Indiana Tribüne, Volume 28, Number 197, Indianapolis, Marion County, 12 April 1905 — Page 6

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Europäische Nachrichten. MheinpvoVinz. Köln. Zur Beschaffung der Gloden für die neue evangelische Lutherkirche auf dem Wormser Platz haben die Eheleute Wilhelm v. Recklinghausen jr. dem Presbyterium der evangelischen Gemeinde 10,000 Mark geschenkt. Barmen. Der Maurer Max Vetter ist von einem Neubau amSteinweg abgestürzt. Er erlitt schwere innere Verletzungen und fand Ausnahme im St. Petrus - Krankenhaus. Düsseldorf. Als letztens dn Hausknecht des Hotels Royal die Kinder des Besitzers Karl Weniger wecken wollte und ihm auf mehrmaliges Anklopfen kein Bescheid ward, öffnete er gewaltsam das verschlossene Zimmer und fand die beiden Mädchen im Alter von 11 und 12 Jahren entseelt im Bette; die Schläfen wiesen Schußwunden auf. Nachdem dann auch das Zimmer des Hotelbesitzers geöffnet worden war, fand man die Ehefrau Weniger mit einer Schuhwunde im Kopfe todt im Bette, während ihr Gatte ebenfalls todt auf dem Teppiche hingestreckt und der zur That benutzte Revolver in seiner Nähe lag. Weniger war längere Zeit Direktor des Tüsseldorfer Breidenbacher Hofes, ehe er vor etwa zehn Jahren das Hotel Royal gründete; zerrüttete Vermögensoerhältnisie, die schon länger zurückdatiren, haben ihn zur Verzweiflungsthat veranlaßt. E l b e r f e l d. Todt aufgefunden wurde in einem Teich in der Bohle der 53 Jahre alte Hugo Justus, Bandwirker aus Ronsdorf. Allem Anschein nach liegt hier ein Unglückssall vor; ein Portemonnaie mit 25 Mark befand sich noch in der Kleidertasche des Mannes. N e u n k i r ch e n. Auf dem Stumm'schen Hüttenwerke wurde der Arbeiter Euler von hier von einer durch eine heranbrausende Lokomotive erfaßten und herumgeworfenen drehbaren, das Geleis überführenden Brücke getroffen und auf der Stelle erschlagen. O h l i g s. Louis Hecker undErnst Kroh konnten beide kürzlich auf eine 25jährige Beschäftigung bei der Firma Körten & Scherf zurückblicken.

jrotma dessen Taffcm Kassel. Der Vorsitzende der hiesigen Handelskammer Geh. Commerzienrath Pfeiffer konnte kürzlich auf eine 25jährige Zugehörigkeit zur Kammer zurückblicken. Dörnhagen. Hier gerieth der Tagelöhner Heinrich Griesel bei Dem Schneiden von Futter mit seiner Hand so unglücklich in die Maschine, daß er sich die ganze Hand abschnitt. Die Finger wurden erst später zwischen dem Häcksel aufgefunden. Der Unglückliche wurde sofort dem Landkrankenhause zugeführt. G e r s f e l d. Der Landwirth Johann Seifert erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. H e r b o r R. Auf der Grube Neue Lust" wurde der Bergmann Holighaus aus Hirzenhain durch niederfallendes Gestein getödtet. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe mit acht unmündigen Kindern. Marburg. Letztens erschoß sich hier aus unbekannter Ursacde der Student der Philosophie Otto Hartmann aus Hagen in Westfalen. Ober - Zwehren. Unter groZer Anlyeilnayine der ganzen Gemeinde feierten Bürgermeister Bettenhäuser und Frau das Fest der silbernen Hochzeit. R i n t e l n. Dieser Tage wurde unser ältester Bürger, der Todtengräder Philipp Borghart, beerdigt. Er ist im Jahre 1810 geboren und hat somit das hohe Alter von 95 Jahren , rreicht. Bis vor wenigen Jahren hat er feine Aemter als Todtengräber und Opfergeldeinsammler in der reformirten Kirche fast 50 Jahre hindurch treu und gewissenhaft versehen. Rothenditmold. Vor einiger Zeit begingen die Eheleute Eisenbahnwerkführer a. D. PH. Stock bei gesunder Körper- und Geistesfrische das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Pfarre: Paulus überreichte die von dem Kaiser gestiftete 50jährige EheJubiläumsmedaille. VlitterdeutscHe Ataaren. Braun schweig. Der bei der Firma Gustav Mangold beschäftigte Schneider Andreas Bötel feierte sein 25jähriges Tienstjubiläum, aus welchem Anlaß ihm von der Handmerkskammer ein Diplom für langjährige Dienste überreicht wurde. E i s e n a ch. Der hiesige Profes ' sor der Musik Hermann Thureau, weithin in Thüringen und darüber hinaus bekannt als Componist stimmungsvoller kirchlicher Motetten sowie einiger größerer Chorwerke mit Orchefterbegleitung, feierte in seltener Frische des Geistes und Körpers sein 40jähriges Dienstjubiläum als Musiklehrer des großherzoglichen Lehrerseminars und als Leiter des hiesigen Musivereins. E i s e n b e r g. Tödtlich verunglückt ist der landwirthschaftliche Arbeiter Klinaer aus Dothen. Als er mit einer Fuhre Feuerungsmaterial dermsakren wollte, kam er auf offene Siraße in der Nähe von Rudelsdorf infolge des Glatteises zu Fall, wobei die Rader mitten über ihn hmweggin gen.

Friedrichroda. Musikdirek, kor Trommer jr., der langjährige Dirigent der hiesigen Kurkapelle, in in Lengefeld im Erzgebirge feinem schweren Leiden erlegen. G o t h a. Der aus Salzwedel gebürtige Volksschriftsteller Hermann Robolsky ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Jena. Auf dem Eise der Saale ist der sechsjährige Sohn des Optikers Gustav Wagner eingebrochen und ertrunken. Die Leiche konnte nicht geborgen wcrden. König see. Der Fuhrmann Pfeiler wurde von einem beladenen Kohlenwagen so heftig gegen dieWand einer Scheune gepreßt, daß ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Der Zustand des Verletzten ist hoffnungslos. Käthen. Ein Unglücksfall mit tödtlichem Ausgang ereignete sich auf der Kohlengrube Marie" im benachharten Preußlitz. Zwei Bergarbeiter wollten Stroh aus einem Lagerschachte holen, als dieses durch eine herabfallende Lampe in Brand gesetzt wurde. Durch die sofort emporlodernden Flammen wurde der Bergmann Rinke so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. P ö ß n e k. In der hiesigen Flanellfabrik von König & Siegel gerieth der Walker Grüner aus Ranis in eine Transmission, wurde mehrmals herumgeschleudert und schrecklich verstümmelt. Der Unglückliche hinterläßt eine Wittwe und fünf zum Theil noch unversorgte Kinder. Weimar. Der Gemeinderath hat bedingungsweise 300,000 Mark für den Neubau eines Theaters, der auf Vfe Millionen Mark veranschlagt ist, bewilligt. Der Großherzog will 800,000 spenden; 100,000 Mark sind für den Bau bereits im vorigen Jahre vom Landtag genehmigt, so daß von diesem noch weitere 300,000 Mark zu bewilligen wären. acr)fen. Dresden. Der Oberfeuerwehrmann Noitzsch, zur Zeit auf der Feuerwache in der Dürerstraße statwnirt, blick-e kürzlich auf eine 25jährige Dienstleistung im städtischen Berufsfeuerivehrcorps zurück. B e i ch a. Der Arbeiterin Wittwe Striegler, welche hier 52 Jahre lang in Diensten der Familie Harz ist.

wurde das Ehrenzeichen für arnie in der Arbeit verliehen. Ebersbach. Letztens wurde das 3 Jahre alte Töchte.-chen des Malers Kretzel von einem .'ollen Hunde gebissen. Seitens der GemeindebeHorde ist sofort die Ueberfuhruna des Kindes in das Pastcur-Jnstitut in Berlin angeordnet worden. Leipzig. Den nachvazeichneten, über 30 Jahre in der Eisengießerei und Maschinenfabrik von Rud. Sack Hierselbst beschäftigten Personen, den WerkführernKarich, Thieme und Tanaer, dem Formermeister Gerth, dem Kastenboten Trauzettel und dem Schmied Gebauer. sowie den Schlofsern Lorenz und Pusch ist das tragbare Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden. M i t t e l h e r w i g s d o r f. Der hiesige Weber Kunze feierte mit einer Gattin das goldene Ehejubiläum. Neugersdorf. Aus Anlaß des 50jährigen Betriebsjubiläums der Firma C. G. Hoffmann wurde dem Prokuristen David und Fabrikdirektor Herzog das Albrechtskreuz verliehen. 61 Arbeiter und Beamte erhielten das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit. O e l s n i tz. Schwermuth, infolge von Nahrungssorgen, trieb den hier wohnenden 70jährigen Kriegsveteran Pöhland, einen Wittwer, zum Selbstmord. Er erhängte sich in seiner Wohnung. P l a u e n. Im Alter von 80 Iahren starb dieser Tage hier der Rechtsanwalt und frühere Handels- und Gewerbekammersekretär Moritz ,Kirbach der von 1871 bis 1891 Mitglied des sächsischen Landtages war, wo er der Freisinnigen Volkspartei angehörte. Reibersdorf. Dem Traugott Donathschen Ehepaar Hierselbst, welches am 15. August v. I. die diamantene Hochzeit feierte, ist nachträglich ein Geschenk des Königs im Betrage von 30 Mark durch Pastor Egelkraut übergeben worden. Wahren. In einer hiesigen größeren Färberei wurde der 33 Jahre alte Schlosser Hermann Elsner, als er im Begriffe stand, an der maschinellen Einrichtung eine Dichtung einzuziehen, von der Welle am Rockärmel erfaßt und in die Höhe geschleudert worden. Hierbei erlitt der Mann, außer umfangreichen Brandwunden am Halse, anscheinend schwere Verletzungen am Brustkörbe, Arm und Kopf.'. Keffen'Sctrmstadt D a r m st a d t. Ein großer Theil deS ifolirt stehenden Lagerhauses der Darmstädter Möbelfabrik, früheren Tapetenfabrik Böschungen in der Frankensteiner Straße, brannte ab. ??rl. Elisabeth Horst beging ihr 25jähriges Jubiläum als Verkäuferin bfc der Krma Theodor Schwab. Die Jubilarin erhielt von ihrem Prinzipal ein ansehnliches Geldgeschenk und von dem Personal der Firma eine werthvolle Gabe. Groß - Steinheim. Der Arbeiter Schuhmacher, ein dem Trunke ergebener Mensch, kam stark angetrunken nach Hause und mißhandelte seine Frau, welche erst kurze Zeit vorher einem Kinde das Leben geschenkt

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natte. Äls inm der Scwaqer es Hausbesitzers Vorhalt machte, warf er diesen die Treppe hinunter, wo der Mann schwer verletzt liegen blieb. Grünberg. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliede der hiesigen freiwillioen Feuerwehr, Christoph Bock. Mainz. Der Chauffeur Baumbach, der kürzlich aus dem Opelschen Automobil herausgeschleudert worden, ist seinen Verletzungen erlegen. Aus dem hiesigen Friedhofe erschoß sich der sebr reiche Rentner Julius Dorst aus Wiesbaden. Dorst spielte in der alldeutschen Partei eine führende Rolle und war früher 15 Jahre Direktor eines Unternehmens am Aequator. Der frühere langjährige Stadtverordnete undLandtagsabgeordnete Jobann Falk 711.. ein Urmainer von echtem Schrot und Korn, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. 1863 hat Falk das Mainzer Journal", das Hauptorgan der hessischen Centrumspartei, angekauft, das jetzt unter der Leitung seiner Söhne steht. Der Verstorbene war in früheren Jahren auch eine Stütze des hiesigen Karneval-Vereins. 'Krovinz Sestpreußen. D a n z i g. In dem hohen Alter son 85 Jahren starb der Kaufmann Hermann Theodor Brinckmann, früher Schiffsrheder und niederländischer Consul. Der Dahingeschiedene hat eine lange Reihe von Jahren als Kaufmann und Rheder, daneben ehrenamtlich bei verschiedenen Stiftungen und gemeinnützigen Veranstaltungen gewirkt. B e r en t. Durch unvorsichtige Handhabung eines Tesching-Reoolvers ist der 12jährige Sohn des hiesigen Fleischermeisters Josef Kantowski ums Leben gekommen. Flatow. Ihr 125jähriges Geschäftsjubiläum feierte die Firma David Berliner, das älteste hiesige KaufHaus. Das Geschäft ist in ununterbrochener Folge von 1780 bis zum Jahre 1898 im Besitze der Familie Berliner gewesen. G n o j a u. Großfeuer äscherte hier das Moldenhauer'sche Gasthaus (früher Zitziaff) vollständig ein. WohnHaus und Stall sind mit dem gesammten Inventar niedergebrannt. S o ß n o w. Von einem schweren Unglücksfalle wurde die Arbeiterfamilie Radtke betroffen. Als der 25jährige Sohn auf dem Rittgute v. Müllern Garben in den Dreschkasten legte, fiel er plötzlich in den Kasten und war im Augenblick zermalmt. T h o r n. Beim Rangiren verunglückte der Rangirmeister Lapaczik auf dem Hauptbahnhof. Er hatte einen 3uq zusammenzustellen und muk hierbei zwischen die Puffer gerathen sein. Die Verletzung, Quetschung derBrust, scheint sehr schwer zu sein, so daß es zweifelhaft ist, ob der Verunglückte wird am Leben erhalten werden tönnen. Wabcz. Die Frau des Instmannes Raabe von hier ließ ihre drei Kinder im Alter von 25 Jahren allein in der Stube, während ein Feuer brannte. Das dreijährige Mädchen kam dem Feuer zu nahe, die Kleider begannen zu brennen und die Kleine lief hinaus. Der Junge rief schnell die Mutter. Diese kam und versuchte das brennende Kind zu retten, wobei sie sich viele Brandwunden an den Händen zuzog. Trotz schneller ärztlicher Hilfe starb das Kind nach kurzer 2eit. I m Z w e i s e l. Sohn (als die Wirthsstube besetzt ist, zum Vater): Vater, der eine Gast find't kein' Platz mehr; soll ich '.nen Stuhl aus der guten Stube l,en oder soll ick 'n aleich 'nausschmeißen?" Reinigen von Fellen. Das Reinigen von Fellen geschieht mittelst Roggenkleie, die man hat heiß werben lassen. Man bestreue das Fell mit ihr und reibe es tüchtig durch. Dann klopft man es mit einem Stock auf und kämme es mit einem weiten Kamm durch.

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CARDU I !

OF B t e Kampfszene im letzien Akt von König Heinrich dem Vierten" nahm kürzlich im Wiener Burgtheater einen blutigen Verlauf. Einige neue, wenig geübte Mitglieder der Komparserie schlugen auf die Gegner so wuchtig los, daß zwei wirklich verletzt wurden. Ein Herr vom Chor, Namens Hansen, stürzte, von einem scharfen Hieb auf den Kopf getroffen, nieder und wurde, ohne daß die Zuschauer es bemerkten, schwer verletzt hinter die Kulissen getragen. Die Rettungsgesellschaft brachte Hansen m's Krankenhaus. Der andere Herr vom j Chor kam mit einer leichteren Verletzung an der Hand davon. Der Führer der Heilsarmee, Gene..il Booth, ist mit seiner Anhängerschaft in Jerusalem eingetroffen und hat seinen Kreuzzug unter den Ungläubigen begonnen. In feierlichem Aufzuge führte er seine Anhänger, begleitet von einer aus Eingeborenen bestehenden großen Volksmenge, zu den heiligen Stätten: auf den Oelberq, in den Garten Gethsemane, an das Grab Christi und andere Stellen. Weihevoller Chorgesang erklang bei dem Aufstieg zum Kalvarienberg; es wurden Gebete verrichtet und Anspragen gehalten. Die Mitglieder der Heilsarmee zeigten sich zu Thränen qerührt und die Eingeborenen von ernster Scheu erfüllt. Auf dem Gipfel des Berges unterzeichnete General Booth ein Sendschreiben, das darauf an die Hauptquartiere der Heilsarmee gesandt wurde; ferner wurde eine Fahne geweiht. Am Abend fand die übliche Predigtversammlung statt, wobei zwei Bekehrungen gemacht wurden. Eine schreckliche Blutthat ist bei Kempten im Algäu verübt worden. Die 8 Jahre alte Bertha Salger spielte mit anderen Kindern in der Nähe der Stadt, als ein fremder Mann vorbeikam. Plötzlich griff der Unbekannte nach dem Mädchen, legte seinen Arm um dessen Hals und stieß ihm ohne weiteres ein Messer bis an das Heft in den Oberkörper. Die anderen Kinder waren vor Schrecken wie gelähmt; sie sahen regungslos zu, wie der Mörder seine blutigen Hände im Schnee wusch, und an den Haaren eines anderen Mädchens abtrocknete, und wie er dann die Leiche der ermordeten Kleinen in ein nahes Wäldchen schleppte. Erst jetzt löste sich der Bann, unter welchen die Kinder standen, und aus Leibeskräften schrien sie um Hilfe. Der Unmensch hatte inzwischen sein Opfer im Walde zu Boden geworfen, und dem todten Kinde mit einem fürchterlichen Schnitte den ganzen Unterleib aufgeschlitzt. Nach dieser schauerlichen That floh der Mörder und entkam unerkannt. Die Ermordete war die Tochter einer Wittwe. Einen verwegenen und eigenartigen Ueberfall vollführten zwei halbwüchsige Burschen auf ein Zigeunerlager im Letter Holze bei Ahlem, etwa eine Stunde von Hannover. Den Burschen hatte es die zwölfjährige Tochter des Zigeuners, der mit seiner Familie dort seit einigen Tagen hauste, angethan, und sie beschlossen, sich des Mädchens zu bemächtigen. Mit Revolver und großen Dolchmessern bewaffnet und vorsichtshalber in Begleitung teines Hundes drangen sie in das Zigeunerlager ein, feuerten als Drohung einen Schuß in die Luft ab und verlangten die Herausgabe des Mädchens. Dem Vater boUn sie als Entschädigung" großmüthig 50 Pfennig an. Der Zigeuner, ein baumlanger, kräftiger Mann, schreckte vor dem geladenen Revolver zurück, zumal da die Angreifer die drohendsten Mienen aufzogen und jeden Augenblick zu schießen drohten. Er ließ sich deshalb in Unterhandlungen ein und zog diese glücklich so weit hin, bis zwei Männer aus Letter des Weges kamen. Sie leisteten dem Zigeuner Hilfe und verscheuchten die Burschen. Diese wurden noch im Laufe des Tages ermittelt und verhaftet; der eine zählt 17, der andere erst 15 Lenze.

Raucht die Tish I Mingo.

.Apotheker

I n einem Pistolenduell in der Vuchheide bei Finknwalde in Pommern standen sich die in Pasewalk wohnenden praktischer Arzt Dr. med. Pfeiffer und Amtsrichter Henning als Gegner gegenüber; als Kartellträger fungirte der Gerichtsassessor Scheunemann. Die Bedingungen waren recht schwere; beim dritten Kugelwechsel wurde Dr. Pfeiffer am rechten Arm erheblich verwundet, so daß er sofort das Krankenhaus aufsuchen mußte. Die Veranlassung zu dem Ehrenhandel soll eine Dame gegeben haben. Diese hatte von dem Vorhaben der beiden Gegner Kenntniß erhalten und benachrichtigte die Polizei, um den Zweikampf zu verhindern. Ihre Be-! muhungen kamen aber zu spat; denn während man noch dabei war, die Theilnehmer des Zweikampfes aufzusuchen, traf bereits die Meldung ve dem blutiaen Ende des Duells ein. Wattirte Bettdecken zu waschen. Eine wattirte Decke weicht man einen Tag in kaltem Wasser, welches man zuweilen erneuert, ein, und reinigt dieselbe, wenn der Staub ausgezogen ist, auf einem Tisch mit der Bürste und kalter, recht fetter Seifenlauge. Ist die Decke allenthalben gründlich abgeseift, fo staucht man sie mit Wasser tüchtig aus, spült sie in frischem Wasser, das man mehrmals erneuert, recht klar, läßt die Decke von zwei Personen recht trocken ausringen und dann glatt ausschlagen. Letzteres läßt man öfters wiederholen, bevor sie trocken ist. Um Leder, Tuch oder Filz mit Metallflächen fest zu verbinden, werden letztere an der betreffenden Stelle durch Putzen mit grobem Schmirgel aufgerauht, erwärmt und mit einer warmen Leimlösung beftrichen. Diese wird hergestellt, indem man einen Theil besten Kölner Leims mit 3 Theilen destillirten oder RegenWassers übergießt, die Mischung 24 Stunden zurückstellt und bis zur Lösung erwärmt. Der aufzukittende Stoff wird mit einer Flüssigkeit getränkt, die dadurch erzielt ist, daß 2 Theile grob zerstoßener Galläpfel mit 8 Theilen destillirten oder Regenwasfers angesetzt, nach 12 Stunden langem Stehen durch Leinen gegossen werden, wodurch der Auszug aus den Galläpfeln erzielt wird. Man legt den Stoff auf das noch warme Metall, preßt fest zusammen und, läßt unter Druck trocknen; dann haftet er fo fest, daß man ihn nicht wieder zu entfernen vermag. T e r 5) b e r b ü r g e r m e i -ster von Madrid muß ein eigenartiger Herr sein. Ebenso energisch al-s listenreich. Neuerdings hat er es mit den Gegnern des Impfzwanges zu thun gehabt und sie mit einem merkwürdigen Lockmittel wie kleine Kinder zur Pflicht zurückgeführt. Auch in Spanien haben nämlich viele Leute angefangen, sich gegen das Impfen zu wehren. Unter diesen waren auch viele, selbst höhere städtische Beamte der Metropole. Sie alle weigerten sich, dem Gesetz Folge zu leisten und ihre Kinder impfen zu lassen. Was thun? Zwangsmittel gegen sie anwenden? Das ging nicht an. Am allerwenigsten, wo wohllöbliche Collegen" rn Betracht kommen. Da hatte der Herr Oberbürgermeister einen glücklichen Gedanken. Wohl wissend, mit welcher Leidenschaft seine Landsleute dem Glücksspiel ergeben sind, veranstaltete er eine städtische Lotterie. Er gab bekannt, daß jeder, der sich dem Jmpfgesetz neuerdings fügen würde, eine Anzahl Freiloose zu dieser Lotterie erhalten würde. Sollte man es nun glauben? Die Lockung, so klein sie war, in dieser Hülle zog sie, dank dem Spielteufel. Da war keiner der Widersvenstigen, der nicht sofort sich und die Seinigen zum Impfung gestellt und dafür den versprochenen papnen Lohn einkassirt hätte. Freilich, d Oberbürgermeister mußte die entftandenen Kosten für Freiloose aus seiner Tasche decken. Aber er ist zum Glück ebenso wohlhabend wie patriotisch ge-önnt.

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Aug. Diener,

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