Indiana Tribüne, Volume 28, Number 197, Indianapolis, Marion County, 12 April 1905 — Page 3
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Castro
Erstaunt die Diplomaten die Bcr.
Operanonen der russischen und japanischen Flotten. Kongreß der Advokaten in St. Petersburg. Zur Germanisirung Elsaß othringen's. Kaiser Wilhelm auf Korfu. Abrüstung in der französischen Teyutirtenkammer gepredigt.
Venezuela. Faftro's Antwort. . Caracas. 11. April. Der Sekretär des Auswärtigen Gen. Alejandro Ubarra erklärte: Präsident Castro wird den Fall der New York und Bermudez Asphalt Co nicht aus den venezolanischen Gerichten zurückziehen und wenn die ganze ameri kanische Armee sammt der Flotte nach Venezuela kommt." Diese Aeußerung spiegelt den Geist der Antwort Castro'S wieder, die er kürzlich auf den Vorschlag der Ver. Staaten gab, den Fall der Asphalt Co. schiedsgerichtlich zu erledigen. ES hieß allgemein, daß der Vorschlag der amerikanischen Regierung einem Ultima. tum ziemlich nahe komme und man erwartete die Antwort Castro'S mit Spannung. Dieselbe erfolgte in einer solchen Weise, daß man eine Intervention erwartete. Castro lehnte nicht allein den Vorschlag ad, sondern ersuchte auch die Ver. Staaten zu erklären, ob sie irgendwelche Achtung vor der Souveränität und den Gerichten Venezuela'S habe. ES sind fast 2 Wochen verflogen seit iese Antwort erfolgte, ohne daß die Ver. Staaten in der Sache Schritte thaten; sie haben auch keine weiteren Forderungen gestellt. Für Caracas gilt der Fall als erledigt. Washington, 11. April. Im ganzen diplomatischen Korps hat die Antwort Castro'S auf das Verlangen des Gesandten Sowell Sensation er regt. Diplomaten, welche im Staatsde partement Erkundigungen einzogen, wurde gesagt, daß in der Sache Nichts geschehen werde, bevor Präsident Roo seoelt von seiner Reise zurückkehre, es wurde aber gleichzeitig angedeutet, wenn der genaue Wortlaut von Castro'S Antwort eine Beleidigung des amerikanischen Gesandten enthalte, werde fie nicht unbeachtet durchgehen. Castro auf Reisen. Caracas, 11. April. Präfideut Castro tritt morgen eine Reife von einem Monat nach Ciudad Bolivar und anderen Städten im Innern an, die er früher nicht besucht hat. Rußland. Flottenoperationen. St. P e t e r S b u r g, 11. April. Nach Informationen, welche die Admiralität erhielt, hatten die Japaner ein Geschwader bei Labuna, Britisch-Bor-neo. Man glaubt, daß dasselbe die Ordre erhielt, mtt den russischen Schis fen in Fühlung zu bleiben, bis diese! ben wirklich nach der Straße von Formosa gehen, wo eS wahrscheinlich zur Schlacht kommen wird. Man glaubt nicht, daß Admiral oo Schiffe in der Nähe von Wladiwoftock lassen wird, sondern, daß er alle zur bevorstehenden Schlacht an sich ziehen wird. Die Hauptküftenorte Japan'S find stark befestigt und die Kreuzer, die zu Wladiwoftock liegen, konnten nicht wagen diese Befestigungen anzugreifen, aber fie konnten den japanischen TranSPort- und Handelsschiffen gefährlich werden. Nebogatoff'S Geschwader. London, 11. April. Eine Depesche aus Jibutil, am Golf von Aden, an die Daily Mail" sagt: Vize-AdmiralNebogatoff's Geschwa der kreuzte nahe Socotra. ES heißt, daß er auf Verstärkungen von der Schwar-zen-Meer-Flotte wartet. Kongreß der Advokaten. St. Petersburg, 11. April. Der Kongreß russischer Anwälte faßte heute Beschlüsse für Abschaffung des autokratischen Systems, Einführung einer demokratischen Konstitution auf der Grundlage des allgemeinen StimmrechtS mit geheimer Abstimmung. G o r ! y. Y a l t a, Krim, 11. April. Maxim Gorky ist mit seinem Kollegen und Lei denSgenofsen Leonide Andrieff von Riga hier angekommen. Deutschland. Schlechtes Zeichen. Berlin, 11. April. Im Lan. deSauöfchuß von Elfaß'Lothringen ist
durch seine Antwort an Staaten.
der Antrag deS Mitgliedes Blumenthal auf Zulassung der französischen Sprache in Vereinen angenommen worden. Hiesige Blätter erklären die Guthei ßung dieser Forderung der Franzosenfreunde als ein böses Zeichen für die angeblich fortschreitende Germanifirung der Reichslande, von der so viel Wesens gemacht wurde, als unlängst im Reichstage die Resolutian Spähn betreffs Anerkennung Elsaß-Lothringens als selbstständiger Bundesftaut debattirt wurde. Freilich wird die Beschlußfaffung deS Landesausschusses niemals die Zuftimmung der Regierung finden und darum ein rein platonischer Akt bleiben. Aber die Gesinnung, die er widerspiegelt, läßt eben tief blicken, und mit der Germanifirunz der Reichslande im Schnelltempo ist es offenbar nichts. Genickstarre in Osnabrück. Osnabrück, 11. April. Hier haben die Behörden mehrere Fälle von Genickstarre konftatirt. Von anderwärts her wird jetzt gemeldet, daß die Seuche schon seit Monaten in milder Form auftrat. In Oberschlesien, wo sie am schlimmsten wüthete, hat fie neuerdings eine entschiedene Abnahme erfahren. Griechenland. Kaiser Wilhelm. Korfu, 11. April. Die kaiserliche Z)acht Hohenzollern mit Kaiser Wilhelm an Bord kam heute hier an. DaS englische Geschwader in diesen Gewässern trug Flaggenschmuck und hatte die Masten bemannt; eS wurden Salutschüsse gewechselt. C o r f u, 11. April. Der Kaiser landete unter dem Donner der Geschütze der deutschen und britischen Kriegsschiffe im Hafen und wurde von König Georg begrüßt, der die Lokaldeamten vorstellte. Heute Abend fand ein Gala-Diner nnd Feuerwerk statt. Kaiser Wilhelm ernannte König Georg zum Admiral der deutschen Flotte. Frankreich. Für Abrüstung. Paris. 11. April. Die Rede des Barons Eftournelle de Conftant in der Deputirtenkammer erregte beträchtliches Aufsehen. Er behauptete, daß die Flottenausgaben unter dem Vormunde der Vertheidigung Frankreich runinirten. Das Flottenprogramm, welches das Parlament aufgestellt habe, sehe die Ausgabe von $290,000,000 vor 1917 vor. Weder Frankreich, noch Deutschland, noch Großbritannien hät ten die Hilfsquellen, die Bevölkerung oder den Reichthum, um diese kolossalen Ausgaben zu decken, die die nachkammende Generation mit Schmierigkeiten und Schulden belasteten. Der Sprecher führte Aeußerungen von leitenden Staatsmännern Großbritanniens, Rußlands und Deutschlands an, die für eine Beschränkung der FlottenauSgaben lauten. DaS würde der ganzen Welt", zu Gute kom men und besonders Rußland, Japan und den Ver. Staaten Gelegenheit geben, ihren Handel zu entwickeln. Daher solle Frankreich den Anfang machen, mit Großbritannien ein Ueber einkommen zur Beschränkung der FlottenauSgaden treffen, um später den Anschluß der anderen Mächte zu erreichen. Verschwörung. Paris, 11. April. Hauptmann Volpert vom 11. Jnfanterie-Regiment ist unter der Anklage verhaftet worden, an der angeblichen Verschwörung gegen die Sicherheit des Staates betheiligt gewesen zu sein. Am 5. April wurden 5000 ArmeePatronen im Hause eines gewissen Meyer in einer Vorstadt von Paris beschlagnahmt. Später wurde auch eine Anzahl Gewehre gefunden. Die Nach forschungen waren die Folge der Beschlagnahmung von 500 Uniformen bei dem penftonirten Hauptmann Tamburina. Die Behörden waren zuerst ge neigt, die Sache nicht ernst zu nehmen, aber fie find nun zur Anficht gelangt, daß eine thatsächliche Verschwörung im Gange war.
Oekerreich-Ungarn.
Schiller-Denkmal in T e s ch e n. Wien, 11. April. Veröffentlicht wurde gestern ein zündender Aufruf von Gelehrten in Berlin, BreSlau, DreSden, Weimar, München, Wien und Prag zu Gunsten der Errichtung eines Schiller-DenkmalS in Tefchen, Oefterreichisch - Schlesien. Das Monument soll ein Wahrzeichen deutscher Kultur, des von Polen Tschechen ernstlich bedrohten deutschen Charakter? der Stadt, bilden. Die Kundgebung schließt sich dem Aufruf an, welchen schon vor eint ger Zeit Viktor Blüthgen, Felix Dahn, Karl Frenzel, HanS Hoffmann (Weimer, Ot'o von Leixner, Julius Stinde, Johannes Trojan, Richard Weltrich und Ernst von Wildenbruch erlaffen haben. Grokbritannien. Mehr russische Schiffe bei Singapore. London. 11. April. Ein Telegramm von Singapore meldet, daß daselbst 4 vermuthliche Kohlenschiffe gestern in östlicher Richtung vorbeifuhren. In Rhederkreisen nimmt man an, daß eS dieVorhut der 10 Dampfer war, die als Vorrathsschiffe für das 2. russische Paciftc-Geschmader von der Hamburg - Amerika - Linie gechartert wurden. Holland. Zur Wahrung der Neu t r a l i t ü Im Haag, 11. April. Das holländisch - oftindische Geschwader hat Befehl erhalten, nach den AnambaSInseln abzugehen, wo daS russische Geschwader liegen soll, das am 8. April Singapore pasfirte, um die holländische Neutralität zu wahren. China. G u n s h u - P a ß, 11. April. Ein scharfer Wind ist dem Thaumetter gefolgt und hat den Morast getrocknet. Für den Gesundheitszustand der Truppen ist dies sehr günstig. Chinesen behaupten mit großer Beftimmtheit, daß Gen. Kawamura, von Truppen Gen. Norgi's unterstützt, in nordöstlicher Richtung marschirt, um die Verbindung der Russen mit Wladiwoftock zu unterbrechen. Einem Theil des 5. Schützenregimentes. der bei Mukden abgeschnitten wurde, gelang es sich durch die japanischen Linien zu schlagen und nach Kirin zu kommen. Die Chinesen in der Mandschurei treten nun unverholen feindselig gegen die Russen auf. Bei dem Dorfe Chindai feuerten 500 eingeborene Reiter auf russische Truppen. Mandschurische Miliz soll mit den Japanern gemeinsam am Hun-Flusse operiren. Eine Abtheilung regulärer chinesischer Trup. pen steht an der Grenze der Mongolei, um die Neutralität zu wahren. Die Japaner halten die Linie Sytzyatji - Changtufu - Katpangomu besetzt und scheinen den Vormarsch nach Nor den vorläufig aufgegeben zu haben. Sie bauen Lagerhäuser in Senmintin und Fakoman. Kreta. Tumulte. C a n e a, 11. April. Als der britische Kreuzer Juno" heute 12 gefangene Insurgenten von Candanos hierher brachte, kam eS zu Tumlten. Die Kirchenglocken wurden geläutet und die Bevölkerung begrüßte mit Begeisterung die Insurgenten. Der Tumult wurde so stark, daß der Offizier der italienischen Karabinieri ein gewaltsames Eingreifen vorbereitete. In Hinblick hierauf zerstreute fich die Volksmenge. Indien. Opfer deS Erdbebens. L a h o r e, 11. April. Kommissar Jullundu giebt nach einer Untersuchung die Zahl der bei dem Erdbeben Umgekommenen im Kangra-Diftrikt auf 10.000, im Palampur-Diftrikt auf 3000 an. Zu Dharmsala wurden außer den einheimischen Soldaten 424 Personen getödtet. Italien. DerFürftvonBulgürien. Rom, 11. April. Fürst Ferdi' nand von Bulgarien, der heute morgen hier ankam, stattete dem König Victor Emanuel einen Besuch ab, den dieser später erwiderte. Der Fürst hatte heute Abend eine längere Konferenz mit dem Minister dS Auswärtigen Tittoni über Balkan-
I Angelegenheiten.
Wölfe in Dftpreußen. Maßnahmen gegen diese zunehmende Plage, eföhrdung der Wildständc. Ueber die rasche Zunahme von Wö!fen in Ostpreußen berichtet der Weidmann": Nach dem großen Krieg von 1812 erfolgte eine ganz bedeutende Einwanderung von Wölfen in Deutschland. In gewaltigen Schaaren begleiteten sie die aus Rußland zurückfluthenden Trümmer der Napoleonischen großcn Armee und überschwemmten ganz Teutschland bis zum Rhein hin. Gewaltic" Anstrengungen der Forstbeamten, besondere Maßregeln der Regierungen. Polizeijagden, das Verwenden von Netzen und Tüchern, das Anlegen großartiger Fanggruben, das Ausbieten beträchtlicher Geldpreisealle diese zum Theil recht kostspieligen Maßnahmen waren erforderlich, um der Plage Einhalt zu thun. Seit den 1860er Jahren hatte die Plage beträchtlich abgenommen und wenn auch ab und zu immer noch ein Wolf erlegt wurde, so geschah es doch immerhin von Jahr zu Jahr seltener. Erst seit etwa zehn Jahren ist der Zuzug von starkem Raubzeug aus russischen Gebieten wieder lebhafter und vor allem auch regelmäßiger geworden. Selbstverständlich ist der Grund in erster Linie dem jetzigen erfreulichen Anwachsen der Wildstände zu verdanken. Aber die Zustände im Innern Rußlands sind wohl ebenfalls dafür maßgebend. Zunächst ist es der Angriff, der dort jetzt in großem Maßstab auf die Waldbestände gemacht wird. Dann aber wird auch die Jagd in Rußland heutzutage von weitern Kreisen der Bevölkerung betrieben, und in beträchtlicher Zahl kommen auch auswärtige Jäger dortbin, um sich an der Ausbeute zu betheiligen. Auch jetzt sind wieder Wölfe in Ostpreußen eingewandert, die besonders in den Oberförstereien Jura, Wischwill und Schmalleningken den Rehen argen Abbruch gethan haben. Nach langen Nachstellungen ist es endlich gelungen, einen Wolf im Schutzbezirk Grünhof einzukreisen und zu erlegen. Er wog 82 Pfund, war 87 Centimeter hoch und 1s Meter lang. Zu Anfang Februar sind abermals Wölfe eingewandert. Und zwar ist es dieses Mal ein ganzes Rudel. In der Grafschaft Sorquitten machten sich Beweise der Anwesenheit von fünf Wölfen an dem starken und gut gehaltenen Wildstand unangenehm bemerkbar. Bei der Jagd gelang es nur zwei der grauen Unholde zu erlegen, während die drei andern entkamen. Auch in einer andern Gegend, bei Kruglanken, ist der Einzug von Wölfen festgestellt worden. Sllkoholgcnust und Abstinenz. In einem Vortrage über die AlkoHolfrage wies dieser Tage Dr. Adolf Eluß in Wien darauf hin, daß der Alkohol in mäßigen Gaben genossen nicht nur nicht schädlich, sowohl als Nahrungs- und als Genußmittel, sondern, wenn auch nicht geradezu unentbehrlich, so doch zum Mindesten nützlich ist. Absolute Abstinenz ist nach Dr. Cluß nur angezeigt bei Kindern, bei notorischen Trinkern oder geheilten Säufern, bei angeborener Empfindlichkeit gegen Alkohol, bei gewissen Krankheiten und bei erwiesenermaßen schwächlicher oder minderwerthiger Konstitution. Die Forderungen der Mäßigkeitsfreunde, die eine Bekämpfung der Trinkunsitten, eine gewisse Gafthausreform und eine möglichste Unterdrückung des Branntweingenusses und Branntweinhandels verlangen, hält er für vollauf berechtigt. Dagegen empfiehlt er, im Gegensatz zu den Alkoholgegnern, guten leichten Wein oder Apfelwein und gesundes billiges Bier als die besten Kampfmittel gegen die Branntweinpest. Die sogenannten Ersatzgetränke bezeichnete Dr. Cluß aus gutem Wein und Bier gegenüber durchaus minderwerthig, ja zum Theil recht bedenklicher Natur. Das von den strengen Abstinenzlern angestrengte Prohibitivsystem, verbunden mit Schließung der BrauHäuser und Ausrottung der Weinberge u. s. w., sagt er, würde sehr bedenkliche soziale und wirthschaftliche Folgen nach sich ziehen. Für zwei bis drei Prozent der Gesammtbevölkerung, die mittelbar oder unmittelbar vom Gährungsgewerbe leben, würde dies den wirthschaftlichen Ruin bedeuten; es würde an Stelle des offenen Genusses von Wein und Bier der stille heimliche Suff konzentrirter Alkoholika oder der Gebrauch noch viel schlimmerer ErsatzMittel, wie Aether, Morphium, Opium, Kokain u. f. w. treten, dem Denunzianententhum und der Verhetzung würde Thür und Thor geöffnet, kurz soziale Zustände gezeitigt, wie sie der schlimmste Alkohousmus nimals zu Stande gebracht hätte. Jndianer-Natur. In Ukiah, Kal., hielten neulich mehrere Indianer mit ihren Squaws ein Geläge ab, bei dem große Mengen Weins vertilgt wurden. Zwei der Krieger geriethen in einen Streit, wobei der eine in die rechte Seite gestochen und mit einem Knüttel nahezu todtgeschlagen wurde. Sein Gegner floh nach der Reservation zurück, aus Angst vor der Verhaftung und unterwegs sah-n andere Leute Blutspuren. Sie hielten ihn an uno fanden, daß ein dreizölliges Messer in seinem Rücken stak. Er war drei Meilen weit gelaufen, ohne in seinem Rausch etwas von dem Messerstich gemerkt zu haben.
Ein ruslischcr Spion.
Japanern in eine KaUe gelockt und schwer bestraft. Ein Zeitunz-Korrespondent in Tokio, Japan, erzählt von der Verurtheilung eines Spions: Er war m Hongkong geboren und englischer Bürger. Namens Collins, hatte aber die größte Zeit seines Lebens in Japan, und zwar als Korrespondent für Zeitungen Jokohamas zugebracht. Das gab ihn. anscheinend den Muth zum Spio niren. Er glaubte wohl genügend mit japanischen Verhältnissen vertraut zu sein, um militärische Geheimnisse aui Japanern herauszulocken. Aber darir, hatte er sich getäuscht. Gleich der erste Japaner, den er in's Vertrauen zog, war ein Detektiv, angestellt, um ihn zu beobachten und ihn in seine Netzc zu locken. Es ging ihm, wie es den meisten Fremden hier geht. Wir alle stehen sozusagen unter Polizeiaufsicht, besonders alle, die irgendwie für Zeihingen beschäftigt sind. Wenn man nun aber noch aus Shanghai oder gar aus Port Arthur herüberkommt, eine Russin zur Frau hat und beschäftigungslos im Hotel wohnt, wie kann da der Verdacht ausbleiben? Immerhin hätte man ihm ohne Beweise nichi beikommen können da machte er aucf noch die Dummheit, einen chisfrirten Brief über Nagasaki per Bahn zu schicken, statt ihn direkt in Jokohama auf's Schiff zu bringen. Erst dieser Brief gab den Behörden die Mittel zum Vorgehen in die Hand. Der Militärinspektor in Nagasaki sandte ihn zurück nach Tokio, und hier" erkannte man, daß er militärische Geheimnisse enthielt. Der Brief war an den russischen Militäragenten Dessino in Shanghai gerichtet und enthielt Angaben über die Verluste der japanischen Armee in der Schlacht bei Liaojang, ferner über die Absichten der Japaner in Bezug auf ihr weiteres Vorgehen und drittens über Vorbereitungen zur Belagerung Wladiwostoks. Wenn auch vielleicht alle diese Angaben falsch waren, denn er hatte sie ja von seinem guten Freunde, dem Detektiv Sekimoto, so genügten sie doch vollständig, um Mr. Eollins zu elf Jahren schwerer Zwangsarbeit zu verurtheilen, ihn, der gehofft hatte, nach glücklich Übermittelten Informationen auf Kosten des russischen Staates ein sorgenloses Leben führen zu können. Der Staatsanwalt wollte ihn als Verräther zum Tode verurtheilen, seine Eigenschaft als Fremder rettete ihn davor. Wird sich Nußland nach elf Jahren noch feiner erinnern?" Sclmlerfahrton nach der Wasserkante. Der bayerische Landesverband des Flottenvereins hatte bei Beginn der großcn Schulferien 1904 mit bestem Erfolge eine Studienreise Angehöriger Münchener Mittelschulen nach der Wasserkante veranstaltet und nimmt daraus Veranlassung, eine gleiche Schülerfahrt in diesem Jahr für ganz Bayern in Aussicht zu nehmen, die dann alljährlich wiederholt werden soll. Zur Theilnahme an dieser Schülerfahrt, die wie im Vorjahre unter der Oberleitung eines bewährten höheren Offiziers sowie eines erfahrenen Eesellschaftsreisenleiters der HamburgAmerika -Linie steht, werden eingeladen: 1. die Schüler der vier obersten Klassen des Kadettenkorps, der Gymnasien und Realgymnasien sowie der olersten Klasse der Realschulen, Handelsschulen und ßeftr präpar an benf Rillen; 2. Professoren und Lehrer aller Schulanstalten, soweit sie Mitglieder des Flottenvereins sind; 3. Aerzte, Offiziere, Ingenieure und Geistliche, soweit noch ein Platz frei ist. Auf je sieben Schüler trifft ein Beaufsichtiger, auf 252 Schüler 48 Erwachsene. Der Preis für Reise, Unterkunft und volle Verpflegung während dieser acht Tage, ohne Getränke, aber einschließlich Trinkgelder, beträgt für jeden Reisetheilnehmer, gleich viel, nämlich nur 90 Mark; auf 50 Schüler trifft ein Freiplatz für einen besonders talentirten und würdigen Schüler. Ein Drohbrief an General Trcpow. Bei seinem Aufenthalt in Moskau anläßlich des Leichenbegängnisses des Großfürsien Sergius hielt sich General Trepow möglichst unauffällig, um den Revolutionären zu entgehen, die immer hinter ihm her waren, weshalb er auch Civilkleidung trug. Jedoch bereits kurz nach seinem Eintreffen in Moskau hatten ihn die Agenten des geheimen revolutionären Ausschusses herausgefunden. Er bemerkte, daß er überallhin verfolgt wurde, und hielt deshalb streng geheim, wann er nach Petersburg zurückzureisen gedenke. Einen gewöhnlichen Wagen zur Fahr! zum Bahnhof zu benutzen, hatte tv Furcht, und deshalb griff er zu dem Auskunftsmittel, sich in einem Krankenwagen zum Bahnhof bringen zu lassen. Er traf auch wohlbehalten in Petersburg ein. Aber bereits am folgenden Tage erhielt er, wie der Dailv Chronicle" mittheilt, folgenden Brief in fein Arbeitszimmer im Winterpalais geschickt: Her? General! Wir bedauern, daß Sie sich so viel Mühe machen mußten, ein Mittel zu finden, um Moskau lebend verlassen zu können. Wir wünschen Sie in dieser Hinsicht zu beruhigen. Sie haben in keiner Straße, in keinem Theater und auf keinem öffentlichen Platz etwas zu fürchten. Sie werden in Ihrem Schlafzimmer getödtet werden.
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