubelt über einen französischen Rückzug. Der Kaiser zu Taormina. - Ernstliche Streikunruhen zu Limoges, Frankreich.
Oft-Aften. Russisches Geschwader. Saigon, Französisch'Cochinchina. 17. April. Die Japaner kaperten in den letzten Tagen eine große Anzahl ffohlenschiffc an der Küfte von Kochinchina. Eine Anzahl russischer Kriegsschiffe liegen in der Kamran-Bai vor Anker j.nö nehmen Lebensmittel ein. Der Dampfer Eridon, der von einer französischen Firma gechartert ift, fuhr gestern Abend mit einer Ladung Proviant nach dem russischen Geschwader. Der Gesundheitszustand auf dem russischen Geschwader ift auffallend gut. Se.t fein?r Abfahrt von Europa sind unter den 18,000 Mann auf demselben nur 3 Todesfälle in Folge von Krankheiten eingetreten. Das russische Schiff Orel brachte Kranke hierher, doch befanden sich auf demselben keine Verwundete, wie berichtet wurdc. Kamran-Bai. Paris. 17. April. Die Depesche von Saigon, welche die Anwesenheit rusfilcher Kriegsschiffe in der KamranBai meldet, wird als Anzeichen betrach tet. daß Admiral RojeftvenSky nicht so rasch nach Norden strebt, wie man erwartete. Die Thatsache, daß Admiral de Jonguieres, der französische Flottenkommandeur von Saigon auf der Fahrt nach der Kamran-Bai ift und die Abfahrt eines Schiffes mit russischen Vorräthen scheinen anzudeuten, daß daS russische Rendezvous nicht weit von Saigon sondern wahrscheinlich in der Nähe der Kamran-Bai ift. Vermuthungen. St. Petersburg. 17. April. In Verbindung mit den Nachrichten über den Aufenthalt eines russischen Geschwaders in der Kamran'Bai theilt man hier nicht die Anficht, daß Rojeftvensky feine Flotte getheilt hat. Hier schenkt man dem Berichte des Dampfers TelemachuS, daß am 12. April nördlich von den Natuna-Jnfeln eine Schlacht stattgefunden habe, keinen Glauben. Ueber Rojeftwensky's Aussichten. S t. P e t e r S d u r g , 17. April. Ein russischer Admiral drückte heute dem Vertreter der Affociirten Preffe gegenüber die Anficht aus, daß Admiral Togo nicht eine Schlacht bei den Pesca-doreS-Jnseln suchen werde. Er meinte: Es würde ein großer Fehler Togo's sein, sein Geschwader 800 Meilen von Japan zu concentriren und womöglich Rojiftvensky vorbeischleichen zu lassen, während Letzterer zu Togo in dessen heimischen Gewässern kommen muß. wenn er seine einzige Basis, Wladiwofiok, erreichen will. Alle Depeschen von Tokio über Verhärigung des Belagerungszustandes über die VeScadores-?knseln und die Anwesenheit einer japanischen Flotte in der Nachbarschaft von Formosa find zum Zwecke der Irreführung ausge sandt. Wir kennen RojeftvenSky'S Pläne nicht. Er hat feine Pläne selbst gemacht und, wer den Admiral, wie ich kennt, weiß, daß vielleicht der Kapitän seines Flaggschiffes dieselben nicht kannte, als das Geschwader die chinesische See erreichte. Wir haben volles Vertrauen in RojeftvenSky'S Fähigkeit sich unter den schwierigsten Umständen zu helfen. ES ift richtig, daß seine Schiffe langsam find, aber der Znftand der Schiffe und Mannschaften, und speziell die Handhabung der Geschütze, wie sie aaS den Schiebungen hervorgeht, ift besser, als wir erwarteten und wir glauben, daß er mehr wie die einfache Möglichkeit hat, Togo in offener Schlacht zu schlagen." Protest an Frankreich. Tokio, 17. April. Man berechnet, daß das russische Geschwader vom 12. bis 14. April Nachmittags in der Kamran'Bai war. Man glaubt, daß Japan Frankreich Vorstellungen machen wird wegen der Benützung französischer Häfen durch das russische Geschwader. Auf die Antwort Frankreich'S ift mau gespannt
und besonders, ob eS beftreitet, daß das
Geschwader in französischen Gewässern war, wie eS dies that, als das Geschwader bei MadagaLcar war. Bleibt eS hierbei, so wird Japan das Recht haben, die russischen Schiffe in der Kamran-Bai anzugreifen. Russische Schiffe bei Kap P a d a r o n. Hongkong, 17. April. Der deutsche Dampfer Brunhilde" kam heute von Singapore hier an und be richtet, daß er am 14. April, 30 Meilen nördlich von Kap Padaron, von russischen Kreuzern angehalten wurde. ES wurden 33 russische Schiffe gezählt, die mit zehn Knoten Geschwindigkeit in nord-nordöst!icher Richtung dampften Sie schienen in gutem Zustande zu sein. Kap Padaron ift an der Küfte von Cochinchina, nicht weit südlich von der Kamran'Bai. Russen bei Hongkong. Paris. 17. April. Eine Depesche von St. Petersburg an das Echo de Paris" meldet, daß ein Theil von Admiral RojeftvenSky'S Geschwader bei Hongkong gesehen wurde, wie es in nordöstlicher Richtung fuhr. Die Nachricht ift von anderer Seite noch nicht bestätigt worden. Russen in der TuranBai. London. 17. April. Eine Depesche von Honkong meldet, daß ein Theil deS russischen Geschwaders in der Turan-Bai, 350 Meilen nördlich von der Karaman-Bai, gesehen wurde. Lokal-Verwaltung in Polen. Warschau, 17. April. Unter dem Vorsitz des Generalgouverneurs Maximovitch wird zu Anfang Mai eine Konferenz abgehalten werden, um Pläne für Lokalverwaltuna in den Landdiftrikten Polen zu entwerfen. Indien. Amerikanische Kriegsschiffe. a b u a n , Britisch-Borneo, 17. April. Die amerikanischen Torpedo-boot-Zerftörer Barry" und Ehaun cey" kamen heute von den Philippinen hier an, um den Kreuzer Raleigh" zu treffen. Dieser war aber schon abgefahren. Die amerikanischen Torpedo boot-Zerftörer hatten weder russische noch japanische Kriegsschiffe gesichtet. Deutsch 'and. Deutscher Triumph. Berlin, 17. April. Das Ein lenken deS französischen Ministers des Aeußern in der Marokko-Frage wird von der Preffe in spaltenlangen Ar tikeln besprochen und allgemein als der größte Triumph bezeichnet, welchen die deutsche Diplomatie sei Jahren errun gen hat. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die französische Regierung sich mit Grazie in'S Unvermeidliche fügen wird, aber das verhindert die Pariser und Londoner Hetzblätter nicht, weiter gegen die deutsche Anmaßung zu wettern. Am schlimmsten treibt eS der Sozialift JaureS, der in seiner Hu i manite" zettert: Deutschland fteht der Civilifirung von Morokko im Wege, und daS darf nicht geduldet werden. Wenn der Kaiser seine angeblichen Rechte vertheidigen will, werden wir den unrigen erst recht Geltung ver schaffen." Zollpolitik. B e r l i n, 17. April. Die Deutsche Tageszeitung" das Organ der Agra rier, welches ftetS dafür eintrat, daß der Handelsvertrag mit den Ver. Staa ten wegen der MeiftvergünftigungS klaufel gekündigt werde, behauptet, daß die Kündigung bevorstehe. Bemühungen der Ass. Presse von Kanzler V. Bülow eine Erklärung in dieser Beziehung zu erlangen, waren vergeblich. ES besteht der Eindruck, daß die deutsche Regierung in nächster Zeit keine Aenderung in ihrer Zollpolitik gegenüber den Ver. Staaten vornehmen wird.
Wenig satte! feste Reiter.
Berlin, 17. April. Große Hei erkeit erregt gegenwärtig die hiefige Fleischer-Jnnun. Wie bereits früher gemeldet, hat dieselbe einem alten Herommen gemäß die Erlaubniß, erhalen, am Hochzeitstage des Kronprinzen die Braut zu Pferde einzuholen. Hundert Mitglieder haben fich zur Theilnähme angemeldet und halten täglich Reitübungen ab. Die biederen Fleicher find jedoch zum größten Theil so wenig sattelfest, daß man es für angebracht gehalten hat, fie sämmtlich auf Kosten der Innung gegen Unfall zu versichern. Präsident deS ReichSger i ch t e S. Leipzig. 17. April. Der Präfident deS Reichsgerichtes Dr. Gutbroif. ist gestorben. Schalk'S Wettkampf der Völker. Berlin, 17. April. Aufsehen erregt ern m Jena unter dem Titel Der Wettkampf der Völker" erschieneues Werk deS Deutsch-Amenkaners Emil Schalk. Der Verfasser führt aus, daß der Kampf um die industrielle Oberherrschaft fich in den nächsten Jahrzehnten zwischen Amerika, Deutsch, land und England abspielen wird. England muß nach seiner Anficht in absebbarer Zeit unterliegen und der Endkampf dann zwischen Deutschland und den Ver. Staaten ausgefochten werden. Die eine oder andere dieser beiden Nationen wird schlieklich die ganze Welt nicht nur wirthschaftlich, sondern auch politisch beherrschzn." erklärt Schalk, aber aus welche Seite der Sieg fich neigen wird, wagt er nicht mit Bestimmtheit zu prophezeien, daß Deutschland die besseren Aussichten hat. wenn es jeden Nerv anstrengt. That einerWahnsinnigen. Dresden, 17. April. Ein furchtbarer Vorfall wird aus dem Dorfe Oberpoyritz gemeldet. Dort hackte die Rentiersgattin Jähnicke ihrem ein Jahr alten Töchterchen mit einem Beil den Kopf ab. Hierauf begoß die Mörde- . . ii r ri rm, oie zweifellos trrnnrng ist, lyre eigenen Kleider mit Petroleum und zündete dieselben an. Es gelang jedoch, die Unglückliche zu retten, und fie wurde nach einer Irrenanstalt gebracht. Frankreich. Streikunruhen. P a r i s, 17. April. Die Unruhen zu LimogeS und Nantes in Verbindung mit den Streiks dauern fort. Das Wohnhaus eines Fabrikdirektors zu Limoges wurde zertrümmert. Du Nantes wurden bei einem Straßenkramalle heute ein Dutzend Gen3 darmen verletzt. Limoges, 1$. April. Die Unruhen waren heute Abend ernster wie gestern. Die Streiker verlangten die Freilassung ihrer gestern verhafteten Kameraden, und als ihnen dieselbe nicht gewährt wurde, versuchten fie gemaltsam in das Gefängniß zu dringen. Kavallerie machte verschiedene Angriffe, aber die Pferde stürzten über Drähte und Taue, welche die Streiker auf der Straße gespannt hatten. Die Polizelkommissäre, welche die Menge aufforderten auSeinanderzugehen, wurden mit Steinen beworfcn. Die Soldaten feuerten erft blind, dann scharf. Ein Streiker wurde getödtet, mehrere verletzt. Auch einige Soldaten find verwundet. Schließlich gelang eS der Kavallerie die Hauptstraßen zu säubern. Kirche und Staat. Paris, 17. April. Die Berathung des Gesetzes über Trennung von Kirche und Staat in dr Deputatenkammer, macht geringe Fortschritte. Der Hauptftreitpunkt ift die Verwendung deS Kircheneigenthums. Ein Antrag der Sozialiften, dasselbe zu vercaufen und den Erlös zu Pensionen für Arbeiter zu verwenden, wurde von der Kammer mit 520 gegen 51 Stimmen abgelehnt. Panama. Kontraktarbeitrr aus W e st i n d i e n. C o l o n , 17. April. Aus Weftindien kamen heute 400 Arbeiter, meiftenS von Barbados, hier an und wurden nach dem Eulebra-Diftrikt an der Kanal-Route geschickt. Algier. EnglicheS KönigSpaar. Algier. 17. April. König Edward und Königin Alexandra landeten heute mit anderen Mitgliedern der königlichen Familie und frühstückten bei Gouverneur Jonnart in dessen Sommerpalaft.
Antwerpen
Der größte Hafen der Wclt. A n t p w er p e n , Belgien, 17. April. Die Handelskammer schloß fich einstimmig dem Plane der Regierung für eine Erweiterung des hiesigen Hafens an, welche 840,000,000 kosten wird. Nach der Erweiterung wird Antwerpen den größten Hafen der Welt haben. Italien. Streik. Rom, 17. April. Der erwartete Erfolg der Streiker der Eifenvahnar. deiter ist nicht eingetreten. Viele der Leute lehnten eS ab zu streiken, mit de? Begründung, fie könnten das Brot ihrer Familien nicht auf's Spiel setzen. Mit diesen Leuten wurde heute auf jeder Linie ein Zug unter militärischer Eskorte abgeschickt. Trotz der Unsicherheit dieses Verkehrs reiften heute viele Amerikaner von hier nach Neapel, Florenz und Pisa ab. Die Führer der Vahnbedienfteten versuchen alle Arbeiter zu einem allgemeinen Streik zu bewegen, finden aber wenig Anklang. Die Regierung hat umfassende militärische Vorkehrungen zur AufrechterHaltung der Ordnung getroffen. Kaiser Wilhelm. R o m. 17. April. Kaiser Wilhelm traf mit der Jacht Hohenzollern" in Taormina ein, mo seine Gemahlin und die Prinzen Eitel, Fritz und Oskar ihn erwarteten. Die Kaiserin besuchte gestern das alte griechische Theater und andere Sehenswürdigkeiten in der Um gebung von Taormina. Bei der Rückkehr nach dem Hotel empfing fte eine Anzahl von deutschen Touristen, mit denen sie sich längere Zeit in der herz lichften Weise unterhielt. Oesterreich-Ungarn Folgen der Zollpolitik. Budapest, 17. April. In Folge der Agitation für einen unab hängigen ungarischen Zolltarif enthalten viele der Pachtverträge auf Land, die jetzt abgeschlossen werden, eine Klausel, daß die Verträge im Falle der Einführung eines neuen Tarifs entweder aufzehoben find oder daß die Pachtsumme geringer ift, da man annimmt, daß der Absatz landwirtschaftlicher Produkte durch hohe Zollsätze deS Auslandes unter neuen Verträgen erschwert wird. Mexico. Französische Mönche. Mexico, 17. April. Gegen Ende Mai werden hier 200 OrdenSleute, darunter viele Jesuiten, erwartet, die Frankreich verlassen mußten. Sie wollen dauernd hier bleiben. Türkei. N Blutvergießen. Saloniki, 17, April. Bulgaren griffen am 15. April das Kloster AthamaS, nahe Klisura, an, das von Griechen besetzt war; 15 Bulgaren wurden getüdtet. Bei Prizren kam es zu einem Kampfe zwischen Türken und Albanesen, in dem 30 der Letzteren getödtet wurden. Untersuchung Der Oel.Jnduftrie in Kansas. Jndependence, KaS., 17. Arril. James R. Garfield, Commissär für Corporationen, begann heute hier mit der Untersuchung der Zustünde in der OelJnduftrie; die Beamten deS hiesigen Zweiges der Standard Oil Co. versprachen ihm alle mögliche Hilfe. Jndependence, Kas., 17. April. Kommissär Garfield hielt heute Abend eine Konferenz in der Office des Sekretärs Parker vom Ver bände der Oelproduzenten. Eine Anzahl Oel-Jnteressenten machten Aussagen über die GeschästSmethoden der Standard Oil Co. Der Kommissär wird morgen nach Wichita und am Mittcnoch Abend nach KansaS City gehen. Von KansaS will er nach Californien reisen und über TexaS hierher zurückkehren. Er sagte heute Abend, daß seine Arbeit einen größeren Umfang annehme, als er erwartet habe. Vergiftet. Denver, Colo., 17. April. Wm. Fagan und Herbert Gorham wurden hier todt in einer Scheune gefunden. Nach den Anzeichen hatten fie Gift in Schnaps getrunken.
?ic Goldene Muschel. Siziliens Paradies und dejZc:, dcm Vlcnd preisgezzebene Bewokncr. 2a Conca d'Oro," die Goldene Muschel, nennt der Sizilianer wegen seiner unerschöpflichen Fruchtbarkeit die Gärten, in denen Palermo liegt. Im Frühjahr schaut man von den umlicoenden Bergen in ein unermes'.liches JlüthenNtttt von Orangen und Limoneu, zwischen denen auf weiten Flächen das filbergraue Laub der Olivenhaine
hervortaucht. Seit den Zeiten der Ärabcr weist dieses Paradies Europas eine Bodenkultur auf, wie sie weniie Punkte der Erde haben. Das Bewässerungssystcm ist in einer geradezu musterhaften Weise ausgebildet. Alle Quellen auS den umliegenden Kalkbergen werden in einem großartig angelegten Kanalnetz gesammelt und das Wasser zweckentsprechend vertheilt. Leider ist das fruchtbare Land nin in den Händen weniger Glücklicher, die das Cold, das die Erde unerschöpflich hervorbringt, meist fern von der Heimath in Paris oder den französischen Seebädern Vervrassen, ohne sich je selbst um die Bewirtschaftung ihrer Güter zu kümmern. Wie überall in Sizilien verpacktet auch hier der Feudalherr seine Güter an einen Päckter, der sie in Parzellen weiter verpachtet an Jemand, der wieder Afterpächtei annimmt, bis der große Besitz in kleine Bauerngüter zerfällt, deren zeitweilige Inhaber schließlich so viel Zinsen aufbringen müssen, daß selbst die Früchte dieser paradiesischen Erde nicht mehr ausreichen, die Pacht zu bezahlen. Die Folge dieses Systems ist die Vßzx armung der Bevölkerung in Land und Stadt, und da die Fischereigerechtsame im Meer von Palermo ähnlichen Privilegien der Aussaugung unterworfen sind, so können die Salermitaner auch nicht Nutzen aus den ebenso unerschöpflichen Schätzen ihrer Küste ziehen. Nirgends in Italien, mit Ausnahme von Neapel, fällt der Unterschied zwischen reich und arm so auf, wie in der glänzenden Hauptstadt Siziliens. In keiner andern italienischen Stadt ist aber auch ein so organisirtes Verbrecherthuin. Palermo und Umgebung sind der Hauptsitz der Mafia, jenes über die ganze Insel verzweigten Ge Heimbundes mit eigenartigen strengen Gesetzen und einer Moral von ganz mittelalterlichen Begriffen. In den Quartieren der Armen begegnet man auf Schritt und Tritt Männern und Frauen, deren bleicbe, abgehärmte Gesichter eine ergreifende Geschichte von Noth und Elend erzählen. Noch schrecklicher stellt sich das Schicksal der Kinder dieser Enterbten des Glücks dar, denn die meisten von ihnen werden als Zuchthauskandida ten geboren, weil sich nie eine Behörde ihrer angenommen, weil ihnen nie ein Mensch gesagt hat, daß es eine Moral gibt, die ihnen körperliche und geistige Wiedergeburt schaffen könnte. Dort sind die Straßen, wo über flammenden Feuern Fische gebacken und Makkaroni zubereitet werden, wo der Kasfee vor aller Augen gebrannt wird und mit seinem Geruch die Luft erfüllt, wo Meister Pechdraht vor der Thür seinen Hammer schwingt, Meister Hobelspan die Säge kreischen läßt und Kesselflicker ihren ohrenbetäubenden Lärm vollführen, wo an den Straßenecken öffentliche Schreiber und Vorleser sitzen und sich auch jenes gutartig? Volksleben von feilschenden Händlern, Marktweibern und Fischern entwickelt, an dem die Besucher Palermos schon vor Goethe ihre Freude hatten. Das Kind als Humorist. Unter dem Titel Children's Answers" ist in London eine kleine Sammlung von Antworten aus Kindermund erschienen, die dem Psychologen hübsches Material über die Art. wie sich in den Köpfen der Kinder die Anschauungen über die Welt bilden, an die Hand gibt. Wieder zeigt sich da, daß das Kind ein geborener Humorist ist. So wird ein Kind gefragt: Warum wurde Moses von feiner Mutter in den Binsen verborgen?" Antwort: Weil sie nicht wollte, daß er geimpft wurde." Was ist ein Wunder?" fragt man ein anderes Kind, das augenscheinlich schon viel aus den Zeitungen gehört hat. Das ist ein Ding, das sich in Amerika eignet." Daß das Kind auch ein kleiner Cyniker sein kann, zeigt folgende Anekdote: Ein schottischer Schullehrer erzählt seinen Schülern die Geschichte von Ananias und Saphira und fragte sie dann: Warum tödtet Gott nicht jeden, der eine Lüge sagt?" Nach langem Stillschweigen antwortet ein kleiner Junge: Weil dann niemand auf Erden übrig bleiben würde." Der Lehrer stellt die Frage: Was für einen Vogel sandte Noah aus der Arche aus?" Ein kleiner Knabe weiß es: Eine Taube." Lehrer: Ich wundere mich aber, daß gerade der kleinste Knabe der Klasse der einzige ist, der das weiß." Da steht ein größerer Knabe auf: Herr Lehrer, sein Vater hat ein Vogelgeschäft!" Zum Schluß sei folgende originelle Definition wiedergegeben: G e i st -l i ch e r (eine Sonntagsschulklasse prüsend): Kann einer von Euch mir sagen, was Unterlassungssünden sind?" Kleiner Schüler: Das sind Sünden, die man begangen haben sollte, und die man nicht begangen hat." Die englischen Schornsteinfeger sind infolge der allgemeinen Einführung der Gasöfen brotlos geworden.
x$xx
Dr. Jugug König's zSamburgerz Tropfen find et ficher Kur gegen Saueres Aufstossen, Ä RlU.. iiaiiuiitii Unverdaulichkeit md all andere Arte tMagenleiden.i AI hr(ntinm 11rsd4i mm 1 - wv wmmm hif Solo trt Srsunhh.lt xV v I -w i wmmwm t i . HxKOxKxKSxKxK Aerzte. Dr. J. A. Suteliffe, Wnd'Arzt, Lsschkcbts., Urin. unl Aeeturn Krankheiten, sffre ; 155 Dff Market Str. Xtl 541 OsfiSte i 9 16 ttftr m. : i b VY. M ör. Carl ö. Winter Deutscher Arzt. gehandelt alle akute und chronische rankheiten. SeburtShülfeSpezialitSt. Office: 14 Weft Ohis Str. AK Stunde: 1011 Sorm. 14 Wo Am. Ot ug : 9.0 10.80 SVX. pH. Xtll 41. Wohnung: 1150 WafctlBN v, VpreAftundeu : 78 den, Sonntagi : 6 Nachm. Wohnung Telephone : t. Ot6 : Re. MM CENTRAL COLLEGE OF . 550 Nord Meridian Str. ...Tchule jetzt eröffnet.... Tag'Schüln sowie auswärtige Schüler, selche hier im College völlige Aufnahm uchen. können zu jeder Znt eintreten. Ei noderne gut ausgerüstetes Institut, voll, noig in allen Abtheilungen deS Lernen d r Sunft der Musik und den verwandter Unften. Katalog frei. Bdwird Tajlor, Direktor. Die Perfeet Gas Range wird zum Kostenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der fparsamfie Ofen für Kunstgas. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. THE INDIANAPOLIS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. Inge ersten Ranges ! Schnelle Zeit ! Zu bequemen Stunden ! 11 Züge zwischen Indianapolis und I Cincinnati. I? Züge zwischen Indianapolis und XL Dahton. 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springfield, Illinois. Parlor Waggons an alen Taftes und Schlaf aggons an allen acht -Zögen . Indianapolis Office : Union Bahnhof und 8 Nord Illinois St. R. P. lgeo, D. P. A. m ERIE & WESTERN R. R. .... Fahrzeit der Züge . . .. bsayrtnts Doledo. Chicatzo und ichigaa rxreß... 7.1 H9M koledo. Detroit und hicago Stm It. f !.18 IRt48tt Uy, Stattete n.8afai)ctttelt 7.20 ttt.M täglich f auenome Gomttag.
!
