Indiana Tribüne, Volume 28, Number 196, Indianapolis, Marion County, 11 April 1905 — Page 3

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Vermuthungen Ueber Admiral Rojcstvcnsly's Pläne lauten sehr verschieden. lit russische AdmirMät hütet ihr Geheimniß. Die Japaner sicgesgcwiß. Prinz Heinrich von Prenße ans Rußland zurück. Bater Zahm von Rotte Dame, Jndiana, beim Papste. Krawalle in Spanien.

Japan. Vermuthungen über Roj e ft v e n s k v's Pläne. Tokio, 10. April. Ueber Admiral Rojeftvensky's Geschwader find, seit eS Smgapore verließ, keine Nachrichten hier eingelaufen. ES wird ziemlich allgemein ange nommen. daß Rojeftvensky eineSchlacht nicht sofort wünscht, sondern daß er versuchen wird, Wladiwoftock zu erreichen, wo DockS und Werkstätten find. Viele glauben, daß RojeftvenSky ein zweiteSRendezvouS im PacificOzean haben und rasch aus dem chinesischen Meere nach den Gewässern östlich von den Philippinen fahren wird. Man glaubt, daß diese Route günstiger ist, wenn sein Ziel Wladiwoftock ist. Die japanischen Zeitungen find von dem Herankommen deS 2. russischen Pacificgeschwaders befriedigt, da sie überzeugt find, daß Admiral Togo es besiegen wird. Die bevorstehende Seeschlacht. Paris, 10. April. Die Regie, runz ist überzeugt, daß das russische Geschwader Saigon nicht anlaufen wird, da der dortige Hafen für große Schiffe nicht tief genug ist. Die bevorstehende Seeschlacht erregt das größte Jntereffe. Der Marine Kritiker des TempS", Bernet, weift darauf hin, daß Rußland eine gleiche wenn nicht größere Macht in oftasiatischen GZwüffern haben wird, wenn es Admiral RojeftvenSky gelingt, den Ja panern gleiche Verluste beizubringen, wie er sie selbst erleidet. Bernet meint, daß daS 2. russische Pacificgeschwader wahrscheinlich die holländische Insel Natuua als Flottenbasts benutzen werde, wozu es berechtigt sei, da Japan dasselbe mit der Miao - Insel gethan habe. Geheimniß gehütet. St. PeterSburz, 10. April. Den Offizieren der Armee ist strikter Befehl gegeben worden. Nichts von dem Berichte verlauten zu lagen, die gestern von Singepore eintraf. Ueber den Verbleib des SchlachtschiffeS Kninaz Suwaroff" und ande rm Kriegsschiffe, die nicht bei dem Ge schwader waren, das Singapore pasfirt, ist Nichts zu erfahren. Es wird gesagt, daß sie als eine zweite Abtheilung folgen möchten. In der Admiralität zeigt man keine Besorgniß und heißt eS, daß der ausländischen Presse und den Japanern wahrscheinlich fich um den Aufenthalt der Schiffe mehr Sorgen machen wie wir." Es ist Grund anzunehmen, daß Admiral RojeftwenSky fich auf dem Suttjatoro" befindet. Japanische Operationen. Harbin, 10. April. Nach den im Hauptquartier eingelaufenen Be richten scheinen nur chinesische Banditen unter japanischen Offizieren und Heinere japanische Kavallerieabtheilungen westlich von Tfitfihar zu operiren. Ihr Hauptzweck ist offenbar die russischen Bahnverbindungen zu stören. Ein ernsterer japanischer UmgehungSversuch, der angeblich von Gen. OkuS geleitet wird, ist östlich von Kirin im Gange. Die Wege find grundlos. Durch die Sunda - Straße. S t. P e t e r S b u r g, 10. April. Flottenoffiziere vermuthen, daß die 4 Schlachtschiffe von der russischen Flotte, die nicht vor Singapore gesehen wurden, langsam fahren, um eine Vereini' gung mit Nebegatoff'S Abtheilung zü bewerkstelligen, doch glaubt man ziemlich allgemein, daß die Schiffe eine südliche Route durch die Sunda-Straße eingeschlagen haben. Deutschland. Prinz Heinrich. Kiel, 10. April. Prinz Heinrich von Preußen kehrte heute von seinem Besuche in St. Petersburg zurück. Amerikanische Gefahr. BerliO, 10. April. Seinen Artikel über die .Amerikanische Gefahrin der .Täglichen Rundschau" schließt

Geheimrath Goldberger mit folgenden Worten: Ich habe gewiffermaßen die Jnven tur aller starken und schwachen Stellen in der wirthschaftlichen Rüstung AmerikaS aufgenommen. In der Abschluß Rechnung fand fich bei aller Anerkennung der unvergleichlichen natürlichen Schütze der neuen Welt, der hohen Intelligenz und Zielsicherheit ihrer Bewohn ner, sowie der Vortheile, die ihnen die LoSlösung von lastender Ueberlieferung in mancher Hinficht giebt, daS folgende Facit: ES ist unser unwürdig, von einer amerikanischen Gefahr so überängstlich laut zu sprechen. ES ist unklug, durch solche Zaghaftigkeit das Selbstbewußtsein des ohnehin nicht an Selbftunterschützung leidenden Wettbewerbers noch zu stärken. Es ist ungerechtfertigt, wie dies häufig genug und in zahllosen Variationen verkündet worden ist, überHaupt an eine amerikanische Gefahr im Sinne einer baldigen wirthschaftlichen Unterjochung der alten Welt durch die Union zu glauben, wofern wir nicht müde werden, unsere kaufmännischen wie gewerblichen Gaben wie bisher auszubilden, und wofern wir uns nicht scheuen, unter Umständen auch von dem Concurrenten zu lernen." Leutnant verurtheilt. Kiel, 10. April. Das AdmiralitätSgericht hat Leutnant Lisch wegen Mißhandlung von Untergebenen und Versuchs, fie zum Meineid zu verführen. zu 16 Monaten Zuchthaus und Ausstoßung aus der Flotte verurtheilt. Ungeahnter Erfolg. Berlin, 10. April. Die neue ReichS-Anleihe ist 15 fach gezeichnet worden. Italien. Vater Zahm beim Papste. Rom, 10. April. Der Papst empfing heute in Privataudienz Rev. John A. Zahm von Notre Dame, Ind..

Provinzial deS Ordens vom hl. Kreuz in den Ver. Staaten, der ihm ein Geschenk von 1000 Francs von Notre Dame überbrachte. Der Papst zeigte großes Interesse für die Erziehungsverhältniffe in den Ver. Staaten. Er sprach fich anerkennend über die Bemühnngen Vater Zahm'S im Jntereffe der auS Frankreich vertriebenen Ordensleute aus. Vater Zahm wird Dienstag nach Paris gehen. Jesuitengeneral operirt. Rom. 10. April. Dem Jesuitengeneral Martin wurde heute ein Arm amputirt, an dem fich ein Kreösgeschwör gebildet hatte. Martin überstand die Operation gut. Holland. Russische Flotte bei B a -t a v i a. Amsterdam, 10. Aprik. Eine Depesche an daS ..HandelSblad" von Batavia, Insel Java, sagt, daS rusfische Geschwader sei nahe Muntok und werde heute vor Batavia erwartet. W e l t e v r e d e n, Java, 10. April. Es wird berichtet, daß die angeblich russische Flotte, die bei Muntok liegen soll, in Wirklichkeit Schiffe des holländischen Geschwaders find, das unter geheimen Befehlen seinen früheren Ankerplatz verlassen hat und jetzt nordwärtS führt. Fransreich. Kampf in Marokko. P a r i S, 10. April. Eine Depesche auS Algier an den TempS" meldet, daß eS am Sonntage zwischen den Truppen deS Sultans von Marokko und den Aufrührern zu einem blutigen Kampfe kam. Die letzteren planten den strategisch wichtigen OrtiOu'.oda zu nehmen und trieben die Truppen des Sul tanS zurück. Letzteren drohte eine vollständige Niederlage, als Leutnant Monzin von den französischen Grenztruppen mit einer Batterie Feuer auf die Aufrührer eröffnete. Hierdurch wurde eS den Truppen des SultanS möglich fich in Ordnung zurückzu-ziehen.

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Kampf mit Raubern. Ein Mann todt und einer verwundet. I o p l i n . Mo., 10. April. Wm. Weaver, Präsident des Verbandes zur Verfolgung von Pferdedieben in Miffouri und KanfaS, hatte heute mit einer Bande von Gesetzesflüchtlingen bei Carl Junction einen Kampf. Ein Mitglied der Bande wurde getödtet, ein anderes schwer verwundet. Man fand bei ihnen zahlreiche Eindrecherwerkzeuge und Dynamit. Drei Mann der Bande entkamen. Rußland. Attentat. St. P e t e r s b u r g, 10. April. Auf den Gouverneur deS GefängniffeS zu Libau wurden gestern Abend 9 Schüffe abgefeuert, als er nach seiner Wohnung außerhalb der Stadt zurückkehrte. Der Gouverneur wurde nicht verletzt. Die Attentäter entkamen. Indien. Flottenoperationen. Singapore, 10. April. Der britische Dampfer Gregory Apear" sichtete gestern das russische Geschwader 20 Meil nordöstlich von Mankai, eine der Inseln der Onambas-Gruppe, 150 Meilen nordöstlich von Singapure. Die russischen Schiffe lagen zur Zeit vor Anker. ES heißt, daß am 7. April vier Kriegsschiffe, anscheinend japanische, bei Cape St. JameS nahe Saigon, gesehen wurden. Spanien. Arbeiter Unruhen. Madrid, 10. April. Auf der Straße San Bernardo kam eS zwischen der Polizei und Arbeitern zu einem Zusammenftoße, bei welchem viele der letzteren verwundet wurden. In Andalusien kam es an verschiedenen Orten zu Unruhen. Abgesandte von dort find hier eingetroffen, um mit der Regierung zu berathen, wie der Noth abzuhelfen sei, welche in Folge der großen Dürre entstanden ist. Philippinen. Elektrische Bahn eröffnet. Manila, 10. April. Die elekirische Straßenbahn wurde heute formell dem Verkehre übergebe i. Der Vilard,-Mord. San Francisco, 10. April. Die Frau Peter Torturi'S hat der Polizei gestanden, daß wahrscheinlich ihr Mann Biaggio Vilardo tödtete, dessen Rumpf vor einigen Tagen gefunden wurde. Sie hörte in einem anstoßenden Zimmer, daß beide Männer einen Wortwechsel über irgend Etwas hatten und ging dann aus. Verschiedene Umstünde ließen fie annehmen, daß der Mord in ihrer Abwesenheit begangen wurde. Sie ist als Mitbetheiligte verhaftet. Ein Vetter Vilardo'S sagte der Polizei, derselbe sei von der Schwarzen Hand" zum Tode verurtheilt worden und er habe ihn gewarnt. Zugskollision. K e n S l e y , KanS., 10. April. Auf dein hiesigen Bahnhof stieß heute Abend 10 Uhr ein Personenzug auf das hintere Ende eines anderen. Zahlreiche Paffagiere und Zugbedienftete wurden unter den Wagentrümmern begraben. Die Holztheile geriethen in Brand, wodurch die RettungSardeiten erschwert wurden. Das Wehegeschrei der Verunglückten war schrecklich. Man glaubt, daß 5 Personen todt find. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt. Stürme. C o l u m b u S, O., 10. April. Ein verheerender Sturm fegte heute Nachmittag über den südlichen und südöstlichen Theil von Ohio. In Chillicothe wurde das Dach von der deutschen Methodiftenkirche fortgeriffen und die St. Peterkirche verlor die Thurmspitze. Die St. Josephskirche nache Somer set, Perry Co., wurde ebenfalls beschü digt. Der Schaden an Häufern und Bäumen ist groß. Schaden an Gebäuden wurden auch angerichtet, zu Janesville und dem be nachbarten Roseville. Schiffsnachrichten. New York: MinneapoliS" von Lon don; Chemnitz" von Bremen; Aftoria" von Glasgow. Liverpool: Tritonia" nach Glasgow. Cherdourg: Kaiser Wilhelm der Große" von New York. Dover: Kroonland" von New Bork.

Boot umgeschlagen.

5 Mann ertrunken. P o u g h k ee p si e, N. Y., 10. April. JameS Malloy, ein Fischer von Barrytown, wollte heute Abend in seinem Boote 6 polnischeArbeiter über den Hudson bringen. DaS Waffer war bewegt und mitten ans dem Flusse schlug das kleine Boot um. Malloy und 4 Polen ertranken, die übrigen wurden von 2 jungen Leuten gerettet, die in einem Boote heranruderten. ThiertranSport. N e w Y o r k, 10. April. Der Frachtdampfer MoltkefelS" von der Hansa-Linie kam nach 49-tägiger Fahrt von Culcutta hier an. Er hatte 500 Äffen. 12 Tiger, zwei Dutzend Leoparden, 20 Riesenichlangen und unzählige Bögel an Bord. Die Thiere sind für zoologische Gärten und Menagerien in den ganzen Ver. Staaten bestimmt. Ein Prachtexemplar ist der bengalische Tiger Radschah", angeblich der größte in Gefangenschaft. Er mißt von der Schnauze bis zur Schwanzspitze 15 Fuß und trägt den Kopf 5 Fuß hoch. Er soll 7 Jahre alt und $2000 werth sein. Krawall. P i t t S b u r g , 10. April. Zwischen Kohlengräbern und 15 Detektives, welche eine Frau verhaften wollten, kam eS zum Zusammenstoße, bei welchem 4 Personen durch Schüsse verwundct wurden. Chicago, 10. April. Fuhr. leute, welche mit Streikern von Montgomery Wardcko. sympathifirten, veranftalteten an Polk- und La SalleStraße, wo Fuhrwerke der genannten Firma durchkommen mußten, eine richtige Blockade. Etwa 100 Fuhrwerke waren zu einer unentwirrbaren Masse zusammengefahren. Die Polizei versuchte, den Weg freizumachen, und schlug auf Fuhrleute und Pferde ein. Nach etwa einer Stunde gab fie den Versuch auf und die Wagen von Ward & Co. wurden über eine andere Route dirigirt. Ungewöhnliches Dokum e n t. M i n n e a p o l i s , 10. April. Major McLaughlin. Inspektor der Jndianer-Agenturen, kam mit einer Petition von der Standing RockAgentur hier durch, in welcher um Vertheilung von 500,000 Acres Land er sucht wird. An Stelle von Unterschriften befinden fich unter dem Dokumente 3514 Daumenabdrücke. R o ck e f e l l e r f ü r M i s s i o n S. werk. Boston, 10. April. In einer Sitzung des Exekutiv Komites der American Baptifte Misfio'.iary Union" kündete der Schatzmeister an, John D. Rockefeller habe derselben $200,000 geschenkt. Die Hälfte der Summe wrde letzten Freitag empfangen, und der Schatz' meister sagte, daß ihm heute wieder 8100,000 zur Verfügung gestellt worden seien, die ausschließlich zur Errichtung von MiffionSgebäuden im Auslande verwendet werden sollen. Carrie Nation. W i ch i t a, Kans., 10. April. Carrie Nation will, wenn fie ihre Strafe im hiesigen Gefängnisse verbüßt hat, den Staub von KansaS von ihren Füßen schütteln und nach Oklahoma ziehen. Japanernichtgewünscht. M a r i s v i l l e, Colo., 10. April. Allen Japanern, die bei den Gruben zu Brown'S Valley beschäftigt waren, ist von einem Arbeiterkomite der gute Rath ertheilt worden, die Gegend schleunigst zu verlassen und sie befolgten ihn. Alter Landprozeß. I a ck s o n v i l l e, Fla., 10. Apr. Richter Locke vom BundeSdiftritsgerichte hat den Bericht deS SpezialkommissärS bestätigt, der ernannt wurde, um die RechtSgiligkeit der Ansprüche eines Frl. Clementine Dalcour von Phila delphia auf 1,200,000 Acker Land im westlichen Florida, zu untersuchen. DaS Land wurde von der spanischen Krone an einen gewissen John ForbeS abgetreten. Der Prozeß um daS Land wurde im Jahre 1830 von Theo. Talcour eingeleitet, dessen einzige ledende Erbin, genannte Frl. Clementine Dalcour ist. Dieser wird von Richter Locke das Land zugesprochen. Der Fall wird an daS OberbundeSgericht gehen.

Ackerbauminister Wilson giebt fich alle Müh, um durch Zucht einer im Eierlegen überaus fleißigen Hühnerart dem gierigen Eiertrust entgegenzuarbeiten. Bei Orono in Maine hält er zu diesem Zwecke einen großen Versuchs-Hühnerhof. Mit knapper Noth einem schrecklichen Tode entgangen ist nahe Fort Atkinson. Wis.. F. E. Wellenmeyer, ein Heizer der NorthwesternBahn. Er fiel vom Tender, während derselbe mit Wasser gefüllt wurde.und glitt unter die Räder, halbbetäubt dem Sturz. Der Lokomotivführer Pureell wollte abfahren und sah fich nach feinem Heizer um. Er bemerkte ihn nicht und hielt die Maschine wieder an. Dann fand man Wellenmeyer drei Zoll vor den großen Rädern lie gen. Er liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Von einer brutalen Thierquälerei setzte dieser Tage ein Tischler Namens HenrySchenck die Thierschutzyesellschaft in Morristown. N. I.. in Kenntniß. Als Schenck eines Morgens nach seinem Stall an Carle Str. kam, sah er, daß eines seiner Pferde auf dem Boden lag und aus demMaul furchtbar blutete. Es stellte sich heraus, daß dem Thiere die Zunge herausgeschnitten war. und zwar offenbar mit einem ziemlich stumpfe Instrument, )a die Schnittfläche nicht glatt war. Ein Stück der Zunge lag im Futtertrog. Agent Welch vom Thierschutzverein hat eine Untersuchung eingeleitet. Schenck glaubt, daß ein Concurrent ihm den Streich gespielt hat. Das Bundesgesetz gegen Leibeigenschaft wird jetzt auch auf einen Fall angewandt, in welchem nicht Schwarze, sondern Weiße die Versklavten find und kein Südländer, sondern ein Eingewanderter derSchuldige ist. Ein Italiener soll in SüdCarolina nach Angabe eines aus seiner Sklaverei entflohenen 30. oder mehr seiner Landsleute als Sklaven in einem Phosphorbergwerk gehalten und fie unter Drohungen mit Gewalt ihrer Freiheit beraubt und zum Arbeiten in dem mörderischen unterirdischen Gefängniß gezwungen haben, bis das Fahrgeld für die Reise von New York nach Charlelton von den armen Teufeln abgearbeitet" war. Auch körperliche Züchtigung habe Jedem gedroht, der nicht that, was der Sklavenhalter wollte und befahl. Früher trieb der italienische Padrone" sein Unwesen bekanntlich sogar in Städten des Nordens. Ein Fall von grenzenlosem Elend wird aus Louisville, Ky., berichtet: Fünf Familien, in denen sich zusammen achtzehn Kinder befinden, bewohnten ein einziges zweistöckiges Haus an der Lawton und Leestraße, das außerdem einigen Hühnern, Enten Katzen und Hunden und sogar einem Schwein als Aufenthaltsort dient. Die Zustände, die in dem Hause herrschten, find die schlimmsten, die den Behörden je zu Gesicht gekommen sind. Jede Familie bewohnt ein Zimmer, irnb die Fußböden derselben sehen schlimmer aus als die eines Stalles. Die Wände und die Fußböden find so dreckig, daß ihre ursprüngliche Farbe nicht zu erkennen ist, und der Gestank ist ein solch intensiver, daß man sich wundern muß, daß menschliche Wesen in ihm leben. Die fünf Familien kamen vor einigen Monaten aus den Bergen nach Louisville und verdienen durch Lumpensammeln ihr tägliches Brod. Als man den Leuten mit VerHaftung drohte, wenn sie nicht ausziehen würden, nahmen drei Familien gleich Abschied und die beiden anderen folgten bald darauf. Eine verblüffende und erschreckende Erklärung scheint die hervorragende Tüchtigkeit eines Feuerwchrmannes Namens James McJnerny in Bayonne, N. I., gefunden zu haben, der den Record hielt, in 100 Procent der Feueralarme als erster

auf dem Platze zu sein; oft waren seine Pferde schon angeschirrt, wenn der Alarm eintraf. Dieser Tage wurde der Feuerwehrmann verhaftet und er soll der Polizei gestanden haben, daß er allein im letzten Vierteljahr nicht weniger als 15 Miethshäuser in Brand gesteckt habe, blos der Aufregung wegen". Die Polizei glaubt aber, daß die Zahl der Brandstiftungen viel höher ist; die Brandfälle waren in der Gegend seit 6 Monaten unheimlich groß. McJnerny erzählte angeblich, daß er den Gasmeter im Keller aufzudrehen und anzustecken pflegte und dann nach der Feuerwache ging, um sofort bereit zu sein. Einmal habe er nach einem Tanzvergnügen nicht schlafen geben wollen und habe zum Zeitvertreib ein Haus an 23. Str. und Hudson Boulevard angezündet. Da er kein Brennmaterial zur Hand hatte, sei er nach dem Spritzenhause gegangen und habe dort einen Putzlappen mit Oel getränkt, um es dann in den Keller seines Hauses zu tragen und anzuzünden. Dann sei er nach der Wache zurückgelaufen, habe die Pferde angeschirrt und gewartet. Als ihm das Warten zu langweil geworden, habe er diePferde wieder ausgespannt, in der Meinung, das Feuer habe nicht gezündet. Dann kam aber der Alarm, nachdem der Brand schon gewaltigen Vorsprung hatte. Er habe, soll er gestanden haben, keinen anderen Grund für seine Brandstiftungen gehabt, als das Vergnügen, nachher die Flammen zu bekämpfen.

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