Indiana Tribüne, Volume 28, Number 196, Indianapolis, Marion County, 11 April 1905 — Page 1
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Vrsetxetnt jeden Miutnnittag. . ' w Jahrgang 2. Indianapolis, Ind., Dienstag, 11. April 1905 No. 196.
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Eine Million Japaner Sollen bis zum kommenden Herbste im Felde stehen.
Tokio, 11. April. Japan begegnet dem russischen Plane der Reorganisation und Verstärkung der Mandschurei Armee mit ausgedehnten Expe. ditionen durch seine eigene Militür-Or ganisation. Die Einzelnheiten und Zahlen eines Plane, anscheinend die gegenwürtige Armee zu verdoppeln, werden sorgfältig gehütet, jedoch veranschlagen militärische Sachverständige, daß bis zum nächsten Herbst die gesammte Mi litär-Organisation eine MillionZLeute im Felde überschreiten wird. Die ge genwärtige Force wirl auf rund 700,000 Mann geschätzt, mit beabsichtigter Verstärkungen hauptsächlich der Jnfanterie und Artillerie, aber auch die Ca vallerie soll vergrößert werden. Als ein Ergebniß der Manufaktur in Ja paner Arsenalen, zusammen mit den gekauften und eroberten Kanonen, wird die japanische Artillerie in diesem Jahr der russischen sehr in Qualität und Anzahl überlegen sein, nnd nun qlaubt sicher, daß die Ruffen nicht im Stande sein werden, diesen ihren Nachtheil auszumerzen. Wo immer Eisen bahnverbesierungen sich anlegen lassen, werden dieselben ausgeführt, sobald Japan genügend 'tark genug sein wird. Harbin zu halten und zugleich die Operationen gegen die Ruffen öft lich von Harbin fortzusetzen. Gefnndheitsbehörde arbeitet vor. Um HeirathSluftigen die Gelegenheit sich in die Ehefeffeln schmieden zu laffen, so wenig wie möglich zu schmälern, hat die StaatS-Gesundheitsbehörde die durch die County-ClerkS zu benutzenden Formulare im Voraus festgesetzt. Diesel den werden den CountyClerkS unoffiziell zugesandt und diese können dann sich die nöthigen Formulare drucken lallen, damit bteieiden rechtzeitig zur Hand find. An dem Tage dann, an welchem daS neue Gesetz als solches proklamirt wird, hält die GesundheitSbehörde eine Sitzung ab, adoptirt die bereits feftgestellten Formen, telegraphirt sofort allen County-ClerkS und diese gebrauchen o dann die neuen Formulare. Auf den Bogen werden 27 Fragen zu beantworten sein und Braut, sowie auch Brüu tiqam haben denselben auszufüllen Dem Bräutigam wird überdies noch die Frage, ob er eine Familie zu ernähren im -tande ist, unterbreitet. Zur Verantwortung gezogen. Eine bei der Sicherheitsbehörde gestern eingereichte Beschwerde, daß die beiden Polizifteu Geo. H. GoinS und PreSley Silvey ouf ihrem Posten schlasend vorgefunden wurden, wurde von GoinS mit seiner durch den Superin tendenten Krüger eingereichten Resignation beantwortet. Beide waren in dem Grünhause an der Illinois und 16. Straße, wo sie sich niedergesetzt hatten, eingeschlafen und der Wächter der Grünhäuser, im Glauben, er habe es mit Einbrechern zu thun, hatte den Sergeanten Sandman und Polizisten Hanlon und Johnson herbeigerufen, um die vermeintlichen Einbrecher festzunehmen. Eine Un tersuchung ergab, daß beide zuletzt um 11.25 Minuten die Hauptftation anriefen und um 12.20 Minuten wur den sie gefunden. Heute früh wurde Emanuel Craigg in seiner Wohnung, No. 322 Nord CenterAveenue, unter der An klage deö Umhertreibens verhaftet und unter 1000 Bürgschaft gestellt. NachdemderRauchinsp ektor verschiedenen Uebertretem der Rauch Ordinanz wiederholt Empfehlungen machte und dieselben aufforderte, der Ordinanz gemäß daS Rauchübel durch zweckmäßige Veränderungen zu vermei .den, steht zu erwarten, daß in aller nächster Zeit mit schärferen Maßregeln vorgegangen wird.
Polizeiliches.
Billy Howard, ein Fahr rad-Händlkr von No. 1429 Martin daleAvenue, wurde von den DetectivS Lancafter & Lom unter der Anklage, ohne LizenS ein Pfandgeschüft betrieben zuhaben, verhaftet. JeffeGray erhob die Anklage. Michael W a l s h , No. 320 Nord EafteStraße wohnhaft, wurde unter der Anklage deS Betreten fremden Eigenthums verhaftet. Edna Hamilton von No. 704 Ost Pratt-Straße er hob die Anklage, in welcher sie behauptet, daß Walsb trotz wiederholter Aufforderung sich weigerte, ihr Eigenthum zu verlassen. Frank B u r k h a r t , No. 508 Nord Davidson - Straße wohnhaft, wurde auf eine von Kate Frankhouse, No. 310 Nord Eaft-Straße, gegen ihn anhängig gemachte Anklage hin verhaftet. Sie behauptet, daß Burkhart die Zahlung seiner KofthauSrechnung zu umgehen suchte. D e r 23-j ährige Arbeiter David Neffler in 538 Abbott Straße wurde auf einen VerHaftbefehl der Anna Brasnan in 521 West Merrill Straße hin von der Polizei in Ge wahrsam genommen. E d. M c G u i r e, 325 N. Jlli noiS Straße, meldete der Polizei, daß ein Neger gestern Abend versuchte, in ein Fenster seiner Wohnung einzustei gen. Er schlug demselben mit einem Revolver über den Kops, wobel der Einbrecher seinen Hut verlor, den erder Polizei für Jdentifizirungszwecke über gab. Allem Anschein nach waren noch zwei andere Männer in der Gesellschaft des NeaerS. Joseph C. B e r r y, ein alter Soldat und früherer Insasse bei Marion SoldatenHeimes, wurde gestern sinnlos betrunken von den Radierpaliziften Bernauer und Kitzmiller an dee Ecke der Alabama und Washington Straße aufgefunden und nach der Station gebracht. Der alte Mann ist auf einer Seite gelähmt und mit der La dung Spirituosen, die er sich genom men hatte, war eS ihm völlig unmdg lich, sich weiter zu bewegen. Früh am Morgen wurden noch weitere Verhaftungen vorgenommen. W. Winton, angeblich im Co lonialHotel lagernd, wurde unter An klage der Bummelei eingeheimst und ebenfalls unter $1000 Bürgschaft gestellt. Sodann machte man den Neger Henry Smith, 520 Jndiana Avenue, dingfest und stellte ihn gleichfalls unter die Anklage des Umherstreifens. Arbeiter-Maienfeft Sonntag Abend, 30. April, in der Südseite Turnhalle. Gintritt 25c für Herr und Dame; Extra - Damen 10c Vorzügliches Programm, zum Schluß Tanz. Schweizerbnnd. Der Schweizerbund hielt am Sonn tag Nachmittag seine regelmäßige Ver sammlung ad, die sehr gut besucht war. Nach Erledigung der RoutineGeschäften wurden die Vorbereitungen für ein Picnic getroffen. Ferner wurde die Nomination von TrufteeS vorgenom men. DeS Weiteren wurden Beschlüsse gesaßt betreffend der SchillerFeier. ES genüge, daß alle Anwesenden mit Begeisterung sich dabei betheiligen und besonders bei der Tell'Aussührung mit Freuden ihre Hülfe zur Verfügung fiel len, da eS doch inSbesonderS für uns Schweizer eine vaterländische Begebenheit betrifft. Bauerlaubnißschein e. Schulrath, zweistöckiges Backstein Schulgebäude, Rural und Washington Str. 531,820. I. S. Caudell, Cottage. Linwood Ave. nahe Washington Str. $1,367. William H. Hoover, Reparaturen, 1426 Pleasant Str. 5600.
Kleine Stadtnachrichte. Joseph F. B r o w n, 85 Jahre
alt, der viele Jahre transcript Clerk in der County ClerkS Office und einer der ältesten Bürger der Stadt war. starb gestern Nachmittag im Hause JameS D. Mefford. 240 Nord State Straße. Er war während des Winters kränklich gewesen, doch nahm seine Krankheit erst in den letzten Wochen eine mehr ernst hafte Natur an. Sein Sohn Frank I. Brown von Danville. Jll., wär in seinen letzten Stunden an seiner Seite. Vice-Präsident Fairbanks hat Nachricht erhalten, daß eS Charles NiehauS, dem Bildhauer des Benjamin Harrison Monuments, unmöglich ist, heute bei der Versammlung zugegen zu sein, welche zusammenberufen worden den ist, zu bestimmen, wo das Monument placirt werden soll. Hr. Niehaus hat gerade eine Operation durchgemacht und ist deshalb nicht im Stande zu kommen. Vice-Präfident Fairbanks hat deshalb telegraphisch Herrn Henry Roberts, den Zeichner der Basis, in New Jork ersucht, anwesend zu sein, und hängt es von dem Kommen oder Nichtkommen desselben ab, ob die Versammlung stattfindet oder nicht. Vertreter der Eisen bahnen, deren Linien nach hier führen, kamen gestern im Eommercial Club mit dem Komite, welches die Aufbringung eines Fonds zur Errichtung eines neuen Milizgebäudes in Händen hat, zusammen. Das Komite wünscht die Bahnen für die Sache zu interesfiren, um deren Mithülse zu erlangen. Die Erbauung des neuen Heims für die Rettungs-Misfion an der Oft South Straße wird in Angriff genommen werden, sobald weitere $2000 eingegangen find. Es ist jetzt ein Fond von $7000 vorhanden. Superintentendent W. V. Wheeler wurde kürzlich von den Truftees ermächtigt, Sammellisten auszusenden. DaS aite Quartier der Mission an Pennsylvania und South Straße, hat sich seit einiger Zeit als zu klein erwiesen für die umfangreichen Arbeiten der Mission. Der Heimath Unter ftützungö Verein hielt in der Columbia-Halle seine monatliche Versammlung ab. Dieselbe war außergewöhnlich gut besucht. Mancherlei Geschäfte von Wichtigkeit wurden erledigt. Auch fand BeamtenNomination statt. Wie von so vielen anderen Vereinen, wurde auch hier daS Schreiben des Theatervereins betreffs der SchillerFeier mit Freuden entgegengenommen und in enthusiastischer Weise beschlossen, die Tickets" bis auf das Letzte abzu setzen. Wiedemann's BockVier in Flaschen liefert die Jaeob Metzger Co. Beide Telephons 407. Aus dem Gerichtsgefo.ngniß in Schneidemühl ist vor Kur zem der Arbeiter Gustav Scharlowski aus Fissahn bei Kreuz entsprungen; er war wegen Raubmordversuchs auf den Butterbändler Druck in Frankfurt a. O. vom Schwurgericht zu zwölf Iah ren Zuchthaus verurtheilt worden. Der gefährliche Verbrecher hatte in der Nacht unbemerkt einen starken Eisen stab des Zellenfenstergitters durchfeilt, war sodann über den Gefängnitzhof, wo eru Nachtwächter mit seinen Hun den paAouillirte, und schließlich über die hohe Umfassungsmauer entkörn men. Wie bekannt ward, hat der Flüchtige in seiner Zelle ein Schreiben zurückgelassen, in welchem er für die gute Behandlung und Verpflegung im Gefängniß seinen Dank sagt und allen Insassen bestes Wohlergehen wünscht. Ueber einen Bezirkss ch u l r a t h, der weder lesen nocy schreiben kann, wird aus Tirol gemel det: Bei der Constituirung des Schul rathes in einer Gemeinde des Bezirkes von Brixen wurde ein des Lesens und Schreibens Unkundiger zum Vorsitzenden gewählt. Als von einem Mitgliede gegen diese Wahl protestirt wurde, gab der Bezirksschulrath die Erklärung ab, daß auf Grund desGesetzes der. Einsprache nicht Folge geleistet werden könne. Nach der Wahl wußte der Gewählte selbst nicht, daß er durch einenon einem anderen geschriebenen Zettel sich selbst gewählt hatte.
Verband Deutscher Bereine. Der Verband Deutscher Vereine hielt gestern seine regelmäßige Delegaten Versammlung in der Unabhängigen Turnhalle ab. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht denn sämmtliche zum Verbände gehörenden Vereine wa ren vertreten. Laut Wunsch der Centralbehörde wird die nationale Convention .lm 5. 6. und 7. October in unserer Stadt stattfinden. Der 38er Unterstützungs - Verein wurde einstimmig in den Verband aufgenommen. Herr Joseph Keller legte hierauf für die Executive der Schiller-Feier das Programm für dieselbe, wie im letzten Spottvogel" veröffentlicht, den Delegaten vor. Dasselbe wurde einstimmig gutgeheißen. Der Antrag von Prof. Nix, daß der
Sekretär beauftragt werden soll die Vorstünde der Verbandö-Vereine zu er suchen Comites zu ernennen, welchen der Vertrieb von Einlaßkarten zum BundeSturnfeft obliegen soll, wurde einstimmig angenommen. Der Antrag Steinmetz für eine Ver willigung von $250 für Errichtung einer Ehrenpforte zu Ehren der zum Feste eintreffenden Turner ging nach längerer Debatte verloren. Dagegen wurde beschlossen , dem Wunsche des Unterausschuffes der Turn festbehörde, duß die Vereine mit ihren Fahnen und je zwei Fahnenjunkern sich an den Festumzügen betheiligen mögen, enthusiastische Zustimmung ertheilt. Hierauf Vertaguug. Sonntag, den 13. August, wird laut Beschluß der Deutsche Tage vom Ver bände Deutscher Vereine begangen werden. Vom Bundes-Tnrnfeft. Der Ausschuß für das Festspiel zum ommenden BundeSturnfeft hielt gestern Abend im Deutschen Haus seine Verammlung ab. Der bekannte Bühnenmaler LouiS Kindt von Chicago war anwesend und wurde ihm die Malerei der BübnenDekorationen kontraktlich übergeben. ES wurde ferner beschlossen, alle für daS Feftfpiel nöthigen Kostüme von der Firma Schoultz & Co., ebenfalls in Chicago, zu beziehen und wird der Kostenpunkt sich auf $2000 belau fen. Nach Erledigung einiger weiterer Gechäfte vertagte sich der Ausschuß. L a f a y e t e, 10. April. Der Po lizift Carr wurde gestern von dem 30 jährigen Charles Adams schwer ver mundet. Adams ging durch die Straßen der Stadt, nach der Manier des wilden Westens fortwährendSchüsse ab feuernd und Hunderte von Bürgern in der Main Str. in Angst und Schrecken stürzend. Schöffe fielen nach allen Richtungen, Fensterscheiben gingen in Stücke und dem Fahrkarten-Agenten der Monon Linie, William Florer, aina ein Scbuk durch den Hut. An der Ecke der 6. und Main Straße traf Polizist Carr mit dem Unhold zusam men. Er befahl ihm, sich zu ergeben. Adams beantwortete diese Aufforderung mit drei Schüffen, von denen der dritte den Polizisten gerade über der Hüfte traf. Bevor der Wülherich den vierten Schuß abfeuern konnte, hatte der Polizift ihn mit einem gut gezielten Knüp Pelhieb niedergeschlagen und wurde er besinnungslos ins Gefängniß gebracht. Carr wird wieder hergestellt werden. W a s h i n g t o n, 10. April. Die erfolgreiche Zerstörung des Archibald Yazel Place hat gleichzeitig fast alle Gebäude der Hauptstraße zerstört. Vor etwa zwei Wochen wurde der Versuch gemacht, das Gebäude mittelst Dyna mit zu vernichten. Der Verlust beläuft fich auf etwa $18,500. Den größten Schaden erleiden Archibald Deazel, William Roß, George Craity, Frederick Kelley und Joel Danner. Keines der niedergebrannten Gebäude war ver sichert. Es herrscht große Aufregung in Elnora und die Straßen sind von erregten Menschen ununterbrochen an gefüllt. Die beste 5 Cent Cigarre lN Ver Stadt, Mucho'S Longfellow".
Nachrichten aus Jndiana. A n d e r s o n. 10. Apnl. Ein furchtbarerSturm verbunden mit schwerem Hagelschauer fegte gestern über Anderson hin und richtete großen Scha den unter den Obftbäumen an. Auch in Lapel soll derselbe Vieles ruinirtt haben. Drei Pferde in Fred Bronnenberg's Stall in Chefterfield wurden ge tödtet. E v a n s v i l l e, 10. April. Madame Haffe", die professionelle Kartenschlägerin, die fich bekehrt hat, steckte ein greudenfeuer an mit ihren Wahrsachebüchern und anderen Gegenftän den ihres bisherigen Berufes. Kirchen leute nahmen an der Ceremonie theil und während die Flammen empor fchlugen. kniete Madame Haffe" nieder und verrichtete ein Gebet. B e d f o r d, 10. April. Eine Un tersuchung Über die Todesursache deS Henry Achilles wird vorgenommen. Man hatte ursprünglich Blutvergiftung angenommen; nachdem fich aber jetzt herausgestellt hat, daß derselbe vor sei
nem Tode eine goldene Uhr und $50 in Baargeld bei fich trug, während man an der Leiche nur einige Cents fand, ergeht man fich in Vermuthungen. Coroner Plummer hat die Ausgrabung der Leiche angeordnet. C o l f a x , 10. April. Ein Faustkämpf endigte fast mit einer Tragödie. Girt Hickerson erneuerte einen alten Streit mit Alva Wyant, der ihm an Stärke bedeutend überlegen ist. Wyant verprügelte den Hickerson ganz unmenschlich und würde ihn vielleicht todtgeschlagen haben, wenn fich nicht Stadtmarfchall John Schenck und Con ftabler Willis Goldsbery in's Mittel gelegt und Wyant verhaftet Hütten. Der Gefangene ritz fich aber wieder loS und entfloh. Drei auf ihn abgegebene Schüffe gingen fehl und er erreichte sein Haus in Sicherheit, wo er fich verbarrikadirte und den Beamten Trotz bot- Es wurden keine weiteren Ver suche gemacht, seiner habhaft zu werden. Anderson, 10. April. Die neue Polizei Kommission organifirte fich mit Erwählung von Gorge Lilly als Präsident. Eines der ersten Verordnungen der Kommission war strenge Befolgung deö Sonntagsgesetzes. Daher gab es in Anderson zum ersten male seit langer Zeit ein sog. trockenen Sonntag." Die Ansichten darüber waren sehr verschieden. Die Polizisten wurden angewiesen, auch ein wachsames Auge auf die Spieler zu haben und so waren denn alle Spielbuden dicht ge schloffen. In Zukunft wird man auch die Apotheken, Cigarrenläden und Billardhallen einer strengen Bewachung unterziehen und wehe dem Gesetzesübertreter. K o k o m o , 10. April. Ein Feuer, welches hier im LipeTheater ausbrach, richtete eine kleine Panik an. Ein junger Mann wurde schwer verletzt, während eine Anzahl anderer ver brannt oder anderweitig verletzt wurde. George Armstrong sprang aus dem 3. Stockwerke auf die Straße und brach beide Arme, verletzte fich außerdem auch innerlich so, daß an seiner Genesung gezweifelt wird. Der Celluloid-Film" eines Kinematographen gerieth in Brand und das Feuer theilte fich dem ganzen Vorrathe der FilmS" mit, die darauf von der Gallerie herab in's Parterre fielen, eine Pani! dort verur sachend. Das brennende Celluloid fiel auf Clären Hunt, und die Zuschauer, im Glauben, die Decke stürze ein, wand ten fich zur Flucht. Die Panik soll dadurch so große Dimensionen angenom men haben, daß der Operator der Ma schine in'S Publikum hineingerufen ha den soll, das Theater stände in Flam men. Dann begann die Flucht nach den AuSgängen. Männer und Frauen fochten wie wild, und daß nicht viele zu Tode aetrampelt wurden, ist nur dem Umstände zuzuschreiben, daß daS Thea ter mit einem vorzüglichen Systeme von Ausgängen und Feuerleitern versehen ist. DaS Feuer selbst richtete keinen nennenswerten Schaden an. GotNied L eukhardt, .Die gemüthliche Ecke," Ecke Rodle undMarket Str.
Aus den Gerichten. June Elliott, die vor einiger Zeit unter Diebstahlsanklage verhaftet wurde, hatte fich heute vor Richter AI ford zu vertheidigen. Der Fall er regte ziemlich Aufsehen, da fie den De tektivs gegenüber behauptete, von ihrem Liebhader hypnotifirt zu sein. Nach Aussagen der Detektivs hat fie während der letzten Jahre wiederholt kleinere Diebfiähle begangen, wurde ihres kleinen, jetzt 2z Jahre alten KindeS wegen jedoch stets mit Nachficht behandelt. Sie bat den Richter innig, fie nicht von ihrem kleinen Kinde zu trennen und brachte vor, daß ihre El tern respektable Leute feien. Da die Behörde der ChildrenS Guardian Klage einreichte, das Kind ihrer Obhut zu entziehen und derRichter der Frau eine Gelegenheit zu geben ge dachte, ihre Sache dort zu vertreten, wurde das Urtheil bis zum Donnerstag verschoben. In der Klagesache der County-Com miffäre von Hamilton Co. gegen A. R. Tucker kam durch gegenseitige Verftän
digung folgender Vergleich zu Stande: der Beklagte zahlt 82000, während die klagende Partei die Kosten bezahlt. Im Nachlaßgericht wurde das Testament des verstorbenen George Dur ler eingereicht und die Tochter Mary Durler als Administrator bestellt, welche $300 Bürgschaft stellte. Im Superior-Gericht Zimmer No. 2 wurde die Klage der Theresa Green gegen die C. C. C. & St. L. Eisen bahn Co. wegen Schadenersatz vor einer Jury verhandelt. Klägerin behauptet, daß durch Errichtung eines Wär terhäuschenS von Seiten der Bahnze fellschaft vor ihrem Grundeigenthum ihr der Zutritt zu ihrem Wohnhaus er schwert worden ist. In der Klagesache der Grand RapidS Engraving Co. gegen die AtlaS En gine Works wurde ein Urtheil zu Gun ften der klagenden Partei abgegeben. Die Atlas 'Zngine Works hatte der Engraving Co. eine Anzahl Platten nicht rechtzeitig geliefert, infolgedessen konnten diese der AtlaS Engine Works 10.000 bestellte Kopien nicht in kon traktlich bestimmter Zeit liefern, wo raufhin Annahme verweigert wurde. Die Engraving Co. hatte keinen Ab nehmer dafür, war aber jederzeit wil lenS, den Atlas Engine WorkS die Ko. pien zu liefern. Bundesgericht. Im Bundesgericht warben folgende freiwillige Bankerottanmeldungen ge macht: Jacob Sagal, ein Kaufmann in Gas Cith, Grant County, mit $2123.. 22 gegen Guthaben von $2362.27. Corey M. Hatfield, ein Bäcker in South Bend, St. Joseph County, mit $2163.43 Schulden gegen $1140 Gut haben. In der Klage der General Electric Co. gegen die Kulman Electric Co. wegen Verletzung deS Patentgesetzes wurde zu Gunsten der Kläger ent schieden. Verkehr nach California. Chicago, 10. April. Beamte der hier einlaufenden westlichen Bahnen erklären, daß der Verkehr nach der Pa cificküfte dieses Jahr weit stärker ist wie in früheren. Die reguläre vieteljührige Versammlung des ExecutivAuSschusseS der Ver. Zimmerleute und Schreiner begann gestern Vormittag im Haupt quartier der Organisation im State Life Building. Mehrere Mitglieder kämm erst spät gestern Nachmittag an und die Hauptversammlung wird erst heute ihren Anfang nehmen. Der Ausschuß reprüsentirt alle Organisationen in den Ver. Staaten und Ca nada. Man wird nochmals versuchen, den Plan, eine Vereinigung der hieft gen Organisationen mit dmen Eng landS, zu günstiger Besprechung zu bringen, nachdem eine dahingehende frühere Vorlage von Straffen nieder gestimmt wurde.
