Indiana Tribüne, Volume 28, Number 200, Indianapolis, Marion County, 15 April 1905 — Page 7
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vSSKZS(K I Fcucrblumcn I 8mm von Adolf Wilbraudt C l k O 4 O O d O O O O O O (Fortsetzung.) Bitte, greif nicht so vor!" entgegnete sie und läckelte nun auch. Na ja etwas hob' ich. Tenk Dir. was Frc i Wcintraut will. Ich soll sie besuche i. In Hinterpomwern." 21h! Wann denn?" .Jetzt." .Jetzt?" Ja. denk Tir: jetzt. Sie meint so: Tu. weint sie, hast schon jetzt vom Gebirg genug, und sie in einigen Tagen auch. Also wenn ich ihr eine große Freude machen wollt' weil sie mich so lieb hab' so sollt' ich sie begleiten, meint sie, und bei ihr noch eine möglichst tage Sommerfrische machen. Ohne Hocbgebirg. ade? von Herzen? sagt sie." Na. das wär' ja an sich beides sehr schön." versetzte Werner lächelnd. Und und welche Absicht hat Frau Weintraut dabei?" Absicht?" Ja. Irgend eine besondere Absicht wird sie doch wohl haben; neben der heftigen Liebe zu Dir." Gott, wie lächelst Du zuweilen klug! Diesmal hast Du allerdings wohl recht. Sie gab mir dann plötzlich einen Kuß und sagte: .Entschuldigen Sie. liebes Herz, daß ich davon spreche: ich hab' aber den ganz entschiedenen Eindruck, daß mein lieber Freund Hugo Hoffmann sich lebhaft für Sie intercssirt. Wenn es sich nun zufällig so träfe, daß auch Sie sich etwas für ibn interessiren. so könnt' ich mich ja zugleich ein wenig nützlich machen. Sie sehn ihn zuweilen bei mir. bei meinem Bruder, Sie sehn, wie er lebt. Sie lernen das ganze Wesen bei uns kennen. Und dann wissen Sie. was Sie wollen oder was Sie nicht wollen. Wär' das in Ihrem Sinn?' Und darauf gab sie mir wieder einen Kuß." Und darauf gab sie Tir wied?? einen Kuß. Das ist ja alles sehr ruhttnd; und sehr gutberzig von der schönen Frau. Da ist ja aber doch die Hauptsacke: wie sieht's in Christine Rinahof aus? Hat die schöne Frau nicht oorbeigedacht?" Cöristine ward roth, und heiter. Ich bab' ihr auch einen Kuß gegeben." antwortete sie. Kind! Tu interessirst Dich Wirtlich für den Gutsbesitzer?" Acb, ich bab' Dir ja viel zu erzählen, Werner. Sie hat 'ne ganz richKg Ahnung: der Gutsbesitzer möcht' mich als seine Gutsbesitzerin. Schon vorgestern, beim Hinaufwandern, fing er zart davon an. und gestern, als wir herunterkamen, hat er sich herzhaft ausgesprochen. Es war wunderbar, er hatte denselben Gedanken: könnten wir uns doch in seiner Heimath besser kennen lernen! Er wußte nur nicht, wie es anzufangen wäre. Da kommt dieser Vorscklaa!" Werner stand auf. Nun thu mir nur den Gefallen, Christel, und sag mir: wie ist Dir zu Muth? Jnteressirst Tu Dich für den Herrn, oder nicht?" Interessiren das ist ein so dum mes Wort. Aber ja, eigentlich ist es hier das richtige. Ja. ich hab' Interesse für ibn. Er gefällt mir gut. Ich kann ir.u denken, daß ich Ach, mit fo 'nem Bruder, fo 'nem Mann spricht sich das schrecklich schwer!" Warum?" fragte er und stellte sick vor sie hin. Ich denk', ich bin doch Dein bester Freund." Na ja. natürlich, gewiß. Aber zum Beispiel in diesem Augenblick guckst Du mich mit so ein paar großen, scharfen, wissenschaftlichen Augen an; das ist nicht gemüthlich!" Ich hatt' mir eingebildet. Du hättst diesen andern gern, den Alpenmann, den Bergrutsche?." Christine lächelte etwas verlegen. Aber das thut ja nichts." Was thut nichts?" Daß ich für den Doktor Nun ja, et gefallt mir recht gut. Sie sind so merkwürdig verschieden, Werner. Der große Blonde und der kleine Schwarze . . ." Sie stellte sich Beide lebhaft vor; sie ginnen gleichsam nacheinander an ihr vorüber: Beide hatten etwas so reizend Männliches, Beide erregten in ihr y A w w w sT- w ein wo.y.iges oemaye lunes Mfuyl. Es bedrückte sie eigentlich gar nicht, so zwischen Heiden hin und her zu schaukeln; es war ein ungekannter, verwegener Genuß darin, ein leichter Schwindel. der ihr nicht wehthat. Sie sagte es aber nicht. Mädel!" rief nun Werner aus, wie wenn er ihr durch die Brust in's Herz gesehen hätte. Das ist ja Bigamie!" Christine lachte auf, so lustig wie sie konnte. So weit sind wir doch nicht!" erwiderte sie dann. Llch, das Ganze ist natürlich Unsinn; für einen entscheidet man sich dann doch. Der schwarze Doktor gefällt mir vielleicht nur fo gut, weil ich mit ihm für's Hochgebirg schwärme und weil er ein so wunderbarer Bergsteiger ist. Aber darauf baut man ja doch nicht sein Levensglück. Und dann was hat er sonst? Er hat doch nichts. Ein junger Doktor mit drei, vier Patienten; oder Assistent. Neulich schlug er selbst auf seine Tasche mit reizendem Humor: .Da steckt mein ganzes Ver-
mögen!' Ja, aber was nützt zuletzt dieser reizende Humor. Eine Familie ernährt er nicht!" Praktisches junges Mädchen" Das muß man ja. Werner!" Ich sag' nicht grade, das muß man nicht. Aber Tu hast ja Geld." Woher? Meine kleine Erbschaft ach. Gott, wie weit käm' man damit. Alles andre gibst Tu mir, der reiche Mann. Ter großmüthige." Das würde ich doch auch weiter geben " Um meinen Mann zu ernähren?" Christine wehrte diesen Gedanken mit beiden Armen ab, als wär' ein todtliches Gift darin. Nein. Werner, zur Schmarotzcrseele hast Tu mich mit all Deiner Verwöhnung und GeoKmuth doch noch nicht gemacht. Wirst Tu auch nie! nie!" Will ich ja auch nicht," sagte er
mit einem nerzlichen, outen Jülui. Also da ist dann wieder diese: (.Gutsbesitzer. Es ist also wirklich r. Deinem Sinn: auf nach Hintcrpom mern? Ibn immer noch teuer kennen Nein, mein Herz, ich nicht. Ich bin ein älterer Taucher als Tu; ick glaub', ich hab' den ganzen Abgrund fciv, nTrtHr nürfrr M)s i fiuiiu, uuuuiuvi jjivnv nein ich will nickt aus Aöneiuna , , C1 iinrtmn- D Tnackst mir mch fr ......... " , . - . i i böse Anaen- und haft nickt nrm unl - " ö - " f o U reckt sr f.inn mnrm werden für allerlei. Er hat auch seine Art von Humor. Aber dieser blödsinnige Haß auf au vie genannten ueverjmjiigen, . , , . i r , t i , . , rY-'ff oie er unrraui nenn:; wie oer sner auf das rothe Tuch! Diese gedankenloe Änvetung der Nützlichkeit; was für eme Nützlichkeit? Die man m den nen. Die kluge Christine hatte einen solchen Angriff auf ihren Germanen er- , . , s s . wartet; Darum Yatte t stch iyrcn gennreicy nocy auigeipari. yr war i. 1 1 c - ri r r . 1 sk. oenn oocy aucy nicm entgangen, ca ihr leichtentzündlicher Bruder sich für die schöne Frau" mehr und mehr erwärmt hatte. Ich glaub', Tu übertreibst noch immer, saote ne sanft. Ich will aber Nicht gegen Tich streiten; wie weit käm ich denn auch damit. Und dann denk' ich mir auch: geh' ich nach HinterPommern, so werd' ich da vielleicht ganz Deiner Meinung Das hoff' Ich! Das glaub' Ich!" Wie umgekehrt Tu vielleicht in seiner Heimath meine Meinung annimmst?" Werner hatte sich abgewandt, die Hände in den Tauchen; er drehte sich um. :ct)i wie tarn' ict) Damiir fc j- y ' ' v 1 x ..ftab' ick denn das nock nickt sagt? Frau Weintraut hofft ja sehr,
lernen ms oer aan:e vlvarimo ie'tier merte tfcr T.Tnnfnm JVtrrfc Jv-ra okonfn "
iJ J - IV.V l ' - 4VtiiV4Vitli . -1 4. V4-f .'V- V 1 L r V" f -Y. f c C t tiefen Seele ausgemessen ist? So eineu zarte Braun der Wangen; ihre Augen lag?e die Wärterin lächelnd, da die hast Du wirklich gern?" lachten ein wenig. Aber freuen wird's Kleinen sehr verdutzt zu ihr auflchauin Tu nirfit?- iJ wmiJL Kn. Der Herr ist ja gestern Abend
adaetaumt. war unten am irnno. ?Ni? gilV mit ftrmr 9Ninirait imn .
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uiuii iwiiimi uiiiu i;uuui. ui mui.'i ?viuuicii: uct uuHuu c crmunc c r Cl VI. A c V Nützlichkeitsmeier, um es roh zu sagen, reist sväter. oder einen andern Wea. rm crr" vs Heben; I
Mund stecken, die man verdauen, die Es air-.g ihm aber wie im Traum, der 7 3 v man sich auf die Haut ziehen kann!- oft die Gestalten so plötzlich wechselt: Tl'lr $1 8 UCn cTl' ssVfi mir mit fernern ianatn fterwsl, ;m nr Lu L mZL kauf ich sie Mir. Die QM Hut hab
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Tu kommst mit. ,Jch kann ja nicht Eigenthümer, mit seiner sehr beweglich wohl auch alles haben, was Dir gedran denken,' sagte stc, ,daß Sie ohne thätiien Hausfrau und vier aeräusch- llt. kleine ftn?"
den Bruder kommen, daß Sie ihn um meinetwillen verlassen; ein so entzückendes Geschwi'erpaar! Aber wenn er mit Ihnen glauben Sie, daß es chen. Sie glauben nicht, wie hoch ich Ihren Bruder stelle. Eine so durch und durch vornehme, ästhetische, von Liebenswürdigkeit gesättigte Natur': ja. so sagte sie. Von Liebenswürdig- - -rr? Ais a rt . -ri -. t ieu i,qaiuGi. ,in uoer aues cieorige und Nüchterne so erhabener Mensch!' " ferner ging iangiam auf und cd. Er erwiderte eine Weile nichts. Ehrirri -t r- - . ftine fah nur einmal von der Seite. daß er lächelte; dieses Lächeln der Befriedigung, das man zu unterdrücken sucht, das aber wie heimliches Feuer durch die Ritzen dringt. Als er wieder zu ihr trat, war sein Gesicht eben v c gemnen unc, ernn geworoen. ..So!" sagte er gedebnt. Also ick soll mit." wie roTTi es Acn, ferner:" - rr 1 . cw -r nm t Was?" Von Liebenswürdigkeit gesättigt das ist eine Phrase." warf er endlich hin. Teine neue Freundin in Ehren, aber eine etwas geschmacklose Phrase." tY r. . (. 1 ui p rm Am nem, iag oas mtxfir ner yridabei leuchten sehn! So kindlich schöne graue Augen." Werner nickte, wie ncichielenö. Ja, die hat sie wohl." murmelte er dann, Gott, ia, die hat sie! dachte er, von
möglich Ware? Glauben Sie, daß es meinschaftlich für beide Haushalte sitzen dort Edelweiß."
möglich Ware?' riet sie immer wieder, blieb der arone. fast Vark ?u nennende Er nahm sie vom Hut herunter und
,Tas wär' ja ein Glück wie im Mär- Garten, der sich auf der Rückseite des hielt sie auf der flachen Hand.
,,5Ciin Zvu Viq oazu enticyttenen platze, Die stark duftenden Rosen, die .uiwen zu Iteaen. Zvaoe, fielen inm könntest!" in vielen edlen Arten blühten, hatten braunen Haare, die er zurückqestriEr war wieder eine Zeit lana stumm, alle etwas festliches. Er äna eben bin cn "ud mäßig aekürzt trug, über das
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stine. Es kam ihr so aus dem Her- die engen Äerge auf der Brust geleaen. schuft hatten sie wohl fo langes Haar zen, das fühlt' ich; sie brauchte halt ie alten, hohen, weitschattigen Bu- noch nicht gesehn, zinen starken Ausdruck für ibre Em- chen, Eichen, Silberpappeln freuten Ueber Werner kam die ganze Kmvfindungen. Hätt'st Du ihre Augen ibn: nur ..weine Schönheit" fehlte derfreundlichkeit, die er seit seinen jun-
der Schwester wieder abgewandt, ten: ein Croquetplatz, ein Tennisplatz, aus; sie hatte em allerliebstes StlmmKindlich schön: das hat die Christel ein bescheidenes, flüsterndes Springe chen. Adolf begann zu krähen wie ein gut getroffen. Ja, ja, sie lebt, sie ko- brünnchen. in dessen Wasserbecken Hähnchen, das noch schlecht gelernt hat.
kettirt. sie haßt und liebt wie ein Kind, Selbst wenn sie sündigt, glaub' ich. fündigt sie wie ein Kind. . . Er fah sich auf einmal m dem grauen Haus auf dem Rittergut Bartelshagen. das ihm Frau Minna beschriew f II i Y O Cl oen riane; mir iyr am zensier, aui den großen Garten hmausschauend, der zuletzt in Wald überging. Ihr? weiche Wange lächelte ihn an. Ihre Schulter lehnte an seiner . . . Er zuckte. Christine sah dieses Zucken; ein dunkles Gefühl sagte ihr: er geht mit! er will! Sie dachte nur: eitel ist er doch auch, wie alle; weiter dachte sie
nicht. Leise, auf den Zehen, ging sie hinter ihm her. da er wieder von ihr weg langsam durch sZimmer schritt. Ach, wenn Tu mitkämst, W.'rncr!" faqte sie dann sanft, ohne Drängen. Er blickte ihr in's Gesicht. Liegt Dir denn so viel daran?" Viel? Ich thät's gern Weißt Tu. ich bin nicht abergläubisch, aber daß cr mich damals lei meinem Sturz gerettet hat es machte mir gleich so einen merkwürdigen Eindruck; es wirkt auch jetzt etwas auf mich, das gesteh' ich Tir. Lach mich nur nicht aus, Du Denker. Ich sag' mir ja nicht, das war Gottes Wille; ich mein' halt nur"
Weiß schon, was Du meinst." un2ht willst wenn I.u wolltet." ant--wortete sie. .Weiß er daron? der laneBlonde?" Aber. Werner? Natürlich kein Wort!" Ein zartes Nosenroth schim Er leote ihr die Hand auf den Arm: ..Kind, dann will ich Dir etwas saaen. Meinetwegen bald; aber ohne ihn. mu r os.i m"..i: i JJiU UIl, Ul nilC UU CUUUUUIU, nin Sa n irr irh i mrffifs I1. IIHII, 'V. ' II IU IllUlt. I -i, l I b Wa .? niiui . i -i ii s iiiui; m. l si?ft.v isw ftj.i, -i i i.' . im I uiui, i u nv i I TOmr rif N. mm 2 ns r I sich ihm an die Brust. Natürlich ist mir's recht. Natürlich versteh' ich Dich. Werner! Mensch! Immer und ! . . . . I . ' ' immer bab' ich Dir zu danken!" Kind, ich will ja Dein Glück!" murmelte er und streichelte ibre warme Wange, indem er sie im Arm hielt. Waniie Uretrn'lte. Er nafrAe wnbl in diei'em Auaenblick mehr an sein eianes Glück. Sein Geist flog wieder nach I J I Norden, in das araue Haus: vortrat . rnend und ahnungslos, wie wir MenI . . ' schen sind, 10. Kapitel. as Herrenhaus von BarrelsJ ß hagen war ein Bau aus dem achtzehnten Jahrhundert, damals vielleicht für Gastfreundschait in großem Umfang oder auch für eine zahlreiche Doppelfamili gedacht; denn an einen schmalen Mit telbau, den unten eine nicht sehr große Halle ausfüllte, schlössen sich zwei ae räumiqe Flügel, mit Unter- und Oberswck. Ten rechten Mllael bewohnte die Wittwe des trüberen Beiiners. ftrai Minna Wcintraut, die sich mit ihrer neinen Geiellschaftsdame in dem gro1 r r 1 1 . nen aus ott etwas unproporttoniri füblte: im linken war mebr Leben: Minnas Bruder Otto, der iefeiac voll gesunden Kindern. Tiese Theiluna des Gebäudes war zwischen Bruder und Schwester beim Verkauf des aroßen Gutes vereinbart worden: aeHauses, vom Wirtbschaftsbof vornehm abgewandt, in den Wald hineinzoa. Nur ein paar kleinere Gärten am Hause waren rechts und links abgegrenzt; in ihnen gab es Pilze" und . . . ' . 0 - . ... ...elte." unter denen u die Iü5ielbewobner in der auten abreseit vor I ' . V ' Der Sonne schützten und luftige Siesta hielten. Werner, am Abend mit den Damen angekommen, hatte von der Wohnung nur einiqe Zimmer, von allem andern noch nichts gesehn; sobald er aber am Morgen gefrühstückt hatte allein. denn die Damen waren noch nicht sichte . . . ' ' ' bar qmq er in den Garten, um in dieser neuen Welt umherzuschaue Nach dem aeftriaen Reaen sab alles . . . ' erfrischt und glänzend aus; die staubfreien Weae. die leuchtenden Rasen- ... . . . . . ' vollkommen eben: nur nabe am Mold bemerkte er einen kleinen Hügel, der offenbar künstlich gemacht war, wobl um einen Ausblick in die hügelige Geqtnb zu schaffen. Ihm war diese ebene 1. . ' ' .. ..' Fläche recht: lange genug hatten ihm ibm in dem Grün, nach marmornen oder andern Steinbildern, nach etwas Antike oder auch Aopf schauten seine kunstyungrigen Augen vergebene aus. Es war ein durchaus moderner Gareinige Goldfische schwammen; hier und da eine Laube; alles gut gepflegt. Er hatte endlich auf Augenweide nach feinem Sinn verzichtet, wie schon viel hundert Male im Leben; mit einem entsagenden Seufzer setzte er sich auf C r, m j r oie naaine ant anie waren aenu jank Bänke waren qenu im Garten und zog seine Cigaretten tasche heraus, um dem Genius des Ortes ein erstes Rauchopfer zu bringcn. Ein paar helle, lustige Kinderstimmen kamen hinter ihm her; er horchte auf. Der Kies der Wege knirschte u:iter hurtigem Trippeln; auf einmal standen dann ein Bub und ein Mäh', drei Schritte von ihm, pohl noch nicht
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icciuuu ci uc. üuiiu ueuuu ic; .viu .-,., n, , ft : ' r c-jLo? ihm m's Au gefallen. ..Die B!u
TtaUCIiSUIi:! Ct l-ZV.ll UU MUUICUJC l i v t t r sc r ri , , u r c r:. 7 " Lix ... da hab' ich im Gel'ira aestohlen." sa
C C X ' U IC mvillil' W J.) IllUll f,U cy kl z ei ns r i . r.J. s'r' r- UazrJ m ffierner Mit tief ernltem Gcsicht. inde
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mehr als vier und drei Jahre all. (Sine
junge Wärterin in einem großen Strouhut folgte ihnen langsam. Die Kinder waren einfach, doch hübsch gekleidet; die blühenden, feinen Gesichtchen sahen den Fremden auf der Bank mit neugierigem Erstaunen unerschroben an. Werner erwiderte ihre langen Blicke; dann begann er zu lächeln, um die Unterhaltung zu erösfnen. Sie blieben aber ernst. Das junge Mädchen war nun auch herangekommen; Werner grüßte sie. Er machte dann auch den Kindern, da sie ihm gefielen, seine Reverenz, mit tief abgezogenem Hut. Des Knaben Auen folgten dem Hut; die schönen, fremden Edelweißblüthen, die noch von waren men ate m er dem Jünelchen in die großen blauen Auzcn blickte. Ich stehl' überall die Blumen. Ich bin in diesen Garten qekommen, um Eure 'chönen Rosen zu stehlen." as müßt Ihr nicht glauben." mit Tante Minna gekommen, und e wobnt bei ihr. Nicht wahr. Herr ?" Werner nickte Und das sind Herrn Eberts jüngste konnt st ja nun aum ein sunici. Geoi inm nui 1. r Ut 0Te (7s -5 CY Y V Tl. 0 -j- . Das Bubchen, dreister als Eva, tra: i .. ( y - s. t wi W! ehe er aber die Hand hinreichte rr wollte er offenbar noch etwas Unklam uns dem Herrn aus der Welt schaffen Er deutete auf dje 'r I I T TTT t TT 11 I TT r I T ttfn 1 T T7 I 1 llTt'' Blumen am Hut. Na, und die? fragte er. Hast Du die gestohlen?" Werner schüttelte mit einem vertrauenerweckenden Lächeln den Kopf. Ich hab' nur gespaßt," antwortete er. ich von einem kleinen Mädchen im Gebirg gekauft." Ah!" sagte das Bürschchen mit einer klugen Bewegung der Brauen. Tu bist wohl mit Tante Minna im Gebirg gewesen." Ganz recht, kleiner Mann." Und diese komischen Blumen wachsen im Eebirg?" Ja. hoch, hoch oben." Werner wies mit der Hand, so hoch er konrte; die Auen der Kinder gingen andächtig mit. Auf den steilen Bergen, weißt Tu. Und da sind sie oft so schwer zu kriegen, daß man vom Berg herunterstürzt, wenn man sie pflücken will." Warum pflückt man sie dann?" frazte jetzt die Kleine. Werner fchaute das Püppchen an; die hellen Augen unter den schwachen, lichtblonden Brauen hatten eben einen so reizend dümmlich klugen Ausdruck, daß er sie hätte küssen möaen. Worum ?" erwiderte er. Weil wir Mew aöcg haben wollen. Tu willst Sie sann einen Augenblick; darauf Nickte er. Gefallen Euch diese komischen BW wen? Möchtet Ihr sie haben? Sie Edelweiß! Wie komisch!" sagte der Junge. Er betrachtete sie mit vorgestrecktem Gesicht, die Händchen auf dem Rücken. Haben möchten wir sie wohl, Möchtest Du, Eva?" . , uiaie. .Ilso da habt Ihr sie!" cm r r. c ferner war ausgeftanoen; er gao die Hälfte der Blüthen an das Bübwen. ndem dessen blaue Äugen ihm fröhlich dankten, fiel ihm ein: das ist ia offenbar der kleine Adolf, der zu iner frommen Tante Wanda über zukünftige Paradies sagte: ach. das wollen wir man noch abwarten, es ;n.v r r ii n fi. C IM1 ia yier 10 icnoni" er niaie oem Kleinen verständnißvoll wie ein Ge sinnungsgenosse zu. ..Na, und Eva?" I r a - r" y. fi aQlt oann uno ouare neu, um irzi andre Hälfte des Edelweiß an ihr I rL ' l t- ... r. r. - .1 r' ?-. Gesicht. Der Bub sah es und lachte uf. Kuck den an!" sagte er zur Schwester. Eva, unter ihrem Hütchen hervor, bemerkte es nun auch: sie lachten ein -TK- rn i m cr . i . I kive. ei oen errn itirer eianni gen Jahren hatte; er bückte sich tiefer, um den kleinen Gesichtern näher zu kommen, und schüttelte nun die Mähne vor seinem Gesicht. Eva kreischte vor Schreck und vergnügen Plötzlich hatte er seine Rolle in diesem Splel gefunden: er fürchtete sich, r floh vor dem langhaarigen Ungeheuer hinter die Bank, kauerte dort rneDer. schrie und bedeckte sein Gesicht mit den j Händen. Schnell feuerte auch Eva I neben ihm, aber vor Lust mehr jauchzend als schreiend, und man sah fast nur die vier Hände und die zwanzig Ftnger. Werners Ehrgeiz war geweckt; von diesen kleinen Schauspielern durfte er sich doch nicht lumpen lassen. Er verfolgte sie hinter die Bank, wie eine Mischung von Stin und Löwe brüli lend. D Kinder flohen wie aufae-
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scheuchte Wildenten davon, indem te init den Aermchen statt mit den Flügeln schlugen. Endlich blieben sie wieder stehn. Nun sahen sie, daß der Löwe sich auf die Bank gesetzt hatte und ihm die Haare wieder nach hinten laien. Obo!" rief der Junge, und sie kamen im Trab zurück. EinigeAugenblicke standen sie schüchtern vor dem fremden Mann; er war aber so unvorsichtig, sie freundschaftlich anzulächeln. Als das die kleine Eva sah, schmiegte sie sich geschwind und fest an seine Kniee; ihre Hände strebten an ihm empor. Nochmal siruwelig machen!" bat sie und streckte alle Fingerchen nach seiner Mähne aus. Werner nente gutherzig den Kopf. Wie wenn Delila über Simson käme, fuhr sie ihm in die Haare; sie liest sie ihm aler und zog sie nur herunter. Jetzt setzte sich Jun-Adols wieder in Bei"egung, um in gräßlicher Furcht zu fliehen. Er hörte jedoch nach einigen Sturmschritten auf: die gräßlichen Töne des Ungeheuers blieben aus. die dazu gehörten. Sich halb zurückwendend. bat er: Brüllen! Noch viel döller brüllen!" Ich bin verloren! dachte Werner; er merkte, in welchen Abgrund er sich am ersten Morgen gestürzt hatte. Doch die beiden aufgeregten Gesichtchen zu
entttauschen hatte er nicht den Muth; stimmte ein beinahe löwenreines Brüllen an. sein allerbestes. Die Kinder schrieen denn auch doppelt selig auf und flohen in wonnekoller Angst, dies mal hinter ein Gebüsch. Er verfolgte sie eine Weile, mit gesenktem Kopf. Als feine Löwenstimme aber etwas schwächer wurde, hörte er ein lautes, helles Lacken. Er blieb stehn und warf die Mähne zurück. Auf dem Weg, an dem seine Bank stand, kamen Frau Minna und seine Schwester Arm in Arm gegangen; sie waren nur noch einige schritte entfernt, yrtstme lachte herzlich, Mmna fast überlaut. ,.Na, das muß ich sagen! rief Minna. Eine so rasche Berbrüd:rung mit den kleinen Ranzen das war un erwartet! Ich ahnte auch nicht, daß Sie so herrlich brüllen könnten." Sie wandte ihr Gesicht zu Christi- - i c f n r i i r nen; ist er mcht entzuaenDe fetzte ste halblaut hinzu, aber so, daß er es kören konnte (Fortsetzung folgt.) Niedergang einer Staubl a w i n e. Bon einer '3600 Fuß hohen, steilen Berglehne bei dem Dorfe St. Anton. Tirol, ging unlängst eine sogenannte Staub- oder Oberlawine nieder. Es ist dies Neuschnee, der über altem, hartgefrorenem Schnee abrutscht. Es wurde plötzlich dunkel, und das ganze Torf wurde in Schneestaub gehüllt. Das Phänomen war von einem orkanartigen Wirbelfturm begleitet. Fichtenzweige und BaumWipfel von dem an der Lehne aufsteigenden Jungwald wirbelten in der Luft. Wer im Freien stand, wurde buchstablich umgeworfen. Aeltere Leute, die schon Erfahrung hatten, legten sich sofort flach zu Boden, um nicht fort getragen zu werden. Nur wenige Mi nuten Dauerte Das Unwetter. Xt Fensterscheiben und Wände der Häuser waren vollständig verklebt von tief auf einander gepeitschten Schneeflocken. Das Tageslicht drang nur ganz matt durch die Scheiben. Südlich vom Dorfe war die Lawine bis auf 95 Fuß zum ersten Haus vorangesaust. Dei Rosannafluß staute sich. In seinem tiefemgeschnittenen Bett lag hoher La winenschnee. Originelle SimplonDurchstichfeier. Der Ingenieur- und Architektenverein zu Bern. Schweiz, beging vor Kurzem in der dortiaen Schmiedestube" eine Sim-Plon-Turchstichfeier. Schon im Trep penhause und in den Garderoben ver setzten einen die Grubenlampenbeleuch tung und die Kilometer- und Traver sentafeln, sowie die in echten Simplon tunnel-Kostümen prangenden Garde robiers in die richtige Tunnelstimmunq. 5taum hatte man aber, von Norden kommend, die Durchschlags stelle" passirt, so befand man sich auch schon in Italien, das mit Orangen und Epneu gar prachtig geschmückt war. Natürlich war auch der Speisenzettel auf den Tag zugeschnitten, und man ergötzte sich mit technischer Begeisterung an dem. Nordstollenschlamm, dem Sauerstrubel und der Lötschhamme. Es wurden viele Reden aehalten. Die Fidelitas wurde mit sehr gelungene: Simplontunnel - Schnadahüpfeln ein geleitet. Als man sich bei Tagest anbruch trennte, rief man sich ein fröhliches: Auf Wiedersehen beim Berner Alpen-Durchstich!" zu. U n schuldig Haft ver büßt In Lütüch, Belgien, wurden wählend der Gerichtsferien des Jahr:S 1901 bei verschiedenen Richtern, unter anderem bei dem Gerichtspräsidenten Delgeur, Tiebstähle perübt. Als den Urheber verhaftete die Polizei den 21jährigen Former Sauveny, der auch die Verbrechen bis auf den Diebstahl bei Delgeur eingestand. Trotzdem wurde tx auch für diesen Diebstahl zu drei Jahren Gefängniß und zehn Iahren Ehrverlust verurtheilt. Sauveny starb 1903 im Gefängniß, nachdem er bis zum Tode seine Unschuld m dem Falle Delgeur betheuert hatte. Nach einer Meldung aus Amiens im franzostchen Departement Somme hat nun ein Mitglied einer dort eingesteckten Diebsbande gestanden, den Einbruch bei dem Lütticher Gerichtspräsidenten verübt zu haben.
us der Asm.
Tie Sommerfrische des Nutzviehs im Hochgebirge. Alte Titte- Senncr u::d Lenncrin Älmc, recht und AlGe Vergütung sür veru: gluckte Tyicrc ,a.nps der biühe um den Torrang Die ,.citkul,." Die Sitte, im Frühling das Vieh aus den Alpenthälern auf die H'chen zu treiben, wo ohne besondere Kultur FuttergraS und die würzigsten Futterkräuter wachsen, ist uralt. Die ureingesessenen Bewohner der deutschen und österreichischen Hochgebirge leiten ohne abgesondertes Privateigenthum und ohne feste Wohnsitze int Bereiche der Almen; als Nomaden liehen sie ihre Horden dort weiden, wo sie das beste Futier fanden. Der Senior der die Weiden benutzenden Familien führte die Oberleitung ihrer gemeinsamen Alpwirthschaft, und von diesem patriarchalischen Senior" leitet man den Namen ..Senn" her. Heutigentags heißen der Knecht und die Dirn, wele aus der Alpweide den Sommer hindura) das Geschäft der Butter- und Käsebereitung versehen. Senner und Sennerin. In Oberbayern, wo d:e Milchwirtschaft fast ausschließlich den Dirnen übertragen ist. gibt es nur auf ganz großen Almen, wo nach Schweizer Art Käse bereitet wird, nennen; sie werden auch Stotzen" genannt. Das R?cht zur Almbenützung heißt Auftriebsrecht, Almenrecht, Alprecht. Nach diesem Rechte bestimmt sich die Anzahl des Viehs, welches jedes Haus zur Almweide bringen darf. Es wird von jedem Stück eine kleine Sleuer erhoben und streng darauf geachtet, daß nicht mebr Vieh zur Weide getrieben wird, als der Boden zu ernähren vermag. 'as iey mug vollkommen gefund sein, die Rosse unbeschuht, das heißt ohne Hufeisen. Der Stier s? l zwischen dm Vorderfüßen mit e..c..: Prügel behängen iem und ein eü am Hörne tragen, zum Anfassen, um ihn zu lenken. Wo die ürde des Almherrn besteht, wechselt sie nach einem bestimmten Turnus unter den Alpberecktigten der betreffenden Weide. Der Almherr führt die Aufsicht übn die Alpwirthschaft. Er hat zu sorgen, daß Weiden und Wege und Brunnen m gutem. Stand bleiben. Er bestimmt auch den Tag des Auftri"bs. Die Almherren sind die obersten duchter in Almstreitigkeilen, die ste an einem eigens hierzu bestimmten Tag. nach altem Brauch im sogenannten Lllmenrecht" schlichten. In jeder Gcweinde verpflichten sich die Weidberechtizten, denjenigen, dessen Vieh auf der Alm verunglückt ist, durch eine Vergütung möglichst schadlos zu halten. Der Viehstand bildet ja, abgesehen vom Wald, den einzigen Reichthum des Bauern im Gebirg. Kein Wunder also, wenn alles Denken und Tratten von jung und alt das ganze Jahr über nur auf Stall und Alm gerichtet ist. Im Frühjahr, wenn die Herde zum ersten Male in's Freie kommt, gibt es in der Regel ein gewaltiges Kampfspiel. Das drängt und stürmt hinaus, daß die Thüren des Stalles fast brechen; dann geht der Stier auf jedes einzelne Stück der Herde los und vertheilt martialische Rippenstöße, um seine Meisterschaft und Autorität zu erhärten. Ist das geschehen, so fangen die Kühe untereinander zu kämpfen an, bis sich erwiesen hat, wer die Stärkste von ihnen ist; diese erhält sodann als Leitkuh die große Glocke, und ohne Widerstand fügen sich ihr die anderen. Ein breiter Riemen, den die Sennerin mit eirrer Stickerei verziert hat. trägt diese Glocke, welche die der anderen Kühe übertönt. Wenn die Sennerin um Anfang Mai zur Alm fahrt." schreitet sie in ihrem Sonntagsstaat neben der Leitkuh her, und der Hüterbub bildet den Schluß des Zugs. Tie Almhütte steht selten ganz allein in der Gegend. Oft liegen drei bis vier Hütten beieinander. Auf besonders großen Almen finden sich ihrer noch mehr. Tann haben mehrere benachbarte Hütten einen Brunnen gemeinsam. Jeder Brunnen ergießt fein klares Quellwasser in einen länglichen Trog zur Tränke. Tie einzelnen Almen sind durch Joche oder Waldstreifen von einander geschieden. Sie sind abgegrenzt durch locker geschichtete Mauern oder Zäune, die man auf Stieqeln" übersteigt. Für das Vieh gibt es Gatter zum Oeffnen. Tio 5a,liy? des chaks. Ter Schah von Persien hat in feinem Thronsaal einen kostbaren Teppich, der s.? dicht mit echten Perlen besät ist. daß man kaun das Gewebe mehr sieht. Ter Thronsessel aus feinstem Holz ist mit Juwelen im Werthe von über N.000,000 geschmückt. Nächst des Thrones fällt eine prachtvolle silberne Vafe auf, mit Perlen und Türlisen besetzt, die natürlich gleichfalls einen großen Werth repräi'entirt. Dagegen steht unmittelbar daneben eine bemalte Vase, wie man sie in Deutschland um wenige Mark kaust. Der Schah hat überhaupt merkwürdige Jegriffe über den künstlerischen Werth gewisser Dinge. So bängt in einem Zimmer seines Palastes ein alter Meister und gleich daneben das bunte Plakat einer Angelgeräthefabrik. In Iowa sind nicht wenige? als 8132 Frauen in landwirthschaftlichen Gebieten thätig.
