Indiana Tribüne, Volume 28, Number 201, Indianapolis, Marion County, 17 April 1905 — Page 3

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Rothes Kreuz Macht schlechte Erfahrnngcn mitt der Ehrlichkeit der russischen Beamten. Geschützdonner bei den Nawna-Jnseln gehört. Russische Schiffe an der Küste Kochinchinas.- General Wster's Mission nach den Ber. Staaten. Streiwnrnhen in Frankcich. Ungarische Zollpläue. Stteik der Eiscnbuhnarbeiter in Italien.

Deutschland. Das Rothe Kreuz wird klug. B e r l i n, 16. April. Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß die Aktivität der deutschen Rothen Kreuz Gesellschaft im Dienste der Japaner und ihre flaue Agitation zu Gunsten der Russen, zu Schwierigkeiten führte, welche zur Folge hatten, daß die Gesellschaft ihre Hilfsleiftungen auf beiden Seiten aufs Nöthigfte beschränkte. Nun aber hat sie ihren Wunsch, den Japanern mehr zukommen zu lassen als deren Feinden, auf indirekte Weise doch durchgesetzt, indem sie die deutsche Agentur für das japanische Rothe Kreuz übernahm. Zwar macht dieses durchaus keinen Unterschied zwischen Freund und Feind wie in den zu Tausenden versandten Exemplaren ausdrücklich hervorgehoben wird aber immerhin Hat'S seine besondere Bedeutung, in weffen Hände deut' scheS Geld fließt. Diese neue Wendung der Dinge ist durch Kisak Tamai, den Redakteur der in Berlin veröffentlichten Zeitschrift Oftafien", herbeigeführt worden. Aus guter Quelle wird mitgetheilt, daß die deutsche Gesellschaft nicht aus politischen Gründen sich von der rufst schen Schwester abwandte, sondern weil deren Beamte zu viel der ihnen andertrauten Fonds in die eigene Tasche fite ßen ließen. Generalmajor a. D. von P f i st e r. Stuttgart, 16. April. Gene, ralmajor a. D. v. Pfifter, Dr. phil. will als Vertreter des Königs Wilhelm von Württemberg und deS Schwädischen SchillervereinS" nach Baltimore abreisen, um dort die Schiller-Büfte. das Geschenk des Königs an die JohnS Hopkins Universität, zu überreichen. Darauf wird sich der General nach Chicago begeben, wo er bei der Feier am Schillertage. 9. Mai, die Hauptfeftrede halten wird. Ein Werk Pfifter'S Die amerikaNische Revolution" ist letzten Herbst erschienen. DaS Telephon am Rhein. Mainz. 16. April. Die Hebung deS Fremdenverkehrs am Rhein, das alte und immer neue Problem deS WeinlandeS, ist nun wieder auf dem Tapet und diesmal greift sogar die Regierung helfend ein. Offiziell wird bekannt gemacht, daß der Fernsprechverkehr zwischen Berlin und vierzig Rhein, und Moselftädten im Laufe der nächsten Wochen eingeführt werden soll. ES ist zwar nicht ganz klar, auf welche Weife dieS dem Fremdenverkehr helfen soll, aber die Hotelbesitzer am Rhein versprechen sich GroßeS von der Neuerung. DieAffairederSzmigielSka Berlin, 16. April. Anstatt zur schnelleren Erledigung deS berühmten Falles der Massenkuppelei beschuldig ten Kanzlerräthin SzmigielSka zu führen, hat ihr Geftündniß die VerHand' lungen plötzlich unterbrochen und nun munkelt man, daß der ganze Fall nie dergefchlagen werden soll, um höchste, henden Personen arge Beschämung zu ersparen. DaS Geftündniß der ..Grä sin" ist nicht veröffentlicht worden. Geruchtsmeise verlautet, daß unter ihren Kunden" beider Geschlechter sich meh. rere Seiten deS Gotha'schen Kalenders befanden. Zwar fehlt hierfür jegliche Bestätigung. Thatsache ist aber, daß die Vertagung ohne offenbare Begrün dung dekretirt wurde. China. Geschützfeuer bei den Na. t u n a I n s e l n. Hongkong, 16. April. Der Dampfer TelemachuS berichtet, daß schweres Geschützfeuer gehört wurde, als er sich um 3 Uhr Nachmittags am VL April lou Steilen nördlich von den Natuna.Jnfeln befand. eine Haartest von o e r Flotte. St. Petersburg, 16. April. Bon Rojeftvensky's Geschwader find keine Nachrichten eingelaufen. Die

Admiralität glaubt, daß eS vorläufig nur zwischen Kundsä'afterschiffen zu Kämpfen kommen wird, weil Togo seine weitverftreute Flotte erst sammeln müsse. Die Hauptschlacht werde wahr scheinlich in der Nähe der PeScadoresInseln stattfinden. Belagerungszustand.

T o k i o, 16. April. DaS Flotten departement hat den BelagerungSzustand für die Jnkelgruope der Pescadores, die Insel Otinawa in der LoochooGruppe. die Inseln Oshima und Emi an der Küste der Provinz Osumi und die umgebenden Gewässer erklärt. Die üblichen Beschränkungen für Schiffahrt treten in Kraft. Vorrücken in der Mand s ch u r e i. T ok i o, 16. April. Folgende offizielle Ankündigung wurde gemach.: Die Truppen, welche nördlich von Singking vorrücken und den Feind vor sich vertreiben, haben am 14. April Jingecheng. 38 Meilen nördlich von Singking, besetzt. Ein Theil derselben, der mit Kavallerie zusammen operirt, besetzte am Abend desselben Tages Pachiatz. Die Russen hatten dort 7 Sotnien Kossacken und eine Batterie. Indien. 18 russische Schiffe. S i n g a p o r e, 16. April. Der Dampfer Prinz Heinrich deS Nordd. Lloyd berichtet, daß er am letzten Frei, tag um Mittag 18 russische Schiffe in der Kamranh'Bai sichtete. Japanische Kriegsschiffe wurden nicht gesehen. Die Kamranh-Bai ist an der Küste von Kochinchina, etwa 200Meilen nordöstlich von Saigon. Frankreich. Streik in der Porzellan Industrie. L i m o g e 3, 16. April. Der Streik der Arbeiter in der PorzellanIndustrie nimmt große Ausdehnungen an. Gestern veranstalteten 8000 Arbeiter einen Umzug mlt rothen und schwarzen Fahnen. Fenster und THU ren wurden dabei zertrümmert. Die Streiker plünderten einen Waffenladen und errichteten Barrikaden. Viele Poliziften wurden verwundet. ES find starke Truppenabtheilungen nach dem Schauplatze der Unruhen abgesandt worden. Limo ge S. 16. April. Der Zorn der Arbeiter richtet sich speziell gegen die amerikanische Firma Haviland, die bei der Schließung der Fabriken eine her vorragende Rolle spielte. Der sozialistische Bürgermeister tritt nicht entschieden auf. Seine Aufforderung an die Regierung keine Truppen zu schicken, scheint die Arbeiter zur Fortsetzung der Demonstrationen zu ermuthigen. EinMitglied derFirmaHaviland ist nach Paris gereift um mit dem Minister des Jnneru zu sprechen, wel cher die Entsendung von Truppen an geordnet hat. Vor dem Hause deS Betriebsleiter der Haviland-Werke wurde ein Packet Patronen zur Explosion gebracht, aber kein Schaden anaerichtet. ES wurde ein vergeblicher Versuch aemacht die Thüren deS Gefängnisses zu zertrüm mern. Oefterreich-Ungarn. Ungarische Zollpläne. Budapest, 16. April. Die Agitation für einen gesonderten Zoll tarif Ungarns gewinnt an Ausdehnung und ist geeignet, die Beziehungen zwischen Oesterreich und Ungarn stark zu beeinflussen. Nach dem Gesetze, welches im Jahre 1899 angenommen und vom Könige unterzeichnet wurde, ist Ungarn berechtigt, einen unabhängigen Zolltarif einzuführen und die Zollvereinbarun gen, die vorher zusammen mit Oefter reich mit anderen Ländern abgeschlossen wurden, aufzugeben. Gewisse Handelsverträge der Mo. nsrchie mit anderen Ländern laufen am 1. Januar 1906 ad und der Han delSauSgleich mit Oesterreich am 31. Dez. 1907. Der Zwischenraum von 2

Jndians Tribüne,

Jahren kann dadurch ausgefüllt weroen. daß die Vertrüge mit anderen Ländern auf 2 Jahre verlängert und dann neue abeschoss.'ri meroen, oder daß der Ausgleich schon im Jahre 1906 außer Kraft gesetzt wird und neue Verträge abgeschlossen werden. Die Freunde der Agitation wollen die MeiftbegünftigungSklausel aus den Verträgen streichen; sie wollen ferner eine un' rische Nationalbank gründen. Um den österreichischen Markt für ungarische landwirthschaftliche Produkte offen zu halten, will man auf gewisse österreichische Fabrikate nur einen geringen Zoll legen. Um diesen Plan durchzuführen, sind viele Ungarn geneigt die Sprachenfrage in der ungarischen Armee vorläufig auf sich beruhen zu lassen. Millionen-Diebftahl in Ungarn. Wien, 16. April. Aus Bndapeft wird eine gigantische Diebstahls. Affaire telegraphisch gemeldet. Einbr,cher drangen nächtlicher Weile in die unzulänglich bewachte Residenz des außerordentlich reichen Nagi Toth in Hodmezö 'Vasarhely und nahmen Werthobjecte, die etwa zwei Millionen Kronen gekostet haben, an sich. Von den Verübern hat man bis jetzt noch nicht die geringste Spur, trotzdem die Behörden sofort eine fieberhafte Thätigkeit entwickelt haben. Premier G a u t ch. Wien. 16. April. Der erkrankte Premierminister Gautch von Frauenthurn ist außer Gefahr. Ueber raschen der Schluß. Wien, 16. April. Hier hat eö eine grenzenlose Ueberraschung erregt, daß der Sensationsprozeß deS Bergraths Max Ritter von Guttmann gegen die Zeit", dessen Verhandlung gestern begann, nach der Vernehmung des ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. v. Koerber, welcher die Wahrheit aller von dem Blatte erhobenen Beschuldigungen bestritt, zurückgezogen worden ist. Während jedermann erwartete, daß nach dem bündigen Dementi Koerbers der Prozeß mit aller Energie fortgeführt werden würde, um die Verurtheilung der Zeit", welche die Beschuldigung erhoben, daß der gewesene Premier Titel, und Ordensschacher getrieben und Großindustriellen, wie Guttmann, die Berufung in das Herrenhaus zu einem Preise von fünf malhunderttausend Kronen habe an bieten lassen, zu Wege zu bringen, er hob sich der Vertreter des Klägers und erklärte, damit falle die ganze Sache. Dieses klägliche Ende des mit so gro ßem Klimbim angekündigten SenfationsprozesseS berührt allgemein um so peinlicher, als die Wiener Zeit" noch am Vorabende der Verhandlung die früher erhobenen Beschuldigungen in aller Ausführlichkeit und Schärfe wiederholte und neue Angriffe auf Körber und Guttmann hinzufügte. Daß die Sache damit ihr Bewenden haben wird, ist kaum anzunehmen. Die öffentliche Meinung dürfte nun erst recht verlangen, daß die Wahrheit an's Licht gebracht werde. Mexico. D o w i e. Mexico, 16. April. Der Zionist Dowie wird morgen Abend nach Chicago abreisen. Wechsel im diplomati schen Corps. Mexico, 16. April. Der spaNische Gesandte, Marquis de Platt, ist mit seiner Gattin nach Europa abgereift und wird wahrscheinlich nicht zurückkehren. Vor seiner Abreise verastaltete Präsident Dioz ihm zu Ehren eine Festlichkeit. Die Familie des BotschasterS Clayton wird morgen nach DeS MoineS, Ja., abreisen. Botschafter Clayton wird sich Ende Mai auS dem diplomatischen Dienste zurückziehen und durch ' 6onSer ersetzt werden Venezuela. Holländisches Kriegsschiff. WillemSftadt, Insel Cura. coa, 16. April. DaS holländische Kriegsschiff Kortenaer" kam gestern von La Guayra hier an; eS hat Ordre, längs der Küste Venezuela's zu kreuzen. Afrika. Englisches KönigSpaar. Algier, 16. April' König Cdward und Königin Alexandra kamen heute auf der Yacht Victoria und Albert hier an. Die britischen und fron zösischen Kriegsschiffe im Hafen feuerten einen Salut. Die Bevölkerung zeigt große Begeisterung.

17 April 1905

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Mord. Mäochenlcickie gefunden. L ittleF al ls, Minn., 16. April. Die Leiche Annie Rintop'S wurde heute Morgen im Walde, 4 Meilen von hier, gefunden. Sie war vollständig ent kleidet; ein Taschentuch war fest um den HalS geknotet. Der Kopf war voller Beulen und auch andere Anzeichen waren vorhanden, die mit Be stimmtheit auf ein Verbrechen hinwei sen. In der Nachbarschaft deS FundeS wurden 2 Neger gesehen, nach denen man jetzt sucht. Italien. Bahnangeftellte unzu frieden. Rom, 16. April. Die Eisenbahn, angestellten find mit dem Gesetze. welches das neue Ministerium zur Regelung deS Dienstes vorgelegt hat, nicht zufrie. den, weil eö die Entlassung Solcher bestimmt, die an Streik gehen und keine Bestimmung über ein Schiedsge. richt enthält, wie es Geolitti plante. Es scheint, daß ein neuer Streik bevor, steht. Ein solcher muß große Verluste zur Folge haben, da der Fremdenverkehr gegenwärtig sehr stark ist. Rom, 16. April. Das hiesige Agitationskomite der Etsenbahnange stellten hat an alle Bahnzentern eine Ordre geschickt, wonach morgen ein allgemeiner Streik beginnt. Amerikaner beim Papste. Rom. 16. April. Papst PiuS X. empfing heute im Confistoriumsaale 150 Amerikaner darunter General Jacob Smith nebst Gattin von New York. Frau M. D. Walsh, E. Dietrich, B. F. Shriver von Baltimore. Der Papst war von zwei amerikanischen Kämmerern, Rev. Martin Maloney von Philadelphia, Pa., und Rev. I. S. Breunan von Wilmington, Del., begleitet. Er gab jedem Amerikaner die Hand und sprach einige freundliche Worte zu ihm. Sodann hielt er eine kurze Ansprache in Italienisch, die von Rev. Dr. Murphy, dem Vice-Rector deS hiesigen amerikanischen Colleges, übersetzt wnrde. Botschafter W h i t e. Rom, 16. April. Henry White. der neue amerikanische Botschafter, wurde vom König Victor Emanuel empfangen und überreichte sein Beglau bigungöschreiben. White wurde in einer Gala-Equi-Page von dem Ceremonienmeifter, Marquis Borea d'Olmo, abgeholt. Die übrigen Mitglieder der Botschaft folg. ten in anderen StaatSkarossen. Die Gesellschaft wurde vom Palastpräfekten, Grafen Cianoti empfangen, der den Botschafter nach den Gemächern des Königs führte. Der König unter, hielt sich mit dem Botschafter eine halbe Stunde sehr freundlich. Am Nachmittage stattete White den übrigen Mitgliedern des diplomatischen Korps Besuche ab. Rußland. Streik. St. Petersburg, 16. April. In Folge der Schließung der Putiloff Eisenwerke herrscht im Narwa.Viertel eine Art Belagerungszustand. Truppen halten die Werke besetzt und Patrouillen von Polizei und Kossacken durchziehen die Umgebung. Ein Polizist schoß gestern einen Arbeiter, der einen Revolver gegen ihn gezogen hatte. Die Situation sah bedenklich aus, doch kam es zu keinem Krawalle. Die Arbeiter, wollten 2 Kameraden, die in den Werken umgekommen waren in demonstrativer Weise begraben, aber die Polizei sorgte dafür, daß die Leichen bei Tagesanbruch beerdigt wurden. WasserwerkSJnge. n i e u r e. Moskau, 6. April. Dem Kongresse der Wasserwerks . Ingenieure wohnten 350 Delegaten auS allen Thei len Rußlands bei. Ein Versuch, die Verhandlungen auf das politische Gebiet hinüberzuspielen , wurde adgewiesen. Türkei. Lage in Jemen bedenk lieh. K o n st a n t i n o p e l, 16. April. Von Rodeida wird gemeldet, daß die Lage zu Eanaa bedenklich und daß eine neue HilfS'Expedition nothwendig ist. weil Gen. Riza Pascha, der Adjutant des EultanS, bei seinem Vordringen nach Sanaa seine Geschütze und Vor. rüthe verlor.

Die Zustünde bei den Mandschurei A.mecn. Der jetzt wieder nach Tokio zurückgekehrte Ädjulant. der den Prinzen Svaxl Anton vom oyenzollern seinerzelt auf den Kriegzjchauplatz begleitete, giebt von den Zujianoen bei den feindlichen Armeen m der Mandschurei eine Schilderung, der die ftöfo. Volksztg. folgende Angaben entnimmt: Beim japanischen Heere in der Mandschurei liegen Soldaten eingegraben in Erdhöhlen. Gegen die Windseite ist ein Dach aus Hirsenstroh errichtet. Für dieErnährung und Kleidung der Gruppen ist bestens gesorgt. Im Gegensatze zu den Zustäncen bei den Russen ist es Frauenzimmern aufH allerstrengste verboten, das japanisch.' Lager zu betreten. Prinz Karl Antcn von Hohenzollern wohnt zusammen mit dem japanischen Prinzen Kanin. Er soll erklärt huben, er könne sich keine freundlicheren und höflicheren Leute denken, als die Japaner. Ueber die Versorgung der russischen Armee urtheilt der Offizier: Wenn ich einen Schluß ziehen darf aus mehreren Beweisen für Bestechlichkeit und Unehrenhaftigkeit. die ich von zuständiger Seite über die russische Marine bier im Osten vor dem Kriege in Erfatrung brachte, so dürfte die Versorgung der russischen Armee in der Mandschurei bei weitem nicht auf der Höhe der japanischen sein. In Japan spielen auch Kommission" und Geschenke" eine Rolle wie selten in einem anderen Lande, aber foviel ist sicher, beim japanischen Heere und bei der japanischen Marine ist jede Bestechlichkeit ausgeschlossen. Der so genügsame japanische Offizier würde eh?r bittere Noth leiden, statt sich an dem Gelde vergreifen, das für nationale Aufgaben bestimmt ist. Von den weiteren Auslassungen des Adjutanten seien noch folgende, die nicht unmittelbar mit dem Kriege zusammenhängen. hier mitgetheilt: Mit allzu peinlicherAengstlichkeit beobachten die Japaner fortwährend Deutschland in Kiautschau. DieJyi ließ sich aus 'Peking melden, daß der neu ernannte Gouverneur von Schantung Jang Shihsiang auf de? Reise nach seinem Posten eine geheime Unterredung mit dem deutschen Gesandten in der Vorstadt von Peking gehabt habe. Dieselbe Zeitung berichtet ferner, daß der neuliche Einspruch von deutscher Seite bei der Ernennung des Gouverneurs der Provinz Schantung in chinesischen Kreisen abfällige Auslegungen hervorgerufen habe. Dieser Einspruch lüttN betrachtet als der Vorbote deutscher Einmischung in der Provinz Schantung ähnlich jener Rußlands in der Mandschurei."

Bon Schillers vaterländischer Bedcutuug. Wir lesen in der Nationalliberalen Korrespondenz: Zu guter Stunde wird ein Brief mitgetheilt, den die Königin Luise im Jahre 1809 schrieb. Tarin heißt es: Auch in meinem Schiller habe ich wieder und wieder gelesen. Warum ließ er sich nicht nach Berlin bewegen? Warum mußte er sterben? Lesen Sie nur die Stelle: Nichtswürdig ist die Nation, die nich: ihr Alles setzt an ihre Ehre." Kann diese Stelle trügen, und ich kann noch fragen, warum er sterben mußte? Wen Gott lieb hat in dieser Zeit, den nimmt er zu sich." Dieser Brief ist abgefaßt vor der Zeit det Freiheitskriege, in dr nen Theodor Körner im Geiste Schillers auf die Nation einwirkte, a's Dichter wirk'e. Wer sich nicht darüber im Unklaren ist, in welchem Maße die Königin Luise Einfluß ausübte auf ihre beiden Söhne, den nachmaligen König Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I.. wird auch die erziehlich' Bedeutung, die ihre Vorliebe sürSchi!ler auf die Entwicklung der Prinzen gewann, nicht unterschätzen. Als Prinz Wilhelm nach der Berliner Revolution fliehen mußte und erfuhr, sein Haus unter den Linder sei als Nationaleignthum in Anspruch genommen worden, lächelte er und sagte, an seine Brust schlagend: Hier dies Herz gehört der Nation, nicht mein einfacts Haus." Nur wer mit seinen Erinnerungen noch in die Zeit der Vorbereitung der Wiederaufrichtung von Kaiser und Reich zurückzuaehen vermaa. schätzt den Wertb richtig, den Aufführungen von Schillers Tell in langen Jah-en für die Besehtgung und Erstarkung des NationalbeWußtseins hatten. In Alla, einem portugiesischen Dorf, starb dieser Tage eine Frau im Alter von 117 Jahren. Sie war dreimal verheirathet und mit je- - . r dem der drei Ehemänner eme aniennliehe Reihe von Jahren zusainmengeÜbt Bis zu ihrem Lebensende war sie außerordentlich rüstig, strickte Strümpfe und machte ihren täglichen Spazierganc,. Außer dieser nunmehr dahingegangenen Reliquie" aus vergangenen Jahrhunderten lebt in Portugal unweit Coimbra ein noch ältere. Mann, der das respektable Alter fco: 124 Jahren für sich beanspruch: Allerdings ist er nur noch die Ruine eines Menschen, des Gehens unfähig, fast erblindet, zeitweise geistig nicht vollwerthig. und nur fast noch ein Knochengerüst. Aber selbst so ist diese Mumie noch interessant genug, wenn man der Authenticität seines Alters, mit dem ja mitunter gern ein Sport getrieben wird, Glauben schenken darf.

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