Indiana Tribüne, Volume 28, Number 198, Indianapolis, Marion County, 13 April 1905 — Page 3
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Die Seeschlacht. Im Petersburger Marincamt schenkt man der Nachricht keinen Glauben. Neuer Handels Bettrag zwischen Deutschland und Marokko. Der Dreibund noch intakt. Hiobspoften von der Ostsee. Kaiser Franz Joseph der Krone müde. Kaiser Wilhelm und König Edward im Viittelmeer. Neue Cardiuäle in Aussicht.
Oft-Afien. Keine Nachricht von einer Seeschlacht. St. Petersburg, 12. April. Die Admiralität hat keine Nachricht erhalten, daß eins Seeschlacht bei den AnambaS-Jnseln im Gange ist, wie eine Amsterdamer Zeitung berichtet, und glaubt auch nicht an die Möglichkeit einer allgemeinen Schlacht. Die Beamten geben aber zu, daß die Japaner einen Angriff mit Torpedobooten auf Transportschiffe versucht haben mögen. ES wird darauf hingewiesen, daß zm'schm den Anambas-Jnseln und Batavia keine Kabelverbindung besteht und daß die erste Nachricht von einem Kampfe von Singopore kommen müsst, es sei denn, daß die holländischen Kriegsschiffe durch drahtlose Telegraphie mit Batavia in Verbindung stehen. Flottenbewegungen. Saigon, Französisch Cochinchina. 12. April. Der fanzöfische Kreuzer Descartes und 5 Torpedoboote kreuzen bei Cape St. JameS. Der De?carteS" welcher mit Apparaten für drahtlose Telegraphie auSge rüstet ist. hat mehrere Depeschen in einer ausländischen Chiffre-Schrift aus gefangen, die nicht entziffert werden können. Mehrere japanische Schiffe kreuzen an der Küste von Cochinchina. um die Rufsen zu verhindern Kohlen an Bord zu nehmen oder Erkundigungen einzu ziehen. Vorbereitungen zu Wla d i w o st o ck. Tokio, 12. April. ES wird berichtet, daß die Russen zu Wladiwoftock Versuche mit 6 unterseeischen Booten machen, die nach verschiedenen Plänen in Frankreich, England und den Ver. Staaten gebaut wurden. Neue russische Stellung. Tokio, 12. April. Nachrichten aus der Mandschurei deuten an, daß die Ruffen die Changchun-Linie befeftigen und dort Truppen zusammen' ziehen. Es wird berichtet, daß die Russen die Sträflinge auf der Insel Sachalin bewaffnen und ihnen die Freiheit ver sprachen haben, wenn sie tapfer fechten. Mit den Sträflingen würde die Be. satzung 3000 Mann zäblen. ES wird jedoch bezweifelt, daß die Ruffen den Versuch machen werden, die Insel zu halten. Englisch-japanische Allianz. London, 12. April. Joseph Chamberlain befürwortete beute in einer Rede vor dem liberalen unionifti schen Club eine englisch-japanische Defenstv'Allianz. Er erklärte den gegenwärtigen Vererag für eine der größten Errungenschaften deS letzten Vierteljahrhunderts. Kongreß der Advokaten. St. Petersburg, 12. April. Der Kongreß der Advokaten, welcher heute zu Ende ging, beschloß, eine Agitation in'S Leben zu rufen, deren Endziel eine Liga der Advokaten, Aerzte, Lehrer, Ingenieure usw. zur Einführuug einer Volksvertretung und eines verantwortlichen Parlamentes fein soll. Meyer beimZaren. St. Petersburg, 12. April. Der neue amerikanische Botschafter Meyer überreichte heute Nachmittag zu Tsarökop Selo dem Zaren seine BeglaubigungSschreiben . Marokko. Handelsvertrag mit Deutschland. T o n g e r , 12. April. ES wird offiziell bestätigt, daß Graf Taffendach. Ashold. welcher vorübergehend die Geschäfte der deutschen Gesandtschaft führt, sich in den nächsten Tagen nach Fez begeben wird, um einen speziellen HandelSvertrag zwischen Deutschland und Marokko zu vereinbaren. Deutschland. Dreibund intakt. Berlin, 12. April. Wie man aus hiesigen diplomatischen Kreisen er
fährt, haben der deutsche Kaiser und der König Victor Emanuel von Jtaliev unmittelbar nach dem kürzlichen Zusammentreffen in Neapel, eine gemeinsame, in sehr herzlichem Ton gehaltene BegrüßungSdepesche an den Kaiser Franz Joseph nach ißien gesandt. Der österreichische Kaiser hat umgehend in gleicher Weile geantwortet, und dieser Austausch freundschaftlicher Gesinnung hat in allen dem Dreibund freundlichen Kreisen die größte Genugthuung und Befriedigung hervorgerufen. Neuer Vertrag mit Marokko. Berlin, 12. April. Der nene Handelsvertrag zwischen Deutschland und Marokko, über dm Dr. v. Kühlmann der deutsche Geschäftsträger zu Fez verhandelt ist mehr wie eine Vereinbarung über den Küftenhandel. Er schließt alle Rechte der meist be günftigten Nation des früheren VertrageS ein. Graf von Tatenbach-AShold wird in Kürze als deutscher Geschäftsträger nach Fez gehen, bis der kürzlich ernannte Gesandte Dr. Rosen ihn ablösen kann. Graf Tallenbach - Ashold begleitete Kaiser Wilhelm von Lissabon nach Tanger und war während der Unterredung deS Kaisers mit dem Onkel des SultanS gegenwärtig. Sieben Fischer ertrunken. Berlin, 12. April. Von der Oftseeküfte kommen weitere Hiobspoften über das schwere Unheil, welches die dort wüthenden Stürme im Gefolge gehabt haben. Zwei Fischerboote aus dem Flecken Stolpmünde, der im pommerschen Regierungsbezirk KöSlin, an der Mündung der Stolpe in die Oftsee, belegen ift, befanden sich zur Zeit deS Unwetters auf See und ihre aus sieben Mann bestehenden Insassen waren außer Stande, den schützenden Hafen zu erreichen. Die Boote kenterten und die unglücklichen Fischer fanden in den Fluthen ihren Tod. Riesen-Unterschlagun-gen aufgedeckt. Berlin, 12. April. Peinliches Aussehen erregt in Friedland, Mecklenbürg, die Entdeckung, daß der kürzlich verstorbene Bürgermeister Voß in der Stadtverwaltung und in Bankinftitu ten Fälschungen und Unterschlagungen verübt hat, die sich auf 200,000 Mark belaufen. Eine riefige Menge Privat Personen sind durch die Beruntreungen deS Mannes ruinirt worden. Ueber seinen Nachlaß ift Konkurs eröffnet worden. Die Genickstarre in Schle
s i e n. B e r l i n, 12. April. Die in Kattowitz epidemisch auftretende G nickstarre hat in der letzten Woche noch zugenommen. 47 neue Erkrankungen und 35 Todesfälle traten ein. Oefterreich'Ungarn. Kaiser Franz I oseph will angeblich abdanken. Wien, 12. April. Mit allem Vorbehalt ift die Meldung deS Pariser Petit Parifien" aufzunehmen, Kaiser Franz Joseph von Oesterreich wolle wegen der ungarischen Krise abdanken und habe dies dem Thronfolger Franz Ferdinand mitgetheilt. Ursache zu die sem Entschluffe deS Kaisers sei ein unwilliger Ausspruch deS Thronfolgers gewesen, der gesagt haben soll, der Kai ser wahre nicht genügend die Rechte sei nes Nachfolgers durch fortwährende Konzessionen an die Liberalen, wodurch eS dem Thronfolger nicht gelingen werde, die Einheit und die Militär macht der österreichischen Monarchie aufrecht zu erhalten. Leiter deS BurgtheaterS a m t S m ü d e. Wien, 12. April. Direktor Schlenther, der langjährige Leiter des BurgtheaterS in Wien, ift der Lasten seines Amtes müde und will nach der Schillerfeier im Mai zurücktreten. Griechenland. Gegenseitige Ehrungen. Rots u, 12. April. Kaiser WilHelm, welcher gestern den König von
Griechenland zum Admiral der deut schen Flotte ernannte, ift nun von die sem zum Admiral der griechischen Flotte gemacht worden. K o r f u. 12. April. Katser Wil. Helm sprach heute Abend bei seiner Ab fahrt nach Italien seine Bewunderung für die Naturschönheiten Korfu's aus und den Wunsch, es wieder zu besuchen. Schiffe und Ortschaften an der Küste find illuminirt. Spanien. Englisches KönigSpaar. Palma. Insel Majorca, 12. April. Heute Nachmittag um 3 Uhr landete hier daS englische Königspaar und wurde freundlich begrüßt. Indien. Deutscher Dampfer zurückgehalten. Singapore, 12. April. Dem deutschen Dampfer Hindu", mit 4200 Tonnen Cardiff'Kohlen an Bord und nach der Insel Äanjong Pandan bestimmt, find die Klarirungspapiere nach
Saigon verweigert worden, es sei denn, daß der Kapitän Bürgschaft stellt, die Ladung durch den dortigen englischen Cousul abzuliefern. Es ift eine Wache auf das Schiffe gestellt worden. Algier. Hoher Besuch. Algier, 12. April. Der britische Konsul ift benachrichtigt worden, daß das englische KönigSpaar hier am Freitag zu einem kurzen Besuche eintreffen wird. Canada. Handelsbeziehungen zu den Ver. Staaten. St. Johns. N. F., 12. April. In der Legislatur deutete Premierminister Bond an, die Regierung beabfichtige, dem Gesetze, welches amerikanische Fischer von britischen Gewüffern ausschließt, eine Klausel beizufügen, die der Regierung das Recht giebt, das Gesetz zu suspendiren, wenn sie eS im Intereffe der Kolonie für gut befindet. Man schließt daraus, daß die Regierung Nachrichten erhielt, welche eine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten bezüglich deS Bond-Hay-Ver-träges in Ausficht stellen. Italien. Neue Cardinäle. Rom, 12. April. Es heißt, daß in dem nächsten Confiftorium im Juni Msgr. Cagiano de Azvedo, Bischof Braga von PetropoliS, Brasilien, und der Erzbischof Jos. von Samaffa von Erlau, Ungarn, zu Eardinälen gemacht werden sollen. Gräfin Montignoso. Rom, 12. April. Nach der Jtalia" beftreitet die Gräfin Montig. noso entschieden, daß sie ihr Kind, die Prinzessin Anna Monica Pia, an ihren früheren Grtten, den König von Sachsen, herausgeben will, wenn er ihre Jahresrente auf $15,000 erhöht. Diplomaten auf Reisen. Turin, 12. April. Hy. White, der n?ue amerikanische Botschafter, kam heute auf dem Wege nach Rom hier durch. Mit ihm reifte der neue ruffische Botschafter Murawiew. A u S k e h r. Philadelphia, 12. April. In Folge von Z-itungSberichten über be trügerische Transaktionen von Mitgliedern der konsolidirteu Aktienbörse ha den 4 Gouverneure refignirt, 2 Mitglieder wurden ausgeschlossen, eines wurde suSpendirt und ein anderes refignirte. Für Wirthschaften. Moun.t Vernon. O., 12. April. Bei der heutigen Spezialmahl wurde mit 279 Majorität von 2021 abgegebenen Stimmen entschieden, daß Licenzen an Wirthschaften ausgestellt werden sollen. Die Wahl vor 2 Iah ren ergab eine Majorität von 249 Stimmen in entgegengesetztem Sinne. Schiffsnachrichten. New York: Blücher" nach Hamburg Rhein" nach Bremen; Oceanic' nach Liverpool. Liverpool: Oberian" von Boston nach Manchester. QueenStown: Teutonic" von New Bork. Rotterdam: Amsterdam" von New York. Chriftiania : Oskar II." nach New Bork. Yokohama : Mongolia" von San Francisco. Hong Kong: Siberia" von San FeanciSco; Empreß of Jndia" von Vancouver.
Der Sptklvcrg.
Sie Sfterreichischc VaftiUe bei Brünn. Mal,re. und ihre Geschichte. Der Spielberq bei Brünn. der Hauptstadt Mährens, den ein Erlaß des Kaners Franz Josef I. als sterreichnches Gesananch aufhob, war eines der schrecklichsten Gefängnisie Westeuropas. D:e Entstehung der Feste fällt in die Mitte des 2. JahrHunderts nach Christi Geburt. Nach mannigfachen Veränderunaen vom 12. Jahrhundert bis 1621 war sie die Restoenz der zeweingen Markgrafen von Mahren, wurde dann Staatsgesantrift und svestunq und wird seit 1855 als Kaserne benutzt. Tie Gefängnisse befanden ssck fast alle unter der Erde in den Kasematten. Letztere waren fensterlose Räume, die nur selten das Licht aus der Blendlaterne des Schließers erhellte. Nur die Zelle des Pandurenobersten von der Trenck. dessen abenteuerliche Laufbahn 1749 hier abschloß, besaß ein kleines stark vergittertes Fensterchen. Der Pandurenführer war bekanntlich der Vetter jenes Trenck, den seine Liebe z einer preußischen Königstochter gleichfalls hinter Kerkermauern brachte, und der sein verfehltes Leben auf der Guillotine endete. Doch anmuthig ericheint diese Zelle gegen die unterirdischen Löcher, in denen erst Blindheü, dann Wahnsinn und endlich der Tod das unentrinnbare Schicksal der Gefangenen war. Dumpfe, von Feuchtigkeit triefende, von Ungeziefer aller Art belebte Löcher, so stellen sich die Gefängnisse einer unerhört grausamen Justiz dar. Und in solchen Zellen schmachteten außer gemeinen Verbrechern politisch anrüchige Persönlichkeiten, so der italieni'che Dichter und Karbonari Silvio Pellico, der seinen zehnjährigen Aufenthalt auf dem Spielberg in dem noch beute viel gelesenen Werk Meine Gefängnisse" schilderte. Kaiser Josef II., der Menschenfreund auf dem Thron, ließ sich bei einem Spiegelbergbesuch im Jahre 1783 in diesen Kerker auf eine Stunde einschließen. Die Folge dieser freiwilligen Haft war das Verbot, diese graufamste aller Foltern in Zukunft weiter anzuwenden. Die Pariser Telephondamcn. Die jungen Damen, die, wie der Figaro" boshaft bemerkt, das Amt haben, die Verbindungen zwischen Leuten, die das Telephon benutzen wollen, zu unterbrechen, verlangten von dem Publikum nicht nur Höflichkeit, sondern auch Respekt, aber sie haben das Spiel endgiltig verloren. Kürzlich warf eine Schauspielerin, die etwas lange auf eine Verbindung hatte warten müssen, einer Telephonistin eine der höheren Zoologie Abtheilung Rindvieh entnommene Titulatur an den Kopf und wurde prompt wegen Beamtenbeleidigung verurtheilt. Einen glänzenden Sieg errang jedoch dieser Tage ein gewisser Belloche, welcher eine Telephonistin eine dumme Pute" genannt hatte, aber trotz dieser Verbalinjurie freigesprochen wurde. Die Telephonistinnen waren schrecklich emPört, und ihr Chef beschloß, den Prozeß durch sämmtliche Instanzen durchzusetzen. Nützte ihm aber gar nichts, denn die letzte Instanz hat jetzt entschieden, daß den Telephonistinnen Beamteneigenschaft nicht zukomme. Sie stehen auf er Stufenleiter der Umformirten nicht einmal im Range eines Schutzmannes oder eines Flurschützen, sondern höchstens im Range eines Omnibusschaffners; einen Omnibusfchaffner kann jeder beleidigen, der fünf Francs in der Tasche hat man beleidigt dann eben nur emen ganz gewöhnlichen Bürger, nicht einen Veamten. Gefährlicher Kleiderstoff. Ein gefährliches Zeug, so schreibt ein Fachmann, ist die Flanelette, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen ist. In England, wo die Flanelette am meisten Aufnahme gefunden hat, ist die Zahl von Todesfällen unter Kindern, die auf ihre Benutzung zu rückzuführen sind, bis zu einer alarmirenden Höhe gestiegen. Der Stoff wird namentlich zu Wickeln für Kinder be nutzt und hat vermöge seiner Zusam mensetzung denselben Erfolg, als wenn man die Bekleidung der Kleinen mit Spiritus tränken wollte. Die Flaneleite fängt ebenso leicht Feuer und brennt mit einer gleich heftigen Flamme, nur daß diese noch schwerer zu löschen ist. In den englischen Zeitungen kann man jetzt alle Augenblicke Berichte lesen wie folgende: Gestern wurde eine Untersuchung an der Leiche eines kleinen zweijährigen Knaben vorgenommen. Dieser war in einem Zim mer zum Spielen allein gelassen worden. Das Kind trug ein Nachthemd aus Flanelette. Plötzlich hörte die in einem anstoßenden Zimmer befindliche Mutter den Jungen schreien und fand lyn m Flammen. Er war furchtbar verbrannt und starb 24 Stunden nach dem Unfall." Ein amtlicher Leichenbe schauer in London hat ausgesagt, daß er im vorigen Jahre nicht weniger als 73 durch Flanelette verbrannte Kinder zu beschauen gehabt hatte. Die englische Regierung hat sich bereits veranlaßt gesehen, Erhebungen über die'e Unglücksfälle anzuordnen. Der letzte Ueberlebende des Königreichs Polen, Dominik Lizniewicki, r. 110 Jahre alt. in Warschau gestorben.
Verdrecher-Gklicimschristkn. Die vschidencn Arten derselbe und ihre Techiffrirung. In einem kriminalistischen Handbuch bespricht der Landgerichtsdirektor Dr. Albert Weingart unter Anderem auch die Verwendung von Geheimschriften seitens der Verbrecher und die Art, wie sie zu dechiffriren sind. Von den zahlreichen Arten von GcHeimschriften verwendet der Verbrecher fast nur die Permutationsch i f f r e , bei der die einzelne?. Buchstaben durch andere Zeichen ersetzt werden. Sie kommt in folgenden drei Formen vor: 1. Das Alphabet wird verschoben, und zwar so, daß die Reihenfolge der Buchstaben bleibt und nur die Bedeutung der einzelnen Buch staben verschoben wird: man setzt z. V. für a m, für b n, für c o. Man hat hierbei den Vortheil, daß man nick't einen geschriebenen Schlüssel braucht, vielmehr die Art der Auflösung in Gedächtniß behalten kann. 2. Die gcwöhnlichen Buchstaben werden beibehalten; aber ihre Bedeutung wird in bunter Mischung vertauscht. 3. Die Buchstaben werden durch Zahlen oder Zeichen ersetzt. Alle drei Formen beruhen auf demselben Grundgedanken, daß nämlich jedes Zeichen mit einen bestimmten andern vertauscht ist. Sie lassen sich deshalb sämmtlich in gleicher Weise und zwar nach folgender Methode entziffern. Man nimmt von der zu entziffernden Schrift vorläufig nur 5 bis 10 Zeilen vor und stellt fest, welche verschiedenen Buchstaben, Zahlen oder Zeichen in der Chiffreschrift vorkommen. und wie oft jedes dieser Zeichen vorkommt. Im Deutschen sind die häufigsten Buchstaben e, dann n und i: dann folgen nach der Häufigkeit geordnet r. f, t. u. d, a, h, g, o, l, b, m. Man bezeichnet nun in der zu entziffernden Schrift zunächst probeweise die am häufigsten vorkommenden Buchstaben oder Zeichen entsprechend mit e, n und i und versucht dann die noch übrigen Lücken auszufüllen. Zur Erleichterung der Arbeit dient folgendes: Man sucht alle Worte, die nur aus zwei Zeichen bestehen, heraus; eines von den beiden Zeichen muß ein Vokal sein; solche zweibuchstabige Worte sind: ab, am. an, da, du, er, es, in, im, ob, so, wo. um, zu. Steht vor einem e ein anderer Vokal, so wird dies in der Regel ein i sein. Ist bei langen Worten der vorletzte Buchstabe ein e, so ist de? letzte gewöhnlich ein n oder r, t, s. Der Buchstabe g wird leicht in der Endsilbe ung erkannt, da n und u als häufige Buchstaben schon bald entdeckt werden. Auf s folgt am häufigsten t oder e oder ch. Auf sp folgt r, l oder ein Vokal. Andere, auch vom Laien entzifferbare Geheimschriften, die gelegentlich bei Verbrechern vorkommen mögen, sind noch: 1. Die Buchch i f f r e: Beide Korrespondenten legen dasselbe Buch in gleicher Auflage zu Grunde. Der Schreibende sucht jeden Buchstaben erst irgendwo im Buche auf und drückt ihn dann in der Geheimschrift durch drei Zahlen aus. mit denen er die Zahl der Seite vr Zeile und die Stelle des Buchstabens bezeichnet. 2. Die Lexikonch i f f r e : Beide benutzen ein mit zwei Svalten gedrucktes Wörterbuch. Der Schreibende sucht jedes Wort im Lexikon auf und braucht dafür das in der Nebenspalte auf derselben Zeile stehende. 3. Die Schablonench i f f r e : Beide Korrespondenten haben eine durchlöcherte Schablone. Sie wird beim Schreiben aufgelegt und da, wo cii Loch ist, wird je ein Buchstabe geschrieben; hinterher füllt man den Raum zwischen den einzelnen Buchstaben mit solchen Buchstaben aus, die nichts gelten sollen. RbinozeroShaut. Die Haut des im Londoner Zoologischen Garten eingegangenen Rhinozeros Jim" wog über vier Centner ; sie maß bis zum Halse, der Länge des Thieres nach 7.5 Fuß und war 9.2 Fuß breit. Tie Hamburger Firma C. Otto Gehrckens hat diese Haut erworben und sie für technische Zwecke zugerichtet. Leider ist dieses edle, fast unverwüstliche Material nur in beschränktem Maße zu beschaffen. Jeder Theil der Haut findet seine Verwendüng je nach Wachsthum, Stärke und Elastizität zu geräuschlosen Führungen bei Aufzügen (Personen und Waa ren), Kammrädern, Hämmern, namentlich für werthrolle Stempel, weil diese durch den Schlag nicht leiden oder abgenützt werden, zu Peitschen. Stöcken, Knöpfen und vielen anderen Sachen, bci denen es auf geringe AbNutzung, lange Haltbarkeit, größte Festigkeit und Milderung des Gerä::fches ankommt. Auch in Kohlenminen ist solche Haut ein gesuchter Artikel, um unten den Förderkorb aufzufangen. Eisen ist hier zu hart, Gummi löst sich durch das Fett und das Schmieröl. Holz ist nicht widerstandsfähig genug. Sand wird mit hochgenommen und verursacht zu viel Schmutz; nicht? kommt einer Rhinozeroshaut oder dem ! Rhinozerosleder gleich. Theures Buch. Die älteste Ausgabe des Shakespeare'schcn Titus Andronicus, die vor etlicher Zeit in Schweden an's Tageslicht kam und von dem Besitzer für $10,000 an eine englische Buchhändlerfirma verkauft wi'.rde, ist bereits von einem amerikanischen Millionär erworben worden. Bei dem Verkauf verdiente die englische Firma rund 55000.
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